Indiana Tribüne, Volume 17, Number 13, Indianapolis, Marion County, 1 October 1893 — Page 6
Citronen.
In den heißen Tagen des Juli, wo kühlende Getränke und erfrischend? Limonaden uns als Trost und Labsal erscheinen, nimmt die Citrone eine sehr geachtete Stellung im HausWesen ein, so daß wir gerne etwas über Ursprung und Verhältnisse unserer lieben Freundin in Erfahrung bringen. ! Kennst Du das Land, wo die Cifronen blüh'n?" yeißt's zwar im sehisuchtsvollen Liede Mignons, aber trotzdem preisen wir fälschlich Italiens sonnige Fluren als die eigentliche Hciinath der Citronen, wenn sie es auch allmälig im Laufe der Zeiten dazu geworden sind. Die Ursprungliche Heimath der Citronen ist viel ferner gelegen; sie entstammen sicher dem tropischen Asien. Indien und Südchina sind ihre Heimstätten und sind sie von dort über den Orient nach Europa gewandert. Durch die gewaltigen Kriegszüge Alexanders d. Gr. wurde der Orient mit seiner üppigen Pflanzenwelt der griechischen Kultur erschlossen und damit eine große Anzahl ausländischer Gewächse nach Europa eingeführt, zu denen sicher auch der Citroncnbaum zu rechnen ist. Die Römer verstanden aber unter dem Citronenbaum eine andere Gattung der Familie, nämlich den Citratenbaum, dessen Früchte eine höckerige Schale haben und etwas rundlicher als die Citronen geformt sind, im übrigen aber denselben säuerlichen Geschmack und feinen ätherischen Geruch haben. Erst im 14. Jahrhundert kam die Kultur der Citronenbäume zu so hohcm Ausschwung, daß sie ein bedeutender Handelsartikel für Sicilien, . Portugal und Spanien wurden und von dort schnell ihren Weg in die wärmeren Länderstriche aller übrigen Erdtheile fanden. Sicherlich derdankt die Citrone ihre Verbreitung auch der vielfachen Verwendung ihres Saftes zu Limonaden. Zur Zeit des Kardinal Mazarin sah man die ersten Limonadiers .Eigenthümlich ist die Entstehung des Samens Citrus. Citrus nannte man im Alterthum das Holz einer nordafrikanischen Koniferenart, deren schön gemasertes Holz bei den Römern einen besonderen Werth hatte und gern zi! allerlei Geräth, auch zu Kisten verarbeitet wurde. Der eigenartige Wohlgeruch des Holzes sollte vor Motten schützen, und legte man gern zum Schutz gegen diese feindlichen Räuber wollene Gewänder in solche Schreine. Nun fand sich derselbe eigenthümliche Geruch bei einem Baum . wieder, welcher zugleich schneeige Blüthen und goldige Früchte trug, und man gab diesem wunderschönen Baum den Namen Citrus", welcher vielfach als Frucht- und Zierbäum die Gärten der Römer schmückte und allgemein beliebt war. Aus Citrus entstand die Bezeinung Citrone. Die Citrone nimmt in dem Aberglauben der alten Völkerschaften eine bedeutende Stellung ein. In alten Schriften wird uns erzählt, daß der Saft der Citrone ein kräftiges Gegengift enthalte, denen Wirksamkeit häusig bei zum Tode verurteilten Verbrechern erprobt wurde. Man setzte diese dem Biß von giftigen Schlangen aus und gab ihnen darauf Citronensast ein; wenn sich der Genuß wirksam als Gegengift zeigte, so wurden die Verurtheilten freigesprochen. Von gleicher Wirkung gegen irgend welche Vergiftung sollte eine in Honig gekochte Citrone sein. Jedenfalls ist dieser Aberglaube nicht so ganz unbegründet, weil die Citrone durch ihre Fäulniß verhütenden Egenschaften :in antiseptisch wirkendes Heilmittel ist und als solches schon von alters her in der medicinischen Wissenschaft gepriesen wurde. Limonade, aus Citronensaft bereitet, steht in allen Pharmakopöen als ein oftgenanntesSchutzmittel gegen ansteckende Krankheiten. So lesen wir in einem alten Kräuterbuche: Die Citrone sey nicht nur lvider die innerliche Fäulung und Iifft sehr gut und kräftig, fondern auch gegm alle Traurigkeit und Schwermüthigkeit des Hertzens und der Melancholey." Auch wird uns h'ttr gesagt, daß es sehr raihsam sei, zur Zeit der Pest stels Citronenschale im Munde zu halten, um vor Anstekkung'gefahr geschützt zu werden. Kuch jetzt ist es noch bei Seeleuten üblich, Citronensaft bei sich zu führen, um sich vor dem Skorbut wirksam zu schützen. Gewiß ist uns schon in manchen Gegenden die eigenartige Sitte aufgefallen, daß die Leidtrazcnden (besonders die Leichenträger) bei Begräbnissen Citronen in der Hand tragen. Diese EigenthümlichZeit erschien uns gewiß oft sinnlos und ist doch nur eine, in alter Zeit wohl begründete Sitte die sich aus uns übertragen hat. Ebenso pflegen in einigen Gegenden Kinder, welche zum ersten Mal zur Kommunion gehen, Citronen in der Hand zu tragen; die Citrone soll das neue Leben versinnbildlichen, den Bund, den das heranwachsende Kind nun selbst mit seinem Gott erneuert. I. V. Friedrich sagt uns darüber in seine? Symbolik der Mythologie in der Natur: Das Aroma, das Erquickende und Belebcnde der Citrone hat sie zum Symbole des Lebens und des Schutzes gegen. das Lebens feindliche gemacht. Dahsr schützt nach altem Brauche die Citrone gegen bösen Zauber und Ansteckung. daher trägt das indische Weib, welches sich nach dem Tode seines Gatten verbrennen lassen :nuß, auf seinem Gange zum Schnterhiu fen eine Citrone in der Hand als Sinnbild ihres zukünftigen ZusammenlebenS mit dem dahingeschiedenen Satten."
Jedenfalls nimmt die Citrone von Aliers her einen ehrwürdigen Platz in der Heilkunde sowohl wie auch in der Symbolik ein. Sie hat trotz des Wandels der Zeiten und des damit verbundenen, wechselndenGeschmackeö ihr Ansehen nicht verloren, sondern wird von dem Kranken, von der Hausfrau und von dem Feinschmecker gleich hoch ge schätzt. m m i Berliner Gerichtsscene.
E r ist es seiner Familie schuldig. Mensch, ick jebe Dir 'ne Backpfeife, det Du nachher in keenen Sarg mehr rinpaßt!" Det hat er zu mir jesagt, Herr Jerichtshof, un wenn ick ihm denn eene lösche, so kann det uf diese jefährliche Drohung nur als Nothwehr anjeseh'n wer'n. Det bin ick meiner Familie schuldig. So ließ sich der Schuhmacher Ä. vor dem Schöffengerichte aus, als er sich wegen Korperverletzung zu verantWorten hatte. Vors.: Sir dürfen auf der Straße keine Schlägerei anzetteln. Angekl.: Im Hause ooch nich, denn als ick mal meinen Nachbarn, der mein Kind eene Ohrfeige jejcben hatte, uf der Treppe en bisken zur Rede jestellt hatte, da mußte ick ooch zehn Mark" Strafe zahlen, un det war ick doch jewiß meiner Familie schuldig. Vors.: Im vorliegenden Falle sollen Sie nun dem Tischler M. zehn Mark schuldig gewesen sein. Er hat Sie am Abende des 19. Mai in der Linienstraße getroffen und hat Sie gemahnt. Dies sollen Sie so übel genommen haden, daß Sie ihn geschlagen haben. So verfährt man doch nicht mit seinen Gläubigern. Angekl.: Ick bejreife nich. wie aus so 'ne jewöhnliche kleene Bimserei so ville Wirthschaft jemacht werden kann. Die Sache is eenfach diese jewesen. Richtig is, det er mir am 31. März zehn Mark jeliehen hatte, weil mir det damals an die Miethe fehlte. Denn die Miethe muß immer pünktlich abjeladen wer'n, det bin ick meiner Familie schuldig. Am ersten Mai zog er aus. Wenn ick mal so ville Jeld hatte, det ick ihm die zehn Märker retuhr jeben konnte, denn war er nich zu Hause, ick hatte nischt wie Zeitversäumniß und Unkosten, indem man doch vorher un nachher hier un da wat inkehren dhut. Wenn er denn mal kam un wejen die Paar Jroschen anfragen dhat, denn hatten wir uns merschtendeels immer ausjejeben. Dafor kann man nich. An den bewußten Abend jehe ick jerade mit en Paar Stiefel, die ick neu besohlt hatte, durch die Linienstraße, als M. mir bejegnet un uf mir zukommt un mir fragt, ob ick denn jar keen Schamjefiehl im Leibe haben dhäte von wejen die zehn Mark. Ick sage, .Mann, sage ick, sehen Sie denn nich, det ij uf'n Jeschäftsgana bin? Schämen Sie sich nich. mir in meinem Broderwerb zu stören? Nu jab denn een Wort det andere und endlich sagte er det von die Backpfeife. Vors.: Das ist dem kleinen schwächlichen Menschen aber gar nicht zuzutrauen. Angekl.: Kleen is er man, det stimmt, aber mächtig ruppig, un denn hat er Marks in die Knochen. Vors.: Sie sollen ihn zuerst geschlagen und er soll sich dann allerdings gewehrt haben, aber auffallend ist es doch, daß Sie vollständig unverletzt blieben, während er aus Mund und Nase blutete, als der Schutzmann Sie trennte Angekl.: Herr Jerichtshof, so'n Rummel muß man kennen. Blos sich nich am Leibe kommen lassen, det is bei jede Bimserei die Seele von't Buttergeschäft. Un schließlich is man bet ooch seiner Familie schuldig. Vors.: Ach was, lassen Sie uns mit Ihrer Familie in Ruh Sie sind sich und Ihrer Familie schuldig, daß Sie sich anständig bewegen und nicht aus die Anklagebank kommen. Angekl.: Un denn dürfen Sie ooch nich jlooben, det ick mir nich in Jefahr befunden habe. Der kleene Kerl hat mir dreimal mit seine spitzen Knie vor'n Pantsch jestoßen, det ick die Engel in'n Himmel singen hörte. Det ick denn etwas derbe zufaßte, war ick doch meiner Familie schuldig. Vors.: Nun haben wir genug von Ihnen und Ihrer Familie gehört, wik werden die Zeugen hören. Die Beweisaufnahme fiel keines. Wegs zu Gunsten des Angeklagten auS, der zu einer Geldstrafe von 30 Mark verurtheilt wurde. Er erklärte, Berufung einlegen zu wollen, da er dies seiner Familie schuldig sei. m m i Lebensrecept. Wer mit ernsten schweren Tritten Durch das Leben kommt geschritten. Kämpft im Schweiß deö'AngesichtS Und erringt oft schließlich nichts! Doch, wer mit Humor, dem kecken, Ofs'nen Blicks kann Herzen wecken, Der erwirbt mit Kecht und Fug Sich Fortuna Gunst im Flug. Au 5 oem Leben. Es sprach zu mir ein Menschenkenner: Wohin Tu hörest, weit und breit Haben die Männer so wenig Zeit Deshalb hat die Zeit auch o wenig Männer.- ' ' Aus dem Concept gebracht. Kurzsichtiger Festredner: Meine Herren! Unser hochberühmter, mir gegmüber sitzender Freund....!Stimme: 3ii gar nicht anwesend!" Redner: Donnerwetter! Wo ist denn der Schasskopf wieder hin?!" Ein Freund gleicht einem Spazierstock, nur mit dem Unterschied : Wenn er fällt, wird er nicht immer aufgehoben !
Indianische Nüuberromantik.
Wer etwa glaubt, daß mit der Vernichtung Geronimos und seiner Genossen die Plünderungen und meuchlerisehen Angriffe an der Grenze Mexicos und der Ver. Staaten ein Ende erreich! hätten, irrt sich gewaltig. Dem echten Indianer steckt die Sucht nach Abenteuern, die unüberwindliche Scheu vor der Arbeit, die Lust zu stehlen und zu morden, zu tief im"Blut. um ihn dauernd von diesem Flecken des Charakters zu reinigen oder durch das Abschreckungsmittel harter Strafen diese im Keim zu ersticken. Er ist eben zu sehr Wilder, und selbst der äußere Schliff der Civilisation, den er sich in vereinzelten Fällen nicht ohne Geschick aneignet, bleibt doch nur ein dünner Firniß; man braucht nur ein wenig abzuschaben, und der Barbar kommt zum Vorschein". Geht ja doch die neue Wissenschaft der Criminalpsychologie, deren vornehmsten Vertreter wir in dem Italiener Cesare Lombroso erblicken, davon aus, daß sie in dem geborenen Verbrecher der Culturvölker einen nachgeborenen Wilden" erblickt. Von der Anschauung aus, daß das Menschengeschlecht auch in sittlicher Hinsicht immer höhere Stusen der Vollkommenheit erklommen hat, daß! also der Zustand der heute existirenden wilden Völker eine von den Culturvölkern seit vielen Jahrtausenden überwundene Stufe darstellt, erblicken diese Moralisten in dem Verbrecher, der mit den Wilden viele auffallende Charak-terzü.-.e theilt, eine rückläufig Erscheinung, arch lange und fleißige Forschungen hat die Naturforschung festgestellt, daß bei einzelnen Thiergattungen, welche zu sogenannten Hausthieren geworden sind und unter derVfleae des Menschen und durch künstliche? Zuchtwahl eme sast unendliche Reche von Varietäten aufweisen man denke an die Haustaube, an den Hund doch plötzlich trotz der größten Sorgfalt des Züchters in die Urform zurückschlagen. So finden wir auch bei Verbrechern die moralische und körperliche Gefühllosigkeit, welche sich' besonders in der leichten Heilung selbst der fürchterlichsten Verwundungen ausspricht, Mangel an Reue über begangene Verbrechen, Freude an Grausamkeit, Sucht zu körperlichen Verstümmelungen und Tättowirung alles Züge, welche sie mit den Wilden theilen. Daher ist es wohl nicht zu weit gegangen, wenn man von diesem Standpunkte die moralische Hebung der Wilden, zu denen wir auch unsere Indianer der beiden amerikanischen Continente rechnen müssen, erst von dem bildenden und veredelnden Einfluß der Civilisation auf viele Generationen erwarten dürfen. Vom Standpunkte der neueren Ethnologie können wir in ihnen nur constitutionelle Verbrecher erblicken, denen es am moralischen Sinn ganz mangelt, Kinder mit der körperlichen Kraft und der Nachhaltigkeit des Vorsatzes Erwachsener. ä Kidd, der Schrecken der mexikanischen Grenze. Eine frappante Bestätigung dieser Anschauung aus dem Gebiete der in dianischen Räuberromantik bietet die Geschichte des berüchtigten Bandenchefs Kidd, welcher noch heute der Schrecken aller Bewohner der mexikanischen Grenze ist, vielleicht noch gefürchtete?, wie sein berüchtigter Namensvetter vor etwa hundert Jahren von den Kauffahrern des Atlantischen Oceans, der Piratenführer. Unser Held stammte von der Nation der Apatschen, von jeher durch Grausamseit, Hinterlist und Treubruch unter ihren Rassegenossen ausgezeichnet. Es mögen jetzt wohl ein Dutzend Jahre her sein, als Kidd als Knabe im zarten Alter auf das Seminar für die Erziehung von Indianern nach Carlisle qebracht wurde, wo er sich durch schnelle Auffassung und Lernbegierde Vor seinen Altersgenossen auszeichnete. Er machte den vollständigen Cursus durch, und wurde mit den besten Zeugnissen entlassen. Niemand hätte in dem modisch gekleideten jungen Mann mit den Manieren des vollendeten Weltmannes, dem tadellosen Englisch, der leicht gebräunten Hautfarbe den Abkömmling einer ununterbrochenen Kette von Pferdedieben und Meuchelmördern erkannt, und manche blonde Miß, deren Busen unter blitzenden Diamanten stürmisch wogte, schaute mit verlanyenderen Blicken zu dem schlanken Kidd hinüber, als es sich mit den strengen Regeln der Etikette vertrug. Doch Kidd war nicht zum Don Juan geboren; sein Sinn stand nach anderen Trophäen, als denen eines Herzensbrechers und Mädchenjägers. In der Nähe von San Carlos, unweit der mexikanischen Grenze, fand er seinen Vater wieder, einen mürrischen und verschlagenen alten Häuptling, der im ewigen Guerillakriege mit den Weißen, seinen geschworenen Feinden, ergraut war. Was in dem verschwiegenen Zelte zwischen Vater und Sohn vor sich ging Niemand weiß es: genug, daß am nächsten Tage der modisch gekleidete junge Mann verschwunden war, und daß die Krieger, die sich in Ehrfurcht vor ihrem Häuptling beugten, von ihm aufgefordert wurden, einen schlanken Krieger, der im vollen Kriegs- und Waffenschmuck
lnter sie trat, ihre Huldigung zu beweisen. Der neue Ankömmling :rar Kidd, der wieder gewonnene VollblutIndianer; eine einzige Nacht der UnterWeisung hatte genügt, ihn zu den Seinen zurückzuführen, ihn alle die sch'önen Lehren und Gelübde vergessen zu lassen, denen er gelauscht, die er mit scheinbarer Aufrichtigkeit in die Hand seiner Erzieher abgelegt. Seine verspätete, aber mit fieberhaftem Eifer nunmehr betriebene Erziehung in den Ränken und Listen, in den körperlichen Uebungen und Kraftleistungen des inManischen Kriegers fiel den mit seiner Ausbildung betrauten Bucks" richt schwer; war er doch der Geschmeidigsten und Gelenkigsten Einer, und bald konnte der Vater mit Stolz auf seinen Sohn schauen, schallte doch dessen Lob aus dem Munde der erfahrenstenKri:ger, und wurde doch namentlich seine Gewandtheit und Treffsicherheit in der Handhabung des Lasso oder der Riata, auch Lariat genannt, gerühmt, bekanntlich der schwierigsten Waffe und des Prüfsteins des Pferderaubenden Kriegers. Dies war der unheilvolle WendePunkt in Kidds Leben. Von nun n sehen wir ihn als Anführer der verwegensten auf Raub und Mordbrennerei ausgehenden Grenzbandcn; er ergab sich diesem entsetzlichen Handwerk mit einer solchen Leidenschaft, als oö es ihm dinim zi? thur ni.e, die verlorene Zeit, die er in Carlisle vertrödelt, mit Zinsen wieder einzubringen. Sein: ausgezeichnete Erziehung wurde .'unmehr zur gefährlichen Waffe; in Ut Verkleidung eines Mexikaners der besseren Klassen er sprach das Spanische ebenso rein und accentlos, wie er das Englische beherrschte gelang es ihm mit Leichtigkeit, ohne Aufsehen zu erregen, sich mitten unter die irglosen Grenzbewohner zu mischen und ihre Pläne auszukundschaften; oft genug nahm er die Kleidung eines Vacquero an, wurde nach tadellos abgelegter Probe als Pferde- oder RinderHirt angestellt und trieb dann die ihm anvertraute Heerde nach dem Lager der Seinen, während man am nächsten Morgen seine Mithirten ermordet, nlt seinem schrecklichen Wahrzeichen einem kreuzweisen Dolchschnitt auf dcr Wange in ihrem Blute liegend, auffand. Vergebens wurden Truppenabtheilungen . unter Führung erfahrener Späher abgesandt, um ihn zu fangen; bis heute hat Niemand die auf seinen Kopf gesetzte Prämie von 5000 Dollars verdient. Früher oder später wird ihn das Schicksal aller Verbrecher doch erreichen; ein Verräther aus der Mitte seiner eigenenGenossen wird der Versuchung nicht widerstehen und den gefllrchteten Schrecken der mexikinischen Grenze an die Regierung ausliefern. Doch steht es dann immer noch dahin, ob er am Galgen enden
wird, denn unsere Regierung in ihrer bekannten übel angebrachten Großmuth betrachtet ihn vielleicht als im Kriegszustand gegen Onkel Sam befindlich, und begnadigt ihn vielleicht zur Ansiedelung in irgend einer Reservation, wo er dann Gelegenheit hat, einen Sprößling in dem angestammten Hasse gegen die Weißen, ein modrner Hamilkar, aufzuziehen und dem edlen Räuberhandwerk weiteren Fortgang zu geben. Herzog Ernst als Schauspieler. Im Berliner Tageblatt" wird daran erinnert,daß Herzog Ernst wiederholt als Schauspieler vor einem geladenen Publikum ausgetreten ist. Es war das in der ersten Hälfte der sechsziger Jahre. Der Schauplatz war das kleine Theater im westlichen Thurme des Friedcnsteins zu Gotha, eine durch Erinnerungen an Goethe und an Konrad Eckhof, der hier den Odoardo in Lessings Emilia Galotti" kreirte, geweihte Stätte. Hier sammelte Herzog Ernst mehrmals eine erlauchte Gesellschaft zu Dilettanten-Vorstellungen um sich. Von Berufskünstlern genoß allein der Dresdener Hofschauspieler. Emil Devrient die Ehre der Mitwirkung, aber nur als Regisseur; auf der Bühne selbst agirten vor einem Publikum der Geheimen und übrigen Räthe, deren Frauen und Töchtern, den Lehrern, Richtern, größerenKaufleuten etc. der Herzog. Miß Maxen, die Gemahlin des verstorbenen englischen Gouverneurs von Helgoland, der Hofmarschall von Wangenheim, einige Officiere des 35. Regiments, die ehemalige Wiener Äeigenkünstlerin Weil, spätere Baronin ?. Ruttcnstein und andere mehr. Der Herzog spielte einmal den Major Tellheim" in Lessings Minna von Barn?elm". ein ander Mal den Bolingbroke" in Scribe's Glas Wasser" etc. klatschen durfte das Publikum nicht, Das einge Damen bis zu Ohnmachtsinfällen gepeinigt haben soll. Jeden'alls klappten die Aufführungen, denn, S hatten fast einen Monat hindurch, -agtaglich Proben stattgefunden. Der' Souffleur erhielt einen Orden. Det Herzog hatte vor der Aufführung seine fZolle 'ziemlich fest, nur bereiteten ihm )ie Anordnungen de? Regisseurs Dev-.-ient betretend den Stellungswechsel mf derBühne außerordentliche Schwierigkciten. Der schier verzweifelnde dealschöne Emil kam endlich aus folzenden Einfall: der Souffleur mußte :inen langen Bleistift in die Hand neh- ' i , r-- m:x . -nen und oamu oem herzog oic mng. die seine Schritte zu nehmen hattn, anzeigen. Auf diese Weise ging Die Sache endlich. Trotzdem soll es zorgekommen sein, daß der Herzog als ,Tellheim- in dem Momente, da er sich oon seiner Minna" für immer losgerissen hat, statt durch die Mitte abzuziehen, direct in Minna's Schlafgemach geschritten ist ein Irrthum, welcher vom Balkon der schönen Landestöchter aus mit einem gewissen Verständnißvollen Lächeln bemerkt worden sein soll.
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Aha da tiifli mir eine großartige Idee ein der günstige Moment darf nicht ungenüßt vorüber gehen ich muß doch sofcrt aufstehen und ihn zu Papier' bringen der Gedanke ist wirklich köstlich: v''&AV :uf?x!wr&si M ssWMWMs w-EMsH gfeKHfcU. V t-r Das muß ;u einein welterschütternden Thcatcistact verarbeitet werden S"'.jcl u - mu-'-M - Cw ? Urs-rrSF.-Ha, wie sie sich bösen werden die neidische (sbncurrcnz wenn mein Stück auf allen Bühnen ausgeführt wird li 'r't iii fjs y a i.i im i u r j &f&3& V4 mM'Lm Darum mnß es gleich schwarz auf weiß verewigt werden; denn sznst könnte ich es am (ince nuch gar ve.gessen Darum nun frisch ln'S Werk und lvacker geschuftet Himmelkreuzsch?ckmillionendonnerweiter, da habeich wahrhaftig die Idee, die elendige, ganz und oar rein ver aessen was kann eS doch nur oewe sen sein so ein vergeßlicher Trovf ist mir docy wayryastlg noch nicht vorge kommen , JmYellowstonePark be finden sich gegcnw :7!ig 25.000 Wa pit! Hirsche. 400 Büffel. 500 An telopen und eine große Anzahl ameri kamscher Elennthiere, Hirsche. Biber und anderes Ulltto.
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zzur unsere Frauen.
Herdstgedanken. Warm und freundlich scheint die Septemderscnne, der Himmel wölbt sich in herrlichstem Blau über der lieb lichen Landschaft, weiße Wölkchen man dern gleich schneeig weichen Wogen dahin. die wunderbar reine, klare Lust weht uns fächelnd um's Haupt, in bläulich durchsichtigen Hauch gehüllt heben sich du fernen bewaldeten Hügel vom azurnen Horizont ab, wie Glanz und Schimmer ruht es über dem Wasser, jeder Zweig, jeder Grashalm, jede verspätete Blüthe, die unzähligen rauschenden Blätter, Alles scheint sich des Lebens zu freuen, in dieser schö nen. wonnig - friedlichen Herbst atmosphäre! Und die Menschen? Man sollte meinen, sie würden dankbaren Herzens mit langen durstigen Zügen die frische Luft emathmen, im Erschauen der er quickend lieblichen Bilder auch einen Hauch jene göttlich friedvollen Geistes der )!atur verspüren, und von der reinen durchsichtigen Atmosphäre, in wel cher sie sich bewegen dürfen, wenigstens Etwas ihrem Sinnen. Denken und Fühlen mitzutheilen versuchen. Doch nichts von diesem verbessernden, veredelnden Einfluß der Natur vermögen wir wahrzunehmen! Weder Dankbarkeit noch Frische, Duldsainleit noch Freude, weder Demuth noch Frieden! Es bleibt in diesen wie an anderen leuchtend-hellen Herbsttagen doch dunkel in den Seelen der meisten Menschenkinder! Sie können nur fordern und klagen, sich gegenseitig bekämpfen und betrüben, sich gegen einander erheben u?d den lieben Nächsten verfolgen und demüthigen. Nichts als Streif und Hader,' Mikaunst und Mißtrauen, Verrath und Verleumdung, Unzufriedenheit und Ungenügsamkeit gewahren wir überall bei den Angehörigen aller Berufsklassen ohne Unterschied der Nationalität oder des Geschlechts. Wie viel weniaer privater und öff entlicher Skandal würde entstehen, wie viel weniger Elend bestehen, wollten die Menschen bei der allgütigen Mutter Natur in die Lehre gehen, ihrem reinen Walten, ihrer aühaen Vorsehung, ihrer unwandelbaren Gerechtigkeit unbedingt vertrauen. Der Sommer mag noch so hein ge Wesen sein, es folgt ihm doch stets dcr erquickende Herbst, nach der drückend schwülen Gluth kommt würzige, er frischende Kühle, die schlechte vcrdorbene Sommerlust wird durch gute, gefünde Herbstluft ersetzt.' So . folgt auch der schwülen Zelt dcr Schrecken und erdrückenden Krisen frischer, guter. gesunder Geist unter dem Einfluß der reinen, klaren Strömung, welche, gleich den weisen Wölkchen am Horizont,, vom weißen Hause her zu uns herüber weht und wandert. Während im Sommer schwere Dunstwolken den Ausblick vollständig hemmten, erscheinen nun die fernen, schönen Berge in erreichbare Nähe gerückt, und so werden den schweren. verdüsterten Zeiten nun hoffnungsvolle Aussichten in greifbarer Nähe folgen. Während im. Sommer die Bäche und Flüffe vertrocknet dahinschlichcn, oder ganz versiegten, so ruht es jetzt wie G!anz und Schimmer über den Wassern, und ebenso wie die silbernen Bächlein und goldenen Ströme alle verschwunden schienen, so wird im Herbste mit den wachsenden Zuflüssen auch der Glanz und Schimmer wiederkehren. Und wie nach der langen Sommerdürre jeder Zweig, jeder Grashalm, jede verspätete Blüthe alle doch noch von dem verspäteten herbst lichen Regen gelabt nnd erfrischt wur den und sich nun ihres Gebens freuen, so bringt auch tro$ aller Dürre die späte Ernte noch manche köstliche Gabe, manch' edle Frucht, so daß alle Menschenkinder sich ihres Daseins noch wer den erfreuen können in dieser schönen, wonnig friedlichen Hcrbstatmospbare, wenn sie selbst nicht in Ungenügsamkeit. durch Zank. Hader und Unzufrie denheit die Lebensfreude von ihrer Schwelle verbannen, und die reine Le bensatmosphäre willkürlich trüben. Früchte als NahrungS mittel. Leben-krast und Gesundheit, als deren Folge sogar Glückseligkeit, hängen zumeist von dcr Art unserer Ernährung ab; daher können wir Frauen, denen die Sorge für Wahl und Bereitung der Nahrung zufällt, uns nicht zu Ost mit dem allerdings etwas prak ti'chcn Thema beschäftigen. Unter den verschiedenen Nahrungsmitteln neh men gerade in der jetzigen Jahreszeit die Früchte einen sehr hervorragenden Platz ein, uno-'wie viel Beachtung denselben auch geschenkt werden mag. so herrscht doch kein Zweifel darüber, daß der allgemeine Gesundheitszustand ein weit besserer sein könnte, wenn die Früchte als Nahrunzsmittel häufiger und namentlich richtiger angewendet würden. In erster Linie sollten nur gute Fruchte genossen werden, denn Nichts ist für die menschliche Nahrung ungeeignete?, als der Genuß knorrigen, grünen, unreifen Obstes, welches als Ursache cer meisten Berdauungsstörun gen und Magenübcl bei großen und kleinen unvernünftigen Kindern zu betrachten ist. Gerade so schädlich, wenn nicüt ucch gefährlicher sind angefaulte Früchle. u:,o solche, auf welche durch dichte Bervackung :c. die giftigen, gäh' renden Elemente bereits übergegangen. Es erfüllt alle Mütter, die ibre eigenen Kleinen sorglich hüien. mit einem gelinden Schauer und aufrichtigem Mit leid, wenn dieielben nur zu oft Gelegenhcit haben zu fehen. wie die armen hungrigen S:rar,en.inder sich gierig auf die' verdorbenen, von den Berkäu fern weggeworfenen, verfaulten Früchte sich an diesen Kranlhcitstragern sütti gen. Gar manche brave Frau opfert gerne einige Eents aus eigener Tasche, wenn sie durch Verabreichung guten ObstcS die armen W:fcn vor dcr Ge'
fahr schützen kann, das schlechte zu ver zehren. Ferner ist zu bemerken, daß, so gesund auch gute Früchte für Kinder und Große sein mögen, damit, wie mit dielen anderen guten Dingen, doch Maaß gehalten werden muß, und wenn der Magen schon mehr als reichlich mit dem Verdauen einer ausgiebigen Mahlzeit beschäftigt ist, möge man ihn ruhen lassen und nicht etwa denken, Obst schadet nie- und zu keiner Zeit. Denn selbst die besten Verdauungsorgane dürfen nicht überangestrengt und überarbeitet werden, sonst verfallen sie auf das probate Mittel des Strikens. Die geeignete Zeit zum Genuß der Früchte ist in Verbindung mit dem Frühstück und dem Mittagsmahl, namentlich auch vor dem Frühstück, iuf nüchternen Magen", wie man zu sagen pflegt. Sowohl im rohen wie gekochten Z- .ande erweisen sie sich da für die Ver' uung von äußerst wohlthätigem Einfluß, und man würde sie wohl nur sehr ungerne vermissen. Doch nicht gemeint sind hiermit alle die modern!, verkünstelten, komplizirten. gewürzten Gerichte und Speisen aller Art, welche nur mit Hilfe von Früchten undFruchtsaften bereitet werden, bei denen aber von dem eigentlichen Charakter desObstes nichts mehr oder nur sehr weniz übrig geblieben ist. Den hervorragendsten Platz unter allen Früchten nimmt zweifellos der Apfel ein, er ist fast über die ganzeErde verbreitet, vereint in sich alle schätzen--werthen Eigenschaften der Früchte, und kann in unzähligen Formen und Zube-reitungZ-Arten genossen werden. Entweder roh, gekocht, oder getrocknet, immer bleibt er ein erfrischendes, schmackHaftes und leicht verdauliches Nahrungsmittel. Süße Aepsel können schon in anderthalb Stunden verdaut sein, während die säuerlichen Sorten deren nur zwei erfordern, wogegen der Magen schon vier Stunden zur Verdauung von Birnen braucht, welche Obstsort sonst aber als eine dem Apsel nahverwandte betrachtet wird. Das aus Letzteren bereitete Apselmuß ist eine der gesündesten und beliebtesten Zuthaten für fette, Fleischspeisen, Braten etc., ebenso ist Apfelkuchen und Pie" ein stets willkommener Theil des täglichen Menüs, und sollte man dieser allgemeinen Verwendung der Aepfel überdrüssig werden, so bleibt immer noch ein Dutzend anderer Arten von Zubereitungen, in welchen der Apfel nicht minder angenehm dem Gaumen anspricht, den Magen befriedigt und' die Gesundheit fördert. Ebenso wie der Apfel hier nur als Repräsentant einer großen Klasse von Früchten genannt wird, ist die Erdbeere die Vertreterin einer anderen Obstgattung, die bei Groß und Klein unzählige Verehrer hat. Ob nun die schönen, frischen, reifen Beeren mit einer Zuthat von Zucker allein, oder mit Zucker und Sahne, oder nach der jüngsten Mode direct. bei Tische erst von Stengel und Hülse abgelöst genossen werden, stets bleiben diese süßenFrüchte eine wunderbare Gabe der gütigen Na tur. Neben Aepfeln und Beeren gebührt noch der Ananas (Pineapple") ein bevorzugter Platz unter den Früch-' ten. Doch würde es zu weit führen, wollten wir selbst nur die verschiedenen Obsisorten.welche blos in unserm geseg neten großen Lande gedeihen, eingehend besprechen. Deshalb fei nur noch einer der Gesnndkeit aan, besonders zuträglichen
Frucht und zwar der Weintraube Er wähnung gethan. Sie soll auf die. Thätigkeit des Magens und der Leber sehr wohlthätig fördernd einwirken, und findet deshalb immer meh r und mehr Verehrer.Je mehr man sich an den Genuß der Früchte in ihren taufenden denGaumen so ansprechenden Formen und Arten gewöhnt, desto mehr wird man ihren Werth für die Gesundheit zu schätzen wissen. Es ist nichts so heilsam für unreinen Teint, als der Genuß von Früchten, es gibt kein besseres kosmeti fches und Blutreinigungsmittel, kein wirksameres Medikament und keine angenehmeren Pillen. Pulver und Mineralwässer, als schöne gute reifeFrüchte". sagte jüngst eine Schriftstellerin von Fach. Wir stimmen ihr gern bei, und wünschen nur, daß dieses probate Heil Mittel von allen freundlichen Leserinnen als solches erkannt und zu ihrem 'igenen Besten stets, angewendet würde. Sächsische Ltttornekle. Jungfrau' von Päne! Zwar schbrächt ihr etwas führ im Dia. leite. Doch eire Oogeu funkeln wie die Schdärnel Jungfrau'n von Plauen! Ihr 'seid mit Klugheit fcrmlich ofgepäpelt,. Ihr würd't a,ewiß ooch ganz famose Frauen! Jungfrau'n von Meißen! Seh' ich im Droom nor cire blonde Zeppe. So könno' ich rein vor Freede mich ver reißen! Jungfrau n von Leibzig! Mer'kennt ja, cire Schdadt,die wZrkt magnetisch; Wer dort loschicrt, verliebt sich un' de weibt sich! Jungfrau'n von Dräsen! Weekz Knebdchen. ihr beschämt de ganze Bande: Ihr seid doch Sachsens wonnevollste Wäsen! Ernst Eckstein. Nur 248.528,211.840 verschieoene Züge sind auf einem gewöhnlichen Dominodrette möglich.
