Indiana Tribüne, Volume 16, Number 339, Indianapolis, Marion County, 27 August 1893 — Page 9

Sndiana Tribüne. Erscheint Abglich und Sonntag.

Tie tägliche .Tribüne- kostet durch den Träge? 12(Jent3 per Woche, die SonntagSTrtbüne- t Cents perWocke. Beide zusammen ISCentS od?'. SS Cent perMonat. Per Post ,ugeschi?t in Nor ausbezahlung V per Jahr. Ossicc : No. 18 Tild Alabama 3;v, Indianapolis, Ind., 27 August lö'i' Vond - Sagen. ?ZN 8. ISilKtlm Mcncr. Wie niachtig die Sonne allüberall in die Thätigkeit der schaffenden )!atur ein greift, sehen und fühlen wir zu jeder Minute, (is wird deshalb sewiß Jedem unmittelbar begreiflich erscheinen, daß Urvölker die Sonne als ihre oberste Gottheit verehrten, von der ihc Schicksal abhing, was ja im rein materiellen Sinne auch in der That der Fall war. hne die millionfältig fruchttreibendc Wirkung der Sonne kann sich der naiv denkende Naturmensch ebenso wenig eine sortdauernd lebendige )!atur denken, wie die subtilste Wissenschaft unserer Tage. Denn auch die künstlichen Mittel, durch welche wir auf kurze Zeit das Sonnenlicht und die Sonnenwärme zu ersehen suchen, wenn die Regentin des Tages uns derlassen hat, oder im Winter ihre segenbringende Warme zum gropen Theil entzieht, auch das Pctroleumlicht und die wärmende Gluth desHolz-oder Steinkohlenfeuers hat fie uns in gütiger Vorsehunz lange Zeit vorher präparirt. Die Kohlenlager tief unter der fonnigen Erde und das ihnen entquillende Petroleum smd Produkte üppigster ?!aturcntfaltunz während untergegangener SchöpfungsPerioden, und diese Entfaltung war ohne die Sonne nicht denkbar. Nur das elektrische Licht scheint ein selbststänoiger Funke vom schaffenden (vetste der viatux zu sein, welcher der conne nicht bedarf und soaar in mancher Richtung ihre Wirkung zu ersehen weiß. Die Metalle, welche man in der elcktri schen Batterie neben einander lagert und durch deren geheimnißvolle, intermolekulare Bewegungen der elektrische Strom sich erzeugt und fortbewegt, verdankn idre Eristenz nicht der Sonne, und im Weltraum schwirren wie Staub durch die Luft unzählbare Sterne von allen'Großen und chemischen Zufammcnsehungcn, welche aus Gebieten kommen,' wohin die Wirkung der Sonne niemals reichte ; diese Metcolsteine, die zuwcilm notorisch mit hyperbolischer Geschwindigkeit in das Sonnensystem eindringen und auf die Erde herabfallen, bestehen gewöhnlich zum großen Theil aus Eisen, enthalten aber auch in geringen vkengen andere Metalle, wie z. B. upfer und Zink. Man könnte sich also eine Batterie erzeugt denken, die allein aus den Mine-ral-Produkten der Meteorsteine zusam- ,,..? 4. I ty. - iiWuvj tiiue. Der elektrische Funke, welcher aus ibr hervorbricht, wäre dann wirklich cinStück Himmelslicht, welches uns unendlich ferne Welten hier auf der Erde anzünvet, ohne daß die Sonne, die sonst Alles geboren hat, was uns umgiebt und welche die Mutter der Erde und aller Planeten ist, auch nur ein Atom zu dem Materials herlieh, aus welchem dieses wundervolle Licht entsprang. Dieses ureigne Selbst des elektrischen Stromes, dessen Reich das todte Gestein ist, macht denselben zum unabhängigen Rivalen der Sonne, und seine Thätigkeit ist in der Tbat der oielsciligcn Arbeit der Sonnenbestrah, lung verwand! und im engeren Kreise nicht minder wirkungsvoll. Das elcktrischc icht ist die Sonne, welcke die Intelligenz des Menschen selbstgeschaffen bat. In ihren Strahlen blühen die Blumen so schön, wie in der allgemeinen Sonne draußen auf dem Felde, Früchte reifen und sind wohlschmeckend wie anocre. Die elektrische Sonne zeichnet unser Bild ebenso treu auf die photographische Platte ; sie kann uns auch die Wärme der Sonne ersetzen, Maschinen and Eourierzüge bewegen, welche jetzt noch indirekt von der großen Sonne geheizt werden. Aber die Steinkohlenlager sind nicht unerschöpflich. Diese aufge,pelcyerre eoensrraft, welche wlr ver wenden, um uns für die periodisch abgeschwächte Wirkung der Sonne zu entscbäzigen, wird aufgezehrt werden. Selbst öie große Sonne wird nicht ewig leuchten und glühen. Sie strablt täglich ungeheure Mengen von Warme in den Weltenraum hinaus, und eine unbezisserbar große Kraft entweicht ihr fortwährend, i&nn wir die Wärme der Sonne in Arbeit umsetzen und berechnen, wie viel straft die Sonne entwickeln würde, wenn mir mit ihrer ausstrahlenden Wärme eine Anzahl Dampfmaschinen heizen könnten, so fänden wir. ban ein einzigcr Quadratmeter der Sonnenober fläche in einer Sekunde dieselbe Arbeit leistet, die in derselben Zeit 75,000 Pferde zusammen ausführen würden. Das gilt, wie gesagt, für einenQuadratmeter ; die Sonne besitzt aber deren sechs Trillionen auf der Oberfläche, und diese ganze Arbeitskraft geht in jeder Sekunde der Sonne unwiederbringlich verloren. Die Kraft der Sonne, so ungcbeucr groß sie ist, kann doch nicht unerschöpflich sein, und vielleicht wenn wir uns denn in Träume über diese dunkle Zukunft verlieren dürfen vielleicht wird dann, wenn einst die Sonne zu erlöschen be ginnt, die Elektricität das Leben eines denkenden Geschlechtes noch eine kurze Zeitspanne länger zu erhalten wissen, als die Sonne selbst es könnte, und dann dürste dieses Geschlecht von sich rühmen, daß es seine Existenz m derThat nur seiner eigenen Intelligenz, seinem eigenen Wissen zu danken habe. Aber wir dürfen uns in diese Phan tasten nicht weiter vertiefen. Gegenwär tig ist die Sonne noch stark genug, um die Regierung der irdischen Natur Jahr Millionen durchzuführen. Ihre bewegende Thätigkeit im Luft- und Waffer. mantel unseres Planeten allein, der von ihrer Gesammtkraft nur etwa den 2170-

mlüionsten hell auffängt, während die übrige Wirkung frei in den Weltraum hinausstrahlt, ist schon eine ganz staunenswerthe. Man bat ausgerechnet, daß

die Sonne jährlich eine Waffermenge von 0(10 Billionen Kubikmetern bis auf die Höhe der Wolken hebt, um dadurch die vielartigen meteorologischen Vorgänge ;u erzeugen, und daß sie zu dieser Kraftentfaltung eme Wärmemenge entfaltet, die im Stande sein würde, einen eisernen Würfe! von 700 Kubikmeuen zu schmel;en, der also von Kante zu Kante zu ctuÄ neun Meilen meffen würde. Außer dieser bewegenden Thätigkeit der Sonne im Luftmecre, der wir die unentwinbar vielartigen meteorologischen Erscheinungen danken, entfaltet sie durch die allgemeine Anziehung noch tausendsättig? Wirkungen, von denen ausführlich zu sprechen hier nicht der Ort ist. Unter Anderem nimmt sie an der Heroorbringung von Ebbe und Fluth nicht nabeiu in eine aerade Linie treten, tut Reu- u. Vollmondszeit, vereinigen sie ihre z Wirkuna und bringen eine höhere Fluth hervor, als zur Zeit des ersten und letzten Mondviertels. Ganz besonders stark kann diese Fluth aber werden, wenn der Mond in semer elyptlschen Bahn um die Erde letzterer zugleich am nächsten steht, wenn seine Erdnähe also bei Neu- oder Vollmond stattfindet. Dann treten, vorzüglich im Winter oder Frühjahr, die gefürchteten Springfluthen ein, die zu weilen so bedeutenden Schaden anrich ten. In dem Winterhalbjahre befinden wir uns nämlich auch der Sonne näher als im Sommer, so daß dann alle mit wirkenden Faktoren mit marimale? Kraft eingreifen können. Während wir nun einerseits den ur kräftigen Einfluß der Sonne auf alle Regungen des Lebens in der Natur, auf alle Bewegungen selbst der todten Mate rie täglich vor Augen sehen, anderseits aber auch bemerken, wie der Mond gleichfalls nicht unwesentlich in manche Theile Zer irdischen R'aturvcrwaltung eingreift, 'o darf es uns nicht Wunder nehmen, )aß sowohl der naive )!aturbeschauer, der Sandmann und die groe Volksmenge, U auch der wissenschaftlich geschulte Äeist sich fragen durften, ob der Mond licht auch sonst manche der übrigen Eizenschasten der Sonne im schwächeren Inaße belltzen könne, ob er nickt wirklich :in bleicher Bruder der Sonne sei, der liit dieser überall familienähnliche Züge auszuweisen habe. Tie ältesten Völker, die sich überall lur an den äußeren Schein halten muß:en, waren bekanntlich durchaus dieser Ueberzeugung und verehrten den Mond als Beherrscher der Nacht, wie sie die Sonne als Tagcsgöttin anbeteten, und beide waren die höchsten Gottheiten ihres Himmels. Von diesen Urzeiten herhat sich die Ueberzeugung von den vielarti zcn Einflüssen erhalten, welche man der Wirkung des Mondes zuschreibt, und der Volksglaube in dieser Beziehung, na mentlich was den vermeintlichen Einfluß des Mondes auf das Wetter betrifft, ist so festgewurzelt, daß die bestgemeinten Lcmübungen der Unterrichteten daran durchaus nichts zu ändern vermochten. 3s hat sich nämlich gezeigt, daß keine der Einwirkungen des Mondes auf das Wet ter, von welchen das Volk übcrzeuat ist, vor dem Forum' einer rein wissenschaftlichen Statistik der beobachteten Wittecung mit einiger Wahrscheinlichkeit ver theidigt werden kann. Es mochte einige Male zur Zeit des Mondwechsels zugleich ein auffälliger Wechsel im Witterungscharakter stattge funden haben. Taraus schloß das Volk, für welches es immer ein tiefes Bedürf niß war, Wetterregeln aufzustellen, weil sein Thun und Laffen, sein Wohlstand in vieler Beziehung von den Launen des Wetters abhängt, daß das Eine mit dem Andern im Zusammenhange stehe, daß der Wetterwechsel eine Folge des iv!ondwcchsels sein möge. Man beobachtete beide in dieser Beziehung, merkte sich getreu die günstigen Fälle, vergaß dagegen oder ließ ganz unbeachtet die unauffälligen Thatbestände, wenn das Wetter sich eben gar nicht um den Mond kümmerte und nach wie vor dem Neumonde dasselbe blieb. Genaue Untersuchungen, welche über diesen Gegenstand von Seiten einer Anzahl von Gelehrten an der Hand vorzüg licher Beobachtungsreihen angestellt wur , den, haben aber gezeigt, daß auf jeden

unwesentlich Tbeil, während allerdings nacygcwlcien, oan oer cono nun inmai hierbei der Mond die 'Hauptrolle spielt, oem Volksglauben den Gefallen nicht Wcnn Sonne und Mond mit der Erde thun will, seiner Voreingenommenheit zu

all der Einjluß des Mondes auf das Wetter iiur ein sehr geringer ist und öfters in diesem, ein andermal in dem entzegengcsetztcn Sinne wirkt. Trotz ailcdcm kann aber doch Niemand bestreit'en, daß der 3)!ond auf unsere At mosphäre bewegend einwirken muß. So sicher ist es, daß er unser Weltmeer in ewiger Bewegung erhält, ohne welche dasselbe bald in stagnirende Trägheit gerathen würde. Ebbe und Fluth, der Pulsschlag des Weltmeeres, hat eben seinen Grund in der Beweglichkeit des wäfferigen Elementes, welches dem Zuge des Mondes sogleich nachgeben kann, während die große feste Erdkugel nur langsam einer allgemeinen Wirkung folgt. Das Waffer strebt dem Mo, de entgegen ; die Luft, noch leich ter beweglich wie das erstere, muß nothivendiz ein Gleiches thun : Ebbe und Zluth, welche beiden koordinirten Er schernungen man in dem gemeinschastli chen 3!amen der Gezeiten zusammen zu faffen pflegt, müffen auch im Luftmeere stattfinden. Aber zugleich hat sich auch zeigen laffen, daß dieser anziehende Einsluß, soweit wir ihn theoretisch vorausbe stimmen können, nur ein äußerst geringer sein muß. Kein Geringerer wie Laplace hat sich mit dieser Frage befaßt und im verein mit seinem Freunde Bouvard ge funden, daß die hierdurch entstandenen Schwankungen des Barometers kaum 2 Hundetttheile eines Nullimeters betra zen. Man frägt sich nun unwillkürlich, wie :s denn kommen könne, daß derselbe L!ond, welcher so mächtig bewegend in das Waffer eingreift, die doch noch viel leichtere und bewegl'.chere Luft so beinahe unberührt läßt ? Bei einiger Ueberle Zung zeigt eS sich aber leicht, daß diese Verschiedenheit seinen Grund in den ver schiedenen Phvsischen Eigenschaften von Waffer und Luft haben. Gerade weil die Luft so leicht beweglich ist, wird eine

iZuftwelle, welche ihr Entstehen Der angehenden Wirkung des !!ondes verdankt, .licht lange bestehen können nnd sehr schnell wieder allseitig abfließen. Außer)cm dehnt sich die ujt ungemein leicht ms, wodurch ein schneller Ausgleich ?es gestörten Gleiygewichts stattsinden kann. Die Mondanziehung wirk aicht plötzlich. Auch wenn für einen bestimmten Ort der Mond wch nicht seinen höchsten Stand einnimmt, beginnt :r zu wirken ; die Luft dehnt sich aus, wird fast gleichzeitig mit der Entstehung des heftigen Fluthberges an der Grenze der Atmosphäre eben durch die MondanZiehung um so leichter, so daß die zwar höhere Luftsäule doch nicht stärker auf die untersten Schichten drückt, also keinen oder doch nur einen unbeträchtlich Höheccn Barometerstand veranlaßt. Kurz und gut, es ist sowohl von theoretischer eite wie durch sebr viele praktische

Leobachtungen mit aller Bestimmtheit olgen und das Wetter von Nch m irgend einer Weise abhängig zu machen. Über der gute Mond kam noch rncht so leichten Kaufes davon. Man beschulvlgre iyn nocy vieler anoerer Eingriffe in unsere irdischen Jntereffen. Zunächst ist es bekannt, daß er nach der Volksmeinung die Wolken frißt". Er soll darnach die Eigenschaft haben, durch seine Strahlen die Wolken aufzulösen und sich seinen Weg durch diese Schaar der dunklen Neider bis zu uns herab durch seine eigene Kraft bahnen. . Wahr ist es, daß wir oft in den schönsten Winternächten, wenn uns die Natur im duftigen Lichte des Mondes zarter und inniger entgegenpulst, als während der grellen, rücksichtslosen Beleuchtung des Tages, deutlich sehen, wie der Mond mit den Wolken zu kämpfen scheint, und wie er, ein schwärmerischer Liebhaber der Erde, sein bewunderndes Auge ihr be ständig zuzuwenden strebt. Vielleicht ist überall der Himmel übersäet mit Wolken, nur der Mond bricht zwischen zweien derselben durch. Die Wolken treiben hin und her, schieben sich im Fluge vor- und hintereinander. Der Mond beleuchtet ihre Ränder mit den Farben des Regen bogens und umgiebt sich mit einer lcuch tenden Aureole. Tritt zuweilen doch eine Wolke vor ihn hin, so siebt man dieselbe gewöhnlich m lebhaste Bewegung gerathen und bald bricht wieder das Mondlicht triumvhirend hervor. Das Alles beobachten wir oft genug. Aber auch mit dieser Wirkung des Mondes muß man nicht zu leichtgläubig umgehen. Dem schwärmerischen Jung lmge, der sich iMÄcondschem ergeht, dur sen wir als meteorologischen Beobachter nicht aar zu viel vertrauen schenken und den Meteorologen dürfen wir cö fchlech terdlnzs nicht zumuthen, daß sie sich die ganze flacht damit beschäftigen sollen, den Ehronometer in der Hand, zu bestimmen, wie lange der Mond hinter Wolken stand, und wie lange er frei war. Behandelt man die Frage aber nur beuau hg, so wird man auch vier wieder scör leicht m denselben Fehler verfallen, wie bei Gelegenheit der wetterwechselnden Wirkuna der Mondphasen. Man wird nämlich, sobald der Mond aus den Wol ken hervor tritt und dadurch den Anblick der umgebenden Landschaft plötzlich wesentlich ändert, diesen Umstand im Gedächtniß notiren, so lange aber derMond hinter Wolken ist, die ihn ganz verdecken. denkt man nicht mehr an ihn und merkt es sich nicht welter, daß er gar keine Wol ken frißt. Treten halb durchsichtige Wol ken vor den Mond, so wird man die inneren Bewegungen in ihren Nebelmaffen leichter wahrnehmen können, und auch das Fortrücken der ganzen Wolke wird auffälliger sein, als bei anderen Wolken, die am dunklen Nachthimmel fern vom Monde weiter ziehen. Deshalb' glaubt man, der Mond arbeite in diesen Nebelmassen und suche sie aufzulösen, während es in den änderen Wolken vielleicht ebenso gayrt und wallt, obne daß wir es wahr nehmen können. So giebt man sich Täuschunzen hin, und praktisch wird die Wahrheit schwer herauszubringen sein. Sehen wir nun einmal zu, ob sich eine solche Wirkung des Mondes theoretisch erklären laffen würde ? Vorhin hatten wir ia gesehen, daß die Theorie dieMöa lichkeit eines sehr geringen Einfluffes der Mondphase auf die Witterung, wegen Ebbe und Fluth im Luftmecre, durchaus Nicht m Abrede stellen konnte. In Be zug auf die Wolken auflösende Wirkung des Mcndes laffen sich nun vom theoretischen Standpunkte zwei Möglichkeiten in's Auge faffen. Die eine identisizirt sich mit der vorhin behandelten von den Gezeiten in der Atmosphäre und wird also mit ihr zu beurtheilen, resp, zu verurtheilen sein. Es müßte nämlich darnach eine Luftwelle immer dem Monde folgen und dort einen erhöhten Barometerdruck erzeugen, wo der Mond am höchsten über dem Horizonte steht : ein erhöhter Luftdruck aber hat m der That, wie allbekannt, eine aufheiternde, wolkenzerttreuende Wirkung. Diese würde aber auf jeden Fall nur eine allgemeine sein können und nicht speziell die Wolken treffen, welche für einen bestimmten Beobachter zufällig direkt von den Mondstrahlen getroffen werden. Aber die zweite Möglichkeit verdient in dieser Be Ziehung die Besprechung, besonders auch, weil sie mit einer anderen Fraae zusammenhangt, welche besonders interessant erscheint ; ich meine nämlich die Frage, ob der Mond uns Wärme zusendet? Wie stark die Sonne uns erwärmt, wiffen und meffen wir genau; die Ctrablen des Mondes sind aber nichts als reflektitte onnenstrahlen,dle wie von einem Spiegel abgelenkt, auf Umwegen zu uns aelangen. Sollten sie dadurch alle Wärme verlieren? Nachdem Volksglauben ist dies m der That der Fall : wir kennen bereits die Sage von der lune rouse in der Schweiz auch Stierenmond" ae nannt, und bereits die uralten Inder bezeichnen imSanskrit den Mond als das kaltstrahlende" Gestirn. Durch das Erperiment suchten sich zuerst De la Hire l r t . und .iHirnyaus uoer viele kZrage aurzu klären. Der Letztere nahm einen gewal tigen Vrcnnspieael, unter deffen Ein Wirkung die Sonne in zwölf Minuten ein Stuck Asbeit zu Glas verbrannte, und setzte ihn den Strahlen des Vollmondes aus. Die Toermemetersäule lm Brenn

1 . r c.r l . w : ?

punkte rührte sich nicht ; weder Wärmenoch Kältewirkung war zu verspüren ; die Mondstrahlen zeigten sich vollständig

indifferent. Später sind diese Versuche :rnt verfei nerten Instrumenten wiederholt worden, unter Anderem auch von Lord Roffe mit jemem weltberühmten Rielenwiegel, wobei man schließlich, indem man die concentrirte Ä!ondwärine in die viel fein fühligcre Elektrizität umwandelte, eine höchjt geringe Warmewittung derMondstrablen unzweifelhaft konstatirt bat. Dieselbe wird aber kaum den hunderttausendsten Theil eines Eentigrades ausmachen, und Piazzi Smyth hat z. V., als er ähnliche Versuche auf dem Pic von Teneriffa wiederholte, gefunden, daß die Äkondwärme noch dreimal geringer aus uns wirke, wie eine gewöhnliche Kerze aus fünfzehn Fuß Entfernung. Daß ma von einer so gcrmgen Warmestrayluna aber keinen auslösenden Einfluß aus die Dünste in der Atmosphäre erwarten kann, wird man unmittelbar beqreiten. Trotzdem hat es sehr tüchtige Forscher gegeben, wie z. B. John Herschel, welche diesen löcherbildenden" Einfluß des Mondes auf die Wolken bestehen lassen und meinen, daß die Wärmestrahlung wohl in den oberen Schichten der Atmosphäre eine viel bedeutendere sein könne, wo sie aber, diese auflösende Arbeit verrichtend, eben dadurch zum großten Theil verloren geht und von uns am Grunde des Luftmecres deßhalb nicht mehr verspürt wird. Nun, wir wollen es damit genug sem laffen. Mag der Mond immer Löcher m die Wolken machen und auch sonst höchst schwache, nur durch lange BcobachtungSreihen nachweisbare, Einflüsse auf die meteorologischen Vorgänge ausüben, immerhin müssen wir die Bolksmemunz von dem überwiegenden Eingreifen des Mondes in unsere Witterungsverhältnme als emen Aberglauben bezeichnen. der sich von Geschlecht zu Geschlecht fortgeerbt hat und nur sehr schwer auszurotten sein wird. Hier hat sich einmal die Beobachtungskunst des naiven Naturmenschen von sei ner Phantasie, die eben in einer schönen Mondscheinnacht ganz besonders vorlaut zu werden pflegt, irre führen laffen. Slus dem italienischen Parlament. Die südliche Sommerhitze und das süditalische Temperament haben vor Kurzem in der italienischen Kammer zu einer wild erregten Scene geführt, die schon um ihres Abschlusses willen interessant ist. Eine halbe Stunde nach diesem wüsten Toben hatten sich bereits die Gemüther wieder beruhigt. Die Kammer konnte die Debatte iiber den in Berathung stehenden Paragraphen zum Abschlüsse bringen und zur Abstimmung schreiten. Auch ein Be weis von dem angeborenen politischen Sinn der Italiener, die über solche Intermezzi, aus denen man ander' wo die weitestgehenden Eonsequenzen zu ziehen sich anschicken wurde, wieder ruhig zur Tagesordnung übergehen, nachdem die Leidenschaften sich ausgetobt haben. Auf der Tagesordnung stand die Berathung des Gesetzes über die Emissionsbanken, und zwar die Bestimmung des Austausches der Noten der Banca d Italia und jener von Neapel und Sicilien. Die zur Opposition gehörenden Sudlander erklärten ihre Heimath durch die in Bor schlag gebrachten Bestimmungen für bcnachtheiligt und wehrten sich auf das Entschiedenste gegen den Regierungsantrag: man möge, meinten sie, die Sache beim Alten belassen. Der Mini ster Giolitti wies diese Zumuthung zurück und erklärte, er würde eher zurücktreten, als daß er auf ein solches Ansinnen einginge. Darauf erhoben die Neapolitaner einen Tumult, der ohne das entschiedene Auftreten deS Vorsitzenden Zanardelli in einenaustkamps ausgeartet wäre. Die Abgeoroneten dePiccolo und Casale stürzten sich in den Raum vor dem Ministertische und schrien: Ihr wollt uns verderben, geht nach Piemont zurück! Ein allgemeines Geheul beantwortete diesen unerwarteten Ausfall. Giolitti rief: Schnöder Regionalismus!" Sie aber ließen nicht ab. und zu den sudlän dischen Ministern Lacava und &xu maldi gewendet, schrien sie ein- über das anderemal: Verräther!" Grimaldi griff in großer Erregung nach dem Tintenfasse, besann sich jedoch eines Besseren und begnügte sich, den Schreiern ein schneidiges Schafsköpfe" an den Kopf zu werfen. Als aber Piccolo, die Arme weit ausbret tend, mit Stentorstimme in den Ruf ausbrach: Füget wieder en sardinischen Staat zusammen; wir werden uns unser Süd-Jtalien einrichten!" da sprang Zanardelli aus, bedeckte sich und verließ den Saal. Die Sitzung blieb eine halbe Stunde unterbrochen. Ehe sie wieder aufgenommen wurde. ermähnte Zanardelli die Abgeordneten, ihrer Würde zu gedenken, und nach kurzer, ruhiger Debatte wurde bald darauf der Antrag des Minister-Prä sidenten mit 203 gegen 102 Stimmen Angenommen. Daß die staatsfeind lichen Aeußerungen, welche die neapoli tanischen Deputirten in ihrer leidenschaftlichen Erregung ausgestoßen, von irgend einer Seite deS Hauses als ernst gemeint aufgegriffen worden wären, wird nicht gemeldet. Die ganze Reme dur bestand darin, daß Zanardelli die Sitzung für so lange unterbrochen hat, bis die Berserkerwuth der Reapolitaner wieder einer gleichmäßigeren Gemüthjstimmung gewichen war. xjt armen Pylloioooeii. Feldwebel: Sie, Einjähriger,.' Sie studiren gewiß Philosophie?" Einjähriger: .Ja!" Feldwebel: Hab' mir gleich gedacht, das sind bei uns immer die Dümmsten!" Du, Frau, ich geh' jctt zum Vegrabniß vom Kaufmann Müller qib mir 'mal drei Mark!" Dr Mark?!.... Aber hör' mal, so stark brauchst Tu um diesen oberflächlichen Bekannten doch nicht zu trauern!"

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