Indiana Tribüne, Volume 17, Number 6, Indianapolis, Marion County, 24 September 1893 — Page 7
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',Sas sucht y. lieben." Sa"3 vieractige Schauspiel obigen Tittls von Max Nordau erlebte kürz lich am Lessmgtheater in Berlin seine Erstaufführung. Da schon der Name tos Verfassers das Interesse weckt und außerdem daö Stuck auch auf dem diesjährigen Spie'plan des hiesigen 'deutschen 2heate:s steht, sei der Besprechung, welch? die Cölnifche Zei tung über die berliner Erstausführung bringt, hier Raum gegeben: Max Äordau hat sich auf so dielen Gebieten lind mit so vielem Erfolge versucht, 'd& man der Erstaufführung seines erstrn größeren dramatischen Werkes mit Spannung entgegensehen konnte, die auch darin ihren Ausdruck fand.'dclß das Lessing-Theater trotz der erdrücker'oen Hitze nahezu ausvrrkaust war. Man konnte in der That von vornherein annehmen, daß an diesem Abend uns ein schweres" Stück gebo ten werden würde, ein Thesen stück", wie das ja auch schon aus dem Namen des Schauspiels hervorging. Nun, diese Erwartung ist in einigen Puncter.'erfüllt, in anderen übertroffen wor den, im einzelnen hat sich der Verfasser auch von einer Seite, gezeigt, von der 'ihn das große Publicum bisher nur -wenig kannte, in andern ist er abn -auch hinter den Erwartungen zurückge 'blieben. Der Inhalt US Stückes ist .'furz gesagt folgender. Der Kaufmann Wahrmund, ein tüchtiger, aber auch recht nüchterner ' Mann, hat eine Iran, "die zu derClasse ' der Unverstandenen" gehört, eigentlich recht glücklich sein konnte, aber allem Anschein nach durch Jbsensche Stücke und durch von diesen beförderte hysterische Anlage auf philosophische Tifteleien gerathen ist, wozu nicht unvoe sentlich ein Assessor beitrug, der mit der Stellung eines professionellen SalonVerführers die eines Professors verbindet, der einen noch nicht bestehenden Lehrstuhl für sophistische Täuschung im Ehebruchsverfabren sehr gut ausfüllen würde. Diesen' Theoretiker und Praktiker der Verführung sehen wir im ersten Acte seine Schlingen um die jung:, unverstandene" Frau legen, und zwar, obgleich u ein sehr oberflächlicher und seichter Gesell ist, mit bestem Erfolge. Denn das 'ist -nun einmal so in der Welt: je rninderwcrthiger einMann ist. desto leichter erringt er Herrschaft !ber ein unbefriedigtes und nach Neuem suchendes Frauengemüth, wenn er nur sonst gewisse Anforderungen der äußeren Repräsentation erfüllt. Hierin bietet uns Nordau nichts Neues, und der Gang seiner Versührungsgeschichte ist, ich mochte sagen, ganz normal. Normal ist uuch der' wackere, vertrauensselige Gatte, der zwar eine Vcränderung an seiner Frau bemerkt, aber von der Ursache nichts ahnt und am allerwenigsten sich träumen läßt, daß er in dem Assesso?' einen gefährlichen Nebenbuhler besitzt. Daß dieser endlich am Schlüsse des -ersten Actes durch Vorlesung eines von ihm verfaßtenLiebesgedicktes sein Ziel erreicht, ist nicht sonderlich wahrscheinlich und jedenfalls ein matter Aotfchlüß. der dem Stücke sehr schwrr geschadet haben würde, wenn die Zuhörer nicht durch den überaus geistreichen und glänzenden Dialog sehr freundlich Gestimmt gewesen wären, "atte die etwas banale Verfüchrungsqeschichte den Erwartungen nicht entsprochen, so wurden sie durch den flotten Dialog -mit 'seinen sarkastisch witzigen und doch Niemals an den Haaren herbeigezoguien .Wendungen iibertroffen. In noch "wett Hörern' Grade zeigte sich die außerordentliche Geschicklichkeit und Leichtigkeit in Behandlung des Dialogs im zweiten Acte,' der in dieser Beziehung und auch was Tiefe des Gefllhls betrifft, ein kleines Meisterstück ist. Wahrmund, der -mit 'seiner Frau aus dem.Vade zurückkehtt, eilt seiner Frau voraus, um zuerst mit seiner Schwiegermutter zu sprechen und sie auf die Aenderung, die mit'seinerFiau vorgegangen ist, aufmerksam zu ma chen. War schon das Gesprach zwischen Schwiegermutter und Schwiegersohn ganz vortrefflich, so gUt das in noch höherem Grade von der unmittelbar folgenden Aussprache zwischen Mutter und Tochter, ni der diese ibe: Schuld 7 eingesteht. Das Leitmotivs? ganzen 'Stückes, der Gegensatz zwischen "Frauunrechten und Frauenpslichicnkam hier -.?ur vollen Ausgestaltung, -und der stür'mische Beifall, der am Abschluß nicht enden wollte, war in jeder Beziehung wohlverdient; um so verdienter, als der Erfolg mit einfachen Mitteln erreicht worden war. Der dritte Art hat eigentlich eine Zweitheilung: zuerst unterhält sich der Asselfor in aufgeknöpfte?' Weise mit einem 'Freunde über seine Tyevrieen in Ivebfösachen und tritt auf als "Theoretiker der zügellosesten LebenNehren. Im zweiten folgt eine Unterhaltung mit seiner Geliebten, in der er seine 'Lehrfä praktisch zur Ausführung :zu köringen sucht und zu seinem großen Mißveriügen bemerken muß, daß ihm sseine Schülerin auf viesem Geböe durchaus tnicht willig folgen will, sonzoern die Begriffsstutzigkeit soweÄ treibt, daß 'sie von Scheidung und nach selacnder Heirath spricht. Er complirntntirt feint Geliebt: mit großerMühe hinaus und bricht dann in den eri de ccthxM aus: .Ja. wenn man selbst bei verliratheten Frauen vor dem Heiratlrnsollen nizt sicher ist!" So wenig man "öas von den Schlüsse des ersten Actes sagen kann, desto wirkungsvoller war der des dritten, den wieder heiser stürmischer Hervorruf begleitete. Der vierte Act enthält nun wohl das. was 5ordau neben der GegenemandersteÄunz von Rechten und Pslichien als da! eiqentliche Problem be trachtet hat. Frau Wahrmund gesteht ihrem Manne ihre Verschuldung, und dieser bewegt sie. ihren Geliebten sofort tuftn zu lassen, um mit ihm abzurech .rj;n, Die Losung, die Nordau bier.er'
findet, weicht von den 'yerkommttcheki Schablonen durchaus ib und ist ganz neu. Wahrmund, gleich innerlich gebrochen. faßt doch vor allem nicht feir. eigene! Unglück fo's Auge, sondern daZ seine? Kinder zweier. Mädchen, denen nicht der Maiei ankleben soll, die Kin der einer schuldigen Mutter zu sein. Die Lösung, die er. dem erschreckten As fessor vorschlägt, geht damit dahin: ti selbst will 'die Schuld an der 5hescheidung auf sich nehmen, um in seiner Frau seine Kinder zu schonen, und bei Assessor soll alsdann die geschiedene Frau heirathen. Wie man einem ver führten Madchen die Eh soweit als möglich durch Heirath wiedergeben konnt, so auch einer schuldigen Frau. Nach der ganzen Lebensphilosophie, mit der uns der Assessor bekannt gemacht hatte, war es anzunehmen, daß er sich dieser Consequenz entziehen und mit allen Mitteln de? Heirath, die sich fri diesem Falle als Zwangsheirath darstsllte, zu entgehen 'versuchen werde. !Er windet sich denn uch in kläglichster Weise und bietet dem beleidigten Ehegalten ein Duell, das dieser mit Hohn und Verachtung .zurückweist. Die Scene gestaltet nch hier ungemein dramatisch und endet damit, daß Frau Wahrmund selbst, die Jämmerlichkeit des Geliebten erkennend, den Gedanken einer Verbindung mit ihm mit Ab scheu zurückstößt und das; der Assessor vom Ehegatten mit Fußtritten aus dem Hause geworfen wird. Dieser ist also bestüigt, abe? mit ihm auch die Lösung, die Nordnu als die natürlichste zu empfehlen scheint. Damit ist aber auch zugleich der Scbluß etwas in die Brüche oec'.anzen. Ein melodramati scher Schluß Reucrwachcn der Liebe
und alles verzeihende Aussöhnung wäre ein ganz banales Theater-Ende gewesen, iwhe Verstoßung der Frau kein Ausgang, der irgendwie einer Lösung des Problems ähnlich gesehen hätte. Nordau : wählt also einen Mit telweg. der nur nach dem Sprichwort immer der beste ist und hier auch, wie mir scheint, der. Natürlichkeit ermangelt. Er will die Frau behalten, einmal der Binder wegen, dann aber auch zu ihrer Strafe: vor der Welt soll sie bleiben. was sie war, aber zwischen beiden soll eine strenge innerliche Scheidungswand bestehen, und diese ihr Leben belastende innerliche Unwahrheit soll die Strafe 'sein für das, was sie gegangen. Sie, die zuerst vor dieser Lösung zurückschrickt, ergibt sich ihr, als ihreKinder Herbeieilen und in nichtsahnendem kindlichen Spiel ihre Hände mit Küssen bedecken. So haben wir denn eigentlich zwei Lösungen, von denen die eine den Fehler hat. auf die andere aufgepsropft und eine Verlegenheitslösung zu sein, die noch dazu nicht recht dazu angethan ist, besondere Befriedigung zu ergeben. Hat der Versasser durchblicken lassen wollen,' daß durch die Sühne dieSchuld zurückgekauft und eine spätere Äergebung angebahnt werden kann? Im Stücke selbst kommt das nicht zum Ausdruck und der Abschluß gestaltet sich demgemäß nicht zu einem vollen. Die Feinheiten des Stückes, den mit außerordentlicher Gewandtheit stilisirten sprudelnden Witz, den geschickten Dialog habe ich schon hervorgehoben. Nicht weniger Erwähnung verdient aber 'seine durch und durch ernste und moralische Grundlage und das vollbewußte und voll zum Ausdruck gebrachte Bestreben, das Recht zu lieben" durch die Pflicht einzuschränken und du PfNchicrsüllung hoch über die Re gungen der körperlichen und gei stigen . Sinnlichkeit zu stellen. Was das betrifft, so ist das Stück "durchaus klar und frei von allem Jbsenschen traumseligen Mysticismus und eine Erholung nach all der unge funden Speise, die man jetzt so oft un ter nordischer Etiquette vo??setzr be kommt. Wird das Stück auf die Dauer bühnenfähig sein? Nach eine: einzigen Aufführung wage ich darüber kein Urtheil, -manchmal wirken die handelnden Personen etwas abstrakt, manchmal dräng! sich die These in den Vorder gründ und schwächt das persönliche In teresse an den einzelnen Personen üb. andererseits -aber war der Beifall der Zuhörer namentlich nach Schluß dezweiten und dritten Actes ein so na türlich nnd freiwillig hervorbrechender, daß man daraus auf natürliche Zug kraft schließen kann, obgleich oder viel' mehr weil das gestrige Publicum nichi das gewohnliche, jeht noch zumeist in den Bädern befindliche Premierenpu blicum des Lessing-Theaters war. sondern ein literarisch nicht raffinirteZ. das das Stuck naiv und ohne künstelnd Kritik auf sich einwirken ließ. Don k klttgtn Frauen. . Vor fast 5?nnu 100 Jahren spie'tk in Berlin einProceß, der das öffentlich Interesse lebhaft in Anspruch nahm, besonders auch deshalb, well er in Ge gcnwart des damaligen 5!ionprinz:n Friedrich Wilhelm verhandelt wurce. Dieser Proceß hatte das Treiben eine, einer sogenannte .klugen Fau" zum Gegenstande. Die damalige Zeit, in welcher Wöllner und Bischoffswerder noch allmächtig aren. leistete 5cm Un Wesen dieser Leute nicht geringem Vor schub. Stölzcl (Brandenb.-Preuß. Recbtsr.erwaltung) erzählt, daß Mi:;i ster Wellner seinen Genossen als Lio senkrcuz einen ernstlichen Verwe'.Z ertheilt, weil sie nicht glvuben wollen, daß die Rosenkreuzer Magistri achten Srades aus gekochten Eiern HZihn.'? biüten könnten; durch die Gnak Gattes sei dies möglich. Offenbar mit Rücksicht auf solches Gebühren veran laßen Kircheisen und Svarez, daß un ter len Processen, welche in Gegenwart des Zungen Kronprinzen nach Schluß der juristischen Vortrüge am Kammer gericht verhandelt wurden, auch jenel sich befand, welcher die kluge Frau" bkttaf. Der Verlaus desselben war nach Si-lzers Mittheilung in Kürze folgender: Eine Berliner Gaftwirthsfrau woMe sich.oSLutrauen den ma
glicyen ttu5(n, wclcye letzt sogar unI ter den ae-LVeinenLeuten Anbäna:r sin
den," bei liner Freundin Kenntniß ihres zukünftigen Glückes verschaffen; sie erfuhr, daß sie bestimmt sei, tos Schätze zu heben, und eine im Voig! lande" wohnende Vombardierfrau stell tc fest, daß der Schajj im eigenen Kel lei der Gastwirthin verborgen sei. Die Kluge logirte sich nun bei der Dummen in, aß und trank gut; als eine Fledermaus im Keller gesehen wurde, sagte sie. das sei die verwunschene Prinzeß Theresia; um diese erst zu erlösen, mußte die Wirthin, deren blinde Tochter und die Magd 5 Thaler bei den Spukbergen hinter dem InvalidenHause" vergraben; dabei sangen sie geistliche Lieder: Aus der Tiese rufe ich : Ach wie ist mir so herzlich bange Warum sollt' ich mich denn grämen?Dann wurden Summen verlangt und willig gegeben, damit der Kaiser seiner Gemahlin, die aus Afrika komme, ent gegen nisen könne. Genug, der Blödsinn häufte sich derart, die Geldforderungen wurden so groß, daß schließlich der habgierigen Wirthsfrau denn doch die Augen aufgingen. Es kam zur Anzeige, und der Proceß endete mit so! tzendem Urtheil: Die Strafe ist, weil Jnrnlpata schon in Spandau wecn solcherBtrügereien vor dem Rathhause nusgepeitscht worden, auf ein Jahr mit Willkommen". Abschied und öffentUcheT Ausstellung zu verschärfen, besonders, da jetzt derGeschmack an sol chen magischen Künsten und Betrüge?eien, 'selbst unter dem gemeinenManne, 'überHand nimmt." Gastwirthsfrau und Tochter erhielten, obwohl gar nicht angeklagt, einen ernsten Verweis. (Willkommen und Abschied wurden früher den Verurtheilten beider Einlieferung in's Gefängniß bezw. bei der Entlassung aus demselben mit ungebrannter .Asche" auf den Revers ertheilt.) Die ThütiAkeit der ?:ünze in den Acr. Staaten. In 173? wurde das erste Gesth vom Eongrch der Äcr. Staaten für Errichtung einer Vundesmünze gegeben. Es kam aber erst in 1702 zur Ausführung dieser Bestimmung. Bis dahin hatt: sich der Zusammenhang de? Bundesstaaten nicht als mächtig genug für eine solche gemeinsame Lationalmaßregel entwickelt gezeigt. In der Bundesverfassung erhält die Bundesregierung allein das Necht, Münzen zu prägen". Ueber die Metalle dafür wird nichts gesagt; den Staaten aber ist Zedes Münzen verbotcn. während ihnen verboten ist, irgend andere Zahlungsmittel als gesetzlich zu dulden, außer Gold und Silber. Dazu dienten in dett ersten Jahren der Republik auslandische Münzen von Spanien, England. Frankreich und Portugal. Das Pfund Sterling war die öffentlich anerkannte Münze, der Werth der anderen wurde durch den 'Handel und Wandel bestimmt. Bei der Errichtung der Bundesmllnze in 1792 wurde die Freiprägung von Gold und Silber decretirt. Doch erkannte der Schatzsecretär Hamilton sehr wohl die Gefahren des Limetallismus (DoppelWährung); um d Parität beider Metalle zu erzielen, wurde Gold zu Silber auf 1 zu 25 angesetzt. Präsident Jefserson war damit einverstanden. Die Thätigkeit d:r Münze war aber mehrere Jahrzehirte eine sehr geringe. Das Land producirt: damals weder Gold noch Silber, und die Regierung lauste kein Rohmctall zum Ausmünzen und ließ auch kein ausländisches Gold umprägen. Während im Land die wohlfeileren fremden .Münzen im .Umlaus vneven, gingen deZjen hier geprägten vollwichtigen .Goldadle?" in's Ausland. Die Prägung von Silberdollars wurde schon 1804 eingestellt .und erst 1636 wieder aufgenommen. Außer jenen ausländischen Münzen waren Banknoten im Umlauf, und städtische Behörden und Corporationen gaben Scheine aus, welche als Eourant cir .culirten, wobei man Dollarschcine in zwei Theile zerriß -und damit Werthe .von halben Dollars herstellte. In 1834 wurde der Werth von Gold und Silber auf 1 zu 16 gesetzt. Die Goldprägung wurde damals dnrch dieGoldproducenten in Nord-Earolina gesteigert, ebenso wie jeht die Prägung von Siler durch dessen Production im Westen. .Gold wurde von nun on in größerer Menge geprägt und von 1843 an über loiegend gegen Silber. Räch den Goldentdeckunzen inCalifornien wurde Stf hex factisch demonetisirt d. h. rourde nicht länger in Dollars ausgepiäzt, und diese waren nach 1853 nur geen Prämie zu haben. Sie ver schwanden aus dem Umlauf, und von 1853 bis 1873 wurden nur 5200,000 in Silber aeprägt. Die Gesetzgebung in 1873 führte nicht diese Demoneiisirung des Silbers ein, sondern legalisirte nur den vor handenen Thatbestand. Nur für Han delszwccke nach Asien etc. wurden als dann noch die Silberdollars geprägt, die sogenannten Trade-Dollars". Aber seit 1873 begann jene Silberproduction, welche in unseren Tagen einen so großartigen Umfang angenommen hat. Und damit begannen auch die Agitationen von dessen Silberproducenten für Wiederherstellung der Silbervrägung und dann für Freisilberprägung. Aus dieser Agitation ging 1873 die Prägung der Standard-Silberdollars hervor und fci 1890 das ShermanGesetz. Von 17S3 bis 1835 wurden richt volle iz Millionen Silberdollars geprägt; von 1835 bis 1372 kaum 7 .Millionen.' Das macht in den ersten 80 Jahren der Münze derRepublik nur L Millionen Silberdollars. Seit 1878 aber, also in den letzten 16 Jarcn, sind über 400 Millionen Standard-Silberdollars geprägt worden. abgesehen von den ungeprägten Silbervorräthen im Vundesschatz. Wie können also die.Silberleute von
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emer nucrleyr zur MUnzpolitik der Väter reden? Diese lehrt ihnen vielmehr das Einschränken der Silberprägung, das Abstehen von der FreisilberPrägung und Doppelwährung und das Festhalten an der Goldwährung mit subsidärer Silberprägung. ägyptische Slngelegenheiten. Wohl nur in wenigen Ländern ca beitet die Presse so tendenziös wie in Egypten. Da genügt eine kleine Begcbenheit, welche man zu berichten vergißt, ein etwas ungenau wiedergegebrner Vorfall, um einer Sache ein ganz anderes Gesicht zu geben, als ihr in Wirklickkeit zukommt. Die Meinungen, welche die Presse bei der Verfechtung ihrer Ansichten zum Besten gibt, stehen zu einander oft in einem Gegensatzc, der geradezu belustigend wirkt. Die englandsreundlia'ze Presse nurnerisch in der Minderzahl hat den Lortheil, daß ihre Stimme auch in Europa gehört wird und ein vielfaches Echo findet, während die der nationalcn, oder sagen wir antienglischenPresse wohl im Nilthalc einen vielfachen Wiedcrhall weckt, aber draußen ungehört verhallt. Hier ein kleines Beispiel: Vor einigen Tagen ging durch die englische Presse die Mittheilung, daß Sultan Abdul Hamid dem Khedive bei dessen Anwesenheit in Constantinopel ein Geldgeschenk, von so und so viel tausend Pfund übersandt habe. Es ist gewiß etwas Schönes um ein Geld .geschenk, besonders in einem derartigen Betrage. In diesem Falle aber mußte die Mittheilung wenigstens in der Weise, wie sie von Seiten der englisehen Presse gebracht wurde die Verhältnisse des viceköniglichen Geldbeu tels in eine Beleuchtung rücken, welche seine Stellung als Khedive von Egyvten aerade nickt als eine bencidenswerthe erscheinen ließ, vielmehr daZ Vasallenverhältniß" des Vicekönigs in recht krasser Weise Zllustrirte. Langathmige, in diesem Sinne gehaltene Commentare begleiteten die Erwähnung des Factums und fanden auch zum Theile Aufnahme in der übrigen europäischen Presse. Die egyptischm Zeitungen bringen dagegen eine andere Lesart, welche die allein richtige sein dürfte. Nach derselben übersandte der Sultan dem Vicekönig eines Tages eine prächtige Platte mit zwei Kasfeetasten, bestehend aus Gold und Brilkanten, ferner eine große mit Silber ausgelegte Elfenbeindose von werthvoller künstlerischer Arbeit, bis oben angefüllt mit einer Collectiv aller Goldmünzen, welche gegenwärtig im türkischen Reiche in Curs sind. Man wird zugeben müssen, daß in dieser Handlung absolut nichts für Abbas den Zweiten Demüthigendes zu finden ist, daß der Vorfall im Gegentheile von einer Aufmerksamkeit zeugt, welche in eigenthümlichem' Gegensatze zu der angeblich demüthigenden Behandlungsteht, welche dem Khedive in' Constantinopel widerfahren sein soll. Jn ähnlicher Weife ließen sich noch manche tendenziös dargestellten Vorfälle, welche dieser demüthigenden Behandlung" zu Grunde liegenollten, modificiren. Auch in der Besprechung des Mach-distcn-Einfalles tritt die Verschiedenheit der Ansichten in einer Weise zu Tage, die geradezu an das Komische streift. Di? einheimische Presse gibt ganz unverhohlen der Meinung Ausdruck, daß d?rsclb: auf Bestellung" stattgefunden habe, und erinnert an frühere Fälle, da ebenfalls zu Zeiten, in denen besonders viel und eifrig über die Näumung Egyptens gesprocken wurde, plötzlich das schwarze Gespenst" wie es hier genannt wird an der SlldgrenzeEgyptens auftauchte. Während von dieser eite mit aller Bestimmtheit behaupt . Zrd, daß der Ueberfall lediglich vi. .nigen halbverhungerten Beduine, aisajng, gibt die englische Presse Stärke deZ Machdistenheeres auf 500 Mann an, nennt den Namen des führenden Gencrals" (Osman Azrak) und gibt der Befürchtung Ausdruck, daß dieses Strcifcorps wohl nur de Vorläufer des machdistischen Haupthceres gewesen sei, welches jeden Augenblick erscheinen könnte. Ten Schluß der jedesmaligen Besprechungen bilden natürlich Betrachtungen, wie nothwendig fürEgyptens Wohlergehen das britische Occupationsheer ist. Die Endstation der egyptischen Nil-Eisenbahn, Girgeh, ist mittlerweile durch beträchtliche TrupPensendungen verstärkt worden; 100 sudanesische Dromedarreiter sind von dort nach der angegriffenen OaseKhargeh gesandt worden, um die Derwische, welche sich bereits seit einigen Tagen nnter Mitnahme von 11 Gefangenen nach dem Süden zurückgezogen haben, zn verfolgen. Ein Fort-soll in Beris, dem im Süden der Oase gelegenen von den Derwischen geplünderten Dorfe, errichtet werden, um ähnlichen Ueberraschungen vorzubeugen. Auch von Wadi Halfa wurde sofort nach Eintresfen der Nachricht von dem Ueberfalle eine Abtheilung Dromedarreite? in westlicher Richtung abgesandt, um dem Feinde den Rückzug' abzuschneiden und ihm, w?nn möglich, dieGefangenen l:nd sein: Beute wieder abzunehmen. Daß die Nachricht in ganz Ober- und Mittel-Egypten nicht nur die größte Unruhe, sondern auch Erstaunen und Befremden hervorgerufen hat, wird man begreifen, wenn man auf derKarte die große Entfernung betrachtet, welche die angegriffene Oase Khargeh von der SLdgrenze des egyptischen Reiches trennt. Wie es den Derwischen gelingen konnte, ohne vorher bemerkt zu werden, so weit in's Land hmeinzudringen, ist räthsekiaft. . . Der Niemeier scheint um die Slcherheit seines Babys auch gär zu besorgt zu sein. Wieso? O. jedes Mal wenn das Baby von dem Kindsmädchen ausgefahren wird, befindet sich bei diesem em strammer Polizist. .
Sie Zwiebel
Eine culturhistorische Ekizze von Dr. 23 N i ch t e r. Es scheint, als ob die Menschen dei grauen Vorzeit bei dem Aufsuchen eßbarer Pflanzen sehr früh auch solchen einen Geschmack abgewonnen haben, die sich durch eine eigenthümliche Würze, durch scharfe und beißende Säfte vor anderen auszeichneten. Ja. vielleicht eben wegen dieser Eigenschaften waren manche dem Naturmenschen nicht eben eine zeitweilige Speise, sondern sie wurden auch angebaut und gepfleqt. Das sehen wir auch bei der Zwiebel, deren charakteristischer Geruch auf einem flüchtigen, schwefelhal tigen, schärfen Oel beruht. Und soweit wir in der Geschichte der Hauptkulturvölker der Vorzeit zurückgehen, der Zwiebel wird bei allen schon als Nahrungsmittel gedacht, man bcdient sich ihrer auch inBildern und zu Räthsein, was auf ihr allgemeines Vckanntfein schließen läßt. Ob ihreHcimath, wie die so vieler Nahrungs- und Genußpflanzen auch im inneren Asien zu suchen ist, ob sie von dort mit den Wanderungen der Völker nach Westen auck in weitere Gebiete getragen ist. bleibt zweifelhaft. Es mag indessen erwähnt werden, daß ältere und neuere Reisende berichten, daß auf innerasiatischen Gebirgen und namentlich im Küen Lllen (d. i. Zwiebelgebirge) sich wilde blaue Zwiebeln in solchen Massen zusammenfinden, daß Mcnschen und Lastthiere, die darauf treten, leicht ausgleiten und die steilen Abhänge hinabstürzen. Geschichtschreiber. Inschriften und Dichterwerke gedenken der eßbaren Zwiebelgewächse in den verschiedenen Ländern sehr früh. In dem Lande, dessen Geschichte am frühesten für uns durch schriftliche Denkmäler gesichert ist. in Egypten, dem Tbale des Nils, finden wir Die Zwiebel als wesentlichen Bestandtheil der allgemeinen ollönayrung. ycyi nur die Bibel, die uns den mehrere Jahrhunderte währenden Aufenthalt der Jsraeliten in Egypten erzählt, sondern auch die Inschriften auf den Pyramiden und den unterirdischen Grädern lassen keinen Zweifel darüber bestehen, daß sie ein gewöhnliches Nahrungsmittel gewesen ist. Es gibt hierfür wohl keinen besseren Beweis, als die im zweiten Buche des Herodot erwähnte Thatsache, daß für Rettich. Zwiebeln 'und Knoblauch an die Arbeiter bei der Pyramide des Cheops, der größten der drei Pyramiden von Gizeh, nicht weniger als 1C00 Talente Silbers, d. i. über 6 Millionen Mark verausgabt wurdnn. Wer weiß ferner nicht aus der israelitischen Geschichte, daß das aus arger Bedrückung heimkehrende Volk bei seinem vierzigjährigen Aufenthalt in der Wüste, als es von Hunger geplagt wird und die Stunde verwünscht,, wo es Moses gefolgt ist. sich zurücksehnt nicht nur zu der Fleischnahrung in Egypten. dem Lande der Knechtschaft, sondern auch nach dem Lauch, den Zwiebeln und dem Knoblauch des Landes (4. Mos. 11, 5)? Im Thale des Nils genoß die Zwiebel sogar eine gewisse Verehrung: die Bewohner des Landes schwuren unter Anrufung ihrer Lieblingsgewäckse, der Zwiebel und des Knoblauchs; der Priester durfte sie dagegen nicht anrühren. Die bildlichen Darstcllungen der Zwiebel in Egypten ql:ichen sich, sehr, indem sie immer, in Bündeln, wie etwa beim Verkauf der Knoblauch bei uns dargeboten wird, er seinen. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß die Jsraeliten auch in dem nach langer Knechtschaft wiedcreroberten Lande Zwiebeln gebaut und gegessen haben; sie sind noch nach fast 2000 Iahren nach der Zerstörung ihrer Hauptstadt auch in der neuen Heimath nicht wankende Freunde und zähe AnHänger derselben geblieben. Der Anbau der Zwiebelgewächse erfolgte namentlich im Südwesten Palästinas: dort liegt die Stadt Askalon, von der eine bekannte Zwiebel ihren Namen erhalten hat. Es ist dieselbe, welche wir heute Schalotte nennen (im Volksmund Eschlauch). Aus dem Morgenlande wahrscheinlich durch Kreuzfahrer im Mittelalter einegeführt, hat sie die bemerkenswerthe Eigenschaft, daß sie bei uns nur sehr selten blüht, weshalb sie nur durch die Früchte selbst, nicht durch Samen, wie bei anderen Zwiebelarten sich fortpflanzen läßt. Und welche Unsummen im alten Palästina gebaut und genossen sein müssen, geht wohl deutlich daraus hervor, daß der Kaiser Marcus Aurelius (160180 n. Chr.), als er aus seiner Reise nach Egypten durch Palästina kam,- über den allgemein verbreiteten Zwlebelgeruch des Landes sich nicht genug entsehen konnte. Und weiter nach Osten hin war namentlich auch im Reiche der Perser die Zwiebel gar belicbt: es wird berichtet, daß für die persische Hofkllche (für den König und das zahlreiche Hosgesinde), die überHaupt nicht wenig verbraucht haben muß, täglich ein Talent (56 Pfund) Knoblauch und ein halb Talent Zwiebcln von der schärfsten Art bedürfte. Gehen wir vom Orient zum Occident herüber, so hat auch der Süden unseres Erdtheils, die griechische und italische Halbinsel, schon in der allerältesten Zeit, von der wir Kunde haben, Zwiebeln zu seiner Nahrung gewählt. In den homerischen Gcsängen, der Jliade wie de? Odyssee, werden Zwiebeln bereits genannt. In dem ersten Gedicht wird sie als eine Speise genannt, die man ißt. um den Durst zu erwecken. Dort heißt es: Diese rückte zuerst die schön geglättete Tafel Mit stahlblauem Gestell vor die Ko, nia.c; mitten darauf dann
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Stand ein eherner Korb mit trunkeinladenden Zwiebeln. Und im 19. Buche oer Odyssee beschreibt der hcimgelehrte König, ehe er sich der trauernden Gemahlm zu erkennen gibt, seme eigene Kleidung, wie er sie beim Ausmarsch nach Troja getragen habe. Er sagt: Unter dem Mantel bemerkt' ich den wunderkoftlichen Lelbrock: Zart und weich, wie die Schale von einer trockneten Zwiebel. War das feine Gewcb', und glänzend weiß wie die Sonne. Die Griechen pflegten den den Fremden entlehnten Culturgegenständen ihre eigenen Namen zu geben. Sie fanden gar bald die eigenartigen und unterscheidenden Merkmale der neu in ihren Gesichtskreis tretenden Erscheinungen, und hiernach gaben sie ihnen den Namen. Es ist deshalb wahrscheinlich, daß auch das bei den Griechen gebräuchliche Wort für Zwiebel nicht aus Asien stammt, sondern echt griechisch ist. Ueberdies unterschieden die alten Griechen bereits die Zwiebel vom Knoblauch und Lauch durch die einfache, knollige, aus mehreren concentrisch übereinander liegenden Häuten bestehende Wurzel und die hohlen Blätter. Unter allen griechischen Landschaften zeichnete sich die Landschaft Megaris, die Nachbarin von Attika, durch ihren Gartenbau vor den andern aus; sie handelte mit ihren Gartenfrüchten auch namentlich in Athen. Auf dem dortigen Markte gab es für die einzelnen Waaren besondere Plätze, die alle darnach den Namen hatten. So begegnen wir auch einem besonderen Zwiebelmarkt. In Asche gebratene oder mit Sauce aufgetragene Zwiebeln werden mehrfach erwähnt. Und megarensische Thränen nannte ein Sprichwort erheuchelte oder Krokodilsthränen. die derjenige vergießt, der eine ausgeschnittene Zwiebel ansieht. Wie in Griechenland, so waren auch im alten Italien Zwiebelgewächse schon in früher Zeit eine beliebte Nahrung des Volkes. Die frühe Bekanntschaft der Bewohner Italiens mit der Zwiebel erfahren wir aus einem lateinischcn Räthsel in Ovids Fasten. Dort treibt Jupiter seinen Scherz mit dem König Numa. Er will ihm die Opfer nennen,' die der König ihm bei gewissen Anlässen bringen soll. Er schreckt ihn aber durch zweideutige Worte und hüllt die Wahrheit in ein Räthsel, das d: lc"ig geschickt zu lösen weiß. Der eigenartige Geruch und Geschmack der Zwiebelgewächse führte dahin, daß man ihnen im classischen Alterthum abergläubische Heilkraft gegen Zauber und Gift zuschrieb. Ein solches Hexenkraut lernen wir schon aus Homer kennen. Als Circe die Gefährten des Odysseus in Schweine verzaubert hatte, schützte sich Odysseus durch die wunderbaren Kräfte des von Hermes erhaltenen Moly gegen die Nachstellungen der berüchtigten Zauberin. Welches Zwiebelgewächs es aber gewesen sein mag, bleibt für uns unergründlich; nach Homer war die Wurzel fchwarz, die Blüthe milchweiß. Wie bei uns der Zwiebclgeschmack mcht jedem zusagt, so war auch in der späteren römischen Zeit die Vorliebe für die Zwiebel in einen Widerwillen und Ekel übergegangen. Zwiebeln zu essen galt nicht mehr für vornehm, es verrieth den Menschen aus dem gemeinen Volke, oder es galt als eine wenig löbliche Gewohnheit aus der rohen, bäuerischen Vorzeit; auch den Festgelagen fehlte die trunkeinladende" Zwiebel. Als Beweis für die geringe Achtung der Zwiebel in späterer Zeit dient des Horaz dritte Epode, an deren Anfang es heißt: i Hat einer einst die Kehle mit verruchter .' . ' Hand Dem greisen Vater eingedrückt. Der esse Knoblauch, schädlicher als Schierlingssaft! Aus dem spätlateinischen Cepulla" entstand das italienische Eipolla" und aus diesem wieder unser Zwiebel, Zipolle, Bolle oder Zippel. Die Germanen mögen die Zwicöel aus Italien her kennen gelernt haben. Freilich weiß die altnordische Edda in ihrer Darstellung von der Entstehung der Welt auch schon von Zwiebelgewächsen zu erzählen. Dort heißt es bei der Schilderung, wie die Erde Pflanzen hervorsprossen läßt: Sonne von Süden schien auf die Felsen Und dem Grunde entgrünte grüner Lauch. Auch im germanischenNorden scheint Zwiebel und Lauch eine magischeKrafi besessen zu haben. Lauch war zunächst eine allgemeine Benennung saftiger Kräuter, von denen einige heilig gewesen zu sein scheinen. Man warf Lauch auch in den gesegneten Becher. Wenn man es auch mit der Zeit verstanden hat, verschiedene Zwiebelsorten zu ziehen, in Bezug auf die Sitte, rohe Zwiebeln als Nahrungsmittel zu genießen, ergeht es uns noch heute wie den Italienern von einst und jetzt. Es herrscht auch bei uns im ganzen mehr Abneigung als'Zuncigung gegen den Genu ß der Zwiebel; sie. gilt auch noch heute mit wenigen Ausnahmen als die Kost des gewöhnlichen Mannes. Es gibt auch im deutschen Vaterlande Gegenden, wo, wii in Sachsen und Thüringen, der Lauch als ein vorzügliches Gemüse angesehen wird. Der Serbe, der sich zu einem langen Tagemarsch rüstet, steck! eine Hand voll Zwiebeln als Zehrung auf dem Wege zu sich, wie vor Jahrtaufenden die Athener, wenn sie in's Feld zogen. Zwiebeln aßen, die Lust und Muth erregen sollten. Der italienische Bauer baut seine Zwiebeln und feinen Knoblauch, und der italienische Arbeiter, der in fremden Län-
)ern sich sein tägliches Brot sucht, cr at auch in der Fremde Zwiebel und Knoblauch nicht vergessen. Man hat nit Recht behauptet, daß dem niederächsischen Germanen der Knoblauch es Orientalen ganz unerträglich ist, md daß der zwicbelduftende Atbem er Russen eine Scheidewand bildet, ie keine Gemeinschaft zuläßt. Wem ollte aus seiner Jugendzeit nicht mehr as kleine Kinderräthsel bekannt sein, )elches lautet: Es wächst im Gärtlein, Hat grüne Röhrlein, : ! Hat viele Häute, z l ' ' Beißt alle Leute. 1 " In Afrika treffen wir bei ganz uncivilisirten Völkern eine große Vorliebe für Zwiebeln. Hottentotten und Buschmänner leben Monate lang von kleinen Zwiebeln. Wenn bei uns mit dem Ausgang desFrühlings die Zwiebeln auf die Neige gehen, dann beziehen wir dank den jetzigen leichten Verkehrsverhältnissen Zwiebeln aus dem Lande, dessen wir am Anfang unserer Skizze Erwähnung gethan, aus Egypten, von wo sie zugleich mit Bohnen, Linsen u. a. zu uns kommen. Dort gedeihen sie auch wohl am besten, j
Cin romantisches Erlebnis Ein romantisches Erlebniß aus den Jugendjahren einer in Petersburg le benden Dame wird freilich etwas stark post festum" von einem Mitarbeiter des Grashdanin" zum Besten gege ben. Es war im sturmbewegtenJahre 1849; zwei Compagnien des Lenko ranschen Linienbataillons waren nach der Schekinschen SQlucht der Schauplatz der Episode ist der Kaukasus befohlen, um die dort arbeit tenden Sappeure zu decken. Die Gat tin eines der Officiere des Lenkoran schen Bataillons, eine sechzehnjährige hübsche Blondine von heißem Temperament, voll Uebermuth und Lebenslust. dazu eine verwegene Reiterin, hatte eine ganz besondere Freude da ran, auf einem ungestümen Roß die Abhänge des Gebirges in der Umge bung der bezeichneten Schlucht tagtäglich in Begleitung von drei, vier Anbe. tcrn aus der Zahl der Officiere des Bataillons abzureiten. Eines schönen Tages sah sie sich urplötzlich mitsammt ihren Begleitern, etwa drei Werst von dem Lager entfernt, von einem Trupp feindlicher Reiter umzingelt, an deren Spitze ein stattlicher beturbanter Füh-. rer, dessen Kopfbedeckung darauf hin deutete, daß er entweder zum geist.. lichen Stande gehörte oder aber eine Wallfahrt nach Mekka hinter sich hatte. Im ersten Augenblick wußten die russischen Officiere nichts Anderes zu be ginnen, als nach ihren Pistolen zu grei fen, aber ein Widerstand dieser drei Männer und einer jungen Frau gegen eine solche Uebermacht war unmöglich. Ihr Loos schien schon besiegelt. Der beturbante Reiter rief mit vernehmba-. rer Stimme: Keinem von Euch soll auch nur ein Haar gekrümmt werden, sofern Ihr mir dieses Weib freiwillig abtretet. Wo nicht, so reiße ich sie mit Gewalt an mich, und daß es mir da mit blutiger Ernst ist, dafür sei Euch mein Name Bürgschaft, ich bin Hadji Murat!" Dieser war einer der Mit genossen Schamyls. Gleichzeitig rich teten sich die Läufe mehrerer Dutzend Musketen gegen die Officiere. Bis zum letzten Blutstropfen werde ich mich gegen Dich wehren!" rief die sch'önv. Reiterin, sich energisch im Sattel aus richtend und den Lauf ihrer Pistole gegen Hadji Murat richtend. Diesem lächelte. Kind", sprach er, Du kannst ja ein Huhn nicht tödten! Reg,. Dich doch nicht umsonst auf, ich will Dir doch kein Leides thun." Nie und nimmer!" erscholl es von den Lippen, der schönen Frau zurück. Hadji Murat gab einigen seiner Begleiter einen Wink. Gleich darauf versuchten einige Reiter sich der Amazone zu nähern, der erste, der den Arm ausstreckte, si zu fassen, fiel von ihrem Schuß Herz getroffen, todt vom Pferde herab. Ich habe noch vier Schüfe für die Nächsten in Bereitschaft", rief die ReU tcrin; wem sein Leben nichts gilt, möge es wagen, sich mir zu nähern." ölngesichts eines solchen HeldenmutheS vermochte Hadji Murat aus seinem Vorsatze nicht zu beharren, er war ge rührt. Schön", sagte er, vor soviel Tapferkeit sinkt mein Arm. Ziehet hin in Frieden.selbst ein Geschenk mache ich Dir, herrliches Weib, zum Andenken an diese Begegnung, nur Helden werden Dich künftig einmal Mutter nennen." Nach diesen Worten über gab Hadji Murat einem der russischen Officiere einen silbernen Gürtel für den Gegenstand seiner Bewunderung und sprengte mit seinen Reitern davon. Die Heldin dieser Episode, Obersten., wittwe Anna Nikolajewna Gillewitsch, lebt, wie der Grashdanin" bemerkt, schon lange in Petersburg, wo sie auch schon Enkelkinder hat. Sie versieht einen bescheidenen Posten in der Con. trolabtheilunq der Direction der Mos kau-Vrester Eisenbahn. Grolle nicht! O, Tu lieb's Hannele, Mach' kee to Pannele. Mach' kee Schternfalte so. Sei Widder froh! Hannele, wann Te wischt'. Wie Tc so garschüg bischt Mit Deiner Nunzeischnut: Allcw.il wärscht D' gut. Kurz gefaßt. Engländer (betritt einen Laven und bcrnertt hier eine hüdsche Berläuserinj: W.r ist die schöne Dame?" Kaufmann: Meine Tochter!" Engländer: Ich bitte, geben Sie mir Tinte, Papier, Feder, und die Hand Jdrer Tochtrr.Hei rath sge such. Ein ar mer Teufel sucht einen reichen nael.
