Indiana Tribüne, Volume 17, Number 20, Indianapolis, Marion County, 8 October 1893 — Page 7

Küpten Vaxkow. 3ca E r n st Schubert.)

Die Ilcinc Hafenstadt hatte viele Sapiens" an Bord, ausgediente Kapitäne von Haudclsschiffen, die auf ihre alten Tage sich zur Ruhe gesetzt hatten und in descheidcnerBeyäbigkeit von ihren Renten lebte?. Minder heimischen Nhederei lag es damals tief im Argen ; ein tüchtiger Schiffer, der etwas vor sich bringen wollte, ging deshalb hinübe? ach Engwn), und nach Jahr und Tcrz brachte er von dort den Titel Käpten" mit, in der englischen Aussprache des Wortes' Kapitän. Es war ein Ehren titel, ter nur demjenigen zustand, rocl cher dic große See befahren hatte, und ein Binnenschiffer, der auf die gleiche Auszeichnung hätte Anspruch erheben wollen, würde bei den alten, wetterhar ten Secwölfcn übel angekommen sein. Derartige Leute hießen schlechthin Schiffer" ::nd die eleganten Herren von den kleinen Vergnügungsdampfern, Oie von Zeit zu Zeit bei dem kleinen -Ztrandileste anlegten, wurden mit iro bischer Höflichkeit e rr Kapitähn" angesprochen. Am weitesten unter all den seebefah renen Mannern hatte es ursprünglich lläpten Haus Barkow gebracht. Jedesmal, wenn er in Zwischenräumen von Drei, vier Jahren die Heimath aufsuchte, kcnn!e er beim Konsul Schröder ein hübsches Sümmchen hinterlegen, und einmal brachte er sogar noch etwaö Besseres mit, wie es wenigstens dea meisten schien: ein braunes, blitzäugi zes Weibchen, dessen Sprache außer lhm kein Mcnfch verstand, eine Ehi lcnin, wie er den staunenden Leuten erklärte. Schade nur, daß er diesen gntcn Fang nicht ein Pöstchen Jahre früher gethan, ;u einer Zeit, da jeiu braunes ttraus Kaar noch nicht so reichlich mit Silber fäden tvrchspcnnen war. Auf die Bor Haltu7.7,cu. die man ihm dieserhalb machte, erwiderte er lachend: Ncin, zerade j?Nt ist die rechte Zeit, wo -ich zenuz l abe und vor Anker gehen will. Ich draußen auf hoher See und eine Frau aus Jahr und Tag allein am Lande ;::ui, das wäre nichts für mich zcwescn." Er baute sich ein hübsches Haus am Hafen, ordentlich mit einer Veranda, wie es seine Chilenin daheim zehab: hatte, und an seinem Glücke schien nichts zn fcülen. Ta traf ihn schweres U.iheil. Wo Nottz am Ä!ann rcir, da stand Hann Barkow stets an :rster Steile. SÄon mehrfach .hatte er Schiffbrüchigen mit Gefahr des eigenen . Lebens auf das Trockene geholfen, und längst schmückte die Ncttungsmedaille seine Brust. Ein Anderer l;a:t es damit vielleicht genug sein lasseit, -aber ihn schien das Ednzeichen stets zu erneuter Bethätigung des Muthes anzufeuern. Wo es n'.-.r immer im Städtchen, eine Gefahr zu überwinden galt, da stand er sn der Sp'e der Hilfsbereiten und das rerschasftc dem Manne eine ungeheure Popularität. Brach ein Brand au?, . brachte andauernder Nordwind das ijefüritete Hochwasser oder schwebte die 5ji einschalt eines gestrandeten Schiffes in G-fahr, die geängstigtcu Gemüther beruhigten sich, wenn es hich, .Käplcn Barten) sei schon zrn Stelle. Als nun im Dezember, bei 'eisigem Nordost der dänische Schooner .auf den Strand gerieth und die armen Kerls, .welche die kalbe Nach: in den Wanten hatten hängen müssen, mit ihren ver , klamtcn Fäusten von dem Nettungstau . keinen Gebrauch mehr machen konnten, . da war es wiederum Käpten Varkow, . oer mit einigen anoeru '.tapferen Männern sich durch die tosende Brandung an das sinkende Schiff wagte. Und nun geschah es, daß die nieder stürmende Raa ihm den Schenkel zer ' schmettere, ihm zugleich mit den Holz- . splütern eine furchtbare Vcrwuudung zufügend. Viele Wochen lag er auf dem . Krankenbette, und mit einem .lahmen .Beine und einem schlohweißen .Kopfe ! stand er endlich wieder auf. Was ihm -.in so kurzer Frist völlig das Haar ge .bleicht halte, soll der quälende Gedanke gewesen sein, daß nun sein jungfs Weib : an, einen elenden Krüppel gebunden sei. 'Eiue Vorahnung des Kommenden 'mag dabei auch mitgespielt chaben! Nachdem, die schöne Chilenin eingesehen, las lbr lieber Hans fcoa) nicht .mehr 5 lochen Schritt mit ihr halten lönne, lisf sie.voranZ, und ein fremder Capilän wohlverstanden so ein glatter ,Herr.5lapitahn" vom Vergnügungsdampfcr - soll sie begleitet haben. T)ie L!.sclosten fielen den beiden leicht, denn so wenig .sich denn uucb, Frau Pachita fcnft auf .das Wirthlchaftliche verhetzen inerte, die guten Satspapiere ihres käpten .mit .einzupacleu, hatte sie liicht vergessen. Barkow tritg schweres Leid um "den 3.rlujt nicht .etwa bloß des Geldes iccn, .obwohl ihm auch darin üel mits.cipiclt war. Ihm war nichts geblie ten, als .das Häuschen, das er sich ge baut, ui j&as er .nun wieder veräuüeru mußte, da ,cr doch eben leben wollte. Gewiß wa.r am liebsten wieder zur See gegcnen, aber wer konnte einen lodmen Sfssführer gebrauchen? Eine Zcitlanz Limite er .bei einem anderen Käpten zu Micth?, aber das behagte ihm n-.chr, pin eigenes Heim mußt! er baven, un r war nicht lange uu slüssiz.. wie er sich eines .schaffen sollte, i'c.g nickt t2außen, chart an der Ha,knciu':uhrt, cui prächtiger Bauplatz, durch da) 'TüneiiWaldchea genügend gegen den Sturm geschützt? Lag nicht dicr auch Baumaterial in Hülle und brülle. 9?vße Steine, Planken, ja halbe chifszkajütcn? daraus ließ pÄ gewiß 4Uii schmuckes Häuschen bauen, so wie es iüz einen clten, einsanieu Seemann sich l'..ickle. Allerdings war sowohl der Wstz wie das darauf lagernde GerümStaatZeizenthum, aber niemand be r.un den bübfcken F'.eck Erde, der eben nur jxr Stätte für verwitternde Schiffstniniiwr diente. Zum war der könig li: Hafcubau'Jn'pektor ein alter Schulkamerad Serie', der, als er von dem Vorhaben des so schwer geprüfte Mannes erfuhr, im noch ein

paar 2eii? zur rascheren Förderung deö Baues Borate. Es wuroe ein aZerliebstes Haus, in seineri unteren Theile wirklich eine Art Haus, im oberen wie ein richtiges Schifj zcstaltct, mit Masten, Raaen und Stan zcn, natürlich aber ?-hne Segel, hinter sie der Stur: sich hätte setzen können. Tennoch fehlte es dem Sckiffshause nicht ganz an Tuch. Des Sonntags und bei festlichen Gelegenheiten zog kZäpten Barkow hundert bunte Wimpel ins, die Flaggen aller Nationen, unddc? kigeuthümliche Bau mit seinem Hintrr zrunde von dunklem Laubwerk bildete sann kiut.n herrlichen Schmuck für den Hafen. Aber der Mensch brancht nicht )loZ Obdach, sondern auch Nahrung, und voher nahm Käpten Varkow diese? überall, wo sie sich ihm darbot. Ninzs um sein Haus hatte r einen Nutzgarten angelegt, in dem er Gemüse ;og; Fische sing er aus dem Strömend zer See, denn natürlich hatte er sich zuch ein Boot gebaut, daß er trotz seines lahmen Beines kräftig zu regieren "uüte und wenn ibm nach einer an 'cren S?ä;e tcr.ci::.;ie, liebte er im Wäldchen den Vögein Schlingen oder zing in den Dünen auf die Hasenjagd. .Zcilich war auch die Jagd fiskalisch lud an eile H?uora:ioncn des Städt bcns vcrpachtcr, aber, wer bätte es wohl ibcr sich gebracht, dem' wackeren Käpten Larkow das Vergnügen zn stören oder chn in seilten: Bedarf zu verkürzen? Nachdem er etliche Jahre still vor sich zingclebt und die Annäherungsversuche Zluderer lang: Zeit rauh abgewehrt zatte, begann er sich endlich wieder zu :rmuntcrn und die alten Kameraden aufzusuchen. Hatte er mit dem Verkauf seines Uederschusses an Fischen etwas Äeld verdient, so ging er auch w:cocr ;um Vater Rusch in die Hafenschcnle, und beim Glase Grog zeigte sich dann, ?aß ihm noch ein gnier Nest des alten Humors verblieben war. Alle im Stadt chen kattcn ihre Freude an der tröstli chen Wandlung, und, wo er nur sich sehen ließ, begrüßte ihn fröblichcs Will kommen. Ta sollte ihn abermals und zanz unerwartet eine schwere Heimsuchung treffen. . Der alte Hafeninspcktor starb, gerade sa neue große Bauten am Hafen bevor standen, und an seine Stelle trat ein junger schneidiger Beamter. Gleich in den ersten Tagen seiner Amtsführung vermißte er das Vohandenscin eines ngenen Bauplatzes, auf dem man ein ordentliches Baukontor hätte errichten und die Materialien in guter Obhut auf bewahren können. Einen solchen Platz nüffcn wir unbedingt haben, sagte er zu seinen Unterbeamten, .und ich werde bei der Negierung den Kauf oder die Miethe eines geeigneten Grundstückes beantragen." Tie beiden Bauschreiber sahen einander verlegen an, bis endlich kiner von ihnen zögernd entgegnete: Wir haben ja einen Platz, aber auf dem wohnt Käpten Barkow, und den können wir nicht gut verjagen." Auf seine verwunderten Fragen erfuhr nun der Inspektor die volle Wahrheit und zeriety in hellen Zorn, welch ein Miß brauch mit dem königlichen Eigenthum zetrieben werde. Die Erklärungen des Schreibers, der auf die Verdienste Bar kows und sein herbes Geschick hinwies, besänftigten einigermaßen den Unmuth des Erregten, , aber," beharrte :r bei seiner Entscheidung, der Mann muß den Platz räumen! Was geht die Regierung der alte Schiffer an! Ich würde eine schöne Z!ase bekommen, wollte ich auf solche Sentimentalitäten Rücksicht nehmen und den Kauf eines Grundstücks verlangen, während das schönste von der Welt ohne Nutzen für den Staat daliegt. Hm, ja der Alte kann einem leid thun und so auf Knall und Fall braucht er am Ende auch nicht hinaus! Sie können ihm vierzehn Tage Zeit zeben hm, ja, und wenn Sie ihm ;um Aboruch einige uns'rer Leute schicken wollen, so hab' ich auch dagegen nichte." Käpten Barkow gerith in furchtbare Aufregung, als er die amtliche Auffor derung zum Abbruch seines Heims binnen vierzehn Tagen erhielt. Er stürzte sofort zum Inspektor, den er, auf die von seinem Vorgänger geübte Duldung pochend, von vornherein so grob anschrie, daß ihm das Zimmer verwiesen werden .mußte; dann lief er in die Stadt zum Bürgermeister, der ihn mit Bedauern .bedeutete, dies sei eine Angelegenheit der Regierung, in die er nicht hineinzureden babe. Er ging von Pontiu? zu Pilatus, zu allen guten Freunden, deren er wahrlich nicht wenige hatte,- aber keiner vermochte ihm einen anderen Rath zu ertheilen, als den, gutwillig dem Befehle Folge zu leisten. Er hielt sich für. verlassen und verrathen von allen .und bot ein Bild völliger Verstörung. Nicht eine Hand rührte er zur Bewegung seiner Habe und zum Abbruch des schmucken Häuschens, und als nach .Ablauf der gestellten Frist die Hasenbauarbeiter an rückten, u.:-. selbst mit tan Niederreißen zu beginnen, da war es Höchste Zeit, daß besonnene Leute ihm das .Gewehr entwanden, .mit dem er sich 1,em LZorhaben entgegenstellte. Als er schließlich mit Gewalt entfernt wurde, wichen Zorn und Trotz einer tiefen Niedergeschlagen heit, die dauernd anhielt, und aus der iuc hier und da der Haß jäh empor loderte: der Äauinfpcktor sei sein Tod feind, an dem er sich rächen werde, wie er uur könne. Auf diese Drohungeu, &e ihm Hinterbracht wurden, hatte der Inspcktor nur .ein Achselzucken uud er that etwas, was den Mann, gegen den in

!der Stadt eine feindselige Stimmung ' sich festzusetzen begann, in den Augen der Kunoigcn un Verständige!! ungemein hob. Auf die Nachricht, in welche tiefe Verzweiflung Süpten Barkow ver funken sei, vurde ine Subskriptions ! liste in Üinlauf gesetzt, um für den Ber triebenen, der wieder bei einem alten Kameraden Zuflucht gefunden hatte, ein eigenes Häuschen zu kaufen oder ihm den Bau eines neuen nach der lustigen' Art des zerstörten Heims, zu ermög lichen. Hierzu steuerte auch der Jnjpek :

tor als Privatmann, wie er sägte ein artige Sümmchen bei; das sollte aber vcrschw'.egeu werden, damit Bar kow in seiner blinden Empörung nicht da aanze Geschenk jurückwetse. In der That, der armcKävlen erhielt icui eiger Haus, doch anders, als die guten Lct, es beabsichtigt hatten.. Wieder war der November mit seinen schweren Stürmen gekommen, welche dik Meereswellen weit hinauf in die Düncr jagten. Seit mehreren Tagen schon blies der Wind aus Norden, so da?; dik Waffe? im Strome ;';ch stauten und an den niedrigen Stellen über das Ufe: traten. Tie Fischer, die hier ihre Häuschen hatten, wagten zur Nachtzeit mchl mehr darinnen zu bleiben, denn eine stet gende Fluth konnte großes Unheil an richten, ja die meisten Bedrohten hatten schon ihre ganze Habe in Sicherheit ge bracht. Sonst hatte bei solchen Ber gungsarbeiten stets Käpten Barkow hilfreiche Hand geleistet und auch frei willig an der Nachtwache auf dem klei nen Glockenthurm teilgenommen, für den Fall, dijj es galt, bei plötzlicher Gefahr das Alermzeichcn zu geben, auf welches hin Alles nach den höer gelegenen Orten stürzte. Diesmal aber ließ sich der Alte nicht sehen. Weiter und weiter leckten am Nferge lände die Wellcu des Stromes empor, ein Umspringen des Windes und eine Besänftigung des Sturmes schien gar nicht abzusehen, ja der letztere seine Kraft noch steigern zu wollen. Es kam eine Nacht, da niemand in der Hafen ansiedlung zn Bette zu gehen wagte, und das war gut, denn so standen Alle zur Flucht bereit, als gegen Morgen die Alarm glocke ertönte. Mit beiden Glocken

läuteten die Männer, nicht bloß mit der großen und in kurzen Absätzen, wie es sonst in solchen Fällen der Noth üblich war, sondern auch mit der wimmernden kleinen Glocke, und beide zugleich und andauernd ein greller, mißtönender Schall. Das bedeutete schlimmste Gefahr, äußerste Noth ! Hu, wie die Armen der Sturmwind vackte, als sie vor die Thüre stürzten. Nur aneinander sich anklammernd, vecmochten sie vorwärts zu driugen duich den nächtigen Graus, und die FüHe .watete schon im blanken, gierige,. Waffer. .Hinauf auf die Dünen!" scholl der gemeinsame SchreckcnSruf. Die Dünen bildeten den höchstgelegcnen Punkt, der vor der steigenden Flu:!i die meiste Sichertzcit gewährte, freilich kei nerlei Schutz vor dem rasenden Orkan. Dicht zusammengedrängt stand hier, dem Wüthen des Unholdes widcrstauoslos preisgegeben, das Häuflein der Flüch tigen, jammernde Frauen und Kinder, düsterblickende Männer. Das ist kein Sturm mehr, sondern eineSpringsluth," sagte Einer von ihnen, und verstärkt er klang das Geschrei der Hilflosen, die deu Untergang vor Augen sahen. Aber eS .läßt nach, ertönte eine andcrl Stimme;, seht dort den helleren Schein im Osten und spürt ihr's nicht, daij der Wind sich dreht? Das Schlimmste :st .überstanden!" Käpten Barkow ! riefen überrascht die Nächststehenden, Käpten Barts!" wiederholten mit Jubel die Frauen, jetzt ist Alles gut, jetzt siud wir gc rettet!" Das werdet ihr wohl sein entgeg vete trocken der Alte. Sind denn auch alle hier, denen das Wasser was uhaden konnte?" Ja, .wir sind alle da erklang die Antwort, doch eine helle Stiulmc rief.: Um Gotteswillen, nein, der neue Inspektor in seinem alten Fach werkhaus...." Na." entgegnete grimmig Barkow, das ist ihm längst über dem .Kopfe zu sammengestürzt, wenn er dringcblicben ist! Ich gönn's ihm, dem Halunken." Mit allem Respekt. Käpten," sagte unwillig ein alter Schiffer, das ist un christlich. Der Mann hat geglaubt, itmt Pflicht zu thun, und dann öeult an sein Weib und Kind!" Weib und Kind?" Ja, erst vor ein paar Tage sind sie ihm nachgekommen, gerade in diese Süudfluth hinein." Und die stecken noch dort unten holla, Iungens, wer hilst .mit, sie herauszuholen?" Die ,'X'änner blicken einander bedenklich an, aber es fanden sich doch ein paar, die dem mühsam durch den San) humpelnden Käpten nachfolgten. Der Bauinspcktor stand am Fcn ster seines tcra Sturm gerüttelten Hauses und starrte düster in die Nacht hiv-vZ, deren Schleier sich langsam ' zr. '.eben begannen, uni ein wüstes EiZ erkennen zu lassen. Das Auge in das Zimmer zu wenden, wagte er r.icr,:, denn der Anblick, der sich ihm hier l'öt, schnürte ihm das Herz zu sammen. Der Schein der Lampe, welcher der durch die Fugen der Fenster heulende Wind unruhig hin und her flackern ließ, siel auf eine junge Frau, welcher die Thränen unaufhörlich über die Wangen flössen, und welche sich nur bemühen mußte, daß die brennenden Tropfen nicht das auf ihrem Schoße schlummende Büblein weckten. Verzage nicht Anna", sagte der Mann nach einer Weile verzwciflnngs vollen Schweigens, sie könnnen unS nicht im Stiche lassen; sie müssen uns retten, und wenn mich das Ohr nicht täuschte, hör ich schon durch das Brausen den Schlag von Nudern.." Sieh nur, unterbrach sie ihn ängstlich, wie die Lampe zittert und tanzt das ist nicht mehr vom Sturm.. Der Tisch geräth in'5 Geleiten!- Und mit gellendem Aufschrei den Knaben iu ihre Arme pressend, stürzte sie zu ihrem Gatten sn's Fenster, der t mpfhast die beiden mkkammerte. Holla", crscho' von unten sanier Nuf, schnell erst das Kind uns znge worfen, und dann herunter mit euch anderen! Springt ibr auch fehl, wir sifcheu euch auf. Aber schnell, schnell, das Haus ist schon im Wanken!" Das gefährliche Rettungswerk gelang I und nachdem die drei glücklich im Bootl

geborgen waren, stieß dieses mit fräs tigern Nudcrschlage ab, aber doch nichi hurtig genug, daß es nicht von dem her abprasselnden Steinregen erreicht wor den wäre. Der Inspektor vermochte den Aufschrei, den ihm ein heftiger Schmerz an der Brust erpressen wollte, zu erdrücken, aber eiue Art Ohnmachts anfall übecuiu i.m u..o p erging ihm, daß e'n Mann vor ihm auf der Ruderbank znsammc.igefnnken war. Erst nach einerWe'le wurde er dessen gewahr und im dämmernden Zwielicht erkanr.te er, daß non dem unbedeckten Scheitel deS Daliegenden das Blut herniederriesclte. Einer ton euch ist getroffen", rief er, schnell dorthin, wo zunächst Hclse zu erwarten steht!" Die Ruderer hielten inne, und einer sagte: Oho, Käpten Barkow. häbben Sei wat afkriegt?" Hestig schrak der Inspektor bei dem Namen zusammen, und den regungSloscn Körper aufrich tend und ihn mit seinen Armen fest um fassend, bat er: Um him:r:elswillen, Leute, schnell! Seht, dort sir.d Lichter, dort ist Hilfe!" Es waren Städter, die, nachdem der Sturm sich etwas gelegt hatt: mit La terncn und Kicnfackcln zum Strome hinausgeeilt waren, um zu sehen, ob sie nicht irgend welchen Bedrängten Bei stand leisten könnten. Die Schisssleute riefen ihr Alioi" hinüber, unvorzügllch erschallte d'.e Antwort, und bald landete das Boot an sicherer Stelle. Behutsam trug man den Verletzten ans Uicr und bereitete ihm hier aus Mänteln unö Decken, welche die wackeren Bürger m kluge? Lorsicht mitgebracht hatten, ein Lager. Auch ein Arzt war zur Stelle, welcher den Verwundeten aufmerksam untersuchte, darni aber bedenklich den Kopf schüttelte. Er ließ ihm mit einer Laterne hart unter die Augen leuchten, und das hatte den Erfolg, daß die halb geschlossenen Lider sich öffneten. Kap ten Barkow." hörte der Sterbende neben sich eine schmerzerßickte Stimme, mein und der Meinen Retter. unser bester Freund, unser Vater sollst du sein, nur geh' Nicht von unsl" Mühsam wendete :r das Haupt, erkannte den Flehenden, und. seik ;'.tli& verdüsterte sich. Da siel sein innernden Blick ans ein jungeZ Weib, das knieend die Arme ibm entge gen breitete, und auf ein Büblein, das jauchzend die Händchen nach einer fprüheuden 5!icnfackel ausstreckre. Ein milder, verklärender Schein flog über die braunen, wettcrharten Züge, er machte eine Begegung, als ob er sprechen wolle, und zwei der tapferen Gefährten ans der Sturmnacht, die ihn verstanden, richteten ihm ein wenig empor. Nun zing der Anflug eines schelmischen Lächelns, wie es in seinen besten Tagen chn so gut gekleidet hatte, über sein Ge ficht und vernehmlich kamen über die Lippen, in jenem traulichen Schiffer

I platt, das cc immer sprach, menn er es I beglich meinte, die Worte: Nu kria' id doch min eegen Hus!" Die vcrrütherisÄe Photographie. Eine pikante Geschichte hat sich jüngst in Wiesbaden zugetragen. Der Held des Vorfalls ist eine bekannte süddeut sche Finanz- und Sportcapacität. Die ser Herr gilt als einer der liebevollsten Ehemänner, welche cristircn, und man kann sich seinen Schmerz denken, da der Arzt erklärte, daß Gatte und Gattin ihrer beiderseitigen Gesundheit wegen in diesem Jahre verschiedene, entfernt liegende Bäder besuchen müßten. Ei nes leichten Rheumas wegen ging ei nach Wiesbaden, sie mußte Seebäder nehmen und zog vor. sich deswegen in die Einsamkeit der ?!ordsceinsel W. zu begeben, anstatt ein belebteres Seebad zu besuchen. Das einzige Lesestudium der jungen Frau waren die Briefe ihres Gatten, welcher ihr Gelegenheit gab, derartige Lektüre täglich von Neuem aufzunehmen. Er lebte in Wiesbaden nur in dem Gedanken an die einsame Strohwittwc am ?!ordscestrandc. Ta kam plöhlich die hübsche Liebhaberin einer kleinen fürstlichen Bühne in den Gesichtskreis des stattlichen Mannes, welcher das Glück hatte, in allen Ehren erkorener Eavalier der Jüngerin Tha liaS zu werden. Beide zusammen wur den an romantischen und nicht roman tischen Punkten des schönen Badeortes bänfig gesehen. Eines Tages hatte der Strohwittwer die Laune, seiner Gattin einige Ansichten ans der Umgebung Wiesbadens zu 'senden und fügte solche seinem Briefe bei. Als er und die junge Künstlerin in der Nähe eines kleinen Wafserfalls bei Wiesbaden gemüthlich beisammen saßen, blickte der Erstere ent sekt auf eine im Geschwindschritt sich nähernden Gestalt. Mcir.e Frau!" rief der Gatte aufspringend. In der That stand sein Weibchen, gleich einer Rachegöttin vor Beiden, die ihr vom Gatten gesandte photographische Auf nähme des Wasserfalls in der Hand. Es war eine sogenannte Momcntauf nähme, welche das gutgetroffcne Bild niß ihres Mannes und seiner Bcglei terin zeigte.' Und dieses Bild hatte der Ahnungslose seiner Frau gesandt, um ihr eine Freude 'zu bereiten! Weiteres über diese Angelegenheit ist nicht in die Ocssentlichkeit gedrungen. Auch ei Urtheil. A. : Was sagen Sie dazu, de? alte Leimfabrikant hat meinen Sohn, als ex um die Hand seiner Tochter anhielt, rundweg abgewiesen. B. : Hm, Ihr Herr Sohn ist hall ,von etwas schwächlichem Körperbau, und der Leimsabrikant beurtheilt die Leute nach dem Knochengerüst t Col. Lichtfield, Ägent in Ministerium des Innern, ist auf der 'Lower Brule Agentur in Süd'Takota angelangt, um die Indianer bei Aus Wahl ihrer Ländereien , nach dem Land ausglelchungsgesetz zu unterstützen. Die Rothhaute werden einen großen Pow Wow" betreffs Verlegung der Agentur nach einem Orte südlich am Whitc Niver, wo sie ihre Wohnsitze aufschlagen möchten, abhalten.

Wie General Bootl, die Armuth bekämpft.

Wer vor vier oder fünf Jahren bc englischen Hauptstadt auch nur einen flüchtigen Besuch abstattete, der wußte zu Hause jedenfalls on dem ungeheuren Verkehr, der verblüffenden Reklame und der Heilsarmee zu erzählen, denn in der überwältigenden Masse von wechselnden und überraschenden Eindrücken, mit denen London die Sinne bestürmt, kehrten die genannten drei Dige immer und überall wieder und prägten sich wie mit eisernem Griffel dem Gedächtnisse ein. Wenn man vom Bahnhofe im geschlossenen Wagen nach dem Hotel fuhr, sehnsüchtig eine crfti sehende Waschung und eine Leibesstärkung erwartend, blieb der Kasten aus einmal stehen oder mäßigte bedeutend sein Tempo die Heilsarmee zog eben in breiten Kolonnen die Straße mtlang ; fuhr man auf dem Omnibusdache in den Park, so tönten einem baz barische Pauken- und Trompetentöne an's Ohr die Hiilsarmee hielt eines ihrer Meetings in der Oxford- oder Regentstreet ab ; wenn man sich spät in der Nacht todtmüde auf's Ohr legte und die Wohlthat des ersten Schlumn ers empfand, wurde man durch schrilles Pfeifen und Trommellärm aus dem Schlafe gerissen die Heilsarmee zog von ihrem Meeting mit siegenden Fahnen und klingendem Spiele nach Hause. Die Heilsarmee war überall, in der City, in den Vororten, in den Straßen, in den Parks. Heute ist es anders. Der riesenhafte Verkehr und die aufdringlich? Reklame sind dieselben geblieben, die gehören so nothwendig zu dem Begriffe London, wie zu den Erscheinungen Raum und Zeit, aber die Heilsarmee gehört nicht mehr zu den ö'erlmalen Londons : man findet sie, wenn man sie sucht, aber sie drängt sich einem nicht mehr auf. Mit seinem ror etwa drei Jahren erschienenen Buch Im dunkelsten England" hatte Vooth den Erfolg, daß in verhältnißmäß'g kurzer Zeit hunderttausend Pfund Sterling einliefen, sodaß er im Stande war, seine Pläne zur Bekämpfung der Londoner Armuth thatsächlich in's Wer! zu setzen. Leon Kellner stattete vor kurzem mit einem Wiener Freunde diesem socialen Flügel" der Heilsarmee einen Besuch ab und sendet darübcr der Reuen Fr. Pr." einen eingehenden, zum Theil begeisterten Bericht, dem wir folgendes entnehmen : Gegen neun Uhr Morgens erhielten wir in der Qucen Victoriastreet, wo der Generalstab der Heilsarmee seinen Sitz hat, unsere Pässe, und eine halbe Stunde darauf standen wir in einer der abscheulichsten Nebengassen von Whitechapel und zogen die Klingel cines einstöckigen häßlichen Hauses, das sich nur dadurch zu seinem Vortheil oon den Nachbarn unterschied, daß seine unmittelbare Umgebung frei war von scnem bei uns unbekannten, ganz eigenartigen Schmutz, der die Londoner Nebengassen charakterisirt. Ein Offic:cr" der Armee öffnete uns und stellte uns einen anderen, höheren Officier" oor, der die Aufsicht über den Erzieher", den Elevator", hatte. So heißt nämlich die Anstalt, welche wir eben betraten. Der General Booth spricht wie die Bibel, wo es nur angeht, in kräftig?n Bildern ; daher stellt er das Lonvoner Elend und seinen Kampf gegen dasselbe unter einem Bilde vor. welches die Vhantasie des Engländers packt und zu seinem Gemüthe spricht. London ist eine wogende, stürmische, erbarmungslose See. auf welcher Tausende und Abertausende um ihr Leben ringen. Er und seine Osficiere sind selbstlose Seeleute, welche sich in ihren Rettungsbooten unter die Unglücklichen hinauswagen und die Sinkenden in's Trockene bringen. In folgerichtiger Weise heißt dann daS eine HauS. welches zu jeder Nachtstunde Aufnahme gewährt und durch sein Licht im weiten Kreise kenntlich ist. der .Leuchtthurm". und das Arbeitshaus, Zn welchem wir uns eben befinden, der Irahn" (mit dem Nebensinne der Erzieher"). In einem nicht allzu geräumigen, aber recht sauber gehaltenen Hofe, der auf zwei Seiten von einem Schuppen eingeschlossen ist, hocken ein Dutzend zerlumpter Gesellen aus allen Welttheilen, damit beschäftigt. Weichholz klein zu hacken und in Bündel zu bringen, wie sie in London auf den Markt kommen. Außer einigen Weißen, welche verdrossen und lässig ihre Arbeit verrichten, .ehen wir zwei kraushaarige Kerle von dr Küste Wcst-Afrikas. einen Chinesen und einen Australier, die offenbar mit großem Gusto ihrem Geschäfte obliegen; einer der Neger pfeift ganz munter den Gassenhauer der Saison. Der Officier". welcher uns begleitet, ruft ihm ein Scherzwort zu, und der Schwarze lacht, daß der Mund sich von einem Ohre bis zum andern erstreckt. Alle diese Leute, erklärte d-r Officier. müssn ibr Essen und ihr Nachtlager durch Holzhacken verdienen, da sie vorläufig kein anderes Handwerk verstehen. Woher kommen diese Leute ?" fragte ich. Das wissen wir selbst noch nicht." sagte der Officier ; wir fragen nicht gerne, bevor unsere Schützlinge nicht Lust zeigen, ihr Herz auszuschütten und uns um Rath zu fragen." Aber wie kamen diese Leute in Jhren Elevator"?' Das ist sehr einfach. .Major Gim mons. der den Oberbefehl über die Nachtwache" hat. entsendet um Mitternacht seine Leute auf Patrouillendienst. Sie haben alle nur irgendwie zugänglichen Gassen und Gäßchen. Hc'c und Sckuppen abzusuchen und alle jene Hilfsbedürftigen in den Leuchtthurm" zu bringen, die sich ihrer Führung an vertrauen. Im Nachtquartier bekom mcn sie heißes Wasser zum Waschen und Reinigen, denn die Leute kommen in einem Zustande zu uns, ilso. sie waschen ssch. nehmen, wenn sie sehr

erschöpft' sind, Thee zu sich und legen sich nieder. Am Morgen werden sie gefragt, ob sie, geneigt sind, im Leuchtthurme zu verbleiben. Wenn sie besahen, so kommen sie in den Elevator", wo ihnen eine entsprechende Arbeit zugetheilt wird, mit der sie sich Brot und Nachtquartier verdienen." Die Heilsarmee hat in London vorläufig zehn Nachtquartier?, es wird aber die Einrichtung 'von zehn weiteren geplant. Nur in wenigen Fällen werden die Leute umso't beherbergt, die regelmäßige Gebibr ist ein Penny für eine Bank, zwei Zence für ein Bett mit Seegrasm-iraze, Scearaskissen und amerika'.üscher Tuchdecke, vier Pence für Bett und Essen Abends und Morgens. Die Officiere der Heilsarmee fragen jeden Gast am Morgen, ob er Nicht Lust hätte, sich in einer der Werkstätten sein Mittagessen zu verdienen. Manchmal gehen vierzig Leute weiter, ohn: die Frage auch nur eine: Antwort zu würdigen. Wer aber, so fügte der Officier hinzu, auch nur eine Secunde überlegt, der wird von uns gewonnen. Leute, die mehr verstehen, werden mit besseren Arbeiten, beispielsweise mit Tischlerarbeiten beschäftigt, andere als Bürstenbinder. Tapezierer. Ko'iflech-

j ter und dergleichen. Für jeden dieser 'Arbeiter werden die Einnahmen und Ausgaben bei Heller und Pfennig gebucht und beim Scheiden erhält der Arbeiter seine etwaigen Ersparnisse als Nothgroschen mit auf den Weg. Mit dem Stellenvermittlung?bureau hat die Heilsarmee bisher nxnig Erfolg gehabt, da die große Masse der Arbeitgeber ihren Plänen nichts weniger als freundlich gegenübersteht. Im Allgemeinen behält die Armee ihre Schützlinge, so lange sie sich bei uns wohl fühlen; sie arbeiten, lernen die Arbeit lieben oder wenigstens ertrazen, gewöhnen sich an Enthaltsamkeit und werden Zn vielen Fällen für die Ewigkeit gerettet. Wenn sie so weit sind, geben wir sie ihren Verwandten oder Freunden wieder, und wir hoffen zu Gott, daß sie nicht wieder in den Abgrund gerathen, aus dem wir sie gezogen." Gleich in der Nähe des Elevators" in der berüchtigten Hanburystreet,. wo der jetzt glücklicherweise vergessene .Jack der Aufschlitzer" seine ärgste Greuelthat verübt hatte, befindet sich ein Nachtquartier für Frauen; das wurde dem Mitarbeiter des Wiener iglattes von einer stattlichen Frau in tadellosem Schwarz und Weiß, wie es vie Krankenwärterinnen in England tragen, geöffnet. Keine Spur von den üblichen Düften, welche sich sonst in Massenschlafstätten für ewige Zeiten festsetzen! In einem hohen weiten Raume waren mehrere Weiber mit Scheuern und Putzen beschäftigt, Thüren und Fenster waren angelweit zeöffnet und ließen so viel Licht und Luft herein, als man unter dem kargen Himmel Ost -Londons haben kann; in langen Reihen standen die sarzartia.en Betten, sorgsältig gescheuert, noch dampfend von dem heißen Wasser, mit dem sie eben behandelt worden waren. Die Matrazen, Kissen und Decken wurden im Hofe :iner derben Behandlung unterzogen. Lon da führte uns die Frau in mehrere kleine Schlafzimmer, welche recht niedlich aussahen und einen schwachen Änstrich von Luxus zeigten; Kattunoorhänge, Blumen, Bilder u. dcrgl. Das sind die Metropolcö", Schlafstelle für verwöhnt Frauen, welche zeitweilig in's Elend gerathen sind, ?der für Arbeiterinnen, welche zu wenig verdienen, um in einem anständizen Boardinghause wohnen zu können, aber doch zu gut sind, um die zweideutige Gesellschaft von Whitechavel zu bevölkern. Am Schluß seines Berichts kommt Leon Kellner auf die Angriffe zu sprechen, welche der Plan Booths Zn der englischen Presse findet. General Booth hat ein Priatein!ommen, das die einfachen Bedürfnisse seiner Familie Villkommen l:estreitet. Er bezieht vn der Armee keinen Pfennig Gehalt, nur seine Reisekosten werden ihm aus der gemeinsamen Kasse gezahlt. Wenn er im. Interesse der Armee auf Reisen gebc und fünf Pfund örauckit. wendet er sich an den Secretär des Ausgaben - Comites, welches aus dem Finanz - Secretär, dem ersten Buchhalter und den AbtheilungsChefs besteht. Erst wenn dieses Comite die Summe bewilligt hat. kann er gegen Ablieferuna des Checks vom Kassirer die gewünschte Summe erhalten. Er selbst hat mit der Geldzebahrung nicht dis Geringste zu thun. Looth eröffnet keinerlei Briefe selbst; alle schriftlichen Mittheilungen werden in einer besonderen Abtheilung abaeliesert. Die Gegner des Genecals saaen. er habe sich und seine Fei milie bis in's dritte und vierte Glied versorgen wollen. Folgende Tabelle zibt eine Uebersicht über die Gehalte, welche die Booth - Dynastie" von der Heilsarmee bezieht: General William Booth nichts, dessen SohnBramwell Booth 200 Pfund jährlich und Wohnung, dessen Frau nichts. Zweiter Sohn des Generals, Herbert Booth. 3 Pfund 3 Schilling wöchentlich und Wohnung, dessen Frau nichts. Die Töchter des Generals, Eva' und Lucy. je 20 Pfund jährlich. Der Schwiegersohn des Generals, BoothTucker, 3 Pfund 3 Schilling wöchentlich und Wohnung, dessen Frau nichts. Der zweite Schwiegersohn (in Paris) 80 Francs wöchentlich und dessen Frau nichts. Beide Schwieaersöhne des Generals waren Staatsbeamte, als sie sich der Heilsarmee zuwendeten, und zwar hatte Tucker 1200 Pfund. Clibborn 400 jährlich. Der Reingewinn der von Booth herausgegebenen Wochenschrift Der Krieasrnf". der sich jährlich auf z:bn-

tausend Pfund beläuft, gehört voll ständia der Kasse der Armee, und aus dem Verlage des Buches Im dunkelsten England", welches ausschließlich vom General verfaßt wurde, und doch eigentlich mit der Heilsarmee nichts zu thun hatte, floß dem focialen Flügel die Summe von rund sechstausend Pfund zu, von der Booth nicht einen Penny bekam. Hauöwirthschaftliches.

Die heimkehrenden Damen und Dämchen, welche ihre sonnverbrannten Gesichter gerne wieder mit städtischem Teint vertauschen wollen, können dies leicht thun, indem sie den Saft einer Citrone mit einer Unze destillirten Wassers und - einem Theelöffel voll Borax vermengen und die gebräunten Stellen damit befeuchten. Ein Tropfen Honig und ebenso viel Olivenöl auf einem Stückchen feiner Watte angewendet, ist das beste Hausmittel gegen Ohrenschmerzen. Versengte Wäsche lege man in's Freie, wo die Sonne ihre Strahlen recht warm hinsendet, und die Flecken werden davon vollständig gebleicht. Man bügle niemals Seide mit einem beißen Eisen, denn dies entziebt dem Gewebe allen Körper". Ist das Platten unbedingt nöthig, so breite man braunes Packpapier über die zu bügelnden Stellen. Um farbige Strümpfe schön zu erhalten, ohne daß sie beim Waschen verbleichen, füge man dem Spülwasser einen Eßlöffel voll schwarzen Pfeffers bei. Feuchtes Schuhzeug lege man augenblicklich ab, wenn man seine Behausung erreicht, fülle es dicht mit Papierschniheln oder Hafer an. wodurch die ganze Feuchtigkeit absorbirt wird und die Schuhe ihre Form beibehalten. Nur vermeide man, die feuchten Schuhe neben irgend einem Wärme ausströmenden Ofen zu siellen. Wenn Säuren die Farben irr Kleidungsstücken schembar zerstört haben, benutze man Ammonia, welches in den meisten Fällen die Farbe wie der gut zum Vorschein bringt. Schwarze Spitze wird am besten aufgefrischt, indem man dieselbe in Ammonia - Wasser wäscht und in kaltem Kaffe oder grünem Thee ausspült. Dann schüttelt man die Spitze gut aus, bis die Feuchtigkeit entfernt ist, und steckt sie auf schwarz wollenen Stoff zum Trocknen sorgfältig auf, jedes einzelne Jäckchen und Vändchen dabei vorsichtig beobachtend. Flecken von frischer Oelfarbe können aus Tuchkleidern am besten entfernt werden, indem man die Stellen mit einem wollenen Lappen, noch besser mit einem Stückchen desselben Stoffes sanft aber stetig reibt. Porzellan und Thongeschirr kann man kräftiger und Widerstands--fähiger machen, indem man es vor dem ökbrauch auskocht. Eine Hand voll Kleie dem kochenden Wasserbeigefügt, wird die Glasur haltbarer machen, so daß dieselbe weder durch Säuren noch Salze Schaden nimmt. Gute Tranchirmesser sollten ebenso vorsichtig behandelt werden, wie Rasirmesser, und gerade so wie diese in einem besonderen Carton aufbewahrt sein, denn eine Berührung der feinen Schnittfläche mit irgend einem harten Gegenstand genügt, um dieselbe zu verderben oder zu deschädigen. Es ist überdies selbstverständlich. daß diese Messer ausschließlich nur zum Tranchiren verwendet werden dürfen. Große Rosinen kann man am raschesten von den Kernen befreien, wenn man sie vorher einige Minuten lang in kochendes Wasser legt; dies erleichtert die fönst mühsame Arbeit, ganz bedeutend. Stückchen weißen Wachses leisten gute Diensie beim Aufbewahren weißer Toiletten - Gegenstände; zu Seiden- und Tüll - Abendkleidern, Crepe - Shawltüchern, Spitzen etc. beigepackt, verhindert das Wachs daS Gelbwerdcn der verschiedenen Stoffe. Sommer - Flanelldecken (Blankets) sollen, wenn sie außer Gebrauch kommen, je nach Nothwendigkeit entweder gewaschen oder nur gut gelüstet und geklopft werden. Alsdann hülle man sie in alte Tisch- oder leinene Betttücher, gebe Sachels mit Lavendel, Gewürznelken und Pfefferkörnern gefüllt, zwischen die einzelnenLagen und. schließlich die ganzen Packete in Po piersäcke, deren Enden man am besten noch zuklebt. Kameradschaft. Als Kleinkinder liefen sie Durch dieselben Gassen. Als Pcnnüzer saßen sie In denselben Klassen. AIS Einiübr'ge standen sie Beid' bei den Husaren. Als College liegen sie Sich jct in den Haaren Eine sch öne Eri nn erung. Da sehn' Se diesen Stock an! Er iS nich briüiant. awer ich geb'n nich vor hundert Thaler her. denn damit hat mich meine sel'ge Frau wohl ein Dutzend Mal durchgeprügelt und wenn ich'n nu ansehe, kommen mer allemal de Tränen in de Ogen; 's i5 doch eene scheene Erinnerung! Oh. Oh! Sie: Mein süßer, einziger Paul, liebst Du mich auch wirklich? Er: Ja, meine Meine Käthe, ich liebe Dich auch! Wirtlich! W i r h a b e n es in der 2frr ftellung so weit gebracht, dak sogar die Malerei nicht mehr Farbe bekennen will.