Indiana Tribüne, Volume 16, Number 339, Indianapolis, Marion County, 27 August 1893 — Page 4
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Sndiana Tribüne. Erscheint LNglich utib S o n n t g s.
Tie tZgliche .Tribüne" kostet durch den Träger EentS per Woche, die SonntagSTribüne" 5 SentZ per Woche. Beide zusammen IbEentS oder 5S Sent per Monat. Per Post ugeschickt in Vor susbezahlung ffper Jahr. Ossice : No. 18 Sud Alabama Slr. Indianapolis, Ind.. 27 August 1893 Daö Kinderfest zu St. Gallen. Von Hugo Rosenthal-Bomn. Wohl selten in diesem Jahre mögen die Blicke der Einwohner der Etadt Ct. Gallen sich so oft zum Himmel gcrichtet haben, als m den Tagen vom 17. bis zum 20. Juli, denn am 18. sollte das Kinderfest stattfinden, der schönste Tag im Jahre für die Schuljugend dieser Kantonshauptsta'ot, ein Tag herzlichster Freude für die Eltern, die Feier eines der eigenartigsten und lieblichsten Volksfeste in ganz Europa. Am 18. regnete es. am ld. Abends jedoch kündigten Trommelwirbel eines die Stadt durchziehenden Knabenwehrpikets an, daß am nachsten Tage das Fest abgehalten würde, und vier Fahnen hoch oben auf dem Laurenzenthurm bestätigten die frohe Kunde. Das Fest braucht Vorbereitungen, denn es gilt die gesammte Schuljugend der Stadt St. Gallen zu bewirthen, in diesem Jahre viertausend zweihundert und siebenundzwanzig Kinder und dazu noch 500 Gäste, Negierung, Behörden, Lehrerpersonal, Eingeladene. Nun besteht ein althergebrachtes, unverbrüchliches Gesetz, das besagt: Am Kinderfest erhält jede? dirett Betheiligte auf Stadtkosten zum Mittagmahl eine höchst ansehnliche Bratwurst. Die Feststadt hatte also diesmal bereit zu halten fünftausend Stück Bratwürste, jede etwa 20 Cent:rneter lang und ein halbes Pfund schwer das macht einen Kilometer Bratwurst im Gewicht von 1260 Kilogramm; in dieser heißen Jahreszeit eine äußerst schwierige Aufgabe dazu auch noch entsprechend Brödchen, und dann noch ein Gratisvesper für Diese Menschenzahl. Die Stadt mußte sich also tummeln, wenn es hieß: morgen findet das Fest statt. In dieser Nacht schlief sicher kein Wächter in St. Gallen. D?r Tag brach glorreich an. Die heiterste Sommersonne strahlte vom Himmel. In den Häusern wurden die Knaben und Mädchen angezogen, alle wklß. Die Buben nahmen ihre kleinen, mit Guirlanden und Blumen umwundeuen Festhellebarden, Morgenst:rne. Armbrüste zur Hand, die Mädchen ihre blumengefüllten Körbe und Kränze, und eilten zum Sammelplatz, der Kantonschule. Musikchöre der Bürge.rorchester der Stadt St. Gallen und der umliegenden freundnachbarlichen Ortschaften in bunten Uniformirungen durchzogen die Stadt nach demselben Ziele, dem Kantonschulgeoäude. Gleich einem ungeheuren Bienenhaus, so strömte und schwirrte es von weißgekleideten Kindern. Mit wunderbarer Schnelligkeit und Präc: sion ordnete sich hier das Kindzrqewimmel und formte jede Klasse knnter ihrer Klassenfahne jenen berühmten Zug, der das Auge entzückte und das Herz rührte. Diese blühende, fröhliche, selige Jugend, diese endlosen Züge von Knaben und Mädchen, festtäglich iveiß mit Blumen, in dem schimmern den Weiß die rosigen, freudestrahlenden Gesichter. Musikhorn- und Trommlerpiketts, letztere kostümirte Knaben, führten die verschiedenen Abtbeilungen des Zuges. Jetzt kamen die kleinen Buben mit von Blumen fast versteckten Armbrüsten, dann die etwas größeren mit ihren MiniaturNachbildungen der Hellebarden und Morgensterne, den Schweizern durch die Siege bei Murten und Sempach geheiligten Waffen, dazwischen Züge von Madchen aufsteigend bis zum Backfischalter, nicht enden wollende Züge; eingefaßt von Laubguirlanden und übersäet sozusagen von Blumen auf Hüten und in Körben. Den Schluß dieses grandiosen Jugendzuges bildete die Knabenwehr in blauer, kleidsamer Uniform (unter Boransührung von zwei Bronzekanonen), bestehend aus- 500 Kadetten. Schülern der Real- und Kantonschule, das Betterli-Gewehr auf der Schulter. Als humoristisches Anhängsel folgte dem Zuge ein vierspänniger Wagen, angefüllt mit Abiturienten, die Blumen unter das Publikum warfen. , v Der Riesenzug' wand sich durch die fahnengeschmückte Stadt hinauf zu dem Festplatz auf dem Rosenberge. Ein Festplatz, wie es für diesen Zweck keinen zweiten geben dürfte. Er ist von zauberhafter Schönheit. Man stelle sich eine gewaltig ausgedehnte Schweizermatte vor, im leuchtendsten, frischesten Grün, umhegt von dunklen Waldzllgen, sanft absteigend zu tiefercn waldigen Gründen und einen Blick bietend stundenweit über Berge. Hügel. Thäler. Baumgruppen, aus denen Dörfer, Felder, Gehöfte, Schlösser anheimelnd hervorragen. Begrenzt wird diese Aussicht nach der Tiefe zu durch die silberschimmernde Fläche des Bodensees und die blauduftigen Ufer Deutschlands. Bon der Bergseite her schaut die ehrwürdige, himmelansteiaende, duftumzogene grüne Felsmauer des Säntis mit ihren Furchen voll ewigen Schnees auf das' Festgetümmel. Das hat sich denn nach kurzer Zeit schon voll entfaltet. Gesangvorträge frischer klangvoller Stimmen von Knahe.n- .urid Mädchen-Chören
qet;cn den Spielen voraus. .Dann auumu. uciui i,,; ,, UK bilden sich überall Kreise in dem gut , mertsamkeit ihrer Landsleute auf sick. zehntausend Zuschauer zählendenPub-' Ziehen. In nicht allzulanger Zct, , likum, dus Reigen der Mädchen.Turn- wird Japan zu den ersten literarischer . Übungen der Knaben, Bewegungs- Nationen gehören. (Na na!) Un. . spiele jeder Art rege antheiln:hmend stre besten Schriftsteller sind der Au-, umschließt. Gesang, Musik, Tanz, ßenwelt noch mcht bekannt und Ja. Jubel überall in den Wirthschaften, van hat Schriftsteller, welche der Aufund an den Konditor- und Obstbuden, merksamkeit der Welt werth sind. Ick welche den oberen Theil des Festplätzes beabsichtige, japamfdfc Werke .n cngeinhegen, beginnt das Schmausen. So lischer Sprache erscheinen zu lassen. . geht der Vormittag schnell dahin. j Mein Berlagshaus Hakubunkwau-. , fiin Kanonenickuk aibt das Reichen d. h. ein Haus von weitverbreitetem '
M . I zur Sammlung für das Festmahl. In einem von den blumwgeschmiickten Masten, Fahnen und Festzeichen der Kinder umfriedeten Wiesenraum unter Obstbäumen sind die Tische undBLnke aufgeschlagen, die viertausend Kinder , und das halbe Tausend Festgäste zu bewirthen. Dort liegt schon für jeden seine Wurst auf sauberem Papierl rwrL r . boaen. zuaielai i cyiucy uno ?erviette, daneben das lockere Burti iWeinbrod) und stehen die Flaschen rotben Rheinthalerweines mit Wasser für' die Kinder und dunkel leuchtend c iv.n n. . (i. jci. i für die Festgäste, welche überdachte und aedeckte Tische haben und deren Menu am Salate und einer Pastete ! ..ri st.tc. k. TlCJf. ti.mfri ft I IlCUJl JVUCC 11UU 4lUy UtllUltyil 1 Ein Thor, welches das Wappentier der Stadt St. Gallen zeigt: einen aufrechtstehenden Bären, der sichtbar vergnügt in eine Riesenbratwurst ' 3 fc . . ' . beißt, läßt den Strom der Kmdzr in ! den Raum. Das eilt und hüpft, nach ,
wenigen Minuten sitzt alles und er I überraschend große Dimensionen angehebt die Hände zum leckeren Mahle-. nommen. Unsere Kleinen lesen mii Auch die Väter der Stadt, die Profes- Heißhunger. WaZ den Herrn Ohashi I . . . m t s , j i iffl r 1 .
soren, Lehrer und Lehrerinnen, die . übrigen Gäste thun dem traditionellen Diner alle Ehre an und eine anstän- j ?ige Tafelmusik sorgt dafür, daq keine "isckreden gehalteii werden. Der 'ländent der 5?cstcommission. Prof.
Amrein, dem Ihr Berichterstatter daZ j Preßvegehen m:t Geldstrafen belegt liebenswürdigste Entgegenkommen und einmal eingekerkert. Er etaverdankt, wandert vergnüglich von ! blirte spater ein Verlagsgeschaft und Tisch zu Tisch, um sich zu überzeugen, producirte Bücher zu billigen Preisen ob alles wohlgerathen war. und er und -eine Thätigkeit, die ihn zum Wohlall' die anderen Würdenträger der i thäter seines Volkes werden ließ und
Stadt konnten zufrieden sein mit i I lhm außerdem noch ein Vermögen abrem Werke, das mehr an Mühe. Ar-' warf. Hoffentlich hat der Chef des beit und Geld gekostet hat, als man Hauses von weitverbreiteter Literasich so obenhin vorzustellen vermag. tur" in seinen Geschaftsumsatz-Anga-Nach dem Essen gruppirten die Kinder ! den nicht aufgeschnitten, wie das ja
sich wieder zu Spielen und Tänzen. I unter denen mit Orchesterbeal.'ltuna graziös ausgeführtes Stabturncn und rythmische Bewegungsübungen bei Mädchen auf sonnenbeschiinener Estrade anßerordentlich schöne malcrische Effecte bot. Dann kam das Preisturnen der Real- und Kanionschüler, die Preisvertheilung und eine für die Jugend trefflich zugeschnittene patriotische Rede des Regierungsraths Zollikoffer. Den zweiten Abschnitt des Festtages bildete das Vesperbrod mit Bier und Wein und den Schluß des schönen Tages machte ein 5-uer-gefecht der Knabenwehr, die unter lebhaftem Schießen siebzig Patronen erhielt jeder Kadett ein hartnäckic certheidigtes Gehöft auf einem Hiige' stürmten. Defilee der 5kadetten voi der Regierung und den Gästen, iinfc im Angesicht des von tieferen Farben umglühten Säntis und des rosig schimmernden Bodensees militärisch prompte Zusammenfügung des Zuges und Abstieg desselben in die Stadt. Das war der Freudentag für oieSchüler der schönen, in sanftes Wiesengrün zebetteten Stadt St. Gallen im Jahrr. 1893. War dies Fest auch höchst eigenartig durch seinen Charakter von Lust und Heiterkeit, einer idealen Jugendher?lichkeit. die es imposant zum Ausdruck brachte, so blieb doch für mich das Merkwürdigste für mich der scharf hervortretende republikanische Ton, dei die ganze Feier erfüllte. Alle Schülei aller Schulen, der hohen und niederen, reiche und arme, nahmen in gleiche: Meise an dem Feste Theil die Waiscnkinder mit einbegriffen alle spielten, tanzten, turnten miteinander, saßen zusammen beim Essen, und die Eltern aller Stände mischten sich in die Feststimmung gerade so wie ihn Jugend. Das war es zedoch nicht allein. Sämmtliche Spiele hatten sichtlich die Tendenz zur Kräftigung und zur Erhöhung der Selbstständigkeit der Kinder, sie waren sozusagen bürgerbildend, kräftige, gesunde, umsichtige und gewandte Bürger unt Bürgerinnen, erziehend, und der Erfolg dieses Strebens prägte sich aus in der erstaunlich sicheren Haltung dei Kinder bei diesem Feste, in ihrem klugen, stets zielbewußten Wohlverhalten. Das schafft freie, tüchtige Männer, das bringt herrliche, an Geist unc Körper starke, entschlossene, thatkräf tige Frauen hervor. Das St. Gallei Kinderfest ist sozusagen ein blumenbekränztes, festlich geformtes Examen dieser Heranbildung zu tüchtigen freien Bürgern das fühlt alles, die ärmste Wittwe, wie der vielfache Mi! lionär, der hohe Staatsbeamte, wit der geringste Straßenarbeiter, und in ihren Kindern sind, alle vereint cm einig zur Erreichung dieses hohen Zieles, und feiern alle in gleicher Weist diesen Festtag. Man darf St. Gallen um seine Jugend beneiden das zeigt dieses Kinderfest. Die Literatur in Japan. In London befindet sich augenbW lich der arößte javanische Verlagsbuch Händler. Sein Name: ist Sahei Ohashi und der Zweck seines Besuchet ist, neue Ideen in Bezug auf den Ver. laa von Buchern in Europa zu sammein. Herr Ohashl ist des Engli schen unkundig. In einem Jntrvie äußerte sich derselbe mit Hilfe einej Dolmetschers in folgender Weise übel die japanische Literatur: Große Schriftsteller besitzt das Lanc nH nicht, aber es jhat einige jungt
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s A a r.AntvitH n a . . i Literatur, veröffentlicht u A ernt Menge Zeltschristen. In den letztem Jahren hat Japan ungemein große Fortschritte im Drucker- und Verlags' wesen gemacht. ' Noch vor fünfundzwanzig Jahren wurden alle Bücher auf Holz gescknit i ten. Ich beschäftige jetzt 5000 Setzei , und 300 Schriftsteller. Unter meiner j cn .rr.if : je . .r: njc. rz I erosscillttu,ultgett veitttven NU): vsi-1 Ziehungsschriften, eine Bibliothek avrnscher Literatur, allgemeine W:geschichten. Jugendliteratur, juristisch: Bücher u. s. w. Jedes Heft meine, ftlMW..:ir4!(i fil MUZU via Kinderzeitschrift hat einen Absatz von 800.000 Exemplaren. Die Zahl bei von meiner Firma gedruckten Exem hfrti rninfr rTrrnSnrltf t ftTniiff frif fcwiv vv-..... wvmm iv( jährlich auf zehn Millionen. Meine Schriftsteller verdienen zwanzig bis dreißig Pfund Sterling monatlich und meine Setzer vier bis zwölf Schilling . , . r. nii täglich. Ich yaoe irniige xsneraiui eingeführt. 2 ugenoitteratur yai leivi.: anvemtri, ,o qai er eine ziemiia, ereignißreiche Carriere hinter sich. Er ist der Sohn eines Kaufmanns, achtundsunfzig Jahre alt, war eme Zett lang 'eoacieur emer ncincn Zeitung; er wurde verschiedene Male wegen vel eriegern roogi ooriommen iann Ein fürstlicher Vermittler". Unter dieser Überschrift veröffentlichte die illustrirte Zeitschrist Universum" einen Artikel, der bedeutendes Aufsehen zu machen beginnt. Im Eingange wird von dem Schmerz gespro chen, der alleVaterlandsfreunde ergriff, als durch Bismarcks Entlassung über Deutschlcnd eine Atmosphäre von bleierner Schwere sich lagerte. Es wird daran erinnert, daß der Regent von Braunschweig. Prinz Albrecht, zum Kaiser sagte: Wenn Bismarck stirbt, ohne daß Du Dich mit ihm ausgesöhnt hast, was wird die Mit und Nachwelt dazu sagen?" Ferner heißt es: Die Hoffnung auf Versöhnung hat fortge lebt in den Herzen, als auch auf die Blüthe dieser Hoffnung sich der giftige Mehlthau der Wiener Erlasse gesenkt hat. Hier und da glaubte man zu wis sen, daß unser Kaiser selbst nicht abgeneigt sei, dem greisen Kanzler dieHand zu bieten. Ist doch der Kaiser gerne b:reit, Impulse zum Guten rascheFolge zu geben. All Zar Alerander in Kiel weilte und Graf Waldersee in seinem Auftrage nach FrierichZruh reiste, da glaubten schon vieli, am Ziele ihrer Wünsche zu stehen. Aber Andere drängten sich immer dazwischen, vor Allem hat Graf Caprivi jede Annäherung durchkreuzt. Der Lehrling fürchtet den Meister. Da ist zum zweiten Mal Prinz Albrecht zum Träger des Versöhnungsgedankens geworden. Und indem er selbst ein leuchtendes Bild fürstlichen Edelsinns gab, hat er zugleich von Neuem die Frage in Fluß gebracht, die nicht ruhen darf .bis sie erwünschteLLsung gefunden hat. Denn daS mag gesagt sein: Deutschland, ganz Deutschland krankt an dem Riß. der zwischen Berlin und Frledrichsruh emporklasst. Dahin ist die nationale Freude. daS nationale Hochgefühl, über Allem liegt der Reif der Verstimmung. Anders mochte da Socalistenblatt sich die Wirkung gedacht haben, als sie erzielt wurde durch die Veröffentlichung deS bekannten Briefes. ES mochten leise Glocken dem Ohr der unversöhnlichen feinde deS Altreichskanzlers gelünlxt haben, daß die Gefahr" einer AuSsöhnung dr,hte. Da ist man geglaubt, ei nen Stemblsck au- ven Weg werfen zu können durch Aekk-ntgabe deS Briefes. Aber es scheint, a! habe sich hier die Sscialdemkratie als einen Theil jener Kraft erwiesen, die stets das Böse will und doch das Gute schafft. Ale Kaiser Wilhelm in Görlitz weilte, wk man den Helden unserer großen Zeit ein Standbild weihte, da saß in einei Nähe auch Hr. v. Witzleben, der der Versuch des Prinzen, die Vcrsöhnunc zu erzielen, in's Leben rief. Der Kaifer. so meldeten die Blatter, bat huld voll mit ihm gesprochen und ihm einen hohen Orden verliehen. Längst Hai Fürst Bismarck die Grenze des Psalmi sten überschritten, bald sind die Stürme von acht Decennien über seinemHaupte dahingebraust. Prinz Albrecht fürchtet das. was wir Alle fürchten, er fürchtet. daß einst in bitterer Stunde von den Lippen seines kaiserlichen Lehnsherrn das reuevolle Wort sich kosringt: Zu spat und er will den Kaiser vor die ser Stunde schützen! Norton, der Mohr von Paris. Vor Kurzem vertheilte man auf den Boulevards in Paris Un Prospek eines Colportage-Romans. Norton, der Mohr von PariS . dessen ersteLie ferung Ende diefer Woche ausgegeben werden soll. Der Romancier hat an Fiziafeit den scrvarzen Autor der fr
mosen Dokumente noch Uderttossen. Dem Prospekte entnehmen wir folgende Kraftstellen- ...Wir werden gleich im ersten Capitel den Mohren an der Arbeit sehen. Bei dem matten Scheine eines Oellämpchens kniet er vor einet Holzkiste, welche ihm als Schreibtisch dient. Seine Gattin diktirt ihm aus dem Manuscript des gehcimnißvollen Unbekannten, welcher die Daten für dit zu fabricirenden Dokumente um Mitternacht in die elende Kammer des Mohren gebracht hat. So oft Norton die Kräfte versagen, rüttelt ihn die liebende Gattin durch den Zuruf auf: Vorwärts, vorwärts. Du mußt bis zum Morgengrauen fertig sein, sonst verschwinden die schweren Goldrollen wie ein Traum.- Und die Augen des Mohren leuchten in unheimlichemFeuer und unter dem beflügelten Stahl sei ner das unheimlich knisternde Papie, vergiftenden Feder scheinen Funken zu sprühen, rothe Funken, aus dem Diadem des Königs Satan!" Der Pro
spekt verspricht ferner folgende Capttel: Die zehntausend Francs in der Suppenschüssel." (Madame Norton hat das Geld, welches man ihr durch List wieder entlockte, in einer Suppenfchüssel versteckt gehalten.) P Spitz, bube und Genossen.- Der geheim Kriegsschatz der CgTruption.- Meß entlarvt.- Kein Zweifel, da. dieser Zeitroman- bei dem Publikum der äußeren Boulevards so viel Anklang finden wird, wie die neuen GeHeimnisse von Paris-, welche seit eirrigen Wochen lieferungsweise ausgege ben werden. Der Dialog dieses Wer kes" ist zum größten Theil einer jüngst erschienenen, wesentlich vermehrten unc verbesserten Auflage des VerbrecherWörterbuches entnommen. Es scheint übrigens, daß Norton nicht nur Checkk und diplomatische Akten, sondern auch seinen eigenen Namen gefälscht hat. DieFrau des Fälschers theilte nämlich dem Untersuchungsrichter mit, daß ihr Mann, als sie heirathen sollten, keiner lei Papier besaß, und daß ihre Trauung im Auslande vor einem französischen Consul stattfinden mußte, wo der angebliche Norton auf diesen Namen lautende Dokumente vorwies. Ueber den richtigen Namen ihres Gatten konnte die Frau keine Auskunft geben. Da in den Blättern neuerdings die Meldung auftauchte, daß auf der eng lifchen Botschaft doch ein mit der Do kumenten-Affaire zusammenhängender Diebstahl begangen wurde, erklärte ein Botschafts-Sekretär einem Jnter Viewer, daß wobl Anfangs Januar ein Diener dabei ertappt wurde, wie er eine versperrte Aktentasche mit einem Nachschlüssel zu öffnen versuchte, daß indessen keinerlei Schriftstücke abhan den gekommen seien, weshalb auch keine Anzeige an die Polizei erstattet wurde. Der Direktor der allgemeinen Sicherheit jedoch, welcher von dem Re Porter über die Sache befragt wurde, ließ durchblicken, daß der DiebstahlS versuch immerhin mit der Fälschungsaffaire in Verbindung stehen könne. Der Untersuchungsrichter Athalin habe die Untersuchung auch nach dieserRichtung ausgedehnt und verfolge eine sehr bemerkenswerthe Spur. Bei Gelegener i: dcZ Todes von Bellini, dem ater des Komponisten der Norma", brmgt Albert Delpit in Paris" eine Unekdote, die von einem Zusammentreffen zwischen Bellini pers und Alexander Dumas psre bandelt. Der französische Romancier bereisie Sizilien und hielt sich so auch einige Tage in Catania auf. Dort wurde ihm, als er gerade einen Spaziergang unternahm, ein kleiner alter Mann gezeigt, der auf einen Bauernwagen kletterte. Das ist Vincenzo Bellini's Vater," sagte man ihm. Alexander Dumas eilte sofort auf den Alten zu, siel dem nichts ahnenden Künstlerpapa um den Hals und herzte ihn tüchtig ab. Dieser konnte vor Erstaunen kein Wort heivorbringen und machte sich jedenfalls seine Gedanken über den vor ihm Stehenden. Erstaunen Sie," nicht rief Dumas.ich bineinFreundJhresSohnes." Der Greis seufzte. Ja, ja ! mein armer Vincen zo, das arme Kind !" Wie ? Was ? Sie beklagen ihn" "Ach ja, sehr! Denken Si: doch, ein gesichertes und ruhiges Leben stand ihm hier bei mir in Aussicht. Ich habe ein paar Weinberge, ein Haus, das Alles wird er nun nie benutzen, er ist aus der Art geschlagen, gar nicht wie seine Vorfahren, er ist verloren!" Dumas begriff nicht recht, was der Alte meinte, und sagte : Ist er denn todt? Ach nein," antwortete der Greis traurig, er ist ja doch es ist furchtbar Musiker geworden." Der hölzerne General. Im Ansänge des 18. Jahrhunderts ma rcn die Portugiesen in aroner Verlegen heit, wen sie als Feldherrn an die Spitze ihrer Gruppen stellen sollten. Um recht sicher zu gehen, wählte man den heiligen Antonius. Man lieu ihn ,n aller Geschwindigkcit von unten auf dienen, in dem man dem hölzernen Heiligen heute einen oldatcurock, morgen einen Unterosilzlersroa, oen soigenven ag eine XJ fizicrsuniform anzog und ihn so in unge fahr acht Tagen zum Gencralfeldmar schall erhob. Man setzte ihn dann in eine Sänfte, trng ihn voran, und die oidaten folgten mit unglaublichem Muthe hinterdrein. Nach einigen Märschen lagerte sich das Heer unterhalb Badajoz am Ufer des Guadiana. Det Herzog von Berwick stand am ienseitiaen Ufer und begrüßte die Feinde mit einigen . . r t -r .-w , nanonen,a)unen. Am anderen Morgen meldeten die Vorposten dem Henoae. der Feind habe sein Lage verlassen und sei in vollem Atuckluae. Von Gefangenen er: fuhr derselbe dann später, daß der erste Kanonenschuß dem heiligen Antomus den Kopf abgerissen und dadurch sei die ganze Armee augcnvilcilia) zum Rückzüge be stimmt worden. - . Kaufe Mucho'S Bey Havanna Vivat hoch, Viktoria ! ' Alles trinkt Columbia l
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