Indiana Tribüne, Volume 17, Number 41, Indianapolis, Marion County, 29 October 1893 — Page 7

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erreg?

Mein Wunibald. Vtti QrtQnr Varon von Cuttrur. Nenne man es Pedanterie, wenn. man Kill, aber ich kann einmal meine Zeitunz nicht anders lesen, als von 21 bis Z. Ich beginne beim itel und schließe bei der Adresse des E.genthülers und des verantwcrtlichcn Redakteurs. Uebrigens ist dicsc Gewohnheit doch etwas gut, wie die nachfolgende Gcschichte lehrt. Seit einer Woche fand ich täglich auf der letzten Seite meines Journals so! gendes wehklagende Inserat : Meur Wunibad! Warum erhalte ich auf meine beiden Briefe keine Antwort? Zürnst Du mir noö. oder bist Du krank? O, mein Wunibald, habe doch Mitleid mit Deiner vor Schmerz und Angst vergehenden Äleopatra." Am ersten Tage fii i mir diese Annonce nicht besonders auf. Müßige Leutchen, dachte ich mir, ein junges Paar, das auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege die Zeit todt zu schlagen sucht, weiter nichts ! j Am zweiten Tage blieb ich noch kalt, am dritten auch, denn ich bedachte, daß man gewöhnlich sein Eingesandt" drei Mal in die Spalten rücken läpt, aber beim vierten Erscheinen gab mir die Sache zu denken. Das nenne ich beharrlich sein ! dieKlecpatra begann mich zu int?ressiren ; das testete sie nun schon wenigstens 3 Mark 60 Pfennige ! Es kam der fünfte Tag, und mit ihm wieder der gedruckte Wehruf. Die Klage dieser armen Verlassenen begann mir leise an Herz und Sterten zu sagen : Zwei Briefe hatte sie ihm geschrieben. Schon die Ritterlichkeit allein erforderte es, daß er darauf antwortete. Freilich, nach dem zweiten Satz in ihrer Annonce schien sie ihn beleidigt rn haben, denn sie fragte: Zürnst Du vnir noch ?" , Zugegeben, daß sie ihm eine Krankung zugefügt, so konnte er doch ein Lebens-' Zeichen geeen, kalt, iblj, seiner Würde bewußt, wenn er w-Ute, aber noch im-! merhin ein? Antwort. Und war es nicht' ruhrend, wie sie besorgt fragte, ob er' krank sei? Am folgenden Morgen ging ich von meiner bisherigen Gewohnheit ab; ich sah vor Allem nach der letzten Seite. Unglückliche! Haft' Du etwa gar diese Stelle für ein Jahr gepachtet? Bedenke doch, daß Du Dich damit ruinirst, und daß Du reizbaren Leuten an ihren Nerven Harfe spielst ! und ich bin reizbar, gutes Mädchen, sogar sehr reizbar ! Rein, das kann unmöglich länger ss fortgehen. Jetzt war mein Entschluß gefaßt ; ich setzte mich ohne Zeitverlust an den Ar beitstisch, beschrieb ein Blättchen mit einigen Zeilen, leg!e 3 Mark in Brief marken bei und aderZsitte mein Couverx an die Expedition des Blattes. Schon am folgenden Morgen konnte ich mich gedruckt lesen ; knapp unterhalb ihres Wehrufs stand in großen Lettern : . Bester Herr Wu.:bald ! Wollen Sie doch endlich ein Einsehen haben und diese arme Kleopa:r nicht länger verge hen lassen ! Ich i:r.de Ihr Benehmen wirklich schon unpassend. Melchior." So, nun wollen wir sehen, ob er sich noch immer versteckt leiten wird, dieser unausstehliche Schweizer. Die folgende Nummer brachte noch immer kein Lebenszeichen von ihm, aber ein zweites Inserat v?n ihr: Melchior. Dank, o Dank, Du gute Seele. Kleopatra." Ich gestehe, ich bin mir bewußt, ein f.uter Kerl zu sein, aber das Wort gute Seele" mißsiel mir. Es klingt das so nichtssagend, wegwerfend, fast mitleidig . - T. roo : , Erst nach und nach kam ich zur Einsicht, daß sie cs gewiß nicht böse gemein: batte ; entschieden nicht, cö war aufrich tize?, heißes Dankgefühl, das ihr vom Herzen kam. Jedenfalls war es liebcns würdig von ihr gewesen, die Ausgabe nicht gescheut zu r)abn, mir ein Zeichen Erkenntlichkeit zu geben : ein hüb scher Charakter, diese Klespatra, wahr' lich, f.: hätte ein öisseres Schicksal ver n:, als von jenein Herzlosen todtge schwiegen zu werden. . - .Ich muß bekennen, daß ich die Stund; kaum erwarten konnte, um welche man mir gewöhnlich mein Morgenblatt untes die Thüre schob. Endlich hörte ich da; bekannte Krabbeln, d?s heisere Räusperr: der alten Zeitungsträaerin, und ich griff ungcduldzg nach der -Kummer, bie da zwacken der spalte wie von gelbst her eingekrocheu kam. Teufel! Das war stark. Melchior. Was Dich nicht brennt. das lv$t nicht. Es will mir tan scher ntv. aä seien Sie ein ebenso vielbeschäf" s:.vr Mann, wie sbi schwarzer Ra ::.zvette? historischen Andenkens, der vir.c Zeit damit toschlua, hinter Kome n einher zu rennen. Wollen Sie sich .fälligst künftig um Ihre eigenen An s!egcnheilen bekümmern! Wunibald." DaZ wsr mehr sls stark, das war CZÜÜ I Uif der Stelle verfaßte ich die z'mtwort : Wunibald. J5r Ungezogenheit ver fcfet mich durchaus i:cbi in Erstaunen : iq war darauf gefa5', nach der rohen Srt, in welcher St' Cleopatras Bitten ?nit brutalem Stillsch-oeien übergingen. Tiie Ehinescr. sollen ha Gewohnheit ha Itn, Lratert auf ihre Fragen oft Wochen bmdur keine Antwort zu aeben, sie nen nen das ein Tsi erösinen." Betrachten Si: sich, mein Herr. ils von mir für ei' nen Chinesen aehalten. Melchior. So. das hätte n-.inen Zorn etwas besänftigt, das that wohl. Auf einen roden Klotz gebort em grober Keil ! Das Blatt bracht: meine Antwort, aber gleichzeitig war Mit einem Stern chen aus eine untenstehende Notiz hinge wiesen : Wir üssen die Herren Melchior und Wunibald daraus a.merkjam macyen. daß wir es für angezeigt halten, hiermit ihre Eorrespondenz zu schließen, denn m. .. r- t I 5 k uu er Älal: tann iicr- unmogii zur cr mittelunz von St!!.bungen hergeben. Ut einen allzu yestlsen Eyaralter anzu nehmen droben. D. R." Auch gut. Wenigstens batte ich bei der Sache das letzte Wort gehabt. Ich betrachtete die Angelegenheit als todt und beLraben, als nur. nach weni

gen Tagen ber Neun Melchior" in die

Äugen sprang. Eilt das- noch mir. oder einem Anderen Ja, aennu, das war für mich bestimmt : Melchior wird dringend um seme Adresse gebeten." Kleopatra." Das war letzt ein.- 5edenkllche Frage. konnte das nicht ein ralle sein, die mir mem Widersacher hzlzt Nach seinem Jnseratstil ju urtheil, war dieser Wu Nibald ein garstige Eharalter, moah cherweise ein Krakebler, der meine Adresse wissen wollte, um mich noch persönlich zu kränken oder gar zum welkampf heraus zufordern ! Im Prinzip bin ich ein ent schieden Gegner des Duells. Wohl habe ich mich mehrmals geschlagen, aber ich gestebe, daß ich ein Dutzend Austern einem Dutzend Sährlhieben vorziehe. Jnvessen, was war in diesem Falle zu machen? Das Inserat war von ihr unterzeichnet, und min ritterliches Gefühl untersagte es rxit. ihr ein chinesi sches Tsi zu eröffnen ! Ich antwortete somit, daß ich meine Adresse unter Eou vert an die Expeditwn des Blattes befordern tcnzt. :e Hiermit schien der kleine Zwischen?? sein Ende gesunden zuhaben; ich hie:; Um Wnuxri Lelenieicken mebrEines Morgens meldete mir meine ilte Dienerin, daß mich ein Fräulein zu prcchen wünsche. Hubtch r frug ich meine wartende Wie. Sehr!" erwiederte sie schmunzelnd. Bitte, Frau Fliegenschnäpper, lachen Bit nicht! Sie beleidigen dami: unbe rußt Ihr Geschlecht. Wollen Sie die unge Dame bitten, einzutreten V Hreraus eilte id :n mein chlascavi ict, um meinem Haar ein paar ordnende Lürstcnstnche zu geben. Als ich wieder ins Gemach zurückkehrte. .'land eine reizende Unbekannte vor mir. Mein Herr," begann sie mit leuer. fast befangen klingender Stimme, ver zeihen Sie, daß eine Fremde " ; Bitte, mem Fraulem," unterbrach ich. :inen Lehn'tuhl herbeischiebend, bitte, setzen Sie sich." Sie hatte bisher den Blick zu Boden geschlagen; nun hoben sich die Lider, und sie sah mir voll inS Gesicht. Dies Augen ! Schwarze Augen zu blondere haar! Kann es etwas Herrlicheres giden ? Herr Melchior," fuhr sie fort, ' gentlich bin ich Ihnen keine Unbe kannte." Gewiß nicht, mein Fräulein," ftot terte ich einigermaßen unsicher, gewiß nicht, ich ich glaube, das Vergnügen gehabt zu haben." ,,o iit es, und es war wanruch eine schöne That, die Sie damit beabsichtig ten, gewiß sehr schön, aber " nirii. i "ii. .r.; ouie, Lilie, mei ,vrauiein, es c dar wirklich nicht der Rede werth." Doch, doch, Herr U)lelchior: vle haben damit bewiesen, daß Sie ein Mann von Herz sind." Lieöer Himmel, wem Fraulem, ich müßte doch ärger ein Barbar sein, wollte ich Ihnen nicht mein Herz zur Verfügung stellen, x, mein Fräulein (mir wurde ganz wa:rn zu Muthe, wenn ich in diese schwarzen Augen blickte), ja, wenn Sie mir heute geböten, nach Ton king zu segeln, und mich dort für Sieden Chinesen " Chinesen," unterbrach sie micy m meinem Nedeflu?, Herr Melchior, Sie bringen mich auf den Zweck meines Be uches zurück ; Chinesen", sie seufzte recht kummervoll, das ha! ihn eben so schwer beleidigt ; er ist so eifersüchtig, er be harrt darauf, daß die Sache zwischen Jh nen und mir abgekartet daß das Ganze ein Eomplot war." Nicht möglich! Aber, das ist ta lächerlich, Sie müssen ihn auf andere bedanken zu bringen suchen." Nem, vcrr Melchior, Sie allein sind in der Lage, die Angelegenheit ins Reine ;u brmgen. Sie müen zu ihm gehen, mit ihm sprechen, er wird dann vielleicht doch Vernunft annehmen." Mir wurde es he' und kalt be: dieser Zumuthung. Ich sollte mich in die Höhle des Tigers wagen ! Sollte Mir etwa gar von diesem Chinesen den Bauch aufschlitzen lassen! Nein, so weit gina denn doch meine Gefälligkeit nicht. Mein Fräulein, ich würde mit dem größten Vergnügen, w?nn wenn mich , . O . - . r r - ntcrji meine ranlenuqe von sruy vis Abends in Anspruch n ihmen." ,,?!ein, nein, seien iz gut. Sie sin ken sicher doch eine Stunde Zeit. Lieber, guter Herr Melchior!" sie hatte meine Hand ergriffen und streichelte dieselbe wie em Kind. Ich fühlte, wie meine recht? Herzklappe wonnig nach Luft schlappte, und ich er klärte mich bereit. Tank, Dank, mem Herr!" Noch ein Wort mehr, und ich würde mich anheischig gemacht habin, ihr den Kopf deö furchtbaren zu Füßen zu legen. Wo wohnt er-' frug ich feierlich. Ich muß in diesem Moment einem jener alten Jkeckcn geglichen haben, die kalt. entschlossn, ehern ymauSzogcn, um den Drachen zu bekämpfen. In der Pulverthurmgasse Nr. 17. Sie können feine W.chnung nicht verfehlen; gleich rechts im Hof, die erste Thür." Natürlich in der Pulverthurmgasse! Die Chinesen haben ja lange vor uns das Pulver erfunden. Am andern Morgm um zehn Uhr zog ich zum Kampf! Nach endlosem Mar sche langtö ich in dieser entlegenen Pul öerthurmgasse an. Mir pochte hörbar das Herz, als ich in den kleinen, sinsteren Hof trat, 'wo das Ungeheuer hausen sollte. Rechts die erste Thür! ganz recht, sie war Nicht zu verfehlen. Unweit von mir bemerkte ich ein le bendes Wesen, das sich mit einer Kehrichtkiste zu schaffen machte. He, Haus besorger!" rief ich dem Kehrichtwühler mit lauter Stimme zu, sagen Sie mir gefälligst," ich schritt entschlossen der bewußten Thüre zu sagen Sie mir, ist der Chinese u Hause V' Kaum hatte ich die letzte Silbe auSgesprochen, als ich hinter dem Verschluß der Drachenhöhle einen wilden Fluch ausstoßen hörte; glzichzeitig flog mir die Thür fast an die Nase und er stand vor mir. Mein Erstes war, eine mechanische ! Bewegung der Hände nach der Magen

geaend auszuführen ; reiner Selbsterhal tungLtrieb ; erst mußte er mir die Händ vom Le.ibe hacken, ehc er schlitzte. Dann sah ich dem Schrecklichen fest in die Au gen. Wie? Täuschen mich nicht meine

ömne 'i Du bist s. Damlan 5 Wirklich? Meichior! " Wir lagen uns in den Armen. Fünf volle Jahre hindurch hatte ich meinen einstigen Schulkameraden, meinen Bank nachbar, nicht gesehen. Was treibst Du nur ? Wo stecktest Du diese langen Jahre hindurch?" rief ich, den lieben Menschen bei den Handen fassend. O, das iit eme lange Geschichte: ich war in Amerika." - In Amerika? Wahrhaftig? Dort drüben überm atlantischen Ozean ? Das mußt Du mir Alles haarklein erzählen. Ist keine Weinstube in der Nähe?" Doch plötzkch kam mir der finstere Zweck meiner Mission in den Sinn: Nein, nicht jetzt." rief ich seufzend. Ich habe vorerst einen schwerci' Ganz zu machen!" Ohne Zweifel hatte :ch mich in der Thür geirrt ; sonderbar, sie sagte mir doch, die erste rechts ! Höre, alux College, wohnt hier nebenan nicht & Chinese?" Ein Chinese ? MaS sollte ein Chi nese hier zu suchen haben?" Ja, das weik ich eigentlich selbst nicht recht. Aber gewiß ist cs, daß ich ihn suche, um mir den Bauch auf schlitzen zu lassen. 's geschieht eine? lungen Dame zuliebe Du weißt, schon früher galt mir die Frau im Allgemei aen für da Höchste auf Erden; heute ist's Eine speziell, fü: die ich mich auf 'zuopfcrn im Begriffe itche." Damian schüttelt das Hauvt und musterte mich mit besagtem Blick. Traurig, nicht kahr?" sagte ich mit schwacher Stimme, so jung und schon sterben zu messen." Mein Freund schi meine Nede nicht sonderlich beachtet v haben, denn er steckte den Kopf aufmerksam gegen den Hof hinaus. )kun, hast Du endlich die ganze Wahrheit erfahren? Glaubst Du mir un, mein Wunibald?" rief eine Stimme zinter mir. Wunild? Und diese Stimme, das var ja munt tfnbeituute von gestriN ! lJunibald ? Wo f.':te ich nur den Na nen athri? Vis setzt habe ich noch nicht da? Ge ringste erfahren könne-i, ttUo," erwiderte Damian ziemlich fall. DaS vmzige, i?as ich vorläufig verstehe, ist, daß ich hier zufällig einen lieben ulten Schullsmera bA.i r-i'-:nSn kb? ' ... . vuai ii ja varucö !" sie ttaliyte in die Hände aber Herr Melchior, so reden Sie doch nur. was Pieren Sie mich so sonderbar an ?" Was soll ich reden, wenn ich yren Cbinesen noch nicht gefunden habe ich suche ihn vergebens." Aber der Chinese," unterbrach die reizenoe '.eine tacyens, er iui i vor Ihnen, hier, mein Wunibald." L t 1 1 V V- sl.Ll 2 I Klcopatra, ich verbitte mir alle un zeitigen Scherze!" rief der Andere streng, Cleopatra Wunida.0! nvtlchging mir cm Pcrroicumoor aus. Wir narr. CCf a 1 I ten uns aue rel meorere iinu.en ian$ an. Jedem schien die Erleuchtung gleichzeitig gekommen zu sein. " -v ft. V?.f C. jiiio am roarl vieler lioyiggrove Melchior in der Annonce?" frug der Freund erstaunt. Wunibald. an meine Brust! Ich nehme den Chinesen zurück, aber nicht wahr. Du. Du kannst mir nicht gcschicht lich beweisen, daß es Melchior war, wcl cher bl'nter Kometen einherrannte ? Wenn es Dich beruhigt, nein: Viel leicht war's Valthasar' .Dann sei Alles vergeben und verges Der' Kehrichtkrab'oler wurde herbeige l?r ermri? stA hrtt. n hn vjv.. v. 17 . gewünschten Sorgenbrecher herbeizufchaf fen Bald saßen wir in völliger Eintracht um den runden T'.sch in Wunibalds Zimmer. Die Geschichte hat sich zur all aemeinen Beniediauna aufaeklärt.' warum Kleo lassen? Das war doch nicht edel gehan delt." WaS willst Du. bester Melchior, force rnajeure; ich habe diese lange zoche omourey gejeiin, wegen nächtlicher NuheMi.ng, und daran trug unser kleiner Zwist die Schuld. CJ.ach Cleopatra blinzelnd ) Ich war sehr schlechter Lau.-.e, Ui-o zufällig der Nacht Wächter desgleichen, der mich ersuchte. ruhig nach Hause zu gehen, statt um Mit? lang habe ich gebrummt, und besonders Fuf diese kleine Kleo gebrummt, die so ?'alb und halb die Ursache war. Ja, ich zühlte nv.ch so rachsüchtig gestimmt, daß ich vielleicht weitere sieben Tage hindurch kein Lebenszeichen von mir gegeben haben Würde, wenn mich mcht dieses unberufene Sineinmengen eines Dritten aufgebracht, ich gesteh's, eisersüchtig gemacht v c o v v c x . id das Ende des Liedes war, daß er mich f die Wache eskortirte. SiebenTage auf mich zuaeschri ten. Du erlaubst, Jin w&Xrs ?" ' r, rAf w ?rT. Ni, 3" vwv nv kin feenbaft Kuk. von eichen Livven gespendet, 'brannte mir auf der Wange. Drei Wochen sväter machten sie Loch, zelt. Ich brachte ihnen zum Andenken ... fr . r t or c v. x: an cen cir.eieii id ungcoinoc eine nesische Pagode. In eine weitere ZeiDaS pennsyldanische Dorf

SÄ bltt Dich nenne mich nicht lernt. Ja sogar Englisch versteht e r m mehr Damian. In Amerika habeich debrechen. Von Henöri! Witöool soll den garstigen Namen abgelegt; ich heiße er die rechte Hand und intimzier Ver jetzt in und außer dem Eingesandt" trauter fein, wie er auch bei zcder Gewunibald'" legenheit von seinem Capitän" höchst

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1 ?t?un S-w li wlv in einen Arm. einer quer durch das zwei Flaschen Nudeöheim den. Hals Q Der letztere bedingt, daö er brechen!" rief tch mit Thränen den f hindert ihn

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toaac trnr nur, guter üsunioaio, iun" -'.uic -oci jmi n;u(a . . . . i '-i" . ,

hast Du e'aentllch d,e reizende muiiariiazen ueoun ronnie er einen

eine volle Woche hindurch seufzen Ruf des Erstaunens nicht unterdrücken.

lfm, ityt in (Strpnislrrn iit rr.nmftf I

'ei versichert, eS Wal der Nüdesheimer, Aussehen der Witbooi-Krieger wird als i d-n &tohzM mackte. nickt ick. na. recht unternehmend und kriegerisch ae

lungsittioonvz wuic xuf rnuy Hofcavalier) : Sagen Sie, lieber Baron, her nlcht recht mehr mengen. Es können Sie spanisch ?-Eavalier (rasch" doch cm bgscr Einfall gewesen, der mtl devot): Leider nein, aber ich will es ler dem Chinesen ! nen ! (Zwei Monate später) : Cavalier:

Lodachsville wuroe vieler '.age ?ur,,a dann den von Qmxote" im , rrn ! ri fc i w . . .. Cl I H t t r . "

. i i r r r $75'Jö an oen aimiioicicuucn ucuuuii,

' Ein verunglücktes Examen. Der Herr Lieutenant Harmlos hat den wichtigen Dienstzweig der militärischen Instruktion während der Wintermonaie nicht allzu ernsthaft betrieben. Wie groß ist daher fein Schreck, als er hört, der Divisions-Commandeur, Generallieute nant von Ernstmann, werde die Prüfung der Mannschaft mit seiner Gegenwart beehren. Doch er weiß sich m helfen. Drei Wochen lang paukt er jedem Mus ketier eine Antwort ein, täglich erhält je der ein und dieselbe Frage und er selbst merkt sich genau die Anfeinanderfolge. Das Resultat muß aller Wahrscheinlich keit nach ein vorzügliches werden, umso mehr als die Fragen den verschiedensten Lehrgegenständen in buntem Durchein ander zwangslos entnommen sind. Der Tag der Prüfung ist erschienen. Se. Excellenz der Herr Divisions-Com mandeur, der Brigade-, Regiments-, Va taillions-Commandeur und das übliche niedere Gefolge sind in das Mannschafts zimmer eingetreten und der Herr Licu tenant Harmlos hat nach seiner schlau erdachten Methode zu examiniren begon nen. Die ersten Antworten fallen über alles Erwarten gut aus. Se. Excellenz scheint sogar zufrieden mit dem Kopfe genickt zu haben. Da passirt dem Mus ketier Meier das Unglück, daß er mit seiner Antwort herausplatzt, ehe die Fra

ge vollständig ausgesprochen ist. In der Ecke, wo die Adjutanten stehen, läßt sich ein leises Räuspern vernehmen. Der Herr Lieutenant schemt etwas unruhig zu werden. Musketier Müller", fragt erden nächsten, sagen Sie mir: Wer commandirt die 63. Infanteriedivision?" ..Berthold Schwarz.". Sie haben mich vielleicht nicht recht verstanden", stam melt der Unalückliche. ..Musketier Schultze, helfen Sie ihm und sagen Sie ihm, wer daS Pulver erfunden hat." Se. Excellen; der Herr Generallieutenant von Ernstmann." Jetzt können die Herren Adjutanten das mühsam unterdrückte Lachen nicht mehr zurückhalten. Lieutenant Harmlos wird todtenbleich, doch mit erheuchelter Ruh? erwidert er: Nein Schulze, Se. Elceüenz haben das Pulver nicht erfunden. Musketier Nothnagcl, sagen Sie mir doch schon hat Se. Excellenz das Zimmer verlassen und der bedauernswürdige Lieutenant sieht nur noch die von krampfhaftem Lachen gekrümmten Rücken der Herren Adjutaw ren. : Witboois Krieger. Ueber den Unterführer Witboois. JZaak. theilt das Deutsche Colonial Uatt" folgende Schilderung mit: Sa. muel Jzaak. wie se;n christlicher Warnt Tai ! 3 tl.Ttni9 M!r. luiuci, tuun u uüc imcic;iumt -v.1 sönlichleit bezeichnet werden; er ist klein und hzger. ein echter Hottentotte und besit ein Paar besonders lebhaste, um nicht zu sagen,' unheimliche Ausen. an kann es ihm am Blick . absehen, daß er ein verwegener, unter nehmender Geselle ist. Nach Hottentot tenverhaltmssen besitzt er emcn hohen Grad v?n Bi'ldunq. In der früheren Missionsanstalt von Gibeon hat er Holländisch und ein wenig Deutsch c.t lobenöwerth spricht, ohne zu vergessen. sich dabei in das rechte Licht zu siellen. Er ist der erste Führer der Witboois unter Eapitain" und cü sich an jedem Gefecht: derselben her vorragend betheiligt haben. Drei Schüsse im Leib machen ihn noch inter tcr: einer durch den Slotf, einer ber nicht am Reiten. . In Windhoek uic tiuümi eine uui.icue vuix, , . i . f "t fy 1 d:e so recht d:e hohe Meinung Samuels bon 'ch selbst und von seinen Stam mesgcnossen zeigte. Die 2 Compagnie unter Lieutenant Schwabe exercierte Z Tage, aus dem ErercierPla.e. Ich befand mich mit Samuel als Z'l und als Schwabe auf meinen Wunsch hin die gonzeEompagnie direkt vor u.s plötzlich zur Front aufmarfchiren u:d chargiren ließ, erschrak Samuel so sel-.r. daß er Kehrt machte und vor Schreck über zwei Büsche lzinter sich sprang. Als ich d2nn fragte, was er zu den L?istungen der deutschen Soldaten sagte, hatte er doch denMuth, zu sagen: Das rst All?s ganz gut, aber meine Soldaten sind geborene Ssldaten." Ds schildert. Ss sind narbenvolle, kräftige Gestalten. Um den breiten schlappen Filzhut hatte einer dd-seWitbosi-Krie-ger ein weißeLTuch gewunden, welches in der Mitte oben zu etnem Knoten m I sammen gebunden wsr, dessen Enden wie Federn ,n die Hhe standen. D!e seS weine Tuch ist deS Aeichen derWit booi, sie selbst nennen sich nicht ohne Stolz Witdooi. d. b. weiße Kerle", Mitkamv d. h. mtxhVAmmt" ine alte buntgeflick'-e Lederjacke und m nacy rttssenair, ,n welchem tot Patronen sichtbar sind, m einem Lederschuh an der reckten Seite des i , frr tm i Pferdes ein engllsche5 Mariini-Henry Gewehr, dazu das mit bunten Lederriemen behangene Pferd fürwahr, ern seltsamer und kriegen, cher An blick. I -Enttäusch t.-Souveram Serenissimus iefti kann i ftvmiMi ! Souverain : Sebr ant da könn, ki . . ? V. I ' " " ingmai ujeni ;

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(zum

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WillcmS Vrantfayrt.

Eine Skizze aus den steirischen Bergen. In müden Schatten senkte sich bei Abend nieder, frühzeitig, plötzlich fast. Denn wie die Sonne hinter den grü nenVergen versunken war. da flammte es nur noch zum letzten Mal von driiben auf, blendend hell mit scharfem, flüssigen Gold durch die webendeDäm merung gleitend, ein zerfließendem Purpurmantel. Und hoch begannen die arauschwarzen Riesen in die Höhe zu wachsen, felsige Kolosse, die wie '

feingeschnittene Silhouetten vom tief. Anwesen wieder in die Hohe, schuldenblauer. Himmel sich abhoben. Selbst . frei zu kriegen. Mit doppeltem Eifer die klare, ruhige Luft schien ermattet : warf sich der Alte auf die Arbeit; zu sein; kein Hauch bewegte sie und : Willem stand nicht nach: Das einmal glitt kräuselnd, liebkosend über den Verpfuschte aber, las s" viele leicht-

Spiegel des weiten Altauffeer ees; smmgeJahre langsam, stetig herunterdas Plätschern der Ruder war schon gebracht, auf einmal wieder emporrichlängst verstummt. j ten, geht auch nicht. Mittlerweile beEin herrliches Bild, begann be gann man auch im Dorfe schon davon wundernd - ein fremder Städter, der zu reden.Willem werde bald desKreuzauf der Terrasse des Seehotels stand dauern Annerl heirathen, die sauberste und zusammenfröstelnd in einen we! . Dirn im ganzen Umkreis. Er war ten schottischen Plaid sich einwickelte. ' um dieses Mädchen zu beneiden. Ich Wunderbar, wiederholte er. wie in Ge ; sehe sie noch deutlich vor mir; kern danken versunken, als wollte sein Auge grade, wie eine junge, frische Tanne, das ganze herrliche Panorama in sich erblühend in rosigem Leben. Ein aufsaugen. Er wandte sich um und rundes, volles Gesicht mit ein Paar blickte zum Loser empor, der drohend blauen, lachenden Augen, aus denen und starr aus verschwommenem Un- eine ganze Seele voll froher Schalktergrunde sich emporhob.ein kahlerFel- haftigkeit, jugendlichen Uebermuths fen inmitten einer lebenden Masse, blickte. Immer hell und klar. froh-. Die nackten Kanten schienen zu erzit. gemuth, wie ein süßer Frühling in tern, denn hierher langten noch dic j unsern Bergen, da hoch oben die Eyschiefen Strahlenbündel der versinken ' clamen erblühen, in den sonnendurchden Sonne ... sie spielten da in zau- j strahlten Himmel zu qucken. Schoi.

bersüßen Tönen, als wenn Rubine blutigroth scheinen neben grünlichen, spielenden Topasen. Ganz leicht nur, schleierflüchtig zog ein feiner, glitzern j der Nebel empor, Dunst noch .... Spinngewebe, in das sich einzelnv Pfeile der Tagverkunderrn verfangen j hatten, ohne entgleiten zu können. Der frembe Stäbter sprach kein Wort mehr. Er fühlte es, hier könne man nur stumm, mit ber Seele oe wunbern . . . wortlos, begeistert. Als wenn in gewaltiger Sprache die Natur ihr köstlichstes Lied singe, ihr heiligstes. Er blickte um sich. Da stand neben ihm em Bauer aus dem Thale, ein alter, zerlumpter Geselle. schlecht rastrt, mit müden, herab hängenden Zügen im faltigen, verhärmten Gesicht. Er hielt den drei--ten Strohhut in den gefalteten Händen; feine Augen waren starr auf den See gerichtet, wahrend die welken. blutlosen Lippen sich zuckend zu bewegen schienen, als wenn der Alte bete. Unwillkürlich entblößte auch der Städter sein Haupt; vernahm er ja auch das helle, klingende Gloalem des nahen Kirchthurms langgezogene Töne, die von den Bergen zitternd zu rückechoten klagend, in leisem Be ben ersterbend. Der Alte hatte den Mitbeter bemerkt. Bergelt's Gott, begann er leise, betens mit mir um a arme Seel' Der Städter deutete auf die See. Ja, fuhr der Alte fort, hier war's. Inmitten bes Sees. Wir haben's hier vom Ufer genau sehen können, ohne irgendwie helfen zu können. Es wär' ja ohnehin zu spät g'west. Mein einziger! Ihr Sohn ist hier verunglückt? Verunglückt? Wann's so haben wol. len. ah recht! Bergelt's Gott, daß mitbet' hab'n. Der Alte wandte sich um und schlürfte langsamen, schweren Schrittes davon. Auch der Städter verließ seinen Beobachtungspunkt; es war ohnehin schon empfindlich kühl geworden. All: Gäste waren bereits auf der gedeckten Veranda, wo die Lichter flackerten und die befrackten Kellner geschäftig umherschossen. dorthin wandte er sich. Er fand bald neben einigen Aliausseer Honoratioren Platz, die hier ihre Pfeife rauchten und das braungelbe Bier tranken. - Ein gottvoll schöner Abend, begann der Städter, seinen großkarrirten langen Regenmantel und den Plaid einem herbeigeeilten Kellner überge bend. dieser tiefe Friede... Diese trügerische Ruhe, lachte der Salinenarzt, Sie wissen ja, stilleWasser sind tief. Das gilt bem See? Gewiß. Da konnten ihm bie Wellen so manche Geschichte erzähleen O, ba werben Sie ja wissen, wer dieser alte Bauer war, ber neben mit gestanden und gebetet hatte. .. Der Arme! Dem ist ein großes Un glück wiberfahren. Es ist zwar nur eine alte Geschichte.... Mit neuer Pointe? Auch bas nicht. Eine einfache, alt Geschichte. Na, ich will Sie Ihnen erzählen. Wir sitzen hier so gemüthlich. . . . Die Gäste schoben zusammen, ber Stäbter machte es sich bequem, trank vorher einen Schluck von seinem Bier, rauchte sich eine lange Havannah an, und der Arzt begann: Vor Jahren noch, ich war erst hier her gekommen, war dieser Alte noch einer der angesehensten, reichsten Bau-. ern von Altaussee. Er hatte eine sehr hübsche Besitzung, eine Alm, auf d. etwa 40 Kühe weideten, ein recht niedliches, freundliches H-aus. war mit einem Worte einer der Bestbeneideten. Sein Unglück war nur, daß ihm sein Weib viel zu früh gestorben war und er sich mit seinem Einzigen, bem Willem. keinen rechten Rath zu schaffen wußte. Wie es eben in solchen Kreisen öfters vorzukommen pflegt, hätte der Willem weit über seinen Kreis hinaus sollen, etwa ein g'studirter Herr, ein hochwürdiger Herr Pfarrer gar werden. Aber zum Studiren war der Einzige vom reichen Almbauer viel zu wenig aufgelegt. Ihm behagte r o i es viel vener uno ueoer, oen ganzen 'eben Taa in Nicbtstbun tu verbrin

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ßtn, des Alten Geld zu verprassen :inb hinter jede Schürze herzulaufen er durfte es ja thun, der Altbauer hatte in der Stadt genug Geld auf derBanI liegen. Wie lange so etwas geht, können Sie sich ja leicht denken; bald hatte der Alinbauer. nichts als eine Hypothek auf seiner' Besitzung, und Willem konnte nichts als zum Militär gehen, um dreiJahre Pferde zu putzen. Diese Soldatenjahre scheinen ihn gebessert zu haben. Denn wie er als Urlauber, als Dragoner-Korporal. nach Hause kam, da ließ er sich recht gut an, und schon versprach man sich. es werde Beiden bald gelingen, dad um dieser Augen willen mußte sich , Willem m sie verlieben. Der kleine Mund war voll, üppig, wie die rund liehen, ein wenig aufgeworfenen, kuß süchtigen Lippen. Und in runden. rxirmweichen Linien war die halber blühte Büste gezeichnet . . . eine Knos pe noch, die des wärmenden Sonnenkusses wartet, um in süßen Schauern duftig zu erblühen. Wann wird Hochzeit gemacht? frug ijc; r cm :rr w :jc ic ich mal Willem, da ich ihn gerade in der Schmiede traf, wo er seine Sensei. schleifen wollte. Er lachte mir mit vollem Munde entgegen, glückstrahlend vor Freude. Hm! er kraute sich hinter den blonden, struppigen Haaren i beuch, bis i von ber nächsten Waffenübunc hamkumm! Das war also eine ausgemachte Thatsache, baß wir im Orte recht balb eine solenne Hochzeit feiern würben. Ich freute mich barauf, benn bie Beifchwägerung mit bem Kreuzbauer sollte dem Almbauer endlich die Moq. ! lichkeit bieten, die letzten kleinenSchulden ganz zu tilgen, sollte ihn wieder, wie man es zu sagen pflegt, auf die rechten Füße stellen. Vorher hatte noch Willem seine Waffenübung durchzumachen. Er hätte sich von derselben auch befreien können, aber er zog es vor, lieber jetzt als Lediger einzurücken und dafür dann mehrere Jahre frei zu sein, benn später als jungverheiratheter Mann, ba seine Abwesenheit in der Wirthe schaft sich stark fühlbar gemacht hatte. Am 1. Juli rückte er ab, am 16. sollte er schon zurück sein. Für ben Teufel sind aber auaz fünfzehn Tage Zeit genug, wenn er ein Unheil stiften will. Und solch' ein Unheil erschiei. in der Person eines Sommergastes, ri nes jungen Fant aus Wien, eines lang emporgeschossenen, blassen, verlebten Gesellen mit blau umränderten Au gen. Eine wahrhaft schlotterige Eestalt, die blos in einem letztmodernen Anzüge stak, den, weiß Gott, welcher englische Schneider componirt. Am dritten Tage nach seiner Ankunft sah man schon das Bürschchen unter die Bauern sich mengen, den Dirnen nachstellen, sie mit Geschenken überhäufen mit Einem Worte, den flotten Geist spielen. Auch ließ er sich des Sonntags über den See nach der Seewiese rudern, wo unsere Burschen und Mädel beim Tanzen und Singen sich jauchzend ein Gütliches thun. Hier spielte er sich auf den gnädigen Herrn hinaus, beschenkte die Musikanten, traktirte die Burschen unb kniff bie Mäbel in bie Wangen. Kaum würbe er aber hierAnnerls ansichtig, Willems Braut, ba ließ er bie übrigen im Stich, machte sich nur-an biese, unl wußte bald ihren Bruber, mit bem sie hinausgekommen war, berart zu beschwatzen und zu berauschen, daß er sich um seine Schwester nicht mehr kümmerte. Der Fremde wich nicht mehr von ihrer Seite. Was seine Geschenke nicht vermochten, seine Schwüre, seine Versprechungen, das erreichte des Bruders Zureden,' der ganz in beö Herrn Gewalt stand. Willem hattc keine Braut mehr! Gleich bei seiner Zurückkunft erfuhr tt es aus dem Munde seines Vaters. Der herbe Schlag traf den armei Burschen tief, bis in die Seele, bis in Mark. Er brach nur so zusammen, kraftlos, energielos, als hätte ein wuchtiger, betäubenber Keulen schlag ihn niebergebonnert. Verrathen!" schrie er auf, zähneknirschend. zornöebenb; es hätte nicht viel gefehlt, und er wäre seinem Vater davongelaufen, ben Grafen, sie unb ihren Bruder zu zermalmen. Mit schwerer Mühe konnte ihn der Alte ein . wenig beruhigen. Er lac. auf seinen Knieen vor dem zermalm', ten Sohn unb beschwor ihn, sich zi, sammeln. Sie ist deiner nicht werth; wai willst von Einer, bie höher hinaus will! Willem, bu weißt es. btt Bauer soll nit über sein' Stand hinauswollen .... . . Das wirkte. Willem warf sich zurück, in einen öden, dumpfen Winke: der Stube, und brütete ..trostlos vo. sich hin. Er wußte, baß sein Lebeo allen Qalt verloren, es hatte keinei.

Werth mehr. Ihn erfüllte j:tzt nur ein wahnwitziges Verlangen nach Rache, ein unseliger Durst nach Nach? erstickte jedes andere Gefühl in ihm.. Was soll ihm die weite, schöne, großem Welt, wenn man daraus mit rohen,, brutalen Händen seine Zukunft geris sen. seine Hoffnungen mit Füßen ge--treten, herzlos. Aber er wird sich td chen, fürchterlich rächen..., daß matt in Aussee vom Willem sich noch erzähl len wird. ' Offenbar hatte das armselige-. Bürschlein Willems Ankunft erfahren. und unter sich den Boden heiß werden gefühlt. es war plötzlich verschwun-" den, Annerl in ihrer Noth und ihren

Elend feige zurücklassend. Da izat jetzt Willem vor! Als sei gar nichts geschehen, kam er. zur Annerl, seiner Braut, als wüßteer gar nichts, was vorgefallen, brachteer ihr seine Geschenke aus der Stadi,. plauderte und lachte mit ihr, so sehr. ihm das Herz auch schwer sein und soviel Mühe und Anstrengung es ihm. auch kosten mochte, seinen fürchterlichen Zorn zu verbergen. Annerl ahntegar nichts; sie war lustig und guker Dinge , die kurzsichtige, falscheDirn, die es doch sonst hätte bemerken , müssen, daß Willem an ihrem linken: Mittelfinger einen Rautenring sah.. Warum fragte er sie nicht, woher sieihn habe? Der erste Sonntag seit WillemsRückkehr war einer der schönstenSommertage, die ich je hier verlebt. Ich, werde ihn in meinem Leben nicht ver gessen. Das 'ganze All strahlte nurin Licht und Wärme, über Alles lag. gebreitet ein schimmerndes Meer. alÄ wenn lauter Heiligenscheine goldig sich, verflüchtigen. In der süßen, lauen. Luft strich ein harziger Duft au den.' Tannenwäldern, dazwischen der Ge ruch der Linden, des Wassers.... nichts als bezaubernder, woaender Glanz und wieder und wieder Licht. Auf dem See herrschte reqes Leben Die Boote schössen nach allen Richtungen herum, meistens zur Seewiese hm :..s rm..r. v - . wo wreber Musik und Tanz war. DaSUfer voller Leute; Bauern, geputzteBurschen und Mädel, auch Sommer gaste aus fernen Städten. Am Nachmittag erschien Willem mit seiner Braut. Er stak merkwürdigem weise in seiner Militär-Eftra-Unl--form, und man muß es ihm lassen, er, sah als Dragoner-Korporal vom vierten Regiment sehr fesch und gut us Nur schien er mir sehr bleich und auf. gregt. Annerl dagegen war sehr aufgeräumt, lustig und übermüthig wie immer. Wohin geht's? fragte ich. da mirWillem gar n icht gefiel. Zur Seewiese, rief er hinüber. Un sere letzte Brautfahrt, denn bald wird Hochzeit gemacht. Seine Worte beruhigten mich, denn die Stimme Han& klar und ruhig. Letzte Brautfahrt, widerholten me-. chanisch meine Lippen. Ich sehe ihn noch vor mir, wie et. mit starkem Arm in den See hinausrudert, just in die Mitte. Das Boot schießt pfeilgerade hin , die Braut beutet mit ben Armen in der Luft umher, offenbar streiten sie, sie winkt nach der Seewiese, aber keiner von unsam Ufer denkt an irgend Uebles. Dl meisten übrigen Boote sind weiter brüben, bas nächste braucht immerhin einige Minuten, um ihn zu erreichen?.. Plötzlich hebt Willem ein Ruber in bieHöhe, bas Wasser rieselt daran nieder wie zerfließendes Gold, und wir sehen, wie er es mit Wucht weithin von sich, schleudert. Schon schießen zwei ZiV len zu ihm hin. Doch zu spät sie sind ihm noch gute zwanzig Meter, weit, da erhebt sich Willem, seine Ge stalt zeichnet sich scharf vom grünen., dunklen Hintergrunbe ab, er wird von. der vollen Sonne beschienen, wahrhaft eine lichtumflossene Gestalt Annerl' beugt sich vor, streckt flehend, in hochster Angst, die Hände vor sieb km und schon fällt ein Schuß. Donnerndund krachend tönt das Echo von den Bergen zehnfach zurück, und schon fällt: der zweite Schuß Willem dreht sich: plötzlich um. und sinkt über den Randdes Bootes in den See, daß es umkippt. Er und Annerl sind in deQ diesen versunken.... Am Ufer stand sein alter Vater und sah hänberingenb, in bie Kniee zusam mengebrochen, ben Selbstmorb mit an. Wir trugen ihn mit schwerer Müh fort er wollte seinem Sohne folgen Er verfiel gleich barauf in ein böfeSFieber, boch gelang es mir, ihn zu i ten. Heute lebt er von ber Enabe berGemeinde jeden Abend aber können sie ihn auf der nämlichen Stelle am Ufer trefen. für das Seelenheil seines. Sohnes leten. DerZweckderNase. Ineinem Städtchen der Pfalz erklärte der Lehrer den Kinbern die fün Sinne. Er sagte ihnen, daß man dieOhren habe zum Hören, die Augen. zum Sehen, und fragte dann einenSchüler: Wozu haben wir die Nase?Peterle antwortete pfiffig: Aß mer. se butze kann!" Kasernenhofblüthe. Feldwebel (zu den Rekruten) : Kerls, über Euch möcht' ich vor Zorn aus der Haut fahren! Lächelt nicht zu früh, ich thu' Euch den Gefallen ja doch nicht!" Im Zweifel. Reisender Haben Sie Austern gern, Herr Bienkower?" Herr Bienkowcr - Krotoschin: Meinen Se de Feiertag' odeu de kleinen Fisch!?" Im Bade. Na, sind Sie Ihren Rheumatismus losgeworden? Nein, aber meine älteste Tochter. Selbstbewußt. Herr: Wissen Sie, Herr Lieutenant, ich habe einen Bekannten, der Ihnen abn aus's Haar gleicht!" Lieutenants Renommiren Sie doch nicht!" . ,