Indiana Tribüne, Volume 16, Number 332, Indianapolis, Marion County, 20 August 1893 — Page 6
mertras oVenprsAurie.
?ah der Mensch zu Mensch werde, Stift' er einen em'gen Bund Gläubig mit der frommm Erde, Seinem mütterlichen Grund." (3d)illei .EleusischeS 8:ff.) Das große Ackerbaugebäude der Chicagoer Weltausstellung ist den Lefern zur Genüge vorgestellt 'norden, und sie haben auch verschiedene deutsche und andere Prachtabtheilungen in demselben kennen gelernt. Nicht versäumen dürfen wir aber, die landwirthschaftliche Vertretung der derschiedenen Theile unserer großen Ne publil in diesem Palast zum Gegenstand eines besonderen Rundgangs zu machen, nicht wegen der äußeren Schönheit dieser Abtheilungen (obwohl auch in dieser Beziehung immerhin manches Beachtenswerthe anzutreffen ist), sondern wegen ihres gewaltigen inneren Werthes. Heil dem Volke, das noch den Pflug und Spzten vertraut! Was hilft alle sonstige ttultur, wenn nicht von der Landwirthschaft beständig neue Lebenssäfte in den Slöxptz der Nation fließen? Und mit besonderem Stolz darf der Deutschamerikaner auf diese Ausstellungen blicken. Denn es ist eine offenkundige Thatsache, daß, wenn es blos auf den jungen Nachwuchs der Eingeborenen-Elemente in unseren Landgegenden ankäme, der Bund mit der frommen Erde" längst gebrochen wäre, und unser Landbaü, und damit die Wohlfahrt der Nation, sich im vollen Zerfall befände! Nur durch den beständigen Nachschub von Einwanderern, und wahrlich nicht zuletzt von Deutschen, ist die amerikanische Landwirthschaft hochgehalten, ja gerettet worden. Mit einem Gefühl tiefer Genugthuung dürfen wir basier diese Ausstellunzen betreten. Es sei hier üdrigcns bemerkt, daß dieselben zum großen Theil auch in den Repräsentationsgebäuden der einzelnen Staaten der Union Ergänzungen haben, wie auch selbstverständlich in dem Gartenbaupalast. Ein edler Wetteifer hat namentlich zwischen unseren westlichen Staaten herrscht, im Ackerbaugebäude das Best?, und zugleich im schönsten, maletischen Gewände zu bieten. An statistischer und sonstiger Auskunft ist luch kein Mangel. Werfen wir zunächst einen Blick auf den Pavillon von Illinois als dem gastgebenden Staat. Das zierliche Eingangsthor wird hauptsächlich dnrch Maiskolben und Quasten von Hirse gebildet. 125 verschiedene Arten Getreide und Gräser sind hier ausgestellt. In vielen Schaukästen ist auch das Wachsen und Blühen der Pflanzen veranschaulicht. ii H ' ÄWWMK I M Pavillon? von JUinoiS, Ohio. J,-l?z. u. s. n. D Pavillon von Ohio hat (ebenso wie der von Oregon) die Gestalt eines griechischen Tempels, dessen gläserne Säulen mit Getreidekörnern u. s. w. gefüllt sind. Alles ist hier von einfacher Schönheit. Einfacher ist noch die Ausstellung von Jndiana. die aber in gutes 'Bild der landwirthschaft'.!chen Hilfsquellen des Staates gibt. Von Weitem schon fällt der Pa- , villon von Iowa durch seine rothen Maiskolben auf. In langen Glassäulen ist der Bodenreichthum Iowa's zur Schau gestellt. Mitten in dem Pavillon von 3L'iis souri erhebt sich eine phantastische Pyramide, welche von einem Globus ge krönt ist, der die Erdtheile in Getreidekörnern zeigt. In einer der Auden steht ein Käfig mit Vögeln. Missouri hat auch eine schone Tabaksausstellung. Wisconsin und Minnesota haben besonders reichliche Getreide-Ausstel-Zungen. Die Getreidcproben von Wisconsin sind in Flaschen ausgestellt. An dem Pavillon von Minnesota ist eine Reihe mit Weizen geschmückte? Thorbogen bemerkenswerth, sowie die langen Aehren und Halme in den Schaukästen. Kansas stellt ebenfalls seine Ternalien in Flaschen aus; der Mais wiegt übrigens auch bei ihm vor. Nebrslas Hauptspecialität ist Rübenzucker, welcher in großen gläsernen Säulen vortkzeilhaft gezeigt wird. Eine prächtige Ausstellung hat Michigan; besonders fallen an derselben die in Getreidekörncr gekleidete Figuren auf. Die Ausstellung des Staates WashZngton thut sich namentlich durch die Mehlsäcke hervor. Nord-Dakota stellt wenigstens einen Theil seiner 46 Gattungen Sommerweizen und 390 Ar ien Gräser aus. Den großen Pa villon Süd-Dakotas betritt man durch Thorbogea. und eine Veranda aus Mais UN) Wetzen, welche aus Säulen von Baumstämmen ruht; einige der letzteren haben frische Schößlinge aetrieben, und der Totaleindruck ist cm sebr. kzübicher. Den Eingang des Pavillons von Wyoming bildet ein schönes Portal in Weiß und Gold; die Bodenproducte des jungen Staates sind sehr vollzählig vertreten. Kentucky zeigt sich in erster Linie als Tabaksstaat.- der Tabak und das lange graue Moos des Südens spielen auch d Hauptrolle bei den Verzierungen des Baues. DaS benachbarte Territorium Utah zeiczt
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außer dem ZZörnergetreide Ballen von Heu und Stroh. Pcnnsylvanien hat eine interessant gruppirte Ausstellung, worunter die Freiheitsglocke und der große Stuhl aus Bodenerzeugnissen namentlich be-achtenswe-rth sind, wie auch die Ausstellung der pennsylvanischen Seiden industrie. Daß Californien auch im Ackersaugebäude einen sehr bedeutenden Raum einnimmt, braucht kaum besonders erwähnt zu werden; seine colossalen Rüben, Kürbisse und Kartoffeln erfreuen sich ausgedehnter Aeachtu,ig. New York hat sich selbstverständlich aucb nicht lumpen lassen. Größeres Interesse noch, als die reiche New Yorker Getreide-Ausstellung, findet der weiß-goldene Pavillon des Nachbarstaates New Jersey, der verschiedene historische Gedenkstücke zeigt, und dessen Eingang von einem flintenbewchrten Farmer und Minute Man" (Name einer ehemaligen revolutionären Organisation) aus dem Jahre 1776 bewacht wird. Was die Neuengland-Staaten betrifft, so sßien die Tabak und Ge-treide-Ausstellung von Massachusetts,
die Kartoffeln von Maine und der Tabak und die Cerealien von Connecticut, mit den alterthümlichen Geräthen, hervorgehoben. Unter den Südstaaten sind Louisiana (das einen großen dreitheiligen Pavillon hat), Texas und Nord-Caro-lina besonders würdig vertreten. Es würde uns zu weit führen, uns in sämmtliche Staaten und Territorien auf diesem Rundgang zu vertiefen. Doch sei noch anerkennend hervorgehoben, daß das junge Territorium Oklahoma, das erst vor vier Jahren für die Besiedelunq eröffnet wurde, im Verhältniß zu dieser kurzen Zeit eine glänzende Getreide- und Gräser-Aus-stellung aufweisen kann. In-manchen der Pavillons sind auch die landwirtschaftlichen Schulen der betr. Staaten durch Eztra-Ausstellun-gen vertreten. Im Ganzen machen diese landwirthi'chaftlichen Ausstellngen so recht einen gediegenen, wenn auch zum Theil etwas derben Eindruck. Cntel San, nid ffistyzüchter. Wer sich die schonen Dinge im Fischereigebäude des Chicago Weltausstellunqsplatzes angesehen hat, sollte nicht versäumen, sogleich zur Ergänzung seiner Eindrücke sich nach der Nordost-Ecke des benachbarten Bundes-Regierungsgebäudes zu begeben. Dort zieht ein kleines Placat die Fische haben jetzt Brutzelt" zeden Wochentag große Zuschauermengen nach den Behältern hin, wo man die von Bundeswegen betriebene Fischzucht und ihre Ergebnisse in allen Stufen kennen lernen kann. Bekanntlich lassen sich die Ver. Staaten schon seit einer Reihe Jahre ofsiciell die Förderung der Fischzucht m unserem Lande angelegen sein, und alljährlich werden Fischeier und Fische in die Gewässer einer Anzahl Staaten vertheilt. Im vorigen Jahre sind nicht weniger, als 306.580.432 Eier und Mische zur Vertheiluna kommen. welche fast jede bekannte Gattung eßbarer Fische umfaßten. Der Dampfer 7tm Lawk" vermittelt hauptsächlich diese Vertheilung. Bis jetzt bestehen in folgenden Staaten Stationen ylerkür: Maine. Massachusetts. Marvland. Delaware. Virainien. Minnesota. Michigan. Ohio. Illinois, Missouri. Colorado. Oreaon und Eallsornien. Außerdem sind für Stationen m Ver mont, TcxaS und Montana Verwllll Zungen vom Congreß gemacht. TvHctfang. Im größten Maßstabe wird die amtliche Verbreitung der Alosen oder Maifische betrieben. Nächstdem kommen die Kabeljaue, die Weißfische, die Forellen. Hechte, Barse, Lachse u. s. w. Auch die Verdrehung der Hummer wird gefördert. Obgleich die Ergebnisse dieser Arbeit noch nickt so großartige sind, wie der Volkswirthschaftliche Rechenmeister erwarten könnte, sind sie immerhin sehr bedeutend. In vielen Gewässern sind Fische einheimisch aemackt worden, die früher nie dort vorkamen, obgleich sie sich sehr wohl für dieselben eignen. Der Mai fisck x. B. war früher niemals in den amerikanischen Flüssen an der Küste des Stillen Oceans yelmiscy. wayreno er iekt in den meisten dortiaen Strö wen von Californien bis nach Alaska in größerer Anzahlt vorkommt. Der Preis mancher Fische ist erheblich hert ? im . adgegana.cn. ovmoyt mei groyere nun. ocn aesanaen werden, als früher. Alles in Allem.ist dieses System ohne Zweifel die Mühe und tue nonen reiaz. lies) werth. In Ntuesttt Zeit ist auch die Förderung der Austernzucht in Aussicht aenommen. Km vomn pckast kicke Untersuchunas.Abtheiluna der Fischereicommission ist gerade , jetzt . . m . m MM erfolgreich damit beschäftigt, iettzode? ausfindig zu machen, wie die Schadi gung der Austernzucht durch Seesterne und andere Feinde verbindert werden ioune.
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Wie der Milchner zur ?efrnchtm,g ieZ Lalch vcrnlaf:t wird. Dieses ganze System kann man nun km Regierungsgebäude der Weltausstellung im Kleinen lebendig vor sich sehen. . Man kann auch erfahren, wie das Brüten künstlich durch Maschine bewerkstelligt wird, wie man die Elternfische fängt, den Muttersischen den Rogen ausdrückt, dann den männlichen Fischen die Milch- nimmt und uoer oie vzxcz rjin veriyeni, uno naaj I tinnrlrrimr fRrfriirfitimrt r Wm 's v. rr . it i c. 1 t v tit w j Apparate in Thätigkeit setzt. Modelle von ganzen Brutbausern sind ausgestellt, z. A. desjenigen in Leadville, Col. Wir sehen die Fische in den verschiedenen Stadien des Wachsthums und lernen den Einfluß des Klimas und der Nahrung auf dasselbe kennen. Wir können beobachten, wie die Eier sich öffnen, und die Jungen sich verschiedentlich welterentwickeln. 231 man den Regner vom Laich bkfreit. Schon seit Eröffnung der Weltos stellung am 1. Mai wird hier das Fischbrüten betrieben. Die lebende Ausstellung wird auch durch nachgebil dete Gruppen ergänzt. Das Ganze steht unter der Leitung von Dr. Tarleton H. Bean und von W. de C. Radenel. C'N cden der Inqen Brüt. Ueb'k viele Punlte der Fischcullur k.tl: CLrsi'Ansind bekanntlich auch die i-achver tanÜStf ACNS verschiedenen Arten Fische ausgesetzt werden sollten. Gerade solche ossi-1 lkiu( i viituuuuuiii tut uiuniui Mrstabe. und mit allen zur Zeit bekannten Hilfimitteln. können Vieles dazu beittagen. einen Streitpunkt nach dem an. i... ... .. : Xr., (x?n dern zu klaren, und auch m vieler Sin WMta alsJ''ffoibeicc e.n allgemem rd.enstl'cheZ . Üicn. im .rXf, TO.if Merkspruch. Nur kühn das Wort herausgesagt, DaS schwer auf Herz und Zunge liegt. Nur furchtlos, rasch und unverzagt. Wie schwer vielleicht ein Wort auch wiegt! Nur nicht gezaudert, front und frei Sag' Deine Meinung ungestört. Doch Eines merk': Wo's immer fei Gib Acht nur. daß dich Keiner hört! Adolf Hotsek. O In Würzburg wird in der Zeit vom 6. August bis 4. Sev tember d. I. eine vom .Fränkischen Alterthums'Verein- veranlaßte ÄuS Nellung stattfinden. Sie hat den Zweck, den kunstsinnigen Bewohnern Frankens und den zahlreichen auswär . tigen Besuchern der schönen Bischofs ' stadt die Schätze an Kunst und Kunst - gewerbe aus der Vergangenheit bis zum Beginn dieses Jahrhunderts zu zeigen, welche in Franken entstanden i oder doq m sranl,,o)em 'enpe nnd. ? Mehrere Tausende von Kunstgeqen stände im Schätzungswerthe von einer Million Mark angemeldet, sind darun ter sehr viele Kunstwerke, oie bisher , . 1 entweder gar nicht oder nur in ehr engen reen bekannt woren. jbe lon?'Y ,ro!rlcn br U2? unbe.IT(ll!c Holzlkulpturen Tllman Rlememchnet 7rk Ä ff&il' werke des KunstgewerbeS auZ ! dem 18. Jahrhundert in einer Fülle nch zusam mennnden. w" sie bwher auf keiner ähnlichen Ausstellung. geschweige Ültll , t I cuniiicuicm iucum zu ,cc l Bei der Hitze. Mutter: Habt Ihr heute keine Schule. Fritz? Fritz: 3, wir haben den Vormittag wegen zu großer Kälte frei bekommen, Mutter: Kälte? Du wolltest wohl sa. gen: Hihe! Fritz: Nein, wegen der Hitze wurde die Schulstund im KeNer abgehalten, und da war es zu kalt! In der Schule. Lehrer : Nun Fritz, wie nennt man den. der Sonntags immer die Glocken läutet ? Fritz (schweigt). Lehrer : Na. Ma?. weint Du's ? Wie nennt man einen, der immer lautet ? Max ; Einen Läut nant !
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xkir un,er, nrcknen. Die Nadel. Die un'cheinbare Nadel in all' ibren Gestalten und Arten ist auf das innig.
sie mit dem Leben der Frauen vermach I sen. Wohin wir auch blicken mögen, nirgends werden wir weibliche Wesen auch nur eine kurze Frist ihrcs Daseins sich von der Hülfe der kleinen Freun bin, Gesellschafterin und Mitarbeiterin emanciviren scbcn. Diesem steten vt kehr mit dem oft stechenden, nicht selten sogar verwundenden Werkzeuge ist es wohl auch zuzuschreiben, dag die Frauen durch den unausgesetzten Gebrauch einer solch' spieen Waffe im Laufe der Jahre dann selbst spitzig und stichelig werben. Ferner dürfen manche Damen die bei Anwendung der Nadel erzielte Ver bindung bis dahin unzusammenhängender Stoffe und Dinqe, später nur zu gerne auf ihre Mitmensch? übertrafen, wenn sie sich dabei auch eines breiteren, aber nicht minder beweglichen, glatten, zuugcnartig auslaufenoen spitzen Instrumentes bedienen müssen. Und schließlich werden sie in dem viel fachen Umgang mit dünnen Nadeln w k 7 0- i j. . r s j, (tl(JUU iino lojcn nutn eine wvyiu- , (i.-nftf rsslNslfn hslR fi? oft im ;cn ' v i w u i- w de sind, aus einem Nichts undurchdringllcye vi$t zu saoriciren, m weikyen ne sogar ganz erwachsene Mitschwestern sangen und mitleioslos zappeln lassen können. Abgesehen von diesen drei minder wodltd-tiqen Zweigen der weiblichen Nadelscrleir manchmal auch Spty sndigkeit genannt, wird die Nadel in der Hand der Frauenwelt zu einem segcnspendenden auberstab. mit dessen Hilfe sie Wunderbares leisten, gestalten und erhalten kann. Alles, was zur Bekleidung des Menschen, sei es nun Mann oöer Weib, nöthig ist, läßt sich one Mithilfe dieses giatten Stahl. stüäeS kaum herstellen. Um die altmo dische Strilnadel schwingt sich unaufhörlich der Faden, bis das Juibeklei dungsodjett die gewünschte Lang? und Form erhält. Die Schusterale fährt heute noch durch das harte Sohlleder, die Maschinennadel fliegt über die Wäschestücke in sausendem Galopp da hin, ebenso vermag die Schneider und Hutmacherin ihr geschmackvolles Werk ohne die brave Fadenhülterin nie mals zu vollenden. Und wie könnten wir Damen unsere Achten, Bussen und Söckchen befefti. gen, zu einem lunstvouen anzen ge stalten, ohne die schmiegsamen, langen und kurzen, dicken und dünnen, Gld, Silber und Echildplatt. Haarnadeln, welche man für uns herstellt. Was würden wir beginnen, wenn eS keine Steck und Sicherheitsnadeln gäbe, wie. würden die armen Ladies mit Knöpfen und Bändern gequält werden. Wohin käme d5 ganze Goldarbeitergewerbe, wenn sie keine orüeck, Lusen-, Kra vatten, Hut und andere Nadeln und Nädelchen mehr für das schöne Geschlecht anzufertigen hätten. Wie unzählig eFrauen müßten müßig hungern, nähme man ihnen die kleine und doch so kostbare Nadel aus der Hand. (Yanze Industrie-Zweige hüt ten ihr zeitliches Ende erreicht, würde man die Häkel, die Stick, die Ned, j! R"indel ruhen Issen. Nur vlc viiuut uuiuuuicu iwiuwcu iiqj rtc m-JlLiM m-zm..M SSSSSf n ustlöcher rechtzeitig zu schlie -a . WUIS UIUUC fYlUUCUVUiUU Ul ti ' in v t r ri - r '"fanden oftne unsere MSflTM0 unu Holl.. veder und auch Ma chlnenardelt vertreten, aber das 0 ITnum n. .f.:n 1T gobe'n. S prächliqen mi und 1 x;. n;r5. O.i. llfll', Vil illVVUU WVIWtl MW wunderbaren Portrait Stickereien, die antiken und modernen Spißentechnlken. d-e Haar, Stick und RaderArbeiten, b?i allen ist die zarte Nadel geführt von unglaublich geschickten Frauenhanden, d'e Erzeugerin all' der bestechend schö nen Kunstwerke gewesen. Die Nadel arbeitet jedoch nicht nur für unsere Bekleidung, für unseren eigenen und den Schmuck unserer Be hausung, sondern sie wird auch zur Trösterin und Freundin ihrer Führe r'n. Mit wie vielen Wünschen und H?ft'nungen näht, stickt und häkelt das jnnge Weibchen all die zarten winzigen. n'cdllchen Küchelchen sur den kleinen Ankömmling. Wie freudig bewegt die Nidel sich in der Frauenhand, wenn es fc'ißt. durch ihr Werk lieben, theuren Personen eine Ueberraschung zu derei ten. oder den Armen zu helfen. Emsig und rastlos sährt sie auf und nieder, wo die kleine Nadel die Erhalterin und Ernährerin der Familie geworden, Freundlich und ermuthigend blickt sie ous Diejenige, welche m trüben eima wen .agen, und duneren Nachten in dem Erfolg der Nadelarbeit Trcst .und Unterstützung gefunden. Wir lassen daher diesen bedeutenden c Miif VHMVI VIVIVII VWb IllVIlVkll götor im Fuenleben nur volle Ge rechtigkeit wiederfahren, wenn wir dem bescheidensten aller Werkzeuge hiermit unsere volle Anerkennung und aufrich und Bewunderung zol. Urlt Trotz ihrer Unscheinbarkeit und Einfachheit trägt sie doch zur Verschöne ,ung. Erwerbssähig und Selbstftän igteit. wie zum Ruhm des WeibeS " W ' mehr bei. als mancher stolzer an spruchsvollerer Jrauenfreund. Teswe gen wollen wir eS ihr gerne verzeihen, wenn sie selbst auch jegliche Ungeschick lichleit mit stählerner Härte und eise? ner Strenge oft sogar blutig bestraft. dafür versteht sie eS wieder meisterhaft, durch ihr stilles, kgensreiches Wirken uns über manche kleine und selbst über , die tiefer verletzenden Nadelstiche de5 Lebens tröstend hinwegzuhelfen. ' In Freud und Leid, in Gesellschaft und Einsamkeit, in Glück und Trübsal, so lange nur unsere Finger, sie fajsen und führen können, wird treulich bei uns aushalten unsere brave ureundin, die ' d.l
Eine engllsche Frauenrecht l e r i n. (5iner der besten deutschen Frauen Zeitungen entnehmen wir sehr interes lante biographische Skizzen über daZ Leb.'n und Streben von Mrs. Char lotte Carmichael Stopes, welche zu jen?n Frauen gehört, die im modernen öffentlichen Leben Londons einen her vorragenden Plat einnehmen. Mrs. Stope4 ist Schottin von Geburt, ihr Vater Carmichal galt als gefeierter Landschaftsmaler, und ließ ihr eine sorgfältige Erziehung angedeihen. Früh schon war sie von einem leidenschaftlichen Verlangen nach höherem Wissen beseelt, und sie empfand mit großer Bitterkeit die Schranken, welche ihr als Mädchen die Hochschulen damals noch verschlossen. Diese Universitäten den Frauen zu Lsfnen, das Loos derselben zu bessern, ihnen zu ihren natürlichen Rechten zu verhelfen und sie auf ' ein gleiches Niveau mit den Männern zu stellen, politisch, social und ökonomisch, das waren Charlotte Carmichael's Ideale, und einen feurigeren und ernsteren Frauenanwalt konnte man sich nicht vorstellen. Mit dem resignirten Bewußtsein, dessen was sie nicht durfte, wandte sie ihr Augenmerk auf das, was für Mädchen erlaubt war; und da sie von jung auf erstaunliches Zeichentalent bewiesen, wollte fr. als Erbin ihres Vater seiner Kunst fortan sich hingeben. Mrs. Stopes ist Mitarbeiterin an vielen amerikanischen und englischen Zeitschriften, vornehmlich des Athenäum" in London, in dem sie nur kürzlich durch einen Aufsatz über Alte Bibeln" (1549-1551) großen Sturm und ausgedehnte Korrespondenz erregte und anregte. In der Frauenbewegung spielMrs. Stopes eine große Rolle; sie spricht in Drawing-Room5" und von Tribünen herab, ihre Mitschwestern zu dem großen Werk der Selbstbefreiung anzufeuern. In ihren Augen existirt kein Geschlechtsunterschied; was für eine Hälfte der Menschen Zweck hat, hat es auch für die andere, und roenn auch Vieles sich in all' den Jahren zu Gunsten der Frauen verändert hat, (haben doch sogar die Universitäten Glasgow und Edinburgh Thür und Thor den Frauen eröffnet zum beliebigen Studium der Fakultäten, und zur rechtlichen Erwerbung der verschiedenen gelehrten Grade) so ist doch das große Eine immer noch unerfüllt: die Frauen Englands haben das Stimmrecht noch nicht, und noch vor wenigen Wochen, als die Bill auf dem TagesProgramm stand, wurde sie graziös vom Programm herausparlamentirr. durch allzu weitschweifige Debatten über landwirtschaftliche Maschinen. So muß wieder von Neuem geduldig an einer Auferstehungsbill gearbeitet werden, denn so lange den Frauen das Stimmrecht versagt bleibt, können nach Ueberzeugung der Heerführerinnen gewisse soziale Fragen in dem gesetzlichen Code? nicht gelöst werden. Charlotte Stopes ist eine kaum mittelgroße und eher zarte Erscheinung, der man diesen eisernen Willen und das kampsesmuthige Wesen auf den ersten Blick nicht zutraut, ehe man nicht die grünzrauen Augen aufblitzen sieht und die energischen Linien um. den Mund studirt hat. Zwei Jahre hinter einander gewann sie den Preis auf der Zeichenschule, und von allen Seiten versprach man, ihr Erfolg, doch leider begann sie voll zu erkennen, daß ihr nächster Platz zu Hause als Stütze ihrer verwittweten Mutter war, auf Jahre hinaus bleiben müsse; und daß ihr in Folge dessen völlig die Zeit mangeln würde, dem ernsten und langen Stu dium dieser schönen Kunst obzuliegen. Nach kurzem, entscheidendem Kampfe gab sie dann dieses Lieblingsprajekt auf; doch nur, um sich mit einer neuen Hoffnung zu trösten: sie wollte sich im Gesang ausbilden. Der Gesang lehrer war entzückt von den schöner! Stimm-Mitteln, aber nach vierzehn Tagen schon hatte sie eine kranke Kehle, die auch nie wieder ganz robust gesund geworden ist, und auch diese Hoffnung mußte zu Grabe getragen werden. Da schmeichelte sie sich eineS Tages die Feder in die Hand und schrieb lustig kleine Kindergeschichten die im Chambers Journal" und anderen Zeitschriften erschienen und. ihr in einem Jahr die stattliche" Summe von 60 Pfd. Strl. einbrachten. Dieser Erfolg erfüllte ihr siebenzehnfähriges Herz mit Freude und Stolz; aber noch eine größere Freude harrte ihrer: Die Edinburger . Universität eröffnete Frauen-Kurse". Zwar gab es für Mädchen keine Grade, aber sie durften doch wissenschaftliche Schätze sammeln und erhielten nach abgelegtem Examen Zeug! nisse. die dem Grade für Manner M. A - (Master of Arti) wenigstens entsprachen., aber natürlich zu keinem Titel Berechtigung gaben. Nun. es war eine Gelegenheit zu lernen, und Charlottens Motto , von jeher war: Keine solche Gelegenheit ungenützt vorübergehen zu lassen, sie mag nie wiederkhren!" Sie besuchte diese Kurse für Latein.
Literatur und Philosophie und errang als erste (Studentin das Ehren-Dr-plom. Während dieser UniversiiätsZahre hielt sie selbst Vorlesungen über Logik in Cheltenbam und Manchester, derlebte inzwischen ein Jahr n Paris und hatte alle schrtttstelleriscken Ar beiten ruhen lassen, um sich erst eine gereifiere Weltanschauung und tiefere Bildung, anzueignen; außerdem ließen die zwischenein .immer wieder an sie herantretenden Forderungen . als . älteste Tochter sie auch nicht zum Schreiben kommen. Sm Jabre 1379
veryelraryne r s?cy im Dem MitIngenieur und Architekten Mr. Henry Stopes, einem sehr genial veranlagten Engländer, der sich selbst schriftstellerisch im Destillations-, Brau- und Baufach und auf dem Gebiet der Alterthumsforschung rühmlichst hervorgethan hat. Ihre Hochzeitsreise währte lange über ein Jahr; sie besuchten Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Italien, Egypten, Palästina, Syrien und Griechenland. Nach dieser Reise um die Welt kehrten die jung Vermählten in die Heimath zurück und bezogen das reizende Kemoyn" in Nowood, fünf Minuten vom weltberühmten Krystall-Palast (eine halbe Stunde von London). Zwei reizend hübsche kleine Mädchen (die Abbilder des Vaters), bilden den schönsten Schmuck dieses Heims und die pflichttreue Mutter hatte für's Erste ein paar Jahre mehr der Kinderstube zu gehören, als ihren geliebten Büchern. Doch gleich von Anfang an hatte sie es verstanden, einen großen Kreis junger, auch älterer Damen um sich zu versammeln, denen sie Vorträge über Logik hielt und mit denen sie Shakespeare zum besseren Verständniß las. Im Sommer 1889 wurde sie als Delegirte von fünf Frauenvereinen zur Pariser Ausstellung geschickt, um dort auf dem internationalen Frauen-Con-greß die Interessen der englischen Frauen zu vertreten. Sie sprach dort über Moral-Reform und über rationelle Kleidung. Kurz darauf hielt sie auf der British Association", die in Newcastle tagte, denselben Vortrag über rationclle Frauenkleidung, der mit großem Beifall von der Presse aufgenommen wurde und über den Berichte bis zu uns nach Amerika und den Kolonien drangen. Sie bekämpft Corsets und hohe Absätze. Mrs. Stopes ist Mitglied vieler gelehrter Gesellschaften, überall eine der am lebhaftesten Vortragenden und regste Theilnehmerin an allen Debatten. Trotz all' dieser erregten, und gelehrten Richtungen ist Charlotte Stopes eine heitere kleine Frau, die gern lacht, und die mit ihren kleinen Mädchen um die Wette Schlittschuh läuft, wenn sich nur irgendwo Gelegenheit dazu bietet; sie liebt Geselligkeit und ist freundlich und hilfbereit zu Jedermann; und sie hält es nicht für unwürdig, zu bekennen, daß sie bis auf den heutigen Tag eine leidenschaftliche Tänzerin ist. Moderne gsldene LebenSregtlnI
Es gibt Lebensregeln, die man sel ten oder nie hört und die doch so viel Gutes und Wahres enthalten, daß es schade wäre, wenn sie der Welt verloren gingen. Man höre nur: Lebe, daß Du, wenn Du stirbst, nicht gar zu viel lachende Erben hast. Wenn man Dir, eine gute Cigarre gibt, so nimm sie nicht allein, sondern bitte Dir gleich zwei davon aus. Bist Du ein Freund von Visitenmachen, so studire Medizin und werde Arzt. Dann bekommst Du wenigstens jede Visite bezahlt. Wirst Du zu einem Thee eingeladen, fo kaufe Dir sofort einen Kalender, denn es wird jedenfalls vom Wetter gesprechen. Ehre stets das Alter und namentlich am Wein und den Cigarren-. Wenn Du zu einem guten Abendessen zu kommen versprochen hast, so halte stets Wort, aber nie eine Rede. Spiele niemals meine Tante deine Tante" Dein Vermögen geh! dabei- zu Nichte. Wenn Dich ein Freund um zwanzig Mark bittet, so habe stets nur Acht. Der Mensch soll nie stolz sein. Wenn Dir also ein Millionär seine Tochter anträgt, so nimm sie und sei nicht hochnäsig. Thue es nie wie die Großen, die erst zur Tafel gezogen werden müssen; sondern sei, wenn es der Tafel gilt, immer entgegenkommend und laß Dich njcht erst zum Essen hinziehen. Wenn Du ein Mädchen heirathen willst, so sieh' nicht auf. Alter, sondern auf Jugend und auf Schönheit. , Komine dann und wann erst um die Morgenstunde nach Hause, denn sie haZ bekanntlich Gold im Munde. Wenn Du einem Mädchen Küsse ge stöhlen hast, so gieb sie ihr wieder. ' Es ist gut, wenn man sich in der Ehe die Hörner abgelaufen hat; denn dann ist immer Platz da, daß einem neue aufgesetzt werden können. Betrage Dich in Gesellschaft so, daß. wenn Du hinausgeworfen wirst, dies, erst nach Tische geschieht. Wie Diogenes in der Tonne woh? nen, ist unbequem; nimm lieber stet) Dein Domicil vor derselben wenn sie gefüllt ist. ' Sei sparsam, damir Du, wenn die Zeit der Weihnachtsgeschenke naht, eine kleine wichtige Reche machen kannst Wenn Dich die bösen Buben auf'? Aeußerste locken,. so folge ihnen nicht ohne Geld zu Wr gesteckt zu haben. Willst Du Deine Stärke loswerden. und mehrere Pfund verlieren, s gehe nicht nach Carlsbad. sondern nach Mo naco; denn da ghi dieAbnahme schneller vor sich AdkühlungSmittel. Frau: .Unser Ttenstmadchen. wird oleich kommen und kündigen .... sie kocht rcr Wuth über Tich!" - Mann: Gib ihr rasch einige Kleider von mir zum Ausklopfen vielleicht beruhigt t sich dann!" Zerstreut. Gast (an der .Table d'hole"'.sich vorstellend): von Kalb!" Ändere? Gast' (gelehrter Professor): Bitte.' rnir auch eine Portion!Wer Alles ernn nimmt. rnmmt den Ernst nicht ernst.
Trau, schau, wem!
Im elegantesten Theile des Berliner Westens wohnt in der ersten Etage eines palastähnlichen Gebäudes ein mit äußeren Glücksgütern reich ansgestattetes Ehepaar mit seinem vierjährigen prächtigen Knaben. Und wenn die kleine Familie, er, ein junger, stolz bNckender hochgewachsener Mann, sie, :ine schöne blühende Frau von 28Jahren, in dem prächtigen Landauer, den Knaben zwischen sich, in der Abendkühle im Thiergarten spazieren fahrt, dann blickt wohl die Neugierde oder auch der Neid der anmuthigen Gruppe nach mit dem Ausruf: Sind das glückliche Menschen!" Aber wenn man genau hinsieht, und die der Familie Näherstehenden haben dies schon oftmals kopfschütelnd gethan, dann bemerkt man einen leisen Schmerzenszug um ben Mund der schönen Frau und einen Hauch von Kälte, der auf ihrem Eesichtchen ruht, wenn nicht der Knabe ihn hinweglächelt. Die Ehe wurde als ein Bund der reinsten Liebe, aber gegen den Willen, ihrer Eltern, geschlossen und als die Geburt eines Knaben dem ehelichen Glücke die höchste Weihe aufgedrückt hatte, da segneten auch die Eltern den Bund, welchem selbst der plötzliche Tod dieses Knaben nur ein neuer Kitt für den gemeinsamen Lebensweg geworden zu sein schien. Auch in die allgemeine Hausfrauenfrage, die Dienstbotenklage, brauchte die junge Frau nicht mit einzustimmen, denn sie hatte als Zofe eine frühere Gespielin die Tochter armer, aber ordentlicher Eltern er war Gärtner bei ihrem Vater mit in ihre Ehe hinübergenommen und konnte sich auf das Mädchen in allen Dingen verlassen.. Und ein Jahr spater? Da war es Nacht in dem Herzen de? noch so jungen Frau geworden, und das ging so zu: Sie sah in der Kurze ihrer abermaligen Niederkunft entgegen, als ihr Mann in Geschäftsangelegmhezten zu verreisen gezwungen war Nach wenigen Tagen kehrte der sehnlichst Erwartete zurück und brachte auch diesmal eine' kleine Neberraschung und zwar ein schmuckes Kästchen Parfümerien, Pomaden und dörgl. mit, über das die junge Frau welche kostbare Geschenke nicht liebte, eine herzliche Freude empfand. Am. anderen Morgen stand sie früher auf als ihr Gatte und rief das Mädchen, damit es das Frühstück hole. Es kanr auch sofort. flink und freundlich wie immer, aber diesmal mit köstlich duftendem Haar. Im ersten Augenblicke vermuthete die Dame, ihr eigenes Kästchen habe geHeime Dienste leisten müssen allein plötzlich fuhr ihr ein Stich durch's Herz und ein schrecklicher Gedanke durch den Kopf, denn' ihr Kästchen stand ia in ihrer Schlafstube unter dem Spiegel! Das Mädchen a.'ng und' sie eilte rn das Zimmer, desselben. und da stand dasselbe- Kästchen wiedas ihre und ein werthvoller Shawl' lag noch außerdem dabei! Wie sie in die Stube zurückkam, war ihr späterselbst ein Räthsel und das Eme war ihr klar, daß die Person sofort das. Haus verlassen müsse. Sie zahlte den ihr,- zukommenden Lohn auf den Tisch, und als jene er schrocken fragte: Aber um Goteswillen, warum denn, gnädige Frau?"' Da sagte die leichenblasse junge Frau nur die paar Worte:.- Du riechst mir zu gut!" Blutroth und ohne eine Silbe, zm erwidern verließ das Mädchen daSZimmer, packte ihre Sachen zusam-
men und rief weinend zur Thur ein-. Adieu" herein als. sie das Haus verließ. Ars dann der Mann zum. Frühstück erschien,, war er erstaunt, sich, von seiner Gattin allein bedient zu. sehen und sie sagte ihm auf seine Frage, daß sie das Mädchen soeben des Dienstes entlassen, bätte. Aber.- wasist denn passirt. liebes Kind?' Und. die' junge Frau stand hochaufgerichtet.. eiskalten Blickes vor ihm und wiederholte mit zitternder Stimme nur. die wenigen Worte: Sie riecht mir- zu. gut!" Eine Blutwelle schoß ihmüber die- weiße Stirn, er verlangte kein Wort der Erklärung, erbat, auch nicht die sonst gewohnte zweite- Tasse Kaffees sondern ging lautlos, hin aus! Kein Worb kam über ihre- Lippen, aber als am Abende desselben TageZ abermals,, zu früh, ein Knabe gedo ren wurde, da bat sie den Gatten, als-er-an ihrem Bette erschien., sie zn der lassen-., sie drückte den Neugeborenen, an. ihr- Herz und ein ThränenstMNi entsjurzte ihren Augen. Sie ließ sich nicht scheiden-., desKnabm wegen, aber seit jenem Augenblicke, der ihr die Augew öffnete, hat sich der Hauch der Kälte auf dem LcbWhen Gesichte gelagert der- rrnr dann entschwindet, wenn ihr- Blick auf den Knaben fällt, den einsig wirklich Glücklichen in dem kleinen: Kreise. Feuchtfröhlrch scheint e5 auf dem Sängerfest in Trarbach hergegangen zu sein. Die Redaction der Trarb. Ztg. , entschuldigt in der Mitwochsnummer das Fehlen des Festberichts mit folgenden Worten: Ein wildes Thier ist in unssre Nedactionsräume eingebrochen; selbst die Fische des Meeres mußten wir in un fern Dienst stellen. Darum bitten wir unsere verehrten Abonnenten. .?ntschuldigen zu wollen, daß der Festbe richt über die Jubelfeier des Tra? bacher Männcrgesangvereins erst in nächster Nummer unserer Zeitung erfolgt.- . Unbegreiflich. ...Aerlassen Sie mich jetzt, Herr Baron sparen Sie Ihre Worte ! Ich werde überhaupt nie heirathen!" Aber was wollen gnädiges Fraulein denn mit Ihrem kolossalen Vermögen an ' kana.cn V
