Indiana Tribüne, Volume 16, Number 346, Indianapolis, Marion County, 3 September 1893 — Page 3

Das Mllttermnl. Äolkirsman von karxr StUös, (6. Fortsetzung.) .Gewiß nicht,- sagte Sibyl höflich, und bald brachte Anna das Theebrett. Varneck nahm eine Tasse von chinesischem Porcellan, und an dem Fußende des Sophas stehend, trank er daraus. Ich denke," sagte sie, indem sie an der Reseda pflückte, die sie vor ihreBrust gesteckt hatte, ich denke, es ist noch keine Antwort gekommen auf meinTe legramm?" Keine," antwortete Varneck. Wahrscheinlich wird Mama morgen nach mir senden,"' setzte sie nachdenklich hmzu. Er erhob sekne Augenbrauen. Lassen Sie uns hoffen, daß es nicht gescheht. Sie werden noch viele Tage der Nuhe bedürfen. Haben Sie bereits Heimweh?" Kann man vor. einem HeimweH sprechen," antwortete sie, wenn man niemals eine Hermath hatte? Ich weiß, daß Mama in einem Orte, Namens Hammrstein an der Meeresküste lebt, aber ich habe keine Erinnerungen an den Ort. Ich glaube kaum, daß ich ihn jemals gesehen haö?." Er stellte die Tasse nieder. , Meine Reputation als Arzt steht auf dem Spiele," sagte er, und ich werde darauf bestehen, daß Sie hier bleiben, bis Ihre schwere Verletzung geheilt ist." Dann legte er noch einen Klotz Holz auf das Feuer und als das Theebrett fortgetragen wurde, verließ auch er das Zimmer. Sibyl lag ruhig und sah in die flackernden Flammen. Jetzt hörte sie die Melodienströme einer PhyZharmonika und überrascht lauschte sis. - Zuerst hörte sie em sanftes Pr'äludiren, die Töne fielen so leise wie die Regentropfen, die einem heftigen Schauer vorhergehen, dann folgten stürmische Accorde und eine mächtige Fuge, bald, triun?phirend, bald wehklagend, als hauchten sie einen tiefen Seelenschmerz aus. Das Spiel war voll Gefühl und voll Meisterschaft. Sibyl war wie bezaubert. Sie erkannte ein Thema von Mozart, dann eine Symphonie Beethovens, und endlich schkoieg'die Musik. Emen Moment später lief Anna hastig d Stiege hinab und begegnete Herrn Varneck, der eine Lampe trug. O Herr," rief Anna, ich kann mir gar nicht erklären, was geschehen ist, aber sie weint, daß Einem das Herz brechen könnte." Mit einigen hastigen Schritten war Barneck in Sibyls Zimmer. Sie lag, das Gesicht in die Kissen be graben, und schluchzte kramfhat. Sie konnte Varneck nicht sehen, der zu ihr trat und sie mit Kraft emporhob. Fräulein Arnstem!" rief er, lebhaft biunruhizt, halten Sie ein! Sie werden sich wehe thun Sie werden krank! Beruhigen (Sie sich! Ich bitte Sie, was ist denn geschehen!" Sie wandte ihm ihr schönes Antlitz zv, die großen Augen thränennaß. Warum hörten Si: auf zu spielen?" sagte sie zitternd. Ach, Sie brachten mir eine so süße Erinnerung zurück, sie war so lebhaft ja, ich sah es wieder, jene? süße, schöne Frauenintlitz. Es war wie eine Vision." 10.Capitel. An einem smarasdgrünen Hügel stand ein großes weißes Herrenhaus mit breiten Aerandas, an denen sich Gebüsche und Schlinggewächse emporrankten. Vor demselben dehnte sich ein weinherrlicher Abgang auS, mit saftigen grünen Rasen, auf dem hie und da Gruppen von Jahrhunderte alten Ekchen prangten. Das war Weißmthurn, die prächtige Wiege eines stolzen und reichen Geschlechtes. Am Himmel begannen die Sterne zu flrmmern. Eine Nachtigall fang in den knospenden Rosengebüschen. Im Salon innen, dessen hohe französische Fenster den Parktheil vor dem Hause überblickten, brannten Lichter, und zwei Personen erwarteten dort die Ankunft des Generals und feiner Mündel. Die Erste war eine nicht mehr junge Dame, In einer Salonrobe von gelber Seide, deren dunkle dünne Wangen mit Perlpuder eiwas lichter gemacht worden waren. Sie war mager und etwas schief gewachsen, und Gesicht, Arme und Schultern dünn und hager., Sie hatte sorgfältig frisiries schwarzes Haar und schwarze Augen, deren Blick scharf und durchdringend war. . Ihr Gesellschafter war ein Mann, der ihrem Sitze nahi mit dem Rücken gegen die Wand gelehnt stand, mit einer etwas nachlässigen und ermüdeten Haltung. Sein Alter war schwer zu bestimmen, konnte dreißig, oder auch fünfzig Jahre zählen. Er hatte lichtbraune Augen, mit einem tigerartigen Ausdruck, tief imd' schimmernd, lichteS borstiges Haar, inmitten seiner etwas niedrigen Stirn abgetheilt, und ein bleiches, fahles Gesicht, in seiner Ruhe so ausdruckslos wie ein Stein. Wenn es irgend ein Ding gibt, das mich vor Allem um meinrLaune bringt, Fräulein von Weißenthürn," sagte er, ans seine Taschenuhr blickend, so ist es das, auf ein Diner zu warten. Wenn der General und sein Mündel in den nächsten zehn Minuten nicht eintreffen, so schlage ich vor. daß wir das unser?ge ohne weiteren Aufschub nehrnen." Fräulein 5ilda, deren Augen beständig in seinem Gesichte forschten, und die athemlos auf seine Worte zu lauschen schien, bewegte sich ungeduldig. Die Männer sind alle geborene Gourmands," antwortete sie etwas ir-, ritirt. Finden Sie es denn gar so langweilig hier bei mir? Der Gene?al 'würde uns einen solchen Verstoß

gegen dte Etiquette bei einer so vefonderen Gelegenheit niemals vergeben." Er warf ihr einen schmachtenden Blick zu, obgleich er sehr ermüdet aussah. Langweilig? Bei Ihnen? W konnen Sie so fragen? Aber warten stimmt nicht mit meinemTemperamente das Leben ist zu kurz für solchen Luxus? Wissen Sie zufällig etwas über dieses Fräulein Paulette?" Nein." antwortete sie kurz, und ihre schtvarzen Augm blicktet zu ihm hinüber; nur, daß sie gerade von der Schule kommt und noch nach Butterbrot' riecht. Ich weiß nicht, was wir im Schlosse mit ihr anfangen sollen." Ich hörte bereits," erwiderte er, daß sie außerordentlich schön sein soll." Hm!" entgegnete sie. Ich habe eine Vorahnung, daß ihr Komnien nicht zu dem Glücke des Generals, noch zu dem meinen beitragen wird. Er sagte mir, irgend ein Freund habe sie seiner ObHut überlassen, aber ich bekenne, Georg Trent, daß ich es nicht glaube!" - Und warum?" forschte Herr Trent, indem er seinen Bart strich, dessenFarbe sich schwer bestimmen ließ. Warum, meine theure Hilda?" Reden Sie mich doch nicht in dieser Weise an!" rief sie zornig. Ich glaube es nicht, wett ich während der ganzen Zeit, in der ich mit ihm zusaminen lebte und seine. Briefe schrieb und seine Freunde kennen lernte, weit und breit, niemals diesen albernenRamen aussprechen hörte, und weil .mein weiblicher Instinkt, dem ich immer vertraue, mir von allem Anfange sagte, daß es bei dieser Mündel nicht mit rechten Dingen zugehe." ' Trent lachte. Siehe da! Das ist dieArt, in der ihr Frauen Schlüsse zieht! Ich sehe voraus, daß Sie und Fräulein Paulette keine Freundinnen werden." Wahrscheinlich nicht," sagte sie trocken; man ist selten freundlich gegen eine Rivalin, und das wird sie mir gegenüber sein, nicht nur in der Gunst des Generals, sondern in tausend anderen Dingen. Aber warum, wenn ich fragen darf, sind Sie hier, um mit ihnen zusammen zu .treffen? Konnte der General sein Mündel nicht ohne die Gegenwart seines juridischen Mthgebers nach Hause bringen?" Wie ungewöhnlich spitz Sie sind diesen Abend," klagte Trent. Ich kam auf Wunsch deS Generals." Sie fuhr empor und ein raschesRoth übergoß ihre dünnen Wangen. . Ah, so bedeutet das- ein Geschäft? Er sendet nach Ihnen, um sein Testament zu machen?" Das kann ich allerdings nicht wissen!" entgegnete Trent. Hören Sie! Wagenräder rollen über den Kiesweg. Meine theure Hilda! fassen Sie sich! Unsere Reisenden sind gekommen. Lassen Sie uns ihnen entgegengehen und sehen, wie diese Paulette aussieht." Er lief mit knabenhafter Lebendigkert in die Halle, die bereits mit schwarzen Dienern gefüllt war. Hilda erhob sich, ordnete die Falten ihrer gelben Seidenrobe und folgte dann Trent nach. Die Reisenden waren bereits aus dem Wagen gestiegen und kamen die breiten Stufen herauf. General Weißenthurn führte' sein Mündel an der Hand. Sie hatte ihren Schleier zurück-, geworfen, die Lichter der Halle fielen hell aus ihre kleine Gestalt und auf die wunderbare Schönheit ihres Antlitzes. Willkommen in ihrer Heimath, meine Theure!" sagte der General herzlich und führte sie in die Mitte des versan-Melten Haushaltes. Wie bcfinden Sie sich. Trent? Sie haben also meine Botschaft - empfangen?" Und seine scharfen, alten Augen richteten sich auf das regungslose Gesicht des Advocaien, Hilda, dieS ist Fräulein Werner bewillkommnen Sie sie! Ich hoffe, daß Ihr mit dem Diner nicht habt zu lange warten müssen." Es ist nicht der Rede werth," antwortete Trent, indem er sich vor der Mündel des Generals tief verbeugte. Hilda berührte blos deren Fingerspitzen. Wollen Sie sogleich auf Ihr Zimmer kommen?" fragte sie. Sie werden wahrscheinlich vor Tische noch gerne den Rerseftaub abschütteln: Ich werde mein eigenes Mädchen rusen, um Ihnen aufzuwarten." Ein gewandtes Mädchen trat aus der Gruppe der Dienerschaft und ging mrt Paulette nach einem der oberen Zimmer deS Hauses. ' Jetzt müssen wir wieder eine-halbe Stunde' warten," sagte Hilda, als sie mit Trent in den Salon zurückkehrte, um auf das zweite Erscheinen der ermüdeten Rufenden zu harren. Geduld!" antwortete, der Advokat mit auffallender Gleichgiltigkeit Geduld,, meine theure Hilda!" Sie trat an seine Seite und blickte ihn fragend an. Run?" forschte sie. Nun!" antwortete er mit ' aufreizender Kälte. . Was für eine außerordentliche Ähnlichkeit das Mädchen hat mitJemand, den ich kannte." So? Ich kenne kein Wesen, das ihr gleicht, es seien denn die Bilder der Venus von einigen italienischen Meisiern." Hikda trat zormg zurück von ihm. Hüten Sie sich, daß Sie, nicht Ihr Herz verlieren," sagte sie trocken; der General möchte schwerlich . seine Zustimmung geben." . . Ah! Und warum?" rief . Trent, fröhlich, mehr wie es schien, um sie zu auälen, als aus irgend einem anderen Grunde. Zuerst, weil Sie für eine solche

Thorheit zu alt sind," antwortete Hilda mit großer Aufrichtigkeit; dann, "weil ich sehe, daß ihn. trotzdem sie mehrGel walt über ihn haben, als sonst Je i

mand, doch mehr die Nothwendigkeit als seine Neigung zu Ihnen hinzieht. Gewiß, Georg Trent, es besteht wenig Liebe zwischen Ihnen und demGeneral, Ihrem Freunde." Trent lachte. Was für einen durchdringenden Geist Sie haben, Hilda!" rief er. Ja und was für ein Herz! Sie sehen scharf, wie die Katze rm Finstern!. Ich wollte, ich hätte etwas Branntwein mit Soda, oder ein Glas Portwein. Ich finde eine Eonversation mit Ihnen äußerst ermüdend." Hildas dünnes Gesicht wurde noch dünner. Sie ballte ihre Hände leidenschsftlich. Sie verspotten mich!" rief sie mit gedämpfter Stimme, Sie insultiren mich, und doch bin ich eine solche Närrin, daß ich Sie nicht hassen kann!" Und sie roeirdete sich von ihm ab und trat an ein Fenster. Die Thüre öffnete sich und der General und sein Mündel erschienen. Meine theure Hilda! Nehmen Sie meinen Arm," sagte der Tchloßherr. Herr Trent, Ihnen überlasse ich Paulette." Der Advokat blickte auf das Mädchen, sah,. daß es ei bezauberndeToilette von fleckenlosem Weiß gemacht hatte, und übernahm seine Aufgabe mit Eifer. Man bewegte sich über daL glatte Parauet in einen großen Speisesaal, in dem viele Wachslichter brannten und dessen Wände' mit Failien-Porträts geschmückt waren.' An einer reichbesetzten Tafel nahm man Platz, .während der Leibdrener des Generals sich hinter dessen Stuhl stellte. Ich reiste etwas langsamer, Paulettens wegen," sagte der alte Soldat. Sie ist die Eile und Fatiguen nicht gewöhnt. Wie lange sind Sie schon hier. Trent?" Ich kam zu Mittag," antwortete der Advokat. Darf ich fragen, ob Fräulein Werner immer in Süddeutschland gelebt hat?" Immer," antwortete FräuleinWerner für sich selbst.. ' , Mein theurer. General," . fiel die Stimme Hildas ein, finden Sie nicht eine große Aehl lichkeit mit einem gewesenen Mitgliede Ihrer eigenen Familie?" .'WaS, finden Sie das auch?" antwartete er, unter Stirnrunzeln. Wahrhaftig! Ich bemerkte es bereits vorhin gegen Herrn Trent." Derartige unerklärliche Aehnlichfeiten frappiren uns zuweilen." sagte oerGeneral kalt; lndessen sprechen wir nicht mehr davon. Sind wahrend meiner Abwesenheit Briefe von Arthur angekommen?" Es befindet sich einer aus Ihrem Schreibtische," antwortete Hilda. Er trägt das PostzeichenParis. Es scheint, daß er wieder in das cwilisirte Leben zurückgekehrt ist." Paulette hatte ein Gefühl, als ob ein kalter Wind über sie hinstriche, so schweigsam verlief das Diner. Hilda und der bleiche Trent betrachteten sie unausgesetzt, derLetztere in einer Weise, die ihr das Blut in die Wangen trieb. Der große Speisesaal mit seinen Lichtern und den Porträts an den Wänden, mit den aufwartenden Dienern, die sich lautlos hin und her bewegten, übte eine seltsame, drückende Empfindung, aus sie aus. Niemand schien ihr gut unter diesen Menschen, als der alte Mair.t mit dem Löwengesichte an d? Spitze der Tafel. Sie athmete erleichtert, als man sich endlich erhob. Meine Theure," sagte der General, ich lasse Sie nun bei Hilda. Trent und ich haben trockene Geschäftssachen zu besprechen." Wenn eS mir da Fräulein erlaubt, werde ich mich zurückziehen," antwortete Paulette, ein Gähnen unterdrückend. Ich bm sehr, sehr müde," und sie machte eine jener bezaubernden Verbeugungen, die sie auf der Bühne erlernt, und eilte nach ihrem Zimmer. Sie setzte sich an ein Fenster und sah hinaus in die Nacht. Was dachte sie von dieser großen, stolzen Heimath, in die sie, eine Auigestoßem, ein Nichts, in so wunderlicher Weise eingeführt ward? Schön," murmelte sie, ihre dunklen Augen wanderten über die prächtigen Hügel, die Gruppen von Jahrhunderte alten Eichen, die wie Riesen unter dem grauen Nachthimmel standen. Schön! und ach, wie glücklich werde ich hier sein oder vielmehr, wie glücklich würde ich hier sein, wenn diese Hilda nicht hier wäre! Sie und ich, wir könr en niemals, Freundinnen werden! Theure Sibyl, was magst Du wohl thun und denken diesen Abend?" Sie hatte bereits eine Schlange in ihrem Eden gefundenetzt erhob sie sich, ließ die Gardine herab und trat zu ihrem Ankleidetisch. , Wie häßlich ich aussehe diesen Abend!" flüsterte sie, sich in dem Spiegel betrachtend, und mein Kainszeichen ist nur noch halb verdeckt." Sie öffnete ihre Reisetasche find nahm daraus etwas, das sie immer mit sich führte eine Büchse von Zinn, mit einer fleischfarbigen Substanz gefüllt, und eine kleine Bürste mit einem Griff von Elfenbein. Sie warf ihr schimmerndes Haar vom Halse zurück und sah mit einem Schauer auf das Muttermal, das sich schwach unter dem wohlgeformten Kmn zeigte, dann tippte sie mit der Bürste in die Büchse und begann vorsichtig die röthliche Linie zu verdecken. . Ahem!" hustete Jemand, nahe ihrer Schulter. t Die Bürste fiel der erschrockenenPau lette aus der Hand. Ein wahrhafter Angstschrei brach von ihren Lippen und sie drückte die Hand unwillkürlich an den Hals. In dem Spiegel des An kleidetisches sah sie da? Bild von Hilda. die ihre gelbe, Seidenrvbe abgelegt hatte und nun einen Schlasrock trug, in dem sie wie die bei Nacht umher-

-ndelnde Lady' Macbeth aussah. Hilda hatte ihre Augen finster und neugierig uf die Mündel deS Generals gerichtet. Himmel!" rief Paulette, indem sie von dem beleuchteten Spiegel wegeilte, ist es denn hier nicht üblich, daß man anklopft, ehe man in das Privatzimmer einer andern Person tritt? Sie würden mich verpflichten, wenn Sie das in Zukunft nicht unterlassen wollten." Und da? Blut schoß ihr im Zorne in das fchöne Antlitz. Ich habe gepocht," antwortete Hilda schmeichlerisch, aber Sie waren zu eifrig beschäftigt, um mich zu hören," setzte sie mit einem Blicke auf dieBllchse und Bürste hinzu. Bedaure es gewiß, wenn ich Sie in Furcht gesetzt. Wollen Sie mir nicht erlauben, Ihnen Gesellschaft zu leisten? Der General und Herr Trent haben Geschäfte abzuwickeln und mich ganz mir selbst überlassen." Paula schüttelte ihr langes, aüfgelostes Haar, dessen glitzernde MassenHals und Schultern verbargen. ' Ich machte mich gerade bereit, zur Ruhe zu gehen," antwortete sie kalt. Ich bin sehr ermüdet." Sehr wohl," sagte Hilda, indem sie mit großer Kaltblütigkeit auf den nächsien Stuhl fank, lassen Sie sich nicht abhalten, ich will nur plaudern, bis Sie fertig sind. Es gibt nichts Angenehmeres, als ein vertrauliches Gefpräch in den Abendstunden." Soll ich nach Rosa läuten, daß sie Ihnen hilft?" Danke! Nein!" antwortete PauUlk. Ich bin es gewohnt, mich selbst zu bedienen." Hilda lehnte sich auf ihren. Stuhle zurück und beobachtete die Andere mit halbgeschlossenen Augen, während diese hastig ihr Abendkleid anlegte, in der Meinung, die Zusammenkunst werde nur kurz sein. Sie und ich," schnurrte Hilda, so? len hinfort gemeinschaftlich imSchlosse leben. Demnach ist es wohl . natürlich, wenn wir Eines von dem Andern etwaS Näheres zu wissen wünschen. Ich hoffe, daß wir Beide gute Freundinnen werden." Paulette antwortete nicht. DakGefühl der Abneigung gegen ihre Gefährtin war so stark in diesem Momente,. daß es sie der Sprache beraubte. Keineswegs entmuthigt, fuhr das bleiche Frauenzimmer fort: . Ich hbe immer bei dem General gelebt seit dem Tode seiner zwelSöhne. Ich war die Verlobte des Einen; Sie werden nun begreifen, warum ich für ihn wie eine Tochter bin warum mein rechter Platz immer an seiner Seite ist." In der That," sagte Paulette, indem sie in ihrer Hast merklich nachließ. Hilda sah ihren Vortheil und ergriff ihn mit Eifer. Setzen Sie sich doch; wollen Sie eS denn nicht bequem haben"? schwatzte sie freundlich, indem sie einen andern Stuhl zu dem ihrigen zog; ich werde Ihnen etwas erzählen von den Weißenthurns etwas von ihren bösen, traurigcn Geschichten. Erwähnte der General gegen Sie niemals etwas von Vtt großen Tragödie seines und meinesLebenS? Nein gewiß nicht warum frage ich auch, da ich doch weiß, daß ihn nichts veranlassen kann, auch nur davsn zu reden, auch jetzt noch achtzehn Jahre nach AnguS Tode!" Sie holte tief Athem. Ein finsterer Schatten schien über ihr bleiches Gesicht zu gleiten. Paulette sank fast unfreiwillig auf den angebotenen Stuhl. Nein," antwortete sie; mein Vormund hat niemals von setner Familie gesprochen. Ich hörte ihn niemals eines SohneS erwähnen, weder eineS lebenden noch eines todten" , Darf ich fragen, wie lange er Ihr Vormund ist?" fragte Hilda sanft. EtwaS mehr als drei Jahre." Er scheint Ihnen sehr zugethan," setzte Hilda hinzu, und nach der senderbaren Bewegung ihreSMundeS hiitte man denken können, daß sie dabei mit den Zähnen knirsche. Ich erwähne es, weil er ein Mann ist, der nicht leicht für Jemanden eine Neigung faßt, ein harter Herr, grausam und stolz. Ich sehe, Sie interessiren sich und ich bin bereit, Ihnen die Geschichte zu erzählen weil sie ebensowohl die meinige als die feinige ist."' Hildas trockene Lippen preßten sich aufeinander, während sie Paulette fragend ansah, die so jung und so schön, so reich an jedem weiblichen Reiz war, den die Erstere nicht besaß. Wenn schöne Frauen einander hassen, so ist der Haß gewiß noch weit intensiver, wenn eine häßliche Frau ihn einer Schönheit von achtzehn Jahren zuwendct. Sprechen Sie,"' sagte Paulette, etwas besänftigt und ein wem, ungeduldig zu hören was folgen würde. . Hilda begann. Sie müssen wissen, daß diese Weißenthurns immer als eine kühne, rücksichtslose, schöne Race 'bekannt gewescn sind von der Art, die weder Gott noch Menschen' fürchtet reich und umworben wegen ihres Vermögens, aber eS ist ihr Verhängniß, daß sie eines frühzeitigen Todes sterben." Der jetzige Schloßherr heirathete eine reiche Erbin, die ihm zwei Söhne gebar und dann star,Die Jungen besaßen all die stolze Schönheit derWeißenthurns, dann aber auch ihre Laster, und waren die Idole ihres Vaters. Ich erinnere mich ihrer nur zu wohl, denn ich, eine arme Verwandte, hatte hier ein Obdach gefunden und war mit sechzehn Jahren en Ernst, den Aeltesien der beiden Söhne, verlobt. Ich war allein in der Welt und ohne Vermögen, aber seine verstorbene Gattin hatte die Partie voraeschlaaen und der General

war entschlössen, sie um jeden Preis zu Stande zu bringen" Ernst erbte die Neigung seines Vaters zu den Waffen. Zu der Zeit, von der ich spreche, diente er als Hauptmann auf einem Grenzposten. u&iz sahen einander nur wenig. Er kam fetten hierher, fondern sendete dem General nur seine Rechnungen, und die Gerüchte, welche von Zeit zu Zeit hierher

drangen, waren nahezu fürchterlich. Er duellirte sich oft, verlor große Summen im Spiel mit anderen Officieren und trank ohne Maß. Sie sind erstaunt, daß ich Ihnen solche Dinge erzähle. Nur der Reichthum und der Einfluß des Generals erhielt ihm seinen Rang und seine Stellung. Ist es da zu verwundern, daß wir wenigNeigung für einander fühlten?" Er erklärte, er wolle mich heirathen, wenn fein Vater seine Schulden bezahlen würde. Ich stimmte dem Heirathsplane bei, damit ich nicht länger abhängig sondern die Herrin hier sei. Ich sage Ihnen das, weil, wenn ich es nicht thun würde, Trent oder eine der schwatzhaften Dienerinnen des Hauses es Ihnen erzählen würde." Ich hatte bereits angefangen. Vor-, bereitungen für meine Hochzeit zu treffen, als wir erfuhren, daß Ernst auf Urlaub in die Residenz mit einem Kameraden gegangen sei; hier erreichte er den CulminationSpunkt seiner Thorheiten, indem er sich in eine schöne Jüdin, Namens Arnstein verliebte. Sie sind überrascht? Weshalb? Was haben Sie denn?" Nichts," antwortete Paulette hastig. Der Name das heißt, ich habe ihn. schon zuvor gehört. Fahren Sie fort, ich bitte Sie." Eine schone Jüdin, Namens Arnstein, sage ich. AIs der. General das hörte, war er rasend. Er sendete eine Äotschast an Ernst, drohte, ihm sein Jahraeld zu entziehen,' ihn zugleich zu enterben und endete damit, ihm zu befehlen, augenblicklich in der Heimath zu erscheinen." Allein er that dies nicht, sondern er verließ seine Jüdin und kehrte nach der Grenze zurück. Er schrieb dem Ge neral, leugnete kurzweg die ganzeSache und mich bat er, mich bereit zu halten, damit, unsere Hochzeit bald gefeiert werden könne." Das schrieb er, ich wiederhole eS, und sechs Monate nachher erhielt er wiederum Urlaub und floh wieder zu den Füßen dieser jüdischen Creätur und vergaß mich, als ob ich niemals existirt hätte." Soll ich Ihnen sagen, wie diese Weißenthurns.lieben? So wie sie Alles thun wahnsinnig, rücksichtslos, allen Folgen ihrer Äebe Trotz bietend, bereit zu leben und zu sterbe und die Herzen Anderer mit Füßen zu treten. Man darf sich, ich gebe eS zu. etwas darauf einbilden, von ihnen geliebt zu werden. Nichtsdestoweniger sind die Frauen, welche der Gegenstand einer so rasenden Leidenschaft waren, selten glückliche Frauen gewesen." Der General wurde ernstlich krank vor Zorn. Er sendete seinen jüngeren Mhn AnguS, seinen Augapfel, um Ernft unter allen Umständen .nach Hause zu bringen." WaS glauben Sie, waS geschah? Angus ging, fand seinen Bruder i.-k m4i bis schöne Geliebte oder vielmehr Maitresse seines Bruders. Die Folge war, daß auch er sich wahnsinnig in sie verliebte. Er kehrte nicht mehr zurück." Eint Wochen schmachtete er zu ihren Füßen, versuchte es, seinen Bruder zu verdrängen und. da ihm dies nicht gelang, stürzte er eineö Tages, von Oem und Leidenschaft rasend, zu ihr, z, in Messer und schnitt sich damit die Kehle ab." Paulette sah bleich und entfett. auS. Er tödtete sich selbst? Entsetzlich!" Der General war dem Wahnsinn nahe. S? beweinte den einen Sohn und verfluchte den anderen." Ernft sah er nie wieder. Dieser ging in'ö Ausland und starb dort. Auf feinem Sterbebette fchrieo er feinemVater; aber dies Weißenthurns'sind ein Stamm, der nie verzeiht der General vernichtete den letzten Brief ungelesen." Und die Jüdin!" stammelte Paulette. AaS wurde aus ihr?" Ein unaussprechlicher Haß zeigte sich auf HildaL Sesichte. Das unreine Geschöpf! Wie oft habe ich ihr nicht alle Qualen des Todes gewünscht! Und jetzt noch, wenn ich meine Hände an jenes Geschöpf legen könnte, ich wollte ihr Glied für Glied vom Leibe reißen! Was aus ihr wurde? Nach dem Selbstmorde seines Bruder vnwandelte sich Ernft Liebe in Hoch und Entsetzen. Er verließ sie!" . Und sie starb?" fragte Paulette. Nein. Sie schrieb dem General ei nige Worte bat um eine Zusammenkunft und erzählte, daß sie ein Kind habe. Ich beantwortete den Brief und verbt ihr, 'sich jemals wieder hierher zu wenden, mit der Versicherung, daß man, wenn sie eö wagen würde, nur einen Fuß auf diese Besitzung zu setzen, sie mitVluthunden jagen würde." Paulette fuhr mit einem Schrei von ihrem Stuhle empor. Sibyl! Sibyl! Dock nein! Ich will es nicht glauben! Es ist zu schrecklich! Ich dachte an eine Freundin, welche den Namen dieser Frau trägt eine Schulfreundin, die mir sehr theuer ist. Armer, guter Vormund! So ist er kinderloö und allein blieben?"Nur einer fei.-.cS Stammes ist übrig." sagte Hilda, und er stammt aus einem entfernten Zweige desHauses -- Arthur von Weißenthürn. Der General hat ihn als seinen Erben anerkannt und der Tod des Ersteren wird Arthur zu einem der größten LandEigenthümer machen. Wie bestürzt Sie die traurige Geschichte gemacht hat?

Nun aber, da ich Ihnen so viel erzählk habe, wollen Sie mein Vertrauen nicht erwidern? Der General ist bezüglich Ihrer sehr zurückhaltend und Sie haben sehr meine Neugierde erweckt." Paulette begegnete dem kalten und stolzen Blicke der Anderen. Ich habe nichts zu erzählen, als daß oerGeneral mein bester und theuerster Freund ist mein einziger, mochte ich sagen, und daß ich die Gegend außerordentlich liebe und hoffe, hier recht glücklich zu sein." Nichts mehr?" forschte Hilda mit gehobenen Augenbrauen. Nichts! Horch!"Paulette sprang auf, als sie sprach. Ein langer, lauter, ohrenzerreißender Schrei drang plötzlich durch dasHaus. Es war die Stimme eines Manneö und sie kam von demErdgeschoss.. Hilda lief hinaus und Paulette folgte ihr. Hilfe! Hilfe!" rief eine Stimme. Paulette flog die Stiege hinab, ihr loses Haar flatterte hinter ihr her, ihr Gesicht war bleich vor Schrecken. Hilda überholend, kam sie zuerst in das offene Sprechzimmer und hier sah sie, auf dem Boden ausgestreckt, gerade wie er vom Stuhle gefallen war, die lange, kräftige Gestalt des alten Generals, dessen Haupt auf Trents Knieen ruhte, und sein Gesicht war so weiß und starr wie das eines Todten. Was haben Sie zu ihm gesagt?" fragte Hilda, indem sie zu Trent stürzte und seinen Arm ergriff, w'ährend er sich über den hingestreckten Mann neigte. Seien Sie keine Närrin!" antwortete er. indem er sie ungedulidg von sich wegdrängte. Rufen Sie die Diener! Es sieht wie eine Ohnmacht aus, was, wie Sie wissen sollten, für einen Mann in seinen Jahren sehr beunruhigend ist." Nach dieser Voraussetzung handelnd, hatte Hilda bald das Zimmer voll Leute gerufen. Der General wurde auf ein Sopha gehoben und Stärkungsmittel angewendet. Paulette und Hilda beide weiß wie Asche, standen da und sahen ihn an. Er öffnete sogleich seine Augen und blickte um sich. Lügner!" rief er laut, indem er in Trents kaltes Gesicht starrte. Wer setzte Ihnen diese wahnsinnige Idee in den Kopf? Ich will Sie nicht anhören! Arthur ist mein Erbe nicht einen Penny von meinem Besitz soll ein Anderer haben, als Arthur." Still, bitte, still!" entgegnete Trent, indem er eine Hand auf den Mund des Alten legte. Sehen Sie nicht, daß wir nicht allein sind? Lassen Sie uns diesen Abend nicht mehr sprechen. Sie sind erschöpft und thäten besser, zu Bette zu gehen." Der alte General erhob sich. Sprechen Sie nie ein Wort zu mir von dieser Sache," rief er, die geballte Faust gegen den Advokaten schüttelnd. Wenn ich todt bin, mögen Sie es der ganzen Welt erzählen. Sieh doch nicht so furchtsam auS, kleine Polly" diesen Namen pflegte er Paulette zu geden geh' doch zurück auf Dein Zimmer. Ich werde morgen wieder ganz in Ordnung sein ich bin nur bei großer Aufregung solchen Anfällen unterworfen. Das sind Mahnungen, daß ich das rasch thue, was ich noch zu thun habe." Sein Diener führte ihn fort. Paulette begab sich dann auf ihr Zimmer.

Trent und Hilda wurden wieder em mal allein beisammen gelassen. Er lehnte sich an die Wand, strich seinen etwas dünnen Bart und betrachtete sie gdankenvoll, während sie mit leuchtenden Augen dastand und wartete, daß er spreche. W schlecht Ihnen doch dieses Negligee steht." sagte er. Wahrhaftig. Hilda, Sie sollten niemals Weiß tragen es paßt nicht zu Ihrem ganzen Wesen. Sie sind in den letzten Jahren sehr gealtert!" Danke!" antwortete sie lakonisch. WaS meinte der General damit, als er Sie einen Lügner nannte?" Nun, meiner Treu," antwortete der Advokat leichtsinnig, was meint denn ein Mensch, wenn er einen Anderen bei diesem zärtlichen Namen nennt? Es ist spät, lassen Sie sich hier nicht aufhalten." Sie stellte sich vor ihn hin. Sie sehnen sich darnach, mich los zu werden, aber ich werde nicht gehen. Wenn Sie ein Geheimniß gebracht haben, so muß und werde ich es kennen lernen. Sie hassen Arthur von Weißenthurn, Sie wollen irgend eine heikle längst begrabene Sache aufwühlen, um ihn bei dem General in Mißcredit zu bringen." Trent lachte. Ich weiß nicht, welchen Grund ich haben sollte, ihn zu lieben. Alles inAl. lem genommen, habe ich dieses Gespenst immer wie ein böses Geschick betrach tet. Mein Groll gegen ihn datirt aus der Zeit, da Ernst mein Rivale in Ihrer Gunst war, meine theure Hilda als wir Beide vor demselben Altare beteten und der reiche Sohn dem geld losen jungen Advokaten vorgezogen wurde, wie es immer der Fall ist in dieser käuflichen Welt." Sie erröthete. Wie grausam Sie sind!" stammelt, sie. , Fortsetzung folgt.) Hirschfeld: Warum .heirathest Du sie nicht, Zingele? Sie ist bis über die Öhren in Dich verliebt." Zingele: Es geht Nicht, Freund! :Zu einer Schönheit, hat sie zuviel, zu einex Mu-feums-Kuriosität zu wenig Schnurrbart." , . Der Boggs muß doch ein sehr schlechtes Gedächtniß haben. Er schul det mir seit einem Jahre fünf Dol lars." Im Gegentheil, er hat ein sehr gutes Gedächtniß. Ich schulde ihm fünf Dollars und er frägt mich jedes Mal danach, wenn er mich sieht."

Varbkge ffrt?S.

Tie Anregung, welche von Brüssel ausging, den feierlichen schwarzen Frack auS dem Aallsaale zu verbannen un! demselben andere für freudige und fest fröhliche Anlässe passende Farben zu aeben, ist zuerst in Wien auf frucht baren Boden gefallen. Wie nämlich eine Wiener Lo.alcorrespondenz mel det, hat der Wiener Modeclub befchlos sen, sämmtliche österreichische Kleiber mache? Genossenschaften durch ein Rundschreiben einzuladen, sich der Be wegung für den farbigen Frack anzu schließen und eS werden die Vortheile, welche durch diese Neueinführung für die Männer von Nadel und Scheere erwachsen würden, begeistert hervorgeKoben. Gleizeitig wurde eie Devu tation gewählt, welche sich in den nöch ften Tagen nach Dresden begeben soll, um dort taufende Musterbilder für farbige Fracks anfertigen zu lasten. Die Wahl trifft offenbar deshalb Tres den, weil dort eine 'chneiderakademie als höchste Instanz für deutsche Herren mode ihren Sip hat. Was die farbigen Fracks betrifft, sollen dieselben vorläufig in blauen, braunen, grünen und grauen Stoffen lomponirt" werden; später kommen dann schon lebhaftere Farben an die .Reihe, eZ soll also wohl rosenrothe, eidotter und zeiserlgelbe, milchweiße, taubengraue, meer und grasgrüne, Veilchen und himmelblaue, bordeaux und zinnoberrothc, tabakbraune und lederfardene Fracks geben. Tie Mode wird vielleicht lilafarbene Fracks ver langen, dann solche mit verfchiedenfar bigen Kragen und Aermelausschlägen, wodurch der Civilist auch eine fchnei. dige- Uniform erhalten würde; kurz, die kühnsten Kombinationen werden sich an den Frack und seine Farbe knüpfen. Dieselbe soll im Einklänge mit der Toilette der Dame gehalten werden, mit welcher man den Ball besucht, sie kann aber auch ein Pendant zu dersel ben bilden. . Die Herren, die bisher ihren schwar zin Frack von der Konfirmation der Promotion oder der Hochzeit her bis zum Dienstjubiläum oder der silbernen Hochzeit konservirt gehalten, werden nun eine Kollektion Fracks in allen Nuancen des Spektrums vorräthiz haben müssen, um immer den richtigen Hintergrund für die Toilette der Frau Gemahlin abgeben zu können und nicht vielleicht das blaßblaue Kleid der Gnädigen" durch einen zitronengelben Frack zu schlagen, sondern in diesem Falle beispielsweise gendarmblau zu wählen. Wie vielfältig läßt sich der. Gedanke ausspinnen, wie unsere Ball gigerln" durch die Farbe des Frack ihre Gefühle der Dame ihres HerzenZ auszudrücken in der Lage sein werden. Es wird eine eigene Fracksprache" herausgegeben werden, wie es eine Blu mensprache gibt. Freilich würde "die Einführung von farbigen Fracks eine Umwälzung in den Schneiderwerkstät ten herbeiführen ; jeder zweite Mensch würde sich einen farbigen Frack machen lassen und dann, wie erwähnt, je nach der Mode weitere andersfarbige Fracks. Es würden eigene Putzanstalten für Fracks entstehen müssen, denn die hellen Röcke würden ja rasch schmutzen und der alte ehrwürdige, praktische schwarze Frack, was wurde mit diesem gesche hen ? -Der würde eben in die Rumpelkammer gehängt und nur für sehr ernste oder traurige Gelegenheiten hervorgeholt werden, wie zum Beispiel zu Staatsvisiten, Prüfungen und HochZeiten. Aber so weit sind wir glücklicherweise noch nicht, wenn auch ein: Deputation des Modeklubs um farbige Kostümbilder nach Dresden fährt. Oerzetylicher Irrthum, Schauplatz: TaS Rauchcoupee eines westlichen BlitzzugeS nach der WeltAusstellung. Bahnraüber (plöhlich mit geschwunoenem Nerolver hineintretend): Alle Hände in die Höh'! Farmer auS Takota: Himmelsapper lot! Wir müssen wahrhaftig schon in Chicago sein! Unsere Töchter. i rttftf ?y5 V" a v .0 " IVN TabalShändler Und hier kann ich Ihnen Cigaretten offeriren, billig, prächtiger Tabak, und als Zugabe die niedlichsten pikantesten Photogra phien Weltlicher Käufer: Um Himmels willen, schnell etwas Anderes! Die öigarettcn sind.für meine ochtcr! Nach und nach. Richter: Wie kam eS, daß Sie sich mit Itvx Angeklagten verfeindeten?" Zeuge: Erst warf 'er mir ein BierglaZ an den ttopf. dann ich ihm eins, dann wars er eine Weißbierflasche nach mir, ich warf sie zurück und so haben wir un ami aeaenscitia überwerfen.-

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