Indiana Tribüne, Volume 16, Number 325, Indianapolis, Marion County, 13 August 1893 — Page 9

Jndiana Tribüne. Beilage.

Indianapolis, Ind., 13 August 1893 Die ZZurcht vor dem Frühling. (Von Ernst Wechsler). Fräulein Jda war cm gutes, hübsche?, braves Kind, aber wie ihre Mutter seufjend versicherte, voll Launen undMuckcn. Und nicht mit Unrecht, Im Laufe die ses WinterS war mit der zierlichen jun gen Dame eine merkwürdige Berände rung vorgegangen, für welche die Eltern vergeblich einen Grund suchten. In; Uebrizen waren sie herzlich froh, daß ihr einziges TSchterlein sich so gut amun sirte. ES war ohnehin volle fünf Jahre still und traurig in der kleinen Familie gewesen. Fünf Jahre lang kämpfte die Mutter mit einem, schweren Leiden, und während dieser düsterenZeit voll banger Sorge um daö Leben der Patientin wuchs Fräulein Jda von einem Wild fang und Backfisch zu einer lieblichen, achtzehn Sommer zahlenden Jungfrau heian. In den fftrij Jahren hatte Fräulein Jda ei ngemzw empfängst cheS Gemüth für Naturschönheiten ge zeigt. S!e ZchwSrmtl für den Sommer, sie pflegte in liebevollster Zärtlichkeit ihre Blumen, und dieses Thun und Treiben der Tochter erleichterte oft der Mutier manche schmerzvolle Stunde aus ihrem Krankenlager. S)a sollte aber nun Alles ganz 'aserö kommen. Im letzten Winter SelLloffen die Eltern. Jda in die Welt einzuführen, d. h. in die duntsimmernde Pracht M .Ballsaales, Jda, die knapp vor der Erkrankung der Mutter aus einem Kwder.CourS ttüch tigen Tanzunterricht genommen, stellte den Absichten der Eltern kalte Gleich, giltigkeit entgegen. Was gingen sie denn die jungen Herren an, zuinal sie überzeugt war, datz sie nur höchst ungeschickt ihre graziösen Faßchen nach dem Dreivierteltakt in Bewegung setzen konnte. Der erste Ball, daS .EliteMrgerkranzchen", verging auch schlecht und recht, das hübiche Mädchen hatte allerdings zahlreiche Tänzer habt, aber sie gewann der ganzen Geschichte keinen rechten Geschmack ab. Und wenn nicht Herr Klein gewesen wäre, den sie dort kennen lernte und der ihr in ma vierlicher Weise EiS und Limonade cre denzte, hatte sie sich sogar gelangweilt. DaS zweite Mal, däS heißt, auf dem Ball der .vereinigten Kaufleute", ge rieth die Sache viel besser. Herr Klein, ein wohlhabender junger Kaufmann, der, wie er ihr erzählte, in wenn auch entfernter Weise mit ihrem Bater in Geschäftsverbindung ftand, war auch da. wieder stellte er sich zr rechten Zeit mit i3 und Limonade ein er traf es im er so sön, wenn sie gerade Turf: hatte diesmal fächelte er ihr sehr aufmerksam und artig mit ihrem Fa eher Luft zu. Jda tanzte flott und munter die Nacht hindurch, und als sie mit ihren Eltern ach Hause fuhr, fragte sie eifria, wann man das nächste Tanzfest besuchen werde. Die Eltern schmunzelten und freuten sich über den Eifer des Töchterleins. Bierzehn Taae darauf fand der .Harmonie-Prachtball" statt. SS er schienen sogar einige Aristokraten, sämmtliche höheren Beamten der kleinen Stadt, und Herr kklcw war wieder Meister in des rechtzeitigen Herbeischassung von EiS. Limonade, er fächelte tüchtig und brachte ihr während der Kyssceause den Shawl aus der Gar derobe. Aus der groben Soiree mit darauf folgendem Tanz ,8 Gunsten der noth leidenden Veraarbörer,' Diurnisten und LampenanLllnver Ueberzahlunaen wurden dankend qutttirt unterhielt sich Fräulein Jda einfach göttlich. Sie wurde dem pensiosirten Rath Herrn von Fleder, der !n seiner Jugend wie interessant! eiuen Vand Gedichte gejchueben, vorgesteut, der nannte ue einen allerliebsten Falter mit Gazellen äugen und Korallenlrppen, Fräulein Jda fühlte sich durch dieses Compliment sehr geschmeichelt, und in der Erregung des Moments betraute sie Herrn Klein, der wieder Limonade u. s. w. be sorgte, mit einem Auftrag an die Mama. Herr Klein war vollstän dig der Adjutant Fräulein Jda's geworden. Er versprach ihr auch, das Buch Herrn von Fleder'S zu besorgen. Am andern Tage erhielt sie ein gebundeneS Ezemplar von Mirza Schaffe's Gedichten mit einem Briefchen von Herrn Klein, worin er sagte, der Buch Händler hätte im Schweiße ssineS Angesichtes den ganzen Bormittag in sämmtlichen Katalogen seit 1833 nach den Gedichten deS Herrn von Fleder gesucht, aber vergeblich. Da er nun genau wisse, daß Mirza Schsssy ein Pseudonym sei, 'so Ware meinte Herr klein die Möglichkeit nicht ausge schlössen, daß Herr von Fleder sich dar unter verberge. Er lege daher das Buch mit einem ergebensten Handkusse bei. . Am rzWen Tanzabend, der aeselli. gen Zusammenkunft eins? humoristischen Vereins, ' der .Wütheriche mit dem FlainRenherzen", promenirten Herr Klein und Fräulein Jda sehr lanae und Krachen' übe5 Lyrik. Sie meinte, Mirza Schaffy hä:teihr ganz gut gefallen, aber ihr Liebling'sei Geibej,. Ob Her, Klein nicht auch Gedichte mache? Herr Klein antwortete, er hätte sicher in sei r Jugend daS Zevg gehebt, ein gro ftc r Dichter jttJSLer&a. Aber ihm seien nur zwei Dinge lästig gefalle: Reim orte zu sinken und die Sprache metrisch zu formen. Er jade sich daher ganz nf den Kaufmann? stand geworfen ntd auf jeglichen Dichtrrrnhm vsrzich tet. Bewundernd seh ihn Fräulein Jda an. So verging die ßtit Jda tanzte w&Jmth wgr'trNiH sie kMusü

1 das Hcrz dabei aufging. Je finsterer der Wintertag. desto besser war Jda bei Laune; wenn man bei Lampenlicht zu Mittag aß, wenn i draußen schneite und stÄrmte, straften ihre Augen, Blickte aber einmal de Sonne auö dem bleichen Himmelsgewölbe herab, ver, stummte ihr Mund. Und als die Ta.qe anfingen, länger zu werden, machte sie ein stnstereS SZesicht. Auch die dichte Reihe der T-nzvergnügungen wies be reitö empsir.diiche Lücken auf, und eS vergingen manchmal zwei Wochen, ohne daß Jd tanzte. Da. ward sie stummer und Kummer, und die Mutter fand sie einmal in ihcnn Zimmerchen Elterlich . weinend. ES war vergeblich, heraus zubekommen, was Jda fehlte. EineS TageS schlenderte sie verächtlich die Ge dlchte ihres LiedlingSdichterS Geibel bc, Seite. Was hast Du, Kind?" fragte er schreckt die Mutter. Ack. dieser alberne Dichter!" Und mit absichtlich hackiger Scansiion leierte r.- v:. TL - C . . sie die. Strophe herab : Und dräut der Wiüter noch so sehr. Mit trotzigen Geberden, Und streu: er Eis und Schnee umher. Es muß doch Frühling werden!" .Das soll ein Dichter für jungeMäd chen sein? WaS weiß der von uns? Was hat denn dieser Mensch gegen den Winter? Wozu braucht er denn ein Gedicht zu machen, daß eS einmal Früh lina werden mußt Mein Gott, Mama, muß eS denn wirklich Frühling werden?

sang 2en ganzen TSg, vaß lhrwliern '

Ach. ich bin unglücklich!" Und dabei ; Früyling und die'warme Sonne Sie '2" . I aber nicht! Alle oee sind glücklich an r Vm ZUrtltmn t Tages Vrnn ! 0rtWRtag 6ie abci ihre Augen in fceSSetfc, l . figm mm die größten Grobheiten; entscrntel 3tel lMen. .Aber Jda,- i ltUn eir denn, d.tz VaS keme Beleirief der Vater. .Du schläfst za wie ei igisi wenn man sagt, ewKaufmann fSafc mit onenen Llusen i" . , m:' , -.ju

Hafe mit offenen Augen ! Jda fuhr zusammen. m0 nein, Papa, ich habe nicht ge schlafen, ich t?abe an die Eskimos ge dacht." An die Eskimos?- fragte erstaunt der Vater, .was gehen denn Dich diese Kerle an?.Dort muß eS schön sein! Dort ist ewiger Winter, dort tragen die Leute daS ganze Jahr Pelze und Winter klkider.DaS war dem Herrn Papa doch etwas u stark. .Hör' mal, liebe S Kind, zu en EskimoS kann ich Dich nicht schicken, so viel Reisegew will ich für Dich ver drehte? Ding nicht anwenden. Aber Deine Winterkleid kannst Du auch hier, wenn'S D gar so gefällt, den Kochsom mer über tragen, ich borge Dir noch meinetwegen meinen schweren Reisepelz dazu und meine Filzstiefel und meinen Fußsack-! AlS die Mutter in ein lautes Lachen auSbrach, füllten sich Jha'S Augen mit Thränen und sie verließ das Zimmer. .WaS hat denn nur eigentlich Deine Tochter?" begehrte der Vater auf. .Lass' sie," erwiderte sanft die Mntter, .sie ist ein junges Mädchen.Und der gefurchtere Frühling erschien; daS erste, wa' er that, war, daß er sämmtliche Bälle aufhob und somit den Kaufmann Herrn Klein .zur DiSpo fition" stellte. Seine prompten Eisund Limonadelieferungn an Fräulein Jda hatten ihr Ende erreicht. Je wär mer die Sonne wurde, je mehr Alles zu blühen und zu grünen ansing, desto mehr fror Joa's Seele sin. Ihr Benehmen war noch räthselbafter. Sie war sanft, wenn man bei ihr Seftigkett erwartete, sie weinte, wenn sie etwas Lustiges hörte, und lachte, wenn etwas Trauriges erzählt wurde, und so wußte Mim nicht, war sie mehr schadenfroh als sentimental. AlS eine Dame, die ihri Mama besuchte, bei irgend einer Ge leaenheit daS Sprichsort cittrte: .Was .tw..., wr- ' klein ist. ist herzig.- wurde Fräulein Jda feaerrvth und sie saate mit auf fallend gereizter Stimme, daß sie Alles hasse und verabscheue, was nicht min bestens sechs Fuß lana wäre, und daß das Wort klein- fift sie oar nickt eristire. .Na, dann wachsen Sie noch ein BisSen", antwortete ziemlich pikirl die tte Dame. War Jda sonst von allen Feiertagen daS Osterfest am allerliebsten, liebe, noch als der bellkge Abend, so sah sie diesmal mit tiefer Betrübniß dem Fest der Auferstehung entgegen. Sre st noch mitten im Wiuter. wpiialtens zeiftig, als sie. in ihr duftig. schimmern des FrühlingSkleidchen schlüpfen mußte,' auf ausdrückliches Geiß der Mutter,i oenn wäre es nach' Fräulein Jda ge-l Zangen, sie hätte ihre FrühjahrSgarde'! robe im Schrank vermodern lassen. Die Mutter machte sich bereits große Sorge! um ihr seltsam verwandeltes Kind.? Der Vater neth auf verdorbenen Magen! oder acute Erkältung und schalt inSge-! heim den tüchtigen Hausarzt einen' erbärmlichen Kurpfucher, weil er steif! und fest behauptete, Fräulein Jda ser gesund wie ein Fisch im Wasser. WaS war eS nun eigentlich mit Fräu-s lein Jda, waS war eS eigentlich, das! die Laune des süßen KindeS in so be-, denklicher Weise verdarb, daß sie die! Rächt deS Winters dem Glanz des' Frühling vorzog? Das Wetter küm! merte sich um die Stimmung der junge! Dame gar nicht, denn als der Oster! sonntag, feierlich und traut, ins Land' kam, war am Himmel nicht daS ge ringste Wölkchen zu erblicken, linde' Lüfte säuselten, eS war mit einem! Wort ein wahre Juniwetter. Die' Familie saß zu Tisch, eS waren auÄ eunae Gäste da. und AlleS fmmauftr : und trank und war bis in'S Herz hinein, ' verguügt, natürlich mit Ausnahme! Fraulein Jda'S. ES wurde beschlossen, den Kaffee im kleinen Garten einzuneh chen. Als die Gesellschaft sich erhb, um in'S Freie zu treten, sagte der ßaj ter: .Beinahe hatte ich vergessen: Wir müssen auf Herrn Klein warten, ich habe ihn gestern, als er bei mir in einer geschäftlichen Angelegenheit auf dem! Büreau war, für heute zum Kaffee ein' geladm." Im selben Moment klin-! ?elte eS und Herr Klein erschien. Ich rauche eS dem gescheihteu und ftelÜ kundigen Leser nicht biS in'S Einzelne' zu erzählen, wieso eS ka, 'daß Fs5ui lew.Jd nnd ftrir 'rA

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auf und ab schritten. Obwohl man ein Lehrbuch der Philosophie aus dem Gesprach der beiden jungen Leute gerade nicht zusammenstellen könnte, so unterhielten sie sich doch recht gut. Herr Klein sprach und Fräulein Jda schwieg, und wenn Herr Klein schwieg, sprach Fräulein Jda auch von nichts Anderem, Da sragte plötzlich, wie von einer höheren Eingebung erleuchtet, Fräulein Jda: .Verachten Sie den Frühling?" Verachten?" ' fragte er erstaunt, ..Wetzhalb? Er hat mir doch nichts ge ; than!Ich verachte ibn!- sprach sie stolz, ' a ja," meinte er, manchesmal ist er mir auch nicht angenehm, man be-' kommt so leicht den Schnupfen. ?lber man bekommt den Schnupfen auch in. Winter, soqar im Sommer, und da ist er am lästigsten." .Sie sind gerade so wie Mama und Papa Ihr Alle versteht mich nicht ! Was giebt es denn da nicht zu ver stehen?" sragte er mit naiver Grobheit 7 . . . r. , . . . Nickt verstehen? ftch verachte den Frühling und hasse die Sonne nun wissen Sie'S !" Herr Klein wußt nun erst recht nicht, wie das Alles zu verstehen sei und tn seiner Ratlosigkeit begann er leise zu pfeifen. .Sie sind doch nicht pfiffig!" grollte sie. Diese Aeußerung kränkte Herrn Klei m- 4 nr m r ungemeln. mt ju vre ein Menscy versieben? Alle Leute freuen sich aus den ist nicht pfiffig? - Wie können Sie mich nur so unglücklich machen ?" .Unglücklich sind Sie?" rief sie freu dig, daS ist sehr gut, ich bin'S auch.Er sah sie mit großen Augen an, eS keuch ete in ihnen warm und herzlich aus. .Sagen Sie mir, Fräulein Jda, was fehlt Ihnen?" .Zu Ihnen habe ich Vertrauen, Herr Kl, ich glaube, Sie sind der einzige Mensch von gsnz Europa, dem ich ver. trauen kann. ...wissen Sie, ich habe in den letzten Monattn sehr viel nachge dacht. . . .ich bin mindestens um zwanzig Jahre älter geworden !Jch habe früher den Frühling sl geriebt,,aber diese Liebe ist gestorben.... liebe überhaupt nichts mehr, rein gar nichts mehr! Nicht einmal mein neues Kleid macht mir Freude.... DaS Einzige, was ich noch Nebe, o wie innig liev ich ihn saS ist der Winter. Da kann man tan;en! DaS Tanzen ist daS Einzige auf der Wett, was zu leMshnt, ja ich bin lebensmüde. . . mret tomml an mit Leuten zusammen, im Früh' ling ist man allein. Glauben Sie, daß es ein Vergnügen ist, allein sein? Sehen Sie, deßhalb fürchte ich mich vor dem Frühling!" Die tiefsinnigen Betrachtungen Fräu lein Jda'ö imponirten Herrn Klein ge waltig. Schüchtern lagt er: .Sie sind aber nicht allein, Sie sind doch bei den Eltern !- .Die Eltern? Deßwegen bin ich doch allein! Die Eltern sagen immer: .Jda, erkälte Dich nicht, hol' Dir den Mantel, hol' Dir den Shawl!" Die Eltern sagen: Jda, willst Du ein Glas Limonade, willst Du EiS?- Ich habe Nie mand jetzt, der mich bedient, der mit folgt, der mich gar nicht fragt,ob ich etwas will, sondern der mir eS'aleich bringt. Bin ich nicht sehr unglücklich?" Herrn Klein wurde eS siedendheiß bei den Worten: .Ach, war daS eins schone Aeit. wo ich für Sie sorgen i i j konnte .Uud das Alles," seufzte sie, .ist j-tz! zu Snde. So abscheuliche Ostern habe ich noch nicht erlebt, je wärmer es wird, desto kälter wird'S mirl . WaS Alles in diesem denkwürdigen j Moment im Innern Klein'S vorging, i wird ein ewiges Räthsel bleiben. Aber i im Nu ward ihm klar, daß Fräulein ! Jda ihn liebt und daß auch er sie in) ! Herz geschlossen hat. setzt mußte er zei. en, vay er ein plann ist, uno er nes, le Arr:e ausbreitend: .Was geht unZ Winte- und Frühling an! Können wie Nicht i . Frühling VaS "thun, waS wi, im Winter thaten? JaVbin ei selbst ständig'?, qutsituirrer Mann, Fräulein 3da zeden Sie mir einen Kuß!" Sie prallte erschreckt zurück: .Ein Kuß, Li: entsetzlicher Mensch! Wal habe ich den gethan, daß mich so belei digen? Und sie sing bitterlich zu wei nen an. .Ach," sprach er mit wehmüthige Stimme, .ich habe die Sache nicht s, schlimm gemeint .... ich wollte Ihn ja nur einen Kuß geben," und im Be wußtsein einer solchen vollgiltigen Ent schuldigung nahm er das sich sträubend Köpfchen des Mädchen zwischen sein breiten, großen Hände und duft!, knospenden Mund mit so herzhaft gedie genen Küssen, deren nur die ehrlich Liebe eines wackeren, unverdorbene'. Menschen sähig ist. Er schlief die ganze Nacht nicht. Er arbeitete unablässig im Geiste an bei großen Rede, die er morgen vor ihrem Bater halten werde. Die Rede war rührend, maßvoll, leidenschaftlich, ent hielt eine kurze, aber gründliche Dar legung seiner Vermögensverhältnisse, die der Vater ohnehin schon kannte, er wollte eine ergreifende Rede halten, würdig semer Liebe. Mit bleichem Antlitz und in Salon toilette begrüßte er den alten Herrn. .Na, guten Morgen, lieber Freund, si elegant? Sie wollen wohl heute noch eine wichtige Visite machen?" .Nein, nicht mehr," stotterte Her, Klein. .Nicht mehr? Sie kommen also schor von ihr?" i Ach nein," stöhnte Herr Klein uni er dachte, .wenn er nur still würde, damit ich ordentlich zu sprechen nsadse ' ayn . ? .

.Hören Sie, junger Herr, was Ihnen denn heute passirt, Sie sehen jc ganz angegriffen ans?" .Ich befinde mich .... ich bin einet .... ich bin in Verlegenheit !- .Aber, Herr Klein, das hätten Sii gleich sagen können, das kann jedem an ständigen Menschen passiren, mit wie vie! kann ich Ihnen dienen?" Der junge Mann wurde seucrroth, .Geld brauche ich keines. Ich kommi in einer andern Angelegenheit. E giebt im Leben Momente, wn incr wegen seiner Zukunft und der Pslichter deS Bürgers " .Lieber Herr Klein," unterbrach ihr der Andere, .wozu das Philosophien, Sie sin) ja Kaufmann. Hier zünde Sie sich eine Cigarre an nnd sagen Su mir offen und ehrlich, ob daS Geschäft, das wir vorgestern abgeschlossen, Si reut. Man soll allerdings an Feier tagen keine geschäftlichen Angelegenhei ten verhandeln, aber da Sie nun einmal da sind " In tiefster Verzweiflung stöhnte Hm Llein: Das Geschäft reut mich nicht Jch will mein ganzes Leben lang mit !Jhnen Geschäfte machen. Sie ahn n je garnicht, weßhalb ich komme, lassen Sii mir einen Moment Heit,- er senktt trübselig den Kopf, .ich habe den An 'fang vergessen...." ' .So, den Anfang? Dann will ich Jhnl gleich das Ende sagen: Sii sieben meine Tochter?" ! .Ja natürlich," rief Herr Klein, wi .von schwerer Qual erlöst. An ttm Tage, am Ostermontag, feierte Jda's alte Liebe zum Frühling ihre Auserstehung, sie war von ihrem Hasse gegen die Sonne gänzlich geheilt. Die harten Eltern litten eS allerdings nicht, daß die Hochzeit vor Jahrekfri.1 gefeiert werde, aber das störte daS GIu4 veS Tages nicht sonderlich. Das junze Brautpaar saß im Garten Hand i.i Hand. In langen Zwischenräumen, alle fünf Minuten, beugte sich Hc:r Klein nieder und gab Fräulein Id.: eien Kuß. .Weißt Du," sagte sie, .so ein Tanzabend ist doch eigentlich gar nichts.- Diese vielen Menschen. d:e schwüle Lust, das Geschwirre unv Ge summe da ist eS doch viel netter j einem so schönen Tage, wenn die Sonne scheint, Alles ringsherum still ist, da kann man sich wenigstens in aller Ruhe etwas sagen." .Gewiß," entgegnete er, .ich hab' auch jetzt eine wunderbare Idee." .So? La hören' .Die Idee bestand darin, daß er ihr den Muno mit einem K uß schloß. .Ach," sagte sie dann lachend, .gauz dieselbe Idee had' ich auch gehabt." Und ss untirhielt sich das Paar, selig und zu frieden, ohne Tanz, ohne EiS, ohne Limonade, ohne Cotillonorden und schließlich ohne zu sprechen. Durch nichts Herrlicheres und Heili. gereS kann die Auferstehung Gottes der Natur gefeiert werden, als durö daS LiebeSglück zweier junger Menschen linder.

Hin zesalzenes Vermögen. Ritt County. im Staate Kansas. birgt ein Finanzgenie ersten RangeS, einen Mann, der den Leuten, die daS Geld von der Straße aufzulesen Witz genug haben, noch einige Punkte vorgeben kann. Es ist ein Farmer. NamenS Morgan, selbstverständlich Populist und als solcher in die Geheim nisse der finanziellen Weisheit eingeweiht, die aus Häckerling, odcrStrohpapier, Gold machen kann. Aber er braucht kein Häckerling. Er hält sich an die reichen Hilfsquellen der ?!a hu", aus welche die Umlaufsmittkl zu basiren, gut populistische Doctrin ist. und baut sein Glück und Geld aus Salz. Unter der Farm, welcher der wa ckere Vesier bisher mit Hacke. Spaten und Pflug sein tägliches Brod abge rungen. befindet sich nämlich ein mächtigeö Salzlager, ein Theil jener großen Schicht, die sich durch daS gange mittlere KansaS hinziehen soll. Bohrungen auf dem Platze haben ergeben, daß diese Schicht 260 Fuß kick ist und daß dieselbe sich unter sämmtlichen 160 Acres des Herrn Morgan befindet. Bei der Tonne berechnet, repr'zsentirt oie jetzige Unterlage der Farm eincZ Werth von drei Millionen Dollars. Der Eigenthümer einer solchen ttonanza würde nun gemeinhin die Aus beutung des Lagers unternehmen und zu dem Zwecke, wenn ihm die eigenen Mittel fehlen, eine Gesellschaft von Capitalisten organisiren. Anders Herr Morgan. Das Salz liegt ihm gut genug als sicherer Besitz. Es repräsentirt ja ein Vemögen und aus viesem schlägt er seine Zinsen. Er hat nämlich Bonds zum Betrage von 50.000 zu je $5 ausgegeben, für de. ren Deckung das Salzlager als UnterPfand verpflichtet ist. Zinsen tragen die Bonds nicht, aber das Salz ist ja da, und seine Nachbarn das heißt so viele als fünf Dollars übrig hatten haben sich beeilt, ihm Bonds abzunehmen. Dieselben cursiren jetzt in jener Gegend so flott wie Geld und so hat der geniale Mann zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Dem Mangel an Umlaufsmitteln abgeholfen und sich selbst eine hübsche Rente gesichert. Denn wenn die Bonds auch reine Zinsen tragen, das Geld, das er dafür gelöst hat, wird ihm schon Zinsen bringen. Und mit der zinslosen Emission hält er sich obendrein die staatliche Nachfrage nach seinem Frei brief und ähnlichen Kleinigkeiten des Corporationsbetriebes sern. Das Geschäft ist reine Pridatanaelegenheit . :c w r m jiuiu;cn iyrn uno jnncn ycaajo jrn.Dte ohne Zweifel ganz glücklich sind im Besitze ihrer unterirdischen Sicherheit. Vertrauen ist die Hauptsache beim GeLchäft. . lMilw. öer. 'O Meers 4 aumpfeisen, lar ge deutsche Pfeifen, lligarrensviben etc. bei Wm Mucho, No. 199 Oft Washington Str.

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