Indiana Tribüne, Volume 17, Number 13, Indianapolis, Marion County, 1 October 1893 — Page 2
JtalienisHcS HeirathSbureau. lieber ein gar merkwürdiges Hei?athsbureau. das m Italien bestehen soll, weiß das Londoner Blatt Sim" Folgendes zu berichten: Das Blatt versichert, daß in Italien eine wahre Jagd auf die Mitgaben reicher englischer und amerikanischer Damen gemacht werde, die nach dem Süden reisen, und daß sogar ein wirkliches Syndicat bestehe, welches in Eheschließungen zwischen italienischen Jünglingen und reichen Ausländerinuen arbeite". Um diesem Syndicat angehören zu können" so plaudert der Berichterstatter der Sun" muß der junge Mann Empfehlungen haben, als wenn er in ekncn Club -aufgenommen werden wollte, er muß ferner von angenehmem Aeußeren sein, gute Manieren haben und aus vornehmem Hause stammen; das Letz'lere ist jedoch nicht unbedingt erforderlich. Bei günstiger Gelegenheit benachrichtigt ihn das Generalquariier, das sich in Florenz befindet, daß er an der Reihe sei und daß dasSyndicat ihn auf Vereinskosten für drei Wochen nach Bellagio am Comersce oder nach irgend einem anderen Modebad schicken werde, wo die reichen Vergnügungsreisenden zusammenströmen. Dort nimmt er in einem der ersten Hotels Wohnung, tritt als freigebiger Gentleman auf, besucht auch die anderen Hotels, speist., um das 'Terrain zu recognosciren, an verschiedenen Table d'hotes, bis er ein reiches Mädchen trifft, dem er sich ganz widmen kann. Wenn die drei Wochen verflossen sind, schickt das Syndicat, um Mißbräuche zu verhindern, einen Jnspector nach dem Modebade, der nach demRechten sehen und untersuchen muß, wie die Sachen .stehen. Hat der junge Heirathscandidat keine besondere Fortschritte gemacht, so wird er abberufen. Wenn 'dagegen seine Angelegenheit schön im .Gange ist, so fährt das Syndicat fort. !ihn zu unterstützen und sorgt für Geschenke und selbst für die Vordere!tunqen zur Hochzeit. Hat der junge
Mann endlich glücklich den sicheren c rr r p i Vasen cer ege erreicni, 10 iani er oei Vereins kasse einen bestimmten Procentsatz von der Mitgift zufließen." So weit dasLondoner Blatt. Wenn ! das Thema nicht schon erschöpft wäre. j könnte der Artikel der 3un" einen flotten Dichter wahrhastig zu einer hübschen Posse begeistern. Erster Act in Florenz, zweiter Act in Bellagio, dritter Act in London oder in Kalifornien. Der Jnspector, der die Modebäder bereist, um die Mitgiftzager zu überwachen, müßte eine sehr ergötzliche Figur abgeben. 2er erste Liebesbrief. Das I. Wien. Eztrabl." erzählt: Wie herrlich ist es, wenn man fünfZehn Jahre alt ist, sich mit den Eltern in der Sommerfrische befindet und zum ersten Male lange Kleider tragen idarf! Die bildhübsche Fabrikanten, tochter Hermine R. befindet sich in sol cher beneidenswerten Situation; sie ' iiräumt von Zukunftsglück, sie will eute schon gerne wissen, was Liebe ; ist. Dazu eignete sich der stattliche junge Ingenieur Adolf M. ganz be sonders. Aber er war anfangs wie Eis und wollte die schmachtendenBlickk -Herminens nicht bemerken. Freilich war er vom vorigen Jahre her noch gewohnt, Hermine als Kind zu betrach ten aber heuer trug sie schon ein langes Kleid und benahm sich wie eine große Dame. Nein, diese Indolenz Adolfs mußte die kleine Kokett: emvÖ in. Sie weinte heimlich. Endlich sah er sie aber doch an, er nickte ibi einen Gruß zu. Hermine war entzückt ,und konnte sich nicht zurückhalten, die sem Entzücken in einem vier Seiten langen Liebesbriefe Ausdruck zu ge ,ben. Wer sollte den Brief jedoch be ' sorgen? Das Stubenmädchen. Her mine gab der Botin aus ihren Erspar, nijjcn ein gutes Douceur und erwartete mit Schmerzen die Antwort auf ihr Schreiben. O. welche Wonne mußt, es sein, von seiner Hand geschrieben zu lesen: Ich bete Sie schon lange an, Fräulein Hermine!" .... und: verbleibe Ihr bis in den Tod getreuer Adolph...." Endlich kam das Stubenmädchen mit einem Briefe. Her mine erzitterte. Sie eilte in ihr Ge mach und sperrte sich ein. Mit pochen dem Herzen öffnete sie das Schreiber, und las zu ihrem Entsetzen: Wenn Sie mir nochmals einen Liebesbrief schreiben sollten, Sie Fratz, dann wer. de ich es Ihrem Papa sagen Adolph M." Hermine vergoß bittere Thränen; sie sah den Ingenieur nicht mehi an, . haßte ihn, weil sie nämlich nicht wußte, daß das Stubenmädchei, den Liebesbrief der Mama gegeben und diese die abkühlende Antwort da rauf veranlaßt hatte! Aus der Lebenspraxis. Erzählst von einem Menschen Tu EdlcZ, Gutes leise. Da schüttelt All's die Köpfe Und ruft laut um Beweise; Toch zisckielst Tu 'rcas Schlechtes Mit l'iapen 00er Feder, Ta nidt All'S mit den Köpfen. Auf's Wort glaubt dir das Jeder. Erkannt. ....Und so wage ich eS, Herr Eommerzienrath. Sie um die Hand Ihrer Tochter zu Sitten!" Na. hören Sie, so ein junger kräfti ger Mensch, wie Sie, kann aber doch noch arbeiten!" Unbegreiflich. Nach Mit. tcrnacht begegnen sich auf der Straße zwei Studenten. 23o'gin?" fragt der Eine. Heini!" antwortet der Andere. .Aber, Mensch", ruft der Erste, .was willst Tu denn den ganzen Abend allein iu baute anfangen?"
G 1 1 Gine amerikanische Torfgcschlchte.
L?on Vaul Julius Immergrün. 1. Am äußersten Ende des Dorfes Forhill. da, wo der Weg in die Walde? führt, welche an den Ufern des Dela-ware-Flusses die Ausläufer der Blue Nidge Mountains bedecken, wohnte vor Jahren eine Wittwe Robothan n.it ihrem einzigen Sohne Benjamin oder Ben, wie dieser Name in der Abkurzung heißt. Die beiden Leute besaßen ein gutes, schuldenfreies Anwesen. hielten sirfi Knecht und Magd und wa ren wie man sagt gut ab. Mutter Nobothan, eine hochbetagte Frau, war für eine Bauerm ungewöhnlich korpulent, litt dazu an Rheu matismus und kam daher tagelang nicht aus ihrem Schaukelstuhl, in .velchem sie sich mit Strllmpfestricken und leichter Näharbeit einen Tag wie den anderen beschäftigte. Um so rührig'? walste Ella, das Dienstmadaen, wlches seit einer Reihe von Jahren bei den Robothan's das Hauswesen bcsorgte und mit allen Obliegenheiten und Eigenheiten der altmodischen Familie vertraut war. Sie war deutscher Abkunft, resolut im Reden wie im Handeln und von der Natur auch in ihrem Aeußeren nicht vernachlässigt. Eines Tages im Sommer saß Ellr dra-ßen vor der Küchenthür, schälte Kartoffeln und sang ein Lied dazu. Plötzlich bemerkte sie einen langen Schatten am Boden, und als sie sich nach der Ursache dieses Schattens umsah, stand der lange Benjamin hinter ihr. Ben war so dünn wie eine Bohnenstange, hatte flachsgelbes Haar, ein kleines, rundes Gesicht und eine Nase d'rin, deren sich kein Habsburger und Bourbone zu schämen gehabt hätte; sie stieß mit dem Kinn fast zusammen. Ben Nobothan konnte demnach auf Schönheit keinen Anspruch machen und ebenso wenig auf Jugend; denn er hatte seine vierzig Jahre hinter sich. Da es sich noch nie ereignet hatte, daß cr Ella bei ihrer Arbeit so aufrnerfsam beobachtet, so klaubte das Mädchen, er begehre nach seinem Mittagseffen und sagte: Die Kartoffeln sind klein, Herr Benjamin, es nimmt eine geraume Zeit, sie zu schälen, aber ich werd's machen. daß das Mittagsessen zur rechten Zeit auf dem Tische steht." $e, yes. yes," antwortete Ben in seiner träumerischen Weise. Dabei verharrte er auf dem Flecke, wo cr stand, und starrte Ella an, daß es Ihr fast unheimlich zu Muthe ward. Haben Sie vielleicht etwas Anderes für mich zu thun. Herr Benjamin? Ich kann die Kartoffeln einstweilen bei Seite legen, wenn es sein muß." Ich habe mit Dir zu sprechen.Ella; aber mit Deiner Arbeit kannstD fortfahren, ich setze mich zu Dir." Ben setzte sich auf einen umgestürzten Wasckzuber und fuhr dann fort: Ich habe Dir recht viel zu sagen. Ella, so viel, daß ich nicht weiß, womit ich anfange. Ich fürchte, Du wirst recht erstaunt sein über das, was ich Dir sagen werde." Der muß wohl ein Haar im Frühstück gefunden haben. Immerhin hat er in meiner Wirthschaft eine unangcnehme Entdeckung gemacht. Wenn's nur erst beraus wäre!" dachte Ella. Als Ben jedoch ein's ihrer langen Schürzenbänder in die Hand nahm, um seinen Finger wickelte und wieder abwickelte, da stellten sich schon die richtigen Gedanken bei ihr ein, und sie war auf das Weitere gefaßt. Ella," begann er schließlich. Nun, Herr Benjamin?" erwidert: Ella. Hat Dir jemals Einer gesagt,Mädchen. wie schön Du bist?" Aha." dachte Ella, da bist Du ja schon," und erwiderte dann scheinbar entrüstet: O nein, Herr Benjamin, wer sollte mir wohl so etwas gesagt haben!" Und doch hatte es ihr Jemand gesagt, noch an demselben Moraen, und nicht einmal, sondern zehnmal. Hm," erwiderte Benjamin, ich glaube davon so viel, als ich :?ill. Aber hübsch bist Du, Ella, arg hübsch. Du hast ein Gesiebt wie Rosen und Apfelblüthen. Dabei bist Du eine so gute Wirthschaften, und und für mich wär's Zeit, daß ich heirathe. Denkst Du nicht auch. Ella?" O, Herr Benjamin, was kümmern Sie si um meine Meinung, selbst wenn icki eine darüber hätte, was aber nicht der Fall ist. Was geht denn das mich an?" Was es Dich angeht, Ella? Gerade Dich geht es an, sonst Niemanden. Ich will Dich heirathen, Mädel, Dich und keine andere. Na, sieh mich nur nicht so verblüfft an! Denk darüber nach, Ella, und gieb mir Deinen Bescheid heute Abend. Hörst Du, Ella, heute Abend." Damit stand Ben auf und entfernte sich langsam. Ella aber, resolut wie immer, rief ihm nach: So warten Sie doch, Herr Benjamin, ich gebe Ihnen die Antwort sogfrirfi. Eine Person in meiner Lage braucht sich nicht lange zu besinnen; ich bin nämlich mit Jack Fischer verlobt. Das macht der Sache wohl ein Ende, nicht wahr. Herr Benjamin?" Ben Robothan wandte sich herum. Sein Gesicht war feuerroth vor Zorn; aber er antwortete ruhig: O, ich weiß nicht, Ella. Weiber ändern ihre Gesinnungen oft, und Dir wär's gerade nicht übel zu nehmen; denn als Du Dich mit meinem Knechte verlobtest, konntest Du nicht wissen, daß ich selber kommen und mich Dir anbieten würde." Danke, Herr Benjamin," erwiderte Ella. Ich werde von diesem Privi ft 3YrrtY tt'tntn si4Firflitsfi Tnnrfi'rt
Ihre Werkung ist immerhin schmeichelhast für mich." Als Ben sich wieder zum Gehen wandte, sagte das Mädchen: Vielleicht, Herr Benjamin, wird es jetzt besser sein, wenn ich mich nach einem anderen Platze umsehe." O, nein, nein, Ella." erwiderte Ben Robothan rcsch, lieber wollen wir vergessen, was hier unter uns gesprochen wurde. Meine Mutter würde Dich zu sehr vermissen, wenn Du gingst, und was mich anbetrifft so würde ich sogar nichts dagegen haben, wenn Du Jack Fischer gleich morgen heirathen würdest. Ihr könnt ja Beide auf der Farm bleiben Du und der Jack Fischer. Ich werde die Wohnunz über den Ställen hübsch für Euch Herrichten lassen, damit Ihr nebenbei Eure eigene Wirthschaft führt. Ja, so wird's das Beste sein, Ella." Als Ben Robothan nach diesen Worten gegangen war, erschien er Ella in einem weit besseren Lichte. Er hatte ihr zwar nie ernstlich etwas zu Leide gethan, aber so gut, so edelmüthig hatte sie ihn sich doch nie gedacht. Vielleicht war die Werbung auch gar nicht so ernst gemeint gewesen; er hatte sie wohl nur auf die Probe stellen wollen. Mit solchen Gedanken half das Mädchen sich über den Vorfall hinweg und dachte nicht mehr daran. Nicht einmal Jack Fischer erfuhr davon, obwohl sie allabendlich mit dem Verlobten unter den blühenden Bäumen im Obstgarten saß und von ihrer baldigen Hochzeit plauderte. Bald genug aber sollte Ella erfahren, daß es auf dieser Welt kein reines, ungetrübtes Liebesglück gibt, und daß gerade va, wo die Sonne am hellsten scheint, die Schatten am dunkelsten sind. 2. Eines Moraens ward Ella recki
unsanft aus dem Schlafe geweckt, obwohl sie, lolange ne ihren tentDei den Robotbans versah, noch stets ungeweckt aufgestanden und an ihre Arbett gezancen war. Zu lyrer noch nröfteren Ueberraschuna stand ihre alte rheumatische Herrin neben ihrem Bette und lamenrnte aus Leibeskräften. .Ella. Ella. s!c5' auf. Mädcherg! Es muß die Nacht etwas sehr Schlimmes vassirt sein. Das Fenster neben der Hausthür ist ausgebrochen, und mein Sonn ist in seiner Kammer eingeschlossen. Er gibt keine Antwort, so viel :ck ihn auch rufe. Großer Gott, ich denke, es sind Einbrecher hier gewesen! Ella war mit einem Sprunge aus dem Bette, kleidete sich hastig an und eilte die Treppe hinunter. Sie fand leider alles so, wie es die alte ame geschildert hatte. Auf dem Hausflur lagen die zertrümmerten Fensterscheiben und Len war eingeschlossen. Ella klopfte heftig gegen die Thur, aber keine Antwort erfolgte. Jetzt kam eme schreckliche fingst über die beiden Frauenzimmer. Während die Alte sich in ihren Schaukelstuhl warf und mmmerno die anoe über den Kovf zusammenschlug, eilte Ella zur Stallwohnung, um Jack Fischer zu rufen. Aber auch dieser war nickt aus dem Schlafe zu bringen. Dann rief sie die nächsten Nachbarn herbei. Als von den herbeigeeilten ycfla barn nun zunächst Bens Schlafzimmer aufgebrochen ward, fanden sie denselben halb entkleidet .aus dem Fußboden liegen. Todt war er nicht, aber der Chloroformgeruch, welcher das Zimmer erfüllte, überzeugte die Eintretenden bald, daß die Einbrecher den unglücklichen Mann betäubt und dann im Äimmer arg aehaust hatten. Der feuerfeste Geldschrank, welcher seinen Blak neben dem Bette hatte, stand weit offen, und eine Menge Werthpapiere lagen aus dem Fußboden verstreut umber. Die Schlüssel zur Thür der Schlafkammer waren nirgends zu finden. Die Diebe mutzen dielelven mitgenommen haben, nachdem sie Ben eingeschlossen hatten. Als frische x,xX vurcy oas Zimmer strömte, kam Beniamin bald wieder zu sich.. Er erzählte dann, daß der Ueberfall sich ereignet habe, als er halb entkleidet gewesen sei. Den Uebelthäter es sei nur einer gewesen habe er nicht erkannt, da er zu schnell die Besinnung verloren und Jener maskirt gewesen. Nachdem Ben die Papiere aufgelesen und den Geldsckrank untersucht hatte, versicherte er, daß ihm nicht weniger als fünftausend Dollars gestohlen feien. Wäbrend Beniamin Robothan nun mit den Nachbarn nach den Ställen hinüberging, horte Ella ihn sagen: cb bm sehr vc orat um aa tfi scher. Hoffentlich wird dem armen Burschen nichts geschehen sein!" Dem Mädchen stand vor Schreck das Herz fast still; denn jetzt erst ging es ihr durch den Sinn, daß auch er auf ihren Ruf nicht geantwortet hatte. Wenn er nun gar ermordet wäre! Aber es sollte leider noch schlimmer kommen. Die 'Nachricht, mit welcher die Nachbarn bald zurückkehrten, machte ihr das Blut erstarren. Jacks Zimmer war leer gefunden worden, von Allem entblößt. Er mußte in der Nacht seine Sachen zusammenge packt und auf- und davongegangen sein. Dieser heimuche und durcy nickis begründete Abschied mit dem stattaebabten Einoch in Verbindung gebracht, mußte nothwendig Die Meinung hervorrufen, daß kein Anderer als Jack Fischer es gewesen war, der die ruchlose That verübt und seinen Dienstherrn beraub! hatte. Während nun die Nachbarn unwi derleglich in Jack Fischer den Einbrecher erkannten, war es der Beraubte!
selber, welcher die Schuld seines ein flohenen Knechtes bezweifelte und fiel seiner warm annahm. Ich kann's nicht glauben," sagt: Benjamin Nobothan. in der That es will nicht in meinen Kopf hinein Jack war ein zu ehrlicher, braver Bursche nein. nein, es ist nicht zu glauben. und ich glaub's nicht." Ella thatm solche Worte wohl; auck sie war ja von der Unschuld ihres e liebten überzeugt, obwohl sie sich eriw nerte. daß er sich in den letzten Tager recht sonderbar geen sie benommer hatte. Auch war es befremdend das er sich von ihr nicht verabschiedet hatte Aber konnte er denn nicht seine ehrlichen Gründe dafür gehabt haben. Vielleicht hatte er auf irgend eim Weise von dem Liebesantrag ihre Brodherrn erfahren und sich heimlick entfernt, um einem offenen Skanda' aus dem Wege zu gehen. Jhrei Treue konnte er ja sicher sein, unt bald werde sie wohl Nachricht von ihn erhalten. Damit beruhigte sich da! Mädchen. Von Benjamin Robothan wurder jetzt Detectivs beauftragt, das Geheimniß des nächtlichen Einbruch! aufzuklären, und diese kamen schließlich mit der Nachricht, es siehe übei allen Zweifel fest, daß Jack Fische, in einer New Forker Office ein Ticke'. gekauft habe für einen europäischer Dampfer, der am Tage darauf abgesegelt sei. Wenn diese Nachricht auch den guter Glauben Ella's nicht vollständig er-
schüttern !onnte,so war ein andererUm: l stand, der zur selben Zeit entdeck: wurde, um so mehr dazu geeignet. S selber fand nämlich Fußspuren in den tief durchweichten Boden, die sich von Stall bis zu dem ausgebrochenenFeustei verfolgen ließen; und in einer derselber stak ein Schuh. Es war eine regnerisch dunkle Nacht gewesen, und bei Einbrecher mußte ihn auf seinem, jedenfalls schnellen Davoneilen verlorer haben. Ella kannte diesen Schuh rnn allzuwohl; er gehörte ihrem Verlobten So mußte Jack also doch die Unthaj begangen haben. Das Mädchen war eine zu gerade ehrliche Natur, als daß sie diesen Funi verschwiegen hätte. Dazu empörte sick ihr Hcrz j'tzt gegen den, den sie so aufrichtig geliebt, der aber schnöden Gewinnes wegen ein Verbrechen auf sick geladen und sie damit von sich gestoßen hatte. Wie gut, wie edel erschier ihr dagegen Benmmin Robothan! Al sie ihm den Schul, zeigte und untei i Thränen gestand, daß sie nun selbe, Jack Fischer für den Schuldigen halte. erwiderte Ben milde trostend: Sein ruhig, Ella, wir werden du Sache von jetzt an ruhen lassen iro der untrüglichsten Beweise. WennJacZ , sich selber über eine solche Handlung beruhigen kann, so mag er's, ich verzeiht ihm. Lieber will ich das Geld verlie' ren, als daß dein Herz durch die Berfolgung deines Verlobten noch mehr gekränkt würde." O," erwiederte Ella, da Jack sc schlecht war, habe ich nichts mehr mit j ... rrc. ihm zu schaffen." Es war dies ihre ehrliche Meinung. ! Kein Wort, weder über Jack, noch übe: die ganze Angelegenheit, kam meh,
über ihre Lippen. ls geschah dies um anders, als Ven Glauben scoenken, zuso weniger, als die alte Frau Robo-' mal ich Euch mehrere Male vertraut tban wobl in Folge der Aufreaunc ' rieben einander sehen hatte. So
schwer erkrankte und das Mädchen von ihrer Pflege so inAnspruch genom? , men war, daß ihm kerne Zelt für an-. de Gedanken übriq blieb. Als die Alte nach wenigen Tagen ihre Augen für imer schloß, waren
ihre letzten Worte an Ella gerichtet ge-: er wieder zu mir auf die Stallwohwesen. I nung, zahlte mir den Lohn aus, und Mein Kind," hatte sie gesagt, ick ich ging noch in derselben Nacht fort, gehe ruhig aus diefcr Welt, wenn ick wanderte und wanderte, so weit mich
weiß, daß Du Vemamln nicht verlas . sen willst " Das Mädchen hatte der Sterbenden '
stumm die Hand gereicht, und daraus Nobothan s Farm in Foxhlll, und da war Frau Robothan sanft entschlafen, ich in dem Berichte als der muthmaßElla wußte freilich nicht, wie sie den ' liche Einbrecher bezeichnet wurde, so Wunsch der Sterbenden erfüllen sollte. . kehrte ich sofort um und kam den weiDann aber kam Ben ihr selber treuher-' ten Weg zurück, um mich vor Dir und
zig entgegen und sagte: j .Du weißt. Ella, daß ick jemanden brauche, der mir das Hauswesen be-' sorgt ; aber keine Person in der Welt wäre mir lieber als Du. Es gibt nur einen Weg. wie Du das der Mutter gegebene Versprechen erfüllen kannst, und ist der, daß Du mich heiraihcst. Könntest Du Dick ietzt dazu entschlie- j ßen, Ella?" rrr-i i v i r f l ' 5vem caocyen uurmien vericyieoene Gedanken durch den Kopf. Ella innerte sich, wie ruhig Ben ihre Abweisung hingenommen und sein Benehmen gegen sie nicht im Geringsten geändert hatte ; wie boshaft sich Jack dagegen betragen und wie ed-l der von ihm beraubte Mann diesem gegenüber sich be-. nommen. Konnte es einen Menschen ' in der Welt geben, der es aufrichtige, mit ihr meinte, als Ben Nobothan Z ' . ' '
Hatte sie Jack Fischer nicht schon aus- nicurs zu meiner ecylserugung, songegeben ? Was hinderte sie jetzt, dem dern überlaß eS mir jetzt, die WahrEdlen ihr Jawort" zu geben ? Und heit an's Licht zu brmgen. Jetzt bin sie gab es. 1 1) wieder die Deine, wie ich es vorher ömniix 2VrTofm fnsn htm "nd werde nun für immer die
R,aräbnik der Mutter faV n,,f dem FUße. Die Leute waren wenig erstaunt darüber ; denn es war ja st natürlich, daß Ven die Wirthschaft nicht allein führen, und auch mit einem mn ..7. J Ull (muwajiii iiiv; uuu in ivilllll. m. (JsiA s.. juiutt iwuib ltu iviut ui vuuui vu Tiif,- W h X Mük,s,,n für v (ritttene Untreue Jack Fischers sobald entschädig, wurde ; und daß gerade Ben Rb,han es war. der die derlas. sene Braut seines verbrecherischen o.t.' ,,. v,.i ?.!!.. m2i. 2., Ä sj Jtl fi 5! Vc?,.' N?.k! 5 Ä,Äkk f, ffiÄl.'Ä nb . 7. ::i:rr- ' .ir' . luaiiznozn i nen mmiüun ian aer Dauer sein konnte ; und so begann .
man denn sofort mit den Vorbereitun
gen zur Hochzeit, die noch in derselben Woche stattfinden sollte Benjamin schien cs ganz besonders eilig damit zu haben, während Ella, je näher die Stunde heranrückte, um desto mehr gegen die Einflüsse alter Erinnerungen zu kämpfen hatte. Am Vorabend des Hochzeitstages saß sie unter emem der halb ausgebluh ten Apfelbäume, unter dem sie manche Stunde mit Jack Fischer in seligem Zwiegespräch verlebt hatte. Plötzlich bewegte sich der Vaum, und einchauer abgestorbener Vlüthcnblätter fiel auf das Mädchen herab. Als Ella aufsah, blickte sie in das Antlitz Jack Fischers, der an den Stamm gelehnt. starr vor sich hinschaute. Das Madchen vermeinte zu träumen und glaubte erst dann an die Wirklichkeit der Erscheinung, als Jack zu sprechen begann. Ella," sagte er langsam und ruhig, ich habe einen recht langen Weg gemacht, um Dich noch einmal zu sehen und mit Dir zu sprechen. Ich wäre nicht gekommen, hätt' ich nicht erfahren. was hier vorgegangen ist. Du sollst wenigstens erfahren, daß ich kein Einbreche? und Dieb b:n. Hast Du an meine Schuld geglaubt ? Das Mädchen nickte traurig mit dem Kopfe und erwiderte : Ich mußte wohl d'ran glauben. Äarum bist Du ohne ein Wort davongelaufen ? Läßt man eine Verlobte so im Stich ? Jack sah ihr ruhig in's Auge : Du hast die Verlobung gebrochen Du Ella und nicht ta)." Jack," rief das Mädchen, was sprichst Du da für närrisches Zeug ? Ich verstehe Dich nicht. Um so besser," erwiderte Jack, hab' ich Ven Robothan verstanden. Er war schamlos genug, selber mir'mitzutheilen, daß Du ihm das Heirathsversprechen gegeben und meine Ansprüche an Dich damit zu Ende seien. Dann warf er mir hohm',ch den Ring zu und meinte, cs sei besser, daß ich sofort Fozhill, wenigstens seine Farm verlasse, da eS Dir wie ich wohl denken könne unangenehm sei, mir ferner zu begegnen." Der Ring" rief Ella erregt. von welchem Ring sprichst Du, Jack ? Sieh her, wenn Du den von Dir erhal tenen Verlobungsring meinst, den trag ich nachdem, was vorgefallen ist, zwar nicht mehr am Finger ; aber ich hielt ihn immer noch werth genug, ihn heim lich auf der Brust zu tragen ; denn icu habe Dich doch immer aufrichtig geliebt. O. dan es so kommen mußte !" Dann löste sie hastig vom Halse ein seidenes Band, an welazem der Rmg befestigt war. Jack riß die Aug?n weit auf und schaute sprachlos auf das Pfand der Liebe. O. wie schmählich hat man mich betrogen !" rief er. und dann zog er den ihm von Ben zuruaegevenen Ning aus der Tasche und hielt ihn neben den m Ellas Hand. Die beiden Rmge sahen sich s ähnlich wie ein Ei dem andern, Himmel," rief nun auch das betrofr cmwc :r. ks fene Mädchen, ist denn eine solche Falschheit nur möalich V Nun, höre weiZer." fuhr Jack fort, Als ich den Ring sah, konnte ich :iicht saate ick m ibm: Well. .Herr Robothan, wenn es denn so steht, geh' ich besser gleich fort. Ganz wie ich es für gut halte, meinte er; nach dem Thee werde er mit mir abrechnen. Nach dem Thee kam meine Beine tragen wollten. In Busfalo las ich denn in einer alten Zeitung von dem Einbruch auf Benjamin danach vor Ben Robothan zu rechtsertigen." Aber die Schule, Jack Deine Schuhe! Einer derselben ist unweit des Fensters, wo der Einbruch stattfand, gefunden worden, und Deine Fußspuren ließen sich von den Ställen ois zur oynung verfolgen. ..Gott mag wissen, was es damit für eine Vewandtniß hat!" seufzte (V . -i Off I C jC - j 1 . vj . 'c suu;c ?ipaaic, waren die Schuhe nirgends zu finden, Aber Du glaubst mir ja doch nicht, Ella." fugte er trauvq hinzu, Ella war von der Aufklärung.welche Jack über die Schuhe gegeben, tief crschüttelt. Sonderbare Gedanken schienen iyr geiommen zu iem. olaube Dir, Jack, Du armer Jack," sagte sie. Wir sind Beide grausam betrogen worden. Versuche jr-i "r m r r ?e:ne olelben. . Geh' hm, und wenn !Z di- Whett heraus habe, werd' " Du? zu finden wissen Was Du uch immer wen magst .laß Dich n Cr o7. .? Geduld. Jack, bis ich meine Arbeit .fy . 1 TJ-ll t--IC -, . vollendet habe. Go.t helfe uns r i 1 r c r . Darauf trenn! Rä die Liebenden. "u f 3 " '5'" r?il Sinnesänderung 1 t. r Am nächsten Abend sah man das Farmhaus Ben Robothan's glänzend leuchte,. Zahlreiche Gäste waren versammelt. d?r Trauungsceremome beiZuwhn.n,,die an diesem Abend stattnnden loute. ner starrer land hmt Tische, auf dem zwei Wachsto brannten, mit dem offeneliBuche
in der Hand. Der Bräutigam hatt! bereits vor ihm Stellung genonmen. und alle Gäste blickten erwartungsvoll auf eine Thür, durch welch: die Braut eintreten follte. Jetzt öffnete diese Thüre und Ella trat ein. Aber, was war das? Sie trug keinen Brautschmuck, sondern ibren gewöhnlichen Werktagsanzug ein Kattunkleid und eine weißk Schürze davor und hielt unter'm Arme ein Bündel. Ohne sich an die Gäste zu kehren, schritt das Mädchen aeradeweas aui
den Pfarrer und Benjamin zu, legte das Äunvel auf den Tisch neben du brennenden Kerzen und hielt ihrem Zrautiaam wlqende Ansvracke: Benjamin Robotban, bis zu einem gewijjen Tage, ja ge'.iern noch, hielt ick Dich für einen qutcn. braven Mann der meiner Achtung würdia sei. Abe, in diesem Augenblicke weiß ich, das Du ein Schurke bist, dan es auf l?rden kaum eine Kreatur gibt, die Dick an Gemeinheit übertrifft. Meine Liebk konnte ich Dir nicht geben, meine Achtung hast Du verscherzt. Nun ist eaus zwischen uns Beiden." Hier schwieg Ella einen Augenblick, als erwarte sie Antwort. Man kann sich das Erstaunen der Gäste denken; aber Niemand wagte, seine Stimme zu erheben. Auck? Beniamin tawi. Das Mädchen in seinem heiligen Zorn. yocy ausgerichtet vor den flackernden Kerzen, war anzuschauen wie ein von Gott gesandter Engel der Rache. Als vie feierliche stille nicht unterbrochen ward, fuhr Ella fort: Und nun mögen alle Anwesenden fi i i Die Gründe hören, warum ich Dick solcher Verworfenheit anklaae. nächst hast Du meinen Verlobten Jack Mischer betrogen, indem Du iün durck einen gefälschten Ring glauben machtest, ich habe ihm die Treue gebroen und mich Dir hingegeben; darnach hast Du den armen Burschen zum Diebe und Einbrecher gemacht, um ihn nuj immer von mir zu trennen. Ab:i L)u, Beniamin Rvoothan. Du selbst loarst der Einbrecher, nicht Jack Fischer. Du hast ihm die Schuhe getwylen, bist selbst dann von den Ställen bis zum Sause aeaanaen und ba den gefundenen Schuh im Drecke stecken uinen, um Die Schuld des Armen dadurch glaubwürdig zu machen. Du selbst hast das Fenster brocken, fiafl den Geldschrank aufgemacht, die Papiere umhergestreut und das Zimmer mit Chloroform angefüllt, um du Welt dadurch von Deiner Unschuld zu uverzeugen. Das hat Alles 5tock ??Zs5er erdackt. UM sich bei Dir rein zu waschen schrie jetzt Ben, der bisher zitternd ar allen Gliedern, aber schweigend zugehört hatte. Schweig.Elender!" entgegnete Ella. Schäme Dich Deiner Lüae in Keaenwart eines Mannes, der Gottes Wort verkündet. Du sollst auch die Beweist noch haben, da Du es nicht anders willst." Ella öffnete das Bündel und breitete vor aller Augen die folgenden Gegenstände aus dem Tische aus: den Schuh, welcher zu dem gehörte, der im Dreck gefunden war. ein Glasermesser, eine nlasche. die Chloroform entkielt. die Schlüssel zur Stallwohnung, zu en'S Schlafzimmer und zur Geldsplnoe. So," sagte das Mädchen, .das Alles fand ich in Deinem Bettzimmer verlteclt, Benzamm d'lobothan. Wer hätte wohl an solche Heuchelei denken können, als Du den frommen. Deinem feinde verzeihenden Christen spieltest! Gott aber verachtet solche Äuaenverdreher, wie Du einer bist. Ich bin sin armes Mädchen, aber der Himmel hielt mich viel zu gut sur Dich, und ick. danke ihm dafür. Leid thut mir mn Deine arme Mutter, die darüber hat in's Grab müssen. Und nun leben Sie wohl. Herr Beniamin! 5cb aeb? jetzt zu Jack Fischer.der glücklicherweise noch nicht nach Europa abgesegelt ist. Der arme Bursche bedarf meinerPflege legl meyr als sle. Schnurstracks verließ Ella das 3immer. Als ste gegangen war, sah Benmin seine Gäste der Reibe nach an: aber er fand nirgends Trost, sondern las auf jedem Gesichte die Beracktuna. die er verdiente. Mit einem unbe schreiblich verzweifelten Antlike trat er jetzt in ein Nebenzimmer und schloß die Thür hinter stc. Als wenige Minuten daraus ein ?:evolver abgefeuert wurde, war man überzeugt, daß Benjamin Robothan sich freiwillig dem ewigen Richter überliefert hatte. Die Gesellschaft verließ tief erschüttert das Haus, in das es wenige Stunden uvor eingetreten war. einem beiteren ffeste beizuwohnen. Wieder sind seitdem Jahre verstrichen. Jack und Ella wohnen als glückliche Eheleute in einem Nachbarorte Die ??arm der Robotban's ifl verwildert und das Wohnhaus sieh! heute noch leer. Niemand mag es bewohnen, da sich un::r den Einwobnern don noxhill der Glaube verbreitet hat. der )eijt des alten Junggesellen treibe seinen Svuck in demselben. Man :oill wissen, daß er Nachts von Zwölf bis ein Uhr in Jack Fischers Schuhen Zwilchen Stall und Wohnung umherwandern muß. Zweideutige Bertrö. st u n g. Schneidermeister: Sie haben mir doch versprochen, mich am Lekten zu zahlen! Nun ist beute der Letzte und Sie wollen wieder nichts davon wissen!" Studiosus: Ta haben Sie mich mißverstanden! Ich sagte Ihnen: Ich bezahle si? am leßten und schauen Sie selbst, wie viel Gläubiger noch Wirten!" ' Ein höflicher Stall. kn e ch t. Nun, wie geht es den Pfer den, Johann?" Danke, gut und ftbnen. fierr Baron?
Girier, ver gcnetratyet nnro: Was stellen nicht unsere junacn Mdijtn alles an uns was für Mühe geben sich die Eltern beirathsfähiger Töchter, um die immer seltener werdenden Ehekandidaten des bevorzugteren Geschlechts zu ergattern! BermitNer werden von Haus zu Haus geschickt. Zeitungsan noncen werden verlockend stilissrt. Haus balle und Kremscrparthicn, Thcatcrbc such und Muscenourchwanoerung. AI leS muß herhalten, um den lediaen
Schönen Gelegenheit zu geben, ihre Reize vor der zurückhaltenden Männerwelt zu ential en und die Aufmerksam, keit de einen Ersehnten auf sth zu lenken. Einfacher und energischer treten die Mädchen von ?jünnan auf, einer Proving im südwestlichen China. Die Art. wie sich dort die Jungfrauen einen Mann zu verschaffen wissen, erzählt Capitän Cooper, der im Austrage der mdi'chen Negierung von Peking auZ durch China nach Indien reine, um einen neuen Handelsweg, der diese bei' den Länder mit einander verbinden sollte, ausfindig zu machen. Er ver folgte den Lauf des Z)ang . tse Kiang nach dem östlichen Tibet und nach 7)ünnan und erlebte auf seiner Reife, die ihn durch Gebiete führte, in denen man von Europa so wenig wußte, wie dieses von jenen Ländern,' die mannig fachsten Abenteuer. Eines der gefährlichsten war nun seine 'crheirattzung. Er gerieht eines Tages in einen Hain, wo er von einer Scdaar junger Mäd eben umringt ward. Die ganze Szene" so schildert er selbst das Zusammentrcssen war eine so arkadi sche, daß ich mich, obwohl mir die ganzliche Abwesenheit des starken Geschlechts . sehr ausfallend erschien, dem Einfluß der Situation ohne Bedenken hingab und mit Ncugicrde die weitere Ent Wickelung dieses angenehmen Aben teuer abwartete." Diese Entwickelung sollte nicht lange auf sich warten lanen. Er rauchte mit den Mädchen und theilte, ihre Mahlzeiten. Später führten sie ein junges, in prächtiger Seide geklei detes Mädchen berbei, setzten es neben den Kapitän und fingen an, um da? Paar herumzutanzen. Cr wußte sich dieses Borgchen nicht zu erklären, bis ihm sein Diener auseinanoersekte, er babe sich einem in Tibet herrschenden Brauche gemäß mit dem Mädchen ver mählen lassen. Zu spät merkte er jetzt die Absicht und ward verstimmt. El proteltirtc heftig und berief sich auf die Sitten Englands. Den Sitten ihres Landes Anerkennung zu verschaffen, taucbtcn nunmehr plötzlich die bis dahin im Verborgenen gewesenen Männtt auf. und Cooper entschlog sich denn, doch lieber als lebendiger Gatte seine Reise fortzusetzen, denn als Junggc. feile todt auf dem Platze zu bleiben. So nahm der Kapitän wohl oder übel seine Ne-i-ma dies war der Name der erst sechszehn Lenze zahlenden jun gen Frau mit und brachte sie glück lich bis an das Endziel seiner Fahrt, nacb Calcutta. Coover batte an der Tibetanerin so aroßcn Gefallen aefun den, daß er sie zu Calkutta ausbilden und sich mit ihr daraus nach anglilani schem Ritus trauen ließ. Das auf so merkwürdiae Art zusammenaebracktk Paar lebte drei Jahre in glücklicher Ehe. Ta genas sie eines KnäbleinZ und starb. Ten Wittmer litt es nicht mebr i:l Calcutta. Er übernabm abermals die Führung einer Ex pedition in das unwirtblicbe innere der indischen Grenzstation und fand dabei, von feindlichen Eingeborenen ange grinen, jeinen 200. Eine gemüthliche Anet , böte aus dem l'cöeu des jüngst Heimge gangenen Herzogs Ernst 11. von Kg. durg wird von einem Hauptmann a. D.,'wie folgt mitgetheilt: Bor einigen Jahren hatte ich die Ehre, zur herzog, lichen Jagd und Tafel in der Hinter riß (Tirol) zugezogen zu werden. Nach beendigter Tafel werden verlchledene Jagderlebnisse zum Besten gegeben und hierbei wendete sich der Herzog an mich mit der Frage: Sie standen in Ehem nitz, haben Sie da einen Rentier För ster gekannt?" Als ich erwiederte, daß ich einen Herrn dieses Namens gekannt hätte, der ein großer Pferdeliebhaber gewesen, jetzt aber meines Wissen? todt sei, meinte der Herzog: Das ist Schade; aber ganz recht, der ist es, und von dem muß ich Ihnen ein (seschichtchen erzäh. len, das mir mit ihm passirt ist." Er erzählte nun in gemüthlichster Weise: Ich war vor mehreren Jahren in Flo renz, wollte von da einen Ausslug per Wagen nach Fiesole machen, da aber Letzterer nicht gleich bereit und es sehr heiß war, ging ich mit meinem Adju tanten in ein nahes Restaurant, um ein Glas Birra di Monaco" zu genie ßen. Wir hatten uns kaum gefetzt (wir waren selbstverständlich in Civil) als ein jovial aussehender alter Herr eintrat, und als er uns deutsch reden hörte, in unverfälschtem Sächsisch uns anredete: I, Jeses. hier sind doch .gar Landsleite! Sie erleben wohl, meine Herrens, daß ich mich ä Bisl zu Si setze." Mit Vergnügen wurde er da rum gebeten und bald hatte er das Ge sprach auf die Qualität der italieni . sehen Pferde gebracht. Er erwies sich da als ein tüchtiger Pferdekenner. Als wir ausgetrunken sagte er: Ich dächte, wir tränten noch ein Teppchen, so jung V i L iMtliAM tti SM luium g uu.i uiui lüicucc juiuiuuicn. Als der Kellner die zweite Auflage ge bracht hatte, sagte der alte Herr: Nun erloben Sie gütigst, meine Herren, daß ich mich Ihnen vorstelle, ich heeßr Jerschter aus Chemnitz." In der Sommerfrische. .Sie. Kellnerin, daZ Schnikel da riecht . za schon!" Riecht schon? Na. schauen S'. da ist'S höchste Zeit, daß 'S'gessen wird!" Das Tale nt sperrt die Thüren auf, daS Genie tritt sie mit dem Fuß ein. Ehrliches Streben wird immer, früher oder später belohnt meistens aber später.
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