Indiana Tribüne, Volume 17, Number 20, Indianapolis, Marion County, 8 October 1893 — Page 4
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lNdiana Tribüne 4 Erscheint Tüglich roifc Sonntng s. Die tägliche .Tribüne" koyrt durch den Träge, a Eentl per Joche, die SonntagSTribüe- I Cent? per Woche. Beide zusammen IS Ernt der U Eent perMonat. Per Post,ugeschickt in Wor auSbezahlung Vptx Jahr. m j Office :No. 18 Süd Alabama Str. Indianapolis, Ind., 8. Oktober 1893. Hefayrttche Begegnung. &n Zbtnttutt im terinische Urraalfc. Von getdktch Zimmer. Unter den kleinen Andenken und Merk Würdigkeiten, die ich von meinem amen kanischen Streifzuge mit heimgebracht, befindet sich auch die Rassel eine? Klapperfchlange. Ich betrachte sie Zuweilen gern und erinnere mich jener Zeit, wo ich auS reiner Lust an Abenteuern, Stra patzen und Mühseligkeiten aller Art freiwillig ertrug und mehr als einmal mein Leben leichtsinnig in die Schanze schlug. Noch jetzt sind mir jene unvergeklichen Minuten starrer Todesangst lebendig ge genrsärtig, die mich zum erstenmale mit einer Klapperschlange in nähere Berüh rung brachten und mir zu der oben er wähnten Trophäe verhalsea. Die Klapperschlange, eine der gesäh? lichstenGiftschlangen Nordamerika's, sin det sich daselbst südlich vom 45. Grad sehr zahlreich, und alljährlich fallen ihr eine Anzahl Menschen zum Opfer. . Die tödtlicheWirkung deö BisseZ tritt so schnell ein, daß bei dem Mangel an ärztlicher Hülfe der Gebissene fast niemals zu xtU len ist. Alle jene interessanten Gefchich ten vsn wunderbaren Heilungen sind grö5tentheilS in das Gebiet der Reife jcbriststellerPhantasi:en zu verweisen. Mir ist niemals einMenfch begegnender einmal von einer Klapperschlange gedis sen, mit dem Leben davongekommen wäre, dagegen hat man mir Dutzende von Fällen zur Warnung erzählt, in de nen der Tod nach enigen Stunden den Unglücklichen ereilte. Die groöe amerikanische Klapper schlänge (rattle-snake) ist auSgewach sen 6 bis L Fuß lang und von enormer Dicke, wie ja überhaupt sämmtliche Gift schlangen sich von den ungefährlichen schon äußerlich durch den mit ihrer Länge verglichen, unverhältnißmäßigen Um sang auszeichnen. Dieser Umstand und die Thalsache, daß daS Reptil selten un gereizt angreist, verbürgen dem Reisen den. besonders unglückliche Zufälle abge rechnet, eine verhältnißmSßige Sicher heit. Es liegt auf der Hand, daß man bei einiger Vorsicht im Stande ist, einer Begegnung auSzuaeichen, denn die Glö ße des Thiere? und die lebendigen Far den des beschuppten Leibe? erregen die Aufmerksamkeit deS Jägers, der die Ur Wälder durchstreift, schon auf eine gehS rize Entfernung. Man müßte gerade zu blind sein, wollte man auf eine Klap perfchlange treten wie eS so häusig bei der kleinen und deßhalb gefürchtetea Mozassinschiange vorkommt, die glückli chermeise viel seltener ist. DaS warnende Rasseln der Schwanzringe hört man da gegen nicht immer, besonders nicht bei feuchtem Wetter, und man thut daher gut, sich mehr aus seine Augen, als ans seine Ohren zu verlassen, was ich überhaupt jedem anrathen möchte, der gleich mir einmal in die Lage kommen sollte, sich Wochen, ja Monate lang im Urwald he rumzutreiben. v Nach diesen allgemeinen Bemerkungen will ich zu schildern versuchen, aus welche Weise ich die persönliche Bekanntschaft deS aistigen Reptils machte. Wir eine Jagdgenossen und ich waren schon einige Wochen den Red Ri ver auswärts gewandert, ohne von ge fährlicheren Bestien, als etwa Mo?qui tos, belästigt zu erden. Bon der Klap perfchlange hatten wir zwar viel gehört, denn kein Farmer, bei dem wir einsprachen, unterließ, unZ warnen und die üb lichen Schaudergeschichten zu erzählen, aber niemals Dar uns noch das Reptil selbst zu Gesicht gekommen. Wir singen an lässiger zu werden, und die Gefahr gering zu schätzen, denn nichts stumpft so sehr gegen wirkliche Fährlichkeiten ab, a!Z täglich darüber zu sprechen, ohne ih nen jemals zu begegnen. Man fängt dann nach einer kurzen Periode übertrie benee Aengstlichkeit leicht in den entge gengesetzten Fehler. AlleS für thörichte? Geschsätz zu halten, die Sache von der leichtsinnigen Seite zu nehmen und jede Borstet zu verachten. In den letzten Tagen waren wir, in dem Oir UNS nach Süden zum Flusse abwendeten, in ein schönes hügeliges Waldland gekommen, wo es uns auS nehmend gefiel, denn die Sumpfnieder ung des Red'River ist ein nicht? weni ger als angenehmer Aufenthalt. Wir hatten einmal wieder anstatt des schwan senden Bodens festen Grund unter den Füßen, freie? athmete die Lunge als in der dunstzefchwängertem Athmosphäre jene? Striches, und das Auge ergötzte sich an den wechselnden Scenerien von Berg und Thal. An einen reizenden Abhang, bei einem kleinen, aber krystallenen Quell machten wir an jenem Tage Rast, indem wir beschlossen, trotzdem es noch nicht Mittag war, nicht weiter zu gehen. Die Pferde Kurden abgesattelt, angepflöckt, das Mit tagbrod. bestehend aus in der Pfanne selbstgebackenen MaiSbrod, etwas trocke nem Büffelfleisch und einen Becher dün nen Kaffee'S aus einem schnell angezün beten Feuer berjilet, und dann streckten wir uns behaglich am Boden au 5, setzten die Pfeifen in Brand und plauderten. Die frohe Sorglosigkeit eines solchen WaldlebenS ist mit nicht zu vergleichen. Sie allein entschädigt für die Strapazen und Entbehrungen, die es unvermeidlich it sich bringt. ' Obgleich mir eigentlich ein Tag der Erholung sehr nothwendig war, ließ mir daS Zagdsizber doch keine Ruhe. Kaum war die größte Sonnenhitze vorbei, als ich aufsprang, die Büchse ergriff nnd An palten zu einem Pürschgang traf ; wir waren feit drei Tagen ebne frisches (frisch, und deßhalb em Brate sehr er pükllöt. i.-e.y'. - v,-- --. m.m
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"Ich wendest mich dem Laufe des Ba ches nach, der unstreitig in eine Thal Niederung führen mußte, deren Dickichte, wie ich auS Erfahrung wußte, stets Wild in Menge bargen. ES mußte noch früh, nach dem Sta.ide der Sonne etwa vier Uhr Nachmittags fein. Meine Taschen uhr konnte ich leider nicht um Rath fra gen. da ich bereits seit einer Woche ver gessen.sie aufzuziehen. Eine Uhr imWal de ist in derThat ein so unnützes Möbel, sie ein Spiegel oder ein Stiefelknecht. Man glaubt gar nicht, wie bald sich der Mensch civilisirter Bedürfnisse ent VöhNt. swc-1-Ich hatte noch mehrere Stunden bis zumAnbruch der Dunkelheit und brauchte daher nicht zu eilen. Behaglich schien derte ich. die Büchse unter' Arm, in ei ner herrlichen Thalfohle dahin. Dem Eindruck, den eine großartige, mich um gebende Nztur auf mich ausübt, habe ich mich nie gänzlich entzieben können niemals und unter keinen Verhältnissen. EZ mag wohl fein, daß mir der rechte Jäzersinn abgeht, den selbst inMomen ten der Erregung, auf dem Anstand oder auf der Fahrte deS Wildes konnte ich nicht unterlassen, die Augen vom Boden fort und auf die Waldscenerie zu lenken. Gerade so erging eS mir .auch die? mal. Den eigentlichen Zweck meines Gange?, sowie jede Vorsicht vergaß ich über dem bewundernden Anschauen der herrlichen Vegetation, und so schlenderte lch fast träumend dahin. Da schreckte mich ein eigenthümlicher Ton auf er klang ähnlich dem Ge räusch, welches Kinder hervorzubringen pflegen, indem sie Erbsen in einer getrcck neten Gänsegurgel schütteln. ES hatte etwa? Unheimliches, etwas AlarmirendeS an sich und folgte in kurzen Pausen mehrmals aufeinander. Unwillkürlich blieb ich stehen und spähte um mich, wäh rend ich die Büchse fchußfertig machte. NichtS war zu sehen. Entweder hatte ich mich getäuscht, oder irgend ein Vo gel, vielleicht ein Specht, var der Urheber. Ich entschloß mich daher, meinen Weg fortzusetzen, aber kaum hatte ich einige Schritte gemacht, als das eigenthümli che Rasseln schärfer und deutlicher er tönte. Meine Augen flogen blitzschnell nach der Richtung deS Schalles, und da bemerke ich denn die Gefahr, der ich mich ahnungslos genähert. Eine ungeheure Klapperschlange lag zusammengerollt fast unmittelbar vor mir, am Fuße eine? MaulbeerbaumeS, die Ringe fprungfer tig straff gezogen, die Rassel kerzengerade aufgerichtet und den glatten, fchuppenge panzerten Kopf etwa aus der Mitte der Windung erhoben. Die glänzenden Augen deS Reptils waren funkelnd und glühend auf mich gerichtet und die lange, gespalteneZunge ging hin .wieder alle die übersah ich mit einem Blick. i.V.-.. Daß ich überrascht und erschreckt, ja etuaS fassungslos var, darf ich frei u gestehen. Der Anblick einer großen Schlange hat etwas mechanifchErstarren des die tückischen glänzenden Augen, der glatte Leib, da Bewußtsein dertödt lichen Wirkung ihre Bisse erregen ein Gefühl, da? zwischen Furcht, Wider Villen und Grauen schwankt. E var der Tod in seiner widerlichen Gestalt, der uns angrinst. Heftig trat ich nach, rückwärts, indem ich zugleich instinktiv den Hahn de SchrottlaufeS meiner Büchsflinte spann te, ohne mir eigentlich Rechenschaft über mein Thun zu .geben. Unglücklicher weise verwickelte ich mich dabei mit dem Fuße in einer am Boden dahinsiechen den Wurzel, stolpere und stürze rücklings zu? Erde. Von dem Entsetzen, das in diesem Moment mein Herz mit eiskalter Hand packte, vermag ich dem Leser keinen Be griff zu geben. Ich hielt mich für ver loren, überzeugt, daß die gereizte Schlange meinen Sturz als das Sig nal zum Angriff ansehen und auf mich losfahren würde. Schon glaubte ich den Giftzahn des Reptils in meinem Fleische und mich von ihren erstickenden Windungen umringelt zu fühlen. Mein Denk und Empfindungsvermögen var einige Sekunden vollständig paralyfirt das Herz setzte geradezu seine Schlä ge auS nnd der Athem stand mir still. Ich hielt meinen Tod für gewiß. Dan schoß mir daS Blut vild in die Schläfen und ich erhielt die Bestn nung vie)er. Noch war ich nicht gebif sen. noch war Rettung möglich. Ich wurde mit einem Male ruhig und der mochte klar über meine Lage vachzuden ken. ,Rur keine festige Bewegung ! rief ich mir selbst zu, .um' HimmelSaillen, Besonnenheit. Langsam wagte ich endlich den Kopf zu heben. Die Schlange lag noch aus dem alten Fleck, nur die Ringel hatte sie straffer zusammengezogen, den Hal hoch empzrgereckt, vohl einen Fuß schwankte er über bem gräulichen Knäuel deö Leibes, der Kops var zurückgebogen, der Rachen geöffnet so zischte sie ich angriffsbereit an. Wir starrten einander eine Zeit lang regungslos an, jeder den Angriff de Anderen erwartend. Ich wußte, daß die geringste Bewegung meinerseits die Schlange zum Sprunge reizen konnte und wagte daher nicht, mich zu rühren. Mein ganzes Sinnen und Denken var darauf gerichtet, einen Ausweg auS mei ner fürchterlichen Lage zu finden. Die Gedanken kreuzten in meinem Gehirn, und wie ich mich ganz deutlich erinnere, klar und sich:r. . So konnte e nicht bleiben ich muß te einen Entschluß fassen. Aufspringen und fliehen wäre Wahnsinn gewesen ebenso, zu verweilen, in der Hoffnung, die Schlange werde ihrerseits den Rück zug antreten. Langsam, die Auge starr meiner Gegnerin zugewendet, zog ich die Büchse an mich und sing dann vorsichtig an, den Oberkörper zu heben. Die Schlange beobachtete mich aufmerk sam, der Hal schwankte hin und her,' die Windungen de Leibe zogen sich fe sie? und fester und höher reckte sich der Kops. Wa ich in jenen qualvollenAugenblicken ausgestanden, wa mir Alle für Gedanken kamen, läßt sich nicht Ole vergeben. Mein ganze vergangene Leben zog noch einmal blitzschnell an einem Geiste in bunten Bilder vorü to, die GeSaltea einer Lieben, die iü
im Valerlande zurückgelaen, traten vor meine Augen und sahen mich traurig an. Und ich sollte hier im wilden Wald, fern von ihnen, eines so elenden Todes ster den ? Nein schrie es in mir, .eS kann nicht sein ! Nur Ruhe und Besonnen heit, noch ist ja Aussicht auf Rettung !" Mi'.tlerweile hatte ichmichLinie fürLinie aufgerichtet, bis ich in eine sitzende Posi tion gelangte, und sing an, behutsam meine Büchse in die richtige Lage zu bringen. Ich wußte, daß sie meine letzte Hoffnung war. Der Schrotschuß müß te auf diese geringe Entfernung von ze? schmetternder Wirkung sein. Nicht zu athmen vaate ich während meine Be pinnenS. Noch etwas höher den Lauf. ES gelang der Kolben lag an meiner Wange. Ich bin sicher, daß ich vede? Korn noch Visir sah, 'denn vor meinen Augen begann es grün und roth zu flimmern. Mit ge valtfamerAnflrengung suchte ich daS er regte Blut zu zwingen. Noch ein Blick über den Lauf, der gerade auf den Kvvf der Schlange gerichtet war, welcher ja den gcfürchteten Giftzabn barg, den zu vernichten mein einzi.gesBestreben dann krachte der Schuß. Zugleich schnell: ich ohne mich von seiner Wirkung zu über zeugen, empor und rannte, wie von Fu rien gehetzt einige hundert Schritte in den Wald hinein. Ich war außer aller Gefahr dem Tode entronnen. Wer daS Gefühl noch nicht an sich erfahren hat,dem ist es nicht klar zu machen. Wie eine Ohnmacht besiel eS mich, und erst nach geraumer Zeit vermochte ich, mit zitternden Händen den abgefchof senenLauf zu laden. -voraus ich mich vorsichtig dem verlassenen Orte wieder näherte. Der Schrotfchuß hatte gut getroffen der Kopf derSchlange war vollständig zersetzt und vom Rumpfe getrennt. Mit einer seltsamen gemischten Empsindung von Freude und Grauen setzte ich mich in einiger Entfernung nieder und beobach tete den schwächer werdendenTodeSkampf deS Reptils, bis nur noch l ise Zuckungen verriethen, daß eS einst Leben besessen ha ke. Dann trat ich hinzu und schnitt die Schwanzrassel, deren Warnung ich mei ne Rettung verdankte, als Siegeszeichen ab. Sie zählte dreizehn Hornringe, ein Beweis, daß die Schlange von der ältesten und stärksten Art war. Mit Bewunderung betrachtete ich die schöne Zeianung deö Leibes, der bräun lichgrau und unten am Bauche hellgelb gefärbt var. Auf den Rücken befanden sich achtzehn schöne dunkle, gelb gerän derte Flecke, die Schwanzspitze var schwarz und lief in die oft erwähnte Klapper aus. Die überstandene Angst und Aufre gung hatten mich dermaßen abgespannt, daß ich unfähig var, meinen Vorsatz, der Jagd obzuliegen, auszuführen. So schlang ich einen Riemen nm den Leib de Reptils unr) kehrte, ihn hinter mir herschleifend, nach unseren Lagerplatz zu rück, o mich meine Freunde mit nicht geringem Erstaunen empfingen. Die Haut der Klapperschlange ver arbeiteten wir später zu zwei schönen Schrotbeuteln, die leider verloren gegan gen, di.e Rassel aber bewahre ich noch heute zum Andenken an meine Abenteuer im lexanischen Urwald und an jene un vergeßlichen Minuten entsetzlicher TodeS angst, Aug' in Auge mit einer Klapper schlänge.
Sie Lynch, Spidemie im Süden. ßm sonnigen Gineit ist die Lynch Wuth wieder einmal epidemisch aufge trten. AuS Virginien und aus Loui siana berichtete der Telegraph in den letzten Tagen über sensationelle Lynch affairen. Daß durch diese Schreckens wirthschaft die Einwanderung, die der Süden doch so nöthig braucht, abge halten wird, ist selbstverständlich. Ueber die Schlacht", die in Roanoke, Va., in Folge der Lynchwuth geschlagen wurde und über welche wir schon kurz telegraphisch berichtet haben, liegt jetzt ver folgende auZführlire Bericht, vorn Schlachtfelde datirt, kor: Eine entsetzliche Llutscene war eZ, die sich am hiesigen Gefängnisse ab spielte; eine mehrere hundert Köpse zahlende Volksmenge wollte in das Ge fängniß eindringen, um einen Reger zu lynchen, und eine nach dem Gefängniß beorderte Wtheilung Miliz schoß auf die tobende Menge. Es. wurden dabei fünf Personen aus dem Volke auf der Stelle getödtet und eine Anzahl schwer, wenn nicht tödtlich verwundet. . Der Name des Negers, der die U fache des schrecklichen Vorfalles war, ist Robert Smith, er hatte die Frau ei, neö bekannten Farmers aus Lotecourt Eounty, mit Nanitn Henry Bishov, be raubt und sie aus das Brutalste miß handelt. Die Frau war mit einer Wa genladunq landwirthschastlicher Pro ducte auf den hiesigen Markt gekom men, Smith hatte einen Korb Trauben von ihr gekauft und sie dann veran -aßt, mit ihm nach einem benachbarten Hause zu gehen, wo er ihr daS Geld geben werde. Dort angekommen, hatte der Neger die Thüre verschlossen, ein Rasirmesser gezogen und unter Todes drohung das Gels verlangt, das Frau Vishop bei sich trug. Sie gab ihm das Geld und riß ihm das Rasirmesser aus der Hand. Er stürzte sich auf sie. würg it sie, warf sie zu Boden und schlug ihr so lange mit einem Backsteine auf dem Kopf, bis er glaubte, sie sei todt. - Frau Bishzp erlangte nach einiger Zeit das Bewußtsein wieder, scbleppte sich nach dem Markte zurück und er zählte dort, was ihr widerfahren war. Ihre Äusfagen riefen eine beispiellose Aufregung hervor. Dem Polizisten Baldwin gelang tt bald, den Neger zu verhaften, worauf die Menge den Ver such machte, sich des Farbigen' zu be mächtigen, um ihn zu lynchen. Bald lvin setzte den Gefangenen auf ein Pferd, er selbst schwang sich auf ein solches und ritt im Galopp mit demNe ger davon, mitten d.:?ch die aufgeregte Menge und diese hinter sich lassend. Bald hatte er den fanqenen hinter vem V!ttu einer yesänanißzelle in Si,
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cherheit. Auen aber vok dem GtsJNgniß rottete sich eine Volksmenge zu sammen. die nach vielen Hunderten i'dhUc Der Mayor, der von dem Vorfalle unterrichtet wurde, eilte herbei und ?s gelanq ihm. die Menqe zu beruhiqen und vonGewaltthaten abzuhalten. Aber nur für den Augenblick. Gegen Abend erreichte die Aufregung :inen immer höbrren Grad. Die VolksmenZe vor dem Gefängniß schwoll im r.er mehr an u id wurde immer l'irmen o:r und drehender, weshalb der Mayor Trout beschoß, das. Gefängniß durch :ine Abtheilung Miliz zu besetzen; er selbst begab sich dorthin. Das war um 5 Uhr Abends. Als die Nacht anbrach, wurde die vor dem Gefängniß lärmende Volksmenge durch hundert Nänne? verstärkt, die aus der G:gend zes Heims der BishopS kamen und an Deren Spitze der Soün der Frau Vi 'Hop stand, ein Heizer auf der Norfolk 6 Western-Vhn. JeZt unternahm die Nenge einen Ansturm aus das Gefängliß und schlug ine Seitenlhüre des tzteren ein. an welcher die Milizleute ,nd der Mayor Posto gefaßt hatten, klus der Volksmenge heraus siel der :rste Schuß und jetzt erhielt die Miliz en Vefebl. das Feuer zu erwidern. 5!wa 25 Soldaten feuerten ihre scharf zeladenen Gewehre a'.;f die Menge ab ,nd die Folge war, da? von dieser fünf Personen auf der Stelle getödtet und :ine größer? Anzahl verwundet wurde, lum Th-il tödtlich. ES war eine Scene, vie man sie in Roanoke noch nie gese ;en halte. Der Neger Smiih wurde ?on einem Polizisten auS dem Gcfäng uß weagebracht und irgendwo versteckt. " Die Todten und Verwundeten lrug man nach einer b'nachbarten Apoiheke. Ein neuer, verzweifelte? Angriff zer wüthenden Meng auf das Ge 'ängniß wurde jedenÄugenblick besürch let und man hielt sick auf weitereSchre iens- und Blutscenen im Lause der Nacht gefaßt. L Um Mlternacht wa? Mes ruhig und nan befürchtete keine weiteren Ruhesto :ungen. Richter WodS und Allen Watts, demokraticher Candida! fü.r den Staats senat. hatten durch Ansprachen, )ie sie hielten, viel zur Beruhigung der ufgeregten Menge betgetragen; derEr tere hatte die Menge überzeugt, daß ich der Ne.er nicht mehr im Gefängniß finde. 'Mehrere Personen auS der Nenge ließen. eS sich aber nicht nehmen, uxch de-n v::sieckten Neger zu suchen. ht Mn':z wurde zwar noch bereit ge zalten, um auf einen Wink des Mazors wiider in Aktion zu trzten. doch'rwics sich daS als unnöthw.. Der Nayor. welcher durch einen S-ufr. am rufec tiriüunbet wurde, ieharrte fest iei de: Stellung, die er dem Mob" yaenüfor einaenomnvn rptte und et iatte, die Ruhe um jeden Preis auf .-eckt erholten zu wollen. Ueber die Zustände, welche durch den -densalls schon telegicphisch berichteten öiznmord inJefferson Parish hervorzer'.lfen wurden, wird auS New Or l:is be ichtet: Die Zustände in dem hart an daS Weichbild der Stadt -eew Organs sto senden Jefferscn Parish. welch? durch ?en von dem Neger Julian v:?llb!en Nord und daS Lynögericht gegen drei Srüder desselben hervorgerufen worden inv, spotten der Beschreibung und sind ion so undenklicher Art, daß die dort vokjnendcn w:ißen Bürger einen form lichen Kriegs zustand nroklamirt haben. Nicht nur d:r Weiß?", allein, sondern auch d?r Farbigen a: sich ein fast pa nischer Schrecken bemächtigt. Die Letz t:ren haben ein Comite ernannt, daS sich zum Gouverneur begeben und die sen um Abfindung rsn Miliz zum Schutz geaen die bestehende Schre ckensherrsckaf! ersuchen soll. Der She risf, die Nich'ter und die Mitglieder der Staatsgfetzgebung siehen inJefferson Parish an der Spitze der .Negulato ren" und alle anderen weißen Beamten halten es mit denselben. Der Kriegs zustand- ist u. A. in der Weise durch geführt worden, daß alle Zeitungsleute aus den Linien" hinausescortirt und ihnen bedeutet wurde.sich nicht wie der blicken zu lassen. Es ist unmöglich. zu erfahren, was innerhalb der Linien" vorgeht und ob der Mörder Zu lian gefangen und am Pfa5l verbrannt worden ist ode? nicht. Die längs der Stadtgrenze aufgestellten Wachposten baben um MittancÄt einn dn letzten Tage mehrere sUj,e auf Personen abgefeuert, die nicht stillstehen wollten, nachdem sie angerufen worden waren. Man glaubt, daß die Staatsmiliz ohne Zogern he?auZbu)rd,:?t werden wird. Von den weißen Frauen und weißen Kindern haben sich diele nach New Orp leans geflüchtet. In den Sumpfgegenden, wo ncan glaubt, daß Julian sich versteckt hal ten könnte, wurde mit Bluthun, den nach dem Mörder gesucht. Wenn er gefunden wird, wird er eines martervollen Todes sterben müssen. Alle Vorbereitungen dafür sind getroffen. Der Mörder foll genau da abgethan werden, wo sein Opfer, Nichter Esto pinal, gefallen ist. Man hat denPfahl. an dem Julian unter entsetzlichenTor turen sterben soll, bereits in den Boden eingerammt. Um den Pfahl herum liegt getrocknetes Fichtenholz und al lerlei harziges Brennmaterial; ebenso mehrereEisen, die rothglühend gemacht und womit der Mörder an den oberen Körpertheilen, gebrannt werden soll, während er langsam von unten der brennt. , DaS beste Brod in der Stadt, Weibbrod und Schwarz bxod, sowie vortreffliche Kuchen, be sonders den beliebten Straußelkuchen bekommt man Allezeit frisch bei Bern H.Thau, 81 Hoöbrook Straße Marktstand No' 122 und 124. Verlangt Mucho'ö Veft Havannc Sigsß,"
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