Indiana Tribüne, Volume 16, Number 332, Indianapolis, Marion County, 20 August 1893 — Page 2

Gilt moderner 9frfttro

Aus Berlin wird berichtet Antiä T., Tochter einer B:a7at?nswitt:i?e. die nichts besitzt, als ehrt gemge Pension und ein kleines Häuschen in einem der restlichen Vororte Berlins, blutjung und von auffallender Schönheit, hatte sich vor Jahresfrist mit einem strebsamen und nicht unvermögenden Berliner . Kaufmann I. verlobt, Nur nach vielen Kämpfen und Thränen hatte Anna die Einwilligung ihrer Mutter erhalten; diese wollte sich von der kaum Siebzehuzährigen noch nicht trennen. Der Brautstand war überaus glücklich; ein ernst und solid denkender Mann, 'ließ es an Aufmerksamkeiten nicht schien, er machte seiner Braut Geschexk, wie sie seinen VcrHältnissen entsprachen, und führte sie auch öfter in e:n Concert oder in das Theater, obgleich er ein Plauderstündchen am mütterlichen Herd bei weitem vorgezogen hatte. Im letzten Winter ging er auch mit ihr auf Bälle und da kam das Verhängniß für die Beiden. Schön-Aenuchen lernt? Herrn Franz Z., einen Industriellen, kennen und zog ihn ihrxm Bräutigam vor, weil nun weil rr reicher und schneidiger war als jener. Wenige Wochen später wurde die Verlobung mit ?). aufgelöst und Z. irat in dessen Rechte ein. Schön-Annchen konnte nun in einer Equipage fahren, deren Kutscher und Diener Z.'s Livree trugen, während sie früher mit 7). höchstens das Ver ynügen einer Droschke genossen hatte. Vor zwei Monaten wurde die Hochzeit mit allem Pomp gefeiert, und Anna X. zog als Frau Z. in die reich und ftylvoll eingerichtete Beletage in dem Hanse ihres Gatten. Aber nur p bald wurden ihr auf furchtbare Weise die Augen geöffnet und sie mußte krkennen, daß der Schein sie betrogen hatte. .Z. war überschuldet, neue gewagte Spekulationen schlugen fehl und das ganze erhoffte Glück zerplatzte wie eine Seifenblase. In einer der le?ten Wochen wurde das Z.'sche Haus beim Amtsgerichte 1 subhastirt; das Ergebniß war überraschend. Der das Meistgevot abgebende Erstehe? ließ als Eigenthümerin Frau Anna Z., geb. X. eintragen. Der verschmäht! Bräutigam I. hatte eine unerwartete reiche Erbschaft gemacht und samincltk nun feurige Kohlen auf Schön-Aenn-chens Haupt. Frau Z. hofft bald einen Scheidungsgrund zu finden, aber Frau $). wird sie wohl doch nicht werden. Der romantisch veranlagt! Wohlthäter hat die Ehe abgeschworen. Roman und Wirklichkeit. Unter -obigem Tite l schreibt man der Wiener Presse" aus Spalato: Es ist bekannt, auf welche einfache Art und Weise '.Manzoni in seinem Romane: .Die' Verlobten" das verlobte Paar, die Helden des Romans, in den ersehnten Hafen der Ehe ein laufen lcißt. Ganz unerwartet und unangeZag: erscheint das Brautpaar vor dem Pfarrer Don Abondio, und ehe dieser Zeit und Gelegenheit findet, sich die Ohren zuzuhalten, werden schon die -ominösen Worte die zum Ehevertrage' erforderlich sind, gesprochen. und die Verlobten verlassen als Mann -und Frau das Pfarrhaus. Genau so wie in dem Romane hat es jüngst ein Paar in einem Dorfe bei Spalato Zu machen versucht. Zwei junge Leute,-er noch stellungspflichtig. sie erst W Sommer alt, wollten sich heirathen. .aber der Schwierigkeiten, die sich ihnen - in den Weg legten, gab es viele. Da erschien zum Glück rechtzeitig der Deua ex macbina in Gestals eines guten Freundes, der vermuthlich Manzonis Roman gelesen haben wird unsere beiden Freunde konnen selbstverständlich weder schreiben noch lesen und mit einem Hiebe war der Knoten der vielen Ehehindernisse und Eheverbote gelöst. Von den Anstrengungen des Sonntags ausruhend, saß der Pfarrer, VJDtz ordentliche Seelsorger der beiden Brautleute, in der Abendkühle :vor dem Pfarrhaise, -als er aus einmal links hinter dem Hause hervor zwtt Männer, die beiden Zeugen, auftauchen sah. Ehe .noch unser guter Pfarre? Zeit fand, uf den Guten-Abenr-Gruß zu antworten, .erschien schon da3 Brautpaar. 2ie da ist meine Frau." sagte er. der da ist mein Mann," fügte sie hinzu. Mit einem lanun Wir dernahmen.-ts" antwort teten die Zeugen, und -Itx Hochzeitszug 'oq wieder von dannen. Die Neuvermählten ab?r freuen sich nicht wenig über ihre und ih Freundes Spi::digkeit, die ihnen mit so geringem Zeit- und Kostenaufwand zur Heirath verholfen hat. Um so gröfcer wio die biitrre Enttäuschung sein, daß sie trotzdem eigentlich doch nicht vertirathet sind. Kr i nol'i?n e ,s:p u k t Nlch immer als Schreckgespenst. Die se zu banmn. werden !te Geschichten ciufgefrischt. Hier eine der neusten Ecinnttungen. Als vor wa hundert Jahren der .dänische Eoniul in Marotto seine Frau dem Hofe vorstelle, trug sieatarch auch das Modestück jener Zeit, die Krinoline. Alle Wt war erstaunt übe diesen Anblick. Die Gemahlin U5 epischen Fürsten konnte ihrerseits Uxi Erbfehler ihres Geschlechts, die NeUs.ierde, nicht ibemei' fiern. Sie trat an die ihr VorgeLellte heran und fragte, indem sie ungeuirt d Krinoliue betastete, voll Verwusderung: Bist Du denn das selbst?" -Frauen Taktik. Sid&' doch. Liebste, dies herrliche Farben spul! Jeder Thautropsen glänzt in tausend festeren!" .Herrlich!.... Und dieses Schauspiel könnten wir täg lich genießit, wenn Tu mir die der jprochenen Brillant BoutonZ kaufen 1 vollieft

Das QchneiXrleln.

- ' Eine Cldatgschichte -von Ludw'g Tiehl. Draußen vfiff dir Wind scharf um die Ecken und in wchten Flecken siel der Schnee zur Erde, Drinnen war es um so gemüthlicher in dem Nebenzimmer des eleganten Restaurants. Um den festen Eichenholztisch saßen ane Anzahl Officre in Uniform und erni ge ältere Herren in Civil. Die grauen, kühn emporgestrichenen Schrmrrbarie !und Yxt ?c?uten, markigen Stimmen ließen auch sie sofort als ehemalige . Militärs erkennen. Grade sah ein junger Lieutenant au ! die Uhr und meinte seufzend, jetfi sei ' es Zeit zum Aufbruch für ihn. morgen 1 fallt es wieder Recruten drillen. Das yab Stoff zu einem neuen Thema : die Art und Weise der Recruten-Aus- ' bildung. Bald standen sich zwei Parteien gegenüber, die sich eifrig bekämpf- : ten. Da hieß es : hier langsamer Schritt und Parademarsch, "dort : Gefechtsausbildung allem, Tod dem I ".r "li,cb die nfn Herren bethei'ligten sich an "dem Streit. Nar einer hörte stumm der eifrigen Unicrhaltung zu; der in der Ecke,' mit tai fein geschnittenen Gesicht. 'Er war koch angeseben. der Oberst 'z. D. 'von Bethen. Persönlich liebenswürbig und bekannt als hervorragend tüchj ! OrCI.J. CsUCl Vi. im narr nqcc uicict, iiyic ci wen Lieutenants noch ganz besonderen Ne- , spect ein durch sein Eisernes Kreuz erster Klasse. Schließlich wandten' sich ' alle an ihn und baten um seine Anm- -... . .... - . Meine Anficht, sprach der Jbtxt, ist. daß das alles erst in zweiter Linie komit. Ich legte stets bei meinen Recruten den größten Werth auf die Ausbildung ihrer Augen. Wie. Augen ? riefen alle und sahen ihn so verdukt und verstandnißks an, daß er herzlich anfinq zu lachen. Gewiß, meine Herren, aus die Ausbilduna ihrer Augen. Wenn ich vor einer RerrutenvorsteUung vor meine Kerls hintrat und sagte': Jungens. ich weiß es schon gewiß, heute darf ich stolz auf euch sem," und sah ihnen in die Augen, so hatte ich auch jedesmal die Genugthuung, mit ihnen so weit zu sein, wie ich wollte, ' Denn da blickten mich meine Recruten ganz anders an als an dem Tage, tos sie als Bauernburschen zum ersten Mal in ihrem Leben einen Kasernenhof betreten hatten, nicht mehr scheu und ängstlich oder trotzig ; nein, ihre Augen hatten einen ganz besonderen Glanz, ich konnte förmlich drinnen 'lesen : Ja, du sollst aber auch stolz auf uns sein, für Izich wäre uns nichts zu schwer, für dich würden wir selbst den Teufel aus der Hölle holen." Dieser Blick war es. den ich erstrebte -und der mir reichlich alle Mühe lohnte. Daß er dabei keineswegs ein Hinderniß für einen m w .w-- t::.3 x:fs imcii muucuiuiuj üuci ui vyiit Klovfen war. d?s bewiesen die Kr,iti kn der Vorgesetzten. Run schwirrten ake Stimmen durch-

einander : Ja, gewiß, gern haben Aufgeregt war ich, sprach der Anzesollen einen die Leute natürlich, aber redete, und warf mir einen felndfeligen zu groe Güte .... 'Gefahr für die Blick zu ; ich habe den ganzen "Tag Disciplin, u. f. w. Doch' sofort sprach keinen Tropfen getrunken, der Oberst wieder: Verzeihung, Wo waren Sie denn gestern ? fuhr meine Herren, Sie dürfen mich nicht .'.ich fort.

falsch verstehen. So habe ich's nicht gemeint. Am besten erkläre ich Ihnen meine Ansicht wohl mit den Beispielen, wie ich sie einmal meinen Unterofficieren gab. Zu diesen sagte' ich nämlich, bevor sie ihre Korporalschaften übnnahmen : Wenn Sie 'im Manöver mit Ihrem Quartierwirth, der ja meistens ebenfalls Soldat war, über seine Dienstzeit sprechen und er lehnt sich behagllch.ln semen Stuhl ?zuruck und spricht : O, mein Unterofficier war j ein seelenguter Kerl, so habt ihr da das

Beispiel eines Unterofficiers, wie er Ihnen und bestrafe Sie nicht. Bleinicht sein soll, gerade Zo. als wenn es ben Sie heute vom Exerciren weg und . hieße : Der hat unS geschunden bis : machen Sie kalte Umschläge.- Müller ! auf's Bwt. Wenn der, alte Land- selbst starrte mich ganz unsicher an, wie wehrmann sich aber mit Jugendfeuer , wenn:ernicht recht gehört hätte, und aufrichtet, auf den Tisch schlägt und ' als er sich dem Eompagnie-Revier zumit leuchtenden Augen ruft : Unser wandte, hielt er noch ein paar Mal an Unterofficier. das war em Satanskerl, ' und sah nach mir herüber, als ob er aber lebend' hätten wir uns'für' ihn ver- noch einmal fragen wolle, ob es denn brennen lassen, so gern hatte :ihn die wirklich wahr fei, daß er ohne Strafe gini.e Korporalschaft, mit dem würde davonkäme. Als das Bataillon ab-

ich beute nocl, in's fteld sieben. 'so habt .ihr hier einen Vorgesetzten, dem ihr .naÄüreben sollt. Auf die Wcise erzog ich meine Unter'vsiiacre und Soldaten und bekam dadurch fast n:e solche Exemplare wn die ' Compagnie, die krumm und lahm, sich .chen4' zu einem. zuverlässigen Soldaten .gemacht, aber 0,5 interessanteste Beispiel möchte ich Ihnen noch erzählen, 'bevor wir aufbrechen, wenn es Ihnen cNicht -zi'. langwellig iist. ceuierlg ruckten die Herren enger zusammen und der Oberst begann, nachdem er sich eine frische Cigarre ni!ündet.hatte. wie folgt : M ffttruar wurde ich zum! anpiman uno ompagmecnes ,m Ttes Regnnent ernannt. Ich erhielt dce 5. Compagnie. Lavier prächtige i Sollten-: der schorst? war der Feld- , webel einÄild voninem Soldaten. ' f . i e -rfTr . w

d"nien wo sie können oder das halbe ! meldete er :mx m seiner finsteren kal,'Ia.r im Arrest herumrutfchcn. 'Ich' ten Welse, leine 'Mutter sei gestorben, dabe schon manches Festungsfrücht- und bat um Urlauber Beerdigung.

riesengroß, beumstark, mit einem mäch- Hause gekommen und hätte ihr em ! Kerl schon durchgemacht haben, daß er tiaen blonden Schnurrbart. Er war Kommißbrot, manchmal auch etwas ! keinemMenschen mehr traute! Schließschon seÄ 20 Jahren seine? Charge Geld aeiracht. aber daö habe natürlich ! lich rollten langsam zwei Thränen über

uno oarum d wo uno yaw rn lieine? Tyrann ,sür seinen Companiefüh?er geworoen. In ocn inneren iienn, Ux allerdings auch mustergültig unter . seiner Leitung war, ließ er sich nicht szezn mneiniprecqeu. egen ,eme itntergebenen war er von einer unglaubX Ist, AJ i 41T).mv. iiuyt vyivuitu, -ü)tiui jyic tiu b7Üllender LLnx vier' Zrchschritt

aus dem Wege. Das war nun alles sein kärgliches Bttt mit seiner Mutter Am nächsten Moraen hallt cr'sAon "tLJä fW9 wieder Ä S fSto5S dachte, m 5 etwas wemger Grobheit ut ihn ein. Ich s.'.zte les auch dem von dieser eit ab dak er sich be:onne er.imm noch auskommen, so Pfarrer. .Dieser enoider : .Das iT etwas iiUnlü& A Anin sate ich iw dieö unter vier Augen. Qx . Ist aücrdmgs : anzuerkennen, aber im j Tu&m ' SStn!9

( i&Tid wie ein Msuer, während ich mit

ihm sprach, und zuckte mit keiner Wim VtU Als ick ihn aber schließlich fragte, ob tx richt auch der Ansicht sei, man müsse du Leute so ziehen, daß sie -f. us ftür&t vor Strafe, sondern slllg PflZchtqöfühl und Interesse an der acI)C ihre Schuldigkeit thäten, brach es los. Zu Befehl, Herr Hauptmnn, bei gutwilligen Soldaten om Miß. Aber in unsere Com,paqnu 'kmmcn jedesmal die krümmsten UII0 widerspenstigsten Subjecte, mit denen 'man kaum fertig wird. Wenn Dcr Herr .Hauptmann nur einmal au unser Schneiderlein denken wollen.Das .Schneiderlein-, wie der Mustier Müller in der aanzen Compagnie nannt wurde, war allerdings gerade nicht das' Muster eines deutschen So!aten. Eigentlich viel zu klein für die .'Compagnie, war er dieser nur seines .Handwerkes wegen zugewiesen worden? tr war Flickschneider von Beruf, daher ch sein Spitzname. Das Gesicht war blaß und init Sommersprossen bedeckt, sein Korper äußerst schwach. Dazu hatte er brandr0ttc Haare. Im übrigen war er finstr und verschlossen gegen jedermann, nachlässig im Dienst und so gleichgiltig gegen alles, daß, wie mir der Feldwebel sqte. selbst der schärfste Tadel und die härtesten Strafen nichts fruchteten'; uch vcrkehre er mit keinem seiner Kar . r meraoen, ivnoern m immer auein. Das hatte aber seinen berechtigten Grund, Wie ich bald bemerkte. Denn :r Wurde von der ganzen Compagnie zleichsam als Aschenputtel angesehen und diente seinen langen kräftigen Kameraden, gegen die er sich nicht wehren konnte, den ganzen Tag über als Zielscheibe ihrer oft recht derben Witze -und Meckereien. ! Dagegen trat ich nun vor allen Dinm mit Entschiedenheit auf. Ferner .rkundigte ich mich nach seinen Familienverhältnissen. Seine Mutter lebre n bitterster Armuth in einem benachbarten Dorfe. Sie hatte sich nach dem Tode seines Vaters, der seyr früh nessorben war. zum zweiten Mal verhcirathet und war dadurch in'Z Elend kommen. Ihr Mann hatte zuerst ihr kleines Vermögen anstatt zu arbeitcn vertrunken, und nachdem auch dec letzte Rest durch die Kehle gegangen war, fing er an. sie zu prügeln. In solchen Verhältnissen war .mein Schneiderlein" aufgewachsen. Eines Montcrgs vor dem Bataillonsexercieren wurde er mir durch den Feldwebel vorgeführt. An seiner Stirn sah ich eine große Beule-; das rechte Auge war ganz verschwollen. Hr Hauptmann, so zugerichtet kam Musketier Müller gestern Abend in betrunksnem Zustande in die Kaserne zu rück. Derselbe hat jedenfalls eine Schlägerei gehabt, leugnet aber hartäckig alles, selbst die Trunkenheit. Müller selbst sah trotzig zu Boden und r. ' ' schwieg. Sie behaupten, nicht betrunken rzewcsen zu sein, was war aber dann los ? fraate ich den Missethäter. Zu Hause bei meiner Mutter. Und wo haben Sie diese Beule her ? . Keine Antwort. Nun, heraus mit der Sprache ! Sperren mich der Herr Hauptmann nur ein, ich kann's nicht sagen, aber ich war im Recht und es ging nicht anderZ. Der Feldwebel neben mir trat einen Schritt zurück vor Entsetzen über diese unerhörte Antwort und erstarrte noch völlig zur Salzsäule, als ich zu dem Schneiderlein sagte : Sie sehen nicht aus. als ob Sie lögen. Ich glaube rückte, stand' der 5?eldwsbel immer nocd , auf dem alten Fleck. Ich sah. wie er den Kops schüttelt?. Was er wohl damals von mir -gcdacht haben mag ? Im übrigen 'blieb das Schneiderlein trotz meines Beweises von Vertrauen . der alte. Etwa drei Wochen später Ich wohnte derselben ebenfalls bei. t . e rv ci . Sinter dem Todtenwaaen aina. allein, das Schneiderlein. Dann kamen der w i Pfarrer und ich. Das war der ganze Leichenzug. Der Stiefvater war nicht anwesend er verschlief auf ir'gendeiner Wirthshausbank feinen '.Rausch. Der Pfarrer theilte mir uniuuu. yix iu.v4.cc .iicuic uiu un i terwegs noch verschiedenes über die Fa-' le. rt- er . i . rr . ! 'lnilie mit. -Die LerKältnisse warne . L 1 1 . 'schrecklich. Was die Frau verdiente, hatte ihr Mann weggenommen und in Schnaps angelegt. Sie, selbst war buchstäblich .verhungert. Ab und zu sei allerdinas mein Scbneiderlein nacn euch nichts genutzt, sondern sogar zu Prügelei zwischen dem Stiefvater und dem Soldaten geführt : denn nicht einmal diese kleine Unterstützung ' habe Uz Mann seiner Frau gegönnt, i un war mir erklärlich, woher mein , Schneiderlein damals die Beule aet.ti . r r i. . n -v . r

allgemeinen ist er sehr unbeliebt hier durch seinen Trotz und sein finsteres Wesen. Mir selbst geht er stets auZ dem Wege, eine Kirche hat er hier seit seiner Entlassung aus der Schule nicht mehr besucht. Daran erinnerte ich ihn heute, als ich ihn tröstete, doch er gab mir leine Antwort, sondern drehte mir den Rücken zu. Unterdessen waren wir auf dem Kirchhof angekommen. Zwei Arbeiier versenkten de'i Sarg und der Psar re? sprach mit , lener Stimme ein Gebet. Ich be -,tete Leinen MuS ketier. Von R.:.lng o'r Treuer teine Spur. Zl: und starr sah er inrade aus. Nur von Zeit zu Zeit zeigte sich ein ungeduldiges Zucken in seinem Gesicht. Offenbar dauerte 'ihm das Gebet schon viel zu lang. 'Nun wandte sich der Pfarrer an ihn. 'um ihm mit einigen Worten Trost zuzusprechen. Aber kaum hatte er begönnen, als das Schneiderlein meinen heiseren Laut ausstieß, ihm einen haß erfüllten Blick zuwarf und mit einigen Sätzen auf und davon über die Kirchhofsmauer im benachbarten Wäldchen verschwunden war. Wir standen erstaunt da und sahen uns gegenseitig an. Schließlich meinte der Pfarrer : Da sehen Sie seinen wahren gesühllosen Charakter. Vom Grabe der eigenen 'Mutter läuft er weg, ohne auch nur noch einen Blick hinabzuwerfen." Ich antwortete nichts. DaS Schneiverlern flößte mir trotz aUnn eine eigenthümliche Zuneigung ein und ich be mitleidcte e von Herzen. Da der Pfarrer noch anderweitig beschäftigt war und ich meinen Wagen an den Kirchhof bestellt hatte, sah ich mir den letzteren etwas an. Vesonders Interessantes fand ich nicht. Er war wie alle Dorf-Friedhöfe. Vier oder fünf Grabsteine, sonst nichts als einfache Holzkrcuze, neue und alte, ganze und zerbrochene ; auf gar manchem Grab auch keines mehr. Ich stand gerade hinter einem wilden Rosenbusch, um die halb verwischte Inschuft eines alten Steines zu entziffern, als ich an der Kirchhofsmauer ein Geräusch hörte. Der Kopf meines Schneiderleins spähte vorsichtig darüber hinweg. Die Arbeiter hatten gleich nach uns das Grab seiner Mutter verlassen ; wahrscheinlich stärkten sie sich noch im nächsten Wirthshause, ehe sie es zuschaufelten. Waö .ging !sie auch die alte Frau an. Die kam noch früh genug unter den Rasen, und .Ui der Bezahlung, die sie zu erwarten hatten, war ein besonderer Eifer. gewiß nicht von nöthen. Langsam kam das Schneiderlein zn das Grab herangeschlichen. Wie der arme Sltxl aussah! Das Gesicht zelb und von dunkeln, blauen Ringen umgeben, der ganz? Körper- bebend. Und der Anzug! Rock und Hosen ganz weiß von dem Kalk der Mauer und der Helm schief auf dem Zkopf. Wenn jetzt der Feldwebel in meinem Versteck gestanden hätte! Der hätte den lüderlichen Stromer wohl aufge-

fressen vor Entrüstung. Es war aber zuch unerhört; so ging ein Soldat der d, Eompaame mit semer sonntagszarnitur um. Einen Augenblick starrte -das Schneiderlein stumm in daZ Grab. Plötzlich siel er nieder wie vom Schlag -gerührt, seine Hände wühlten sich In die aufgeworfene Erde; ein Stöhnen, so schmerzlich, wie ich es nie mehr sonst gehört, drang bis zu mir her und erschütterte mich bis ins innerste Mark. .Mütterchen, mein Mütterchen, komm zurück! schrie er auf, warum hast du mich verlassen; nun habe ich Riemand, -gar Niemand mehr!" Allmählich ging oas krampfhafte Stöhnen rn leises Wimmern über, schließlich lag er da wie todt; nichts rührte sich mehr. Wer hatte gedacht, daß. dieser stille Mensch jo leidenschaftlich werden lonnie! etzt horte ich meinen Wage vorfahren. Langsam ging ich auf den nn glückliche Soldaten zu. Er merkte nichts. Müller! rief ich leise. Da fuhr er wild empor und wieder traf mich jener unheimliche, haßerfüllte Blttf. Isr schien mir zuzurufen: Wa nun verfolgst denn auch du mich, ich habe dir nie etwas zu Leide gelyan! .Müller, sagte ich nochmals, ich siehe yr ntüi als Ihr Hauptmann, sondern als Ihr Freund. Ich weiß wohl, was Sie an Ihrem Mütterchen verloren lzavcn. Aber blicken Sie emmal empor zu dem warmen blauen Himmel; sehen Sie, wie die Sonne so freundlich strahlt? Glauben Sie nicht, daß die Seele Ihrer Mutter dort oben glücklicher ist als hier unten m oem anr und uiern5 und Ichauen 4 - r t m a 9 m m r M, um m oiejem stillen sriedli chen Garten! Wie sanft muß jetzt ihr Körper ruhen nach dem harten mühevollen Kampf dort draußen! Ich hatte seine Hand gefaßt. Sie zuckte nervös und war glühend heitz. " . , v - V ' r Plötzlich spürte ich, wie er die meine fft m f 1n mmari C k .zk fest umklammerte. Er schien sprechen zu wollen. Doch es kam nicht dazu. cn r.: rn; j i.r jiui icui na irar rnicu wleoer, gerade so zweifelnd und unsicher wie damals, als ich ihm so unbedingt Glaben schenkte. Was mußte der arme seine Wangen. Ich nahn, ihn mit in den Waaen; Nllbt ZUM Kuts?r ttk bn sn. dern herein zu mir. Alls dem ganzen Weg sprachen wir kein Wort. Bon Zeit zu Zeit stieß er einen Seuszer aus. der ihn ganz erschütterte, u - L ' ' . .

mit mehr Aufmersamkeit v:?richtete. Sein finsteres abweisendes Benehmen blieb wie früher. So ging es fort, bis Ende Juli die Mobilmachung kam. Alles war voll Aufregung und Begeisterung, nur das Schneiderlein verzog keine Miene, ald waren wir über der Grenze und bald auch vor dem Feind. Eines Abends saß ich mit meinen Ofsicieren zusammen beim Wachsen. Den ganzen Tag über hatte es bei den Posten draußen tüchtig geknallt; jetzt war es stiller. Das Schneiderlein war heute wieder einmal der Gegenstand aller Witze. Er war mit einer Patrouille vorn gewesen. Nun spot ieten sei Kameraden, er sei vor zwei feindlichen Lanciers hinter einen Gar,tenzaun ausgerissen. Ich sprach grade mit den Ofsicieren über ihn und erzählte von seinen traurigen Verhältnisscn, wie er von Jugend auf nur Prügel und harte Worte empfangen habe und von jedermann herumgcstoßen worden sei, und mit welcher Liebe er an dem einzigen Wesen gebanaen. das ibm aut war. an seine

Mutter. Da hörte ich plötzlich einen unterdrückten Laut, der aus dem Wt büsch vor uns zu kommen schien. Ich eilte hin. Dort stand als Posten vor Gewehr das Schneiderlein. ir war todtenbleicb: vielleicht vom Schein des Feuers, oder batte er alles gehört? Nun ging ich noch einmal die Posten ab. Nichts rührte sich. Bon Zeit zu Zeit ein Halt, wer dar hinter einem Baum bervor oder aus einem Graben; dazu das Klirren eines Gewehrs und das schwache Blinken eines Helmeö. Die Votten wachten. Als ick an das Heller zurückkam batten ftck meine Officiere schon in ihre Mäntel gehüllt und schliefen. Ob sie wobl träumten von dem, was so bald schon kommen sollte? Auch ich war todtmüde und verfiel m einen un rubiaen Scklaf. Von Zeit zu Zei weckte mich ein Schuß. Ich warf ein Holzscheit in das spärlich gummenve Feuer und schloß von neuem cic au aen. Vloklick fuhr ich wie elektrisir empor. Das war kein einzelner (S&iifc. das war eine Salve! Krrrrach! Noch eine! Ich sah auf die Uhr. 3 Uhr früh. Schon brüllte auch der Posten: An die Ge webre!" Ebe ick noch einen Befehl gab stand die Compagnie, Gewehr in der Hand, bereit. Mit Sectionen rechtsschwenkt marsch, grade aus! und auf der Chau see ainas vorwärts. Krrrrach eine dritte, vierte, fünfte Salve. Wir fehen die leuchtenden Flammen aufblitzen. Marsch, marsch aber Ordnuna! Da, dunkle Gestalten, die teuch?nd auf uns zu eilen. SSall. wer da? Wir find zurückgeworfen; der Feind greift auf der ganzen Linie an. Nickt zurück, uns angeschlossen; vor wärts Jungens! Huiih klatsch aha, da schlagt schon die cxiz ttuge in den Vavvelbaum dort. Nur nich gebückt, Tambour, man gewöhnt sich .bald daran.... Ah ein tiefer Seufzer Ich blickte mich um und sehe zwei starr .gradeaus gerichtete Augen.. Steif und schwer fällt er vornüber aufs Gesicht, der reckte Muaei-Unterofsicier. Gefreiter Lorenz, aus seinen Platz! mmer vorwärts. In das dumpfe Stampfen der Tritte mischt sich das helle Klirren der Kockaeschlrre. auf den Tornistern auf nnd abtanzend, und das heisere Keuchen und Pusten der Leute. Solla! Nun wird's aber ernst. Die kleine Höhe vor uns steht ja formttck m flammen. Das i t Sameu feuer! Sie haben uns entdeckt. Wie mir das um die Ohren saust! Ich glaubte zu träumen und wußte doch alles so genau, was um mich vorging. Vorwärts, unaens. immer arade aus geschant!" Reihenw.'ise brechen sie zusammen, die Hintern n::rzen tn der Dunkelheit über die Vorder, meine beiden Officiere sehe ich nicht mehr, sie lagen todt irgendwo auf der Straße. Die Reihen losten r.ch. a ein grauer Schimmer vor uns! Hurras da kreuzen sich die Straßen! Zur Besetzung des Straßengrabens links der Straße schwärmen, marsch, marsch." Ermattet warf sich der vttt meiner teilte rneoer. nun waren wir dock wenigstens twas vor dem Geschoßhagel geschützt. Hinter uns hoben sich von der grauen Fläche der Straße, soweit man bei der Dunkelheit sehen konnte, große schwarze Haufen ab; über ein Drittel meiner Compagnie blieb dort zurück todt und bleich. Der Gegner befand sich etwa 200 Meter vor uns, der langen 5?euerlinie nach zu urtheilen, mindestens drei Compagnien stark. Endlich klang von hinten her das dumpfe Tempo der heraneilenden Unterstützungen. Auch sie wurden von einem höllischen Feuer empfangen; uns ließ man jetzt völlig außer acht. Plötzlich hörten wir ein wirres Durcheinanderrnfen bei den Unsrigen, ihr Marsch stockte; dafür tönte das hohle Rollen der in Carriere heransausenden Batterieen. Ich schaute mich um; nichts war zu sehen, aber da hinten mußte etwas Ungewöhnliches sich ereignet haben. Plötzlich stieg thunn hoch eine helle Flamme empor und beleuchtete ein schauerliches Bild. Das heraneilende Bataillon in rathloser Verwirrung und dazwischen festgekeilt, die Pferde zusam?ngestürzt, die Geschütze ineinander geschoben, unsere Batterien. Die Artillerie hatte offenbar die voraus marschirende Infanterie bei der Dunkelheit und dem Lärm nickt bemerkt nnb war in rasen dem Temvo mitten i:i sie lilneinaefab. ren. Um wenigstens Licht zu schaffen, -. ; u ' r nr .r i yane lemano in i einer Ausregung ven in derMlx stehenden 'Heuschober an-

? gezündet und so stand die zroße, breite Masse hell erleuchtet da. für den Feind ! das beste Ziel. Doch,' was heult da so unheimlich

. c? unsern Köpfen in der Luft? Aas oedcutcn diese Donnerschläge da drüben vor uns? Mein Gott, das sind , Kanonen! Der Feind schießt mit i Kartätschen unter die hilfelose Menschenmassc. Wenn wir da vorn uns nicht aufopfern, sind sie vernichtet. Wtr müssen das Feuer von ihnen ablenken. Das sage ich meinen Leuten, Keinen Schuß abgeben, vorwärts, mitten unter sie mit dem 'aionett!Wir stürzen vor, krampfhaft das Gewehr umschlossen, den Kopf gesenkt, Wir wußten nichts mehr, wir dachten nichts mehr, nur immer vorwärts ganz , instinctiv. Aber der Geschoßhagel prasselt so fürchterlich, die Verluste i werden so entsetzlich, daß, kaum noch ; 100 Meter vor dem Feind, die Linie . stockt und sich anschickt ur Muäit.

zurück in den schützendenGraben. Alles tet würde, lehrte mich mein Vater beschien verloren. Ich stand allein.nur den reits in zartester Jugend die Zeit todttreuen Feldwebel an der Seite. Um uns schlagen, indem er mich z. B. im Win-

j heulten und sausten die Kugeln. Ich . k- . x, - . vi i ruic; ungens, wolll iyr denn aus euren Hauptmann im Stiche lassen in der Gefahr?" Da stockt einer und schaut mich an: es ist das Schneiderlein. Bleich wie immer trotz der Anstrengung. nur die eine Wange etwas geschwärzt von Pulverrauch. Und da, meine Herren, ich sehe es noch, tvie wenn es erst heute gewesen wäre, da sah er mich zum ersten Mal an mit jenem Blick, auf den ich schon so lange gewartet hatte. Was ich da erzähle, dauerte natürlich alles kaum eine Secunde. Blitzschnell wandte er sich herum zu den andern. Kameraden," schrie er mit Donnerstimme, soll das feige Schneiderlein allein unserm Hauptmann helfen?" Da zögern einige und sehen iich unschlüssig um. Ich benutzte den' Augenblick und rufe: Vorwärts, marsch marsch! Fällt das Gewehr! .surrah! Hurrah!" Wie ein Pfeil saust eine Gestalt an mir vorüber mit blitzenden Augen, das Schneiderlein. Cr will der erste sein. Wie sein Gewehrkolben niedersaust auf die braunen Kerle! Dem langen Kanonier dort sitzt sein Bajonett im Leibe! Nun sind auch wir andern mitten drin. Wie rasend haute ich um mich. Da sehe ich ein schwarzes Auge und ein schwarzes Rohr starr auf mich gerichtet. Ich stehe hizpnotisirt. Ein trüber Schleier legt sich über meine Augen. Ich bin verloren. Der Schuß kracht, aber ich stehe noch, unverwundet. Ich öffne die Augen, der Feind liegt am Boden. Eine Stimme neben mir fragt leise: Habe ich's recht gemacht?" Es ist das Schneiderlein. Ich drücke ihm die Hand und antworte: Ich habe nie an Ihnen gezweifelt. Sie sind ein Held." Da sieht er mich dankbar an und sinkt zu Boden. Sein Ziock ist zerfetzt auf der Brust. Von allen Seiten eilt jetzt Unterstützung herbei., der Feind zieht sich zurück, unsere Batterien sind aerettet. Meine Compagnie hat es vollbracht, aber sie selbst existirt nicht mehr. Unaufhörlich marschrren Truppen nach vorwärts, blauroth die Gesichter von Anstrengung und Aufregung, keuchend, mit wild blitzenden Augen. Endlich stehe ich allein, mitten unter den eroberten Geschützen. Ringsum nichts als Todte. ' Doch nein! Dort am Boden sitzt der Feldwebel; in seinem Schoße ruht ein bleiches Haupt. Wie liebkosend streicht er sanft die Haare aus der Stirn des Sterbenden. Das Kampsgetöse verlor sich in der Ferne. Fcu-' rig roth stieg die Sonne am Horizont - l i , " , empor uno lyre erzicn ?lrau:en ve-: leuchteten das Gesicht des Schneiderleins. Wie ruhig und sanft er jetzt aussah. Ich kniete nieder und faßte I seine Hand. Eine Lerche stieg empor aus dem Feld und ließ jubelnd ibre Stimme ertönen. Da öffnete er noch ' einmal die Augen. Ein glückliches Lächeln verklärte seine Züge. Noch ein krampfhaftes Strecken; der Körper wandte sich zur Seite das Schneiderlein war bei seiner Mutter. Der Feldwebel wischte sich die Augen. Der verdammte Rauch brummte er, aber der Herr Hauptmann hatten doch recht damals. Wir haben ihn alle verkannt." Das Eiserne Kreuz, das dem Schneiderlein gebührte, wurde mir zu theil. Der verliebte Backfisch. .Wollte Dich schon lange frage! : Warum machst denn Du Jedesmal, wenn ich Dich küsse. Fest die Augen zu?" .Gott, wa? bist Du dumm, mein Lie ber Das nicht zu versteh! Wie sich zwei Verliebte klmen. Darf Ich doch nicht seh'n!' ' Vergleich. Advokat szu zwei Bauernburjchen): Ihr habt aus wilder Eifersucht graust, Martl und Jöra. und gegenseitig Euch schön zugerichtet. ? Trokdem versuche ich es, wenn es auch '.' ' . . ' unmöglich scheint, ob ich einen Ver gleich zwischen Euch beiden zusammen bringe. Martl: Net nöthig Herr DlXtor; die Rosl hat ihn auf mich a' j hetzt und wir haben uns freundschastli , verglichen, denn iekt heiratb. weil wir's ' g'mertt haben, keiner das Madl! Billiges V e r an ii g e n. ' Erster Droschkenkutscher (zum zweiten): Geh , Sevperl, machen wir uns beute einen guten Tag und sagn mer zuein ander Euer Gnadn!" Aus der höheren Töcbter. - schule. Wag wissen Sie mir über dfc ,' aUe Geschichte zu sagen?" Daß sit ' erg neu bleibt!"

NuS dem Leben eines alten Verbrechers.

(Von ihm selbst verbrochen.) Ich stamme nämlich aus emer alkew angesehenen Verbrecherfamilie. Mein Großvater mütterlicherseits war bereits einer der bekanntesten Hochstapler, da er als Waldarbeiter im gräflich Tr sehen Forste angestellt war und dort immer das geschlagene Holz aufzustapeln hatte, wenn die Holzauktionen stattfinden sollten. Bon ihm stammt auch das bekannte Lied, zu welchem er die Melodie ebenfalls gestohlen haben soll und zwar von einem Leierkästen. Damit ich nun recht frühzeitig mit. dem Strafgesetzbuch in Berührung käme, so bestimmte man mich für die juristische Carriere, ich sollte Abschreiber bei einem Advokaten werden, unddamit ich hierzu recht würdig vorbereiter manchmal ganze Nachmittage aus v rc: r. c. . r. r c . : je eitt liijc !)clU!!l!auicil ncö, wo hu turgemäß häusiger einbrach und mir auch manche Unterschlagungen zu Schulden kommen ließ, da ich den kleinen Mädchen erst den Schnee unter den Hacken wegschlug, wenn ich ihnen die Schlittschuhe anspannen wollte, Der Junge muß vor allen Dingen seinen Muth stählen lernen!" pflegte mein Vater stets zu sagen und brachte mich also auf diese Weise auf die Laufbahn des Verbrechers, Bei der Advokatur gesiel es mir abei trotzdem nicht, denn die Sache war mir gar zu trocken und öde, und außer eint gen harmlosen Mitgiftmischereien kam dort eigentlich nichts von Bedeutuno vor. Ich beschloß daher der Geschichte möglichst schnell ein Ende zu machen, ich raubte einer jungen Damen ihrHerz. nachdem ich dasselbe vorher in Brand gesetzt hatte, und entfloh mit demselben nach Amerika. Verfolgt wurde ich aber nicht, weil die Beraubte selbst eine Glogaunerin war und sich wohl hütete mich anzuzeigen, Dort habe ich nun die tollster. Streiche verübt, von denen ich jedoch lieber schweigen möchte, damit mir die Polizei nicht auf die Hacken kommt, Jahre lang auf einer großen Farm alerster Rausbold angestellt, wo ia; - die Schafe füttern und zur Raufe treiben mußte; später habe ich mir dann als Wagenschieber bei der Eisenbahn unzählige schwere Kuppeleien geleistet, Wie es aber so geht im menschlichen Verbrecherleben, wenn man alt wird. so nehmen die Kräfte ab, und ich be, schränke mich heute, nachdem ich langst als Muster ohne Werth zurückgeschickt worden bin, eigentlich lediglich noch auj ein bischen Fälfcherei, indem ich mn Haare und Bart färbe, und hin wieder mal auf einen literarischen Diebstahl, eine Grobheit, die mir noch aus bei Aeit meiner Abfchreiber-Carriere anhaftet; doch erziele ich dadurch nicht einmal immer tödtliche Langweile bei' meinen Lesern. So können Talentt zu Grunde gehen! Ei pfiffiger $ ch iftsmann. Ein in Schulden gerathener Arifto krat erinnert sich vor seiner Abreise von Wien nach Deutschland eines ererbten Miniaturbildes auf Elfenbein. das, von einem berühmten Meiste? stammend, in seiner Familie stets aus 20,000 fl. gewerthet wurde. GleichZeitig fällt ihm die Adresse eines reichen und kunstverständigen Antiquare in Frankfurt a. M. ein. Er packt also das Bild ein und reist mit dem, r.it. ... ri"vr. rr:.r cn-fci eiocn zu vzin jjunuici. mjk vqicy lange mit der Lupe das Gemälde. dann sagt er: Herr Graf, das Bild es is keine Zeit foi Wer kauft so wasi X nhrt KilUfitrt l ist schön, aber solche Sachen! Das kann mir 0 7 'MVV Damit (b aber jeyen. dak xq Zynen gefällig sein will, geb' ich Ihnen 10.000 fl." Empört über ein sc niedriges Angebot, entfernt sich bei Verkäufer mit feinem Bilde. Wenige Monate nachher hat derselbe, nach Wien zurückgekehrt, im Spiel viel Pech gehabt und erinnert sich des Antiquars und der 10.000 fr, die ihm nun sehr willkommen schicnen. Das Bild wird verpackt und mit den entsprechenden Zeilen abge, schickt. Statt des heißersehnten Geldes kommt aber endlich vo n Frank furt ein Brief, dem ein versiegelteZ Kistchen folgt. Der Brief enthielt nachstehende Zeilen: Hm Graf ! Die Zeiten sind noch schlechter geworden! Wenn Sie dasBild für 8000 fl. stzben wollen, so senden S das Kiftchen ungeöffnet an mich zurück und erbeben bei der Creditbauk den ange wiesenen Betrag . Hochachtend O. Füchsle." Voll Zorn und Empörung wirft der Empfänger die Zeilen von sich und erbricht die Kiste. Zu seinem Erstaunen findet er jedoch in derselben nicht sein Bild, sondern einen Zettel, auf dem zu lesen steht: Na dann geb' ich doch 10,000 fl." Abgeschwächt. Herr: Ich möcbte mit Ihnen durch'5 Leben geben'Dame (lachend): Ha. ha. weil r-' ' t rar?. cm Sie mich im Besil; eine? Million glau ben! Wenn ich aber nur die Halstt hätte?" Herr: Auch dann ginge ich mit Ihnen bis an's Ende der Welt!" Dame: Ich habe aber gar nichts' Herr: Na, dann machen wir hatt eine Landpartie!Auf dem Standesamt. Braut: ES ist aber unverschämt, wie lange man uns hier warten läßt, tmt dabei ist der Beamte ja wohl noch ein i guter ZZreund von Dir." Bräutigam: . . . r

ocn oesyalo; er wm mix loaqrzsycin lich noch einige Zelt zum UeberlegeZ lassen!" Der Größenwahn ist dt, Wahn der Kleinen.