Indiana Tribüne, Volume 17, Number 20, Indianapolis, Marion County, 8 October 1893 — Page 2
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Stärke des Weibes. Schwachheit. Dein Name ist Weib! sagt Shakespeare und die Männer Pflegen die Frauen, oft mit einem AnlucZ von bedauerndem Mitleid das schwache Geschlecht" zu nennen. Aber wie, besteht denn die wahre Stärke etwa in einem gröberen Knochenbau und in einer rauheren körperlichen Außenseite? Dann aber hätten die Frauen ja jedenfalls das Necht. ihrerseits daran zu erinnern, daß das Geschlecht der Elephanten und so manche Gattuna der biederen Vierbeiner doch noch stärker sei. als die Männer! Ich denke, es bedarf nur dieser leisen Anbeutung, und die Männer werden zugestehen, daß der Begriff der Stärke innerlicher und geistiger gefaßt werden müsse. Ist dies aber der Fall, besteht die wahre Stärke in der innerlichen Seelen-' und Charakterstärke, dann kann die Geschichte des weiblichen Geschlecht sich mit der des männlichen wohl lühnlich messen. Und führen die Männer ihre Schlachthelden, ihre Musterbilder kricgcrischer Tapferkeit gegen die Frauen lLeschlecht eine aonigm ycnooia, eine Glölia, eine Jungfrau von Orleans, ein Mädchen von Saragossa und eine Königin von Neapel auszuweisen bat. die mitten im Gewühl des Kampfes, unter dem Tonner der Kanonen sich unverweüliche Lorbeeren errungen haben. Bon der Herzogin Luise von Weimar mukte selbst ein Napoleon bekennen: ..Das ist eine foau. die auÄ unse-e 900 Kanonen nickt bab:n in Furcht setzen können! Ja. sind nicht qroe Frauen es gewesen, die die X... " fnnn?r in itrieo3 weiten aurrtmien rnut'.ten. wenn sie d sn Kopf verloren i fiiHn? PFin fjiitfin rina war es. die V j V . v. f Peter dem Großen" aus der Noth half, als er schon verzweiflungsvoll sich den Türken ergeben wollte. Wie oft hat Königin Luife ihrem Gatten Muth zugesprochen! Und von der Gatiin des vorigen Kaisers von Ausland wird erzählt, daß sie, als ihr Gatte vor ihr in die Knie sank und verzweifelt ausrief: A!arie. Alles ist verloren. Sebasiopol ist in den Händen der Feinde!" gefaßt entgegnete: Jawohl, Alles ist verloren, denn der Kaiser hat den Kopf verloren! Oder wollten sich die ihre Könige und Für mit starker Hand ganze ten? Immerhin, aber dinnen auf dem Thro gln uriiiaDett), eine ujcaxm yerena . f- s , rv-w- -w r und wie die andern alle heilen bis ,1. 'r iwm mTsrf'rrf,. swsrftm die. wo Könige und Kurfürsten ihre r' t. . " fr p n ..V...V.. ,-. anoer verloren, iuqrnta) tioi einem Napoleon ihre Selbständigkeit abtrotzte! Und wollen die Männer noch im mer nicht jenes mitleidsvolle Wort von dem schwachen Geschlecht" zu rücknehmen, dann können ihnen die Frauen gern den blutigen Heldenrühm, die menschenverderbende Schlachtenglorie lassen! Mögen sie r . j 4V m . . Ilch elnyuuen rn jenen zweioeungen Nimbus von Pulverdampf und trotzen auf ihre starke Faust! Dann aber mögen sie mit den Frauen an das Krankenbett der blutigen Opfer der Kriege, . . . . , in die azaretye oder Spitäler trcren. Wer pflegt dort die Kranken, die Berwundeten, die Sterbenden? Wer er- . t , f . iWk zieht den künftigen '?cann m oen ersten Jahren seines Lebens, da er noch ein hilfloser Knabe ist? Ist's nicht das schwach? Geschlecht"? Nicht wahr, da harren die Schwachen aus, da zeigen sie eine Spannkraft, einen Heroismus, der all' den auf blutgedüngten Schlachtfeldern erworbenen Ruhm der Männer zu Schanden macht! Diesem Ruhm ausdauernder Liebe, heilender Barmherzigkeit und unerschrockener Pflichterfüllung, den muß man den Frauen lassen! Und gehört dazu nicht auch Kraft, jene Kraft, die imSchwachen mächtig ist? Zerstört der Männer Kraft, so heilt der Frauen SchwachfcU; entzweit der Männer Zorn, so versöhnt der Frauen Sanftmuth; und st darum das Wort: .Schwach- . . ' . v, ,u . , ; . h?it, iüern yiamc 1 1 Xtttwr .nicht mm ' 9 'I bestens einse tia? ' m ' 15 t tt H I t X D t Dlt D II a n ll . v p 1 t rt r sollte vor Kurzem bei dem Bauer Weber in Kunmrwltz (Kreis Westhavelland) pajjirt sein. ÄlS man 'corgens oen toiau oisnele. war narnuu) uu ciu 1 n " r r , . " c:x V 3 1 verlqwunoen,.oowom oie uuren oro- . . f . y y x. rvf nungsmanig oerilnioiien wülui. xic "f . rjr.rrr. . cri Losung des Nalyzeis erinnerte an oas bekannte Wahrzeichen der Stadt Köln, me vieroeropie am iooocujrapcc . 'jjian entoeöte, tag vas Psers uoer . m T r L . jiaui chic suiij umu "uu i i x. & . a i m. V c tH r üctn seuvoorn umau uemu cn wui, r . . k & na ,.tm tvo es sich recht gemüthlich an dem Futtervorrath labte. Da die edle Roslnante absolut nicht tvder die Treppe herabzubringen war. fr mußte man ein Voch in die Wand schlagen uno dann von Balken und Brettern eme Brücke herstellen, um das Pferd wieder herunterzuholen. -AvshafteKritik. Schausvieler: Nun Serr zvallbell. wie genel hnrn die gestrige Ausführung von dem erschlagrnrn Sieosried. den ich zu jpie. len hattet Krittler: Alles gut. nur das eine nicht. Schauspieler: Nun ffiiti'en Tafc Sie statt im t.uns. ten - nicht ichon im erZlen ;atte tu schlagen wurden! nnuf Ihfutifl i. uivivfcyj. 0""f Iie.be von allen Blumen am meisten die No''en h. b. die gefüllten, und Du. l" '"' ,M . ' f)iico'? - Student: die Tulpen natür
in's z?eld. so ist wobl zuzuqeben. dah chlicy ,penOenO?n eulezager,
die Zahl der weiblichm Helden nicht die Papicrdollars flogen umher, wie sa nrnh Ui. iewobl aucsi dcs sckwacke die MoSauitos im Hochsommer.
ne: liine Jtorn- Stallkütteruna erinnernden Sj
ist der Männer Haß mächtig gewor- und im tadellosen Dialekt seiner Hei- strafze der Stadt, in deren wildem den. so ist der Frauen Liebe .doch noch math setzte er rasch hinzu: Sie Getümmel kein Passant ihrem Zwiemächtiger! wern's wull fertig kriegen, mei gutter qespräch lauschte, da dort Jeder mit
3ut Dienste der Partei.
Eine ?lbenteurergeschichte olme LicbcZaben teuer von Julius Brück. Albany am Hudson ist der Sitz eines macktiaen Gouverneurs, oer tn V,r i I mehr oder minder einträchtlichem Zusammenwirken mit den Gesetzgebern ten der nordamerikanischen Union und wüte sich Irfra' .vn.vt.I-i...mnart :urmnnnTfnrfi I vwlUUlUt'lliiytilWtll jvUVviiVvv;v-' )-rv t n. 1 vi. Damals lampsien ooyi mz ciucu Parken oer cmoiraien unu ?u vilianer gieriger gegen cuuuuciu ,c . . , I f I ' r.I.M.&AMteVitWi1iAl Zuvor ooer zemais paicr. wußte man aber auch m beiden Welten, daß Onkel Sam nirgends freigebiger war, als gerade dort. Jeder Winkelpolitiker eines im Staate beleenen Städtckens. der für sich oder seine ßiinstlinae etwas ctfcf)uatDen T"" ''" wtnh ossT o;rrn"Vn i n ÄTÄVa Z" rl w. 1 e - s . " . . . . . , ?ÄK..Ä!r.,f oranaieu uuj uic jiuu ci. m lll VCll yuucii via üvuyuy;a w, lurjum, Selbstverständlich fehlte es auch nicht an Zuzüglern deutsche: Abkunft. Eine ihrer Haupttummelstätten war .Wächters .otel". 5)ier san:n an slThÄrU Mtmin I.' 5JLT'SrVÄ -i i e - eß . o 1 ei rt -wv., v. i 9sf; T?,tnft Mt nitf n.un.i( vti.i- vv.iiiv, . ""i ttrS hrl- I U,'"j"" v! 1 Mter Bar Äael Kööe jlbekannter D fylcn c3 !lril x. -ri,. tit einer irae oes ge"""".v-" Gastzimmers bequem geracai unj ieu uu, iu un. , . r, wauw cui c u . , . . , f , . , f f , t0n Mrojt lauten Unterhaltung Uül" 'i"1""1 JlVl u uci ,ilc1 , r ,n "V" .'' if L1 " sind ein unfanVenes Geborn ri c.. w;A..f caup. ! I ' Dabeffi I ".?VJ.?. -.lD .lr!?llei hna!;?;
Swtes New VotltmWmx Mensch, den selbst seine politischen antreffen könnten. Kommen Sie. verwaltet. Wahrend des Burgerkrie- Gegner in Ehren halten. Leider hat Freundchen, ich werde Sie mit ihm beaes zahlte es zu den bluhendstenStad- RA ? w m..;s, sr ''7
män's w!.d tni fahrn &i VUn wayrend wir uns mit den i Demnach wird vor Allem in Angriff Was sollte er aber von seinem Veschütman s wieoer einmal, lUyr er sori. c?. .. ! , ... . , -.n. c?.r...
.Seit vierzehn Tagen sind 1.1 im I rr : . 1 Lande, hielten es nicht für nöthig, mit :rgle entgegnete der Doktor. Auf drei deutschen Universitäten rAlÄ"I:" Diplom und Approbation in der Tal. .. .. imu iui niciiic V3iuuicii uu uiuiii, uuic chc, bin selddiensifähig und sprechz englisch. Demnach dürfte ein befcheidener Anspruch auf eine Assistenzarztstelle in irgend einem New Norker Vo-luntär-Negimente wohl berechtigt sein Das ist ja Alles recht schön meinte Köbes, doch die theuer bezahlte Schulweisheit wird Ihnen nichts nützen. In der Privatpraxis ließe sie . . . - m . sich allenfalls auch yierzulande verwerthen; aber eine amerikanische Staatsregierung darf sich mit ihr allein nicht begnügen. In erster Linie muß sie von jedem Bewerber um ihre Gunst (f. h. 1 rVk verlangen, van er im Mentte derPartei ster,e. deren Kreatur sie selber ist. le. lieber Doktor, sind zweifellos ein sehr 1 tw r w f . lucynaer cann, aoer in Atvany lennl Sie Niemand. Wer soll Ihr Für spreche? sein? Bei unserem Freunde Nunkel liegt die Sache ganz anders. Jwar ist er nur ein geprüfter Heildiener, ein ausrangirter Lazarethgehilfe. ein höherer Barbier, doch die Protektion eines in jeder Wahlcampagne erprobten Mannes ist ihm sicher, denn icb ich habe ihn unter meine Fittige genommen. Längst wird er in Offizicrsuniform Paradiren und unsern Freiwilllsen seinen arztlichen Bestand angedeihen lassen, wenn Sie noch, wie cute, im fadenscheinigen wliroä Iieaen. Jesfis Jessis, das war so was!" luvelte der hoffnungsvolle Schiester, err ttooes; 's hat aber ooch a ylv1 rx.? rri:-j ra-tv ...nni l cuau ciu yciun n 4. r rrn iür oiefe xuayryeilsileoe zur nnzeil r 1 n 1 p 1 1 p urafke lyn cm verittaler uurrill fein? lnnpr?. nnnn tfTprlim er t r 1 1 - VA,4 dak tr von seinen Sckülinaen. wie groß auch die ihnen erwiesenen Wohlthaten gewesen sein mögen, noch niemals einen die Baarauslage über- . .. . steiasnden tent aetoroert bade. I Dr. Wilde, der an einer solchen i Wencuna des Gesprächs lernen Gellen fand, suchte es in. die alte Bahn zückzulenken. .Ich will meiner eigencn rast vertrauen, taatc x: aber I ' ' V ' (0 ganz verlassen, tote Sie, Herr Koi w r c t . . y I Des, zu giauDcn cyrinen, oin icg vocy m i w m w w m i ntmL .Im Dem wen xsicnci ZU Cw m0T4 lernte ick einen Colleaen kennen. der mir sehr werthvolle Empfehlungsschreiben an zwei hierorts ansässige angesehene Bürger mitgab. Mer sind diese GröKm?" xr? Tailor. ein vielbeschäftigter Advokat, und Dr. Mely, ein Mitglied Ider milltärärztlichen Prusungskomtmffion." . Ach du barmherziger Himmel!" eiferte Köbes und schlug die Hände über dem Kopfe zusammen. Berbrennen Sie bre Wische! Dann !onnen sie wenigstens nicht schaden. Fritz Schneider ist ein Lump!" Ttitv. Tallor, sagte ich. I im ja! Der Kerl hat sich in's Englische übersetzt, weil die Deutschen I. rY jt. c rn...i. nioann iqn nur noa) oen euieiSchneider nannten. Jetzt ist er der I I r"TY . . t V fl.tl I urillnocniaiiui.g llngcliggl uno
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Männer an k;nw , . fr mw rr" ,?3 'ttMUUl "" des Generalarztes, oen e um eine mazi uve: un yane, lyn aus
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sten berufen, die unbeack e und sind nun der Meinuna l" "VLl r:1 1 baldige Anberaumung ves Prusung. ver war leine mir nsiuß
Völker regier, daß man Sie öbne Weiteres an di t?r Zl ersuchen mögen. Erklären dmunap
ks ibt auA fttU r4-Ms- c--. nrr. um uui iu;, uci uci Sie ihm. dan ich bereits einen llesen 105, van ie Olle vroaenve e
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r 'ii 1 1 j iifTFii rifiirfc'. s!i!r nur v I'r 1 iini-: I rr t s. 1 z 1 cv 1 x..l.i..&? 1 . i i .,4' i..u& 1 . iua..u..
chen vom Leibe!"
unter Bürgschaft. Oft genug hat er
sich am Zucytyause vorbeigedruat;
diesmal wird er aber wohl an der ; bäudes ' zu besichtigen wünschte, erPfanne hängen bleiben. Ein weit suchte seinen Vealeiter. ihn. hineinzu.
l??Nrer Wann ist ihr ?r. Mein oder m;,T,i wie er tn diesem Lande der i ' " . " " ' . " Nechts- und Namenverdreungen heißt. Cr ist ein geschickter Arzt und blZkaner gefallt a-stellt dif wie n nufo l?ie i wissen dürsten, in di er- Staate nichts .... ric ,cqcn unter dem Schlitten. llnh duldet rnnn ifrn d?n -r wm l rvm9 ' ' och n der Prüfungskommission? ort stets überstimmt wird, ... 16 U n4 . etrackt kommt. Auch ist das ganze Institut i - , i - - ohne alle Bedeutung. Wer nicht beto(a fsrr m vTStariff S 1 ivtiitii lumi, uiu u v. uu fcv r.r l 'o cLiilZ!, 'l.fV 7 r ' : nrri riort nn ytimi irr n t tit nrri nrrrr ' j'ai " Ii,aa tuciuuu;cu ßciciui, iu attemrt man'siym, aber man setzt einen mmtn aus Die unenDiicrje Ltt oer 41 VUff IVMVAIW I V(VV;V vertröstet ihn aus eine Bacanz. die niertrf rt 5tffssrtSrr Off st ff Ar 3 "traf itrtS m(-,T2 eintritt So belehrte Köbes den der Erzeuchtun bedürftigen Doktor, als plötzlich ein hochgewachsener, starkknochiger und breitschultriger Kriegsheld inmitten der am Schanktisch stehenden Gaste er schien. Die einzige Zier seines von der ; Sonne Virainiens gebräunten Ple-! bejerqesichies war ein rabenschwarzer Knebelbart. Nachlässig in Gang und , - . . . ' va tiinrr j??nt( fr n.Mlc; nnn rntittrti . ü y " V ! rtistirr Mirffnir. und denna vsrrietk 1 ' 1 hr siiit iftrrcn t-nsiiiiitfrn hrsinnfnn? hörte. Hastig jagte er einen Sh?rry-Cobler als Vorläufer eines halben Dutzend v,., vmv- v uriqer Gin-Cocktails durch die Gur aeL ann mischte er sich in das IW.. IX 14 t fc ftVf.V Wortgefecht der ihn umgebenden Politifer, die, ??ünf gegen Einen,"das Sezesuonsrecht des Südens vertheidigten. Voll heiligen Zorns kam er dem in Pamoten zu H I I I I I I I II II I I I V 1 III M I II I I 1 f I wr I ""r m n?TJ",?ä munden zu: Wer seid Ihr? Er-! Meirinien. die hinter dem ' " -v- --- h.-.rs CVAr.rtrr horifmrrhTitonl rrfi fth!- . v .v,vi Vuumiui. i bin der Colonel Bumke. der tapfere mandirt und bei Gettysburg eine Kar ä Z VI a!r r Cu daß man Euch mederkar none erobert hat! Und ich, der Bumke, tatschen sollte, weil Ihr giftige Kupferschlangen und Vaterlandsverräther seid!" Die so grimmig abaekaneltenMänner äufzerten in spöttischen Vemerkungen ihren Groll. Die Einen nannten den Colonel einen Eisenfresser, die Anderen den Kanonenschnapper, und ein Dritter wollte sogar wissen, daft er nach dem Schnell- und Dauerlaufe am Bull Nun helles Lungenblut gespieen, also trotz seiner Hieb-, Stich- und Kugelfestiqkeit für die Union geblutet habe. Dann entfernten sie sich, wähnd Colonel Bumke mit der lendenlahmen Grandezza eines aus dem Sattel geworfenen Milizgenerals ' J!j durch s Zimmer schritt. Im Hintergrunde machte er Halt und betrachtete hier möglichst lange . . und gründlich das vfim offenbar sym pathijche Gesicht des zwischen Köbes und' Runkel sitzenden Rheinländers. Dann wandte er sich ab, um im Büau des Hotelclerks zu erkunden, wer und was der ihn so lebhaft interessinde Fremdling sei. Sichtlich befriediat kehrte er zu den in der stillen Ecke hockenden Zechern zurück, begrüßte sie flüchtig und nahm uneingeladen an ihrem Tische Platz. Er hatte sich dem jungen Arzte gegenüber niedergelassen. den er nun ersuchte, sich von seinen Kumvanen zu verabreden und ihm behufs einer vertraulichen Unterredung ln die Entreehalle zu folgen. Zehn Minuten später spazierten Beide, Arm rn Arm, durch die Haupt seinen eigenen Angelegenheiten beschaf1 1:1 ngi war. I . . nehme feie rn mein eq: ment. sagte der Eolonel. Unge I ... . . I s5i,s,,? s?itt tnt rtFr ffnha mr ii , ... NPN dZp WnrKtr fhnraimf trf nfor bin nicht nur ein tapferer Haudegen, sondern auch ein gebildeter Mann und kalte es mit den studirten Qerren. Auf I ' lr, rrffpn rf trlnnMr irf in ffinrn l v.. --' -- - 1 v ' ' den intelligenten Menschen. ' dessen i ' dureistiateVisage nicht passen wollte zu den rammsnäsigen Schafsge.rchtern, die ich soeben sah. Meinsm unsähinen Oberarzte rninfe I mit bemaun I " " V pfähl: er aeht ab und Sie treten an . U I leine stelle. .. m . sl wäre m reckt ertreiili. kerUhit der Doktor. dock möchte !ck be. zweiseln. daß Sie allein darüber zu verfügen haben." Na. wer denn sonst?" schrie Bumke und im kräftigsten Brusttöne der Ueberzeuauna fubr er fort: .Unsern Gouverneur kann ich um den Finger wickeln: weih er doch, daß ich schon die Wasfenehre des Staates New Dork ge rettet habe. Er ist aber, wie ich mir sagen ließ. der Auserwahlte der demokratischen Partei, und Sie sind Republikaner." , Allerdinas. aber was thut das? Er kann mein von mir unzertrennliches Reaiment, das mich auf den Händen trägt, nicht kassiren, und so bleib ich nach wie vor der unentbehrllcheBumke, I t r .. ... crY 'rr , . . r , ven.en eizernen uiuen aucy er re,pecrrren muh." I CYYY f . . . 3 ... Allmaila üanen uc oas ouverne
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mentshaus erreicht, und Dr. Wilde, der das Innere dieses stattlichen Gcfr.fcr.n Y?;.t snWtt fnrtrtr binauf." erwiderte der Colonel, hm- " ' " V""-" auf in's Sanktum des Gouverneurs, ffT); .;? ntmmn der junge Mann, der sich vor Erstaun. 1 ' aunen nicht zu fassen wußte, mich armen Teufel in ' schäbigen Alltagskleidern?" Dummes Zeug! Wer frägt danach. , wenn ich an Ihrer Seite bin?" Aber auch bte Und, wie ich seye, mcht genugend herausstafsirt. Und warum nicht i Weil mir der Schleppsäbel fehlt? Ein beurlaubter, CC;.i. f. tl lt ljs-L CV C. s T 4jTiiiicr oraucqi iqn mcyu jmiui huri ki ' 111 v, or unierent xeculwveamien ericyeinen und ich wäre ihm doch willkom men." Vergebens widerstrebte Dr. Wilde dem ihn jetzt völlig beherrschenden Regimentskommandeur, der auf dasPorial des Qauses lossteuerte und mit einem heroischen Mir nach!" voranmarschirte. Die Schwelle überschreitend. bemerkte er die wachsende Herzbeklemmuna seines Gefährten. Seien Sie kühn, stolz, resolut!" donnerte er ibm zu und zoa ibn mit unwiderstek- , ntfer Gewalt in's Vorzimmer des Gouverneurs und fanden hier nur ' II 1 fcj , I I c. .:: s., s?.s uvu cuicu cuuiutu nui w,n, vui cxii :., (M.ur,, ncr-n 5?:.s VS.4. ViUtuiut iti -uiumu "UV"1 vmi v.. ..c m r;r r:. Kenntniß der Landessprache erlaubte es nicht, obschon es scheinen wollte, als wäre ihm jeder Satz, den er las, so einleuchtend, wie die Unsterblichkeit seines Kriegsruhms. Immer mehr verzerrten sich die ihn ermüdenden Lettern zu Hieroglyphen. Endlicb erhob er sich, legte die Zeitung bei Seite, und an Dr. Wilde herantretend, sagte er: .Der Zudrang ist heute . I . XI. .i. a auReroroeniiivi) accu. -uit luciutu lange warten müssen, bis die Ms,, sln uns kommt, s soll aber keine Minute nutzlos vorübergehen, u jmiucii leui, iju ciuci uiiytiAuu w r tn ucyLN cneoigung oeoarf. egeiillver, km nr, Vr. ist dn Nüru , , t. Wonnen und Sie meines wahrhaft väterlichen Wohlwollens würdig befunden habe. Bringen Sie ihm meinen Gruß und melden Sie ihm, daß ich fest entschlossen bin, Sie als rettenden Engel meinem von MediZinalpfuschern dezimirten Regiments zuzuführen. Kurzum, berufen Sie sich auf mich, und er wird Sie wie einen Gott empfangen. Auch j jetzt gehorchte Dr. Wilde und l schon in der nächsten Minute ging, um einem melancholisch dreinschauenden , ' Mann gegenüberzutreten. Der gab
, muui uma (u
sich ihm als Generalarzt des Staates funz bestehen sollte, es schien ihm unNew Woxl 'u erkennen und hörte ihn : gerecht doch hatte er ja gehört, daß sie ruhig an, ohne sich für Bumkes Grüße für ihn und Seinesgleichen nur ein zu bedanken und über ein oft wieder-" j Kinderspiel wäre, und so sah er ihr holteS Well!" hinauszukommen. Doch furchtlos entgegen, erfüllte er den schüchtern vorgetragenen ! Rechtzeitig betrat er das den ExaWnns seines Untercollegen, dessen ' minanden eingeräumte Zimmer, in finanzielle Bedrän-'' er ahnte. Ich l dem auch sehr bald der mit ihm gewill Sie in dieser koltsvieligen Stadt meinsam zu prüfende Kollege sich ein-
nickt länger aushalten," sagte er. Haben Sie die Güte, sich heute um drei Ubr Nachmittags in dem Prufungszimmer nebenan einzesiellen, wo Sie, gemeinschaftlich mit einem anderen deutschen Gelehrten, examinirt werden sollen." hocherfreut kebrte Dr. Wilde zum Colonel zurück, der nach Entgegennahm! des günstigen Berichts von
einem zwar gronarngen, aoer ourcn grünen Mische gegenüber m einem veeine allerwärts wirksame Empfehlung denklich knarrenden Schaukelstuhle erzielten und darum keineswegs über- ! Platz nahm.
, raraschenden Erfolge sprach. ) Sie Glückspilz!" fuhr er fort. Ein Heiliger bin ich freilich nicht, aber einen besseren Schutzpatron hätten Sie sich aar nicot wünschen können." An einer weiteren Selbstverherrlichung hinderte ihn das Wiedererscheinen.j eines letzten, nunmehr abgeserttgten Boroermannes, und den zungen Arzt binter sich herziehend, betrat er das Sanktum des Gouverneurs.
Mit landesüblichem Halloh" be- ! tert. Mithin konnte Dr. Wilde den grüßte ihn ein angehender Fünfziger, größten Theil der dreistündigen Arein elegant gekleideter Herr, um dessen beitszeit auf die ergötzliche Betrachtung feingeschnittenen Mund ein unver- seiner beiden Gesellschafter verwenden, wüstliches Lächeln spielte. Er reichte j Ich' ha mer'sch a Bissel bequem g?den beiden Besuchern die Hand und . macht." raunte der strebsame Schlesier sprach dann zum Colonel einige ihm zu und zog ein sauber beschriebenichtssagende Worte, die größtentheils nes Papier aus der Tasche, um es in unerwidert, blieben, da der mit seinem eines der vor ihm lieaenden. an die gebrochenen Englisch in die Brüche ge- ; Prüfungskommission adressirten Ku-
ratbene Haudegen unaufhörlich genothiqt war,- sirf den Anastschweik von der Stirn zu wricken. Der Gouverneur erbarmte sich sei -, ner und wandte sich an Dr. Wilde, dessen akademische Würde ihm zu impornren schlen, und dem er durch eine überaus freundliche Beurteilung des
deutschen Unterrichtsvesens zu gefal- sten Biertelstundchen hätte er rasten len suchte. Ich liebe die Wissenschaft- oder sich der Klausur entziehen können. liche Gründlichkeit." bemerkte er unter es schien ihm aber rathsam, die zur Anderm. Bei den auf kren Vater- Verfügung gestellten Schreibmaterialändischen . Universitäten gebildeten Zien ein wenig zu benützen. Er beMännern habe ich sie stets gesunden, sorgte daher seine Familienkorresponund desbalb rufe ich auch Ihnen ein i denz, um nickt durch einen auffälligen herzliches Willkommen zu. Werden Müßiggang oder durch ein allzu früSie ein leuchtendes Beispiel für diese ' hes Verlassen des Ezaminandenzrmneue Welt, wo leider in gar vielen ' mers den Verdacht des im SchauV . - '
yoazzamien noo immer nur geieyrr wird, wie man nichts lernt und Gekd dazu macht. Von alledem schien der tapfere Kriegsheld nichts begriffen zu haben, wenigstens unterließ er in diesem geeigneten Momente, auf die vom preu kiscben Staate avvrobirte Berufstück
licuett seines felddiensähiaen BegTeU icr.3 hinzuweisen. Der relvektvollen Gunst des Gouverneurs hatte er sich zweifelsohnL wider Fug und Nccht gerühmt, denn sehr bald behandelte ihn der hohe Herr, der fi? vergebens um das Verständniß seiner unverständlichen Neden bemühte, mit einer offen zur Sckau getragenen Nichtachtung. war' lächelte er auch jetzt noch, aber nicht mehr zwanglos wie zuvor, und spöttisch sagte er: Das militärische
Kommando, das Sie seit Ihrer vor länger als zwei fahren erfolgten Uebernahme des Regiments studirten. ist Ihnen sedenfulls geläufiger, als unsere Konversationssvracbe. die Ihnen nock, immer unüberwindliche Schwie-( rigkeiten bereitet. Trotzdem werde ich Sie nochmals damit behelligen müs sen. da mir Tihz dankenswertber Vesuch die rasckie Erlediauna einer wichcf , , , " f y i l . rigen ngetegenyeii ermogiimr, oiz Mir ..i r .. : 1 . : . t. . r, u, UKl uuhui u v(F Gen wollen. Colonel Bumke, der wohl ahnen mochte, was ihm bevorstand, und von dem in Aussicht gestellten vertraulichen Zwiegesvräche nichts Gutes erwartete, ver'el in ein qualvolles Sinnen, während der Gouverneur sich von Neuem mit Dr. Wilde zu unterhalten beaann. Der durfte nun in korrektem Englisch nawholen. was sein radebrechende? Gönner verabsäumt batte. und war überalücklicb. 15 der ihn unablässig besckästiaende Älan. sick, den imDienste ' I der BundeSarmee stehenden Aerzten nrei!,en. auch an so hoher Stelle Ä,;rs;Ä ummi juuiuc. m .2 r??,,iuii ii iv mitl 11.1 diesmal daß Männer Ihres Schlages aus reiner Humanität für die Befreiung der Sklaven kämpfen wollen." Hierauf schüttelte er mit schmerzhaft herzlich:?, nahezu gliederverrenkender Heftigkeit di Hand des jungen Arztes und entIiej ihn mit den besten Wünschen für sein ferneres Wohlergehen. Die frühere Siegesgewitzoeit desColonels war spurlos verschwunden.. und 1 i " VI 11. 'k . m m m & . u a t. xamus, occ iiui um mii einem flüchtigen Neigen des Kopfes von ihm veraüsckiedete. freute tick. iett. sein verabschiedete, freute sich jetzt, sein . eigener Wortführer gewesen zu sein. uaucjisf uu iic uuj wie jiu zer halten? Wußte sich dieser Brata t' . ri..rv .ys maroav frei von ujuio, ais er in oie fröhtt d?s Pörncn nin. d?r orfpnsiaT vi r r n 11 r r rr. n znffCiien j ichenVerso maß - fahr ver - neur diese fragen beantworten können: wußte er doch sehr genau, daß der tapfere Regimentskommandeur noch etwas ganz 2lnderes als fcine glorreichen Waffen . thaten auf dem Konto hatte. Die erste Nachmittagsstunde war vorüber, als Dr. Balduin Wilde in Wächters Hotel eintraf, um sich an wohlbeschter Tafel für das Militäri ärztliche Examen zu stärken. Daß ! auch er. der schon im preußischenStaat ein für die Praxis ausreichendes Wisp , f m sen gezeigt, aber eine abermalige Pril : fand. Alois Runkel war's, der schlefische Barbier, oder, wie der Generalarzt euphemistisch gesagt hatte, der andere deutsch: Gelehrte. Ueber Dr. WNde's Antlitz flog ein Lächeln der Wehmuth, das zu einem Lachen aus vollem Halse zu werden drohte, als ein hochaufgeschossener junger Bursche, der ihn und seinen Mitstrebenden bewachen sollte, dem M. Durch den Wegfall jedes mündlichen Verfahrens waren die auf den Zahn fühlenden Professoren ausgeschlossen, und es handelte sich nur um die schriftliche Beantwortung einiger wissenschaftlichen Fragen. Die sehr bescheidenen Anforderungen setzten ein ganz oberflächliches Studium voraus , und der allen deutschen Aspiranten vergönnte Gebrauch hatte die unschwere Lmuna der Aufaabe nur noch erleick ; verts zu stecken. Wie theuer er die vorzeitig erlangten rren und die sehr zutreffenden Antworten bezahlt hatte, wußte Herr Michael Köbes ebenso aut wie er . Mit einer an Hererei grenzenden Geschwindigkeit brachte er sein glatks Gramen zum Abschluk. Schon im erkelstuhle räkelnden Kontroleurs zu er wecken. Diese Befürchtung war übrigens grundlos, denn der gelanaweilteJünglinq sah und triebAlles, nur nicht das. was er sehen und treiben sollte. Er warf die dürren Beine über die Sessel f..-. n:.i. o . r..3i. lehne, stierte in's 'Leere und spuckte
lUMiovmiMUüuaitxji ,w .
ellenweit. Dann sprang er auf, um einer fliege nachzujagen; dann pfiff er mit aller, den amerikanischen Straßenarabern eigenen Unverfrorenheit einen Gassenhauer, und endlich schlenkerte er die ftüße hin und her, als ob er sich anflicken wollte, einen schottischen Nee! oder einen Neaer-Iig zu tanzen. Wie Dr. Wilde später erfuhr, war dieser Tausendkünstler eine in Albany sehr beliebte Persönlichkett. Dutch Cbarley" hieß er dort, weil die Heimath des sogenannten Pennsylvania Dutch. der aus einer innigen Verbindung des schwäbischen Dialekts mit einem verdorbenen Englisch entständenen Misirache. auch die seinige war. Als der sechste Glockenschlag das Ende der Prüfunaszeit verkündete, forderte er die seiner Obhut anvertrauten Herren zum Verlassen des Zimmers auf. Doch die beabsichtigte Mahnung: The bells have rung; let us go Home!" übertrug er in die ihm anaezoaene Mundart, und gebieterisch sagte er; Die bells härn gerunge; wer wolle bome!" Schon ietzt hatte dem theuren Albany entfliehen dürfen, doch in Erwartung einer nochmaligen Zu sammenkunst mit dem Colonel verzöaerte er feine Abfahrt. Als er aber schließlich oenöthigt war, an ein spurloses Verschwinden dieses Gönners zu qlauben, tröstete er sich mit dem Gedanken an die vielversprechende Huld des Gouverneurs und kehrte frohen Muthes nach Ne'.? Jork City zurück. Während ganzer acht Wochen harrte er hier täglich und stündlich des ihn zur Armee berufenden Vef?bls. der aber durchaus nicht kommen wollte. Von seinen übe? das große Wasser gebrachten Goldfüchslein war ihm nur noch ein beängstigend kleiner Nest verblieben, und nothgedrungen rüstete er sich zu einem zweiten Besuche der Staatshauytstadt. von der er das Heil seiner nässten Zukunft erhoffte. Als er am Moraen des lekten Novembertages dort eintraf, strahlte die Sonne eines verspäteten Jndianersommers glückverheißend hernieder, und unverzüglich schickte er an, dem Gouverneur seine Aufwartung zu machen. Der aber war diesmal mit Ge- : schaften überbürdet und bedauerte m , m leyr lyn nicyt emvrangen zu können. Da erinnerte er sick jenes Nepublikaners. der nach dem Dafürhalten des sm;Äs R'f,.? C-v,. juuu;uci jvuuc uci uueu uiuucu Vüraern in bobem Anseben stand, und : cu . jutiar uic ücmouanaje laaisa... . . v. i.i:rj.. r- x 1 o rearerunq eines Ehrenamtes gewürdigt ' hatte. Jetzt wollte er ihn nicht wieder ' hintansetzen und nicht zum zweiten Male Albany verlassen, ohne ihm das Empfehlungsschreiben des New Yorker Kollegen überreicht zu haben. Er gab sich alfo in die Behausung des i VFftlJ onn 11 n r it nihan lir. ha. Wl' Hm j nachgerade unentbehrlichen Dr. Mely, der als Mitglied der milltärärztlichen Prüfunaskommission ja au5i in der Lage war, ihm manchen längst erwünschten Aufschluß zu geben. Dieser schon im Spätherbste des Lebens siehende Herr kam ihm mit unerheuchelte? Freundlichkeit entgegen und hatte kaum von .seinem intimeren Veri kehre mit dem tapferen Colonel gehört, I . r: -f. i.; n . cn.s " als er das aufrichtigste Bedauern über eine derartige Kameradschaft zu äußern begann. Sie haben das Examen musterhaft bestanden," sagte er, und dennoch werden Sie viell-)'.')t niemals einen Nutzen daraus zieh;;:. Das verdanken Sie einzig und allein Jhrem Bumke. der von seinen Unteraebenen der Trunkenheit im Dienste angeklagt wurde, und dem man schon im Felde den Schleppsäbel abnahm. Vor sechs Wochen erfolgte seine endgiltige Verurtheilun. die ihn der goldenen Adler und des RegimentskommanÄos für immer beraubte. Wäre dem aber auch nickt so, durch einen solchen Mann hätten Sie doch nichts erreicht, denn sein republikanischer Uebereifer gesellte ihn zu denen, deren Fürsprache oder freundschaftliches Geleit Sie nur schädigen konnte, als Sie sich um die Gunst unseres jetzigen Gouverneurs bewarben. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Nach dem meiner Partei, den voraussichtlich die nächste Staatswahl bringen wird, will ich gut zu machen suchen, was der kassirte Colonel verdorben hat." Das war ein trauriger Trost, mit dem Dr. Wilde sich nur ungern begnügte. Der Geduldsfaden reißt nicht so leicht. Als ein m beiden Welten geprüfter Mann wußte er das aus eigener -Erfahrung, Aber der Rock der fadenscheinige Rock! Wieder wagte er sich in das Straßenlabyrinth der Millionenstadt am Hudson. Hier, wo die leidendeMenschheit ein ganzes Heer praktizirender Aerzte füttert, mußte doch auch er sein tägliches Brod finden können. In der volkreichen Gebend des deutschen Viertels ließ er sich nieder und harrte dort der ihm vertrauenden Kunden. Scmguinlsche Hoffnungen hegte . er nicht. Aber die Mahlzeiten kamen regelmäßiger als die saumseligen Patienten, unk Schmalhans wurde Küchenmeister, um endlich jenem besten Koche, der sich Hunger nennt, ven Platz zu räumen. So verlebte er lange Monate in der Höllenqual erzwungener Muße, bis die Waffenerfolge der Union und mit ihnen die Siege der republikanischen Partei sich mehrten. Auch in Albany war die Oberherrlichkeit der Demokraten ihrem Ende nahe. Mit dem unbeugsamen Muthe des knurrettdenMagens unterstützte Dr. Wilde durch seine in Volksversammlungen .verwerthete Beredtsamkeit ihre beutegierigen Gegner. und als am 1. Januar 1863 die Republikaner an die Spitze des Staates New ?)ork traten, war auch seine Ernte gekommen. Im brieflichen Verkehre mit Dr. Mely hatte er nutzbringende Freundschaft gepflegt. Jetzt schrieb ihm dieser treue Kollege: Auch die wichtigste Prüfung im Land: der ??reibeit haben
I Sie magna cum lande" bestanden, ' V ' - -. - i l Y . t 3
ücnn ie oewaqrien ais ein im, Dienste der Partei verwendbarerMann. Lassen Sie mich wissen, ob Sie den in vierzehnTagen vakant werdenden Posten eines Medikal-Direk-tors oder eine sogleich zu besetzend: Assistenzarztstelle wünsch:n. Sie haben die Wahl." Die Taube auf demDache verschmähend, begnügte sich Dr. Wilde mit dem Sperling in der Hand, und ehe noch hex erste Monat des lücklich begönnenen Jahres vorüber war, reiste er auf Vundeskosten zur Votomac-Armee. Dort wurde er der Liebling des Regiments. von dem der nunmehr verschollene Bumke sich einst auf Händen getraaen wäbnte. Dort war er aber auch der Einzige, der zu schweigen wußte, wenn unter allgemeinem Beifall vom immer durstigen Krötenstecher" die Rede war. n Von langer Dauer war seine feldärzitlie Tbätiakeit nickt, denn schon am 2. April fand sie mit den blutigen Kämpfen um Netersburn und Nichmond ihren Abschluß. &cht Wochen später kam er mit seinem zur Bewachung eines Nebellengefängnisses kommandirten Negimente nach Harts Island und nahm hier einen dreitägigen Urlaub, um die in der Nähe belegene Metropole schmerzlichen Angedenkens zu rV"?n. Wieder schlenderte er müßig durch die Straßen der Weltstadt, diesmal aber in prächtiger Offiziersuniform, zu der sein im Felde verwilderter Vollbart nicht passen wollte. Um ihn an's Messer zu liefern, betrat er einen neueröffneten, durch seine glänzende Außenseite ihn anlockenden Larbiersalon und war nicht wenig erstaunt, in dem dort waltenden Herrn und Meister den anderen deutschen Gelehrten", seinen ehemaligen Mitstrebenden Alois Runkel. wiederzufinden. Der erfreute sich zwar immer noch des Doktortitels, aber mit nicht größerem Rechte, als seine vaterländischen Kollcaen. Auch erschien er ihm minder wertbvoll, als das kleine Vaviergeld, das ihm eine reichli zuströmende Kundsäiaft in Hülle und fZülle brachte. Während er dem Nri;p"skameraden seine Kriegserinnerungen auftischte, schlug er wüthend den Seifenschäum. Mit fast überlautem Pathos erzählte er. dasz ihm n wenigeTage nach der Inauguration des 'republikaaischen Gouverneurs ein nur im Parteidienste ervrobterOberarzt aufgehalst worden sei. der ihn grausam chikanirt und zum Austritt gezwunaen habe. Nun bin ich aber dicke durck!" fügte z er sich selbst tröstend hinzu. Mistn Schnutelschaben verdient mer sich hier in Nei Aurk ooch a paar hibsche Gruschen." So war es auch. Ganz ungewöhnlich blühte sein auf den Rath des gu ten" 5)errn Köbes, errichtetes Geschäft. In glücklicher Stunde war er zum Scheerbeutel zurückgekehrt und barbirte Alle, die ihn ihres Vertrauens würdigten, mit gleich edler Berufstreue, stets sauber, wie er rührend hervorhob. immer ehrlich und niemals über den Löffel. Mit ganz besonnrem Eifer bemühte er K- jedoch um die WUre der Demokratenbärte in Dienste der Partei. Der Schüchterne. Schüchtern war er eingetreten Mit dem Hute in der Hand. Schüchtern hat er Platz genommen Ganz weit hinten an der Wand. Schüchtern ließ er Wein sich geben Und atz schüchtern manche pcis'; Ta er auch . i;arrcn irollle. Bat cr schüchtern um sie leis'. Schüchtern, so wie er gekommen. Ohne dak sein Schritt gekaüt. 29ar cr wieder sorlegangen Schüchtern hat er nicht bezahlt. O jerurn! Da war ein aller Kupferschmied, Ein ursideler Gauch; Der hatte eine große Ras' Und kups'rig war sie auch. Ojerum! Der Kupferschmied sah eine Frau, Die machte Gurken ein. Da fuhr er in den Essigdunst Mit feiner Nas' hinein. O jerum! Ta schwoll die Nase noch viel mehr Und brannt' wie Höllengluth: Tas kommt davon, wenn man die Nas' In Alles stehen thut! Ein Schlauberger. Höre mal. August! Ich habe vorhin geschwie gen, trotzdem du mir boje Tinge ge lagt hast. Ich erwarte von Dir, wo wir beide jekt allein sind, baß du diese Worte zurücknimmst 2lZeS oentst Tu s Ich nehme niemals etwas zurück Wirklich nicht? Nein, nie! Gut da leihe mir rasch 20 Mark, und wir sino versöhnt! Beide sind glücklich. A.: Du siehst ja so vergnügt aus! B.: Ich habe auch Grund, ich habe mich eben mit Frl. Weber verlobt. Tu siehst ja aber auch so vergnügt aus, was hast Du denn? A.: Nun, ich habe auch Grund, denn Frl. Weder hat mir heute Morgen meinen VerlobungZrinz zu rückgeschiclt! Empfehlung. Hausfrau (zu der stellesuchenden Köchin): Selbst verstandlich können Sie perse.t sichln '?!" Köchin: (icniigt es, wenn ich Ihnen sage, daß alle meine früheren Herr schaften an Fettleibigkeit oder, am Schlagring gestorben sinö?" U n g e n i r t. Wir sind erst drei Tage bekannt und Sie pum pen mich ichon an!" Ja, wissen Sie, ich gebe gar nichts aus tltiaucücl"
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