Indiana Tribüne, Volume 17, Number 13, Indianapolis, Marion County, 1 October 1893 — Page 7

NlltZ, hopp, tönigULZt Hoheit! Aus Berlin brachte der Telegraph in den letzten Tagen ein: seltsame, aber deswegen nicht minder interessante Nachricht. Die (der Geburt nach) Hochsten und Allerhöchsten des Volkes der Denker wollen naÄ dem Beispiele der von der Fürstin Metternich veranstal teten Theaterausführungen mit hochadeliger Rollenbesetzung eine aristokratische Circusvorstellung veranstalten, wie sie in ähnlicher Weise schon früher um Hofe des Zaren arrangirt wurde. Junge Comtessen," sagte die Depesch?, werden sich in der höheren Neitkirnst, im Rcifspringen u.s.w. produc!ren. während Prinzen, wirkliche blaublutige Prinzen, als Clowns- auftreten werden." Der Qrotd der ziemlich auffälligen Uebung ist Wohlthätigkeit. Das ist in einer Art eine originelle Auffassung. Panem et circenses" (Brot und Spiele) verlangt das Volk. In diesem Falle soll das Brot dadurch beschafft werden, daß Spiele veranstaltet werden. Allerdings das Volk", was so die gewöhnlichen Denker sind, wird von diesen Circusspielen nichts zu sehen bekommen. Ebenso wie das Künstlerper sonal wird wohl auch das Publicum aus Persönlichkeiten bestehen, welche wegen zu hohenAdels desDenkens im tadig" sind und es auch Eott sei Dank nicht nöthig" haben." Aber hoch interessant muß dieseCircusvorstellung wirklich werden! Man denke nur, wie hübsch sich das Programm lesen muß! Ihre Kaifcrliche und Könial.Hoheit, Prinzessin X. in ihren unübertrefflichen Leistungen auf Dem ungefatielten Pferde u.s.w." Oder: Die hohe Schule, geritten auf seinem Pferde Militarvorlage" von Excellenz ArafCaprivi." Eine sehr wirkungsvolle Nummer wird die Vorführung der 12 in Freiheit dressirten Deckungs-steuer-Hengste durch Excellenz von Mi?uel" sein. Den Schluß KerVorstellung wird bilden: Die Manöver in den KeichZIanden", große Pantomime mit Legeisterung, Franzofenärger, FutterMangel, kaiserlichen und bischöflichen Ansprachen, erhöhten Kornzöllen und russischen Flottenbesuch in Toulon bei bengalischer Beleuchtung.'" Die Zwischenpausen werden durch komische Intermezzi der berühmten Zlwns, der Prinzen .,?). und Z., auf ?as 2lng:nchmste ausgefüllt. Die eigentlichen Künstler" werden nur Perfoncn von höchstem und allerhöchstem Adel sein dürfen. Minister, hohe Staatsbeamte und andere unter geordnete Persönlichkeiten werden in Stallmeisteruniform gesteckt und dürfen auf diese Weise zum Erfolg deZ schönen Werkes beitragen. DieExcellen zen werden sich in dieser Verkleidung recht hübsch ausnehmen und sich auch ganz anstellig zeigen, da sie ja durch mehrfache Ausführung des famosen ,Fackeltanzes" bei besondern Hoffesten schon eine kleine Vorfchulung für den Tircus genossen haben.' Eine heikle Sache wird die Bekun rung des Beifalls sein. Man kann Doch eine Königliche oder Kaiserliche Hoheit oder eineDurchlaucht nicht durch zanz gewöhnliches Klatschen zu einem Da Capo veranlassen. Wahrscheinlich wird in einem solchen Falle der Cere -nonienmeister vortreten und nach einer Dreimaligen tiefenVerbeugung zu dem Zlown sagen: Wollen Euere Hoheit :llerznädigst geruhen, diesen Purzel bäum noch einmal zu schlagen" oder: Durchlaucht werden unterthänigst er sucht, noch einmal mit höchst eigenen Füßen durch diesen Reifen zu hüpfen. Den männlichen Mitwirkenden werdcn die Erfahrungen, die sie hinter em Einganzsvorhang, in den Ställen ind Garderoben gewöhnlicher Cir :usse gemacht haben, sehr zu Statten kommen. Der Circusbesuch (und auch der Be such von Eircusdamen) hat ja von je ber eine der Lieblingsbeschäftigungen oes hohen 2ldels gebildet. Man darf ilso mit Recht erwarten, daß von der aristokratischen -Circusgesellschast ge radezu Hervorragendes geleistet wird.

PscRdoCftolerabacillcn7 Die Berliner klinische Wochen schrift" bringt in ihrer neuesten Rum mer eine wissenschaftliche Mittheilung, die in unserer Zeit gesteigerter Chole .ragefahr und vermehrter Abwehrmaß .nahmen eine beschleunigte Verbreitung im Interesse der praktischen Vcrwer thung verdient. In unsererErinnerung -sind die vorjährigen Mittheilungen von Cholerabacillen-Funden im Hafeuwas ser von Duisburg durch C. Fraenkel, -im Kielraumwasser eines Dampfers .durch Lubarsch und im Anschluß an Ixt Nietlebener Epidemie in der Saale iurch Koch. Seit jenen Mittheilungen ist es natürlich, daß die Untersuchun cn des Fluß- und Trinkwassers auf Eholcraibrionen unter die erstenAnf yaben der hygienischen Laboratorien eingereiht worden sind. Der Nachweis echtcrCholeraöacillen galt als ein durch aus zuverlässiger, wenn der mikrosko pische Befund, die culturellen und die biologischen Eigenschaften mit den von Koch angegebenen und von anderenSei ten unzählige Male bestätigen überein stimmten. Besonders an allen bisher aus dem Wasser gewonnenen Mikroor ganismen ließ sich mit einiger Leichtig keit der Beweis ihrer qualitativen Ver schiedenheit erbringen speciell bei dem Eholeiabacillus eigenthümliche Cho leraroth-Reaction war hier zur.Diffe renzirung zu verwerthen. Sanz neuer dings sind nun ungeahnte Schwierig keiten hervorgetreten, die augenblicklich mchr denn je Äorsicht und Reserve iir der Deutung der aus Flüssen und Leitungswasser stammenden Vibrionen auferlegen. Im Leitungswasser zu Ber lin (Stralauer Werke) ist in diesem Sommer als von der Cholera m Berlin noch keine Rede war von Prof. ubner, demLNrektor des hhgienichen

Jnstiwks zu Berlin, ein 'Vibrio geünden worden, der sich weder in Form (Commaform) noch in seinem Verhal ten zu Farbstoffen, noch in feiner Art. auf bestimmtenNahrungsstofsen inCul turen zu wachsen, wesentlich van dem koch'schenCommabacillus unterscheidet. Auch er giebt eine prächtige Cholerarothr:action in Pepionlösung.und das mit dem Berliner Vibrio" inficirte Meerschweinchen erkrankt und stirbt ähnlich wie an der Cholera unter Temperaturabfall. Der einzige Unterfchied Zwilchen der Berliner Vibrio" und dem Commabacillus besteht darin, daß der erstere auf Gelatineplatten langsamer als der CholercrbacilluZ wächst. Fast gleichzeitig wurde imClbeWasser bei Hamburg ein Vibrio ge funden, der alle Eigenschaften deZ Koch'schen hat, dessen Wachsthums. Energie eine gleich große ist, der Ver suchsthiere in denselben Dosen tödtet, wie der Koch'sche und auch in Ham bura berrschte damals und glücklicher Weise heute noch keine Cholera. Balte riologisch? Laboratorien haben dem nach noch vorikchtiaer zu sein, wie bisher, und ihre Publicationen und Ent-L'-xfo.injcu .v..:u nur trn Zusammenhang nu: d:ni Befund am Krankenbett Unterlage zu einschneidenden Maßnahmen und B:rordnungen geben könrn.

Gut .Haupttreffer zwanzig Jahren. Lei der L?oZab!h5.l'.'.ng de? österr. StaatSschuldenkaffe wurde lehthin ein lSQUx LooZ präsentirt, mit der ömsraze. ob vielleicht auf dasselbe ein Treffer gefallen sei. Nachdem das LooZ schon vor zwanzia Iahren mit dem Haupttreffer von 160.000 Gulden gezogen wurde, ohne daft dieser Gewinn bis h:ute behoben worden wäre. Der Präsentant des Looses erklärte darauf, nicht er selbst, sondern ein Anderer sei der Besitzer des Looses und er werde den Eigenthümer sofort oon dem Glücksfalle verständigen. Hiermit entfernte er sich, natürlich unter Mitnahme des Haupttresferlooses und die Gewinnstsumme wurde noch nicht ausbezahlt. Der Vorfall ist fehr bezeichnend. Es liegt auf der Hand, daß der Eigenthümer oder die Eigen thümer des Looses oll' die zwanzig Jahre her die Ziehungs- und die Resiantenlisten niemals durchgesehen haben. Und das rächt sich schwer genug, denn wenn der Besitzer jetzt auch den vor zwanzig Jahren fälligen Haupttreffe? per 160.000 Gulden behebt, so hat er doch mindestens eine gleich hohe Summe an Zinsenverlust eingebüßt denn bekanntlich verdoppelt sich ein Kapital mit Zinsen und Zinseszinsen in etwa vierzehn Jahren. Aber wie dem nun immer sein mag, 160.000 Gulden sind eine so hübsche Summe, daß der Gewinner doch noch zu beglückwünschen ist, und es läßt sich voraussehen, daß er nicht geneigt sein wird, sich durch nutzlose Rekriminationen bezüglich des Zinsenverlustes die Freude am Haupttreffer verbittern zu lassen. Man ist ja in solchen Fällen immer rasch mit dem Trost bei der Hand: Wer weiß, ob ich das Geld noch hätte, wenn ich es schon vor zwanzig Jahren behoben hätte... Beiläufig bemerkt, ist es aber doch schier unglaublich, wie wenig Werth Geld oder Geldeswerth für manche Leute zu haben scheint. Beispielsweise wurden im Jahre 1368 verschiedene Anlehen zu einer Ctaatsrente unificirt und die Aufforderung, die alten Staatspapiere gegen neue umzutauschen, wurde jahrelang publicirt. Heute nach fünfundzwanzia Jahren sind noch zwei Millionen jener alten Anlehen nicht umgetauscht und wenn auch ein Theil derselben verbrannt oder vernichtet ist, so befindet sich doch wohl der größte Theil noch im Besitze von Personen.die die alten Metalliques und sonstigen Papiere in allen Kästen stecken haben. 2ie unheilvolle Luftfahrt und Er rcttttng des Capt. Eiermann. Capitän Eiermann, 5er kühneLuft7chiffer, über dessen verunglückte Luftfahrt und Errettunz telegraphisch berichtet wurde, erzählt Folgendes über die Einzelheiten des unheilvollen Aufstiegs und seiner endlichen Errettung: Der SonntagNachmittag versprach keine schlechte Fahrt, obwohl auf meine Anfrage an das hiesige Wetterburau ick den etwas bedenklichen Bescheid: Für heute südliche bis nördliche Winde" erhielt. Gegen elf Uhr Vormittags begann ich den Ballon zu füllen und Punkt fünf Uhr Nachmittags war die Arbeit beendet, so daß der Aufstieg von Statten gehen konnte. In Anbetracht der Thatsache, daß der Weg über den See ging, wies ich Herrn Turk. der bereits 5100 als Preis hm terlegt hatte, zurück; die Wahrscheinlichkeit, daß mir bei dem herrschenden schwachen Winde ein unfreiwilliges Bad bereitet werden könnte, erschien zu groß. Der Ballon erhob sich mit ungeähnlicher Geschwindigkeit in dieLuft. Mehr als 10.000 Menschen jubelten mir nach, leider hatte die Schaar in deß nur zum geringsten Theil am Em gang des Parks den obligaten Obolus entrichtet. Unter die Menge warf ich mit vollen Händen etwa 2000 Packete Eigaretten, die mir Herr Turk mitgeaeben hatte,, und das Gezeter der ue ben Jugend um die Glimmstengel klang als letzter Gruß klar zu nur em por. In wenigen Augenblicken stieg der Ballon zu einer Höhe von etwa 9000 Fuß und die Luftströmung trieb ihn gegen zehn Meuen nordöstlich. Ich hoffte m einer größeren Hohe eine an dere Strömung, die mich vielleicht wie der dem Ufer zutreiben würde, zu gewinnen und warf Ballast aus. Der Höhenmesser zeigte 15,000 Fuß, als ! ich die Entdeckung Iiachte, daß mein

Curs nunmehr nach Südosten ging. Milwaukce mit seinen prächtigen Vil las, seinen Pa:ks und Gärten, zwi schen denen der Fluß sich gleich einem Silbcrsadcn hindurchschlängelt, lac vor mir und da5 prächtige Panorama hielt ans mehrere Momente meini Sinne gefangen. Lange hatte ich indeß zu sentimentalen Betrachtung' kein: Zeit; ich fuhr on der Hasenein: fahrt vorüber und überholte den Dampfer City of Milwaukee, der auf dem Wege nach Chicago sich befand. Nach und nach entschwand das Ufer meine? Blicken, west- wie ostwärts erhoben sich dichte, drohende Wolken und ich erkannte wohl.daß es mir unmöglich sein Würde, Land zu erreichen. Die Noth wendigkeit, noch ehe gänzliche Dunkel heit einsetzte, mich dem See anzuver trauen, um vielleicht von einem vorüberfahrenden Schiffe bemerkt und gerettet zu werden, lag auf der Hand. Vom DampferCity of MUwauta war nichts mehr zu erblicken, doch etws

acht Meilen südöstlich von mir ge- ! wahrte ich einen Schooner, der nach 1 Norden zu seinen Curs nahm. Im Ballon befanden sich noch über 100 Pfund Ballast, trotzdem zog ich das Bentil und innerhalb zehn Minuten, um etwa sieben Uhr, stieß die Gondel auf die Wellen. Zu meiner Genugthuung bemerkte ich. daß das SHss seinen Curs , nach mir lenkte. Meinen Ueberrock, den ich in der Höhe derKälte wegen angezogen hatte, legte ich ab und schnallte mir den Schwimmgürte! an dessen Stelle um. Die Fahrt über die Wogen ging indeß noch zu rasch, als daß der Schooner hätte folgen tönnen. Ich warf daher den Anker aus, lieb an langer Leine die Sandsäcke im Wasser nachschleppen und öffnete weit das Ventil. Das Schiff, von dem ich nur noch die Lichter fehen konnte und das zeitweise den Ballon gänzlich aus den Augen verloren haben muß, kam näher und gegen 1 Uhr hatte es mich erreicht. Meine Hoffnung, sofort gerettet zu werden, erlitt indeß einen argen Dämpfer. Mit vollen Segeln fuhr das Fahrzeug an mir vorbei und nur meiner kleinen Pfeife, der ich unauLgesetzt schrille Töne entlockte, verdanke ich es, daß man an Bord überhaupt wahrnahm, daß im Ballon ein lebendes Welen sich befand. Einer Ma trcen rief mir etwas zu, wsö ich bei dem Zischen und Brausen der Wellen indeß nicht verstand und weiter zog der Schooner seine Bahn. Mich verliebn rasch die Kräfte, die entgegenströmenden Wogen, die rotirende Bewegn :g der Gondel, bald war ich im Wasser, bald in der Lust, hatten mich erschöpft, hilflos verlor ich meinen Hlt U5.d stürzte in die Fluthen. . Der Ballon erhob sich im Nu etwa 50 Fuß und war bald meinen Blicken entführt. Die Wellen. d?e mir über dem Kopf zusammenschlugen, gaben mir meine ganze Lebenskraft wieder. Aus vollerLunge blies ich in dicPfeife. doch kein Gegenton ließ sich Hörer?. Erinnerungen aus meiner Jugendzeit, das Bild meiner Eltern in der fernen Heimath stieg vor mir aus und ich U gann ernstlich mit dem Leben abzurechnen. Einen langsamen, qualvollenTod wollte ich vermeiden und schon legtk meine Hand sich an die Schnalle deZ Cchwimmgürtcls. um ein raschesnd: zu machen, als plötzlich vor mir ein Licht sich wieder zeigte. Jetzt wufcie ich, daß Nettung in Aussicht stand und schwamm mit erneuten Kräften dem belebenden Strahl entgegen. Um halb neun Uhr, nachdem ich eine Stunde und 35 Minuten hilflos im Wasser ge. legen batte, wurde ich von der Mann schaft des Schooners EllenWilliams" aufgenommen. Dem wackeren Capi, tän OlioerSwanso.!: waren mcineSig nale zu Ohren gedrungen und willig hatten seine Matrosen sobald als mög lich beigedreht und ein Boot herabge lassen, um mir Retlung zu bringen. Mit übermenschlichen Anstrengun gen bahnten sich die tapferen Männer m de rNußschal: durch di: hochgehenden Wogen in der Finsterniß zu mir einenWeg und entriß en mich einem sicheren nassen Grab. Der Steuermann Charley Smith und die Mairosen Frank Smith und Charles Carlson sind die Edlen, die ihr Leben für mich wagten, nie werde ich ihren Opfermuth vergessen. Auf der Ellen Williams" fand. ich bei Capitän Swansen die fürsorglichste Aufnahme und roohlbehalten landete derselbe mich am Mittwoch Nachmittag in St. Jgnace. Mich." Der Luftschiffer, der eben erst so knapp dem Tode entronnen ist, t hat übrigens durch seine schaurigen Erlebnisse den Muth nicht verloren, sondern wird am nächsten Sonntag wieder einen Aufstieg in Milwaukee machen. Hypnotischer WMenSauötausiY Ueber hypnotische Experimente haj abermals ein Wiener Forscher, Profes sor Dr. Heinrich Oberstemer, der Lei ter der Döblinger Irrenanstalt, ein in teressantes Werk veröffentlicht. 2.? Gelehrte war im Jntersse der Wissen, schaft zugleich Experimentator undVev fuchsobjekt. um Kraft der fo an sich gesammelten Erfahrungen, eine tiefen und klarer: Einsicht in die psychische! Vorgange wahrend der Hypnose zu gewinnen. Von ganz besonderem phys:o logischen Interesse ist nach Professo, Obersteiner das Vorstadium des hyp notischen Schlafes, wo die Versuchs, Person noch im Stande ist, sich selbe: hinreichend genau zu beobachten unl zu controlliren. Bereits m diesem Vst stadium habe Professor Obersteiner at sich die Abschwachung des Willens sehz bemerkt, alle Bewegungen, auch da! Sprechen, erfolgen sehr lungsam,mühe' voll. Als ich,- sagt der Professor Obe? fieiner wörtlich, während ich schwack hypnotisirt war, in Folge einer gering fügigen Bemerkung, die an sich wen komisch war, zu lachen anfing, wai .ich nichtjm Stande. VrAblaufrnehz

rerer Minuten dieses sinnlose ' Lacher zu unterdrücken." Bei nicht zu tiefem Schlafe lasse sich häufig eine auffällig Verfeinerung auf allen Sinnesgebiete? nachweisen. Worte und ganze Zeiler können bei einr schwachen Beleuchtunc noch deutlich gelesen werden, wobei wc der dieselbe Person in wachem Zu stände, noch die anderen Anwesender nur einen Buchstaben zu entziffern ver. mochten. Im Hinblicke auf die psychi schen Erscheinungen sagt Professoi Obersteiner: In erster Linie muß hiei auf die hochgradige WillenSschwächk ausmersam gemacht werden; mar kann sagen, da der Hypnotisirte seiner eigenen Willen gänzlich aussiebt uxi dafür den des Operateurs cnnisunt. Besonderes Interesse-verdiene daS Ver. halten des Gedächtnisses während de hypnotischen. Schlafes. Oft genüge eim Andeutung, um irgend einen verzesse nen Vorgang aus der Zeit des Schlafei wieder lebhaft vor die Erinnerung z rufen. Am ausführlichsten behandelt Pro fessor Obersteiner die Suggestiv-Er-scheinungen. Er sagt unter Anderm: Ein Glas Wasser, als Brechmittel an. geboten, erzeugt Erbrechen; sagt man, das Wasser sei Schnaps, fo schwank! die Person nach kurzer Zeit und trach tet. die Erscheinung des Rausches zu dokumentiren. Auch in ein Thier, selbfl in einen leblosen Gegenstand läßt sil gelegentlich eine solche Person btttan dein; sie springt als Ziege auf denMö beln herum, als Hase fürchtet sie den Hund, als Papagei fragt sie, ob sie den ganzen Hanf aufessen darf. Professo, Obersteiner ist überzeugt, daß die hyp notrsirte Person nicht wirklich meint, verwandelt zu sein; was aber bei ihr Alles beherrsche, sei das Bestreben, fcen Willen des Hypnotiseurs blindlings zur Ausführung zu bringen. Viele wiederholt hypnotisirte Perso nen seien auch in wachem Zustande fü, Suggestionen empfänglich. Professor Obersteiner erörtert auch die mentale Suggestion, worunter man die Veein flussunz des Gedankens lediglich durch den Gedanken eines Anderen ohne je des Hilfsmittel verstehe. Die Mehrzahl der Naturforsche? verhalte sich der mentalen Suggestion gegenüber voll ständig ablehnend. Diesen schließt sich auch Professor Oberfteiner an, nach welchem ein seelischerRapport nicht anzunehmen sei. Ebenso unerklärlich sc1 die angebliche Fernwirkung medtca mentöser Substanzen. ProfessorObersteiner constatirt ferner, daß der thera peutische Werth der Hypnose zwar vor züglich. aber gewiß nicht ausschließlich in den Suggestionen zu suchen sei.

Der Schwiegersohn aus Amerika Der nette Schwiegersohn au! Amerika, welcher i'üngst in Eöcrsbach bei Eörlitz sein Wesen trieb, schein: nunmehr das Feld seiner Thätigkei! von Görlip nach Rchx verlegt u haben, denn fast genau in derselben Weise wu in Ebersback wurde vor einigen Tage eine Kölner Familie von einem junge Menschen hinter's Licht geführt. Spat am Abend erhielten jene Leut ein Telegramm des Inhalts: An komme morgen Vormittag. Karl Tarob groszc Freude in der Familie, die sich gewaltig steigerte, als in dei Frühe de? anderen Tages jener juna Mann sich als der Nestr vorstellt und angab. Papa und Schwester sei-r, noch in Hamburg und würden ander A Tages nachkommen; inzwischen wou, er. der .Neffe," eine geschäftliche Reis, nach Aachcn unternehmen und ar, Abende wieder nack Köln zurückkehren. Tie übrigen Familienmitglieder wur den rasch benachrichtigt, man eilte her bei und freute sich über die Erzählung des Neffen, den man noch nie gesehen und der, wie einige der Familienange hörigen zugeben, sich seit seinen Kinder jähren, aus welchen man noch ein Por trait von ihm besaß, nachdem ein statt licher Bart sein Gesicht umrnhmt, fehl zu seinem Vortheile vcrändclt habe. Ter Ncsse war überaus redselig. Papa war lange krank gewesen, doch erfreut er sich heute wiederum der besten Ge fundheit und konnte es während dci langen Fahrt gar nicht crwartcn, bi? er wieder einmal seinen Fuß auj deutschen Beden fetzen konnte. In Hamburg angekommen, habe er zu nächst einen nahen Verwandten aufge sucht und ihn. den Karl, vorauözesandt, um seinen Besuch in Köln anzukündi gen. Alles, was Karl erzählte, entsprach der Wobrheit; den in der Nähe wot nendcn Anderwandten wurde schleunigst Mittheilung gemacht und sie ersucht, anderen Tages nach Köln zu kommen, um den Onkel zu empfangen. Inzwischen war die Stunde gekom inen, in welcher der Nesse" nach Aachen fahren muß!e, seine Tante geleitete ihx bis an den Bahnhof und hier geschatz das Ungeheuerliche Karl war daZ Portemonnae gestohlen morden, wahr fcheinlich, wie er positiv glaubte, aus der .Eisenbahnfahrt nach hier." Rasch eilte man zurück, der Onkel lieh seinem Neffen 50 Mark und dieser fuhr nach Nachen; doch ist er bis heute noch nicht zurückkehrt. Anderen TageS wartete die zahlreich versammelte Familie auf die Ankunft des amerikanischen Onkels aus Ham bürg, der indeß gleichfalls ausblieb und bis heute noch nichts von sich' hören ließ. Jasper: Ich weiß jetzt, warum auf so vielen amerikanischen Münzen ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln uWdildd ist. Kasper: Nun, warum? Josper: Um daran zu erin nern, daß das Geld nur so fliegt! In der Nähe von Hebron. Neb., wurden etwa 70 Schafe, welche einem Farmer Namens I. Puzh gehöre ten, von einem tollen Hunde gebissen. Bei 12 von den Schafen brach die Was. serscheu auö und hatte dcrcu Tcd iii: Folg?.

Zic lZüche einst nd jetzt. JliS)t mit Unrecht nennt man die zderne 5Iüche das chemische Labora!.'rnm der Hausfrau. Was da, den Lesejzen von Physik und Chemie zu .olae. aebackcn. destillirt und eingesotten. mit Zuhilfenahme von Extrakten,die aus aller Herren Länder stammen, im Nu fertig gestellt wird, ist gründverschieden von all jenen Gerichten, die ehedem auf den Tisch kamen. moderne Hausfrau weiß, daß der Werth der Speisen sich nicht allein nach ihrem Wohlgeschmack, sondern weit mehr nach ihrem Nährgehalt richtet, daß sie all jene Bestandtheile in ausreichender Menge enthalten, die zum Aufbau des Körpers nothwendig sind. Da heißt es denn selbstverständlich mit dem ehedem im Küchen-Dcpartement gütigen Schlendrian, der Alles gut hieß, was pikant war, brechen, die Nahrungsmittel auf ihren Nährwerth prüfen, ergründen, welche Kost gerade im vorliegenden Fall Genußmenschen wollen eine andere Nahrung als Melancholiker, Phlegmatiker eine an dere als Sanguiniker vorthcilhafl. Wesentlich vereinfacht wird die moderne Küche 'durch all die verschiede nen Hilfsmittel.die der rationell wirthschaftenden Hausfrau in Form vo!. neuen Haushaltung-, Mah!-. Quetsch-, Filtrir-, Zack-, Schneid- und Schälmaschinen, Conserven, condensir ten Nährmitteln u. s. w. zur Verfügung stehen. Es gibt Küchenmata. dore, die ein lukullisches Mahl in kaum den sechsten Theil jener Zeit herstellen können, der ehedem zur Bereitung eines ganz einfachen Mahles von oft sehr zweifelhaftem Nährwerth erfor. derlich war. Sie bereiten die schmackbafteste Suvve mittelst Fleisch-Extrak-tcs und getrockneter Suppenkräuter, den pikantesten Zungen-, Schmor. Truthahnbraten, indem sie ihre Fleisch-Eonserve-Büchsen öffnen und den Saft ein wenig Extrakt würzen; die seltensten Gemüse und Leckerbissen sind gleichfalls in Büchsen vorräthig und bedürfen oft nur des Aufkochens; Eis- und Schneemaschinen, Back- und Bratapparate aller Art helfen in kür zester Zeit alle jene Leckerbissen, deren die auie Tafel nicht entrathen will, herzustellen nach Minuten wird oft berechnet, was ehedem Stunden erforderte. Neue Würzen sind eingeführt worden, die den. Kochproceß we-. sentlich vereinfachen; in erster Linie nennen wir da das statt des Zuckers verwendbare Saccharin. Mit Sac charin eingekochte Conserven, Eompotes sind weit haltbarer, als die mit Zucker bereiteten; sie behalten trotz des monatelangen Stehens in heißen Räu meu ibre schöne Naturfarbe und sind weit billiger als die mit Zucker einge kochten, auch für fettleibige oder gicht leidende Personen, denen Zucker schade lich. von hohem Werth. Ungeachtet all dieser Vorzüge bricht sich Saccharin nur langsam Bahn; wer aer. sei es aus Sanitäts- oder Sparsamkeitsgründen, einmal den Versuch gemacht hat, Saccharin zu verwenden, bleibt dem Gebrauche desselben treu. Ist ja Saccharin 300 Mal so süß wie Zuk ker. dementsprechend also enorm billig. Im kleinen Raume, den 2 Pfund Zucker einnehmen, kann man den Sacharin-Vedarf für ein ganzes Jahr laaern, ein Vortheil, der namentlich auf Reisen, Expeditionen, bei Heeresausrllstungen u. f. w. von Belang ist. Unbedingt wird eine Hasfrau, die rationell wirthschaften will, das Saccharin in ihr Repertoire ut nehmen müssen; sie hantirt mit dem. selben wc't leichter als Zucker, und ist

in der Lage, bedeutende Ersparnisse zu erzielen. Sehr w'.chtig bezüglich der Küchen, refor.n ist auch, daß dem Küchenraum hcut mcbr Beachtung als ehedem ge schenkt wird. Nur zu oft ttar die Küche in einen licht- und luftlosen Raum verleat worden, in dem die Hausfrau nicht mit Vergnügen fchalten und walten konnte. Die modernen Lauten weisen der Küche, die ja für dc's körperliche Wohlbefinden der Familie von so hoher Bedeutung, den Platz an, der ihr gebührt. Die Küchen sind leicht, mit allem Eomfort ausgestattet, und gibt es auch noch-Hausfrauen, die in ihrem Bou. doir allen erdenkbaren Luxus anhäufen. ihre Küche aber als Aschenbrödel bebandcln. so ist doch auch die Zahl Derjenigen, die ihre Küche gern zu ei ncm Schmuckkästchen, in - dem Alles blikt und leuchtet, umgestalten täglich im Wachsen. Mi Home is my castle" heißt es bei ihnen; sie begreifen czar nicht, wie manche Frauen sich zu gut halten können, die Vorgänge in der Küche selbst zu leiten, oder selbst mit Hand anzulegen; da t mit kun. digem Blick und geläutertem Verständniß all' die chemischen Processe des Bratens. Kochens überwachen, den alltäglichen Vorgängen Geschmack abzuaewinnnen, die Kochkunst zu einer Kochwissenschaft zu . erheben wissen, erfüllen sie ihre Aufgabe als Vorstehe, rinnen des Hauses besser und freudiaer, als jene von des Gedankens Blässe angekränketten Damen, die den Schwerpunkt ihrer eigentlichen Thätigkeit ganz wo anders finden. Gottlob bricht sich von Tag zu Tag mehr die Ansicht Bahn, daß die Frau, die den Ihrigen reell nützen.ihrePflicht voll und ganz erfüllen will, in Küche und Haus heimisch sein müsse. Mit der wachsen. den Einsicht, daß man nicht ungebildeten, gemietheten Personen, die oft keine blasse Idee von all dem. was zur Ernährung des Mcnfchen nöthig ist. haben, das wichtige Geschäft der Speisebereitung allein anvertrauen dürfe, nimmt auch das Pflichtbewußtsein zu. all das selbst zu thun und zu überwachen, was der Hausfrau oblieat. Unsere modernen Kochfchulen geben

die Anleitung, praktische Lehrbücher,

die sich m der Küche abspielenden chemisch-vbvstkalischen Vorgänge erör tern, verbreiten weitere Aufklärung, und so qehen denn unsere jungen Mädchen und jungen Frauen wohl geschult und gut informirt an ihr Werk, sich selbst und den Jhrig:n zum Scaen. Gin Vlann als Köchiu. Das ist eine echte Großstadt-Ge schichte, die sich unlängst vor dem Bezirksgericht Währing in Wir.: entrollte: Ein Zuckerbäcker - Lehrling, Namens Albrecht Lackner. stand unter der Anklage, sieben Jahre lang als Köchin, Stubenmädchen u. s. w. gedient und wahrend dieser Zelt mcht weniger als 18 Dienstplätze gehabt zu haben. Eine ganze Reihe von Personen wußte von dieserVerkleidung und trotzdem konnte der Zuckerbäck.-rlehr-ling die weibliche Rolle, in der er sich so gut gesiel, Jahre hindurch spielen. Und was noch merkwürdiger ist alle die zahlreichenPersonen, bei denen er in Dienst stand und mit denen er täglich verkehrte, merkten nicht, daß die Soferl", wie sich Albrecht Lackner nannte, ein Mann sei. Sein Vater aber antwortete auf die Fragen nach r - , n , Äivrecyl ganz ungenni: u? in in Währina als Köchin bei an' Wirth !" Die Soferl" besitzt also jedenfalls ein ganz besonders hervorragendes schauspielerisches Talent und sie hielt an ihrem künstlerischen Styl" in einer Weise fest, um welchen sie mancher Schauspieler beneiden könnte. y Albert Lackner. der verkleidete Zu kerbäcker-Lehrling, nahm regelmäßig, sobald er einen Dienstplatz verlassen hatte, gleich so vielen anderen Dienstmädchen bei einer Bettfrau" Unterstand. Es ist dies die in der Josefstadt, Lange Gasse No. 21 wohnhafte Frau Pitsch. eine 60jährige Wittwe, die in ihrer gemüthlichen Art eine Charakteristik des verkleideten Zuckerbäckerlehrlings gab. Segn's so sagte die biedere Frau Pitsch, die von Albert Lackner ohne Rücksicht auf die inzwischen stattgehabte gerichtliche Verhandlung noch immer als von einem weiblichen Geschöpfe sprach i hab' die Soferl noch als Bub'n kennt, als 'n Sohn von an z'grund' 'gangenen Wirthen in Penzing. Mit 17 Jahren noch immer Lehrling bei an Zuckerbäcker sein, dös muß Einem freili' z'wider werden! Der Bua war schon damals leidenschaftli' a Madl, hat si' auskennt beim Waschen, Bügeln und Stärken und is umanander g'rennt in an Damenhemd und mit einerWeiberschürzen. Da war a Dienstmadel bei mir. die Wetti, derer hat er immer sei' Leid 'klagt und g'mant, er könnt' sf viel besser sei' Brod als Frauenzimmer verdienen. Na und von dera hat er sich alte Kleider 'kauft. und so is aus'n Albrecht d' Soferl worden. Ein Prachtmädel, sag' ich Ihnen, die Ohren hat sie sich auch stechen lassen und um d:n Hals hat sie sich a Perlschnur g'hängt und a Mieder hat's do' natürli' a an'zogen. Und hinter dem Mieder Sie können Ihnen ia denken, wie man das macht. A Mädlg'sicht hat's a g'habt. schöne Zähnd, klane Ohren, nur a öissel a große Nasen. Und am Sonntag, Sö, da hat sie sich z'samg'statzt, a graues Kaschmirkleid'l ang'legt, mit weiße Tupfen, ganz nach der neuchesten Mode, und a tschoklatfarbig's Manterl drüber mit drei Kragerln, wie's die feinsten Damen aus der Stadt tragen; dazu an noblen Hut, an weißen Schleier d'rüber, Handschuch und an Sonnenschirm. So ist die feine Fräul'n spazieren 'gangen. Niemand hätt' ihr a Köchin ang'scg'n, noch weniger aber an Mann.... Die häuslichen Arbeiten hat s' alle famos verstanden, nur mit der Nähterei hat's a bisserl g'hapert. Wissens, da hat ma glei die Ung'schicklichkeii der Männer g'.seh'n. Hai s' an Dienst irgendwo verlor'n, is s' gleich zu mir kommen in Unterstand. A paar Mal war d' Soferl a bei mir vor der Stellung; da is se als Madl fort'gangen, hat si' irgendwo um'zogen und is so vor die Commission hin. Mir hab'n 's gewußt, ' daß sie eiaentlich ka Madl is. Aber ' sie hat uns derbarmt und warum hätt' ma 's denn verrathen soll'n?! Dieser heiteren Charakteristik des Zuckerbäckerlehrlings fügte die Frau Pitsch auch noch einige Details hinzu, aus welchen zu ersehen ist, mit welchem Ernst Albrecht Lackner seine Rolle stets durchführte. Frau Pitsch stellt der Moralität der Soferl" ein glänzendes Zeugniß aus. Bor zwei Jahren so erzählt sie war d' Soferl auf an Bauernball. Dort lernt's an Binderssohn aus Simmering kennen, Schandl hat er g'heißen. Denkens Jhnekk nur, der Bua verliebt sich in die Soferl ich hätt' bald g'saat. in das Madl und macht ihr ernstlich die Cour. Er sagt ihr, daß er 4000 si. geerbt hat, und daß sie die Seinige werden soll, er will's heirathen. Nachher kauft er ihr ein Atlaskleid und führt sie noch auf ein' Ball. Richtig, es dauert not lang, da kommen zwei elegante Herren zu mir, der Vormund und der Onkel 3om Schandl, fragen rni um d' Soferl aus, ob's anständig is und ob's der Schandl heirathen kann? Und der ; Schandl kommt am nächsten Sonn- ; tag mit die zwei Verlobungsring'. ! Jetzt hab' i aber der Soferl g'sagt, sie ' soll di: G'schicht' nöt zu weit treiben und da bat's ihm erklärt, sie mag ihn nit. Und dann is er 'gangen! Mit an zweiten Verehrer, dös war a Drexler, war die G'schicht' viel böser. Den

hat's a stehen lassen ir.-.d dann Izt ci ihr Ane obcra'haut "

Das warn die Abenteuer des ver. kleideten Zuckerbäcker - Lchrjungen, der sich, wie cs scheint, in seiner Stellung als Köchin äußerst behaglich fühlte. Aber eines Tages erinnerte sich das Conscriptionsamt des AI brecht Lackner und fertigte ein Dccret, betreffend den Erlag der Militärtaxe, für ihn aus. Der Amtsdiener suchte ihn und bei diesem Anlasse wurde die Soferl entdeckt und aus dem Dunkel ibres Küchenthums herausgerissen Albrecht Lackner dürste jetzt kaum mehr zurückkehren zu den Fleisch topfen der Küche.... Vergnügungen der Siamesen. Tie Siamesen, gleich den Römern der entarteten Kaiserzeit, sind die Skla ven von Vergnügungen und betrachten dieselben als das surnmum bonum" des Lebens. Sie saugen diese Liebe dazu fast mit der Mutlermilch ein. Theater. Hahnenkämpfe. Turniere aus dem Wasser, Negattafahrten, Pferde rennen und Leichenbegängnisse mit den sie begleitenden fecnhafren Lustbarkci ten und Gelagen sind einige der Ver gnügungen, welche auf die Siamesen dciderlei Geschlechts eine große An ziehungslrast ausüben. Viele werden überrascht sein zu hören, daß das Vlmdekuhspiel und das Kreiselspiel unter den siamesischen Kindern gerade so beliebt sind, wie unter der currväischen Jugend. Tie Männer spielen Schach, Würfel, Tricktrack und papierene Drachcn fliegen zu lassen, amüsirt sie sehr. Die Siamesen sind eingefleischte Spie ler. Sie ser.en alles, was sie bcsit.en ein, ja, wenn nöthig, selbst ihr letztes Hemd. Obgleich Hahnenkämpfe ver boten sind, so finden sie doch fortwährend statt. Schildkrötenkämpfe sind ebenfalls sehr populär. Zwei Schildkröten werden in seperate Verschlüsse, die durch einen engen Gang mit cinan der verbunden sind, gebracht. Auf dem Rücken der Thiere wird ein Feuer angezünoet und sobald sie die Hix,e zu fühlen anfangen, stürzen die armen Geschöpfe auf den engen Gang los und suchen zu entkommen. Cin wilder Kampf um da Recht des Weges- fin det dann statt. Büffel- und Elephantenkämpfe sind sehr kostspielig: daher finden sie nur bei besonöers festlichcn Gelegenheiten statt. Tei Leichcnbegängninen finden, wie bereits bemerkt, große Festlichkeiten statt. Musik,' Feuerwerk, Seiltanzen :c. sind einige der Vergnügungen dabei. Tie Siamesen erscheinen bei solchen Gelegenheiten in Festkleidern. In S Theater gehen ist jedoch unter den Siamesen' das größte Vergnügen. Jede bedeutende Perzönlichkcit ha: sein eigenes Theater und seine eigenen Schauspieler. Zauberpotten und Geberdenspiele üben die größte Anziehungstraft auf das PublUum aus. Schillers 3Utr." Einen unerwarteten Erfolg" fand, wie die Teutsche V. Ztg.?' berichtet, kürzlich eine Verstellung von Schiller Rauber" in einem Tiroler Städtchen. Waren da aus den Bergen zwei Aur schen in die Stadt zur Kumedi" ge kommen, der Siit und derHartl (Str.. tu und Leonhard), welche ber ?lusfüh rung des Schillcr'schen Werkes mit ge spanntester Aufmerksamkeit folgten. Tem Sirt hatte es besonders die Äma lie angethan, die er mit seinen Blicken förmlich verschlang. Tie Amalia ist a teuflisch sauberes Weibl", sagte er zu seinem Nachbar, und i mein' völli, der buggelte Franzl lasset sie g'schciter in Ruh, wenn i ihm halt gut zu Rath bin." Je mehr die Handlung fortschritt, desto erregter , wurde Sirt. Seine Augen funkelten und seine Fauste ballten sich. Cr vergaß, daß er im Theater war Nun kam der dritte Akt. Franz und Amalie standen sich auf der Bühne gegenüber, und oben auf der Vallcrie' hing Sirt mit dem halben Leibe vorgebeugt über die Brüstung. .Verzeihe 'mir, Franz", sprach Amalie, ihn scheinbar umarmend und dann sei ncn Tcgcn aus der Scheide reißend: Suchst 'Tu, Bösewicht, wa5 ich aus Dir machen kann !" .Stich nit, Diandl-, brüllte Sirt auf der Galle rie in höchster Wuth, stich nit, Tiandl! Laß mi abi zu dem Himmel-HcrrgottS buggelte Grashupfer, zu dem suchseien! Macht s Platzt drängte er die Neben stehenden zur Seite : Der Soffen brugger Sirt kommt! I werd dem Sakra schon lernen. Diandlen sekiren und Leut' schinden!" Ein unbeschreib licher Lärm entstand. Der Borhang mußte fallen, der Regisseur war rath loS auf eine Rafenbant gesunken, die Leute pfiffen, schrieen, johlten, und die beiden Burschen wurden rerhaftet. Daraus ein jeder Mann ersieht, so fügt daS Blatt hinzu, welchen Eindruck der göttliche Schiller auf die durch litera turgefchichtliche Borbereitungen noch nicht verderbten Gemüther zu mache im Stande ist. Ueber eine Million Wittwen leben in England. Am letzten Zählungstage a.ab es in England und Wales 8,716,363 unverheiratete männliche und 8,903.665 unverheirathete weibliche. 4.851.548 verheiratete männliche und 4.916.649 verheiratete weibliche Personen. 484,991 Wittwcr und 1,124,310 Wittwen. Davon waren 71 Wittwer und 169 Wittwen Über 15 Jahre und unter 20 Jahre alt. und 2093 Wittwer und 384 Wittwen über 20 und unter 25 Jahre alt. Moderne Dienstboten. Köchin: Was, Tu willst Deinen Dienst verlassen, wo Du jeden Nochmittag ge radezu nichts zu thun hast?! Etu benmädchen: Jawohl! Ich habe deZ Herrn Bibliothek cusgelefen und alle Rot? des nräuleinS durchgespielt da brauche ich wieder neue Zerstreuun aen.