Indiana Tribüne, Volume 17, Number 41, Indianapolis, Marion County, 29 October 1893 — Page 6

'Vecuardino Luini und Tante Schoonebaum.

Lsn Alfred Richard. lyian Schoonebaum hatte niemals eilten Neffen und nie eine Nichte beHessen. Aber wie in der alten Zeit reifem verdienten Manne der Titel 'Vater des Vaterlandes ward, so hatte Thr Helmathstädtchen der bradenDame iic Tantenwürde zuerkannt. Tante Schooneöanm war sie für den Bür.gernieister s? gut wie für den Nacht'Wachter. Bei allen Pflichten aber, die .die ihr der Elen halber beizelegteTitel auferlegte, hatte sie doch noch Zeit ,zefunLs7l, ihrer Tochter eine borireff, liche Mutter zu sein. Und was mehr sagen will, seit acht Tagen war sie sogar Schwiegermutter. Alle Liebe häufte sich nun auf das blonde Haupt es Herrn Doktor Hans Müller. Am 'liebsten nahm sie seine Hand und schte sich mit ihm auf das Sopha, indeß die bräutliche Emma mit vieler Tmxfindung Das Gebet einer Jungfrau" vortrug. Das verstand Emma, und -es hatte auch genug Geld gelastet. Aber sie verstand noch weit mehr. Auf dem Tische lag die Kunstgeschichtc vor Lübke, in der sie jetzt von früh bis 'spät studirte, auf das sie wobl ausgerüstet sei für die Kunstgenüsse, die ihr die Hochzeitsreise nach Italien bringen sollte. Tante," hatte alle Welt gesagt, .Volt werden Sie es nur ohne den Doktor aushalten? Sechs Wochen wollen die Beiden fortbleiben!" Galant hatte der Dr. Müller, wenn er dergleichen hörte, die Gute gebeten, doch mit nach Italien zu kommen, wobei die süße, kleine Emma jedesmal ein gar nicht süßes Gesicht machte. Tante Schoonebaum aber hatte die lächerlich: Zumuthung, als mitreisende Schwiegermutter gen Italien zu pil.gern, weit von sich gewiesen. Tante, -Tante," wiederholte aber alle Well, wenn Sie nur nicht nachreisen!" Und nun waren die Kinder fort. Emma," hatte sie beim Abschied zu ihrer Tochter gesagt, sei gut zu ihm." sie wußte, Emma hatte etwas vom seligen Schoonebaum, das sie bei seinen Lebzeiten als Hang zur Quengelei bezeichnet hatte. Aber es schien ja Alles gut zu gehen. Die ersten Briefe waren voller Entzücken, besonders die von Hans. Emmas waren etwas geilehrt. Lauter Lübke, was darin stand. 'Die ganze Geschichte des Mailänder Doms, Entrüstung über die schlechte Behandlung von Lionardos Abend mahl und entsetzliche Ausdrücke, wie z. B. Cinquecento. Eines Tages aber kam ein merkwürdiges Schreiben. -Ich habe gefunden," schreibt sie, wonach mein Herz sich sehnte. Ein Maler von so weichem und edlem Em.'pfinden, von solcher Hingebung und Treue das war stets mein Ideal. Schon der Name in seiner klangvollen Weichheit ist Poesie : Bernardino Luini. Er kennt die Spracke der Au--zen wie kein Zweiter, in jeder Bewegung athmet die ganze, reine, keusche Seele." Keusche Seele das war Zur Tante Schoonebaum. die mit fliegendem Athem den Brief der Tochter gelesen hatte, wenigstens so weit beruhigend, daß sie nicht auf der Stelle umfiel. Mit zitternder. Hand nahm sie das Schreiben von Hans. O, der 'Verblendete! Denke Dir, Mütterchen," schrieb ix, unsere Emma hat sich in einen 'Maler verliebt und rennt ihm überall irisch. Nächsten Montag will sie seil.ietwegen nach einem ganz kleinen, abgelegenen Nest: Saronna. Ich kann diese Leidenschaft einer Frau in den Flitterwochen nicht begreifen." lernte Schoonebaum stierte mit -gläsernen Augen in das Nichts. Der gute Hans, der nicht ahnte, was u in seiner Nachgiebigkeit anrichtete! O, zz kannte die Schoonebaum'sche Natur .nicht. In ihr lag etwas wie ein Hang Zur Untreue. Der Selige hatte ihn auc!gehabt. Und das war sein Kind! Sich auf der Hochzeitsreise in einen Anderen verliebten! Sie stellte sich den elenden Pinsler vor mit seinen schwarzen Locken und seinem Sammetjacket. Q, verblendeter Hans! Tante Schoonebaum war eine entschlossene Dame;' hier galt 'es, sofort .zu handeln. Heute war Freitag, Montag wollten sie dem schwarzen Jarbenkleckser nach das mußte verhütet werden. Christine." rief sie kurz entschlossen, hole mal sofort die gestickte Reisetasche vom Hängeboden." Christme riß den Mund auf. Berstanixn? rief Tante Schoonebaum, und 'Christine klappte den Mund wieder zu md flog auf den Hängeboden. Die Tante packte ein, was sie fassen konnte, .obenauf kam das Gelbseidene mit den schwarzen Volants. Denn sie wollte auch nach etwas aussehen, wenn sie dem eingebildeten .Anstreicher gegen überträte. Sie sprach zwar kein Jtalienisch. Na, aber der würde sie schon .versteyen. Verstanden sie doch unterwegs alle 'Menschen, der Schaffner, der Kellner in 'Götschenen und sogar der an der Aan anwesende Portier vom Hotel Mllano rn Malland. Der Oberkell .er nahm sie daselbst in Empfang und -redete sie ebenfalls sofort deutsch an. Kummer Unsinn mit dem ganzen Jta 'Lienisch! dachte Tante Schoonebaum. C'm verständiger Mensch sagt eben Luur Regenschirm Regenschirm und nicht irgend so ein verrücktes, schweres Wort aus dem Konversationslexikon. 'Das ist am Ende Alles blos Thuerei, tzit bei Emma mit ihrem Clnque cento. Zimmer gefällig, meine Gnä ÄiZste?" 1 Kommen Sie -erst mal her. Wohni .Skr Dr. Müller?"

; Au dienen; mit Frau Gemahlin.

Nummer 47. Sind heute früh 9 Uhr nach Saronna gefahren." Uff!" sagte Tante Schoonebaum und setzte sich mit Nachdruck auf einen Stuhl. Zu spät!" Sollte sie sich von der Verworfenen lossagen ? Schoonebaum wird sich im Grabe umdrehen, wenn er das hier erfährt. Mühsam raffte sie sich auf. Sind die Beiden allein gereist?" Jawohl." Waren sie hier viel mit einem Herrn zusammen?" O, das ist wohl möglich." Und jetzt frug Tante Schoonebaum mit scharfer Betonung: Wohnte hier im Hotel ein gewisser Luini?" Luini? Hm, Jean, das Fremdenbuch!" Der Oberkellner blättert. Meyer. Maier. v. Meier, Dr. Meyer nein, Luini hat hier nicht gewohnt." Also wo anders. Wenigstens so weit ging es nicht. Führen Sie mich auf das Zimmer des Herrn Dr. Müller." Aber, meine Gnädigste " Was? Was wollen Sie? Ich bin die Schwiegermutter." Der Oberkellner wagte zu lächeln. Es schien ihm glaublich. Da saß sie nun im Zimmer ihrer unglücklichen Kinder. Hans, diese edle, arglose Seele, führte mit eigener Hand seine Frau in's Verderben.

Ahnte der Arme nicht, daß er mit dem Feuer spielte? Diese Maler sind ge fährliche Menichen. Tante Schoonebäum dachte an längst verflossene Juqendtage. Einmal war's auch ein Maler gewesen. Aber Gott sei Dank, da kam Schoonebaum, und seitdem war's aus. Sie starrte dumpf vor si hin. Sianora Muller stand da mit gro ßen Buchstaben vor ihr. Richtig, da lag ein Packet. Nur lose zugebunden. Sie öffnete es unbedenklich, und eine Anzahl Photographien fielen in ihn Hände. Lauter Heiligenbilder. Verstört blickte sie dieselben an. Was? Was stand da drunter? Bernardino inni. Und da, und da! Alles von ihm. Also Heiligenbilder malt er na, das sind die Rechten! Sre klingelte das Zimmermädchen herbei. Wer hat das Packet hier abgegeben?" Junger Mann." . Mit schwarzem Haar?" Ja." . .Große Augen?" . , .Ja." Sah aus wie ein Maler?" .Ja." Er ist's. Er war persönlich hier. Rufen Sie den Oberkellner." Mern Herr. Sie sagten mir, em Herr Luigi war nicht hier. Hier sehen Sie." Und sie schleuderte die Bilder über den Tisch. Das hat er jelbst gebracht." Der mit allen Sehenswurdigkelten Mailands vertraute Oberkellner sieht die Bilder an und denkt, die Äermste vor ihm sei nicht bei Sinnen. War Lüinl hrer oder nicht? Luini, derselbe Luini, der diese Bilder gemalt hat?" Jawohl, mein Herr, derselbe. Ja. der war in Mailand." Sehen Sie! Wann?" Ja, so um das Jahr 1500 nach Christi Geburt." Tante Schoonebaum bebte. Halten Sie mich nicht zum Besten! Er' ist jetzt in Saronna!" . Er nicht, aber Bilder von ihm. Der gnädigen Frau Doktor hatten die Luinis hier so gut gefallen, daß sie mehr ichen wollte. So hat sie mich denn vorige Woche noch gefragt, wo andere Bilder dieses Meisters seien. Um nun solche zu sehen, sind die Herr schasten heute m Saronna und werden Abends wieder zurück sein. Diese Photographien hier sind auf Bestellung von Herrn Dr. Müller vom KunstHändler geschickt worden. Haben gnädige Frau sonst noch Besehle?" In einer halben Stunde war Tante Schoonebaum wieder an der Bahn und harrte im Wartesaal zweiter Klasse des nächsten Zuges. Da ging die Thür auf. Der Zug aus Saronna war angekommen. Ein Jubelruf. und Emma hing an ihrem Halse, wahrend Hans ihr, die Wangen streichelte. Mama. Mütterchen, wir haben's gewußt. Du konntest ja ohne uns nicht leben!" Jetzt bleibst Du aber auch bei uns." sagte Hans mit etwas unsicherer Stimme. Doch Tante Schoonebaum war eine kluge Frau. Bis morgen. Kinder, und keine Stunde länger. Ich wollte ja nur sehen, ob es Euch gut geht. Herrlich, Mama! Und was wir Alles gesehen haben! Heute in Saronna lauter Luini! Auf den könnte ich ordentlich eifer süchtig werden," meinte Herr Dr. Müller. Nicht doch. Hans," sagte Tante Schoonebaum, der hat ja um 1500 nach Christi Geburt gelebt. Aber Mama, Du hast wohl auch den Lübke gelesen?" rief Emma, die gelehrte Mutter mit Lachen umarm:nd.' Kartenlegerinnen im Umherziehen sind das Neueste auf dem gewerblichen Gebiet in Berlin. Frei lich offenbaren sie sich nicht sofort als Wahrsagerinnen, verdecken ihre Kunst vielmehr durch den Handel mit Brief papier und Briefumschlägen, um erst eine günstige Gelegenheit zum Angebot der Wahrsagekunst abzupassen. Lassen sich Hausbewohner auf Verhandlungen ein, so wird der Verkauf von Papier ln den Hintergrund geschoben und ein Sviel Karten kommt zum Vorschein. aus dem Vergangenheit und Zukunft aelesen wird. j

Txiiv unsere Frauen.

DieAbnahmederHeirathei! Von 0. Migt,Sdkrg. Zahlen beweisen," sagt Benzenberg, und wer sich gern mit Zahlen beschäftigt, für den gibt es ebenso lange, wu langweilige statistische Tabellen, in welchen ganz genau angegeben ist. daß iv diesem oder jenem Lande die Zahl bei weiblichen Geburten diejenigen dei männlichen alljährlich um so viele Prozente übersteigt und es daher schon aus mathematischen Gründen unmöglich ist, daß ein jedes Mädchen einen Mann be kommt. Ferner gibt es eine Meng: von statistischem Material, aus welchem zu ersehen ist. daß da und dort die Ge schlechter sich die Waage halten oder gai mehr Männlein, als Fräulein auf den Bäumen wachsen, daß aber trotzdem die Zahl der Verheiratheten nicht über all in gleicher Proportion zu den weib lichen und männlichen Einwohnern, sondern in den verschiedenen Ländern sehr verschieden ist u. s. w., u. s. w. Nehmen wir all' dieses statistisch Vergnügen als genossen an und zerbrechen wir weder unsere, noch, anderer Leute Köpfe darüber, wie und warum die betreffenden Zahlen so und nicht anders lauten, so bleibt in nur allzu vielen Fällen die unerfreuliche und von Jahr zu Jahr wichtiger werdende That sache übrig, daß die Zahl der Ehen nicht n Proportion zu der sich stetig vermehrenden Bevölkerung steigt, son? dern abnimmt. Einer der Hauptgründe, warum sc viele junge Leute. Mädchen wie Jua gen, nicht heirathen, ist derjenige, wel' eher so viele unserer Handlungen bestimmt : Der Egoismus, welcher in diesem Falle meist in der Form von maßloser Genußsucht, seltener in der von Geiz u. s. w., auftritt. Der fin-de-siecle Jüngling liebt seinen Klub, Cigarren, Ballet, Pferde und anderen Sport. Es muß daher schon eine ziemlich gute Partie" sein, d. h. eine solche, die ihm gestattet, einen Theil, oder gar alle seiner bisherigen Liebhabereien, vielleicha auch noch in größerem Maßstabe, fortzusetzen , wenn er sich dazu entschließen soll, aus seiner scheußlich bequemen Junggesellenwohnung in einen Familienflat mit allen Chikanen umzuziehen. Die ditto junge Dame ist an einen großen Toilettenluxus, ihre Matinees, Flirtations. d. h. Dudes, die tanzen müssen, wie sie pfeift, Cigaretten, kurz lauter Dinge gewöhnt, deren Fortsetzung sich nach der Heirath von selbst verbietet, oder, wenn auch nicht besser. so doch richtiger gesagt, verbieten sollte. Es bedarf also auch bei ihr einer ganz besonderen Anziehungskraft, wie z. B. eines alten E hemannes mit viel Geld oder so etwas Aehnlichem, um sie zu veranlassen, sich aus einer holden Jungfrau in eine noch holdere junge Frau zu verwandeln. Mit dieser Sorte, weiblich wie eiännlich, ist natürlich nichts anzufangen, als sie ihren eigenen Weg gehen zu las sen. Er fuhrt zwar oft genug m das tiefste Elend, aber Du hast es gewollt. George Dandm, Du hast es ja nicht anders haben wollen ! Wir kommen nun zu denjenigen jungen Leuten, welche einen ursprünglich nicht unberechtigten Egoismus besitzen, d. h. zu dem Mädchen, welches verlangt, daß ihr Zukünftiger sie wenigstens oyne die ständige Gefahr einer plötzlich hereinbrechenden Hungersnoth ernähren kann, und dem jungen Manne, der von seiner Frau erwartet, daß sie ihre Ansprüche feinem Einkommen anpaßt. Nun, so weit wäre die Sache ja auch ganz schön und gut, wenn die beiden Worte ernähren" und seinem Ein kommen" anpassen in dieser Verbindung nur nicht so sehr dehnbar wären. Aber, wie der berühmte Verschwender Esterhazy, dessen Gläubiger ihm zum standesgemäßen Leben aus den Riesenerträgen des Majorats jährlich hunderttausend Gulden erlaubten, ausrief : Wollen mich die Leute denn ganz verhungern lassen," so gibt es auck hier z. B. Mädchen, welche mit wöchentlich fünfundzwanzig Tollars Küchengeld für sie und ihren Mann verhungern". Natürlich ! Wenn man das ganze Geld für Candy und anderes Nasch zeug verläppert Ja so, halt ! Da wären wir ja beinahe auf ein gefähr lickes Kapitel gekommen. Also lieber nicht, wir haben Nichts gesagt. Da, wo Mädchen in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen sind und zu dem einfältigen Dickthun nur von ihren noch einfältigeren Eltern angeleitet worden sind, da ist zuweilen noch Aus sicht auf Besserung, und die betreffende Ausnahme mag ihrem Manne zu lieb die fünfundzwanzig Dollars lieber für kräftige, gesunde Nahrung, als für Candy, ausgeben. Was aber soll ein, wenn auch nicht irklich, so doch verhältnißmäßig armer Mann mit einem reichen Mädchen ma chen, welches thatsächlich in ihrem gan zen Leben, nie daran gedacht hat und auch nie dazu veranlaßt wurde, daran zu denken, daß fünfundzwanzigDollarZ auch Geld" oder zu etwas Anderem gut sein könnten, als zur Erfüllung naend einer kleinen aune Nichts, absolut Nichts. Denn sie selbst kann das m ihrer Jugend Ver säumte nicht mehr nachholen ; er kann es ihr auch mit dem besten Willen nicht beibringen, und wenn erst die Noth, die bittere Noth, sie lehren soll, daß ein Hundert Cents einen Dollar machen und man für fünf Cents einen Laii Brot kaufen kann, dann wäre es besser für Ne. und auch für ihn. der sie sicher, lich nicht gern leiden sieht, gewesen, wenn sie das Heiraths-Erperiment un , terlassen hätten. Immerhin gibt ci

auck bier Ausnahmen, aver nc imo

Zußerst selten und bestätigen daher nur sie Regel. Wir gehören sicherlich nicht zu den Lobhudlern der sogenannten guten ilten Zeiten, und allem Anschein nach ist die heutige Jugend in den meisten Dingen noch so ziemlich ebenso, wie wir :s zu unseren Zeiten waren. Wenn wir aber absichtlich und sorgsaltig nach einem gewissen Unterschiede suchen wollten, so würden wir vielleicht sagen, daß es der heutigen Jugend ein Veniz an dem fehlt, was wir einst als ;ur Jugend gehörig betrachteten : jenes Stückchen göttlichen Leichtsinns, aber zuch jene energische Aufopferungsfähiakeit für ein Jd:al. Unglücklicherweise gibt es jedoch unkt den blonden, braunen und schwarzen Haaren der heutigen Mädchen wie Zünglinge nur allzu viele Grauköpfe. Das kritisirt. zählt, überlegt und lvägt ' schon alle großen und kleinen Zventualitäten gegen einander ab. wie

im Alter ; es will vor Allem und um jeden Preis seine Karriere und Geld inachen und sich, wie das frühe Heirachen genannt wird, keinen Stein an den i?uß binden. Ja, wenn mit der Heirath aleichzei 1 XIaYH 41t WIVtiHUM aVa sAMVM !g viiu ja uciuitucu uuci iuuuici Ihrgeiz zu befriedigen ist, was für ge .vohnllch ohnehin 5)and m Hand geht, )ann kommen sie alle. Wo es sich aber darum handelt, aus Liebe den allerdings nicht so leichten versuch zu machen, sich mit einem guten und tapferen Mädchen eine sichere Eziitenz zu erobern, da sind die Herren .licht, aber doch nur in Ausnahmsfäl'en. da. Es thut uns leid, die Mädchen von zen gleichen Unzulänglichkeiten nicht zanz freisprechen zu können. Aber wir sind wenigstens aufrichtig genug, um )ie ganze Schuld daran auf die Schulkern unseres eigenen Geschlechts abzuvälzen. Denn so richtig es ist, was Karl 5mil Franzos in seinem Halbasien" 'agt, daß nämlich ein jedes Land die uden hat, die es verdient", ebenso steht :s fest, daß die Männer im Großen und Lanzen die Frauen haben, die sie verlienen. Wie im Einzelverkehr, so reagiren die Geschlechter auch in den Massen aufeinlnder. Je mehr Werth z. B. die Nänner auf Show", äußeren Tand lnd auffallende Toiletten legen, desto icrrückter Pardon, farbenprächtiger vollte ich sagen werden die Hüte und Kleider der Damen. So ist es auch mit dem Heirathen. Zst der Männer ganzes Dichten und Trachten nur auf eine möglichst reiche Zrau gerichtet, sie mag sonst sein, wie :e will, so brauchen sie sich auch nicht 'o groß darüber zu wundern, daß die Nädchen zu allererst fragen : Wie )iel ist er werth ?" ehe sie sich um irzend etwas Anderes kümmern. Die Thatsache, daß die Manner die grauen haben, die sie verdienen, ist ibriaens nicht erst heute, sondern war zu allen Zeiten richtig. Auch damals, als das machtige Ronerreich in Stücke fiel, waren es die Nänner, welche die Reichthümer, aber mch die Sünden von allen Ecken und Znden der Welt von ihren Kriegszügen nit nach Hause brachten. Mit den ungeheuren Geldmassen kam mch die Ueppigkeit ; Kriege zur Auf-. Mischung des Blutes und zum Herausmßen der Jugend aus dem moralischen Schlamme waren keine mehr zu fuhren, ind dahin sank' Rom, das einst die Welt beherrschte. Oder, wie Juvenal den ntwm!ungsgang schilderte : längeren Friedens Verderb trifft uns ; denn arger, als asfen, Zreist uns Ueppigkeit aji und rächt den bezwungenen isroims. keines der Laster und kein Schandfrevel der slnnlichenGler fehlt. ?eit Du flohest aus Rom Armuth ! Also schon die Alten betrachteten Arnuth und Karte Arbeit, aber nicht Uepzigkeit und Reichthum als die Panacee zur. wahren Glückseligkeit. Wie im Gronen, so acht es auch :m Kleinen. Auch ein armes, oder Verhältnißnäßig armes junges Ehepaar, welches Ich erst durch harte Kämpfe feine Stel.'ung in der Welt erobern muß. wird sich einst über seinen Erfolg glücklicher znd stolzer fühlen, als ein anderes, nur 'ür äußeren Show lebendes Paar, dessen Vereinigung ein einfaches Rechen :;emplar war. Wie heißt es doch im Letzten Zensterl'n"? Wenn sich zwei Herzen nur ehrlich lieben. Das Schicksal kommt endlich doch zu Verstand ! D i e Einladung. Clara: Du siehst ja so vergnügt aus. Anna! Anna: Ja, ich habe auch Grund dazu. Ich habe eben eine Einladung zur Hochzeit bekommen. Clara: Na. das ist doch nicht so etwas Seltenes. Anna: Ja, cs ist aber auch zu meiner eigenen! Scharfe Dialektik.' Schäme Dick. Vauline! Läkt Dick in der Küche von einem ganz fremden Mann küssen! Ganz fremd? Rein, gnädige Frau, wir sind ja Cousin und Cousine zu einander! Ja, ja, ich weiß schon: Kuß eng und Kuß ine! Selbstverrath. Du wirst es mir gewiß nicht glauben, theure Laura, aber ich versichere Dir, daß ich noch nie geliebt habe!" Ich glaub' es Dir. Eduard ich hab' es gleich am ersten Kuß gemerkt. Vackfisch-Kritik. Elsa: Wie hat Dir die neue Oper gefal len?" Bertha: Ausgezeichnet! Dn Komponist soll noch unverheirathet sein!" : : j

Tameu au? oem Bleycle.

Zahllos sind die schönen Evastöchter unseres Landes, welche dem Bicycle. sport mit dem größten Eifer huldigen, und nicht wenige von ihnen tummeln öas Stahlroß" mit bemerkenswerther Gewandtheit und Eleganz. Und dies ist durchaus nicht leicht, wenn man in Erwägung zieht, das unsere Damen in ihrem gewöhnlichen Straßencostüm das Bicycle besteigen. Anders div Pariserinnen. In dem Babylon an der S'mz wird von der. eleganten Welt beim Arrangement der Toiletten für den Bicyclesport der praktische Zweck im Auge behalten, zugleich be dem raffinirtesten Luxus gehuldigt; höchst pittoreske Toiletten, die an das Gewagte der Costüme in fashionabela Seebädern erinnern, das Decorum aber wahren, gehören nicht zu den Seltenheiten. Auf den Fremden, der zum ersten Male eine elegante Parise rin ihr Bicycle besteigen sieht, wird gewiß auch die Art und' Weise, in weU cheer dies geschieht, einen überraschenden Eindruck machen. Die Damen verhüllen auf dem Wege in das Bois de Boulogne, dem Tummelplatz der feschen Nadfahrerwuen, ihr coquetteö Costüm mit einem- gewöhnlichen Ober kleid. arlicrin im Äicyelecoflü'm. f 1 n. An Ort und Stelle angekommen, lassen sie letzteres einfach fallen, schwingen sich auf ihr Stahlroß und sausen dahin, während ihr Begleiter den abge legten Rock zu einem kleinen Packetchen zusammenfaltet und an seiner ?U genen Maschine befestigt. Dere Nock des Bicyclecostüms reicht nur bis zum Knie und Kniehosen, sowie Gamaschen Vervollständigen die Bekleidung der unteren Extremitäten; zuweilen ist auch der Rock wie das Divided-Skirr", das die amerikanischen Damen beim Turnen tragen, bis zum Knie aufgenom men. Ein coquettes Bolerojäckche? aus schwarzein Sammet über einer hellfarbigen seidenen? Taille verhüllt den Oberkörper und ein flottes Hüt-, chen schmückt das Haupt. Nicht sei ten sieht man eine Dame der vorneh men Welt auf ihrem Bicycle, in gemessener Entfernung von ihrem Groom, ebenfalls auf dem Stahlroß, gefolgt, wie der Reitknecht seiner Herrin zu Pferde folgt. Zuweilen erscheinen sie auch zu Zweien, mit ma einem Groom im Gefolge. Wer an einem fchönen Morgen während der Saison das Bois de Boulogne besucht, kann zahlreiche elegante Damen den modernen Sport treiben sehen. L)i, Damen Englands huldigen diesem Sport ebenfalls, allein, da ihr Nationalcharakter mehr zum Conservatis. mus hinneigt, ziehen sie das Dreirad vor. Am englischen Hofe ist besondcrs Prinzessin Mary Adelaide für den Sport eingetreten und hat die Königin Victoria veranlaßt, ihren En kelinnen Irene und Alice von Hessen Fahrräder zu schenken. Da nun in keinem anderen Lande der Welt der Hof vom Volke mehr nachgeäfft wird wie in England, so kann es nicht Wunder nehmen, daß dort das Rad-, fahren unter den Damen sehr popu lär geworden ist. ' " . , Frl. Reynolds. Eine junge Engländerin, Frl. Reynolds, die erst 16 Jahre zählt, hat kürzlich auf ihrem Bicycle Bemerkens werthes geleistet. Von dem Aquarium in Brizhton bis zum Hyde Park in London fuhr sie ohne Anhalten in 4 Stunden 13 Min.; nach wenigen Mi" nuten trat sie dieRückfahrt an und legte dieselbe mit dreimaligem kurzen Aus enthalt in ungefähr derselben Zeit zuw rück. Sie war von 5 Uhr srüh bis 1 Uhr 33 Minuten fast ununterbrochen im Sattel. Auch m Deutschland und Oesterreich nimmt die Zahl der dem Bicyclesport huldigenden Damen zu. Lei dem kürzlich in Langenlois veranstalteten Wettfahren des Bundes deut, scher Radfahrer Oesterreichs gab es sogar ein Damen-Straßenfahren, In welchen Frl. Anna Schreiber zwei Kilometer in 4 Minuten 11 Sekunden zurückgelegte. Daß derselbe in ver nünftigem Maße betrieben, die Ge sundheit fördert und den Körper kräf. tigt, wird von ärztlichen Autoritäten, anerkannt, allein länger als eine halbe Stunde sollten Anfängerinnen nicht i Sattel bleiben, )

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r,e StrafvoNstreckung an Frauen. von S. Werblunöki.

Es gehörte seit je zu den schwierigsten Aufgaben der Rechtsgelehrten, vornehmlich der Kriminalisten, die Festsetzung harter und strenger Strafen für schwere Verbercher in die richtigen Bahnen zu lenken. In den ersten Zeiten der Rechtspflege kam es hierbei weniger auf die genaue Unterscheioung zwischen Rang und Stand, Alter und Geschlecht der Delinquenten, als darauf an. daß die Härte und die Strenge der festzusetzenden Strafe genau der Schwere des verübten Verbrechens entsprechen sollten. Erst in den späteren Jahrhunderten, namentlich in den Zeiten des finsteren Mittelalters, ist die Kriminalistik auf der Suche nach einer möglichsten Verschärfung der Leibesstrafe zu dem Prinzip übergegangen, bei der Festsetzung und Vollziehung der härtesten und grausamsten Strafen auch das Geschlecht des Delinquenten in Betracht zu ziehen, jedoch nur zu dem Zwecke einer noch größeren Verschärfung der damals üblichen, fast als unmenschlich zu bezeichnenden Leibesstrafen und Qualen aller Art. darunter auch die Todesstrafe, welch letztere unter den obwaltenden Verhältnissen keineswegs die schlimmste Strafe war. Es wäre hier überflüssig, auf alle jene allgemein bekannten, Entsetzen erregenden Slrafbestimmungen näher einzugehen, welche im Mittelalter beispielsweise für Giftmischerinnen, Gatten- oder K'lndesmörderinnen, von den angeblichen Hexen gar nicht zu sprechen, von den damaligen Gesetzgebern festgesetzt wurden, und welche aller Regungen der Humanität spotteten. Ueberhaupt erging es um jene Zeit, wie auch noch viele Zeiten hindurch den weiblichen Delinquenten vor dem Scharfrichter viel schlimmer und, man darf wohl sagen, unmenschlicher, als den männlichen -Sträflingen. Eine Besserung dieser unerquicklichen Zustände schien so lange nicht eintreten zu können und ist thatsächlich auch nicht eingetreten, bis der letzte Rest der grausamen mittelalterlichen Züchtigung des menschlichen Körpers, die Prügelstrafe, in den meisten europäischen Staaten nach vielen und harten Kämpfen abgeschafft wurde. Es hat mithin erst unser modernes Zeitalter einige Wandlung zu Gunsten derjenigen unglücklichen Frauen geschaffen welche durch VerÜbung schwerer Verberchen den härtesten Bestimmungen des Strafgesetzbuches Versallen sind. Indessen trotz dieser Besserung und aller sonstigen erfreulichen Reformen welche die moderne Gesetze gebung betreffs der Strafvollstreckung an Frauen zu verzeichnen hat ist doch noch zur Stunde auf diesem Gebiete so mancher wunde Punkt vorhanden, welcher noch Abhilfe von gesetzgeberischer Seite harrt. Einen unbestreitbaren Beweis dafür liefert der Umstand, daß hin und wieder bald aus dieser, bald aus jener Ecke Europas eine erfreuliche Nachricht von einer neuen gesetzgeberischen Verbenerung auf diesem kriminalistischen Gebiete eintrifft, welche jedenfalls alle aufrich-tiaen-und wahren Humanisten außer-ordentlich-befriedigen muß. Im gegenwärtigen Augenblicke kommt- eine solche erfreuliche Nachricht aus Rußland. Auch in diesem Lande ist die Prügelstrafe, sowie jede körperliche Züchtigung seit Jahren abgeschafft, es bezieht sich dies aber streng genommen auf das europäische Rußland, während die Prügelstrafe in einigen Ausnahmefällen, und zwar für die Verbrecher- und Sträflingskolonien in Sibirien, sowie für die ZuchtHäusler in den sibirischen Bergwerken noch bis auf den heutigen Tag beibehalten wird. Es handelt sich hierbei Um die nach den entfernten Orten" Sibiriens, wie der offizielle Ausdruck für die ostasiatischen Theile lautet, wegen schwerer Verbrechen verbannten Sträflinge. Es sind dies Elemente, welche nach ihrer Ankunft und Ansiedelung am Verbannungsort große Neigung zu Insubordinationen aller Art zeigen, vor Allem zum Ungehorsam gegen die Aufseher, zur Uebertretung der Bestimmungen der Strafanstalten, sowie zur Meuterei und zu Fluchtversuchen aus den Gefängnissen und den sonstigen Jnternirungsräumen. Die jahrelangen Erfahrungen haben die Aufsichtsbehörden gelehrt, daß hier nur mit den schärfsten Disziplinarmitteln, ' darunter auch Prügelstrafe, entgegengewirkt, werden kann. Diese verschärften Disziplinarstrafen bestehen hauptsächlich in der Anlegung von Ketten an Händen oder an Füßen oder gleichzeitig an diesen und jenen, ferner in der Ankettung des Delinquenten an seine Karre, mit welcher er in den Bergwerken arbeitet. In anderen Fällen wird über den Sträfling die Einzelhaft verhängt, wobei er in der Einzelzclle bei Wasser und Brot gehalten, wird. Auch die Prügelstrafe gehört hierzu. Die Prügel werden mit Ruthen, Lederriemen oder Knütteln in Form von StockhiebtU auf bloßem Körper verabreicht. Man muß sich mit dem Fortbestehen dieser betrübenden Erscheinung abfinden, so gut man es kann. Vemerkenswerth und hervorzuheben ist es aber, daß diese Disziplinarstrafen, einschließlich der Prügelstrafe, ohne Unterschied an Sträflingen beiderlei Geschlechts vollstreckt werden, und daß bisher dieselben Bestimmungen und dieselbe Vollstreckungsform für mannliche wie weibliche Delinquenten bestanden. Es muß daher äußerst sympathisch begrüßt werden, daß von dem russischen Staatsrath einneuer Gesetzentwurf angenommen worden ist, nach welchem die verschärften Diszipli narstrakn - für die ' weiblichen Sträf

linge wesentlich gemildert, richtiger aber, in der Hauptsache gänzlich abgeschafft werden. ' Die Prügelstrafe kommt für die weiblichen Verschickten überhaupt in Wegfall und darf an denselben unter keinen Umständen vollstreckt werden; dieselbe wird vielmehr bei ihnen durch Jsolirhaft und Entziehung der Kost ersetzt. Ketten dürfen den Frauen in der Regel nicht angelegt werden und nur in Ausnahmefällen an den Händen, in keinem Falle aber an den Füßen. Auch für die minderjährigen weiblichen Verschickten, unter dreizehn Jahren, ist die Prügelstrafe abgeschafft und auch bei ihnen durch Jsolirhaft bei Brot und Wasser ersetzt. Ist auch bei den Männern Alles beim Alten geblieben. so ist es doch immerhin erfreulich, daß die Prügelstrafe wenigstens an den Frauen, selbst in den entfernten Orten" Sibiriens, nicht mehr wird vollstreckt werden, und sicherlich für alle Zeiten. Eine andere Milderung des harten Looses der Frauen bei Strafvollstreckungen in Rußland wird gegenwärtig geplant. In vorliegendem Falle ist es indessen weniger der erwähnte Staatsrath, als die obere Kirchenbehörde, welche sich eines Theiles der unschuldig leidenden Frauen an nimmt. Es handelt sich dabei um das schwere Schicksal, von welchem jene zahlreichen unbescholtenen Frauen Jahr aus Jahr ein betroffen werden, deren Ehemänner wegen schweren Verbrechens, gleichviel ob gemeiner oder politischer Art, nach Sibirien verschickt werden. Nach den Satzungen der griechisch-orthodozen oder ruffischen Staatskirche kaim nur der Tod allein eine von der Kirche eingesegnete Ehe trennen; die Kirche aber kennt keine Ehescheidung, und die Frau bleibt für Lebenszeit die bessere Hälfte ihres Mannes, möge derselbe wegen noch so schweren Verbrechens lebenslänglich nach Sibirien verbannt worden sein. Viele dieser unglücklichen Frauen wählen das geringere Uebel und folgen ihren Männern in die Ferne, müssen aber alle Qualen und Mühseligkeiten der Deportation mitmachen und gehen dabei häufig zu Grunde. Nicht viel besser ist aber das Schicksal der ihren Männern nicht folgenden, vielmehr in der Heimath zurückbleibenden Frauen, welch: einer ungewissen Zukunft entgegen sehen, denn ihre in Sibirien in der Verbannung lebendenEhemänner sind als verschollene Personen zu betrachten, über deren Verbleib gar nichts oder wenig zu erfahren ist. Es sind traurige weibliche Gestalten, allerdings fast ausschließlich den niederen Volksschichten angehörend, welche nur schwer ihr Brod verdienen und eine klägliche Exisienz führen. Man wird es daher als eine durchaus humane Maßregel bezeichnen dür fen, wenn diese moralische StrafvollZiehung an Frauen in Zukunft wird aufgehoben werden, denn es unterliegt keinem Zweifel, daß der in Rede stehende Gesetzentwurf sich alsbald verwirklichen, und die Verbannung des Ehemannes nach den Bergwerken Sibiriens für die in der Heimath zurück bleibende Ehefrau als Recktsgrund für die Ehescheidung gelten wird. Brautwerbung in Grönland.

Seitdem, die dänischen Missionäre in Grönland das Vertrauen der Ein geborenen gewonnen haben, ist auch im höchsten Norden die Ehe zu eine: kirchlichen Feier geworden. Ein dänischer Missionär erzählt in seinem Tagebuch, mit welchen Umständen die Werbung unter den Grönländern verbunden ist. Der Freier kommt zum Missionär und sagt: ' Ich hätte woh! Lust, mir ein Weib zu nehmen." Wen?" fragt der Missionär. Der Mann nennt ihren Namen. Hast Du mit ihr gesprochen?" Gewöhnlich lautet die Antwort: New." Wa. rum nicht?" Es ist so schwierig. Du mußt mit ihr sprechen." Der Missionär ruft die Jungfrau zu sich und sagt nach einer kurzen Unterredung: Ich glaube, es ist an der Zeit, daß Du Dich verheirathest." Ich will mich nicht verheirathen." Das ist aber schade, ich habe einen Freier sür Dich." Wen?" Der Missionär erzählt ihr, wer ihn geschickt habe. Der taugt gar nichts, ich will ihn nicht haben!" Aber," antwortet der Missionär, er ist flink und schafft Alles in's Haus. Er wirft seine Harpune gut, und er liebt Dich." Das schöne Kind lauscht zwar mit sichtlichem Wohlbehagen, bleibt aber dabei: Ich will ihn nicht haben!" . Gut, ich will Dich nicht zwingen. Ich finde wohl bald eine Andere für einen so hurtigen Burschen. . . ." Der Mis. sionär schweigt, als betrachte er die Sache durch ihr Nein" für abgethan. Endlich flüstert sie mit einem tiefen Seufzer: Wenn Du willst " Nein," antwortet der Pastor, wenn Du willst ich will Dich nicht überreden " Wieder ein tiefer Seuf zer. Also Du willst ihn nicht?" Herr Pastor!" Sie errathet über und über und wendet sich ab. Ich glaube doch, er taugt nichts." .So? Hat er nicht im vergangenen Sommer zwei Walfische erlegt und all die Andern gar keinen? Also Du willst ihn?" Ja, ja, ich will!" Sie schaut ihm festen Auges gerade in's Gesicht. Na. dann gebe der Herr seinen Segen!" Und die Hochzeit findet noch an dem selben Tage statt., G u t angewandtes Sprich wort. Schwiegersohn: Das sage ich Ihnen. Mama, wenn Louise gegen meinen Willen doch in's Bad reist, lasse ich mich scheiden!" Schwiegen mutier: Aber man darf das Kind doch nicht gleich mit dem Bade aus schütten!". ... .