Indiana Tribüne, Volume 16, Number 346, Indianapolis, Marion County, 3 September 1893 — Page 9

Jndimm Tribiine.

ei läg e. Indianapolis, Ind., 2 September '92Z Ile iatzenmama (Line Idylle.) fcon QtSitt nf4 CZ mt ein altes Hau5 in der yaup: ftraße einer großen Stadt in Oesterreich und hatte mache? Näthselhafte an sich. Da va? zuerst seine Farbe. Kein Mensch märe im' Stande gevesen, zu sagen, ob ti eigentlich gelb, grau oder rosa war, und es war auch nur schwer zu bestim men,' ob sich der Anstreicher oder der Re zen ein größere? Verdienst darum erworben hatte. Dann var die Einrichtung zar seltsam. Das zweite Stockwerk bewohnte eine alte Frau, daZ erste deren, Tochter mit ihrem Mann und ihren Kindern,'- im Erdgeschoß befand sich die Lottokollektur, Deren uralte, verwaschene Tasel vortreff iich zu allem Änderen stimmte. DaZ war in keiner Weise merkwürdig,- ebenso e nig, daß da? Hau nur vier Fenster Front hatte, aber da war eine Treppe, veren Stufen so weit auseinander stan den, daß man sie, wie jene der egypti schen Pyramiden,? mühsam ohne srem se Hilfe erklimmen konnte, da waren lange Korridore und braune, wurmichige hölzerne Gänge an der Hofseite, und tie se, niedere Zimmer mit Fensternischen, vie wieder kleinen Stübchen glichen, Servanten voll schwarzangelaufenen Sil berS und Möbel, die so schmal waren, daß sie zu allen Andern, nur nicht zum Sitzen bestimmt schienen, Kästen und Kommoden mit hundert Fächern und Lädchen, und bis 3 Alle? in ewiges Halbdunkel getaucht und dabei doch wieder so rein und blank, wie wenn es nur zu dem Zwecke da wäre, um Wohnen zu spielen, nicht aber im Ernste Menschen und nun gar fünf lebendigen, unruhigen Kindern jum Aufenthalte zu dienen. Räthselhaft war auch die Stille, welche im oberen Gelaß herrschte. Nur selten drangen die hellen Kinderstimmen bis hier heraus, in der Regel hörte man nur da; Heim chen im Gemäuer zirpen, den Holzwurm pochen oder das Mäuschen irgendwo na gen. Die alte Iran, die hier hin und her ging, var nicht minder kurios. Sie schien nur noch halb lebendig, man hörte sie nicht, und man sah sie auch 'nur selten. War dies der Fall, so schien , es un möglich, auch nur ein Fältchen an ihr zu entdecken, daZ anders gewesen wäre, wie am vorigen Tage oder vor einem Jahre, sie trug stets dasselbe Kleid von schwarzer Seide, eng, mit kurzer Taille und klei nem Kragen, wie man ti vor einem hal den Jahrhundert getragen hatte, dieselbe Haube, genau so weiß wie ihre Haare, dieselbe Krause. . AlleZ an ihr schien, wie an alten Bil dern, nachgedunkelt zu haben, besonders ihr mildes, kluges Gesicht, das man ver sucht gewesen wäre, für auS Bernstein ge schnitzt zu halten, wenn es nicht wie zer knittert ausgesehen hätte. Ihre Tochter verließ auch nur selten daS Haus, schon deshalb, weil ihr Mann, ein höherer Beamter, mehr im Bureau, als bei seiner Familie zu Hause war. ES gab immer zu thun, in der Wirthschaft oder bei dea Kindern, und gab eS nichts, so machte sich die sanfte, verständige Frau zu schassen. Wenn die Stille des Hauses wenig gestört wurde, so war die? nur deshalb der Fall, weil die ältern drei Knaben die Schule besuchten und der kleinste da? Temperament seiner Mutter geerbt hatte: er var zufrieden, wenn er auf dem Tep pich mit einem alten, hölzernen Pferde oderein paar irdenen Töpfen spielen konnte, und führte mit denselben ost lange, tiessinnige Gespräche. Sobald die Ersteren freie Zeit hatten, gab eS dasür um so mehr Spektakel, denn sie kannten nur zwei Spiele,d!e ihrer würdig schienen' Soldaten und Räuber. Um so weniger machte sich Bella, die einzige Tochter der sanften Frau, bemerk tat. Sie lernte nicht sonderlich gern, um so eifriger nahm sie sich aber, schon mit zehn Jahren, der HauZwirthschaft an. Hatte sie bisher ihre Puppe an und aus gezogen und für dieselbe gekocht, so be gann sie jetzt ihr kleines Brüderchen zu waschen und zu kleiden, den Milchbrei sür dasselbe zu bereiten und eS damit zu füttern, und hatte sie den kleinen Welt weisen versorgt, so sann sie nur darauf und beschäftigte sich nur damit, die Noth der Armen zu lindern. Kam ein Hung kiger, dann hatte sie gewiß irgendwo ein volle Schüsselchen und ein Stück Brot sür ihn bereit, sür den Barfüßigen fanden sich ein Paar Schuhe, für den Frierenden war ein warmer Rock bei der Hand und unablässig strickte Bella Strümpfe oder häkelte Häubchen und Kleidchen für die armen kleinen Kinder. Nun war aber eine arme von Schicksal Verfolgte imHause selbst.wie sollte sich daS mitleidige Herz der kleinen Bella dersel' ben verschließen? ES war dies eine Katze, weiß und schwarz gefleckt. Niemand wußte, woher ste gekommen war. Niemand gab ihr zu essen, Niemand schmeichelte ihr, und doch war Niemand im Stande, sie zu vertrei ben, obwohl man sich alle nur erdenkliche Mühe gab, ihr den Aufenthalt va Hause zu verleiden. Es mag - wahr sein, daß sie, oben wie unten. Besuche in der Küche und der Speisekammer machte, ' die den Köchinnen Verdruß bereiteten, da sie in verdächtiger Weise mit den Kanarienvö geln liebäugelte und Bellas ältestem Bruder sogar einmal den Wurstzipfel vom Teller entführte, aber sie wurde doch noch schlechter behandelt, als sie es verdiente. Wo sie sich nur blicken ließ, flog ihr gleich ein Scheit Holz, eine Osenzange, ein Lineal oder ein Buch nach, ein Jeder versetzte ihr Fußtritte, traktirte sie mit Schlägen, jagte sie gleich einem reißen den Thiere. Sogar der kleine Weltweise, der kaum kriechen konnte, versuchte min bestens, sie in den Schweif zu kneifen. 0!e hatte indeß dies Alles seduldia er-

kragen, wenn man lhr nur ihre Jungen in Ruhe gelassen hätte, aber die Knaben ; machten dieselben jedesmal ausfindig und warsen sie in das Wasser bis aus Eines, und dieses fraß regelmäßig der Herr Papa, ein großer, schwarzer Kater aus, der diese üble Gewohnheit mit dem Göt tesvater Saturn gemein hatte, sich fast nur bei dieser feierlichen Gelegenheit Mi cken ließ und sonst aus den benachbarten Dächern ein freies Leben volle Wonne führte. Die arme, weiß und schwarzgefleckte Katze weinte jedesmal nach dieser trag! schen Begebenheit mehrere Tage hindurch und fl oh die Gesellschaft der Menschen Da nahm sich plötzlich die kleine Bella der unglücklichen Verfolgten an. Sie begann damit, sie zu taufen, denn bis her hatte sie wohl verschiedene, wenig ichmeichelhaste Titulaturen, aber keinen Namen gehabt. Bella hieß sie Mutz, und da ihr schwar zer Gatte sich bei demSchüsselchen, da? die Kleine ihr nun täglich vorsetzte, gleichfalls gern einfand, so wurde er Herr und sie Frau Mutz genannt. Cs war nun aber rÄhselhaft, genau so räthselbast, wie es in dieses hauZ paßte, daß Herr Mutz seiner Gattin mit auSge suchter Galanterie die besten Bissen über ließ und nur das nahm, waS von ihr unberührt blieb. .Wie artig Du alsGcmahl sein kannst, Herr Mutz sagte Bella ?ineS TageS zu ihm, .weshalb bist Du denn so garstig als Papa?Herr Mutz hörte eS, aber er machte die Augen zu. Er that, als ob ihn dies Alle nickt anginge. Frau Mutz wurde indeß von Tag zu Tag vertraulicher, ti währte nicht lange, so begrüßte sieBeZa jedesmal mit freund lichem Miauen, ließ sich von ihr das Fell, streicheln und begleitete sie durch die, Gänge und die Treppen aus und ab. So kam allmälig wieder der Monat März! heran und es nahmen jene zugleich lusti gen und schrecklichen Conzerte und Tur niere ihren Ansang, die aus den Dächern im Mondlicht ezekutirt und ausgefochten werden und bei denen Herr Mutz als Held und Minnesänger neue Lorbeern erntete. Und wieder kam ein Tag, wo sich! Frau Mutz vom Geräusche der Welt zu rückzog, aber diesmal nicht, um von den muthwilligen Knaben bald entdeckt und in ihrem süßen Glücke gestört zu werden. Sie war und blieb verschwunden. Dann ließ sie eines Abends, als Bella über den Gang ging, im Dunkel ihr trauliches Mianen vernehmen und nahm dankbar die Bissen, die ihr die Kleine brachte, in Empfang. Und so kam sie nun taglich. schrecklich abgemagert, für einen Mo ment aus den Gang, schlang hinab, was Bella für sie in der Schürze hatte, ließ sich von ihr streicheln und bedauern und entfloh dann vie kleiner Geist, ohne nur das geringste Geräusch verursa chen. Eines Morgen? erwartete die Katze aber Bella schon vor der Thüre, und nachdem sie ihre Ration in Empfang ge nommen hatte, begann sie mit sreundli chem Miauen voraus zu laufen und sich nach der Kleinen umzusehen, als lade sie dieselbe ein, ihr zu folgen, und da Bella ihr wirklich nachging, führte sie dieselbe, den Schweif stolz rollend, die Stufen zu den Dachboden empor und hier zu ei nem verborgenen dunkeln Winkel, in dem ihre Jungen auf einem alten Bett teppich lagen, und zeigte sie ihrer Beschützerin, indem sie bald ihren Kopf schnurrend an ihr rieb, bald die Kätzchen mit der Pfote ihr zierlich zuschob. Die Kleine begleitete nun Frau Mutz Morgen für Morgen heimlich unter das Dach und freute sich mit iyr, wie. die Kätzchen heranwuchsen und mehr und mehr mit einander zu spielen und die drolligsten Pantominen aufzuführen begannen ; bis eines Tages Frau Mutz, zum allgemeinen Entsetzen, würdesoll von füns kleinen, halbwilden Katzen be gleitet, aus dem Gange erschien und die selben wie zumPoffen selbstzufrieden dem ganzen Hause vorstellte. -An ein Ertränken der ebenso muth willigen nlS unersättlichen Bande, wel' che Herr Mutz mit komischem Erstaunen musterte, war nun freilich nicht mehr zu denken, um so mehr beeilte man sich, sie in der Nachbarschaft zu verschenken und Frau Mutz war bald wieder allein. xSie ertrug aber diesmal das wehmüthige Schicksal, dem schließlich jede Mutter-lt gegengeht, gelassen und sogar heiter, in dem sie bei der kleinen Bella Trost suchte. Diese machte täglich der Großmutter einen Besuch, mit ihr schlüpfte jetzt jedes Mal die Katze durch die braune, messing beschlagene Eichenthüre und lag auf dem Schooß der Kleinen und schnurrte, mäh rend diese strickte und die Großmutter ihr Märchen erzählte. Nach und nach wagte sich aber Frau Mutz auch in die Räume des ersten Stockwerkes und ging endlich Bella nicht mehr von der Seite. Während des MittagsessenS saß sie ne ben ihr ans der Kommode, wenn Bella, arbeitete, lag sie'sich'auf dem Schemel zu ihren Füßen und Nachts bettete sie nch auf den Hausschuhen ihrer kleinen Freundin. ... ' Jedesmal, wenn abgegessen war, sprang Bella die Stusen zum zweiten Stockmerke empor, und wenn hier ihre Stimme aus dem hölzernen Gange, gleich einem silbernen Glöckchen ertönte, stiegen die Katzen von allen Dächern herab und aßen mit eben so viel Appetit als Gra zie, was ihnen ihre niedliche Wirthin vorsetzte. Die alte Frau sah gern zu und strich wohl manchmal auch wohlge fällig über den braunen Kops ihrer En kelin. Als aber die Knaben, die Köchinnen und die anderen Leute im Hause daS große Geheimniß entdeckt hatten, bekam die kleine Bella den Spottnamen die Katzenmama, Sie machte sich aUt we nig daraus. . .Würde die Thüre, wie es manchmal vorkommen mag, auf Kosten der Menschen lieben und nähren, so wäre man im Rechte, mir einem ernsten Vorwurf daraus zu machen sagte sie zu ihren Brüdern. .Ich bin aber weit davon ent fernt und deshalb bin ich im Ncate.Euch rine Lehre zu ertheilen. Auch die Thiere hat Gott erschaffen, und er nährt sie, so lange sie in der Freiheit leben, wie er die Blumen auf dem Felde lkidet. Für

Jene aber, welche die Menschen gezähmt und an ihr Hau gewöhnt haben, die ihnen mannigfachen Nutzen dringen, sind die letzteren auch verpflichtet, zu sorgen. Verstehr Ihr mich?Die Großmutter gab ihrer Enkelin Recht. .Laßt . sie mir nur in Ruhe sagte sie, .sie wild einmal eine gute Mutler werden, waö aber auö Euch wird, Ihr Schlingel, das weiß noch lein Mensch." O Und die alte Frau hatte Recht behal ten. Bella ist groß geworden und hat einen

trefflichen Mann bekommen, der sie ver : göttert, und eS wäre ein Wunder, wenn er eS nicht thäte. Die junge Frau, die I jetzt mit den Ihren das erste Stockwerk ! bewohnt, während ihre Eltern zu der i Großmutter hinaufgezogen sind, ist xotA der geistreich, noch musikalisch, sie ist. I glaube ich, auch nicht immer nach der neuesten Mode gekleidet und kennt nicht einmal die Titel jcrer Romane, welche die Welt in Ausregung versetzen. Sie besucht auch nur selten das Theater und war noch xit in einem Badeorte. Alt väterisch, wie sie ist, paßt sie vortrefflich in das alte Haus, das ihr ganzes Leben, lhre kleinen Leiden urd ihre großen Freu den einschließt und wie hübsch nnb frisch sie dabei ist, und nur. weil sie sich vom Morgen bls zum Abend regt, weil sie keine Zeit hat sich zu langweilen oder sich unglücklich zu sühlen. Daheim zieht sie sich auch gern hübsch an, und das kleine Häubchen, der in einfachen Falten herabfließende Seidenrock, die bequemePelz jacke von farbigem AlaS und die Sam metpantöffelchen, in denen sie weich und sachte -wie ein K5tzüen hin und her schlüpft, stimmen so ?ut zu den Möbeln, die ein paar .hundert Jahre alt sind, zu den Erkern und Nissen, dem braunen Holzgetäfel und der weißen, kunstreichen Stuckatur. : . Der Storch hatte sie lieb ; während ein rothbackiges Kindchen auf dem Tep dich spielt, hat' er ihr schon ein zweites m die Wiege gelegt und sie verdient es, denn sie ist eine gute Mama. - Frau Mrtz'ist indeß alt geworden, sie hat keine Zähne mehr, so daß ihr das rothe Zunglein stets auS dem Mäulchen hervorguckt, und sie yat auch keine Jun gen mehr.' Dasür ist sie BellaS Kindern eine zweite kleine Mama. Wenn die junge Frau ihrem Kleinen die Brust reicht, isitzt Frau Mutz auf dn Armlehne .des Stuhles und sieht ernst und aufmerksam zu, und wenn Niemand da ist, um mit dem älteren zu spielen, unterhält sie ihn, so gut sie kann, indem sie sein Pferd mit ihren Sammetpfötchen ohrfeigt und die possierlichsten Sprünge über seine Beinchen hinweg macht, und känat. es in- lckreienan. o ist sie gleich zur Stelle und ayrt lhm mlt Da x)oiut rothen Zunge begütigend über die dicker Händchen und das verweinte BlaZenget gesicht. .. Einmal, wie schon alle Mittel erschöpft sind, bringt .sie dem kleinen Schreihals eine Maus zum Spielen und ist rech! erstaunt, wie Bella das arme, geäng stigte Thierchen pardonirt und ihr noch einen Verweis ertheilt. Dafür wird sie aber wenige Tage später belohnte Der Kleine macht seine ersten Schritte und während er schalkhast lächelnd in das Zimmer seine? PapaS hineinschwankt und Bella ihm strahlend mit auSgebrei teten Armen folgt, geht Frau Mutz stolz, mit erhobenem Schweif, als Herold vor an und kündigt mit lautem, freudige Miauen das große Ereigniß an. Aer verrückte Anatom. Nach dem Amerikanischen on Abd? Jonek. Wer sich langweilt, pflegt sich gerk seiner Freunde zu erinnern. Ich la.ig weilte mich. Nichts natürlicher also, als daß auch ich meinerseits Bob Hunton'S gedacht, Bob Hunton'S, der meist mit mir auf derselben Schulbank gesessen und den ich seit Jahren nicht gesehen. Nichts natürlicher, als daß ich beschloß, ihn aufzusuchen. Ob ich ihm gelegen kam?. Wer weiß! Doch waS kümmerte mich daS. Ich langweilte mich. Grund genug, ihn . aufzusuchen und ihn besten Falls auch zu langweilen. - Er war nicht schwer zu finden. Denn hätte ihn selbst ganz Francisco nicht ge kannt, so wüßte mich doch jeder zu dem Hause zu weisen, wo er zu finden war. zum Irrenhause. Er war also leicht zu finden, und ich fand ihn auch, fand ihn, ganz wie ich ihn gekannt, nur älter, viel älter. , Er freute sich, mich zu sehen, ließ Glä ser und Wein kommen ! wir stießen an, sprachen von dem und jenem, und end lich, weil wir von so vielem zu sprechen gehabt hätten von nichts mehr. Da kam ihm ein Gedanke. ' .Willst , du' meine Familie sehen?" fragte er mich. . .Familie ?" wiederholte ich erstaunt. .Nun wie man'S nimmt. Nicht so ei gentlich waS man Frau und Kinder nennt, sondern .Sondern?" .Nun Kinder Dabei sah er mich 15 ckielnd an. Gut sagte ich. Ich verstand zwar nichts von dem, wag er meinte, aber ich that so, als begriffe ich ihn vollkommen. V ' Er schien sich darüber zu wundern ; doch sagte er nichts, nur einenSeitenblick warf er mir zu. Dann stand er auf und winkte mir, ihm zu folgen. " Ich ging.' Erst, führte er mich, acht Stufen hinauf,. dann durch einen langen Gang, dann sieben Stufen hinauf wie der ; durch einen' Gang, wieder Stufen hinab und hinauf. Endlich blieb er vor einer Thür stehen. Seltsamer Gesang tönte da heraus; bald hell und klar und deutlich die schönste Melodie; dann ein schriller Schrei, - der einem durch' Mark und Bein ging. 'Dann wieder ein leises Gemurmel,' tiefe, lautlose Stille ; aber mals . ein . Schrei, Gepolter. Weinen, Schluchzen und grelles Lachen, alles wirr durcheinander. " Ich bttckte ihn fragend er.. x Er erwi derte meinerr Blick mit ine'm breiten, gutmüthigen Lächeln, öss?ete die Thür und bedeutete mir einzutreten. ' Jchzö gerte. . .Meine Familie sagte er und vieS hinein.' Jetzt verstand ich ihn. .Meine Kinder, meine. liebSen Kin

der wiederholte er und wle ein tzschät ten von Trauer flog eS über sein Ge sicht. Ich konnte nicht ander, ich mußte ihm die Hand drücken. ES war ein schö ner Gedanke die Kranken deS Arztes, Kinder. DaS war ein feltsam troploser An blick: so tiele Menjchen, denen das man gelte, was erst den rechten Menschen auS macht. Ich mochte wohl zu laut gedacht haben : denn er' blickte mich an, steckte seine Finger in die Dose und sagte, den Tabak zur Nase führend : .Ich begreife; du verstehsrmich nicht. Machst wenig siens ein Gesicht, alS süßest du auf der Schaukrlbank und solltest arabisch lesen. Will mich näher'erllaren. Sieh' dir den an. Was glaubst du?" Er zeigte aus einen jungen Mann, den ich bisher gor nicht bemerkt hatte. Er saß, in eine Ecke zusammengekauert, aus der blon Diele. Starr blickte er aus einen Punkt; sein Haar hing wirr herunter. Seinen Kops stützte er aus den einen Arm, der selbst wieder auf den ganz heraufgezogenen Knieen ruhte. Die Finger der Hand. hielt er ausgespreitzt in seinem Haar, während er mit den Zahnen die Nägel seiner Rechten kaute. Keinen Laut gab er von sich; nur hier und da bewegte er die Lippen und schloß die Augen dabei mit dem NnZdruck des

größten Schreckens und nttzens. .Wer ist das?- ftagte ich. ohne einen Blick von dem schrecklichen Bilde abzu wenden. .DaS! das ist der verrückte Anatom. Wenn du willst, erzähle ich dir von ihm. DaS heißt wie hu willst .Gewiß, gewiß x , Wir gingen. Auf Bob'S Zimmer an gelangt, setzten wir uns. Lange Zeit blieben wir stumm. Endlich sing Bob an : .Sage mir, Robq, kennst du wohl die Weiber?" Na, was frage ich erst. Bist ja ein Schreiber oder wie ihr daS Zeug sonst nennt. Warst auch einmal jung, warst hübsch, mußt die Weiber kennen. Aber ich, ich war jung, nie hübsch und kenne sie doch. Kenne sie doch die Wei ' ber. Pfui Teusel ' rief er plötzlich und spuckte auS, und ich wußte nicht, meinte er die Weiber oder bin Tabak, den er gekaut hatte. .Ja, fuhr er fort, !Snnte auch davon erzählen, viel, sehr viel, mehr alS ihr alle in euren Büchern zusammengeschmiert. Doch lassen wir das ; will ja nicht von mir erzählen von ihm, dem verrückten Anatom. .James CrookeS. hieß er; war ein Mann, findest in ganz Francisco keinen zweiten, jung, schön, stark und fleißig, sehr fleißig. War mit 22 Jahren Doc tor der Medizin, wurde Assistent bei der Anatomie, hatte sein Auskommen und lebte darauf los, lustig, wie der Fisch im Wasser, verdrehte allen MSdelS den Kopf. Liefen alle ihm nach,' als güb'S nur einen Mann :n ganz Francisco. Wie die Weiber schon einmal find. Lau fen doch genug BengelS in der Stadt herum. Ader nein. Waren alle toll auf den einen. Er küomerte sich übrigens verdammt wenig um sie. Er hatte sich ein Mädel genommen, ein Mädel, wie's kein zweites gibt. Sagt dir, war ein Paar wie für einander geschaffen ...... Sollte ein Ende nehmen. Waren zu glücklich, um's ' lange so weiter zu ma chen. Hatten sechs Monate zusammen gelebt wie die Turteltauben. DaS war .genug Kurz und gut, er verließ sie. Um ein Weib. Natürlich. Wo'S ein Unglüct gibt, ist ein Weib auch nicht weit. Könnte auch ein Liedchen davon singen . Eine Deutsche war'S. Blondes Haar, blaue Augen, ein GcZicht .vie Käse und Butter. Weiß nicht, wo JameS Crooktt seine Augen hatte, war doch sonst ein vernünftiger Kerl. . . . .Verlobte sich Mit ihr. hatte Fanny Cbassy, so hieß d!l erste prachtvolleS-MSdel rein verges sen. Verdiente Doch er ist gestraft genug, der arme Juuze. Also er verlobte nch mit der Deut ichen. In vierzehn Tagen sollte Hoch iklt sein. Hatte es verdammt eilig. Iber sollte nderS kommen. Kommt -ires Abends von seiner Braut nach )ause. pfeift ein Liedchen vor sich hin inb nirnnt drci vier Stufen auf ein nal. So froh war er. Auf den ersten Absatz begegnet ihm Lob, der Diener. Lichts Neues. Bob. .Doch, Herr Doctor. Schönes Ma terial. Prachtvolles Muskelprüparat. Für Nerven zu'fitt, aber schön, sehr schön. Ein Mädel, hm.' achtzehn Jahr. Ein Kind gehabt. Nun. kennen daS. Gut' Nacht. Herr Doctor. JameS steigt lustig die Stufen empor, geht an der Thür vorbei, da weiß der Teufel, packt ihn die Neugier. Dreht sich um und geht in den Seciersaal psei send. Richtig, auf dem Tische liegt et waS. Eine Leiche, in ein weißes Tuch gehüllt. JameS CrookeS Itritt hin, im mer lustig vor sich hinweisend, schiebt daS Bettuch vom Gesichte weg. dann tönte ein Schrei, ein dumpfer Fall, Vob Kürzte herein und findet. .. .Kurzum, die Leiche war Fanny Chassy. JameS Croo keS aber nun, am andern Tage ?är er hier. Hier im JrrenhaüS. . Bob Hunton schwieg. Wir saßen lange Zeit stumm. Dann stand ich auf, drückte ihm die Hand und ging. . Die Geschichte aber vom verrückten Anatom werde ich mir merken mein Le 'enlang.. . " im Eine aufrichtige Appellation. Da so Piele anzeigende Firmen sich an daS Publikum wenden, so hat Dr. 2choop in Racine, WiS., sich entschloß sen, an irgend eine Adresse, Proben seiner Arznei nebst Kr'ankenbuch frei zu versenden, um deren wirklichen Werth zu beweisen. Dieses giebt dem Publikum Gelegenheit, dieselben zu probiren und sich über seine neue Entdeckung .zu insormiren, bezüglich der Ursache von chronischen Krankheiten und Aufklärung zu erhalten über die Methode zur Heilung von Magen-, Leber- und Nierenkrankheiten durch die Behandlung mit seinen wiederherstellenden Arzneien, die direkt auf die Nerven einwirken, welche diese Organe kontrolliren. A g e n t e n gegen Salair und Commission verlangt.

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