Indiana Tribüne, Volume 16, Number 332, Indianapolis, Marion County, 20 August 1893 — Page 7
2tt Photographie in natürlichen Farben. So oft von irgend einer reln wissen fchaftlichn Forschung auf dem Gebiet der Photographie berichtet wird han delt es sich immer um neue Erfolge in der Welt des Lichts. Denn heute ist Daguerres Kunst von den Problemen des naturwissenschaftlichen Studiuins nicht mehr zu trennen. Heute stehen wir vhnc Zweifel vor einem der wunderbarsten Problem dieser Wunderwelt, vor der Photographie in natürlichen Farben. Mit Recht kann mau diese Er rungenschaft als Endpol jener langen Kette von Erfolgen betrachten, die mit Daguerre berühmter Aprilrede in der französischen Akademie beginnt, als einen Markstein einer tuen, verheißungZvollon Epoche Die Frage der Photsgraphie in den natürlichen Farben ist aller, als man annimmt; doch in ernstliche Erwägung wurde sie erst im Jahre 1893 gezogen. Thatsächlich reichen die ersten Ver suche, die von Seebeck, bis in das Jahr 1810 zurück. Viele haben dann daran gearbeitet, aber trotz alledem ist Lippmann doch der Erste, der daS große Problem löste, denn ihm gelang das, was bis vor ihm Niemand finden konnte, die Photochromien zu fixiren, d. h. sie in ihren Farben auch zu Hai ten, daß sie am Lichte konstant bleiben und nicht schleiern. Wohin dieses Lippmann'sche Verfahren in erster Linie führt, ist unschwer zu erkennen. Wir dürfen nicht vergessen, daß die Photographie in er ster Linie, rein als (Lewerbe betrachtet, für Reproductionszwecke dient, und so wird man also dem indireeten Na turfarben-Drittköersahrm. wie es sut Ransonnet und ESer mannigfach der sucht worden ist, erhöhte Aufmerksam keit zuwenden. Wenn dieses Versah ren Jahrzehnte lang nur geringe Er folge aufwZ, so war wesentlich der Mangel an Farbenverständniß die Ur fache. Hält man daran fest, daß in erste? Linie immer die Reproductionsiechnik zu berüäsichiiaen ist, so muß bei der orthochromatischen Photographie ein Mittel gefunden werden, das dazu dient, in rationeller Weise das weiße Licht und dessen Einwirkung bei der Reproductisn vielfarbiger Gegenstände abzustellen. Leon V'.dal in Paris hat sich mit vieser Frage besonders gründ lich befaßt, und seinen Ausführungen mögen einige Anordnunß, wie er sie trifft, entnommen werden. Diese bestehen hauptsächlich darin, daß er in seinem für Psiych,e?nie eingerichtete Atelier mit projectirm Lichte arbeitet. Auf diese Weise w?dcn die farbigen Schirme entbehrlich, da ja das Orizinal mit den einzelnen Hauptfarben, blau, g:lb oder rot', nach Belieben be leuchtet werden und man auch sicher sein kann, alle Farben zusammen, also das weiße Licht, ausgeschlossen zu ha ben. So war auch the.'sachlich Vidal dar Erste, der in Frankreich und überhaupt farbige Prsjectionöbilder, aber nur solch?, erzeugen konnte. Er stützte sich da auf die Ausführungen dsn C. Eros und L. Ducos du Hauron. Ersterer führte schon 1869 in seiner Sslution generale du Probleme de la photsgra phie des couleurs" (Parii. Gauthier Villars) aus: Es mögeNiemand wun dern, daß ich keine wirklichen Resultate borbringe und auch nicht versuche.meine Idee selbst auszunützen", gestand sonnt selbst zu. daß er seineJee" nicht realisiren könn. Aehnlich klagt auch der zweitgenannte Gelehrte, der am 18. März 1892 noch aus Algier an Aidal schrieb: D Projectionsbilder, deren Princip ich im Jahre 18L9 angegeben habe, sind von mir allerdings ver fuchsweise durchgeführt, auf ihreRichtizkeit geprüft und zutreffend gefunden worden, aber um sie dem Pubttcum in würdiger Weife verführen zu können, hätte ich die nöthigen Apparate und Hilfsmittel haben müssen, die mir jedoch nicht zu Gebote standen." Aehnliche Versuche machte übrigens auch Lippmann, aber praktischen Erfolg hatte doch nur Vidal. der sie am 7. Fe brar 1892 im Conservatoire national des Arts et Melkers vorführte, trotz dem vor ihm auchJv-s in Philadelphia und Scott in London sich sehr intensiv mit diesem Gegenstande befaßten und auch einige Erfolge zu erzielen wußten. Di: Arbeiten von Jves sind besonders hervorzuheben, leider hat er sie aber nicht mit den Einzelheiten der Ilmsetzung der Problemlösung in'S Praktische veröffentlicht, fondern unter dem Gesichtspunkte, das ihnen zu Grunde liegende Princip und die Be schaffenheit der erzielten Resultate darzulegen. Bei aufmerksamer Durch sicht des rn dieser Beziehung veröffent lichten Materials gelangt man zu der Ueberzeugung, daß daS, was JveZ per sönlich zukommt, hauptsächlich die be sondere Eonstructu der Apparate ist, deren er sich bedient. Wenn er nun darauf besteht, feine Ansicht zu Veto en, daß die Farbeniheorie, wie Foung Find Helmholtz sie dargelegt, die beste sei, und daß man einen Fehler begehr, wenn man die Brewfter'sche gelten 5asse, so beweist das in keiner Weise, fcaß er jene Theorie erfunden habe. Maxwell und alle Gelehrten der Jetzt Itü sind der Ansicht, daß die Doungsche Theorie der Wahrheit näher kommt cls Brewster ihr war, indem er als Grundfarben das Gelb, das Zoth und B!auonsah. Zur Prüfung des Versahrens der Farbensynthese nun. wie dies vonCros und Ducos du Hauron 1869 angege len war. glaubte Vidal, die Vervollkommnnngen, weicye m neuerer gx in der Herstellung orthochromatischer Platten zu 2abe getreten sind, heran ziehen zu können, und so hat er auch das er beobachtet hatte, daß mit Hilfe gewisser Präparate sich ine ausreichende Adbildunz der Farben erzielen ließ, sich daran gemacht, Jerjuche. in pfi Richtung de? 5uffrP55I'.?nzek-
tionsbilder anzustellen. Zunächst h'an ! delte es sich darum, die gewünschte Auswahl unter derartigen Bedingun gen vorzunehmen, daß die Negative,
von denen jedes einen besonderen An theil an der Wirkung haben mußte, die Gesammtheit der verschiedenen von einem vielfarbigen Gegenstande ausge henden Strahlen wiedergeben. Nach ' ausgedehnten Versuchen blieb er bei je ' nein Verfahren stehen, welches, wenn auch nicht vollkommen, doch wenigstens ausreichend für die weiteren Schritte und zur Prüfung der von den beiden oben erwöbnten Erfindern vorherqese ! henen Thatsachen auf ihre Richtigkeit . erschien. Und wirklich war Qidal, j ; nachdem ihm Motten, einen dreifachen ' t -i . . i rv Pro)ell!onsapparar zur nersugung gestellt hatte, am 7. Februar 1892 in der Lage, vor einem großen Vublicum ! die überraschende Wirkung zu zeigen, ' welche die Projektion elne Blumen strsußes in der vollen Pracht seine? Farben hervorruft. Seitdem haben die mannigfachen Sujets, wie i. B. Ge I mälde. Aufnahmen nach der Natur etc. in reifem Maße gezeiat. daß die G nauZeit der synthetischen Methode. welche auf derBerwendung der Projek ' ' tionsbilder fußt, eine vielversprechende ist. Um nun auf die Photographie in natürlichzn Farben selbst zurückzulom- . men. reproduciren wir hier einen Brief j des Prof. Lippmann in Paris, an Pro ! fessor Dr. I. M. Eder in Wien. j Die Vorschrift zu meinem Versah ren der Photochromie halte ich nicht ge heim und stelle sie Ihnen gerne vollständig zur Verfügung. Ich benutze Albumin, welches einhalb bis zwei Drittel Procent Bromkalium enthält. Damit werden Glasplatten überzogen, und die getrocknete Schicht wird wäh rend 1 2 Minuten in ein Silberbad getaucht. Das Silberbad besteht aus 100 Theilen Wasser, 10 Theilen Sil bernitrat und 10 Theilen Eisessig. Die gestlberte Platte wird ge ' waschen und mit Eyaninlösung (et wa ein sünfhundertstel Procent) farbenempfindlich gemacht. Mit diesem Theile des Processes bin ich noch nicht recht in's Klare gekommen. Die Ent Wicklung nach der Aufnahme, d. h. das Rufen des Bildes erfolgt mit Pyrogal . lol-LLsung (1 Proc.), kalt oder heiß ausgztragen. Dann weiters mit Pyro gallol, alkalisch, namentlich mit Amrnoniak undZusatz von Aromkali. Mit der ersten Entwicklung beginnt man; die zweite dient zur Verstärkung, um das Blld um so kraftlger auf dem Ne gativ der photographischen Platte er scheine zu lassen." Kurze Zeit darauf erhielt Dr. Eder von Lippmann eien zweiten Brief: JÖor einigen Tage habe ich Ut Pari ser Akademie der Wissenschaft einige photochromische Platten vorgelegt, ! welche folgende Gegenstand: sehr deutlich wiedergaben: FarbigesGlasfenster. , roth, grün, blau und gelb; Trikolore ' nebst gelber Fahne; Orangen nebst rothen 'Blumen; Papagei, vielfarbig. . Seitdem hab: ich auch grüne Bäume mit grauer Mauer und blauem Him mel Photographie!. Der Baumschlag ist schön gelungen, der Himmel leider dunkelvislctt. Die benutzten (Albu-min-) Platten waren also nicht voll kommen isochromatisch; sie sind noch zu . violettempfindlich. ' Expositionszeit: mehrere Minuten an der Sonne, viele Stunden im Schatten Daraus geht hervor, daß Lippmann bei seinen bahnbrechenden Forschungen aus dem Gebiete der Photograhie in natürlichen Farben einen wichtigen 'Schritt unternahm, indem er sich nicht mehr auf die Photographie des Sonnenspektrums beschrankte, sondern auch dielfarbige plastische Gegenstände in ihren Farben phlztezraphirte und diese Photochromien fizirte. Sehr gut wußte nun sein Verfahren Chas. Ä. Thwing anzuwenden, der es auch in seiner An ttendung auf Mischfarben mit gutem Erfolge untersuchte, währendHermann Krne tn Dresden damit verschiedene Spektren photographirte. Zu gukrletzt- sei es noch gestaltet, ei nes österreichischen Gelehrten zu gedenken, der sich mit diesem wundervollen Räthsel befaßte. Kurz vor seinem Tode noch publicirte Dr. Rapha,l Kopp (1892) cm Verfahren für Photograschien in natürlichen Farben, das fehr viel Ähnlichkeit mit dem 1835 von Poitevin veröffentlichten besitzt. Nach der Kopp'schen Patentbcschreibung ist sein Verfahren folgendes: Rivespapier laßt man zwei Minuten lang auf einer Ivproc. C'hlornatriumlösung schwim men, trocknet es, laßt es ebensolange auf nee Sprocentigen Silbernitratlö sung schwimmen,legt es nochmals kurze Zeit auf das erste Lad, wäscht es 12 Stunden lang und legt es bei Tages licht, doch so. daß e nicht direct vom Sonnenlicht getroffen wird, mit der Schicht nach oben, bis diese einen grün Uchblauen Ton angenommen hat, in einBad, bestehend aus 0.15 Gr. Chlorzink. 2 Tr. Schwefelsäure und 150 Gr. Wasser. Die blaugrüne Farbe darf nicht überschritten werden. Das Pa pier wird nun gewaschen und zwischen Fließpapier getrocknet. Nun will aber F. Vereß. der sich ja auch recht intensiv mit der Heliochromie befaßt hat. mit diesem Kopp'schen Ree keine genugenoen vtejmtate erzielt haben. Valenta in Wien wiederholte an der bereits genannten k. und k. Ver suchsanstalt in Wien Koppö Versuche, fand aber im Gegensatze zu Vereß, daß der leider zu früh verstorbene Gelehrt nuf dem richtigen Wege war. Es läßt sich nicht leugnen, daß das Verfahren noch ein unvollkommenes ist; wer weiß aUx, würde Kopp noch am Leben fein, ob es nicht eine glänzende Ausweitung und Vervollkommnung erfahren hatte. So aber mußte der Pariser Professo: ! Lippmann den Vsael abschießen. In derGelehrtenwelt bÄbt sich das schließ, lich gleich, wer das Richtige gesunden, eS genügt, wenn Jeder redUch mit ZMitet-Wj imMlt .Unb daj.nur kg
solchem Falle ein volles Gelingen mr z I lich ist, beweist die Photographie in!
natürlichen Farben wohl am be n! Denn heute ist sie nahezu ein Fai: ac compli! O. G. Elektrische VaSsteine". Di? Elektricität soll auch in den Dienst der Ziegeleien .gepreßt" werden. Du Verwirklichung dieses Planes scheint in der That nahe bevorzustehen. Die bis der in diesem Industriezweige üblichen Versahrungöarten werden dadurch er heblich vereinfacht und die Produktion;, kraft der Ziegeleien wesentlich erhöht werden. Vor Allem werden die Brennifen da durch in Wegfall kommen; denn diese! ben Zecke, eiche bisher durch daS Brennen der Backsteine erzielt wurden, werden in Zukunft dadurch erreicht wer den, das man durch oen in den Formen besindlichen Lehln einen starken elektri schen Strom leitet. An der AuSführ barkeit dieses Plane? ist um so weniger zu zweifeln, als in dieser Hinsicht de reits döllig befriedigende Versuche ge macht worden sind. Nicht nur sollen die nach der neuen VerfahrungSart hergestellten Backsteine die auf die bisher übllche Weise erzeug ten an Güte bedeutend übertreffen, son dern der Hauptvortheil der neuen Me thode svll vor Allem in der durch sie her bei geführten Zeitersparniß bestehen. Me es heißt, werden mit Hilfe der Elek tricität in drei Stunden ebenso viele Ziegel hergestellt werden können, als bisher in drei Tage; auch wird die Festigkeit und Härte der Ziegel bedeu tend gewinnen. Zu diesem Zeiterspar mi gesellt sich fern der Vortheil, daß die durch dir örzeuguug des elektrischen Stromes bedingten Unkosten weit gerin ger sind, als die durch den Ankauf des für die Brennöfen erforderlichen Heiz Materials verursachen. Auch wird man hinfort hinsichtlich der Auswahl der Lehniarten für die Ziegel fabrUatisn weniger Beschränkungen un terworfen sein. Bekanntlich wurde bis her solcher Lehm, welcher Eisen und andere metallische Stoffe enthält, als zur Ziegclhersteitung unbrauchbar der werfen, da in Folge des Erhitzen be socrter Bestandtheile in den Brennöfrn die Büelsiett'.e barsten uns mcht lernn mit groser Heftigkeit zersprangen und auseinander flogen. Dieser Uebelsiand wird durch die Anwendung eines elektri schen Stromes bei der Ziegelbereitung befciüat. Die Durchsetzung des Lehmes mit Eisonthiien u. s. w. wird sich bei der neu? Herstellungsart nicht nur als ein s)!ach!heil, sondern als ein wesentli cher Bortl-l erweisen. Die neue Methode ist die Einfachheit selbst. Alle? was die Einführung der selben bedingt, rft eine Einrichtung zur (?r,;euguna der elektrischen Stromes, fowie ein etwa .14 Fuß langer und 3 Fuß breiter Ti'sch, auf wdam die zur Aufnahme des Lehmes erforderlichen ei fernen Formen aufgestellt werden. Letz tere sind mit eisernen Deckeln versehen, welche, wenn die Formen gefüllt sind, fest verschlossen werden, worauf dann der elektrische Strom durch den Lehm geleitet wird. Die von demselben aus gehende Hitze ist eine außerordentliche, und sobald die Ziegel derselben lange genug ausgesetzt gewesen sind, werden die Formen durch, eine automatische Einrichtung geöffnet, der elektrische Strom wird abgestellt und die fertigen Backsteine aus den Formen genommcn. DaS ist die Ziegelherstellung mittelst Elektricität, welche VerfahrungSart obn: Zweifel sehr bald in allgemeinen Qo raucb kommen wird. Lt? letzte dcn.sözeNetchStasöscssion. Ueb:r die kurzeScssion des deutschen NeichstaeS, bei welcher dieMilitärvor läge zur Annahme gelangte, entnehmen wir in Ergänzung unserer telegraphi schen Berichte der Vossischen Zeitungdie folgenden Betrachtungen: Die Reichstagssessionen war kurz, aber sie war die heißeste, von der je mals erzählt wurde. Bei einer Tem peratur, bei der man keinen Hund in das Zimmer zu jagen pflegt, haben die fast vierhundert Erwählten des Voltes in dem musterhaft schlecht ventilirten ReichstagSgcbäude zusammengesessen, und haben durch ihren Eifer, zusammsn zu sein, ihr Leiden noch erhöht. Die Annalen dcsReichstags wissen von keinem anderen Falle zu erzählen, in welchem 335 Abgeordnete auf den Namensaufruf geantwortet haben. Der Reichstag hat im ganzen 397 Sitze.von denen zölf in Folge eingetretener Doppelwahlen erledigt waren. Also waren nur sieben Abgeordnete als seh lend zu verzeichnen. Der Eifer, der Pflicht Genüge zu thun, war fehr wohl begründet. Es gab große Parteien, die geschlossen für oder gegen die Vorlage stimmen woll ten, aber daneben gab es kleine Grup pen, über deren Haltung im ganzen, sowie in Betreff der einzelnen Mitglie der Zweifel obwalteten, Gruppen, die ihre Zustimmung an manchrlei Voibe halt knüpften. Zu den kleinen Gruppen, die für die Annahme der Militärvorlage den AuS schlag gegeben haben, gehören die Antisemitea und die frersinnigeVereinigung. Die erstere hatte denVsrbehalt gemacht, es müsse zuvor die Sicherheit gegeben werden, daß die Deckung der Kosten für die Vorlage nicht durch Steuern erfolge, welche den kleinen Mann tref fen. Die freisinnige Vereinigung hatte den Vorbehalt gemacht, daß die zwei jährige Dienstzeit mindestens auf so lange festgesetzt werde, wie die jetzt fest gesetzte Präsenzstärke bestehe. Schließ lich begnügten sich beide Parteien mit mündlichen Erklärungen des Reichskanzlerö, die doch nur seine Person und nicht die zukünftige Regierung binden. Eine Verständigung über dieDeckungs frage herbeizuführen hätte einen Zeit eufwand von wenigstens mehreren Wochen erfordert, und es gab thatsach lich keinen Abgeordneten, der dieses Opfer Hatte bringen mögen. D. VVs.?dnß.te M JJfltnjjjs
hatte schon Im aufgelösten Reichstage, und zwar im Verlaufe der ersten Commissionsberathung den Antrag gestellt, die zweijährige Dienstzeit solle lo lange in Kraft bleiben, als die jetzige Frie densstärke und die jetzigenCadreformationen aufrecht erhalten blieben. Der Prinz Carolath nahm diesen Antrag wieder auf. Durch die Annahme dieses Antrages hätte die zweijährige Dienst zeit eine gesetzliche Sicherstellung so weit erfahren, als dies praktisch noth wendig war. Die Regierung hatte ge gen den Antrag nichts einzuwenden; sie würd sich sogar mit Eiser für ihn erklärt haben, sobald sie erkannte, daß die Annahme dieses Antrages daS ein zige Mittel sei, um der Militärvor läge selbst zur Annahme zu verhelfen. Da geschah daS Unerwartete oder min defteno etwas, was man nicht hätte er warten sollen. Diejenigen Parteien, welche die Militärvorlage grundsätzlich bekämpften, erklärten sich gegen den Antrag Carolath. Sie behaupteten mit einer unfaßlichenBegründung, daß durch diesen Antrag die Vorlage nur noch weiter verschlechtert werde. Die Conservativen, die sich derRothwendigkeit nicht entzogen haben würden, die Militärvorlage mit dem Antrage Ca rolath anzunehmen, wenn sie sie ohne denselben nicht erhalten konnte, athme ten auf und erklärten diesen Antrag Carolath für völlig unannehmbar. Die Hauptvorlage der Regierung ist von einer Mehrheit angenommen wor den, die aus so verschiedenartigen Bc standtheilen zusammengesetzt war, daß sie sich nicht leicht wieder zusammenfinden wird, und es entsteht die sehr ernste haste Frage, auf welche Mehrheiten sich die Regierung in Zukunft stützen will. Die partikularistische Strömung ist im Wachsenzwir haben nur auf die erregte Weise aufmerksam zu machen, in welcher ein württembergischer Abzeordneter davon sprach, daß bei einem be stimmten Regiment möglicherweise ein mal württembcrgische Soldaten unter preußischen Ofsicieren dienen müßten. Das Streben, den Reichstag in ein Gruppe von Jntereffenvervretern auf zulösen, ist im Wachsen; wir haben nur auf die Bildung einer sogenann ten wirthschaftlichen Vereinigung hinzuweisen, die agrarische, zünftlerische und bimetallistische Bestrebungen zu sammenfassen will, und in deren Vorstand ein in Friedrichsruh gut ange schrieben Nationalliberalcr mit einen Antisemitenhäuptling zusammensitzt. Ersteht nun für uns unerschütterlich fest, daß die große Mehrheit deS deutschen Volkes entschlossen ist. die Entwicklung des Deutschen Reiches auf den Wegen weiter zu führen, auf' denen sie vor mehr als einem Virrteljahrhundert begonnen wurde, und sie werden freudig jeder Regierung folgen, die sie auf diesen Wegen zu führen entschlosfen ist. Der Zeitraum der Erschläfsung. über den mir klagen, begann, als Fürst Bismarck sich seinem eigenen Werke entfremdete, und es unternahm, an die Gesetzgebung, die er selbst geschaffen, die zerstörende Hand zu legen. Ein frischerHauch ging durch das Reich als Fürst Bismarck als ein überalter Mann die Verwaltung niederlegte und fein Nachfolger in die Bahnen gemäßigter Reformen zurücklenkte. Erst als Graf Caprivi mit seinem Volksschul geietz der Reaktion in die Hände arbei tete, begann ein neuerZustand der Ent muthigung rn den Reihen des Bürger thums Platz zu greifen. Versteht er es, die Wiederholung des Fehlers zu der meiden, den er begangen, sucht er die jnigen um sich zu sammeln, die an dem Gedanken besonnener Reformen fest halten, so wird seinem Ausruf oer Er folg nicht fehlen, weder im Volke, noch selbst im Reicbstaae. Biographisches Ueber den in Wittenberg verhafteten Einbrecher, den Schauspieler Kringel, kommen uns einige biographische Notizen zu, die eines gewissen kriminaliftisch'psychologischen Interesses nicht ent behren. Kringel war eme Diebesna tur von erster Jugend an. Kaum hatte er das Licht der Welt erblickt, so nahm er schon etwas ein Bad nämlich. Er ging bald stiner Mutter über Alles; das brachte dieser guten Frau Aerger und ihm Prügel. Dabei zeigte er be reits künstlerische Begabung, denn mit einer zu den schönsten Befürchtungen berechtigenden Verstellungskunst Heuchelte er unerträgliche Schmerzen ge wisser Art in demselben Moment, wo Mama ihm den Sitz dieses angebli chen Leidens ausklopfen wollte. In der Schule war er faul. Der Lehrer nannte ihn einen Tagedieb, aus dem noch einmal ein Nachtdieb werden könnte, was dcnn auch geschehen ist. Nur für das Nibelungeniied hatte er Interesse, wemgstens soweit, als darin von Dietrich von Bern die Rede ist. Sonst tongnwu: Ihn Alles. Sein Hang zum Diebstahl nahm zu; wenn er sonst nichts fand, mopste er sich selber. Mit sechzehn Iah ren stahl er sich eines TageS aus dem Elternhaus und schloß sich einer umherziehenden Truppe an. Er debutirte in den .Räubern Auf die Frage Karl Moors: Wi5 heißt Du, KosinSky?antwortete er so seelen- und ausdrucksooll Ja!", daß er sofort enga girt wurde. Er bekam auch bald grö ßen Rvllen. Am meisten lagen ihm die Grsdrollen. Er beschäftigte sich manche Nacht, fern von seiner Lagerstätte, mit ihnen, um sie völlig zu beherrschen. Als er in daS militärflüchtige Alter gekom men, war fein Ruhm fchon fest ge gründet: kein Anderer konnte mit einer fo verblüffendenRealistik auf derBühne Dokumente.Haarlocken und Frauenherherzen rauben.wie er.Leider hatte er sich in letzter Zeit besonders auf den Proben, die er außerhalb der Bühne anstellte etwaS übernommen. Er reiste so viel auf der Stemmeisenbahn de Lasters, daß er ganz nervös wurde und sich jetzt unbedingt eine Zeit lang Mfier Zurückgezogenheit wird beslei Zige müssen. . ,IZIV
Nach fettn Lande der Cowboys
Von Friedrich Dernburg. (Tu! dem .Berliner TZgetl.") Bekanntlich liegt Las Vegas ich weiß das bereits feit einer halben Stunde in New Mexico, jenseits der Rocky Mountarns. Weiters geographifche Notizen haben meine Lcfer über Las Vegas von mir nicht zu fürchten. Nur eins muß ich noch beifügen, denn es ist das Wesentlichste: es liegt 600 Fuß über dem Meer. Ah! welche Lust! Wenn man nun Wochen lang seine Lungen mit dem abgespeist hat, loas man in Chicago, der Stadt der Üa tarrhe, Luft nennt eine Maschine von Wasserdampf mit Staub, Kohlendunst und unnennbaren Dingen so ist es ein Fest, hier zu athmen. Von einem Athemzug auf den anderen freut man sich! Ja, ich bin ihr entronnen, der weißen Königin, die sich am Ufer des Michigansees gelagert hat und die durch ein königliches Gefolge von sechziqtausend und mehr bedient wird Direktoren. Wächter, Aussteller, große und kleine Beamte und dann noch die Journalisten, die die Aufgabe haben, ihre Reize zu besingen. Sie hat, in Parenthese gesagt, bereits mehr wie kaiserliche Schulden. Ich fürchte, ich habe noch mehr wie ein Verliebter von dieser Zauberin geschrieben, als wie ein methodischer Kritikus. Aber so launisch ist der Mensch. Ich freue mich kind'sch, daß ich diesen Schatz los bin und ich rufe: Uf! denn auf die Dauer wird es für den einzelnen Menschen erschöpfend, überwältigend. Glücklicherweise gibt es hier in Las Vegas etwas Hübsches, aber nicht allzu viel zu sehen; mit einem Bergeinsch.itt. man kann es kaum ein Thal nennen; es sieht auf ein Stück braune Ebene und dann in eine grüne Waldschlucht. Ein angenehmes, bequemes, nicht allzu ausgedehntes Haus mit breiten Veranden; der Badegäste, die nach den heißen Quellen kommen, sind noch ziemlich wenige. Ganz still ist es draußen singt ein Vogel, seine Sprache klingt anders, wie die wir in unseren Wäldern vernehmen. Aber ich erkenne es doch: es ist dasselbe Lied vom Frühling! Hot Springs mit seinem Montezu-ma-Hotel ist ein ganz neuer Vorstoß der Aankces in das Gebiet der 5owbohs, der Spagniolen und der zahmen Indianer. Die Erdhütten der Indianer kleben an den Rändern lehmiger Hügel man kann von der Veranda aus einen Haufen davon übersehen. Den Nachkommen der spanischen Bauern, der sich hier ansiedelte, kann mau an der beschaulichen Ruhe erkennen, mit der er vor seiner Hütte kauert oder seinen alt-spanisch-arabischen Pflug führt. Den Cowboy haben wir begrüßt, wie er über die endlose Ebene dahinflog und neben unserem Eisenbahnzug hergaloppirte. Der Gentlemen, der uns alsKellner bedient, ist allem Anschein nach aus einer feinen Nummer der deutschen Armee. Er spricht nur englisch und wahrt sein Inkognito; wir respectiren es. Nur einmal verrieth er sich, als einer aus unserer Schaar einen der neueren Berliner Witze vortrug. Sein Mund zuckte aber wir' bemerkten es nicht. In ein solches Völkergemisch sind wir nach vierundzwanzig Stunden Eisenbahnfahrt hineingefallen. Wir sind eine gut assortirte Gesellschaft, in der die Jugend entschieden vorherrscht Journalisten und Künstler. Auch zwei Studenten zahlen wir unter uns, von denen der eine von der LeistnnaFfähZgkeitj deutscher Mensurklingen die zweifellosesten Beweise in dem Gesicht trägt. Es erregt das die Aufmerksamkeit der Amerikanerinnen in hohem Grad. Wir beabsichtigen einige Jndianerdörfer zu besuchen und rechnen bei diesen Anhängern der Tätowirung auf eine fympathische Aufnahme. Sie werden ihn jedenfalls für einen großen Krieger erklären. Am Abend fuhren wir von Chicago weg. die. Eisenbahn wiegte und sang mich alsbald in.nnen tiefen, hypnotischen Schlaf. Gegen Morgen fuhr ich auf. der Osten strahlte in feurigstem Schein, seine Strahlen sielen aus ein breites gelbes Wasser, etwa wie die Elbe bei Wittenberg, das gurgelnd und öde dahinschoß der Vater der GeWässer, der Mississippi! Von allen Flußnamen bei der..Schuljugend der geachtetste wie beliebteste, der. den man am letzten vergißt. Ich fand den Namen Mississippi als eine Art von Wortmalerei für das Gewässer sehr gut gewählt. Und dann kamen wir in ein grünes Land in das Gebiet von Missouri, Wälder und Wiesen mit jungen Saaten, grün in unendlichen Schattirungen. Alles noch so grün und unberührt vom Sonnenbrand, als hätte es sich erst in den Regenstürmen der leßten Tage in diese grüne Verfassung gefetzt. Wieder über ein Wasser und noch über eins ich denke, es war der Missouri und der Arkansas wir halten in Kansas City, der Grenzstadt des Staates Missouri gegen den Staat Kansas. Diese Grenze hat mehr wie eine blos statistische Bedeutung. Denn in Kan sas herrschen die Frauen noch mehr w in dem Rest der Union wie's man sich ja zur Noth gefallen lassen kann aber auch die unbedingte Temperenz, das Verbot des Verkaufs geistiger Getränke auf dem ganzen Staatsgebiet hat ihren Einfluß durchgesetzt. Hier revoltiren wir. Schon hat eme glühende Hitze angesetzt und mit ihr ein verzehrender Durft. Was bleibt uns übrig wir umgehen die Staatsge setze der Frauen von Rar!. Zwar
nicht wie jene r als Gelehrter und Weinkenner gleich verehrungswcrthe Mann, der zum Aerger der Oktroiaufseher grundsätzlich seinen Wein nur jenseits der Oltroigrenze trank. Aber wir senden unseren Schnzarxn aus dem Schlafwagen, der eine volle Ladung an Bord schasst und damit gleichzeitig auch dem Staatsgesetz von Missouri ein Schnippchen schlägt. Denn wir haben Sonntag, und an diesem Taq ist auch in Missouri der Verkauf geistiger Getränke verboten. S versorgt dringen wir in Kansas ein. Suche ich unter den Eigensckiften, die dem Amerikaner eignen, fo er Heini mir immer als das Charakteri...lsche: der Amerikaner ist ein Phantast. Me Spekulanten sind Phantasten, das Ncgt in der Geistesrichtung und der ?)an-kee-Amerikaner ist der spekulativste allcr Spekulanten. Daß man in diesem Lande auch ohne das zum Phantasten wird, das kann ich begreifen. Das Land ist weder hervorragend zchön, noch hervorragend interessant, aber seine Verhältnisse gehen überall so in das Ungemessene, daß sie das Lcrständniß überfliegen und nur mit der Einbildungskraft gefaßt werden tönnen. Was für Entfernunacn, wie
massenhaft tritt Alles auf! Land und j Wasser. Ebene und Gebirge, Wald und ! Getreideboden welch eine Fülle von Produkten überall. Auch in der Großsprecherei, die den amerikanischen 3!ed- l ... t.V OfMt.ttAttsln Int. Vtrt. sy i rt - 1 nein uuu vuuMUau, vn jivim v-i.i-zelnen eignet, glaube ich kaum weniger die Eitelkeit als den phantastischen Flug der Amerikaner herauszuerlennen. Diesem Zug muß Jeder schmeicheln, der den Amerikaner gewinnen will, er hat das Bedürfniß, von der' Größe feines Landes zu hören, wie den Opiumtrinker nach Opium verlangt. ? Ein Product dieser Alles beherrschen-! v rnr. i r: . :n .. v:. i c t,: uen '4i;aiuuic ii ucwi uuui uic vi cago-Ausstellung mit ihren riesigen Dimensioncn und ihrem Mangel an festem Boden in der Schätzung des sinanziellen Ergebnisses. Auch dem, der nur als Gast dieses Land besucht, drängt sich nach und nach , etwas von dieser Sinnesart auf. Den großen Erfolg, den die Deutsch? m den 23er. Staaten rn den Geschäften haben, möchte ich vor Allem dem zuschreiben, daß sie aus der Heimath den Sinn für Details und eine mehr hausbackene Weltanschauung mitbringen; wird dieser Teig mit dem Sauerteig des Amekanismus durchsäuert, so gibt es eine gute Mischung namentlich für Männer zweiter Güte, an denen es in dem unübersehbaren Lande so stark fehlt. Der phantastische Sinn des Amenkaners macht ihn auch zum unaösicht-; liehen Verschwender und so sttht man ihn in den Schäden des Landes herumarbeiten, ich möchte beinahe sagen herumwühlen, daß einen soliden Deutschen ein Schauder überfallen kann. Wie ist zum Beiwiel das Waldland in Mis- j souri entstanden. Das bringt mich wieder auf meine Eisenbahnfahrt nach Las Vegas. Das vordere Kansas ist ein gedeih- j liches Land. Denn wenn der Amerikaner verwüstet, so schafft er auch. 1 Farm reiht sich an Farm, die ganze Landschaft sieht aus wie mit '.'tind-! vieh durchsetzt. Ueberall taucht es auf. ' Aus der braunen Erde sind allenthalben die kleinen Schwertspitzen des Mais emporgeschossen. Hier und da sieht man sogar etwas Gartenschmuck an dem Holzhaus des Bauern; natür- j lich nur, wenn es ein Deutscher oder , ein Skandinavier ist. Denn der Jan- i kee oder Jrländer scheint sich :n dem Unholden um seine Heimstatt herum zu gefallen. Dann hat der Amerikaner diese schöne Bahn geschaffen, die AtchinfonTopckabahn. auf der wir so sicher und ruhig der Pacisicküste zugleitcn. Der Oberbau dieser riesigen Linie würde auch mit Ehren in Europa bestehen das beste Material ist dabei verwendet. es ist rechts und links der Bahn an Holz und Steinen nach Wunsch vor Handen. Die Wagen sind die bekannten Pullmannwagen, auf die ja der Amerikaner nach den ersten drei Worten der Verherrlichung seines Lanves fällt. Wer nun fchon Tage lang aus ihnen herumkutschirt, der sieht wohl, daß sie neben ihren Vorzügen auch ihre dem Deutschen recht fühlbare Mängel haben. Doch wir übersehen die letzteren gern, denn in dem Wagen. der uns beherbergt. Ophu" benannt, herrscht die Gemüthlichkeit, unterstützt durch das in Kansas City croberte Bier und eine Abtheilung für Skatspiel. Dann kam wieder eine Nacht. Und da ich. aus dem Schlaf auffahrend. aus dem Fenster sah, kam mir der Gedanke: fahren wir etwa über Tempelhofer Feld? Wie ich nach Stunden abermals hinaussah, immer noch das Tempelhofer Feld, und so tief in den Morgen Westkansas hinein, eine traurige. wasserlose Oede. Nur die beschneiten Gipfel d Rocky Mountains. die in der Ferne auftauchen und verschwinden, je nach den Hebungen des Bodens, machen die Sache pikant. Auch Kansas hat ein Ende, und wir kommen nach Colorado. Die Hügel wachsen Wässer, um es herum ziehen sich dunkelWässer, um esherum ziehen stch dunkelgrüne Streifen. Farmer sind gekommen. die sich auf die Jfcmst der Bewässerung verstehen und die begonnen haben, diese Wüste in einen fruchtbaren Garten zu verwandeln. Mehr und mehr nimmt die Bahn den Charakter der Gebirgsbahn an. hinter Trinidad machen wir den großen Aufstieg nach der Hochebene. Die große Schlucht ist wild genug, doch an Wasser und Vegetation dürftig, in den TCfirmrn keklt der oroke Äua i Schweiz. Ein katholischer Priester der mit uns fuhr wir sind hier aujj
eltspanisch-katholiscbem' Boden frug mich, ob ich nicht die Landschaft ähnlich wie die Schweizer Landschaft fände. Ich hatte von einem hausirenden Indianer einen kleinen aus CoZusnuß geschnitzten Kopf gekauft, halb Jndiancrphyswgnomi?. halb Idol. Den wies ich meinem Priester: So sehen sich die zwei Landschaften ähnlich wie dieser Kopf und eine aus Holz ccschnitzte Sennerin aus den Buden vom Grindelwald.- Und so ist es! Die Atchinson-Topekabahn hat daZ Glück, bei ihrem Bau eine ganze Reihe ausgiebiger Kohlenminen aufgescblosfen zu haben. Wir haben die Ehre, den Präsidenten der Union de? Minenarbeite? auf unserem Zug zu haven, der das Gebiet bereist, um die Minenarbeite? für einen allgemeinen Strike zu gewinnen. Auf der Hocheben: von New Mexico sind die pferdefrohen Cowboys zu Hause, da tummeln sich die Pferde und Rindcrheerden. Ich lese in der Zeitung, daß in Las Vegas, in das n?ir jetzt einfahren, vor einigen Tagen Senhor Angelo im kurzen Versahren der Lynchjustiz gehängt wo?den ist, da maßgebende Pe?sönlichkeiten de? Stadt der Ansicht geworden waren, daß die Raschhcit der Justiz in der letzten Zeit mit der Aufeinanderfolge der Morde nicht mehr ganz Schritt gehalten habe. Doch das geht den Fremden gar nicht) an. Das ist eine Sache, die die Cow boys unter einander ausmachen, die. Wie mein Priester sagte, eine ganz brave Menschensorte sind, wenn sie nicht gerade auf andere Gedanken kom men. Ich kann jeden Reisenden versichern, daß es im Hotel in Montezuma so ru hig und civilisirt hergeht, wie in dem englischsten Luftkurort der Schweiz. Die Verpflegung ist vortrefflich, die Küche in fehr verständigen Händen. Was die Hot Springs betrifft, so werden ihnen die Eigenschaften von Wiesbaden und Aachen zugeschrieben; sie haben ungefähr 30 Grad Celsius und dürfen leider immer arf eine zahlreiche Gemeinde von Hilfesuchenden rechnen. Ich habe nicht Zeit gefunden, das Publikum genauer auieinanderzuwirren; aber wenn man genaue? zusieht, tauchen auch hier wie überall in Amerika die Quadratgesichter der Deutschen auf.
ie verliebten Brüder. Man schreibt aus Verbo in Un garn: In unserer unmittelbarenNähe liegt im Gebirge das Dors Bajzari. Als der reichste Mann gilt dort der Gutsbesitzer Zahibok, ein Bauer, Vater zweier Söhne, die Jstvan und Paul heißen. Diese beiden Söhne waren verliebt, heiß, leidenschaftlich in ein und dasselbe Mädchen. Pasmitatek ist ihr Name und ihre Schönheit wurde weit und breit gerühmt. Beide meinten es ernst mi' diesem Mädchen und bewarben sich stürmisch um die Hand der Schönen. Diese ließ sich lange huldigen und mit selbstgefälliger Koketterie Jeden von ihnen hoffen, daß er den Rivalen nicht zu fürchten habe. So freute sich heimlich der eine Bruder über die sichere Niederlage des Anderen und jetzt, wo die Sache einmal so weit ge diehen war, begehrte Jstvan und be gellte Pal von der Schönen, daß sit sein Weib werde. Das Mädchen war mit der Antwort nicht so rasch, sagte aber später, als dieBrüder immer hef tiger auf die Entscheidung drangen, daß es Jstvan. den Aelteren. zum Manne wolle. Das hatte der jüngere, lebenslustigere Pal nicht erwartet. Tieftraurig fah man ihn feit jenem Tage einherschleichen, dabei klagte ei nicht, er trug schweigend seinen Jiurn mer. Kürzlich hielt das Paar Hoch zeit. Da ging es gar hoch her. Auch Pal war gekommen. Und wie gute? Dinge er sich zeigte. Gegen Abend ging die Gesellschaft in den Hof hin aus, um zu tanzen. Als die Zigeu ner am hurtigsten den Bogen über die Saiten strichen und Alle wie toll vo, Lust auf- und niederhüpften, krachte plötzlich ein Schuß. Wären Donner und Blitz unter die Leute gefahren, die Wirkung hätte nicht betäubender sein können. Den Zigeunern siel vo, Schreck die Fidel zu Boden, während von allen Paaren kein einziges auch nur ein Bein mehr rührte. Man ging dem Schusse nach und fand in einem Schupfen Pal mit durchschösse, ner Brust. Er hatte aus einer Pifiele eine Kugel gegen stch abgefeuert, lebte noch danach, allein der Arzt er klärte, daß nach der Beschaffenheit der Wunde an eine Rettung nicht ge dacht werden könne. Natürlich war's nach diesem Ereigniß auch mit allen Hochzeitsfreuden aus. Worte der Weisheit. Wni ou noch eine Köchin hal Und Die begehrt zu kosen. So dulde den, der sie umfaßt Sonst: wehe deinen Saucen! Wenn du noch einen Schneider hast, La? dich beim tofc nicht lumpen! Vkbanole ihn als Ehrengast Sonst hört er auf zu pumpen! Umsonst geträumt. Frau: Wrifct Tu. Emil, was mir heule ge träumt bat? Daß Tu mir einen neuen, schönen Hut gekauft halt!" Mann: Wirklich? Ta laß Dir nui jet träumen: wo ich das Geld für den Hut hernehmen soll'.Zeit ist Geld. .Amt Nr. 79G2. Möchte mit Fräulein Schmidt verbunden werden." Hier Lina Schmidt. Wer dortZ- Herr Lieb, reich. Möchten Sie gern Frau Lie reich werden i'' Ja.- Dann 3 Uh, Standesamt. Schluß!
