Indiana Tribüne, Volume 17, Number 27, Indianapolis, Marion County, 15 October 1893 — Page 7

slö und Jagd in Tidirlen.

Sir entnehmen einem Briefe bet Deutschen St. Petersburger Zeitung" interessante Schilderungen aus Sibirien. Man schreibt dem Blatte u. 21.:. Wieder ein großartiger Waldbrand, irgendwo in der entfernten Taiga. Zuerst flammte es auf am Horizont wie blutigrothes Nordlicht; dann wieder leuchtete es wie Morgenröthe des kommenden Tages; derRand der Wolken färbte sich, färbte sich breiter, färbte sich höher, bis die Wolken durchglüht schienen, wie riesige, im Feuer erhitzte Eisenbolzen. Und nun loderte es berghoch auf, greller und immer greller ward die Beleuchtung, immer weiter und weiter verbreitete sich das blendende Roth, bis Himmel und Erde in Flammen zu stehen schienen, ja selbst unser Dampfer, gespenstisch beleuchtet, wie .durch flüssiges Feuer dahinfuhr. Das war nicht mebr das segenbringende Licht der aufgehenden Himmelsleuchte, das war qualmendes, verderblich loderndes, furchtbares Erdenfeuer, weiß- Gott, von welcher leichtsinnigen Menschenband wieder entzündet. Ganze Millionen der Zukunft brennen hier vor unseren Augen in wenigen Stunden, höchstens Tagen, nieder zu Staub und Asche. Solch' entsetzliches Feuermeer, welches in den Urwäldern viel: Faden hoch über dem Erdboden emporwallt, kann man. glaube ich, außer auf den amerikanischen Pampas nur noch in Sibirien beobachten. Mit unb.'jchreiblicher Geschwindigkeit springen die Flammen von Baumkrone zu Baumkröne und verzehren viele Tausende Deßjatinen des herrlichsten FichtenWaldes, ibre Fcuerwogen weiter und weiter wälzend, bis irgend ein Hindernisj der Natur selbst, ein Strom, ein Sums? oder steiniae. nackte ??elsmassen ihrem Wüthen Einhalt thun. In den j c cm W 1 r?!?r,&iM t an Die :ucon.a.oiei grcnjcuucu iuuiucu Urwäldern namentlich gibt es unabsehbare Strecken, welche von verkoUcn Leichen der herrlichsten Bäume formlich bedeckt sind, und dann auch wieder ibto unabsehbare feuchte NieerNn gen.' wo das' Feuer, die Baumstämme verschonend, nur die Kronen verzehrt. Es wird dadurch nichts gerettet, denn Die Wurzeln müssen, sobald der natürliche Umlauf der Säfte durch Bereichtung d.'r Zweige und Vläiier gestört ist. absterben, die Stämme also allmählich eintrocknen, verwittern. Solch' angebrannter Wald widersteht nicht lange den Einflüssen der Witterung; Der erste tüchtiqe Sturm wirft ihn vollständig um, als hätte eine Sense Riesenhalme niedergemäht, so liegen die Laumkolosse in dichten Reihen nebeneinander. Nichts macht einen traurigeren Eindruck, als solch' ein ungehcures Lcichenfeld mitten in der grünenden und blühenden Natur, und dockf wie oft führte mich mein Weg durch ähnliche Stätten abgestorbenen Lebens! Veranlassung zu solchen Waldbränden geben entweder die von Jägern, Schmugglern oder Hirten angezündeten und nicht wieder sorglich ausgelöschten Lagerfeuer; sodann die höchst tadelnswerthe Gewohnheit der Bauern, ihre Aecker im Frühling, ohne vorhergegangenes Pflügen.durch Feuer von Unkraut zu reinigen, und endlich die nicht weniger leichtsinnige Gewöhnheit vieler Jäger, einen Theil desWaloes zu leichterer Erlangung ihrer Jagdllte niederzubrennen. Viele Gegenden werden auf diese Weise auch ohne absichtlichenWaldbrand in nackte, walölose Steppen verwandelt; es minoert sich die Feu.tigkeit, die Bäche trocknen aus, die Quellen versiegen, und die Gefahr für die Landwirthschaft der Zukunft wächst von Tag zu Tag. Es muß jedem Verständigen ernstlich bange werden um die Zu kunft Sibiriens, wenn nicht endlich strenge Waldgcsetze wie drüben in Europa und neuerdings sogar in dem waloreichen Amerika auch hier die Schonung der Wälder zur Pflicht machn. Und nicht allein der Wald, der scheinbar unvertilgbare, endlose, ewige Urwald Sibiriens schwindet dahin bei unserem bodenlosen Leichtsinn, unserer Nachlässigkeit und Sorglosigkeit; es schwindet allmählich mit ihm auch ein Iberer, bisher kolossaler Reichthum des Landes das Wild. Mit den Bäumen verbrennen die Nester unz'ähliger Waldvögel, die Eier, die BeutHennen. An vielen Orten, wo früher Massen der Wildente das Schilf bedeckten, blickt man jetzt nur nock ausgetrocknete und verlassene Thalgründe, uno das Heupferd, die Orthoptera, diese Geißel der Wiesen und Felder, mehrt sich allein vergnüglich dort, wo noch vor Kurzem der Ruf der Schnepfen aus dem Röhricht klang. Hie und da ist das Eichhörnchen völlig verschwundcn, Marder und Zobel werden seltener und seltener, und das Hochwilo zieht sich, eingeschüchtert durch die tolle Wirthschaft im einst so stillen Urwald, allmählich immer weiter in dessen tiefsten Schooß zurück. Ob es seinem Schicksal aber deshilb entgeht? Feuer, Kugeln und gewissenloses Treiöjagen haben sich gegen die armen Geschöpfe verbunden. Es muh übri:ns zugegeben werden, daß die aufsallenoc Verminderung des Wildes in den sibirischen Wälderu auch noch einer Qndercn Ursache zuzuschreiben ist, und . zwar dem Umstände, daß es in Sibiihn bis jetzt noch kein Jagdgesetz gibt, welÄes die Art und Weise der Jagden bestimmt, die Zeit derselben festsetzt und die junge Brüt schützt. Die sibirischen Jäger halten noch immer fest cn der alten Unsitte deZ Grubengrabens, an Schlingen, Fußangeln, Salzlöchern und ahnlichen Fallen, wobei mit den Männchen sehr oft das trächtige Weibchen oder das säugende Mutterthier weggrfangen und ebenso oft das in die Falle gerathene Wild von Bären und Wölfen zerrissen wird. Noch unmenschlicher als diese Arider

Jagd aber ist das Treibjagen mMarz. wenn das Thauwetter bereits eintritt und die obere Schicht der Schneefelder

sich m eine dünne Eiskruste verwandelt, die Jäger und Hunde allenfalls trägt, dem schwereren Hirsch und dem noch schwereren Elenthier aber ver hängnißvoll wird. Bei dieser grausa. men Jagd werden die unglücklichen Thiere ohne Unterscheidung des Geschlechtes halb zu Tode gehetzt. Den Stärkeren und Behenderen gelingt es allenfalls, sich zu retten,' wenn auch mit blutenden, von dem scharfen Eise bis auf die Knochen aufgerissenen Füßen; die trächtigen Weibchen aber werden fast ohne Ausnahme Opfer des Jägers. So mancher dieser rohen Nimrode, denen ich auf meinen Excursionen in der Taiga begegnete, prahlte offen damit, daß er bei solcher Märztreibjagd Hunderte von Hirschen und Rehen erbeutet hätte; ja, mitunter steigt die Anzahl der so erbeuteten Thiere bis in die Tausende, und weil der Transport solcher Unmassen von Wild in die nächste Stadt bei der .rakelt der Tarn meist ein Dina der Unmöglichkeit ist, o wird den Thieren nur das Fell abgezogen, das Uebrige aber im Walde zurückgelassen. Selbst in dem Gouvernement Jrkutsk, diesem Centrum ostsibirischer Civilisation und, man sollte doch annehmen können, auch der Menschlichkeit, gibt es viele Gegenden, wo das massenhafte, zwecklose Hinmorden des Hochwildes dasselbe so vollkommen ausgerottet hat, da Dorfsöiaften, welche früher der Jagd ihren Wohlstand verdankten, jetzt nicht selten mit Nahrungssorgen zu kämpfen haben. So tödteten z. I. :n den achtziger Jahren die Bauern eines ganz unbedeutenden, nahe bei Jrkutsk gelegenen Dörfchens. Namens Olcha, bei einem einzigen Treibjagen allein 500 trächtige Hindinnen und in emem anderen, gleichsalls bei Jrkutsk befindlichen Oertchen Motzk, stieg die $at) der unglücklichen Opfer bis aus tausend, in emem dritten. Balaaansk. gar auf eintausendfünfhundert, und das bei einem nur wenige Tage oauernden Treibiaaen! Man sebnt die Zeit herbei, da es auch bei uns in Sibirien Tüierscbukvereine. Wald- und ?Zaadaesene aeben wird, wie überall im gebildeten Europa; man sehnt sich schmerzlich nach der glücklicheren Zelt, da mit wachsender Bildung des Volkes Rohheit und Grausamkeit geschwunden sein und der Sibirier gelernt haben wird, die kostbarsten Schätze seines Landes richtig zu würdigen und mit ihnen als weiser Haushalte: zu Wirthqatcn. Brandstiftung alS Bernf. In dem ewigen Kriege zwischen Versicherungsgesellschaften undBrandstiftern ist nach langer Zeit wieder einmal etwas Neues zu verzeichnen. Die Versicherungsagenten wollen, mit Hilfe der Geheimpolizei, eine hochsensationclle Entdeckung gemacht haben, welche auf die Entwickelung der Vrandstifterei zum Beruf und zur Wissenschaft hindeutet! Selbstverständlich hört man das Erste darüber aus der Weltausstcllungsstadt; es wird von dort erzählt: Seit mehr als einem Jchre ist man hier auf die unheimliche Thatsache aufmerksam geworden, daß so viele Feuersbrünste sich gleichzeitig durch zwei bedenkliche Umstände auszeichneten: erstens war die Entstehungsursache absolut nicht zu erkennen, und hinterließen die Trümmer keine Spur, welche irgendwie auf die Entstehung deS ffeuers schließen ließ, und zwei tens verbreiteten sich die Brände räthsklbaft schnell, schneller, als man nach der Umgebung und den obwaltenden Verhältnissen erwarten konnte. Da muß etwas Besonderes dahinter stek seit," sagten sich alle sachverständigen Untersucher. aber was dahinter steckt, darauf ist man erst nach dreimonatigem heißen Bemühen gekommen (oder glaubt, darauf, gekommen zu sein). Man hat Anhaltspunkte genug dafür, daß wenigstens ein Mensch die Vrandstifterei als lohnenden Beruf betreibt, dieselbe wissen schaftlich" ausgebildet hat und aus Bestellung ausführt; er ist auch gleichzeitig Hauptagent seines edlen Geschäftes und fucht und findet Kunden unter Geschäftsleuten, welche du Bersich:rungsgesellschaften betrügen wollen, Für seine Dienste rechnet er. je nachdem, eine Gebühr von $150 bis $1000. Man hat auch seine Methode in Erfahrung gebracht (vielleicht ist dies aber nicht einmal ferne einzige). Wenn Jemand das Anerbieten des ffeuerteufels angenommen hatte und die betreffenden Sachen möglichst hoch versichert worden waren, pflegte der Brandstiftungskünstler seinen Auftrag in ebenso einfacher, wie genialer Weise auszuführen. Er' begab sich eines schönen Abends ruhig in den Laden, um den es sich handelte, und nahm ein Dutzend Schweinsblasen, sowie eine entsprechende Quantität Benzin in Flaschen mit. Die Schweinsblasen wurden mit diesem hochentzündlichen Stoff gefüllt und hinter Draperien versteckt. Sollte das Feuer in einem Schnittwaarenladen ausbrechen, sc wurden Shawls und andere Waaren sorgsam in die Nahe der Decken gehängt. An jeder der gefüllten Schwein blasen wurde ein Zündfaden angebracht, dessen Abbrennen man auf dir Zeit berechnen, konnte. Wenn nun die Zündfäden angezündet waren mußten nach Verlauf von einer bis drei Stunden ganz nach Bedurs niß die Blasen ezplodiren. Dann regnete es Feuer nach allen Richtungen. Die Feuersbrunst mußte außer ordentlich rasch um sich greifen und alsbald Alles in ihren Bereich ziehen. Hinterher waren..die .Blasen' spurlos

dahin, das Benzin erst recht, und es blieb nicht das Geringste übrig, was verrathen konnte, dafe eine Meister-

Hand" hier im Spiele gewesen war. Der Kerl scheint bereits eine hohe Summe in diesem Beruf verdient" zu haben. Es ist zu verwundern, daß er sich blos mit einer Gebühr" begnügte und nicht auch Commission forderte. Jedenfalls dürfte dies aber der nächste Schritt in der Entwicklung dieser Kunstindustrie sein, wenn es nicht gelingt, ihr ein Ende zu machen. Auf alle betreffenden Brände wurde ohne Umstände die Versicherung bezahlt. nur auf dem letzten noch nicyt. In diesem Falle, der genau so laa. wie die vorigen auch, erhielten die Versicherungsgesellschaften durch einen in der Nachbarschaft wob ncnden Neger zufällig eine Andeutuna. welche viel weiter aina. als dieser selbst geahnt hatte, und an diesem Ariadne - Faden hat man geduldig aeforscht und acschlunfolaert, bis endlich die Geschichte sonnenklar lag. Die Verfolgung iit weit genug gediehen, daß jeden Augenblick Verhaftungen ersolgen können. Ein liebevoller (Satte. Man schreibt aus Paris. 14. Sept.: Mit der Verurtheilung wegen Biga mfe endete heute ein Pariser Nomai vor dem Gerichtshofe. Der Held der Geschichte, Claude Lauer, bekennt sich, wiewohl er zwei gleichzeitig lebende Frauen geheirathet hat. als Garcon, was aber m diesem Falle nicht Jung geselle, sondern Kellner bedeutet. Elaude Lauer war Zu Höherem gebo. ren, denn ehe ihn das Schicksal zum Kellner machte, war er früher selbem Gastwirth und Weinhändler, letzteres sogar en Gros. Er derspekullrte sich jedoch, in seinen Mußestunden an der Börse und versuchte es, um seine Lage wieder aufzubessern, mit dem Heirathen. Leider ebenfalls enGros". Seine erste Frau hieß Elisabeth Hiltz, war ein tugendhaftes Madchen und brachte ihm eine Mitgift von 12.000 Fr. zu, die Lauer m wenigen Mona ten an der Börse verlor. Er bath auf sich selbst böse sein sollen, zog es aber vor, seine arme, unschuldige Frau zu prügeln. Einmal schlug er ihr ein Auge aus. Es war zum Glück nur ein Glasauge. Die Frau war nam lich einäugig; in diesem einziger, Punkte hatte sie ty.i betrogen. Als sie noch weitere schlage von ihren. Gatten erhielt, kehr!; Frau Lauer zu ihren Eltern zurück. Lauer selbst wurde darauf Kellner und diente im Cafe Bazinsky, Plo.e de Clichy. wo selbst er die Bekanmschaft einer Wltt we Bizouard machte, bei der er nicht mit Unreazt etwas Vermögen vermu thete. D:e Wittwe war ehrsam und vorsichtig; sie woute sich in kein anderes Z:rhältnlb als ui em eheliches ein lassen, und so heirathete denn Lauer die Wittwe in aller Form. Die Dame besaß nämlich 8000 Fr., Mit denen Lauer sich nun wieder aufhelfen wollte. Naturlich ging er an die Börse und war alsbald ärmer als je zuvor. Das Prügeln der Gattin fruchtete diesmal nichts, denn ' diese zweite Madame. Lauer hatte keine Eltern, zu denen sie hätte zurücklehrc?. können, und überhaupt besaß sie. als gewesene Wittwe, etwas mehr Ersah rung und Energie. Sie schlug zurück. und ging auch aus Erkundigungen aus, wobei sie die ganzeWahrheit eni deckte und auch Gelegenheit zu eine Entrevue mit der ersten Madam Lauer, der geborenen Elisabeth Hiltz. fand. Die beiden Weiber wurden zu Hyänen, gerechter Weise, und ließen ihren gemeinsamen. Gemahl festnchmen. Er vertheidigte sich vor Gericht dahin, er habe geglaubt, seine erste brau habe sich von ihm scheiden las Zen. Diese Aertheldigungsart ist abc nun schon des Oefteren von französt. schen Bigamisten ergriffen worden; sie nützte daher Claude Lauer nichts und er wird daher zwei Jahre im Gefäna niß darüber nachdenken können, ob er lich ein drittes Mal in Hymens Fes. jein vegeecn qüi ' TcrJar in ttopenhagcn. An den Tagen, an denen der Zar nicht zu den Kopenhagenern kommt kommen die Kopenhaaener zum 3ar Mit den Morgenzügen, so schreibt man der Köln. Volksztg.", langen in Fredensbora größere und kleinere Jagdgesellschaften an, ausgerüstet mit Regenschirmen, Krimstechern und But terbroten. Es gilt, den Vormittag zu venuyen, die Zelt mcht mit Frühstücken im Wirthshause zu vergeuden, sondern gleich ln's Revier lm Scklok park sich zu begeben und an solchen Stellen sich zu postiren, wo man am sichersten das von den Auaen zu ena aende fürstliche Wild" erwarten darf An der Spitze trippelt qewöhnlich eine kleine magere, alte und erfahrene Dame mit vorgestrecktem Halse und schnuppernden Nasenflügeln. Sie wittert das Wild- aus weiter Entfernung und benachrichtigt die Anderen Hinter ihr folgen die männlichen Mit glieder der Truppe, zwei adjunktlich ausseyende Herren von mittlerem Al ter in schwarzen Tuchröcken und Va namahüten. Sie schielen über die Brille hinweg nach den alten Jnschriften aus den unbegreiflichen Monumen ten und vertiefen sich in eine Unterbal tung über Fredensborgs Geschichte. Ihr brachten ist darauf gerichtet. Au genzeuae eines historischen Genrebil des, wie sie es nennen, zu werden. z.B. den dänischen König nach dem Lunch auf der Terrasse stehen und dem Kaiser von Rußland eine Cigae anbieten zu seyen, die dieser dann an der Cl aarre des Prinzen von Wales anzün det. Auf diese gelehrten Schwärmer folgt nun der Haupitrupp, ein halbes

Dutzend schwer bewaffneter Damen

höheren Alters. Sie Alle sprechen wenig mit einander, marschiren, die ge spannten Gesichter steif auf dasScyloß gerichtet, nur immer vorwärts. Erste Station. Aber nichts läßt sich blicken. Nach minutenlangem Harren zieht die Gesellschaft weiter, guckt eine Weile durch das Gitter in den Marmorgarten" hlnem, sucht das Normannen thal" ab, verweilt bei der Königsbrücke" und dem russischen Portal" und überall, wo nur die geringsteHoffnung winkt, einem fürstlichen Kinderwagen zu begegnen, aber obne besonderes Glück. Es glückt dem alten Lederstrumpf nur, zwei ganz junge Prinzen aufzuspüren, von denen man aber nicht völlia überzeug! ist, daß es zwei Prinzen sind. Nach abgehaltenem Kriegsrath beschließt man dann endlich, auch weil man sich kaum mehr auf den Beinen halten kann, die Jagd einzustellen und in's Gasthaus zu gehen. Dort das weiß man sicher kommt die ganze Fürstensamilic vorbei, wenn sie um zwei Uhr spazieren fährt oder geht. In der Zwischenzeit kann man a ausruhen und zu Mittag speisen. Im Gasthause sitzen die berühmten russischen Aufpasser, die man schon aus der Zeitung als Männer mit intelligentem Gesicht und durchbohrend blickenden, allgegenwärtigen Augen" kennt. Durchbohrend blicken si: die eintretende Gesellschaft an, die indessen ihren leicht schlummernden Verdacht nicht zu wecken scheint. Scheinbar ruhig setzen sie ihr Pokullren mit zvei hier stationirten Kopen hagener Reportern fort. Das Essen wird von ländlichen Händen aufgetragen. Eine Spinne fällt in die Suppe, sonst ereignet sich nichts Merkwurdl

cn cn tf . ,, , 3 v"" v inuujm, es. bis beim Beefsteak plötzlich i .emetldnrt man aber das Brunnen

jjiuun vVll vu vivui). V;"i""d ' röhr hoch ildcr dem Äoden, o kann der und entsetzlich brüllt: Nun kommen Aufsteigende Strahl nicht mehr absie Allc miteinander!" Das wirkt wie .ihrcchcn und in Lust zerstäuben, er ist

einrdbebcn. Äu ayren der ournali-.'aefanaen. er bildet eine msammenae

sten. Aufpasser und Reisende, die Herren barhaupt, schleunig den letzten m:rr t: 1 . " v rr jicn qinunierrourgcnu, uk incil . Vt Gart-ttaHa ttnrt Vtst TOniTt ratFnh ' iit vtwunt vvii jiu t tbiQitiv, Alle stürmen hinaus und werfen sich in den Staub der Landstraße, während drei oder vier chars a banc"

schnell vorüberfahren; die Herrschaf-. den Gegendruck aus, welcher das. auften nicken und lächeln; die jüngste 'drängende Wasser -bändigt. Dieses

fürstliche Jugend aeruht laut zu lachen. Nun gilt's, schlau zu berechnen, auf weitet Weae sie zurückkommen, und ihnen entgegenzugehen, um sie in Ruhe und Bequemlichkeit noch einmal in Augenschein zu nehmen, bevor man mit hem ttirnFnfiriim nrrrfi CS,-mf mitfc ' KM V V f & V U Glückt dies, so mun die Ausbeute eine mit ?n.innt w,rk,n 55in eine Kaiserin, mehrere Könige und ' Königinnen, etliche Thronfolger unb (Wm-msf? sw? nn Menge minderjähriger Fürstlichkeiten VVVVHf lil.VI IMIIVIII VtVtV VttfcV UUII.1V ' I u beiderlei Geschlechts, die man nicht zu klassifiziren weiß. Und wenn man am nächsten Tage oder später in seiner Zeitung die Mittheilung des vortreffllchen Korrespondenten liest: Gegen 2 1-2 Uhr fuhr die ganze Kaiserfamiue mit sämmtlichen Gästen in vier .chars a banc" aus: die hohen Herrschaften kehrten gegen 3 1-2 Uhr zurück," dann versteht man diese stimmungsvollen Zeilen viel besser, als früher. Das (S::)e der Fettleibigkeit? Nur keine Angst. eS handelt sig nicht um dsZ Lebensende, sondern um das Ende des Tickseins!" Einem Londoner Arzte, Dr. Sarill. soll es nämlich gelungen sein, ein wirkliches Heilverfahren gegei: Fettleibigkeit zu entdecken. Nach dieser Heilmethode wurde u. A. das nicht weniger als 133 Kilogramm betragende Körpergewicht eines 63jährigen, überaus fettleibigen! Mannes durch Dr. Sarill innerhalb sechs Monate auf 103, mithin um 25 Kilogramm reduzirt. Die Kur" be! stand in Folgendem: Durch vier Mo nate erhielt der Kranke keine anderi Nahrung als Fisch: und gesottenes Fleisch; zwischen den einzelnen Mahl zelten mußte der Patient alle zwei Stunden einen Schoppen heißen Wassers trinken. Nach vier Monaten erst durfte der Mann etwas Arot, Butter. Thee und Milch genießen. Zwei bis drei Monate später konnte er eine leichte gemischte Kost vertragen, ohne an Ge wicht wieder zuzunehmen, nur Kartof feln durfre er niemals essen. Dr. Sarill schreibt diesen glänzenden Heilersclg hauptsächlich den großen Quantitäten heißen Wassers zu, die der Mann in den bezeichnet! Intervallen getrunken hatte. Und wenn man sich diese Kur genauer betrachtet, so läßt sich in der That nicht schwer einsehen, daß man dabei nicht sehr zunehmen kann. Heißes Wasser alle Achtung vor dem Magen! Vier Monate nichts als Fische und gesottenes Fleisch. Alle Achtung vor der Geduld! Da ist es kein Wunder wenn das Fett schwindet. Da aber nicht viele Dicke" kräftig genuz sein dürften, diese Kur halbwegs unerschüttert zu überstehen, so erscheint die Hoffnung, daß in naher Zeit die dicken Leute ganz aussterben und an ihrer Stelle lauter Don Qmxotes die Erde bevölkern werden wodurch allerdings mehr Platz für die Menschen würde alö eine sehr trügerische. Prinzipal: .Schreiben Sie ll ber: .Wir zeichmn ' achwngSvoll Meyer & Eo." .Mit aller Achtung sagt man. wenn man von etwas Unanständigem redet." Beide sjnd glücklich. A.: Du siehst ja so vergnügt aus! B.: Ich habe auch Grund, ich habe mich eben mit Frl. Weber verlobt. Du siehst ja aber auch so vergnügt aus. was hast Du denn? A.: Nun, ich habe auch Grund, denn Frl. Weder hat mir heute Morgen meinen VerlobungSring zu rückgezch?c!t!

ArtestsSieVrunnen. Aehnliche Fälle, wie der zu Schneidemühl. wo ein artesischer Brunnen fast )ie Halde Stadt unter Wasser setzte und :in ganzes Häusergeviert mit Einsturz dedrobte, sind in der Geschichte der Lrunnenbohrungen bereits vorge'ommen. So hat ein Herr Brook in Hammcri'mith auf seinem Grundstück :inen Brunnen anlegen lassen, oerlw Fuß tief war. Als man den Bohrer herauszog, drängten Wasscrmassen hervor, die in w.'nigen Stunden den 'Platz, auf welchem das Haus stand, in :inen Teich verwandelten. Immer weiter breitete sich die Fluth aus und hatte binnen Kurzem die Nachbarschaft in einem Umfange von LO Toisen über schwemmt. Die Küchen, welche unter halb des Parterres lagen, waren in Sischbehälter verwandelt. Die Häuser sunoamente begannen unsicher zu werden. d'.e bedrohten Gebäude sahen bedenklich aus. Ter Magistrat muhte einschreiten, um ein Umsichgreifen der Zerstörung zu verhindern. Man ver suchte das Brunnenrohr mit Holz zu

verstopfen, ader der Wasicrschwall drängte die stopfen wieder hinaus; ebenso mißlang ein Versuch mlt ci;cr nen Verschlüssen. Endlich kam man auf die Idee, in das Rohr eine Anzahl Nöhrcn von immer engerem Turchmejser clnzuzchicden, welche nun festhielt ten und der Verwüstung ein Ende machten. Der Strahl eines artesischen Brun nens entsteht demnach in Folge des TruclcS. mit welchem das Wasjer aus der Äohre herausdringt. Es s.ndet an der Lust keinen Widerstand nnd springt elastisch empor, um in der Höhe zusammenzubrechen und der nach' hril nnMihtn irtti! ifrtft iif mr,4irn baltcne teste Saul. st diese Säule ;j0 hoch geführt, als der ferne, unbe- . ... . . ' lanme ilrlprungsorl dcs Hassers aus k A' L I . . i. L.vl - 1 si. v . u uiiii vytuuuc iiuj uuuiuci, v 11 VUS Gleichgewicht hergestellt. Oder mit ' anderen Worten: ' Das Wasser im at nullten Robre übt durch sein Gewicht rann nicht mehr in die Höhe springen. da ci über ,'ch eine Wasseriaule lasten mit. 'ccyl man das R oh r nur o doch, das; die Wassersäule gerade noch ralt oeöait. überzulaufen, so wird der ! lruizere vringnrayl in cin langsam lüllHnt-5 Wüster vcrwaiivelt; UNd r , r . i r. t ' ' wahrend es M0r Mlt einer Ecwalt. i"nec chnclligkclt herausdrang, welche .ih"' möglich machte. Sand .aus seinem 1 hrhrtr,1inl'll K tto l(llltllh..in tfnX 4a 'u11"1" " wiu, uy , die trdc zu unterhöhlen, kommt er leyt I. ? ' , . , '., . . ll.inlifni . fe ,4 1 1 .4i av 141.' i, lUlllUIll ll l.llUlil. IIUIIUV, Ulll Jahigteit ein Körnchen in di: Höhe zu schlcp.ctt. ' pat man oen Brunnen zu Cchneidemlihl gebändigt. Ter Brun ncnmachcr Bel-er war es. der bis zu einer c)c von 0 Jun das Brunnen rohr vcrlangcru lien und damit die Gewalt dc? Strahles brach. (5s ist cinleuchtend. da; nicht alle Bohrlöcher springende Strahlen geben. Die Qucllen müssen nicht immer vom Gebirge immen. sie können sich erst in der (5ldtlcse sammeln: dann, lvird das Wetter nicht herousjprudcln. londern man wird rs pumpen müssen. Ja das Boyrlvch lann in ttieslagcr. Spalten und ilsse hinabführen, welche durch lässig sild: cin solcher gebohrter Brun, nen ist ein negativer oder abjolbirender Brunnen, er verschluckt Wasser' und tan nur als Ablauf venvendct wer d:n. Endlich kann die Natur an ein und derselben Stelle gleichzeitig meh rere wasserdichte BeHalter über einan der angelegt haben, und das thut sie öfters: dann wird man in verschiede nen liefen verschieden geariele Wasser quellen erdohren können, tiin sehr interessantcs Bclspiel ist der Brunnen zu St. Tenis. (5r besteht aus drei in einander geschobenen Nöhren, welche zwiichen sich genug Spielraum lassen. damit das Wasser hervordringt. Das innerste und tiesste Nohr reicht GO0 i'ieter lnuab und brmat von drt srischsuellendes, reines klares Wasser. das 31111t Trinken dient. Das zweite Nohr geht nicht so tief. In dem wi schenruum zwischen diesem und drin n nersten kommt Minder appetitliches Wasser zu Tage, welches flir den Stra rengebrauch, zum Aufsprien, Abspü len u. f. w. verwendbar i t. ls wird getrennt vom Trinkwasfer ausgesangen. Das äußerste Rohr endlich um'chlikßt einen Naum, der in einer duichlassigen Tiefe endet. TaS überschüssige Was ser der beiden anderen und das ge brauchte laufen hier ab. Dieser drei fach wirkende Brunnen it dadurch zu Stande gebracht, dak ledes Rohr in eine andere Erdschicht mündet. Nicht immer ist eS der Wasserdruck, der den Strahl in die Höhe treibt, nach dem aus der Physik bekannten hydrv' statischen Gesetz. Manchmal sind eS Gase, wie Wanerstosf, Kohlensäure. die durch ihren Druck dieselbe Wirkung ausüben, wie wir, um ein Beispiel aus dem Alltagsleben zu nehmen, ähnliches an den SelterSflaschen sehen, deren Kohlensäuregehalt daS Wasjcr hinauS' spritzt. Solcher, Brunnen gibt es aus der Erde mancherlei, z. B in Deutzch land in et) ich o. i:stn, wo die ttohlen säure ausgesangen und zu Badezwek ken verwendet, in Gottesgade. wo Koh lcnwasserstoft für BkleuchtungSzwecke aus artkNlchen Brunnen gewonnen Wird. Auch Kifsingen besitzt einen der tiefsten artesischen Brunnen Die Brunnen, die ans sehr großer Tiefe kommen, bringen Wasser her Vor, daS die hohe Temperatur des Erd innern angenommen hat. Solches Wasser dient alS Thermalquelle zum Baden, wie in Ungarn, zum Heizen, wie im Spital zu Grenelle zu Paris und in einer württembergischen Fabrik, zum Wärmen von Treibhäusern zc. zc. Wasser, welches mit besonders großer Eersatt hervorströmt, wird auch zum

treiben voi Maschin:n. al'o al-Kraft

quelle bcnilt. BedcnZt mau. wie viele Landstriche unter fortwäb'.cnd?m Wassermangel verdörrcn. wie mancher fruchtbare Bo den darunter leidet und Türre und Trockenheit die Wecker entkräften, wie Ost Mensch und Bieh auf schlechtes. fauliges Wasser angewiesen iins. so wird man den großen Segen zu Katzen wissen, welcher durch eine geschickte An läge von artesischen Brunnen acsckanen wird. Die für diese verauSacbten Tausende bilden eine Bereicherung des Landes. Und nicht nur der lutS besiter. auch der Fabritbesiker wird in der Anlaae eines solchen Bru::nenS Rettung vor Mangel finden. Nur erfordert es eine genaue Kenntniß der geologischen Berhältnllse deS Erdbo denS ln dem betreffenden Landstrich, da man sonst jahrelange Arbeit und arofce Kosten an ein zwealoleS Unter nehmen verschwenden kann. TaS tiefste Brunnenbohrloch der Eid?, dasjenige zu St. Louis in Missouri, ist wasser los. Ein schwacher Äersnch. Von Gustav Tellheim. Einer meiner Freunde ersuchte mich ! unlängst, ihm die bekanntesten modera i'A iw f -r iJC Z w ! s umS utu luyict. ui ujici wuyitiuiutic uui Eigenart novellistisch zu schildern. Obwohl ich natürlich aus der unqeheuren Menge des vorliegenden Stoffes nur Weniges wählen konnte, hoffe ich dennoch, daß es mir gelungen ist, einig! der markantesten Persönlichkeiten in der Schnftstellerwelt in Schreibweise und Eigenart auf dem Papiere festzuhalten und so dem Wunsche meines Freundes gerecht zu werden. Deutsch (Marlitt). Der junge Assessor Holm saß sinnend bei seinem Schreibtische, die wohlgepflegte Hand in dem Walde seiner kastanienbraunen Haare vergrabend. Vor ihm lag ein angefangener Brief. der mit den Worten Geliebte Marianne ! begann. Loch nein, ihr durfte er nicht schreiben, wie konnte et es auch wagen, seine Augen zu der stolzen Baronesse von Roedern zu erheben. Da öffnete sich plötzlich die Thür, ein Telegraphenbote trat ein. der ihm eine Depesche überreichte. Mit zitternder Hand erbrach er sie ; vor seinen Augen flimmerte und flammte es ; endlich hatte er sich so weit erholt, daß er im Stande war, den Inhalt des Telegramms zu lesen : Onkel Theodor gestorben. Dich zum Universalerbell eingcseht ; komme sofort." Reich, angesehen ! Im Taumel des Glückes eilte er zu Marianne, theilte ihr und ihrer Mutter Alles mit und wenige Wochen darauf führte er die liebreZ zende Baronesse von Noedcrn als Gattin heim. Französisch (Maupassant). Es ist angenehm, beim Scheine der Lampe zu plaudern, wenn bis letzten Strahlen der Sonne mit ihrem Lichtk die Schisse der Seine beleuchten und allmälia das Gerassel der Wagen, das Lärmen der Fukgänger zu verstummen beginnt. So dachte auch die kleine, reizende Baronesse Marianne de Fronsac, während sie mit schmachtenden Blicken den ilzr gegenüb.'rslenden Henri, einen gutmüthigen Jungen von vierundzwan.'ig Jahren, schier zu ver zehren schien. Sie duldete es. wß sein kühner geu'ordenrr Arm i?zre schlanke Taille umschlang : sie duldete es. daß seine vollen, rothen Lippen die ihren in heißen Küssen berührten und wehrte es auch nicht, als er sie mehr und mehr zu sich heranzog . Draußen war inzwischen die Sonne völlig untergegangen und die Nacht war hrrnnge brocken. Arme Marianne ! Glücklicher Henri ! S y m b o"l i st i s ch (Maelcrlink) Die Uhr schlug eben Acht. Die Thür knarrte und 'ein Lossel fiel klirrend zu Boden. Mariami? trat cin. blaß, hohlwangig, 'zitt.rnd. Sie wandte sich an ihren Berlobteil : Wie Viel Uhr ist es. Heinrich?- Es schlug eben Acht." Nein. Heinrich. ks ist nicht Acht. eS ist bald Mitternacht. mich schauert's." (Kleine Pause, hierauf. Marianne) Hörtest Du die Thür knarren. Heinrich V Ja. ich horte d,e Tbür knarren. Marianne Ein Löffel siel klirrend zu Boden. Hein rich !" Armer, kleiner Löfsel. ar mer. kleiner, silberner Löffels Dich dauert der Löffel. Heinrich." (Lange Paufe : ein Windzug öffnet das Fenster, eine Eule krächzt unheimlich. Marianne ist todt.) Armer, kleiner Löffel, der zu Boden fiel, armes Mädchen. dessen Lebenslicht erlöschte. Und die Uhr schlug eben Acht. Germanisch (Felix Dahn). Watolf der Wende schritt -wohlge-muth zum schirmenden Schilfe und sckab sein 5?anrkeua in's Wasser. Da hörte der lockigeWende ein leises Lachen und vor ihm stand im stattlichen Staate ein junges Wendenmädchen mit minniger Miene. Watolf. mein Lack'rrr. wohin wählst Du den Weg ?" Wo. hin ich ihn wähle ? Zu Deinem Bater. um zum Weib Dich zu wünschen." Da barg die minnige Maid ihr erglühendes Gesicht an der breiten Brust des Braven und eng umschlungen fuhren sie froh zum Vater. Dieser legte schweigend die schwieligen Hände des wackeren Wenden in die seiner trauli chen Tochter, und Waiolf der Wende und Irmgard. Irtttbalds Tochter, w.1ren ein Paar. Möge Odhin sie schützen und ??reya sie schirmen vor Unheil und nächtlichem Gejaide. , Merkwürd iges Gedächtmfe. Herr: Was. Sie sind schon wie der da. ich habe Sie doch erst gestern rausgeschmissen!" Hausirer: Gott, was für ein Gedächtniß Sie haben, ich hab' es schon längst vergessen!"

Berliner ertiJtösecne.

Bahn frei! Wenn Eener Wirth is un hat eenen Jarten und 'ne Kejclbahn un nimmr LahnZeld von mir. den fabe ii ooch det Recht, zu schieben. Mein Jeld iS am Ende ooch keen Blei! Dct jloobe ick, det könnte ihm woll so passen, immer man so den Zaster instreichen urr denn nischt dafor leisten. Det paßt zu'n heitijen Zeitjeist wie'n Reibeisen zum Kinderwaschen. So der Bügser I.. der sich vor dem Sch'öffcnge richt wegen Hausfriedensbruchs undKörperverletzung zu verantworten hatte. Vors.: Ich denke, Sie lassen alle überflüssigen Redensarten und erzäh lcn kurz, was Sie am Nachmittage deZ 24. Juni d. I. mit dem Restaurateur M. vorgehabt haben. Angekl.:. Det kann ick sehr propper machen, denn ick bin in'n Alljemeine nich sehr für Leite, die mit derSprechrühr behaftet sind. Also det war eix Sonnabend-Nachmittag un eene kal libarischc Hitze. Ick wollte eijentlich baden jehn, treffe aber uf die Straße een paar Bekennte, die mir richtig rumkriejen, det ick rmt ihnen leiclii zehe. Det Kejeln ls schon immer mrt O tVitit JC C 4 t T u uc ctiyciiU;Ui un vor nc jute Kejelbahne lasse ick das feinste Essen stehn. Meine Frau sagt immer. sie will mir ne Kegelkugel in dre Hand drücken, wenn sie mir in'n Sarcr, lesen. Vors.: Aber Sie sind ja ein uner träglicher Schwätzer! Wenn Sie nun nicht zur Sache kommen, entziehe ich Ihnen das Wort. Angekl.: Denn kann rck mernsweien ooch direkt bei't Kegeln anfangen. Also wir jehn zusammen nach'n Brunnen un kehren bei M. ein. obgleich ick det nich wollte, denn ick kenne den Mann als eene janz hinterlistijc Flöte. Beide Kegelbahnen waren frei, wir 50 gen die Rocke aus, klingelten denZöllner, det er uns eenen Bahnbeamtelt zum,Ufsetzen un die Jetränke besorgte, un wischen die Tafel ab. Der Kellner bringt die Weisen, der dielt Wirth tappelt aber hinterher un sagk Meine Herren, sagt er, aus det Kegeln kann nischt wer n, denn um suns Uhr kommt eene, Veamten-Jescllschaft, die beide Bahnen an jedem Sonnabend gepachtet hat. Ick sage denn, det dct ja eene janz neie Mode wäre der Recht, zu schieben, hätt: Jeder, der for die Bahn bezahlt, un den Kastengeist sollte er man für sich behalten. War det nich so weit janz jut jefagt. Herr Jerichtshof?" Vors.: Machen Sie, daß Sie mit Ihrer Erzählung zu Ende kommen. Angelk.: Also nu schmeißt der Wirth sich in die Brust un meent, det Recht, zu schieben, hätte blos Derjenige, den er det erlauben dhäte, un wir sollten nich mal schieben, bis die Jesellschast käme, denn er hätte die Bahne reene machen lassen, un so sollte sie überjeben werden. Wat? sage ick. un der Kell ner hat schon fünfzig Fennije injesto chen. die ick als Bahnjeld un'f Disch jelegt habe? Der Kellner meente, det sei for die Zeche jewesen un ick blieb dabei, det det Bahnjeld sein sollte un nu könnte mir keener mehr det Recht, zu schieben, nehmen. Un ick jchc an den Kasien un nehme mir eene Kugel un sage zum Wirth, der vor mit stand: Bahn frei! Er will det aber nich leiden un will mir die Kugel au der Hand nehmen und dakei muß sie mir woll aus die Finger gerutscht sind, denn mit ecnem Male sängt er an, auf cenen Fus; herumzubüppen un schrei!-. Mein Been! Mein Been! Ja. so is et jewesen un ick bin denn meine beeden Kollejen nachjejangen. die sich schon vorher jedrückt hatten. Durch die Beweisaufnahme wurdr. festgestellt, daß der Angeklagte die Kugel dem Wirthe absichtlich auf dieFüßc geworfen und demselben eine höüst schmerzhaste Quetschung zugefügt hatte. Ein Hausfriedensbruch wurde nicht für erwiesen erachtet. Nachdem ber Angeklagte das auf eine Woche Gefängniß lautende Ur theil veriioiizmen. erklärte er. Berufung einlegen zu wollen, denn üzh Recht zu schieben, könne ihm Niemand nehmen. S Bariante. In ein Stammbuch. Genieße, was dir Gott beschieden. Entbehr' 's Genie, das du nicht hast. Und laß die ander'n Leut' in Frieden Mit allem, was du selbst verfaßt. Beim Wort genommen. Onkel: Als angehender Doctor wirst Du meinen Zustand wohl genau U urtheilen können, also sprich es frei heraus, was Du von ihm hältst, ich bin aus Alles gefaßt. Student: Wenn Du auf Alles gefaßt bist. On. kel. dann wird es Dich auch nicht geniren, wenn ich mir erlaube. Dich in er, ster Linie um ein Darlehn von fünfzig Mark zu bitten! Ein Hof-Kammer- und Leib-Sänger. In Weimar hat ern junger Bürgerschullehrer, Herr Bauch, seine Stimme' entdeckt und ist bereits für die dortige Hofoper verpflichtet worden. Den Unterofficieren dei Weimarer Garnison soll seitdem ver-. boten worden sein, die Opern-Vorstel-lungkn zu besuchen, damit sie nich, Protestiren, wenn das applaudirendL Publikum .Bauch heraus!" ruft. MachtdcrGewohnhett. A.: Unser Freund Schmidt ist jc wohl zur Weltausstellung nach Ehk rago gefahren, nicht wahr? V.: Ja, et ist aber nur bis New ?)ork gekommen! A.: Wie so denn? B.: Er hat sich mit einer jungen Amerikanerin verheirat thet und die junge Frau bestand darauf, daß er die. Hochzeitsreise nach Europa machte!