Indiana Tribüne, Volume 17, Number 26, Indianapolis, Marion County, 14 October 1893 — Page 1
K . 7 N -sS AS -CCs A25:vfr -??. ? - f: A0 O A ii r i i 'i " f r s v Ky o W W W y v UVo Jahrgang 17. Office : No. 18 Sud Alabama Straße. No. 26 Indianapolis, Indiana, Samstag, den (Oktober 1893.
I
Sprechet vor Ux
Boicourt, Tyner & Co.. -fürfflionn m c n t c, t Granit oder Marmor. Office nd Arbeitl statte: 82 & 4 Massachusetts Lve. Telephon 993. Danksagung. Dem Deutschen Mtlktärverein sage 16 hiermit meine Dank, für dte pünktliche Auszahlung von W Dollar? BeerdignngSkoNen für meine er ftsrbenea Q alten John B ö h ra. Caroltue Vöhm. aattia. Schwoba Kirbe veranstaltet vom Schwäbischen Unterst. Berein am Montag. 16. Oktober in d r Mozart - Hallo ! Aufgevaßt : Bon dem Programm für die Schwoba-Kirbe wird diesmal ni; auSge schwätzt, aber gspaßig ist'S! Fairview Park Der schönste park in Indiana, und eine hübsche Fahrt von 6 Meilen. Elektrische Wagen verlassen Ecke JllinoiS und Washington Straße über die JllinoiS Straßenbahnlinie alle 20 Minuten, und über die College Ave. Lmie alle 20 Minuten. Der letzte Wagen verläßt den Park um 11 Uhr 47 Min. Nachts. D e ut s ch e kaust nur solches Brod, auf dem sich der Stempel "Won" befindet. JZR. . fefD dfei p---' Cv - 5i ..r Schiffsscheine nach Europa, 920.00 biö $275.00. Schiffsscheine von Europa, 923.00 biö 9273.00. P. Pfisterer, Office: Clo. 70 Cfl Market Straße. Delev do n I. Herbst'Hüt'e. Wir haben ein reichhaltiges Lager derselben und in Anbetracht der vorgerückten Saison verkaufen wir bieselben zu herabgesetzten Preisen. Bamberger, . W. Ecke Pennsylvania und Walbinaton Strafe. George Herrmann Zsichenbeftatter, Office : 26 Süd Delavareftr. VU2e: 120, 122, 124, 12, 128 Oft Pearlftr. klb, 11. Offen Xaa nnd seit. Extrafein! Creme be Irr Creme! Nur in Flaschen! PALE SELECT! Da? beste Bier in der Stadt Sebrant von der R0ME BREWING CO. cUcoastXDTto XEDaDOj 80 Cüb Delamare Ctt. SeUftfto IM. I. H. Grüuert, Ske Virginia Avenue und Gcbura Straße. Zleus Wirthfchnft. Die iefte etränke nd Sigarren. geb fingen armer uunq. $ ynittk Itt srenndlUbft clxftUU
&anÄArl frA
Editorielles. ES ist eigenthümlich, welch sonderbare Ideen in den Köpfen einer gewissen Klasse Liberaler spucken. Hie
und da spiegeln sich solche Ideen in Zeitungsartikeln wieder und man fragt sich dann, ob denn unsere ZeitungSscreiber gar nicht sehen können, waS um sie her vorgehe nder ob sie bloß auö triftigen Gründen nicht sehen wollen. Den Anstrengungen der Sozialisten in Oesterreich scheint eö zu gelingen, wenn auch nicht daS allgemeine Stimm recht, so doch eine Ausdehnung dessel ben herbeizuführen. Und dazu bemerkt das ..Cincinnati Volksblatt" : Allem Anschein nach wird er den StaatS-SozialiSmuS als Mittel benutzen, um die Liberalen zu Boden zu strecken. Die sozialdemokratischen Elemente, welche durch die beabsichtigte Aenderung in den Reichstag gelangen werden, haben weder für Liberalismus, noch für daö Deutfchthum irgend welcheS Verständniß. Für sie handelt es sich bloS um Magensragen. Für ein Linsengericht verkaufen sie Deutschhum und bürgerliche Rechte. Der einzige Trost ist, daß die Sozialdemokraten sehr unzuverlässige und niemals zu befriedigende Leute find. Sie werden schließlich ihre Forderungen so hoch spannen, daß die Regierung genöthigt sein wird, sich auch von ihnen abzuwenden, und dann wird endlich daö Ziel erreicht werden : Ein Reichsrath, der, auf dem Boden der gegenwartigen gesellschaftlichen Ordnung stehend, mit patriotischem Sinne für die Interessen deS gefammten Oestreich orgen wird." Da haben wir wieder einen der einältlgen typischen Versuche, den So zialiömuS als gemein materialistisch zu verdammen, und sich auf die vermeint ich höhere Warte' deS Idealismus zu stellen i- .- ... Wir sind weit entfernt davon, den Liberalen ihren Idealismus nehmen zu wollen, zumeist aber, wenn man ihn genau analysirt, dann steckt doch auch nichts anderes dahinter, als eine ganz gewöhnliche Interessenpolitik, denn ür die Entwicklung und Ausdehnung deS Kapitalismus ist der Liberalismus, der die Intervention deS Staates in Angelegenheiten der Industrie und des Handels zurückweist, eine unbedingte Nothwendigkeit. Je weniger der Staat sich einmischt, desto mehr Bewegungsfreiheit hat das Kapital, und deshalb finden wir auch zumeist die Bourgeosie in den Reihen der Libera en.' Hier von Idealen zu reden, ist einfach lächerlich. Noch dümmer ist es, den SozialimuZ als eine bloße Magenfrage ver(tätlich machen zu wollen. Man reduzice einmal daS kärgliche Einkommen eines Liberalen auf den kärglichen Lohn eines Arbeiters und man wird staunen, wie schnell der Idealismus verflogen ist. Die Beschaffung der Cxistenzmitel ist daö Erste und Nothwendigste und wo diese nicht ausreichend vorhanden find, und man von Tag zu Tag um daS Brod zu sorgen hat, verschwinden die sog. idealen Bestrebungen ganz von selbst. Eö bringt dem österreichischen Arbeiter keinen Deut ein, ob in Böhwen die Tschechen oder in Ungarn die Magyaren selbstständige politische Rechte genießen oder nicht.- Daö ist für sie Nebensache. Wenn der Staat nicht dafür sorgen kann, daß Zeder eine auskömmliche Ezistenz hat, dann ist er überhaupt überflüssig. Und hier in Amerika, wo steckt denn da der Idealismus? Die Tariffrage und die Silbersrage sind in der prak tischen Bedeutung deS Wortes für die Geschäftsleute, Korporationen, Ban kierS u. s. w. zwar keine Magenfrage, denn zu essen haben diese Leute auf jeden Fall, wohl aber Fragen deS raa teriellen Interesses und daö ist dochM Grunde dasselbe. Für solche Auslassungen wie die deö Ein. VolkSblatt giebt eS nur ein Lacheln und Achselzucken. m ifi m Qvafynadividiim Inland. Der Sisenbahnmolsch. Furchtbare Katastrophe aus der Michigan Central Bahn. Jackson, Mich., 12. Okt. Sine schreckliche Katastrophe ereignete sich au der Michigan Central Bahn.
Zwei hintereinander folgende Personenzüge kollidirten und 9 Waggons wurden zertrümmert. Auf den Zügen befanden sich mehrere Hundert Personen. Es heißt,
daß über 100 derselben verletzt und eine Anzahl getödtet sind. Nach den letzten Berichten sollen be reitS 18 Leichen aus den Trümmern gezogen worden sein. Die Katastrophe ereignete sich heute Vormittag um 9 Uhr. Die zweite Sektion deS Oöwego SpezialzugeS rannte bei einerGeschwindigkeit von 40 Meilen gegen die erste Sektion und im Nu war ein kolossaler Trümmerhaufen aufgethürmt. Binnen 20 Minuten waren bereits 6 Leichen aufgefunden. Unter den Verletzten werden viele nicht mit dem Leben davonkommen. Aerzte, Leichenbestatter und Krankenwärter sind von Jackson nach dem Schauplatze der Katastrophe abgereist. DaS Unglück ereignete sich nur etwa 100 Fuß vom hiesigen Bahnhof. Ein Ezcursionszug stand auf dem Geleise, alS der andere Zug ankam. Die Lustbremse versagte die Dienste und der Lokomotivführer konnte den Zu! nicht zum Stehen bringen. Die Leichen wurden nach der Morgue gebracht. Die Verletzten fanden in den Hotels und Hospitälern Unterkunft: Von den Bahnbeamten ist wenig über das Unglück zu erfahren. Selbes Fieber. Brunswick, Ga., 13. Okt. Die offiziellen Fieber - Berichte von heute fad wie folgt : Neue Fälle; Weiße 14, Farbige 28. Todesfälle: Weiße 1, Farbige 1. Also im Ganzen : Fälle unter Behandlung 238 ; entlassen 140; gestorben 21; Sterberate 5.2 Prozent. Die Union Pacific Eisenbahn bankerott. Oma h a, Neb., 13. Okt. Herr S. H. H..Clarke, der Präsident der Union Pacific Eisenbahn, sowohl alö der Kontrolleur Mink, sind beute vom hiesigen Ver. Staaten Preisgericht zu Massenverwalern der Union Pacific Eisenbahn ernannt werten. Die Bahn wird demgemäß ganz UNter der gegenwärtigen Verwaltung bleiben. Herr Ellery Anderson ist hauptsachlich ernannt worden, um die Interessen der Bundesregierung in der Bahn zu wahren. . Die Ernennung der Massenverwaler kam nicht unerwartet, da in der am 10. Oktober abgehaltenen Direktoren Versammlung eö klar zu Tage kam, daß die Kompagnie nicht im Stande sein werde, die demnächst fällig werdenden Zinsen und andere Ausgaben zu decken Die! ist eine Folge der außergewöhnichei GeschäftS-Stockangcn, die wahren) deS SommerS den EisenbahnVerkehr auf ein Minimum reduzirt haben. Die Massenverwalter wurden unter je $50,000 Bürgschaft gestellt. - Bankerott. Chicago, Zlls., 13. Oktbr. Die Ketcham Lumber Co. von hier hat sich ür bankerott erklärt. Die Aktiva belaufen sich auf $2G0,00Q, die Passiva dagegen auf nur 5250,000. Ein Wechsei für $55,000, weihen die Firma nicht bezahlen konnte, war eingeklagt worden und dieö hat zu dem Konkurs geführt. ' DaS W e t t s e g e l n um den Americuö-Becher. N e w I o r k. 13. SXt. DaS inter nationale Wettsegeln um den Ameri-cuS-Becher ist entschieden. Die amerikanische Jacht Vigilant" hat, wie die beiden ersten, so auch daS dritte Wettsegeln gewonnen und der Becher, der sich schon seit dem Jahr 1852 in Amerika befindet, bleibt auch dieSmal wieder hier. - Eine Diktatur in Guatemal. Washington, D. C., 13. Okt. DaS Staatsdepartement ist von dem Ver. Staaten Konsul in Guatemala benachrichtigt worden, daß sich gestern der Präsident BarroiS von Guatemala zum Diktator proklamirt habe. Der Präsident löste den ihm feindlichen Kongreß auf und ordnete eine Neu wähl an.
Wetteraussichten. Wind mit kühlerem, aber schönem Wetter für heute, Sonntag und Montag,
Ausland.
Die russische Flotte in T o u l o n. Tou lo n, 13. Okt. DaS so sehnsüchtig erwartete russische Geschwader ist heute Mittag kurz vor 12 Uhr im hiesigen Hafen eingelaufen und von der ganzen Bevölkerung mit fast wahnsin Niger Begeisterung empfangen worden.' AlS die erste telegraphische Nachricht hier eintraf, daß daS Geschwader un gefähr lö Meilen von Toulon entfernt in Sicht gekommen sei, fuhr ihm der französische Kreuzer Davoust", der von vier Aviso - Dampfern und sechs Torpedobooten begleitet war, entgegen. An Bord eines anderen Dampfers befanden sich der russische Minister deS Aeußeren, Herr von GierS, der russische Gesandte, Baon von Mohrenheim, sowie die Attaches der russischen Gesandtschast in Paris in voller Uni form. Herr von Giers begab sich zunächst an Bord deS russischen Flaggenschiffes Kaiser NicholaS I.", um den Kom Mandanten des Geschwaders, Admiral Avellan, zu begrüßen. Die russischen Kriegsschiffe fuhren unter dem Donner der Kanonen und dem enthusiastischen Iurrahrufen einer ungeheuren Menschenmenge, die von Nah und Fern herbeigeströmt war, in den Hafen ein. Zunächst wurden die Gäste vom 'Naire begrüßt. Admiral Avellan sprach dem Maire im Namen jedes Russen Dank für den herzlichen Empfang auS. Die Menge vor dem Gebäude war ungemein enthusiastisch und brach beständig in Rufe, wie Es lebe Rußland" und Es lebe der Zar" aus. Zunächst empfing der Admiral verschiedene Deputationen, und bei diesem Anlasse wnrden ihm verschiedene werth-! volle Geschenke für seine Frau und die Frauen der Mitglieder seines Stabes überreicht. Am Abend fand in der Marineprä-. fektur ein Bankct zu Ehren der Gäste statt, an welchem scckz'g Personen! theilnahmen und bei welchem ein Toast auf den Zaren ausgebracht wurde, auf den d r Admiral Avell in enteancte. . .,, , .. . ,, . Ist vielleicht die Cholera. London, 13. Okt. In dem Arbeitöhauö zu Grecnwich herrscht äugenblicklich eine gefährliche Art von Diarrhöe und die Arzte scheinen sich jetzt der Annahme zuzuneigen, daß eS sich hierbei um eine milde Form von Cholera handelt. Mehr als 150 der Insassen sind bereits von der Krankheit ergriffen worden und zwtt sind gestorben. Eine genaue Untersuchung der Liichen wird heute Abend vorgenommen werden. Die Ermordung Jvbn jUll!fl. Gestern Nachmittag fand ein Vorverhör in Sachen deS Staates gegen Frank Moore lias Necd und Chas. Bristo.v von Friedensrichter Daniels statt. Moore's Mutter, Frau Ellis, sagte auS, was wir schon gebracht haben, Um aber mehr BemeiSmaterial zu schassen, wurde der Fall vertagt. John Oliver, der Satte von 2da Olive?, welcher bekanntlich in dem Fall eine Rolle spielte, will in Moore den Detektiv" wiedererkennen, von dem damals so viel die Rede war. Man darf auf die Entwicklung deö VersahrenS gespannt sein. m -t m Warum ist er so reizbar? Diese Frage wird oft gehört und bleibt so oft unbeantwortet.
H ie s i ges.
Die Ursache schlechter Laune und mausmus oai. roie rann er iieoenswürdig und angenehm sein ? Kann man erwarten, daß ein Mensch, der an schlechter Verdauung leidet, lustig und guter Laune sein ? Der einzige Weg. die Schwierigkeit zu heben, liegt darin, an die Quelle zu gehen. Dyspepsia, Rheumatismus, unreines Blut. Leberleiden weichen dem Hoods Sarsaparilla, deshalb beruhigtes, bringt Irieden ins Gemüth und verhindert Streitigkeiten im Hause. JameZ D. OakeS, der Spe-. zialpolizist. der unter der Anklage den Charles . PittS während des' letzten ! . i - Streikkramallö erschossen zu haben,
V Mr,. imca jaunc sicher, in EmS stets im schwarzen Reizbarkeit liegt oft im körperlichen .Ithrock. grauen Beinkleidern und wei- " 'Ä: 5er West? erscheinend, nur drei weiß,
verhaftet wurde, ist jetzt unter Z5000
Bürgschaft freigelassen worden. Die Summe war vom stellvertretenden Polizeirichrer Mattler bemessen worden. Der Oberleiter der Big Four Co. Van Winkle wurde als Bürge angenommen. WCT William H. Bracker von Brookville, der neue Ver. St. Steuereinnebmer für diesen Distrikt, stattete gestern Indianapolis einen Besuch ab'. Er sagte, daß seine Ofsice vorderhand in Lawrenceburg bleiben werde, trotz dem er eS vorziehen würde, hierher überzusiedeln. Für die 41 Schreiberstellen, welche ihm zur Besetzung überlassen sind, haben sich bis jetzt 1500 Personen beworben, so daß es ihm schwerfällt, eine Auswahl zutreffen. Schön und rein Soll das Hauö stets sein! Die besten Bürsten dazu kauft man bei H. . S ch m e d e l 420 Ost McCarty $tr Die Supreme Court hat das auf lebenslängliche Zuchthausstrafe lautende Urtheil der Whitley Co. Circuit Court gegen ThomaS Davidson bestätigt. Davidson wurde für überführt erachtet, seinen Onkel, Thomas Davidson, einen Farmer in Allen Co., am 25. November 1883 getödtet zu haben. Der Vcrurtheilte war von seinem Onkel an Kindesstatt angenommen worden und letzterer hatte seinem Neffen seinen Besitz überschrieben, unter der Bedingung, daß dieser ihn dafür bis zu seinem Tode bei sich behalte. Es . erhoben sich aber Streitigkeiten zwischen den Beiden, der junge Mann verließ seinen Onkel und der Alte klagte auf Rückgängigmachung der Verschreibung. EineS Morgens, als der Prozeß noch nicht zum Austrag gekommen war, wurde der alte Davidson todt in seinem Bette aufgefunden. Er war erstickt und ihm mehrere Nippen gebrochen worden. Der Verdacht lenkte sich sofort auf den Neffen und die 3ndiienbeweise wurden für so stark erachtet, daß obiges Urtheil rcsultirte. brnrioze rtnnerungen. ?Zn der Straszburzer Vost" ker'öffeniltis;t Alezander Hehler Mittheijungen über Kaiser Wilhelm den Ertic nur unseren Lesern Nicht vorentkalten wollen. Der genannte Ver s'asser schreibt. ..Am 3. Juli 1875 weilte ich in EnlZ in den vom Kaiser Wilhelm be wohulcn Zimmern. Als Direkior des Cursaal-Theaters war ich mit des Kaiser? Kammerdienern und Hausbe amten persönlich bekannt geworden, und so war eS möalicb. da mein Wunsch, einmal des Kaisers Gemächer zu sehen, erfüllt wurde. Bis dahin hatte ich nur den alten Kaiser, wie tausend andere Vorübergehende, am Eckfenster seines Wohnzimmers am Schreiöti ch sitzend ae ehen, die Brille auf der Nase, die Papierscheere in der $rn, wie er selbst zeden eingelaufenen Brief öffnete und zuerst von dessenJnhalt Kenntniß nahm Es war früh MoraenS zwischen 3 und 9 Uhr, zu welcher Zeit der Kaiser semen . Brunmncur.-.Spaziergana machte. Der alte Kammerdiener En zel führte mich in das Schlafzimmer oes Ka!ser2: ein ganz einfaches Zim mer, in welchem, wie seit einem halben Jahrhundert in jedem Zimmer öder Zelte, wo der Kaiser übernachtete, daö niedrige Feldbett aufgestellt war, kine Art von Bettkiste, in welcher stets dieselbe alte, große, dicke Taschenuhr zn einem Nagel hing, der selbst in die kostbarsten Tapeten der fürstlichenZimmer eingeschlagen wurde. Die Kopf?der vielmehr Rückenkissen, vier an der Zahl, gaben dem schlafenden Kaiser mehr eine sitzende als liegendeStellung. !'Lor dem Feldbette standen ein Paar FilzpanZoffeln und am Kopfende em linfacher Nachttisch. Auf einer Comm)de entdeckte ich einen kleinen Berg ?on ungefähr einem Dztzend Paar getragener farbiger Glaceleder-Hand' fchuhz, welche sauber glatt gezogen übereinander gelegt waren. Dabei bemerkte der alte Engel, daß der Kaiser stets da? zu unterst liegende Paar Dieder anziehe. Bei dieser Gelegenheit. machte mich der Kammerdiener auf die, zroße Sparsamkeit des mächtigen Kaijerö des deutschen Reiches aufmerksam. Westen besitze, welche immer -abwech selnd in der Wasch waren. Der alte Kaiser war auch'sehr con. servativ in Bezug auf sein Schuhwerk jnd trennte sich höchst ungern von sei aen ausgetretenen Stiefeln. Nun hatte man bei der Abreise von Berlin :in Paar alte Stiefel für nicht mehr dienstfähig erklärt und, ohne dem Kaiser davon Nenntniß zu geben, ver. schenkt. In EmS vermißt der Monarch seine alten Lieblingsstiefel und txaai varnacy. 5ver ammeroiener erklärt, daß durch einen Zufall die Stie f., ;n eine. faNcke SiWtt vackt sein müßten, und daß man Na,chfuchung . . rn;i C jtn kalten werde.. M dem ' nMen
In. A. Kutsch,
Fabrikant und Händlerin Pferde-Geschtrrea Satteln. Zügeln. Peitschen. Sämmrn, Bürnen ,e. Reparaturen werden gut u. prompt ausgeführt No. 2K3 Massachusetts Avenue. Schnellzuge, aber eilt ein Feldjäger iacd Berlin, spürt dem Verbleib der lltcn Stiefeln nach, ist so glücklich, sie ;u entdecken und erhält sie von demBeZtzer gegen Geld und gute Worte auch virklich zurück. Dnn eilt er auf den Klügeln deS Dampfrosses wieder nach 5ms. Am. nächsten Morgen bringt 5ngel die Stiefel. Nun ja, da sind ie ja und Du stehst, noch ganz jut. Es geht nichts über ein Paar ausgetretene Stiefel", sagte der Kaiser höchst befriedigt. Ein eigenartiger Sckrank in der Art. wie man sie bei Gold- und Juwelcnhändlern sieht, fesselte meineAufmerksamkcit. Er barg eine Anzahl von Schubfächern zum Herausziehen, wie man sie zum Aufbewahren von Landkarten und Zeichnungen hat. Die in goldenen Buchstaben gedrucktenAuffchriften belehrten mich, daß ich vor des Kaisers Ordensschrank stand. Zog man die einzelnen Schubfächer heraus, so zeigten sich die sämmtlichen Jnsignien der verschiedenen Orden, daS große Ordensband mit Stem. die großen und kleinen OrdenSzeichen. Es klang mir wie ein rührendes Märchen, als mir der Kammerdiener erzählte, daß er dem Kaiser nachMaßgäbe der denselben erwartenden Re-präseutaill-ispflickten die nöthigen Unifor: n und Orden anlege, und daß dabei de- greise Monarch oft fragte: Ja, ist denn das nothwendig? Wenn er dann antwortete: .Ja! Majestät müssen heute den und den fremden Gesandten oder General empfangen.so Pflegte der Kaiser lächelnd zu sagen: So, wenn Du also meinst, muß ich wohl folgen." Als wir nun daS Wohnzimmer betraten, in welchem der Frühstückstisch gedeckt war, fiel mir eine Art vonStellrahmen, in welchen ein großes, weißes, mit kalligraphisch schönen Zeilen beschriebenes Blatt eingeschoben war. auf. .Was ist das?" war meine neugierige Frage. Daö ist. des Kaisers Kalender!" lautete die Antwort. Ich trat nun dem Stellrabmen näher und entdeckte, daß eine Anzahl folcherBlätter. aneinander gestellt, in diesem Nah men zusammengefaßt waren. Der alte Kammerdiener gab mir dann folgende Erklärung: Bo langen Jahrzehnten sei der Prinz von Preußen auf denGedan?n gekommen, gewissermaßen eine aanz kurz zusammengedrängte Uebersicht seines LebenS nach seinen eigenen Aufzeichnungen sich zu verschaffen. T-azu habe der Prinz für jeden Tag des Jahres ein großes Blatt anlegen lassen und hatte für jeden Taa einen besonderen Kern- und Wahlspruch, .-neist aus der Bibel, ausgesucht, wel cher an des Blattes Kopf prange. Je)en Abend nun müsse, seit langen Iahren auf einem Nachttisch ein großer Bleistift und ein unbeschriebenes reineS Blatt Papier liegen. Der Kaiser faßte nun Alles, was ihm von dem abgelaufenen Tage besonders deö Aufzeichnens werth erscheine, in ganz kurz gefaßte Bemerkungen zusammen, welche dann am andern Tage fein säuberlich auf daS betreffende Blatt deS Kalenders abschrieben würden. War ein solches Blatt ganz beschrieben, so wurde ein neues mit dem betreffenden Wahlspruch versehen und so des KaiserS Notizen Jahr für Jahr weiter geführt. Jeden Morgen nun mußten alle Blätter des DatumStageS in diesem Stellrahmen zusammengefaßt auf des Kaisers Frühstückötisch stehen. Dann' sah Kaiser Wilhelm, nach rückwärts schauend, was er im Laufe der Jahre für der Erinnerung werth selbst aufgezeichnet hatte und erweckte natürlich damit in seiner Seele un seinem Gedächtniß jeweilig eine ganze Welt von Jdeenverbindungen. Daher das in Erstaunen setzende Ged'ächt niß des greisen Monarchen, welches oft die merkwürdigste Kenntniß der gringsien, aber charakteristischen Merkmale längst vergangener, besonderer Hand lungen und Lebenslagen zu Tage förderte und alle Hörer verblüffte. Und da es nun ein Naturgesetz z sein scheint, daß hervorragende cen, schen oft schon in ihrer Jugend die künftige Größe ahnen lassen, so ist es auch natürlich, daß des Kaisers Auf Zeichnungen derartige Leute. im Lause der Jahre öfters nannten, und dieselben öfters in ihrem Leben unter d?n Augen ihres Herrn und Kaisers persönlich er schienen. Der Zufall ist aber ein necki sch:r Geselle und er spielt auch in jenen Tagen mit, als ein Generals, just an dem Tage b:i Hofe trschien, an wel chem '3)n vor so und sa viel Jahren irgend ein merkwürdis Lebensereigniß, das sich unter den Augen des Prinzen von Preußen abgespielt hatte, aus den Kalender desselben-gebracht hatte. Wie erswunte.'der brave Krieger, als der Kaiser ihn mit huldvollem Lächeln anredete und ihm sagte: . .Wissen Sie noch.. lieber N. N.. witz Sie heute vor so und so vielen, Jahren mir als Major Ihr. Bataillon vorführten, und Ihr Pferd vor meiner Suite sche.ute uftd Sie Hals über Kopf zu Bs den warf? Wissen S noch? Mn. ich ' freue mich, daß Sie den Fast sy lan ;:&.f&i i . z überlebt fabza, i -
Unser erbst-kager ist nunmehr completirt und enthält unter anderm Damen-, Herren- und Kinder - Unterzeug, Strumpfwaaren und Handschuhe, sowie ein neuer Vorrath von Comforts und Bettdecken. Unsere preise wie immer die niedrigsten.
innn livii llli
IU. 1 Sheiby Straße, Ecke Prospekt Straße. ' $10 für 3 Monate Abendschule. Buchführung. Stenographie. Tvpewriting. Schönschreibekunst.
Bryant & S t r a glcBttter siir SchA Tag und Nacht. Tklepho
(QtiL
-y v. -fci f WM CM Hl IW rtBenaiTC BrOTvimr V i
MJ arwwr. r r Wt WrslWfa V-
Hübsche Auswahl von Fächern. Gpern-Giasor zu $3.60. Photographie - Rahmen in allen Größen sehr billig zu finden bei Charles Mayer und Cs., 29 und 81 West Washington Straße.
Laßt Euch von dem kalten
ohne im Eesib einei guten Koch- und Jeu-Ofens
zu fein, welche wir in allen Größen am billigsten verkaufen. Unser Fußteppich Lager ist voll von BargainS und eine ausgezeichnete Auswahl. Schlafzimmer-SuitS sehr billig.
prea,! ve, uns vor, wenn ihr etwa I H No. 59 Weft Deutsche Verkäufer.
Alle trinken
Lome BlW,
Columbia und Pil6 SülCCt (glaschen.) Die reinsten, bestvergohrenen Biere in der Stadt. Gekraut von der
mm
m
iUAIÜ
(pfeM i fefom RFtfiyfc ' W
'11MC
w "
WR"wjr'
xm
M vovlwM roi?
-
9WmimwMMttnn um tttmmtm mu ,
TeMche bei Albert Gall,
Draperieen bei Albert Gall, Tapeten bei Albert Gall.
Mllii
Zlo. 17 und 19 C3sfi C3aftinflion ßtrafic, ylgttt für O. C. I,hnson' Hartholz. Teppiche, Parquett-gußboden-Ledeckun. 5und Oorteu. ofteuanschlize bereiwMigft geliefert.
$ & CO.,
t t a n (Etablirt 1820) 99. HEEB & OSBORN.Oi. Wetter nicht überraschen S zu kaufen gedenkt.Washington Straße, gegenüber dem Bäte Hau, n
Will
WM
C0.
Telephon 1030
P
!j
MlWM
All,-
y
