Indiana Tribüne, Volume 16, Number 353, Indianapolis, Marion County, 10 September 1893 — Page 6
sasascarrassc Dle drei Infanteristen. VuZ dem Tagebuch ein:S österreiiich.n Of pcierS. Von Leopold v. LacherMasoch. Als ich im Herbst 1837 in Lemberg zu Besuch war, wurden zum ersten , Male die Juden in Eali,zien in größerer Zahl zum Militär aentirt. Jq erinnere mich noch der rühr:nd-erg'ötz lichen Scenen, die sich vor der Kaserne des Lemberer Neziments, damals Graf Nuaent. abspielten, wenn des Abends Mütter,- Schwestern und Bräute erschienen denn die polni. scheu Juden werden ja schon meist in der Wiege verlobt um die Rekruten zu besuchen, die in den weißen Uniformen mit den hellgrauen Aufschlägen sich gar sonderbar ausnahmen, mi! ihren ausdrucksvollen Physiognomien und ihrem krausgelockten schwarzen Haar. ! Von militärischer Haltung war vorläufig an diesen hilflosen Leuten nichts zu bemerken, und doch fanden sie sich bald in das Unabänderliche und bewährten sich in den nächsten Feldzügen im italienischen Sonnenbrande ebenso gut wie später in dem nordischen Win ter Schleswig-Holsteins und auf der, böhmischen Schlachtfeldern als tapfere Soldaten. Vor Allem das Lemberger Regiment, das später unter dem Namen Martin" der sogenannten Eisernen Brigade angehörte und sich beim Sturm auf Jagel und den Konigshiigel im Kampf gegen die Da , nen. Mann gegen Mann hervorthat, j Als wir 1859 ins Feld zogen nach Italien, gab es auch bei unserm Regi mente viele Juden. Es waren fast durchaus kräftige. Leute, intelligent, ; willig und brav vor dem Feind. Es war in Piemont im Lager, wo iÄ die nähere Bekanntschaft eines jü-1 dischen Infanteristen machte. Unser ; PL" flDfrts.i rt sirt j ! uiiti tviiüiui jjiiiviuj ouiuuv i;uui den armen Teufel, welcher den malerischen 5?amen Gideon Mandelbaum führte, zur Zielscheibe seiner gutmiU thigen, aber zu Zeiten derben Späße gemacht. Mikolaj durfte sich so ziem lich Alles erlauben, denn er war eine jener Erscheinungen, wie sie heute wohl kaum noch in irgend einer Armee zu finden sind. Er war beim Reg! ment geboren, aufgewachsen und diente bereits mehr als dreißig Jahre. Mil seinem arauen Haar und seinem schwarzen SÄnurrbart, der wehmüthiz von dem vollen Munde Herabsiel, 1 seinen ernsten grauen Augen und set nem scharfgeschnittenen, gebräunten, mit Bronce überzogenen Gesichte, groß , und hager, steif wie ein Ladstoä, war er das Bild eines echten, galizischen Soldaten. Er hatte schon in Ungarn in den fahren 1848 und 1849 bei dem Corps des Grasen Schlick tapser ge kämpft und war nicht wenig stolz auf die große silberne Tapferkeits-Medaille und das Dienstkreuz, welche seineBrust schmückten. Nun," sprach er eines Tages zu Gideon. nun wird bald die Nuhe ein Ende haben, nun sollst Du bald einmal ordentlich schießen hören. Fürchtest Du Dich noch vor dem 0 wehr?" Gideon blickte verlegen um sich und blieb die Antwort schuldig. Als er nämlich zum Regimente gekommen war und man ihm das erste Mal ein Gewehr in die Hand geg ben, hatte er zu weinen begonnen. An das Gewehr gewöhnte er sich schließlich. aber das Schießen blieb ihm immer unanaenehm. Statt zu zielen, machte er beim Scheibenschießen rezelmäßig die Augen zu, wenn er ab drückte. Es ist begreiflich, daß ihn die Kameraden deshalb neckten und doch war Gideon durchaus nicht feig. Er hatte nur einen heiligen Scheu vor Allem, was einer Waffe ähnlich sah, weil man ihm von Kindesbeinen eingeimpft hatte, daß es Unrecht sei, eine Waffe zu berühren und um so mehr, von derselben Gebrauch zu machen, um Blut zu vergießen, oder gar einen Menschen zu todten. Als eines Tages in der Kaserne Feuer ausbrach, hatte sich Gideon Mandelbaum sogar durch besonderen Muth und seltene Aufopferung bemerkbar gemacht und war im Regimentsrapport .genannt und belobt worden. Bei Gelegenheit einer Überschwemmung zeichnete er sich in gleicher Weise aus. Ein directer Contrast zu Gideon war der Pole Thadeus Wiszinski. Mittelgroß, schlank und zierlich gebaut, war er ein bildhübscher Mensch, in Haltung und Benehmen nobel, tlt--gant, der geborene Cavalier. Selbstv:rständlich waren die Weiber in ihn vernarrt. In Siebenbürgen waren ihm ebenso reichlich Thränen nachae weint worden wie in Wien, in Böh men. und jet verdrehte er den Italicnermnen die Kopfe. Alleroings zu weilen zu unserem Glück. Wir kamen eines Tages mit einer Patrouille ,n ein Dorf, das unmittel bar vor der piemontesischen Vorpostenlinie laa. Nachdem wir unsere Aufgäbe erfüllt hatten, dachten wir zunächst daran, den bei dem heißen So, nenbrande auälenden Durst zu löschen. Wiszinski hatte bald einen Brunnen enideckt und ein Gefäß mit Wasser ge füllt, In dem Augenblick aber, wo er trinken wollte, trat em schönes Mäd chen an ibn heran, das ihn schon frü her ins Auge gefaßt hatte und flüsterte tcnt etwas zu. Sofort schüttete Wiszinski das Wasser aus, ließ den Bürgermeister rufen, und als dieser zitternd erschien, besahl er ihm. Wen herbeizuschaffen, indem er ihm in hös lichster Weise das aufgepflanzte Bajonett auf die Brust setzte. Während wir zurückblieben, ging er mit dem bleichen, schlotternden Italiener m d! nahe Osteria und kehrte bald mit einem Schlauch voll guten, feurigen Rcthweins zurück. Erst auf dem Rückmärsche gestand uns Wisinskt.
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das Mädchen habe ihm verrathen, ie Brunnen sei vergiftet. Er hatt: inde darüber geschwiegen, denn er kannte unsern alten Corporal und fürchtete, dieser würde dem schönen Mädchi zum Danke das verrätherisch: 2)ct an allen vier Ecken anzünden. Nicht lange nach diesem , kleinen Abenteuer traten wir den Rückzug an und nach einem beschwerlichen Nacht marsch wurde am frühen Morgen des 4. Juni 1859 Halt commandirt. In der Ferne zeigte sich über Maulbee? bäumen ein schlanker. Thurm. EZ war die Küche von Magenta. Etwc. um 6 Uyc wurde Wein an die Truppen vertheilt. Der alte Corporal nickte mit dem Kopfe und meinte: Heut wird es was geben. Nicht lange danach ließen sich die ersten dumpfen- Kano nenschläge vernehmen. Gideon machte ein bedenkliches Gesicht, während Wis-. zinski um die hübsche fesche Marketen. derin scherwenzelte, die sich mit ihrem Esel unserer Colonne angeschlossen hatte. Bald gingen wir vor und jetzt pfiffen uns die ersten Kugeln um die Ohren. Gideon benahm sich wider Erwarten merkwürdig ruhiz. Es schier, ihm offenbar viel gleichziltige?,. wenn man auf ihn fchoß. als wenn er auj Andere schießen sollte. Erst gegen Mittag kamen wir ernst lich ins Gefecht, als unserer Brigade die Aufgabe wurde, die von Markalb her vordringende Division Espinasse aufzuhalten. Wir gingen den Franzosen entgegen und nachdem wir ei-
nige Dcchargen gewechselt hatten, kam es zu einem Bajonettangriff, bei dem
sich m den dichten Pflanzungen, die'.Moschku da hat bei Magenta den be
jedes Ausammenhalten, jeden Ueber blick unmöglich machten, Freund und Feind im wüthenden Handgemenge in kleinen fechtenden Gruppen auflöste, die bald vorgingen, bald wichen, wie es der Augenblick ergab. Schließlich wurden wir inFlanke undRücken angegrisfen und mußten uns, starr gelichtet, den Rückzug erkämpfen. Während das Regiment rn anderer Richtung zurückwich, wurde ein Theil unserer Compagnie abgeschnitten, ge. langte aber glücklich bis zu den ersten Häusern von Magenta, welches bereits von anderen österreichischen Truppen stark befetzt war. Wir standen emen Augenblick unentschlossen da und schöpften Athem. Wiszinski, der wie ein Löwe gekämpft hatte, wischte sich ruhia das Blut von seinem Bajonette ab. Unser alter Corporal war auch da und jetzt zeigte sich Gideon, dessen dunkle Augen in dem bleichen Gesicht unheimlich leuchteten. Der erste, der das Wort nahm, war der Corporal. Der Oberst ist gefallen," sprach er. Mein Esel auch", rief in diesem Augenblick die Marketenderin, welche auf einem Steine da faß und der das Weinen nahe war. Mitten im Don ner der Schlacht begannen Alle zu lachen. In Magenta waren Soldaten von verschiedenen Regimentern und Jäger, die schon im Gefecht gewesen waren, durcheinander gemengt. Alle Häuser waren dicht besetzt, aus allen Fenstern, aus allen Dachluken und aus den Löchern, die man in die Mauern geschla gen, blickten Flintenläufe hervor, be reit, die Franzosen zu empfangen. Wir besetzten ein Eckhaus an der Haupt. straße, in der zwei Geschütze aufgestellt waren, dem feinde den Eingang zu wehren. Kaum hatten wir uns an den Fen ftern vertheilt ' und die Jalousien geschlössen, um durch dieselben ein wenig geschützt, ruhiger feuern zu können, als Zuaven und Soldaten der Frem. denlegion heranstürmten. Bon allen Seiten fielen Schüsse, die Geschütze seuerten Mit Kartätschen," dazwischen hörte man den Schlachtruf der Franzosen und die Kommandoworte der Ossi ciere. Mitten in diesem Lärm stand Gideon ruhig auf sein Gewehr gestützt. das Gesicht zur Wand gekehrt. Wahr scheinlich sprach er ein Gebet. Warum schießt Du nicht?" fragte plötzlich der alte Korporal. Gideon schüttelte den Kops. Nun. warum nicht?" fragte der Alte nochmals. Ich könnte wen treffen!" Lautes Lachen folgte diesen Worten. Wenn Du schon nicht schießen villst," sagte der Korporal, während die Franzosen zurückwichen und wir wieder Athem schöpfen konnten, so lade wenigstens!" Laden will ich schon!" erwiederte Gideon. Mit einem Male war auch die fesche Marketenderin da, und als die Franzosen neuerdings zum Angriff schritten, da luden die Beiden um die Wette und reichten uns die Gewehre und wir schonen. Bon unten herauf schlugen die Kugeln in die Decke, so daß der Kalk herabfiel. Wieder mußten die Franzosen zurückweichen. Es entstand eine Pause, man hatte Zeit, sich umzusehen. Einer von uns war gefallen, em Anderer lehnte, von Älut überströmt, an der Wand. Wis zwski hatte einen Streifschuß an der Schulter bekommen. Er ließ sich ru. hig von der Marketenderin verbinden und stellte sich dann wieder an dasFen ster, wie wenn nichts gewesen wäre. Und wieder rasselten die Trommeln, wieder ließ sich das Geschrei der Stur menden vernehmen und wieder versuch-. ten die Franzosen vergebens, in die Straße einzudringen. In diesem Augenblick stand Gideon nahe dem einen Fenster und hatte eben ein Gewehr von Neuem geladen. Da wurde die grüne Jalousie von Außen gewaltsam aufgerissen und zu gleicher Zeit zeigte siaz im Zahmen des Fen sters d:e Gestalt eme französischen Ofsicicrs zu Pferde. Instinktiv richtete Gideon sein Gewehr auf ihn und druckte ab. Der SJijicict wankte im Sattel und fiel. Wir sahen, wie e; von einigen Zuaven aufgefangen, und
fortgebracht wurde. Gleichzeitig aber begann Gideon laut zu jammern. Gott wird mich strafen," rief er. ich babe auf einen Menschen geschos sen. ich habe Blut vergossen," .Schweig!" rief ihm der alte Korporal zu. Wenn Du ihn nicht niedergeschossen hättest, hätte erDir im näch sten Auaenülick den Degen in den Leib gerannt. Nothwehr ist keine Sünde, und im Kriege todten kein Mord." Der Kampf um Magenta währte bis in die Nacht hinein. Erft im Morgen grauen traten wir den Mckzuz an. Während Benedek mit seinem Korps bei Melignano den Franzosen dir Stirn bot und sie den Tag hindurch bis zum Abend aushielt, konnten wir ruhig das Festungsviereck erreichen. Im Lager bei Verona sammelten sich die Trümmer unseres Regiments. Eines Abends, als wir mit unserer, grauen Mänteln zugedeckt um das Wachtfeuer herumlagen, und ringsum die schwermüthigen Lieder der Heimath ertönten, kehrte der alte Korporal von einer dienstlichen Meldung, die er er'stattet hatte, zurück, die große rothe Brieftasche vorn in die Brust gesteckt. Er setzte sich zu uns, stopfte seine Pfeife, zündete sie an und heftete dann seine grauen blitzenden Augen auf Gi. deon. Sollte das ein Mensch glauben!sagte er endlich. Was gibt es denn?" fragte Wiszinski. Unser Einem passirt so was nicht
fuhr der Alte fort, während er grim. mig seinen Schnurrbart drehte. Der sten Schuß gethan.' . Wie das?" fragte Wiszinski. Weißt Du, wen Du erschossen hast?" rief der Korporal in einem Ton, wie wenn er den armen Gideon niederschmettern wollte. Wie soll ich das wissen?" fragte Gideon bleich und bebend zurück. Denkt Euch, den General Espin a s s e hat dieser Mensch erschossen!" ttapeUmeisterlttlss. Afk . Ziik.'L'V Aeltlicher Sänger (zum Kavcllmei ster nach dem Concert): Hören Sie mal, Kapellmeister, Sie wäre heute wieder so laut mit Ihrem Orchester, daß das Publikum von meiner Arie kaum etwas gehört haben kann!" Kapellmeister: Sei'n Sie froh!" Die zerstreuten Hühner. Gast: Frau Wirthin, fetzt habe ich schon das zweite Ei ohne Dotter." Wirthin: El, , kann mr dafür. Es isch ä Elend, wie mei Hühner in dem Jahr vergeßlich sin." Selbst gefangen. Die große Treibjagd, welche der Hrn. Baron heute veranstaltete, war bereits in vollem Gange als der Gutsförster den Reviergendarm sich nähern sah. Mit Schrecken siel ihm ein, daß unter den geladenen Güsteu ewige waren. welche zwar einen großen Jagdeifer, aber seinen Jagd'chein mitgebracht hatten. Die konnte man nun doch nicht ohne Weiteres anzeigen lassen Halloh, o ging S ! Als der Gendarm zu dem Förster trat, ersuchte ihn dieser, während deS Treibens die Herren nicht zu stören, worauf denn auch der Mann des Gesees bei ihm stehen blieb und mit Interesse zusah, wie ein Häschen gerade auf den Förster loslvrang. Bumvs fehlte dieser, obwohl er doch dem Gen darmen in der Torfschenke schon man ches Meisterstückchen von Jägerlatein aufgebunden hatte. Ehe aber der Gendarm noch sein Erstaunen äußern konnte, kam ein zweiter Hase baff, wieder gefehlt! WaS. und Sie wollen ein Förster sein? schrie jetzt der Mann des Gesetzes erbost ; der Andere aber sagte voll Gleichmuth : Nur ruhig, wenn man'S nicht beiser kann!" zielte, und auch der dritte Hase lief vergnügt davon. ?!un aber her mit der Flinte!" rief der Gendarm, legte cn ein Knall, und richtig, der vierte Hase lag todt da! Na?" frug er dann triumphi rend. Nun", meinte der Förster lächelnd, schießen können Sie ja aber sagen Sie 'mal. haben Sie denn auch eine Jagdkarte?Jch eine ?" Alle Wetter !" brummte verblüfft der pflichttreute Gen darm und kraute sich hinter den Obren. .Hoffentlich halten Bit reinen Mund .. - .eden fallt mir e.n. ich mug dienst lich noch heute Vormittags nach Jcks do?f adicu!" Und hinter ihm lachte sich der Förster in'S Fäustchen. Ein weiches Her?. Aber. Hausherr, wie konnten Sie nur den dejammernSwerthen Diurnisten mit seiner Familie deloqiren?" Ich bad' nicht länger das Elend mit ansehen können!" D-ruckfehlerteufel. sAn nonce.) Noch eine Partie Rauchfleisch dillig abzugeben, soweit der Vorrath recht.
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Von unserem Rettungsdienst. . Wie bekannt, hat auch unser Vundes - Rettungsdienst für Schifsbrü ckziae eine besondere Ausstellung in Chicago, und das mit vollem Recht. Waren doch die Ver. Staaten die erste Nation in der Welt, welche einen ofsiciellcn Dienst dieser Art überhaupt einführte und sich nicht mehr auf pri vate oder doch nur unter Regierungsprotcctorat stehende Bemühungen beschränkte. Eine bemerkenswerthe Erscheinung bei unserer, als so arg individualislisch verschrieenen Nation! Unser Rettungsdienst besaht seit 1872 auf seiner jetzigen Grundlage und bewährt sich immer mehr. Er steht unter unmittelbarer Controlle des Schadamts Departements. Obwohl er nur zu besonderen Zeiten von sich reden macht, entfaltet er eine hochwichtige und segensreiche Wirksam keit; namentlich in den letzten zehn Jahren ist sein Werth ganz gewaltig aesti:aen.
esisa N In der Rettungsstation. Die Gesammtzahl der Unglücksfälle, mit welchen dieser Dienst seit seiner Einrichtung zu thun hatte, beträgt nach den letzten officiellen Berichten 6450. Der Gesammtwerth der betreffenden verunglückten Schiffe beläuft sich auf 971.367.850. der Werth der Ladungen auf $33,342. 469, also der Gesammtwerth des gefährdetcn Eigenthums auf $104,710.319. Von letzteren sind $73,821.457 nur durch die Lebensrettungs - Stationen geborgen worden, während nur $25.833.862 beiSchiffsUnfällen verloren gingen. Menschenleben aber waren bei jenen 6450 Schiffsunfällcn im Ganzen 52,879 bedroht, und davon gingen nur 627 verloren. Immer günstiger hat sich das Verhältniß der geretteten Menschenleben und des geretteten Eigenthums zu dem verloren gegangenen aestaltet. Die Meeres- und die Binnenseeküsten der Ver. Staaten haben eine Gesammtausdehnung von 10.000 engl. Meilen, ungerechnet die Küste Alaskas. An diesen Küsten haben wir 262 Rettungsstationen, darunter 199 an der Küste des atlantischen Oceans. 13 am Stillen Ocean, 49 an den großen Binnenseen, und eine an den fällen des Ohio in Louisville. Alle diese Stationen liegen an Schifffahrtsplätzen. Alljährlich verwilligt der Congreß eine Million für diesen Dienst, und jedes Jahr werden noch neue Stationen errichtet und ausgestattet. Vom äußersten Ende der Küste von Maine bis nach Cap Cod. eine Strecke von 415 Meilen, findet man 16 Rettungsstationen. In den Tagen des imerlkanischen Revolutionskneges bil dete sich in Massachusetts die Humane Society" zur Rettung Schiffbrüchiger, und diese Organisation be steht noch heutigen Tages und hat em wachsames Auge auf die Schiffbrüche an der Küste von Massachusetts. Deshalb hat es die Bundesregierung mcht für nothig befunden, dort vieltungsstationen anzulegen, außer an Stellen, wo die Schiffbrüche ungewohnlich häufig sind. An der New Jerseyer Küste zwischen Sandy Hook und Cap May sind nicht weniger als 40 Stationen errichtet, und keine der selben ist überflüssig. An der 121 Metten Kustenlime zwischen Cap Henry und Cap Hatteras eine gefährliche Gegend! hat man 25 Stationen, die eine vollkommene Kette bilden. Te? alte Mörser. Jede Rettungsstation hat 7 Mann .nd einen Wärter. Ihr officielles Einkommen ist ein bescheidenes. Der Wärter hat ein Jahresgehalt von $900. Jeder von der Mannschaft bekommt $65 pro Monat. Die Leute werden unter strenger Disciplin gehalten. Jeden Tag finden ExercierÜbungen statt, und die Leute sind, auch wenn es nichts zu retten gibt, anhaltend Strapazen ausgesetzt. Die Stationen an der atlantischen Küste sind vom 1. September bis zum 1. Mai bemannt. Während der Sommermonate gehen die Leute in der Nachbarschaft dem Fischen nach, können aber jederzeit zusammengerufen werden, wenn man sie braucht, obgleich sie nicht in regulärem Dienste sind. Die Stationen an den Binnenseen sind von der Eröffnung der Schifffahrt im Frühjahr bis zu ihrem Schluß im Spätherbst bemannt. Dagrgen sind die Stat:onenan der Küste (SHiTftn .Oin2 Ot&. j V4IUUI VU9 lUUjv yu(i über in Dienst. EZ besteht ein regelrechtes Bef'örderunassvstem bei den
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Leuten, und vom Wärter ode? Ausfc her abwärts haben sie Nun'mer und Rang. In Abwesenheit von No. 1 befehligt der nächste Mana, Ro. 2, die Mannschaft, und so fort. Vom Sonnenaufgang bis SonnenUntergang dauert der Patrouillirungsdienst. An nebeligen Tagen müssen die Leute beständig in Dienst sein und mit brennenden Fackeln als Signal für die Schiffe, die Küste aufund abgehen. Die Rachtpatrouille ist in vier Wachschichten eingetheilt, und für jede dieser sind zwei Surfmen" erlesen. Alle Patrouillen an der Küste des atlantischen Oceans stehen in Verbidung miteinander und bilden sozusagen eine zusammenhängende Linie vom äußersten nordöstlichen Maine bis nach Florida. So oft die Vatrouillirenden von den verschiedenen Stationen zusammenlieffen, tauschen sie Karten aus, und diese Karten werden an die Befehlshaber jeder Station befördert, zum Beweis dafür, trnfj die ganze Küste gedeckt geWesen ist. eder Mann trägt, eine Strandlaterne und mehrere rothe Costan'sche Handlichter" mit sich, und sowie er ein Wrack oder ein gefährdetes Schiff bemerkt, zündet er ein solches Licht an. wobei eine glänzendrothe, weithin bemerkbare Flamme entsteht.Warnung oder nahenden Beistand kündend. Gerade im Warnen, in der Verhütung von Unfällen, leistet dieser Dienst das Meiste.
CapktZn Charles TuftZ. Die Uniform der Leute besteht aus einer blauen Blouse, einer Kappe mit den aufgestickten Buchstaben u. S. L. S. S." und grobflanellenen Hosen. Ihr Abzeichen stellt eine Rettungsboje dar, auf welcher sich ein Ruder und ein Boothaken kreuzen. Wie schon anaedeutct, werden zu dem Dienste meist Fischer genommen, die aus derselben Geaend sind, in welcher sie Dienst thun sollen, und ausgezeichnete Lokalkenntniß haben.Sie kennen nicht nur jeden Quadratzoll des Bodens, sondern auch alle Erhöhungen auf dem Meeresgrunde bis wenigstens eine Meile' weit von der Küste. Schwänzen und Müßiggängerei, wie z. B. im Polizeidienst so häufia vorkommt, kann es hier nicht geben: denn das Controllsystem ist ein sehr aenaues. und wenn die Stationen ZU weit von einander abliegen, als dak sich die obenerwähnte Bestimmung hinsichtlich Zusammentreffens der Vatrouillirenden an der Grenze und Austauschcns der Karten oder Marken durchführen läßt, so hat der einsame Surfman" dafür eine Uhr mit einem Zifferblatt, auf welchem der Umgang und die Zeit vermerkt werden. was der Mann aber nur mit einem Schlüssel thun kann, der an einem Pfosten gerade am Ende des .Patrouillebezirks befestigt ist. Apropos, wie schön wäre es, wenn wir im Bahnverkehr ebenfalls einen solchen Patrouillcdienst hätten! Früher sind sehr viele Angestellte ein Opfer des . Dienstes geworden, aber mit der Anwendung neuer Erfindungen hat sich die Gefahr bedeutend vermindert. Immerhin setzen die Leute beständig ihr Leben auf's Spiel. Am Weliausstellungsplatze, wo alle Arten der in diesem Dienst vorkommenden (alten und neuen) Geräthe, Leinen, Abfeuerungs . - Maschinerie, sich selbstthätig nach dem Umschlagen in die alte Lage versetzende und sich vom Wasser entleerende MahagoniBoote u. s. w. zu sehen sind, wird wochentlich dreimal , damit , manövrirt. Man hat die gewählte provisorische Station für so geeignet gefunden, daß man sie nach der Weltausstellung zu einer ständiaen machen und dafür eine andere aufgeben wird. Unverbesserlich. Bei einem Sourer hat eine lebhafte Dame einen sehr schüchternen Herrn zum Tichnachbarn. Nachdem ihr alle Versuche, aus ihm etwas mehr, wie ja-, nein" und ich weiß nicht" herauszubringen, mißlungen sind, fragt sie schließlich. als Klaviertöne aus einem Nkbenzim. mer erklingen: Spielen Sie Klavier?" Rein, ich nicht", antwortete er, .das Hut Jemand im Nebenzimmer." Unangenehm. Universitätsvrofessor: Meine- Herren, ick bitte einige Minuten um Ihre Nachsich!. Ich habe mein Manuskript zu yauje gelanen, aber mein kleiner Sohn wird es sogleich bringen!" Der kleine Sohn (eintretend): Mama konnte das Schriftstück nicht finden: ! dasür schickt sie aber das Buch, aus ! dem Du's abgeschrieben hast!" I ' Ein 'Zeitkind. (Fritz liest eifrig in dem Buche: Krone des häus lichen Glücks. Eine Anleitung zur guten Erziehung der Kinder bis z:im' 8. Lebensjahre.") Mutter: Ja. wie , kommst denn Du dazu, in diesem Buche zu leseni" Fnßchen: Weißt Du. Mama, ich hab' nur sehen wollen, ob ich bis icht von Euch richtig erzozeu dorden bin!"
F5lr unsere Frauen.
Plauderei von Mutter S. Silverlock Hall. In einem Boardinghause am Seestrande, das diesen Namen führt, saen nach einer reichlich eingenommenen Mahlzeit eine Gruppe Damen auf der Veranda in Schaukelstühlen. Nun ist nichts so zum Plauschen gecianet. als die Veranda, der Schaukel' stuhl und die Nuhe und Einsamkeit für ältere Damen während eines Sommeraufenthaltes. Da werden Beobachtungen aemacht. die, wenn diese Frauen daheim in ihrem Wirkungskreise aeblieben wären, von ihnen gar nicht beachtet würden; da werden Schlüsse gezogen und verbreitet, die oft zu großem Verdruß, Neid und Unglück Anlatz geben und Alles weil die Damen Zeit haben, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen. Die Kleinigkeiten des Lebens sind es, die so viel 'Trübsal, ia oft Unglück und Ruin in so manche Familien bringen, denn große Pläne, um den Nachbar zu ruiniren. überlassen wir Alltagsmenschen dem Romanschriftsteller; aber die kleinen Nadelstiche, das Unterminiren und Aufeinanderhetzen das ist es. was uns das Leben verbittert. Ich sak auch in einem der Schaukelstühle, war den Tag eben angekommen. daher waren mir alle die Leute noch gänzlich fremd. Das Gespräch drehte sich zuerst um das Essen, dann kam es auf die Kinder, dann wurde von Kleidern gesprochen und zuletzt kam es auf die Ehe. durch eine Bemer- j kung, daß Mrs. Lang rothgeweinte Augen gehabt, und Mr. Lang den Abendzug in die Stadt genommen ! hätte, und da sei Niemand anders Schuld, als die rothe Hexe", die alle Männer in sich verliebt mache, Herr Lang sei erst mit dem 3 Uhr Zug angekommen, sein Frauchen habe ihn so sehnsüchtig erwartet und alle Augenblicke nach der Uhr gesehen; als sie wieder einmal auf die Uhr blickte, sagte Jemand: Jetzt erwarten Sie doch Ihren Mann nicht mehr, es ist schon vier Uhr." Ach," antwortete sie, da ist ihm ein Unglück zugestoen. er hat mi? fest versprochen, zu kommen, und meine Uhr ist stehen geblieben. Da will ich gleich telegraphiren." Mit diesen Worten sprang sie auf, um sich sofort auf das Telegraphenamt zu begeben, prallte aber, als sie um die Ecke der Veranda bog, mit ihrem Gatten zusammen, der in Begleituna der Frau mit den hellen Waaren und der dunklen Vergangenheit auf sie zukam. Da hätte es denn eine Scene abgesetzt, und die Folgen davon waren rothe Augen ihrersctts und Verschwinden seinerseits. Es ist doch schrecklich." sagte Frau Lucks. dak es immer und überall dasselbe ist: es können zehn bis zwanzig nette, sunae. liebenswürdige.wohlerzoaene Damen da sein, und die Herren rühren sich nicht; ist aber eine da. die etwas mysteriöses, aber flottes hat, sie darf noch so künstlich ausgebaut s?in. wenn sie nur das gewisse Fluidum besitzt, und die Männer laufen ihr nach wie die Schohündchen. Ist der Geschmack der Herren degradirt? Fast scheint es so. denn Tugend, Schönheit, Fleik. Verstand, Bescheidenheit. Liebe kurz alle guten Qualitäten müssen diesem Fluidum weichen und zurückstehen." Datz aber." schaltete Frau Wolf ein, der Mann schon nach so kurzer Ehe eine aanze Stunde in Gesellschaft der Sirene zubringt, und keine Sehnsucht nach seiner Frau hat, ist doch stark." Man, sieht es aber diesem Lang auf den ersten Blick an, daZz er ein Don Juan ist," sagte Frau Neidmeyer. und mir scheint, dies wissen alle Leute, nur seine Frau nicht. Ihr Gesicht hätten Sie sehen sollen, meine Damen, als sie mit ihnen zusammentraf kreideweiß ist sie geworden, auf dem Absatz hat sie sich herumgedreht und ist auf ihr Zimmer geganaen " Das arme Frauchen!" sagte Frau Mild. Ach Gott!" rief Frau Neidmeyer, uns geht es auch nicht besser, wir alle stehen in denselben Schuhen; die Frau Lang wkrd noch mehr erleben." Es ist doch merkwürdig, daß wir Frauen alle dasselbe Schicksal erleben, und daß nach kurzer Ehe wir unseren Männern nicht mehr interessant erscheinen woran liegt nvr dies? Ist es die Gewohnheit des Zusammenlebens? Oder verlangen die Männer immer wieder etwas Neues, das sie erringen müssen?" meinteFrau Luchs. Ueberall. wohin wir blicken, ist dasselbe Elend, unbefriedigtesVerlangen. Sehnsucht nach dem Glücke wo ist dies zu finden? Ist eine von den Damen wahrhaft glücklich in ihrer Ehe?" Allgemeines Schweigen, während die Blicke der Damen im Kreise herumgingen: dabei fielen ihre Blicke auch auf mich, die ich als Neuangekommene bisher schweigend dagesessen hatte. Jetzt konnte ich Mich mcht mehr halten und frug: Ist eine von den Damen wirklich unglücklich?" Abermaliges Schweigen undAnschauen, dann brach Frau Neidmeyer los: Ich bin Gewiß unglücklich," sagte sie. ich habe einen Mann, in dem sich alle Untugenden vereinigen: er ist geizig denken Sie sich, meine Damen, er aibt mir nur hundert Dollars den Monat für mich, vier Kinder und ein Dienstmädchen, dabei verdient er fünf Tausend Dollars das Jahr. Aus diesem Gelde muß ich das Dienstmädchen bezahlen, die Kleider, die Schuhe, die Privaistunden. Licht. Holz, das Essen. Alles, was zerbrochen wird, und vieles Neue. Ich arbeite, wie ein Vieh, um die Ausgaben mit mein:r
Einnahme zu vereinigen, helfe dem Mädchen waschen, bügeln, besorae das Kochen und Backen selbst, die Kleider und Näherei, überall, wo es etwas zu sparen gibt, were ich mich in die Bresche. Dabei hat mein Mann Geld und Zeit, jeder Schürze nachzulaufen. Sie können mir glauben, daß es mir zuweilen fehr knapp geht und ich Manches auf Borg nehmen muß; kommt dann eine Rechnung nach Hause, und ich verstecke sie um des lieben Friedens willen, so stöbert er mir alle SÄubkästen und Schränke aus. bis er sie findet. Dann fängt er Streit jnit mir an und hält mir die Pistole an den Kopf, um mich einzuschüchtern. Ich aber lasse mir nicht bange machen. Was," sage ich ihm, ich werde mich doch nicht vor so einem secondhändiqen Knirps fürchten!" Aber sein Geld hält er fest und gibt mir nur so viel die Woche. Er hätte mich auch nicht auf das Land gelassen, wenn der Doctor es nicht für unser jüngstes Kind verordnet hätte." Der Meine," sagte Frau Luchs, hat die schöne Angewohnheit, sobald ihm etwas nicht gefällt, zu mucksen, und dann bin ich Luft für ihn. Im Anfang unserer Ehe habe ich keinen Abend vorbeigehen lassen, ohne mich mit ihm zu versöhnen. Siehe," sagte ich, Du, wirst sa doch wieder gut; man soll seinen Groll nicht über Nacht behalten. Ich hatte mir nämlich bei meiner Verheirathung eine ganze Reihe von guten Vorsätzen vorgenommen. wie: Werfe nicht jeden Irrthum wieder vor. Lasse Dich nicht zweimal um etwas bitten. Niemals in Zorn zu gerathen, wenn er verdriesUich ist. Lasse Deinen Mann nicht ohne ein freundliches Wort von Dir gehen oder zu Dir kommen. Lasse niemals die Sonne über Deinen Zorn niedergehen. Vernachlässige die ganze Welt, nur ibn nickt. Suche ein Jedes dem Anderen nachzuaeben. Werft Euch nicht gegenseitig Eure Ausaaben vor. Ueberhebt Euch nicht auf Kostm Eures Gefäbrten. Aber alle diese Grundsätze sind mir von ihm als überspannte Schrullen abgewöhnt worden; jetzt kann er gehen. kommen, verreisen, wiederkehren ich störe mich nicht darum ich thue meine Schuldigkeit und damit: Basta! Stellen Sie sich einmal ein solches Zusammenleben vor und wie gut die Kinder unter solchen Umständen füblen." Mir." sprach. Frau Wolf, geht es gut. ich kann nicht klagen. Mein Mann thut mir. was er mir an den Augen absehen kann; er ist freigebig, vernünftig und mir treu. Darüber zerbreche ich mir den Kopf nicht, denn nach meiner Ansicht gibt es nur zwei Wege, entweder ich vertraue meinem Mann ganz und voll, oder ich bin seine Frau überhaupt nicht mehr, denn wie man mit einem Manne zusammen leben mag. den man fortwährend beargwöhnt, ist mir unbegreiflich." Man sieht, daß Sie die zweite Frau sind." sagte Frau Neidmeyer, denn wenn ein Mann schon einmal eine Frau verloren hat, so hat er Erfahrungen gesammelt, die der zweiten Frau zugute kommen. Was aber sagen Sie?" wandte sie sich an mich, Sie haben doch gewiß in Ihrem. Leben viel erlebt, Sie sehen mir wenigstens so aus. Geben Sie uns Ihre Ansicht über die Ehe zum Besten." Das will ich." war meine Antwort. Sehen Sie, eine der HauptUrsachen der vielen unglücklichen Ehen ist die Erziehung. Das Mädchen wird nicht tüchtig genug für die Ehe gemacht, dem Manne zu viel nachgesehen, dann ist der ewiae Streit der Geschlechter, wer Herr sein will. Wenn sich, zwei lieben und wollen einander für das ganze Leben angehören, so ist es gut. wenn ihre Charaktere sich erganzen: er soll die Kraft, die Stärke und den festen männlichen Willen besitzen; sie soll im Hause weise regieren. die Geduld, die Ausdauer repräsentiren und vermittelnd und ausgleichend zwischen den Familienmitgliedern stehen. Die Frau soll weder über noch unter, sondern neben dein Manne stehen: Mann und Weib sind zwei Wesen, die neben einander her- laufen und ihre Mission erfüllen müssen zur Fortpflanzung des menschlichen Geschlechts. Eine glückliche Ehe auf der Basis der Vernunft, der Freundschaft, des kameradschaftlichen Zusammenlebens ist das Köstlichste, das der Mensch besikt. aber leider, ist einesolche Ehe selten, und merkwürdig ist es. daß oft die besten Frauen an die größten Schurken gefesselt sind unv die edelsten, großdenkendsten Männer Kourtisanen als Frauen- besitzen, die vor keiner Gemeinheit xurückschreckin und zu ieder Schandthat bereit sind. Von Allem, was ich hier- gehört habe, kann ich nur sagen: Mein Mann thut dies nicht, mein Mann ist gnt bt sorgt um mein Wohl, nobel in seiner Denkunasart. ein Cavalier vomScheitel bis zur Sohle, und wenn er es nicht wäre, so würde ich es hier gewiß nicht ausposaunen." Wie sie'S versteht. Dame: Ihr Herr ist wob! ein viel gesuchter Arzt?" Dienstmädchen: Ach. nein, man braucht ihn nicht lange zu suchen, er ist immer in seiner Stammkneipe .zum goldenen Löwen.' Die Häßliche. Herr snach. dem er Abends ein unbekanntes Frau lein längere Zeit bereitet hat): Wol len Sie denn jetzt nicht einmal den neidischen Schleier lüften, Fräulein?" Dame: Ach warten Sie doch, bis an meinem -Hause ich fürchte mich hier allein zu achen'"
