Indiana Tribüne, Volume 17, Number 48, Indianapolis, Marion County, 5 November 1893 — Page 9

Jndimm Tribüne.

Beilage.

Sr.ticncvoli3, nd., ö. SJoncn:cr '1)3. LZuS der Numpelkammer. y ' nicht dl bg' Unl Die ti idkN Nccht ettt, gk, Aätzl nur, ei sie kulschmuudk .Wie vi.lttrnk UUr f tal Eine jede gute Hausfrau hat in ihrem ause ein Gilaß, in welchem sie alte, ihr durch Zeit, Gebrauch und Umstände lieb, kber jetzt unbrauchbar gewordene Gegen stände aufbewahrt. So hat auch jeder Mensch in einer Ecke seines Herzens eine Art Rumpelkammer, in welcher alten, geliebten Figuren und Scenen, die längst vom Schatten der Vergangenheit verdunkelt sind, ihr Plätzchen eingeräumt ist. Und so wie jede Hausfrau von Zeit zu Zeit in die Rumpelkammer ihres Hauses steigt, um die dort aufgespeicherten Schätze zu inspiciren, so steigt wohl jeder Mensch von Zeit zu Zeit in die Rumpelkammer deS Herzens hinab und hält dort Umschau unter ihm lieb und werth gewordenen Er innerungen. Und so oft der Hausfrau durch ein altes verglichenes Läppchen oder eine zersprungene Vase plötzlich eine längst vergessene Geschichte in's Gedächtniß zu rück gerufen wird, tritt die Numpelkam mer des HauseS mit der des Herzens ir. enge Verbindung. Nun braucht eS aber Gotttlob nicht immer der staubige Bodenraum zu sein, der dies innerste Sanktum :mseres Den kenS öffnet ; nein, oft ist der Ruf eineS Logels, der Ton einer Glocke, die Mclodie eines LiedeS der Schlüssel zum Käm merchen und wie der Herr einst den Pro vheten bei den Haaren ergriff und ihn mit Gedankenschnelligkeit nach Ninioe versetzte, so werden wir dadurch oft um viele Jahre Zurück und taufende von Meilen KberS Meer versetzt. AlS ich z. B. heute im Schatten grüner Ahornbäume saß und der untergehenden Sonn? nachschaute, da tönte durch die Stille der Ruf der Abend, glocke in der nahen Kirche und unwillkür lich falteten sich meine Hände wie vor Zeiten und meine Lippen flüsterten wie damals: Der Enael des Herrn!" Denn der Ruf der Glocke hatte die Rum pelkamrier des Herzens erschlossen und mich zurück versetzt in die Tage der Kind heit und min liebes Vaterland. Er erinnert mich an eine schöne glückliche Feriensni, und mir ist, als müßte ich meine Gedanken zu Papiere' bringen, ob gleich das, was ich erlebt ja so einfach und alltäglich ist. Allein eS kann ja nicht Jeder besonders Großartiges erzählen, am wenigsten ein so vielgrplagtes weibliches Wesen. Was kann auch auS der Rum pelkammer Großes kommen! Also frisch zur Sache ! Meine ersten Kinderjahre verlebte ich mit Mama und ehern Schwesterchen recht still in einem Häuschen vor der Stadt, denn der Papa war .schon lange nach Amerika gezogen, so daß ich mich seiner kaum erinnern konnte. Das Schicksal war ihm auch dort nicht recht freundlich gesinnt und da war denn bei uns oft Schmalhans Küchenmeister und Roth und Sorge ar. allen Eckcn. Wir Kinder empfanden daö wohl nicht so ge waltig und wenn's mal sehr trübselig ging, so hatte Mama die gute Gabe, mit uns die schönsten Älzne für die Zu kunft zu machen. Wir ' reisten dann mit ihr in Gedanken um die halbe Welt und wenn sie mit ihrem Plaudern fertig war, so waren wir zufrieden gestellt. Eine Ahnung bekam ich abcx doch schon da mals, daß die Sache anders ausfallen könnte, wie geplant, denn ich erklärte meistens, wenn Mama's Luftschlösser ge baut wurden : Wenn's auch nicht wahr wird, Mama! Gefr-ut habe ich mich doch drauf!" Endli wurde die Noth aber so groß, daß Mama sich entschließen mußte, sich von uns trennen. So kam Fränzchen denn zu einem Verwandten meiner Muttcr, einem katholischen Geist lichen, und ich wurde von einer Schwester derselben aufaenommen. Da? war ern trauriger Abscbied ! Die Tante war zwar sehr liebevoll und freund i ! lich, aber sie war unverheirathet, alt und sehr fromm. Da saß ich denn im dritten Stockwerk eine? alten HauseS neben der Tante und las ihr Legenden oder Ve trachtungen vor und zwischendurch irrten meine Blicke sehnsüchng über die Ziegel dächter und Schornsteine der Nachbars Häuser, bis zu den schönen, grünen Ver gen, die den Horizont umschlossen. Ach, wer doch Flügel hätte und so mit einem Male hinüberfliegen könnte zum Schwe sterchen ! DaS war unterdcß noch viel betrübter als ich, denn es war ja immer Mama's Nesthäkchen und ganzer Verzug gewesen! Mama hatte sich so viel mit unS beschäftigt und war immer so mun ter und liebevoll und jetzt saß ihr Lieb ling bei einer alten Haushälterin,- die recht unzufrieden dami'- war, daß der Herr Pastor ihr die Sorge für ein kleines Mädchen aufgebürdet hatt-. Außerdem lag die Pfarre hoch oben allein auf einem Berge. ES war ein altes Schloß, das als Kirche, Pfarrwohnunz und Schule benutzt wurde und das Pfarrdorf lag eine Stunde WegS davon entfernt. Mit den Dorfkindern war kein Um gang zu halten und der Onkel? I Ja der wußte nicht, wie felaYtinem kleinen, au dem Neste gefallenen Vogel zu Blüthe ist. Zum Glücke kam der Sommer und was noch besser war, dem Onkel ging über den traurigen Seelenzustand seiner kleinen Nichte ein Licht auf und da er ein her enSguter Akann war, so beschloß er, der selben eine rechte Freude und Ueber raschung zu machen. Er kam also eines TageS angereist und als ich au? der Schule kam, fand ich bei der Tante'einen hageren, blassen Herrn mit spärlichen rothblonden Haaren, spitzer Nase und sehr scharfen, strengen, grauen Augen. Ich wurde ihm vorgestellt und er nahm mich beim Arme, 103 mich an's Fenster, bog mir den Kopf zurück und sah mir tief in die Augen. Laß sehen, wes' Geistes Kind Du bist!" sagte er und die Prüfung muß zu seiner Zufriedenheit ausgefallen sein, denn er strich mir über den Scheitel und erklärte, daß ich, sobald die Ferien begännen, meiner Schwester kommen dürfe Wie könnte ä verleben, die Bu

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I w.'",k c tun (Seite mit Mama gemachten: doch nein! es wurde wahr und eines jages ! saß ich mit Tante in der Neisekutsche und . ir Zu i t.;r. ß-rnntlrrnnr. r.:..., cm.rx xs.. o.: ix hatte ich bald recht Mamsell fürchtete ich nicht, obgleich sie sich gewiß oft über mich beklagt hat. Ein mal besonders erinnere ich mich, daß ich m:r erlaubte über em altes Holzschrn der ein altes Holz chniy. v;, c,.. 4,; 7 nh Werk, welches Kind an der Hand sii?fr vrsforTf zu bemerken, daß die. Erstem ein Kleid mit einer Schnebbentaille trüqe, was doch . . . ' ' . gcwi scn s ß zu il'ren Zeiten nicht Mode gewe ei. D.c Strafpredigt war lang, die , r- i . Sorgen über dieses Faktum gemacht und bm mir bewußt, den Predigten des On kelö immer sehr aufmerksam gefolgt tu ! sein, denn es wa? mir gesagt, er habe : auf dem Jesuitenkolleg in Rom stuirt und sei ein sebr gescheut?? Serr. Was j mich aber immer sehr in der Andacht störte, war sein Gesang. Du lieber Gott! die Gaben hast Du verschieden ausgetheilt, meinen armen .Onkel aber in dieser Venebuna entschieden zu stiefväterlich behandelt! Wenn du Orgel erbrauste und der Onkel mit der Ehorkr.aben und dem Weihwasserkessel von den Stufen des Alters herabltieg, so schloß er die Augen, wahrscheinlich, weil er den Eindruck nicht sehen mochte, den sein Gesang auf die andächtigen Zuhörer machte. Agperges rne, Domine klang es dann kläglich ; zu gleicher Zel tauchte er den Weibüschel in's Wasser und da ich auf der ersten Bank, an der äußersten Ecke saß, öekam ich d'.e erste volle Salve. Fünf Minuten hatte ich zu wischen und doch fürchte ich, es hat nicht viel geholfen. Beim Gloria" hätte ich hinausgeben und weinen mögen, wie weiland St. Petrus, als der Hahn zum zweiten Male krähte und beim Ite. Aissa est verwickelte sich der gute Onkel in ein solches Labyrinth von Moll und Durtör.en, daß es für ihn eine Un. , Möglichkeit zu sein schien, sich heraus zu ! finden und ich unwillkürlich den Athem - ' - -L ging mit erteicytertem Gemütye nach Hause. Das Hochamt war überstanden. ' G-'m MonWi NNÜ.N macbt- ei .... . . . . Fränzchen und mir oben in den Thurm zu steigen um Betglocke zu schlagen. Wir konnten noch nicht läuten. Einmal, als wir es in Gemeinschaft mit mehreren Dorkkindern riskirten. wurden wir durck das Glockenseil hoch emvoraerissen und im Zurückfallen sehr unsanst gegen das Treppengeländer geschleudert, so daß uns die Lust zum Läuten verging. Doch

liakeit zu schildern, die TJs bei' dieser Nachricht empfand ! Die Tante war ja lieb und gut, aber wie einsam war es da oben ! Und nun gar zu Fränzchen, uf's Land, noch dazu in ein altes Schloß! c st fürchtete ich, , die Reise fnnna n fsll-isf. Vw irt Vt fsftrtn

irr,f,f,i Ms Vfi, ims Wti; aus, d,e P arre wa?, 5Can! Bismara z . choone seiner Familie, wäre i

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! trÄ,- xs; 'rZ väterlicher ürsorae. unbesetzt. Abe, aerade nach jener Stadt aeko

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anhielt, um nöthigen Falles auszuhelfen. guie lern suyll ie nau, vr lammenpnn. uner elcyia ii in oen Mit welch' dankerfülltem Herzen stimmte denz?" Sternen vorgeschrieben, kein menschliches ick dann ein in da vsa Gi-atiia" und Ist der Hund unten toll?" fragte Wollen kann eS aus seiner Bahn rücken.

wenn wir Betglocke schlugen, stiegen wir vagam in seinem Hundedasein. Der ganz hinauf, wo die Glocken hingen und verdächtigste Fremdling, sowie die raufschlugen mit dem Klöpfel gegen die lustigste Katze haben bis jetzt einen ahn Glockenwand, recht langsam und feierlich, lichen Erfolg nicht aufzuweisen." so daß die Kinder der Umgegend uns ver ; Nun, dann habe ich diesen Will sicherten, sie wüßten ganz genau, ob wir ' kommsgruß also blos auf Rechnung mei die Detalocke läuteten, oder der 5ent f aUnt fiir i,k?r?wkknl!rf,, 9Zar

Magister. Und wenn wir dann unseres Amtes gewaltet hatten, sahen wir durch die Thurmnischen binauS in's weite, grüne Land und dünkten uns sehr wich tig, denn nun zogen alle Leute die Hüte ab und bcteten, und daß ich's nicht ver . v v . i. :x3 gesse, beim Anblicke der schönen GotteS Welt beteten auch wir und gewiß von ganzem Herzen. Auch einen anderen Thurm aab'S da zu erklimmen und das war der Warth: thurm, der zur Zeit meines' Dortseins vrrnir (ritrS trn fä ssZ,tS4k,v, tVUVfctt tV4VV, Uti M.W UV tUiVlVUIII zu dienen. So war er fertig, daß man die steile Wendeltreppe erklimmen tonnte, aber ein löeländer batte sie noch nicht. Im oberste Stockwerke sollte eine Thurmstube gebaut werden, bis jetzt lag aber nur ein schmales, schwankende Brett von erner Seite zur anderen, übe, daS wir täglich balancuten, UM auf die Plattform des Thurmes zuaelangen. Da oben war'S herrlich ! Weit sah man hinaus über Strom und Thal ; ein unt zwanzig Ortschaften konnten wir zählen und m blauer Ferne die Thürme bei Stadt, wo Mama weilte. Da standen wir denn oben, ließen unsere Taschentü eher im Winde flattern und riefen iht guten Morgen" zu. Ach, wenn sie uns gesehen hätte ! Der Onkel glaubte uns ! unter der Aussicht semer Haushälterin und diese wieder empfahl unS als gutt Christin der Obhut unsere? hl. Schutz engels. Eines Tages, als ich schon üb da Brett geeilt war und Fränzchen m-r nachlaufen wollte, blieb sie plötzlich miti ten auf dem schwankenden Stück Holz stehen, griff mit den Händen in die Luft und rief: Jch kann nicht weiter! Ich falle !" Zum Glück waren gerade über ihr ein paar Balken, an welchen die Ketten eine, Winde befestigt waren. Diese ergriff sie, wayreno icy um ymit icvrie. er r L r 1 P . P t schien denn auch der Schutzengel, d4 Mal in Gestalt eines kräftigen Maurer gesellen und indem er unS auS unsern ängstlichen Lage befreite, bemerkte er : Möt ji dundcrweder.deerns hier denn in

den ollen BalkenS herum klattern ü : - DaS vergißt sich nicht so ' leicht, eS , dabei glitt der Korb zur Erde, der Deckel Kümmt mi man noch mal hierher, denn ! blieb mir damals noch hübsch lange in stel herab, und es flogen vier unschul fall ick et den Herrn Paster woll seggen!" i Erinnerung. Niemals ist daS Sprüch dige Täubchen, die ich durch mein DaDas hit er auch Wohl gethan, denn es ' lein von der Eifersucht,die Leiden schasst, - zwischentrcten vor dem unangenehmen wurde strenger Befehl gegeben, den Thurm drastisch in die Wirklichkeit übersetzt Schicksal deS Gegessenwerdens bewahrt nicht mehr zu betreten. DaS war schlimm, ! worden. als damals,"meinte mein Freund hatte, dankbar gen Himmel." aber wir konnten :a auch auf der alten ; mit schmenlick venoaener Miene. i Dummkopf !" schrie das Mädchen 'er

cn-fi r-1 v ; cn t. r. , catci jt8cn dbct im urggraoeir ipicicn und der Onkel hatte garten, in welchem wir ten, Apfel und Birnen zu pflücken. Oder a f ' a k. mi f W xx ging rnu uns ?:nau, ,n vn Am . s . . X I m 'A s Stadt, der Tante und Schule zu. Fränz, J. cii- e-.j. ... -rr , chen hatte sich inzwischen mehr an ihr,! neue Heimath gewöhnt und ich kehrte ge, kräftigt an meine Schularbeiten zurück. Der Aufenthalt auf dem schönen Berge aber ist mir unvergeßlich geblieben und als ich nach jwg isiSbuser Abweknheii

stundenweit und die schöne eii amg ,m ' Nach Z. an der polnischen Grenze, jugend zu entgehen: Etwas außer Athem i5luge dahm. Ehe ich mir i versah, saß Wer ein seines Geher hat, kann im Win kam ich in meinem Hotel an und hielt i ick wieder im Wan und rollte der ter von dort au die Wölke beulen bö' mir emeEapuzinade, wie sie der schlimmste

mem ttittjct;c3 Bäterland' wieder betrat, suchte ich auch das stille Fleckchen auf, we ich als Kind so frohe Stunden verlebte. Ich hatte während dieser Zeit Vkanche gesehen, den Ocean ' mehrere Male ge-

kreuzt, aa den Ufern des Vlissisnppi ge- j standen, die Prairie', des fernen Westens ' x. n;,, fiKtt!fc-t ! """V". Z ! aber der alle Berg hatte noch denselben . Zwar war der Onkel todt und de, Vkarraarten lab reckt öde und trostlos ? . ,

zum Schläfchen gelegt hatten, schlich ich funoen," seufzte er. Doch nun erzähhinaus und sah in die blühende Gegend. Un mir etwas aus Ihrem Leben, Aus den umliegenden Dörfern llanger das h-ntlich mehr Sonnenblicke aufzu-

mJufl V i1 V Vrn Sonntag Naaimittaz sonst wfe Still die Glocken zu mix leraus, denn es wa, rinas umher und ich träumte und dacht, ?? m f ?cstfrn' baTbaf"?; über den Kopf gewachsen und jetzt tau: .v. UrtM cii ? . ; s . c.-. m.; VM.f grlrz " M'r" pVZ; ZK duckte mich und '.ahm cme Hand vol Mlsrtnä nnfr Yiert hrthen l)ilimn fl nslcl station gebracht war, stand ich noch sc lange ich konnte und blickte zurück. Da lag der Berg, die Kirche, das alte Schloß, vom Schein der Abendsonne. goldig über. aossen. Das Kreuz auf der Kirche, jedei Fenster glühte in lichtem Brand und hoch vom Thurme wehte die deutsche Flagg, mir ein Lebewohl! Ich aber sprach mit Freiligrath : So wird das Bild der alten Tage Durch meine Träume glänzend wehe ; Gleich einer stillen, frommen Sage Wird eS mir vor der Seele stehn !" Mein Freund echmeicr. Loa vk. onlntky. Herein !" sagte ich unwillig, da va? lklokfen mick mitten in meiner Arbeit ae stört hatte. Doch fortgew:ht war mein Lerdruß, als ich durch die sich öffnende , ri 1 " j , Thür einen alten, halbvergessenen Freund eintreten sah. Meier V rief ich erfreut, denn diesen klassischen Namen führte mein Freund und war von uns zum Unterschiede von anderen Meum und vennoge einer m seiner Naturanlage begründeten Hinnei j gung zum ausgelucytetten Pecy auer mi für gewöhnlich Pechmeier" genannt worden. Willkommen, lieber freund ! Wie tch mich freue, Sie wiederzusehen ! Welcher t . i T" C i t?1 - - L V cn n . crn.! fi . ii v of ii l . .". j eier icoer nnlivori umu. Das sanstmüthigste Bieh von der Welt ti hat seinen Beruf als Hund vollständig verfehlt. Aber wie kommen Sie darauf, dem halbblinden Caro eme so verderbliche Gemüthsart zuzumuthen ?" Er hat mich beim Hereinkommen erst wüthend angebellt und dann in's Bein gebissen." ..Was ? Der alte Earo ? Ich schwöre Ihnen, Meier, dies ist die erste Extra kommnisse zu setzen", sagte mein Freund resianirt. ..Eiaentlick wollte ick aettern Abcnd hier eintreffen, um noch der lek ; ten Porstellung der Götterdämmerung i beiwohnen zu können, doch habe ich auf i t . , i n : r . einer liemen cianon ven )ug verpar, weil ich einen Bekannten zu sehen glaubte und deshalb ausstieg. Ich hatte mich firirrt. an,r dor ninsl mir an g.., v. vy O O der Nase vorbei und mir blieb das Nach, ' sehen." . ! Ein Unterkommen für die Nacht war in Vitn (tÄVitrfitfn nirftt afrf F?r V -w.Mv.vyvi. "1' 0 v v I Tf" 1 1 v " ! weil die beiden Wirthshäuser des dort ! stattfindenden Jahrmarktes wegen über. füllt waren. Glücklicherweise hatte ich i einen Gönner gefunden; ein Gepäckträ ' ger nahm mich gegen entsprechende Gra- . tisikation unter seine schützenden Flügel ! und verschaffte mir eine Spreu im Gü. terschuppen. Erst heute Morgen vor der

Abreise erfuhr ich, daß auch der Bahn e,illgung ves lavilvens. -Hofsrestaurateur recht komfortable Zim ' Wie ich nun so dahinschlendere und mer an fremde vermietbe." mir die fast menschenleeren Gassen be

Also immer noch der altePechmcier?" lachte ich. Gelt, es waren doch schöne Zeiten, als wir Beide noch jünger wa ren f " 0 ja, recht schön", bestätigte mein Freund ; .,ich erinnere mich mit Bergnü aen der Nackt, wo Ssbr Alle, eine lultiae

Gesellschaft, singend durch die Straßen mich verführen, demselben unter daS Kinn zogt, ich als der einzig Nüchterne hin Z areifen und zu versuchen, ihr einen lendrein und vom Nachtwächter wegen ' ttuß zu appliciren?.Jch muß von Sinnächtlicher Ruhestörung verhaftet wur en gewesen sein, diesen Streich in dem

de." Ja, Meier, und ich hoffe, es ist Jh. nen noch heute ein erhebendes Gefühl, ein Märtyrer der Freundschaft gewesen iu sein." Ich danke, so ziemlich. Ich habe kni. lT?rHiMtt ni f.!V. :s ! Arten durchgekostet, daß es für mich ei ' aentlich den Nei, der 5?riscke verloren VMV tU.VIIUI4l IlUt kfckVfck i 1 1 V Vlllllt 1 r . w bat." Erinnern Sie sich noch, wie Sie der eifersüchtige Tischlergeselle eines Abends übersiel und Sie mit e nem Ockscrniemer bearbeitete, weil er Sie für den dritten Kellner bielt ?" - , a " . . - .. Fund, wobin bat Sie daS Schicksal 7 verschlagen!" j- -1 ren. Und haben Sie keine Aussicht auf . Bersedung?" fragte ,ch. ' Die hatte ich, und zwar nach hier, Es wurde mir bedeutet, . ich möchte mich zu der Bacanz melden; meine Eingabe kam aber einen Taa zu vät, und Jo.tonx

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de die Stelle memem'VMewerder züersannt," antwortete er ergeben, 2Jun, und wie leben Sie in dem polniscken Nest ? Sind Sie mit dem Auf' enthalt zufrieden?"

Zu So frieden t'versctzte er achselmckend. zufrieden wie etwa ein Hecht auf fc. .....,& cva tt. rÄft ,:. -i"-. V"" Umgang; der einzige nette Mensch m der ganzen -tadt starb vier Wochen nach meiner Niederlassung. Ich glaube, der Mann lebte beute nock alücklick im . u ch Nicht mmen und akt aewellen i'at. Sind Sie verbeiraibet ?" Gott beh. behüte!" wehrte ich entsetzt ab. A urooos, wie ist denn damals ihre Lsttto''&u;a verlaufen, ich meine jene Anauc. da der Schneider das ch zu rvc (V i.sf r . j. x e. -ü. 'in y"tIfaa ceriiauc , Ich yabe das Tuch wieder ausgelost iimX howX-r. s, AnXcnn ?fint. ienes Ereignlß nichts mitzutheilen?" V!un ja ; der Frack paßte nicht, war hinten i.u weit und vorn zu eng." Paßte die Braut Ihnen ebenso wenig " 'lch !" seufzte er, welche Lungengvmnastik er überhaupt mit Borliebe übte, die Geschichte nahm damals einen elgentbümllchen Berlauf. Wenn es Sie interessirt, will ich sie Ihnen erzählen." Ader, Freund, können Sie an meiner Theilnahme zweifeln V Nun, so beantworten Sie mir vorerst eine Frage: War ich je, seitdem Sie mich kennen, ein Don Juan, ein Mäd chenjäger ?" Sie sind stets das solideste alte Haus von der Welt gewesen und wutden, glau be ich, immer roth, wenn Sie ein FemiNinum sahen." sc Gut, ich danke Ihnen. Noch eine zweite Frage : Glauben Sie an Voraus veiummungen 5" Sie wissen, Meier, daß ich ein An Hänger Schopenhauer's bin. Nun, das können Sie meinetwegen halten, wie Sie wollen", sagte er bei nahe wild, mich werden Sie zu Ihren Ansichten nie bekehren. Ich glaube an ein Fatum, ich glaube an ein vllno Wal tendcs Schicksal, dem wir uns bedin Lungslos beugen müssen, in dessen Hand unsere Willenskraft erlahmt und unser stolzes Selbstbewußtsein in nichts zur r. p rr r r rri nn 1 i. i l : . tuf. iTZl ueye oem, oer unier rinem ovscn irrn geboren ; sein schlimmes Faktum zieht stch wie ein rother ffaden durch alle Handlungen, durch alle Vorkommnisse seines Lebens." Himmel! Meier! Sie werden ja ganz elegisch! Sie haben doch sonst hr Pech mit Humor zu tragen gewußt !" ! Hören Sie den Verlauf meiner ' Brautwerbung," sagte er aufgeregt. - und wundern Sie sich dann noch, daß mir die VJixlco der frommen Venlungs art in gährend Drachengift verwandelt wurde. Sie wissen, daß ich damals auf Wunsch meines Onkels, dem ich viel verdanke, die Reise in jenes schlesische tadtchen antrat, um die Tochter fernes verstorbenen Freundes kennen zu lernen und, wenn irgend möglich, zu heirathen. Im Allgemeinen hatte ich nichts gegen den Plan. Ich sehnte mich nach einem festen Heimwesen und hatte meine Hoffnungen aus Liebesglück seit langer Zelt uvr... juii meine x. bens bildet wieder ein Drama für sich, daS ich Ihnen zu gelegener Zeit erzählen will. Ich komme also in jenem Stadtu u ct: . nv.:.r . a t e ,. , ' f . -st i chen früh UM 7 Uhr ÜN lch Will Nicht er,t hervorheben, daß Ich unterwegs beim Umsteigen ln einen falschen Zug genety und bl Utürf (tf lefltt Pltrf(te tt()?rifm . ZJ O L V , , eme Station entlang fuhr, auch nicht der Mühseligkeiten erwähnen, dlö lch Mtt meinem vorangegangenen Gepäck hatte. dieses MlZzgeschlck kann auch zcdem Anderen passiren ich komme also mit dem Frühzuge an, steige im Hotel ab, und da es für eine iUU oel meiner zukünftigen noch viel zu zeitig ist, beschließe ich eine trachte, will es mein Kismet, daß ein niedliches Dienstmädchen mit einem Korbe am Arm meinen Weg kreuzte. Sie haben mir vorhin bezeugt, daß mei er moralischen Führung nicht das Ge ringste vorzuwerfen war wer anders als satan rn Dienstmädchen gestalt konnte zoynorr, vicueicyr gar wer konnte es wissen! unter den Augen der mir be stimmten Gattin auszuführen, aber es überkam mich plötzlich mit Allgewalt der i Gedanke, daß ich so bald in das Joch der Ehe gespannt werden sollte, und daß kann hn& 'iMirmrYrr rineA fu"ikf-fn CAa. - wmviwvii V m sichtes für mich zu den unerlaubten Dln gen gehören würde. Dazu die menschen rr r- M . , . M. a leere m, iun, icv oacyte : u liev. so lang lu lieben kannst !" Und da war's geschehen!" i Ganz recht. Aber der Erfolg V ' Der Erfolg? Ha, das Mädchen i schlug mich auf die vorwitzigen Finger, r v j. e-tti. t r . . m , . scheltenden Mädchens und der sich an t r i. . f t rt ri . . ammeznoen lyelinaymsvouen tratzen Zelote nicht ärger hätte abkanzeln kön in r c . r r i. rrr . . en. Nachdem ich mir auf diese Weise ie youe yein gemacyt yatte, gelobte ich nur reuevoll Besserung und ertheilte mir sodann Absolution, worauf ich mit rei? nem Gewissen zur Visite bei mein Zu? künftigen mich anzukleiden begann.

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geht keines auö der Brauerei, daS nicht fünf bis sechs Monate gelagert hat. Wir können, auf das Urtheil Sachverständiger gestützt, dreist behaupten, die in Amerika gebraut werden, und jeder vorurtheilslos Urtheilende wird dies

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am es kurz zu macyen cy wurde sehr freundlich aufgenommen, und meine anfängliche Schüchternheit wich bald der Erkenntniß, daß ich gefiel, ihr und daß man mir dieses Wohlwollen offen ent gegenbrachte. In dieser behaglichen Stimmung denn selten entzieht sich ein Mensch dem Zauber, den der Gedanke ausübt, seiner Umgebung u gefallen sah ich Alles im rosigen Licht, auch das Fräu!ein Tochter, und das war nicht nur i,ut, sondern auch nothwendig. Ein Druck der Hausfrau auf die Klingel, rief die Dienerin herbei, die auf einem Thee brett Erfrischungen brachte. Ohne aus sie zu achten, setzte ich mein Gesprach fort und mich in das möglichst beste Licht. Da steht das Mädchen mit einem Bitte, mein Herr l" vor mir, ich blickte auf, unsere Augen neffen sich das Mäd chen läßt mit vem Schrei : Das ist der Herr, der mich küssen wollte und durch dessen Schuld die Tauben wegflogen !" die Schüssel mit eingemachten Stachel' beeren auf meinen Beinkleidern fallen, und ich sitze mit gesträubtem Haar da." ier schwieg mein Freund erschöpft Entsetzlich sagte ich. Das Wei. tere kann ich mir denken : Braut in spe fällt in Ohnmacht, Mutter droht mit Fluch, Bruder fordert blutige Satlsfac' tion, nicht wahr V Nichts von alledem", sagte mein Freund nach einer Pause düster. ' Noch schlimmer? Hat Ihr Onkel Sie gar in Folge dieses Borfalles ent erbt V Auch nicht." Was denn sonst ?" fragte ich in hoch. ster Spannung. Sie hat mich trotz alledem geheira thet," sagte er mit hohler Stimme. " Ich drückte theilnehmend seine Hand. Und wie tragen Sie Ihr Schicksal ?" fragte ich leise, als spräche ich zu einem Schwerkranken. Danke der gütigen Nachfrage, mein Lieber, meine Schwiegermutter besindet sich. Gottlob, wohl, und lebt seit unserer Berheirathung bei uns." Ich zog ihn stumm an mein Freundes herz. O Pechmeier ! nr jiTLiznr&stiZLTiiL Saloon u. Billiard-Hall 0.92 Ost Washington Str. Jolrn Moilacher. kiaentbumer I. H. Grünert, Scke Virginia Avenue und Coburn Straß? Zleus Wirthfchnft. Die besten SetrSnke und Cigarren. Jeden Morgen armer Lunch. Dat Bublikum Ist freundlichk eingeladen

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