Indiana Tribüne, Volume 16, Number 353, Indianapolis, Marion County, 10 September 1893 — Page 9

Jndiana Tribüne.

ei lag e. 3 .tManapoIii, Ind., 10 , September '93 Künstlicher Regen. Die in Deutschland herrschende Dürre hzt die Aufmerksamkeit deut scher Erfinder und Solcher, die es werden wollen, leicht begreiflicher Weise auf das Problem der künstlichen Regenerzeugung gelockt. Zu dem Dy nforth'schen System, Regen durch Knalleffecte"' zu erzeugen, scheint man in Deutschland absolut kein Zutrauen zu haben. Was ein Herr Fr. F. in der nachfolgenden Anregung" in den Bremer Nachrichten" vorschlägt, entspricht vielmehr dem System, welches von dem Deutschamerikaner Louis Cathmann, Chicago, patentirt wurde: Mancher Landwirth oder Gärtner hat gewiß in letzter Zeit aufmerksam Wind und Wolkenbildung beobachtet und besorgt nach Regen ausgeschaut, der den ausgetrockneten Feldern und Gärten Erquickung bringen sollte und der trotz Falbs vorher gesagten tritt schen Tagen so lange auf sich warten ließ. Monate waren vorübergegangen und fast kein Tropfen Regen war ge fallen; in hsch gelegenen Gegenden hattenSaaten wieder umgepflügt wer den müssen und auch in niedrigen Gegenden wirkte die Trockniß nachgerade schon schädigend, Wald- und Heidebrande und Brände menschlicher Woh nungen, meistens in ihrem Entstehen durch die langanhaltende Dürre begünstigt, wurden tagtäglich in den Zeitungen gemeldet und in quellenarmen Gegenden versiegte das Wasser in den Brunnen. - Angesichts dieser außergewöhnlichen Trockniß, die ja jetzt glücklich beendet scheint, wird man unwillkürlich versucht, einmal die Frage aufzuwerfen, ob es nicht möglich wäre, auf künst liche Weise Regen zu erzeugen. Manchem wird daö Thema etwas komisch erscheinen, das mag ja auch sein; den Bürgern Philadelphias kam es seiner Zeit auch närrisch vor, als ihr Mit dürger Franklin allen Ernstes seine ersten Versuche machte, dem Himmel den Vlitz zu entreißen". Wir aber meinen, wenn eS dem Menschengeist gelang, dem Blitz, wenigstens in ge wissem Umfange, seinen Weg zu wei sen und jene gewaltige Naturkraft, die den Blitz erzeugt, künstlich herzustel len und der Menschheit in der verschiedensten Weise dienstbar zu ma chen, so wäre es auch gar nicht so der messen, oder gar komisch, daran zu denken, ob es nicht möglich wäre, dem Himmel denRegen zu entreißen". Die meteorologische Wissenschaft be findet sich seit Humboldt in kräftigem Aufblühen und Vieles ist auf diesem Gebiet schon erreicht; die von den Be .bachtungsstationen verkündeten Wct-terpi-ignosen, die wir ja jetzt täglich t sen kennen, erweisen sich in 100 Fällen etwa 85 mal als zutreffend und das ist gwiß doch schon ein recht günstiges Resultat. Wähcend man sich nun aber in Deutschland einstweilen noch mit dem Aorhcrverkünden des Wetters be gnügt. geht man in Amerika schon weiter, man versucht dort Wetter zu machen. Vor einigen Jahren sind dort von einem gewissen Oberst Dy renforth Versuche angestellt Korden, auf künstliche Weise Regen zu erzeugen. Diese Versuche waren aber erfolglos, weil sie auf der falschen Voraussetzung beruhten, daß es einfach nur eine Lufterschütterung (herbeige führt durch die Ezplosion großerMen gen von Sprengstoffen) bedürfe, um Regen zu erzeugen. Professor Newcomb.der bekannte amerikanischeAstro nom und Physiker, sagt hierüber in der North American Review-: Stel. len wir uns neben einen -Kessel, dem Wasserdampf entströmt und klatschen in die HLnde. und sehen wir, ob der Wasserdampf sich zu Tropfen verdich tet. Wir werden uns bald überzeu gen, daß das Experiment verfehlt ist; und ebenso verfehlt ist auch das Un ternehmen, durch einen Knall oder eine Ezplosion Regen zu erzeugen." Wissenschaftliche Versuche, welche von anderer Seite angestellt wurden, haben dagegen den Beweis geliefert, daß es möglich ist, die in der Atmofphäre befindlichen Wassertheile durch schnelle Abkühlung zu verdichten. Es kann dies geschehen, indem wir corn primirte Gase, z. B. flüssige Kohlen, säure, in hohe Luftschichten bringen, dort ihrer Fesseln entledigen und sie in den Luftraum frei ausströmen las sen. Hierdurch wird eine außergewohnlich hohe Kälte erzeugt, . die in der Luft vorhandenen Wassertheile bilden sofort eine Wolke und sinken in tiefere Luftschichten. Ueber dieser künstlich hergestellten Wolke entsteht ein von Wassertheilen freier Raum und don allen Seiten drängen sich neue Wassertheile herbei, um diesen Raum auszufüllen; bei dieser Thä tigkert wird wiederum Kälte erzeugt. die Luft wird schwerer und versucht nach unten zu dringen. Dieser Stro mung entgegen kämpft von unten auf die unter der Wolke aufgespeicherte wärmere Lust, die dabei entstehende Reibung erzeugt Elektricität. eZ ent steht ein Gewitter, welches in seinem Verlaufe der dürstenden Erde den so sehnlich erwünschten Regen bringt und bald, wie jedes natürliche Gewitter, über kürzere, bald über weitere Flächen sich erstrecken' wird. Es wird nun gewiß mancher sagen: Ja, das mag ja alles richtig sein, waS hier über künstlichen Regen gesagt ist, aber wie bringt es der Regenmacher UUh. die llüssiae cfifcnsautt.fa boU

Lustschichten hinauszudrängen? Ntchf aber ist einfacher als dies! Die slüs. sige Kohlensäure kann durch .einen Luftschiffer an Ort und Stelle ge. bracht und dort freigelassen werden, oder auch dieselbe kann.in einem Hohl geschoß eingeschlossen, leicht durch ein geeignetes beschütz in den Luftraum geschleudert und dort zur Wirkung ge bracht werden, indem die mit einem Zeitzünder und schwacher Pulverla dung versehene Rezengranate" in ge eigneter Höhe zersprengt wird. Die Befürchtung, daß die durch das eben geschilderte Aerfahren in den Luftraum gebrachten Mengen von Kohlensäure nicht ausreichend sein würden, um eine genllgendeAbkühlung der Atmosphäre zu erzeugen, ist hin fällig: , Gewitter und locale Regenfälle (nicht die Regenfälle sind hier ge meint, welche als Bigleiter barometrischer Depressionen sich über weite Theile der Erdoberfläche erstrecken), werden nach den neueren Forschungen stets mir durch geringe Veränderungen in der oberen Atmosphäre, wahrschein lich durch Wirbelwinde kleineren Um fanges erzeugt, welche kältere Luft schichten von oben nach unten treiben, Wassertheile mit sich nehmen und für nachfolgende kältere Luftschichten Raum schaffen, um sodann in die mehr mit Wassertheilen gesätttgten unteren Luftschichten einzudringen und dort, oft begleitet von elektrischen Entladungen, Regen zu erzeugen. Ganz derselbe Vorgang findet statt bei dem oben beschriebenen künstlichen Verfahren, nur haben wir es yier ,n der Hand, bei . günstiger Luftbeschaf fenheit Regen zu erzeugen, sobald eS uns beliebt, während die Natur unS Ost Monate lang warten läßt. Wasser und Wein in Spanien. Man schreibt der Frankfurter eituna" aus Narcelona? Sft'wr

I landS herrscht die Ansicht, daß nicht Der Gesundheit so nachtheilig lst, als öfterer Wechsel des Trinkwassers. Da rum pflegen die wohlhabenden Leute, die sich von einem Ort zum anderen be zeben, diese Wahrnehmung kann man bei den jetzigen Sommerreisen machen, im Reisegepäck auch einen gehörigen Vorrath ihres gewohnten Trinkwass'erö nach den Bädern und Sommerfrischen mitzunehmen. Der Transport des Wassers geschieht in großen, dickbäuchi gen, nach oben und unten enq auSlau senden, irdenen Krügen, BotijoS, in welchen sich das Wassn äußerst rein und frisch erhält, denn die große Porosität der Erde, aus welcher die Krüge bildet sind, bewirkt eine stete Ausdün stung, die das Warmwerden des Was serS verhindert, sowie den Niederschlag aller in demselben enthaltenen Unrein heiten. Wie bekannt, ist am 13. Juli die königliche Familie nach San Sebastian zum Badeaufenthalt öocjereist. Ein Ortswechsel der Königm Regentin und des Hofs ist jedesmal mit großen Auslagen verbunden. So hat jetzt die Reise von Madrid nach San Sebastian 30.313 Pesetas gelostet. In vier großen BotijoS wird daS für den Hof nothwendige Trinkmasser täglich von Madrid nach der Hauptstadt uipuzcoaS versandt. . Dieses W!ser wird mit großer Sorgfalt dem auf der Plaza de Oriente besindlichen, Fuente del Berro- (Kressenbrunnen) genannten Brunnen, der sich eines überaus guten Rufes in der spanischen Hauptstadt er freut, entnommen. ES gibt viele Ma vrilenen, die nur Wasser auS der Fuente del Berro trinken wollen, die Iah? aus Jahr ein ausschließlicher Hoflieferant ist. AlleS Wasser, daS man im Som mer in schwarz.-irdenen, von Eseln ge trogenen Krügen durch die Straßen Madrids verkauft, wird von den Händ lern als Agua de la fuente del berro!" ausgerufen, mag aber wohl meist ganz verschiedenen Ursprung? sein, denn der eine Brunnen kann doch unmöglich die 500.000 Einwohner Madrids mit dem nöthigen Trinkwasser versehen. Die Madrilenen jedoch sind nicht wenig stolz auf ihre ßuente del Berro und ti schmeichelt rhrem Stolz ungemein, sa gen zu dürfen, daß sie mit dem König au3 einem Brunnen trinken. Nicht nur in Ux Hauptstadt, sondern überall in Spanien, in den unansehnlichsten Dörfern fo gut wie in den bedeutend sten Städten, wird auf gutes Trink wasser ein besonderes Gewicht gelegt. Der Spanier ist ein leidenschaftlicher Wassertrinker! Nie wird er eine Tasse Kaffee oder Chocolade oder ein Gläschen Liqueur einnehmen, ohne gleich darauf ein GlaS Wasser hinunterzustürzen. DaS Wasser wird schmackhafter gemacht, indem man in ihm tyi Azucarillo auf löst. Der Azucarillo, über den sich schon Alezander DumaS (Vater) belo bend ausgesprochen, ist ein etwa 6 Centimeter langes, 3 Centimeter breite und 2 Centimeter dickeö Stück von einer weißen, schwammigen, aus Eitro nensaft, Mucker und geschlagenem Ei weiß gebildeten Masse. Seine rasche Auflösung im Wasser bewirkt ein Her absinken der Temperatur desselben, ss daß ein Glas Agua con Azucarillo ein erfrischendes, angenehmes Getränk ist. In gewissen Landstrichen gibt eö wenige Wasserquellen. So z. B. sin det man in der Mancha, dem Vater lande des hochherzigen Ritters Don Quijote, viele Ortschaften, die daH Trinkwaffer auS meilenweit entfernten Brunnen beziehen müssen. Auf die Kaufpreise der Landgüter übt daS Vor Handensein oder dasNichtvorhandensein, die mehr oder weniger große Entfer nung der Brunnen großen Einfluß auS. Auf meinen Streifzügen durch besagte Provinzen ist eS mir oft vorgekommen, daß mir auf eine Anfrage nach einem labenden Trnnke geantwortet wurde: Sennor, Wasser haben wir leider nicht und können Ihnen nur Wein anbieten. In Altkastilien dagegen fehlt eS an guten Quellen, reinen, klaren Bächen und F!2si?n nicht. Dort bestebt die eigenthümliche Gepflogenheit, sich auf ! Viele ücfot fcin.ajaj.mit deN nMWn

Trinlwa"?? ;u versehen. Tles soll de sonders ansteckende Krankheiten, wie Typhus, Cholera :c. verhüten. DaS Wasser wird zur strengsten Winterszeit, wenn es c;n reinsten fließt, geschöpft und in gtcne, faßähnliche, irdene Ge faße, .TinajaZ" genannt, gebracht. Im kühlen Keller werden die TinajaS, nach Jahrgängen gereiht, aufbewahrt und je nachdem die hintersten Jahrgänge sich erschöpfen, werden die andern vorgerückt und neue T'majas hinzugefügt, damit der Bestand an gutem, alten (!) Trink wasser" nie afcncfcne. Je alter daS Wasser, um fo besser und reiner soll eS sein, ganz wie beim Weine. Ob diese WtifrhfMMf ttrt ttnr r WtJTortfAnft ff nriX

' lHMIIJJ VW VW 4 I tt U:W I VlUliV hält, weiß ich nicht, nur ein? kann ich versichern: vor einig:n Wochen befand ich mich in Soria (Dem alten Numan tia) und dort wurde mir Wasser ge ! reicht, welches 1852. also vor 41 Iah. ren, in die Tinaja geschöpft worden war, und noch nie in meinem Leben hatte ich so schmackhaftes Wasser getrunken. In den Jahren, wo an steckende Krankheiten herrschen, unter!leibt daS Einkellern des Wassers. In Altkastilien wird bei allen wichtigeren Familienereignissen, wie bei Taufen und Hochzeiten, eine gewisse Anzahl von besonders zu dem Zweck aufbewahrten alten TinajaS angezapft". DaS Alles klingt dem deutschen Leser vielleicht etwas spanisch," doch glaube er mir, daß ich ihm reinen Wein einschenke." Wein wird in Biünicn Verhältniß mäßig wenig getrunn, und wenn man erwägt, daß das Lznd durchschnittlich 40,000,000 Hektoliter Wein hervor bringt, so kann man sich denken, welch' harter Schlag die Auefuhrstockung war, die der von Frankreich in Kraft gesekte Sperrzoll diesseits herbeisührte. Bisher waren unsere unmittelbaren Nachbarn jenseits der Pyrenäen die stärksten Ab nehmer von spanischen Weinen, ein Umstand, aus dem eS sich erklärt, daß jetzt die Weinbestände hier sich in bedenk ticher Weise anstauen. Natürlich mußte in Folge dieser Verhältnisse ein unge heureS Herabsinken der Weinpreise ein treten. In gewissen Gegenden kostet ein Liter Wein 4 Pfennige!SliirlscheS G-lv. Bon Franz v. Adlerberg. Sibirien verdient im wahren Sinne des Wortes das Goldland genannt zu werden. Nicht nur im Bassin des Ob, des Jenissei, der Lena, wo schon seit den dreißiger Jahren Gold gewonnen wird, und am Amur, wo seit der . Mitte der sechziger Jahre Goldwäsche- ! reien bestehen, auch in allen übrigen Gouvernements und Gebieten des gewaltigen Territorium gibt es Stellen, wo der Boden außer anderen Metallen zuch edles Gold birgt. Die Goldlager liegen in verschiedener Höhe über dem Meeresspiegel, größtentheils nicht über 2000 Fuß, während die Gipfel der Gebirge, wo Gold nicht vorkommt, diese Höhe zweifach, ja dreifach überragen. Je höher hinauf, um so mehr nehmen die Goldlager qualitativ und quantitativ ab. Die Dicke der goldhaltigen Schichten ist sehr verschieden. An manchen Stellen nur zwei Fuß, erreicht sie an anderen drei Faden und mehr. Meistens schwankt sie zwischen 27 Fuß. In den oberen Schichten findet man nicht selten Knochen d Mammuths, des Nashorns und anderer Thiere. Die oberste Schicht besteht stets aus .Torf. Die Goldlager dehnen sich oft bis fünfzig Werft und mehr aus, und nicht selten ist jede Stelle, wenn auch in verschiedenem Grade, goldhaltig. An der höchsten Stelle wird gewöhnlich nicht viel Gold gefunden, am äußersten Ende kommt meist Goldstaub vor, der insofern von Werth ist, als er von den Schäßen der betreffenden Stelle Kunde gibt. Ebenso verschieden ist die Goldmenge in verschiedener Tiefe. Fast im ganzen nördlichen Theil Ostsibiriens bleibt der Erdboden Jahr aus Jahr ein gefroren. Dieser Umstand zusammen mit den dichten Waldern, welche die Goldfelder bedecken, verhinderten, daß sie vom Wasser ausgewaschen wurden. Unzweifelhafte Spuren von Gletschern sind auf den ostsibirischen Goldsuchereien keine Seltenheit. In Folge des kalten Klimas, das seit der Eisperiode herrscht, derblieben viele Goldsuchereien bis auf den heutigen Tag in ihrer ursprünglichen Gestalt, so daß man noch Spuren des Menschen vergangener Perioden findet, z. B. Pfeile aus Jaspis und Feuerstein, Hämmer, Hausgeräth, Münzen. Knochen u. f. w. Die technische Art und Weise der Goldgewinnung hänqt in erster Reihe davon ab. ob das Gold auf Wäschereien oder in Gebirgsadern gefunden wird. Auf den Goldwäschereien besteht die oberste Schicht aus angeschwemmte? Erde, aus Torf, und ist von verschiedener Dicke, was auch die Anwendung einer verschiedenen Technik bedingt. Bevor an die Ausbeutung gegangen wird, werden die Dicke der Schichten und der Grad der Goldhaltigkeit bestimmt. Wenn im Herbst oder im Winter die Torfschicht zum größten Theil abge nommen und bei Seite gebracht ist, deginnt die Gewinnung des Goldsandes in einfachster Weife mit Hilfe von Brechstangen und Schaufeln. Im Bezirk Olekminsk kommt aber mit jedem Iah? die Anwendung von Sprengmaterial mehr in Gebrauch. Auf zweiräderigen Wagen wird der Sand an die Waschmaschinen gebracht; nur auf einigen Goldwäschereien laufen kleine Waggons auf Schienengeleisen. Dissr so geringe Anwendung mechanischer Vorrichtungen wird d:n sibirischen Goldindustriellen häusig zum Vorwurf gemacht, doch muß man in Betracht ziehen, daß oft keine für den Transport, von Lasten aeeianeten

ege zu ven iIölowacye reien ymfö?' ren, außerdem Sibirien keincr'.i mechanische und Maschinenfabriken hat, welche Maschinen und Vorrlchtungen, wie die moderne Technik sie zu Ire fern im Stande ist, liefern könnten. Die Beschaffung von Maschinen vom Ural her kommt andererseits theuer zu stehen und erhöht den Kaufpreis um das Doppelte und Dreifache. Und dennoch scheuen die Goldindustriellen nicht solche Opfer. Besonders am Amur findet man bereits verschiedenar tige mechanische Vorrichtungen, welche die Arbeit von Menschenhänden verrichten, doch'wo z. B. transportable Schienenwege u. s. w. vorkommen, da sind es gewöhnlich der hohe Preis der Pferde und die hohen Unterhaltskosten, was zur Anschaffung ebenfalls theurer Maschinen dränat. ' Bei der Arbeit im Freien wird die goldhaltige Schicht ausgebeutet und gleichzeitig ausgewaschen. Wird das Gold aber unter der Erde gewonnen, so wird der Sand zum Auswaschen während des Winters vorbereitet. Die Bearbeitung der goldhaltigen Schichten auf hydraulischem Wege ergab keine befriedigenden Resultate und eignet sich auch kaum sür Sibirien, da die Goldsuchereien so zu sagen Enklaven bilden, was die Errichtung von größeren Bas sins ausschließt, ohn? welche ein bedeutender Wasserdruck undenkbar ist. Die dort hauptsächlich benutzte Triebkraft ist das Wasser. . Für die Spülemaschinen wird das Wasser durch kleine Kanäle oder in hölzernen Rinnen hingeleitet. Am Amur benutzt man Locomobilcn. jedoch nur dann, wenn es an Wasser für den hydraulischen Motor mangelt. Zum Auswaschen des Goldsandes dienen gegenwärtig vorzugsweise Fässer : nur stark lehmhaltiger Sand wird in Schaalen gespült. Die ursprünglich in Sibirien für diesen Zweck benutzten Fässer spulten 30005000 Pud Sand täglich aus. Auch heute sind diese Fässer überall von gleichem Typus und verschieden nur Hauptsächlich in den Dimensionen. Ein solches Faß stellt ein konisches eisernes Gefäß mit anderthalbzölliaen, der Länge nach schachbrettartig angeordneten Oeffnungen dar. Ein hudraulifcher Motor oder eine Locomobile setzt das Faß in Bewegung. Am Boden, gibt es eine besondere Vorrichtung zum Auffangen seiner Goldtheile. Mehrere 'Schläuche, deren Zahl oft 14 erreicht, speien Was ser in alle Theile des Fasses. Ohne auf die Details dieser Manipulation einzugeben, wollen wir nur bemerken, daß "ein Faß heutzutage nicht blos 5000. sondern 40.000. selbst 50.000 Pud Goldsand auswäscht. Goldbergwerke gibt es Klos Im 5ienisseibenrk. im Altai und im Transbaikalgebiet, wo jetzt alljährlich 3651 Pud Gold gewonnen werden. Bei der hier angewandten unvollkommenen Technik gehen nicht geringe Mengen EdelmetallSverloren. Ueberhaupt ist zu bemerken, daß der Mangel an Maschinenfabriken einen Hemmschuh für eine zeitgemäße AuS beutung der Goldbezirke bildet. Eine vom russischen Finanzministe rium veröffentlichte und für die Welt ausstelluna in Chicago bestimmte -clirist ubit teibima bniinf eine Fülle, interessanter flatif;iia,er Taten über Die Go!dgöwil'nu?ig ir.D die Zsfc der Goldsucher. Im Zeitraum 18621891 untzrlaa sie in Nußlakld gefundene Geldmenge nur geringen Schwankungen. Das geringste Quantum betrug über 2015 Pud im Jahre 1835. das größte über 2403 Pud im Jahre 1890. Der Werth schwankt zwischen 24 und 26 Millionen Nubel. Einen bedeutenden Procentsatz lieferte Sibirien, fpeciell Ostsibirien: Westsibirien 5 bis 7 Procent. Ostsibirien, das 1882 mit 73.52 Procent betheiligt war, in neue, rer Zeit nicht über 66 1-2 Procent. Einigen Schwankungen war auch die Zahl der Goldsucher ausgesetzt, die im erwähnten Zeitraum von circa 33.000 auf 33.000 stieg. Aus diesen Ziffern ergibt sich ferner, dah Ostsibirien bei zweimal mehr Ar beitern neun bis zehnmal mehr Gold als Westsibirien liefert, was natürlich in dem größeren Reichthum an Gold seinen Grund hat. Die Goldsuchereien brachten Sibi rien auch indirect bedeutenden Gewinn.

Die reich gewordenen Goldindustriel' len kargten nicht, wenn es sich um Bes serung der wirthschaftlichen Verhältnisse des Landes handelte. Sie leg' ten Wege an, errichteten auf größeren Flüssen Dampferverbindungen und opferten bedeutende Summen für ge meinnützige Zwecke, für den Unterhali von Schulen. Kirchen und Wohlthätig keits-Anstalten. - Der Goldindustrü verdanken auch Städte, wie Tomsk. Krasnojaßk. Jrkutsk. Tschita, Ner. tschinsk, Blagowetschtschensk ihn Blüthe. - Auch circa 40.000 Arbeite, beschäftigen die Goldwäschereien, somit einen großen Theil der Vevölkerune durch verschiedene Nebenarbeiten und fördern durch bedeutenden Konsuw landwirthschaftlicher Producte auch dik Landwirthschaft. Wie groß die Summen sind, welch die Goldindustrie dem Lande zuführt. zeigt nachfolgendes Beispiel : In dr? Jahren 18871889, betrug der ar 12.000 Jahresarbeiter der Goldwäsche, reien im Olekminsk- und Witma, System gezahlte Lohn 6.7 Mill. Nbl und zum Ankauf der nothwendigster Nahrungsproducte wurden 12.2 Mill Nbl. verausgabt. Wörtlich genomme n. Neffe: .Onkel, thut Dir denn dein i'rib nicht schrecklich weh?" Onkel: .Warum denn, mein Kind?- Neffe: .Nun. Papa sagt doch immer. Du seist ein so aufgeblasener Mensch."

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