Indiana Tribüne, Volume 17, Number 6, Indianapolis, Marion County, 24 September 1893 — Page 4
MdZlma Tribüne. Erscheint Täglich und Sonntags.
Die tägliche Tribüne- koyrt durch den Träge: 12 Gent per Woche, die SonntagSTribüne- l Cents per Woche. Beide zusammen IL CentS od? SS EentS perMonat. Per Poft zugefchit in SZor uSbezahlung f" per Jahr. Office : No. 1 8 Sud Alabama St:. Sndianavolik, Ind., 24 Scptcmber y:; SaS vervün .nikvolle Porträt. (H?'.rnores?e von Oscar JustinuZ.) Heute kann ich es ja erzählen. C sind drei Jahre fast darüber yingegan jen, und die Namen habe ich vorsichts halber zum Ueberflu noch alle abgeän sert. Ter jetzige Landrath Robert Tro disch und seine Hausehre Sophie lesen zuöschließlich die Kreuzzeitung ; der Ma ler Holstein hat sich von neuem einer ostafrikanifchen Expedition angeschlossen, und Linda? Sollte iU, die längst einen chrer reichen Freunde mit ihrer schönen band beglückt, das .Echo" zu Gesicht kommen, so wird it vielleicht lächeln and denken: Wenn ich des früher zewußt hätte " Nun Ne hat eS aber nicht gewußt, und das war schließlich besser fiia alle Betheiligten. ' Sie Sache spielt am ersten Tage der Jubiläums Kunstassstellung. Mein Schulfreund Robert Tröbisch, welcher sie landwirthschaftliche Hochschule bei N. besuchte, toix im letzten halben Jahre öfter als früher nach Berlin gekommen und jedesmal länger da geblieben. Da bei floh er, unter uns der Wildesten Einer, geflissentlich der Brüder Reihen and machte bei Frau Hellriegel, einer sehr wohlhabenden Gutsbcsitzerswittwe, welche nach ihres Mannes Tode von ihrem Landgut nach der Reichshauptstadt übergesiedelt war, auffallend dauer hafte Besuche. Robert war ein Mensch, überschäumend im Wein und in der Liebe, ober von einer so gewinnenden Liebenswürdigkeit, daß ihm gegenüber alle weisen Lehren verstummten und man seine losen Streiche kritiklos hinnahm wie elementare Ereignisse. Bei ihm wurde Alles in's Extrem getrieben, und wie ihm vor seiner letzte?. Phase keine Tollheit zu waghalsig, lern Spiel zu hoch, kein Rausch zu tief und keine Liebschaft zu ge fahrv?ll schien, so war er jetzt, nachdem er sich mit der kleinen, schüch lernen Sophie Hellrieqel verlobt hatte, von einer Philisterhastigkelt, Hingebung und Zartheit, daß wir Ändere uns neben ihm wie Barbaren vorkamen. Nichts verfing mehx, keine Lockung der bösen Buben vermochte ihn auch nur einen Abend seinem Minnedienste zu entziehen. Unsere regelmäßigen Skat. Partien kleinstädtisch :eine Bierreise durch die neuen Bräue rsh; Operette, Zirkus, Spezialitörcnbühnen unerträglich öde. Es gab für ihn nur Einen Genuß in dkzsem Jammerthal, Ein Ziel und Ein Ideal: neben Sophiechen im stylvollen Erkerzimmer zn sitzen, ihr auf die weißen bläulich geäderteen Fingerchen zu blicken, die unmögliche Zeichnung im Strickrahmen von Tag zu Tag ein Stückchen wachsen zu sehen, ihre fehlerhaften Schreibbücher durchzustudiren und von den Plänen für die Einrichtung im elterlichen, Schlosse zu Mariendorf, dessen Be wirtyschaftung Tro disch übernehmen sollte, behaglich zu plaudern. Damit hörte das Leben für ihn jetzt aus, und am letzten Tage des Urlaubs ging er von der Hellriegelschen Kemena:e nach dem Hotel und von dem Hotel nach dem Bahnhof. Nur einer hatte ihn doch zu etwas gebracht allerdings mit Rücksicht auf fein Bräutchen Sopyie: Hans Holstein Holbein titulieren ihn seine Mit schüler, und aus diesem harmlosen Scherz wurde trauriger Ernst. Er hielt sich nämlich vom Schicksal zum Male? prädestiniert, und er glaubte diesem Winke mit mehrEifer undGewissenhaftig seit als Begabung und Genialität nach' kommen zu müssen. Frühzeitig unab hängig und im Besitz eines kleinen 93er. mögens, schaffte er sich vor allem das berufsmäßige Inventar an: ein Jaqnet ans goldbraunem Velvet, einen Schlappe Hut von gleichem Stoffe und einen Bart & la Van Dyk. Darauf fing er an, zu r.isen usd allerlei Malerschulen durchzumachen. Er ging nach Düsseldorf, Wien, Paris, Rom, Madrid, London. Cr durchstreifte die Schweiz und das schottische Hochlünd. seine Mappe füllte sich mit Skizzen. Als ein unter allen Zonen gereifte? Meister kehrte er end Uch heim; abe? das Vertrauen seiner Mitbürger und Freunde war noch nicht gekommen. Er impornrte ihnen nicht, seine Erzählungen galten für Nenom magcn. In jüngster Zeit hatte sich sein Genius dem Porträt zugeneigt. Die Landschafter sagten von ihm, er sei ein bedeutender Parträtist; die Porträtisten fanden den Schwerpunkt seines Könnens in der Landschaftsmalerei. 'Mntx gemeinsame? Freund Robert Tröbisch war zur rechten Zeit für ihn nsch Berlin gekommen. Robert war weniger eine schöne, , als interessante Persönlichkeit. Der birnenförmige Kopf mit dem lustig gekräuselten blonden Haar und dem feschen Backenbärtchen, die munteren, blinzelnden Augen voll Geist und Tollheit, der etwas gebräunte Teint, die rothstreifige Kravatte mit den Sportsemblemen: wer ihn einmal ge sehen hatte, konnte ihn nicht leicht vergessen. Dabei war Tröbisch aus seinen etwas sehr gedehnten Studienjahren, aus seinen Gesellschafts und Sports Phasen in so vielen Kreisen noch in be ster Erinnerung, dajj man kaum eine Persönlichkeit hätte auftreiben können, die zumReklameschild für dieRenommee atitoternfl eiveZTorttttmalerS tu dienzir
Mei55W5estn w5re" alö "Nölert Tröbisch. In Verfolgung seines Zieles entwickelte unser fönst so unpraktischeKünst ler eine große Geschicklichkeit. Da er voraussetzen zn müsskn glaubte, daß eine Ausstellung sciues unbedeutenden Ichs" dem sonst sehr bescheidenen Freunde nicht nachdem Herz? sein könnte, sprach er nur davon, ihm deinem großartigen
Geschenke für seine Mnftige Frau zu ver helfen. Rotor, 'ü'.t wußte, daß die finanziellen Sülfsouellen des MalerS l ihrem Ende zugingen, nahm den Antrag ! Holsteins an, theilweise aus Rücksichl I für Sophiechen, theilweise für ihn, und brachte ohne Murren das Opfer viele j stündlger Sitzungen in dem mit höchstem ; Ehic drapierten jungfräulichen Atelier j des Freundes. All die kostbaren Mor ! genstunden, die er sich so wunderlieblich tur paziergange uns joejunjungen mn feiner holden Meinen bestimmt hatte, mußte nun der ungeduldige Bräutigam einsam unter Gliedergruppen auf hohem Postamente sitze. Dreimal fing der Maler an, dreimal verwarf er die be gonnenen Skizzen; die vierte fand Robert nur um einmal zu Stande zu kommen gegen seine Ueberzeugung wunderbar ähnlich" und drohte, wenn es nicht vorwärts ginge, zu streiken, so daß Hans an die wettere Untermalung des Bildes schritt. Robert, der von Sitzung zu Sitzung ungeduldiger wurde zuletzt wie ein Asthmatiker nach Luft, nach Befreiung schnappte, antwortete auf alle Bedenttichketten des immer un sicherer werdenden MalerZ mit derarn gem Entzücken, daß dieser sich gern über zeugt fühlte, und weiter daraus Iojs arbeitete. Zuletzt zog sich die Lieserung des Rahmens noch länger hin, als man erwarten konnte, und so sollte sich erst heute, an dem Tage vor der standes amtlichen Trauung des jungen PaareS, die Ucbergabe des Konterfeis in meiner Anwesenheit vollziehen. Ich hatte mich nämlick einaewnden um die Damen ms Eröffnung der Kunstausstellung zu de gleiten, da Robert durch die Sitzungen des zufällig tagenden landwirthschaft lichen Kongresses eine unaufschiebbare Abh7tung bekommen zu h'.ben vorgab. Selbstverständlich störte ich die jungen Leute irf einem zärtlichen töts-k-töts und konnte meine Ungeschicklichkeit nur dadurch gut machen, daß ich das Gespräch sofort auf meine Zeugenrolle beim mor gigen Trauungsakt brachte. Während wir noch plauderten, schob sich ein brau ner Samnietärmel und ein blasses föe' sicht mit einem Van DykBarte hinein. Robert lächelte und hielt ein Ansprache an sein Sophiechen: Wohl ist mir deine steigende Unruhe über mein regel mäßiges Fernbleiben in den Morgen stunden nicht entgangen. Noch zwei, dreimal, und wir hatten unsre erste Eifersuchtsscene erlebt; aber wer aus harrt, wird gekrönt, Jetzt sollst Du über alles aufgeklärt, für alles entscha digt werden; tritt vor, lieber Hauskünst ler und rede!" - , Der Hauskünstler trat vor und redete, leider aber etwas anderes, als Robert erwartet hatte. Dieser zweifelte nämlich gar nicht zdaran. daß sich die Thüre öss nen und ein Dienstmann mit dem einge rahmten Porträt hcreintreten werde. Er täuschte sich aber, und ich bemerkte, wie sehr er sich krampfhaft an den Stuhl hielt, als der Maler mittheilte, er habe, im Vertrauen auf feine und seiner Braut Erlaubniß, das Bild zur Aus stellung angemeldet es war angenommen worden, und ganz Berlin würde eS draußen bewundern. Fräulein Sophie jubelte; die Flügel ihres Stumpfnäschen doben und senkten sich vor Erregung. Einen ausgestellten Bräutigam zu be sitzen, dessen Name demnächst alle Kunst berichte durchlaufen würde: das war das Höchste! Sie vreßke dankend die Hände des glücklichen Künstlers, der davon eilte, um zu den ErössnungS feierlichkeiten noch zurecht zu kommen. Dann ging auch sie. um Toilette zu machen. Sie wollte hinauS-nach Saal XIII. fliegen, vor ihres Bräutigams Bild Posto fassen, die Bemerkunzen auffangen, die über den interessanten Kopf laut würden, und Jedem, der es wissen wollte, mittheilen: das ist der Mcinige! Kaum waren wir allein, als ich be sorgt zu Robert trat und ihn beschwor, mir den Grund seiner sichtlichen Be stürzung zu entdecken. Er war nämlich kreidebleich geworden, und jetzt, mit der Hand auf dem Herzen, im Zimmer auf und nieder gehend, wischte er sich den Schweiß von der Stirne und war nicht fähig, fofort zu antworten. ES ver strich eine geraume Zeit, dlS er mir flüsternd die Frage vorlegte: Du kennst Linda Schubert?" . Linda Schubert? Gewiß kannte ich sie. Als ich einmal auf einer Durchreise nach der See einen Tag in N. Aufent halt nahm, wo ich mir mit Robert, der nur wenige Meilen entfernt die Hoch schule besuchte, ein Rendez-voiis gegeben, .waren wir mit ihr und ihrem Fräu lein Tante in einem Gartenrestaurant vor der Stadt zusammen gewesen. Eine schlanke Blondine mit stol zen ' Zügen und unternehmenden Augen. Mit Robert stand sie an scheinend in einem nicht mehr als freund schastlichcn Verhälltnisse; nur das in einen unbewachten Augenblick einmal das gemüthliche Du" an Stelle des Sie" trat, ließ auf vertraulichere Be ziehungen schließen. Daß er für sie wovon er mich vorher unterrichtet ein arnier Jnspetokrssohn war und Arthur Schoebel hieß, that der Freund schaft sichtlich keinen Eintrag. Mein Freund l'.Ztte mir seiner Abschreck ungsmethode, wie es schien, gerade das Gegentheil erreicht. , . Eine ernsthaftere Neigung hatte sich dem armen Jnspektorssohn zugewandt und eine gelinde Vcrzweilung und Räch gier sich des Mädchens bemächtigt, als Arthur später eines Tages .ausgeblieben war und alle Nachforschungen nur zu dem Resultate führten, daß der falsche Jnspektorssohn ein schnödes Spiel mit ihrem Herzen getrieben hatte. Linda hatte einen verwegenen Ehar ! alter, .und. emuLrau. Xit Heb in ibtem
'?n:ker!?:n gekrankt glaubt," i)t "das Scklimmst? ja ohnehie zuzutrauen. Es war von ihr zu erwarten, daß sie den Ungetreuen, wo immer sie ihn finden würde, nach ihrem verlassenen Schifflein zurückführen, oder, wenn er inzwischen zu einer Nebenbuhlerin geschworen, ihn bloßstellen, ihn vernichten würde und Linda war augenblicklich in Berlin! Als Robert gesteh mit seiner Braut und Schwicqermami. am Tage des
großen Rennens durch den Thiergarten promenierte, w.ir :t im knapp anschlie ßenden, schwarzen 5!!!as!leid. ein großes gelbeS Rozenbouq.-c: am Busen, zu' Seite ihrer etwas voluminösen Tante auf hobem Wagensitz vorübergeflogen, Das Adlerauge geradeaus vor sich gc Schiet, bemerkte sie den erblassenden ftu&aänaev am Weae nickt. Ein rei.ndeS Mädchen," hatte ihm Sophie in aufrichtiger Begeisterung zugeflüstert. gewin vom höchsten Adel?" Wahrscheinlich!" war seine mit etwas heiserer Stimme gegebene Ant wort gewesen. ? t - t is war icrn weisei, oay uinoa oci der heutigen AuMllungS-Eröffnung nicht fehlen würde. Sie frequentirte in N. alle Premieren und interessierte sich für die bildenden Künste in erster Linie. Robert hatte schon gestern vorsichtiger weise die Wichtigkeit des landwirth schaftlichen Kongresses übertrieben, um seine Nichtanwesenheit auf der AuSstel lung glaubhaft erscheinen zu lassen. Mögen ging es nach dem Luon retiio von Marieudorf, es war, also nichts zu befürchten gewesen. Aber das Bild! Darauf konnte Nic mand vorbereitet sein. DaS verrätheri sche Bild! Der Katalog nannte einen Gutsbesitzer R. X, und der kundige Mn seumsdiener würde das Uebrige zufügen. Das war ein Bruch mit seiner wahrhaft gebliebene Braut, das war n öffentlicher Skandal, das war Vernich tung seiner Gegenwart und Zukunft. Ich erbot mich, mein AeußersteS zu thun. Holstein allein vermochte mir zu helfen. Ich ließ mich durch Robert bei den Damen entschuldigen, die ich durch ein unaufschiebbares Geschäft ver hindert, sie zu begleiten an der ersten Bank links der großen Treppe aufsuchen und mit ihnen den Rundgang durch die Ausstellung antreten würde. - Mein Droschkengäulchen griff auS, als wüßte es, um waS eS sich handelte; trotzdem traf ich den Künstler nicht mehr daheim. Ich flog nach der Ausstellung. Als ich. keuchend anlangte, war die Zeremonie der Eröffnung noch nicht vor über. Holstein stand in einer so weihe vollen Pose da und sah in dem unge wohnten Frack und weißer Weste so großartig drein, daß man ihn unmöglich abrufen konnte. Einen Versuch, mich in sein Gesichtsfeld zu rücken, beant wortete er mit einer nervösen Geste. Die Minuten wurden mir zu Ewig leiten. Mit dem letzten Hoch!" hat ich seinen Arm ergriffen und ihn nach einer Seitenkoje gezogen, wohin er mir, etwas ärgerlich wegen der Störung, nachfolgte, um mich nach mein Begehr zu fragen. 2iebrr Lreund. .besann ich. dein (0.w .""V..V jur-gkgveN werden r Er starrte mich offenen Mundes an. Dann glitt ein Lächeln über feine Züge. Er nahm an. dan es sich um einen schlechten Scherz handle; er war de? gleichen aus dem Kreise seiner Freunde gewohnt. Ich wurde dringender. Sei new? ungläubigen Staunen setzte ich die wärmsten Bitten entgegen. Warum? Robert hat seine Gründe. Er schüttelte lächelnd das gelockte Haupt. Ich hatte von Robert Vollmacht be kommen, das Bild zu kaufen. Ich bot Holstein 500, 1000, 1500 Mark. ES leuchtete m seinen Äugen. ES war vielleicht daS erste Honorar, das ihm winkte. Ich steigerte aus 1750, L000. Er sagte topp" und schlug ein. Na türlich Lieferung nach Schluß der Ausstellung." Ja, das war's eben! Bedingung war die sofortige Entfer nung. Die ersten Säle begannen sich zu füllen, Lmda konnte darunter sein. 2250, 2300, 3000! Ich ging weit über meine Vollmacht. ES galt em Menschen leben. ' HanS war roth geworden. War eS Erregung der Freude oder des Zornes? Nicht für eme Million!" fuhr er plötz lich mit ausgeregter Stimme heraus. .Glaubst dn, daß ich meine Ehre ver kaufe? Meine Lorbeer sind mir nicht feil! Robert hat mir seine Erlaubniß gegeben, und wenn er sie zurückziehen will noch gibt es Richter in Preußen!" Ein bitterer Blick, als hätte ich ein Attentat auf seinen Ruhm beabsichtigt, streifte mich, und Holstein wandte sich zum Gehen. Hier konnte nur d:e Wahr heit helfen. Ich hielt den Maler fest und erzählte ,hm freilich ohne Voll macht alles. wa5 was ihm zu wissen noththat. Er war bestürzt, und seine stolzen Züge verfielen. Er bebte am ganzen Körper. DaS ist 'etwas an dereS!" sprach er kleinlaut und ging mir voran? wie ein gebrochener Mann. Mit einem Königreich hättest du nickt das Opfer erreicht, das ich nun frelwil lig dem Glücke des Freundes darbringe. Ich hoffe, der Vorstand wird auf meint Bitte eingehen, das Porträt sofort zu entfernen oder zu verhangen!" Ich be merkte eine schwere Thräne in seine rechten Äuge. Du sollst es wenigstens selbst einma sey.'n," wandte er sich zu mir, der iq ihm zitternd folgte, dieses Medusen Haupt, denen Blick Tod brmgt! Wil passiren den Saal XIII." Ein gewi5 ser wehmüthiger Triumph über du Macht seines Pinsels verklärte seint Züge. Eben war ich im Begriff, übei die Schwelle zu treten, als ein flüchtige. Blick in den Saal mich veranlaßte, der vorgestreckten Fuß zurückzuziehen unl den Maler mit den geflüsterten Worte Zu spät! sie sind d'rin!" zurückzu. halten. Ich hörte ein Ah!" und be merkte trotz der Dunkelheit sein freudi. ges Erbeben. Die Damen standen, gauz nahe vor uns an der Wnd. welche jfcwi VyrtraiU
eingeräumt wnr ' zedöch' ohne uni sehen zu können. . Weißt du, Linda, tönte jetzt daZ fleischige Organ von Fraulein Tante, ich denke schon immerfort nach, an wer mich dieses Bild erinnert. Jetzt hab ich's an Arthur!" Mein Herz stand still. An Arthur?" ließ sich die weich, Stimme Linda'S vernehmen. An Ar thur!? Wie ich ihn auch hasse, aui tiefsten Grund meiner Seele: abei Recht muß Recht bleiben ein Ver gleich Arthurs mit diesem Affengesicht ist straflich". Aber der Shlipöl- warf die Tand entmuthigt ein. Shlips Rock Handschuh -meinetwegen. Selbst daS Bärtchen ha! er von ihm; aber darüber hinaus nicht eine Spur! Ein Gutsbesitzer R T. sagt der Katalog. Ein Hinterpom, mer vermuthlich. Komm weiter, Tante!" und sie rauschten hinaus. Mit überströmendem Danke preßte ich den Maler an mein Herz, dessen glückliche Hand" jetzt kalt' wie Eis schlaff an ihm herunterhing. Er hatte soeben von schönen Lipp.cn das unpar teiischeste Urtheil vernommen. Armer Holstein! Ich snchte eilig meine Damen und fand sie auf der bezeichneten Bank.
Sophie Hellriegel war schon durch die bloße Thatsache, ihren Mann ausgc stellt zu sehen, so beglückt, daß sie daS Bild sehr ähnlich fand und darnach brannte, dem Schöpfer desselben die Hand zu drücken. Aber der war nicht mehr zu haben. Eine tiefe Scham beschattete sein Ge müth. Die Stützen seines Selbstver trauens waren ihm wie durch ein Erd beben unter , den Füßen fortgezogen worden. Er widerstand allen Ein ladungen des jungvcrmählten Paares, sandte das reiche Honorar, das ihm Robert in übersprudelnder Dankbarkeit gesandt, als unverdient zurück und ging nach Afrika, wo er durch die Porträts des A!ossllmdo und anderer Dunkel Männer sich bereits einen gewissen Namen erworben hat. Taö Porträt aber, welches durch seine Uuühnlichkeit unserer Freunde Glück begründet hatte, hängt im besten Salon des Schlosses von Mariendorf. Robert Tröbisch stellt es seinen Gästen als daS wohlgetroffene Bildmß eines guten Freundes vor, der ihm einmal das Leben gerettet habe, und die Gäste sinden es dann immer sprechend ähnlich. Siebenfacher Mord. Wie bereits per Kabeldepesche kurz gemeldet wurde, ist neulich bei Hold mezö-Vasarhely in Ungarn der Land wirth Martin Diozegi mit serner Frau und fünf Kindern von seinem ältesten Sohne ermordet worden. Ueber dieses furchtbar Verbrechen berichten die Bu dapester Blätter: Florian Diozegi. der mit seinem Vater und seiner Stief mutier in stetem Unfrieden lebte, wurde verhaftet, und nach zweitägiger Haft schritt der Mörder zu einem Gestandnisse, wie er . daS Verbrechen verübt hatte. Florian Diozegi war in derNacht zu einer Tanzunterhaltung nach Hold mezö-Vasarhely gegangen. Bei der Tanzunterhaltung hatte er ein Mäd chen, die Tochter eines Bürgers, zum Tanze aufgefordert. Das Mädchen lehnte es ab, mit ihm zu tanzen, urrd der erhaltene Korb kränkte ihn so sehr, daß er de.iTanzboden verließ und heim ging; deshalb konnte er nicht schla fen. Dann fiel ihm ein, daß ihm daL Mädchen vielleicht deshalb einen Korb gegeben, weil er derSohn Martin Dio zegis sei, der sich nicht gerade deZ besten Leumundes erfreue, und er sagte sich, daß. wenn der Vater nicht wäre und die Anderen, er der Herr des circa 120 Morgen großen Gutes seines VaterS wäre, und daß ihn dann die Bürger mädchen nicht so ganz wegiverfend be handeln würden. Er stand auf, kleidete sich an, nahm die Hacke zu sich und ging in das Haus seines Vaters. Er trat an das Bett seines Vaters, und mit ei nem einzigen wuchtigen Hieb spaltete er demselben den Schädel; noch ein zweiter Hieb und der Vater war todt. Die Frau erwachte, sah. waZ geschehen, wollte aus dem Bette springen, aber im nächsten Augenblick traf sie ein Azthieb und dann noch einer, und auch die Mutter sank todt in die Kiffen zu. rück. Von dem Geräusch waren die fünf Kinder Kalb erwacht, und von Bett zu Bett ging der entsetzliche Mensch, ei nen Azthieb um den andern ließ er niedersausen auf die Köpfe seiner Ge schwister, mit jedem Axthieb ein Men schenleben auslöschend. Bei dem jung pen Kinde, seinem kleinen Schwester chen, der erst acht Monate alten The rese. waren seine Kräfte bereits so erlahmt, daß gerade dieser Säugling noch lebend aufgefunden wurde, doch starb das Kind ebenfalls 24 Stunden spater. Der Morder ging in seine.Ws1 nung zurück, warf dieHacke in eineEcke. .wusch sich die blutigenHände und kehrte n.acn .isldmezö-Vasarhely zurück, ws das Ungeheuer sich noch bis zum Mor gengrauen tanzend und trinkend unker Kielt. - ' r Ein Vagabund, der von den Po Nieiriter gebracht vurde, weinte s, bittnltch, dak der rnmschenfttundlich lUchter rniUeidig die ttt an ihn richtete: Du Nfi vohl lange außer ÄrbeU gewesen?" La, schen seit UkXzU wer armen Mut!.". Cr ast bist Du dsmalS geatfeaf .üt zehn Menste, uer Shren!" .Herr Eilein iSenkte fiS. als n ketten Sonntag eben mit Diniren fertig ( wr, noq ein wltyen tyvzetn em und machte die sinnige Bemerkung: Wenn man nur auswärts wenige? , ,trinken sollte, könnte mn eine Flasche ' guten Rothwein immer im Hause haben und befände sich besser dabei, aber." Wgte er naödenNich hinzu, dann iciüilc man sich immer auf der Neise nach Har.se befinden und daS ist deÄ senk zu urz;-. .
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.'vlyste Bezechtbeir Mensch, wie siebst Du auS? Deine Stirn ist ja ganz zerfchunden und voller Beulen. Ja, als ich gestern Abend von der Kneipe kam, muß ich irgendwo ange rar.nt sein. DaS war auch leicht möglich. Gestern war ja draußen ein sehr dicker Nebel. So! Meinst Du denn, daß ich mich daran gestoßen habe? Schlechte Geschäfte. Prin kipal: Bedauere, Ihnen heute keinen Auftrag geben zu können, ich bin mit Allem reichlich versehen." Reisender : ..Aber meine Muster darf ich Ihnen viel leicht vorlegen V Prinzipal : Bemühen Sie sich nicht, ich kaufe doch nichts." Reisender: Dann gestatten Sie mir wenigstens, meine Muster selbst einmal nt besehen- ich habe dieselben seit drei Wochen nicht gesehen." Kinder st olz. Hauptmann a D. (den Kindern seines aktiven Kamera den mit dem Bedienten begegnend): Jfltu wo wollen denn die lieben HauptmannS kinder hin?" Kinder: Oho! bitte sehr! wir sind heute Mittag Majtt linder" aekwrden !" - . M Big Four Noute. Die Louisville Linie eröffnet zwei öurchgehende Zuge täglich. Abfahrt von Indianapolis um 2.55 Nachm. und 2.45 Vorm. Ankunft in Louisville um 7.00 Uhr Nachm. und 7.10 Vorm. Abfahrt von Louiöville um 7.40 Uhr Vorm. und 8.15 Nachm. Ankunft in Indianapolis um 11.45 Uhr Vorm. und 12.30 Nachts. Schlafwagen und freie Chair Cars besinoen sich auf dem Zuge ab Jndia napolis um 2.45 Vorm. und ab LouiS ville um 8 15 Nachm. Columbia" trinkt ein Jeder gern Es hält auch jeden Kummer fern ! Schön und rein Soll das Haus stets sein! Die besten Bürsten dazu kauft man bei H. Schmed c l 420 "Ost McCarty Äir. Wette drucke ihren Tenk nicht anS.1 W l l , v i l l e. R. Y., 12. -rj 1851. Zch rrachte ti meine Pflicht Ihnen nu!rnt,atn;, welch .shiat Pcsicr KvnizS Äerven,s.tärkec" sur Mich mt. Liele Zahle war ich mit epileptischen Slämpse ciujut; gebrachte unzählige Mittel und erzle, aber ai nrdea die Änsüll schlimmer. L einem Iahn cdrauchle ich den ervenstirker und Worte können leinen Dank nicht ausdrücken. Denn mit Wahrheit ann ich leyl jagen : Ich bin geheilt l Ich empsehl dtkse Medizin allen Leidenden, denn sie wird ficht, t Heilung rmgea. vma . ii uifc I ck l , N, M!ch.. . Juli 1SSI. Ich lttnit hieirntt, dab mein Sohn sa schlimm att 7eroen,'chäclie oder vielmehr Nervenverziehen litt, hat t zuleät iU 5 Minuten beinahe alle Elieder ,us,m,N' eg. 'ch gedrauch'e Pastor önig' Nerven-Stitrker" d bei der ersten Halden Flasche schon bemerkten ni, ule Besieruna. Jegt is, er vikder oUsländig gesund d stark. Ich empfehle eiucm Jeden diese Medizin all sichere Heilmittel. &3. B kr. txrt wkrnzvoiik, Buch für JlcrvfRUbeni )Vil ud eine Pkkbe.Jlasche zugesandt. An U erhalte auch die Medizin umsonst. Tiüse Medizin wurde seit dem ahre 187G von dem ochw. PastorKöniAt-, ortilLayne. Ind.. zudereUet lud jetzt unter seiner Anweisung von der KOENIG MEDICINE CO., 333 IUndolph St CHICAGO, 12X. Be! Npotl,ker , haben für n.OQ die 7ilA0t, tt g laschen für $3.00, gross $175, G für $0.00. In Indianapolis t den deutschen Apotheken on g. Will. Va tzer. 61 West Washington tr. und ilfe Vüd (satt Str. und Uineoln iiant. ein werthr, olle Vuch für 5lkrvel:idend Bernhard Lonnegut. rthur B,hn. Vonuegut ö Bobn, Architekten, Telephon 875. 62 Vance Block. Indianapolis. John H. Stern, Nummer Architekt,
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Offs; iloirc 9 Ü , u . i'v,-UMJgw &JJ&9jZl&Bloß H4.6 nach Chicago und zurück ! Speise und ParlorCarS an allen Tag Zügen. Pullman Cchlafmagen an den Nachtzügen. Abfahrt von Indianapolis: 7 00Dm ; 12 01Nm ; 4 20Nm ; 12 SOVm 2 Oörn. Ankunft in Indianapolis: 2 20Vm ; 6.00Vm : 2.45Nm ; 3.665trn : ll.OONrn. Lekatschlaswaaen können um 9 Uhr Abends genommen werden Zug geht um U3) Morgen?. Der Schlafwagen verläßt Chicago um 11 Uhr 25 Nachts und kommt um Uhr Morg. hier an. Täglich. Täglich auSgen. Sonntag?. Tickkt.vfficrs: A Eüd JllinotS Str Unt, Ctalion und Massachusett ve. für Raten, arten, Zeirrabellen ic, ende ma sich an I. D. Baldwin, D.P.A. No.ZS Süd Jlltnoi Str. Jndianapoit. Ind. F. I. Rred, S. P. A., Chicago. Zur Weltausstelluna. 1 Ueber die Big Four geht täglich um 11 Uhr 20 Min. Morg. ein Zug mit Parlor Car ab, der Passagiere direkt um 4 Uhr 55 Min. Nachm. an den Auöstellungöplat) bringt. Der Zug geht Vorm. von Chicago um 8 Uhr 25 Min. zurück und kommt um 2 Uhr 35 Min. Nachm. hier an. Außerdem geht der Zug mit oem Schlafwagen um 11 Uhr .10 Nachts ab. Der Schlafwagen ist schon um 9 Uhr Ab. für Passagiere bereit. Der Zug erreicht den Ausstellungsplah um 6 Uhr 36 Min. Vm., Chicago um 6 Uhr 65 Min. Rückfahrt um 11 Uhr 30 Ab. oder 11 Uhr 49 Min. vom Auöstellungöplatz. Ankunft in Indianapolis um 6 Uhr Morg. Außer diesen beiden laufen noch drei weitere Züge mit Vestibüle - Wagen zwischen Indianapolis und Chicago und zwar, wie folgt : Abfahrt hier II S0Vm Ankunft Chicago 5 lLN . . 1,55. - . . ,4S. . SS:ttm . . 60 Kl . . II 30 Ab . , 6 biMg . 12 4513 r . . liOHm biayrt Chicago 8 SöVm Ankunft hier km 1 ooftn 8 1021b !5Ab liaOÄb 7 1, ZSStfa 4Vg ZV CINCiNNATf JlftMilXO N &DAYTD!IRflJ Sie Pullrnnn (Sat Hinic zwischen Indianapolis L5 Cineinnati. Durchgehende CarS zwischen Cinclnnati & Chicago, St. Louis & Cinclnnati Beste Linie nach Cincinnatt. Dadton. Lima. Toledo, Detroit und Canada. Durchgehende Wagen zvischm Decatur, Springfield, Quincy, cokuk und Eincinnatt. PuUman Schlaftvaaen deS Nackt. Balaft vaaen am Tage. Direkte 5erdinduna in Cincinnatt für all Plätze in Kentucky, Tenneffee, Alabama, Flo, rida und dem Süden. Washington, Philadelphia, New York, H, j. Rhein, Gen. Agent. C. H. Adam, Stadt Agent. Indianapolis. v. G. Edward, G. P. A. - -
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