Indiana Tribüne, Volume 16, Number 318, Indianapolis, Marion County, 6 August 1893 — Page 6
Gilt fürstliche Wette.
Tem Fran',vsisch?n nacherzählt von Reg. Fürst. Gegen das Ende des zweiten StcU serreichs war eine der häusigsten und vornehmsten Erscheinungen des Bouledard des Italiens der junge Fürst Edmond de Carninval. Sehr blond, fclafe und von einem Phlegma, das durch nichts zu erschüttern war. a:nüslrte er die Gesellschaft, mit Hilfe seines unermeßlichen Vermögens, durch die extravagantesten Streiche und Einfälle, die zuweilen so absonderlich wan. daß sie die gesummte Pariser Bevölkerung in Erstaunen versetzten. Eines Abends aab er ein großes Diner in seinem eigenen Palais, bei welchem, tüit man dies nicht anvers gewöhnt war. die erlesensten Weine in Strömen flössen und das Dessert in einein wahren Taumel der Heiterkeit eingenommen wurde. Meine Herren", rief der Fürst plötzlich. SieAlle haben gehört, was man am entgegengesetzten Ende der Tafel behauptet. Wohlan denn, was gilt die Wette, daß ich. ohne gestohlen, czemordet oder irgend einen meiner Nebenmenschen beleidigt zu haben, ohne rnit dem Gesetz durch die geringste Uebertretung in Conflikt gekommen zu sein, wie ein gemeiner Verbrecher am Zcragen gepackt und auf die Wache e schleppt werden kann, sobald es mir beliebt." Er sprach in einen kalten, gleichgiltizen Tone, den er nie ablegte, auch wenn zt die ungewöhnlichsten Behauptungen aufstellte und die verblüffendsten Vorschläge machte, und seine Worte übertönten klar und deutlich dasGMct)ter sowie die allgemeinellnterHattung Jeder schaute uoll Ueberraschung zu ihm bin. Während des Stillschweigens fügte er hinzu: Ich wette zweitausend Louis tter hält dagegen?" Es saßen viele reiche Leute um die Tafel, denen hohe Wetten nichts Neues waren, jedoch die genannte enorme Summe machte sie ein wenig stutzig, und sie wünschten, erst über alle Bedingungen aufgeklärt zu sein, :he sie sich zu einer solchen Wette entschlössen. Ist auch kein Doppelsinn in Ihrer Rede kein Wortspiel oder dergleichen?" fragte der fette Herzog von Morvella. Nicht im Geringsten," erwiderte der Prinz, ich gebe Ihnen mein Wort als Ldelmann." Aber." meinte ein Anderer, Sie werden wahrscheinlich irgend einen Aufzug ins Werk setzen, der. vhne eine direkte Beleidigung zu enthalten, doch immerhin das Mißfallen derPolizei erregt, z. B. in einem unmögliche 5o ftüm durch die Straßen ziehen und in dieser Weise eine ganze Hetze unseres lieben johlenden Pöbels hinter sich herschleifen, so daß ein Organ der Sicherheit im Interesse des öffentlichen Verkehrs verpflichtet ist. Sie zur Wache zu bringen, um Ihnen dort ein weniger aussälliaes Gewand zu leihen." Sie sind vollständig im Irrthum," antwortete Edmond de Carninval, denn wenn ich mich in außergewöhnlicher Kleidung auf die Straße begeben würde, hätte ich höchstens zu gewärtigen, von dem Beamten für einen rztravagantne Charakter gehalten und höflichst zum Nachhaufegehen aufgefordert zu werden. Nein, ich versichere Ihnen, er foll mich wie einen Missethäter am Kragen nehmen und zum Arrest führen, in der festen Ueberzeugung, in mir einen guten Fang gemacht zu haben, trotzdem ich -mir nichts, durchaus nichts zu schulden kommen lassen werde." Nun. und wie werden Sie das an Pellen?" fragte der Bankier Eastambide.ein sehr nervöser und aufgeregter Mensch, wie die meisten Vörnleu'e. Das ist mein Geheimniß, vtrie trurben mir zugeben, daß ich Jhr?en dieses nicht im Voraus enthüllen kann." Natürlich! Aber jetzt hab' ich's. Sie werden einen Poliz'.sicn auf du Schulter klopfen und saaeti Alter Bursche, ich bin Dein Ma;?n. Ich habe in einem Anfall von Raserei meine ganze Familie getödtet. und nun plagt mich die Reu-:. Nimm mich mit und stecke mich ein. danir das Gesetz das Schlimmste über mich verhänge!" t5in homerisches Gelackter der ganzen Tafelrunde folgte dieser Rede. Die Idee, daß Prinz Edm?nd. dieser eingefleischte Aristokrat, einem Polizisten auf die Schulter klopfen, ihn aller Bursche" nennen im1) ihn um Erlösung von seinen Gewissensqualen anflehen sollte, rief den wildsten IuJbtl hervor. Der Prinz allein bewahrte seinen kühlen Ernst. Er erklärte dem ungestümen Banlie? in oller Ruhe, daß ihm nichts ferne: läge, als eine derartige Komödie, und wiederholte noch einmal seine Frage: Wer setzt zweitausend Louis dagegen?" Ich thue es!" rief Eastambilde prahlerisch. Am nächsten Tage, ungefähr um "die siebente Abendstunde, als es in den Boulevards wie in einem Bienenschwärm hin und her wogte und die Restaurants sich zu füllen begannen, Mahnte sich ein ärmlich gekleideter Mann, der gesenkten Hauptes daherschritt und mit wachsamer Aufmerksamkeit ab und zu die Eigarrenendchen von der Erde aufhob, die Andere fortgeworfen hatten, seinen Weg durch die Menge. Der Mann war noch jung und mußte, nach seinem blassen, feinen Gesicht, feiner schmalen, weißen Hand und seinen ganzen Bewegungen ii urtheilen, wohl einstmals den
heren Gesellschaftsklassen angehört haben. Die hohe, schlanke Figur wäre wie für day Parquet vornehmer Häuser geschaffen gewesen, hatte sie nicht in dieser, ärmlichen Hüll: gesteckt. Offenbar war der Mann heruntergekommen durch Mißgeschick oder Laster, wer konnte es wissen? Davon sprachen die schäbigen, an den Knieen fast durchsichtigen Beinkleider, die heruntergetretenen Stiefel mit ihren schiefen Absätzen, der fadenscheinige Rock, der bis zum Halse fest zugeknöpft war, jedenfalls in der Abficht, das Fehlen der Wäsche zu verbergen, und der unmoderne, breite, tief in die Stirn gedrückte Filzhut. Und doch schien dieser Unglückliche noch nicht ganz verzweifelt zu sein,
denn er hatte augenschemuch auf seine reinliche, wenn auch armselige Kleidung eine gewisse Sorgfalt verwendet, wie man dies sonst bei Menschen seines Schlages nicht zu finden pflegt. Vor dem Restaurant Vigneron, einem der vornehmsten Lokale der damaligen Zeit, das nur die allerobersten Zehntausend in seinen luxuriösen Räumen bewirthete, stand er einen Augenblick still und betrachtete durch die klaren Spiegelscheiben die reichgekleideten Damen und vornehmen Herren, welchen man eben das Diner servirte und die an den verlockend ausgestatteten Tischen ihren Magen und ihr Herz bcfriedigten. In diesem Augenblick wurde die Thür weit geöffnet, um neue Gäste, die eben einem Wagen entstiegen waren, einzulassen, und der Arme konnte vorübergehend die verschwenderische Fülle der. aufgetragenen Gerichte c,nstaunen und denjenigen .Duft einathmen. welcher dem Gesättigten so widerlich und dem Hungrigen so köstlich erscheint. Er wartete nicht erst cd, bis die Thür sich wieder schloß, sondern trat schüchtern ein und setzte sich an den ersten leeren Tisch nieder. Doch kaum hatte er Platz genommen, als auch schon der Oberkellner, ein höchst elegant und modern aussehendes Individuum, mit sehr ärgerlicher Miene auf ihn zueilte: Was wollen Sie hier, Sie?" Wieso," fragte der Unglückliche, indem er auf die anderen Gäste wies, ich will essen, wie jene Leute da." Er sprach so ernst, daß man unm'öglich dem Verdacht Raum geben konnte, er wäre betrunken, und so hielt ihn denn der Kellner für etwas schwachsinnig und sagte zu ihm in sarkastischem Tone: Sie irren sich, mein guter Mann, sowohl in der Stunde, als auch in der Thür; die Suppenküche ist um die nächste Ecke, und die Suppe wird frühmorgens ausgetheUt. "Dabei schwenkte er die Serviette gegen den Eindringe ling. als wollte er sich einer lästig:n Fliege erwehren. Solch eine Erscheinung konnte ja das ganze Etablissement in Mißkredit bringen. Aber der Zurückgewiesene schien gar nicht geneigt, seinen Platz aufzugeben. Ich mache mir nicht viel aus Suppe," antwortete er bescheiden, und die am Morgen verabreichten Speisen sagen mir nicht zu." Der Oberkellner spitzte die Ohren bei dem so reinen Accent und der gebildeten Ausdrucksweise des eigenthümlichen Gastes. . Das ist kein geborener Vagabond." dachte er, gewiß irgend eine ehemalige Größe, die sich durch Spielen ruinirt hat." Und ich sehe auch gar keinen Gründ," fuhr der Mann fort, weshalb Sie mir nicht ein Diner serviren sollten, wenn ich bereit bin, dafür zu bezahlen? Hier möglicherweise zweifeln Sie an meinen Worten hier ist meine Börse." Er schlug seinen abgetragenen Rock auseinander, zog ein feines Lederetur aus der inneren Seitentasche desselben, welches vollgestopft mit Banknoten war. und überreichte' eine von ihnen dem SttU ner. Ja, ja. Sie mögen sie sich genau ansehen; Sie werden sich überzeugen, daß sie nicht falsch ist." Es war eine Tausendfrancnote und, dem Umfange nach zu urtheilen, befanden sich mindestens noch fünfzig solcher Scheine in der Börse. Der Kellner befühlte und musterte die Banknote mit zweifelnden Blicken unter nachdenklichen ' Stirnrunzeln. Dann warf er plötzlich den Kopf in den Nakken, wie Jemand, der zu einem klugen Entschluß gelangt ist, und händigte das Geld seinem Eigenthümer wieder ein. Letzterer machte eine Bewegung, als wollte er aufstehen, wobei er sagte: Nun, wenn Sie sich weigern, mich zu bedienen, dann werde ich mich in ein anderes Restaurant begeben." Nein, nein, bleiben Sie. Geben Sie Ihre Befehle!" Er wandte sich einem etwas abseits stehenden Unterkellner zu, wies auf den Fremden und flüsterte ihm rasch mit leiser Stimme zu: Nehmen Sie die Befehle des Mannes entgegen, aber lassen Sie ihn nicht aus den Augen, damit er sich ja nicht cms dem Staube macht." Und schnell eilte er davon. Fünf Minuten späte? kehrte er in Begleitung eines Polizeibeamten zu rück. Sämmtliche Gäste des vornehmen Restaurants hatten die Augen weit aufgerissen, als der Vagabond sich so ohne Weiteres in ihrer Mitte hm pflanzte, und ziemlich deutlich die ihn fortwährend beobachtenden Blicke rings umher von dem Mißvergnügen welches feine Nähe hervorrief. Kein Einziger bezweifelte auch nur einen Augenblick, daß er es wäre, den bei Polizist suchte, und Alle waren ge spannt, wie sich die Sache nun entwit kein würde. , . Der Beamte schritt geraden Wege! auf den Armen zu, der sich mit äugen
scheinlichem Veranüaen dem Genuk ti
nes saftigen Filets hingab und gar nichts von dem Aufsehen, das er er regte, zu bemerken schien. Wie aus etnem .raum erwackt, fuhr er in die Höhe, als der Polizist seine Schulter berührte. Was, ist etwas vorgefallen?" Er schien die Situation gar nicht zu begreifen. Man erklärte sie ihm. Banknoten im Werthe von tausend Francs werden gewöhnlich nicht in solchen Taschen gefunden, und wenn, dann sind sie iu den meisten Fällen gestohlen. Er vertheidigte sich auf das Ent schiedenste, jedoch ganz vergeblich. Ich bin fest überzeugt.daß Sie uns nicht die geringste Legitimation Ihrer Persönlichkeit vorzeigen können sagte der Polizist. Das ist wahr, ich kann es nicht. Aber wahrscheinlich wird Ihnen auch kein einziger der anwesenden Leute augenblicklich ein derartiges Schriftstück vorlegen können." Nun denn, also keine Legitimation; indessen einen Namen werden Sie doch wohl besitzen; also wer sind Sie?" Ich bin Fürst Edmond de Earninval." Warum nicht der König von England?" höhnte der Mann des Gesetzes. England wird von einer Königin regiert", belehrte ihn der Verspottete. Genug, genug! Wir brauchen Ihre weiteren Erklärungen nicht. Folgen Sie mir!" Und damit packte der Polizist mit seiner breiten Hand den vermeintlichen Verbrecher am Kragen, zwang ihn solcherart, seinen Platz zu verlassen, und führte ihn ab. Die Wette war gewonnen; denn von einem der entferntere Tische erhoben sich jetzt der fette Herzog von Morvella, der lebhafte Eastamöilde und mehrere andere Herren, riefen -den Beamten zurück und unterrichteten ihn von dem Sachverhalt. Er war so überwältigt von Erstaunen. so voller Eifer, sich zu entschuld!gen, und so verwirrt, daß er in der Hitze semer unterwürfigen Verbeugungen mit seinem Hut durch eine Fensterscheibe fuhr, wahrend er vor sich hin murmelte: Fürst! Fürst Edmond de Carninval!"' Zum Ritter Klump von Klumpen horscht Zog Ritter Veit, voll Liebesdorscht Fier Ritter Klumpens Tächterlein. Herr Klump saß üben grad' beim Wein. Fir hielt Herr Veit, gedacht, gethan. Um Freilein Adelheide an; Doch faßt Herr Klump die Werbung schlecht. Denn er war märschtendeelZ bezecht. Am andern Tag. zu fricher Zeit Stand Veit zum zmeeten Mal bereit Zur Werbung, doch Herr Klumphorsä war t Uff'Z nei' beduselt ganz und gar. Das," denkt Herr Veit, is heech fatal. D'rum wag' ich'S märfchtenS noch ämal. Veit geht. Wo iZ d'r Ritter Klump? Der sitzt bezecht im Nassen Etrump!" Und vielemal ging noch Heit Veit Zu werten um Ccheen.Adelheid; Doch stets hatt' Klump änu'n solchen Brand. Daß er die Werbung nie verstand. Darieber wurde Adelheid An Jahren reich, sammt ihrem Veit. Nie sprach Herr Klump das rechte Wort, Er zechte ähm in eenem fort. Da eeneö Tages starb die Maid Und finf Minuten druff Herr Veit. Doch Ritter Klump von Klumpen horscht Bekämpft noch heite seinen Torscht. I. Schmidt. m m m i Druckfehlerteufel. Auf seinem verblüssten Gesichte tauch, te etwas wie ein große? Zwiesel auf. Der Weisheitszahn. Ich muß in d' Stadt und mir den WerS heitszahn auSreißen lassen!" DöS leid i' net! Du bist so schon dumm g'nug! I' hab' Di' mit dem WeiSheitS zahn 'dunga, und der muaß bleibn!" Höchste Reklame. Schnei' dermeister Zwickel empfiehlt den P. T. Herren Studenten sein Lag fertiger Kleider, die von solcher Dauerhaftigkeit sind, daß sie bis zur Bezahlung aus halten. Deshalb geht'S nicht. Frau: Mein Mann kann nicht mehr zur Arbeit kommen, er ist heute Nacht ge sterben! Werkführer: Was. der Muller. ja das geht nicht, der Mann hat ja noch drei Mark Vorschuß ! Ein Schwerenother. Lieutenant: Sie habe keine Ahnung, mein Fräulein, wie Sie m'.ch lieben'.Kellnerwid- Bringen Sie mir zu dieser Speise etwa Saueres!" Bitte, ielleicht die Rechnung?"
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Irpquois auf der World's Fair". Indianer und Jndianer-Neliquien sind an verschiedenen Orten des Chicago Weltausstellungsplatzes und am Midway Plaisance. sowie außerhalb des weltausstellungsbedeutenden Geheges beim Buffalo Bill zu finden Die civilisirten Rothhäute sind zum Theil noch besser vertreten, als die uncivilisirten; die östlichen Rothhäute kann man ebenso wohl kennen lernen, wie die westlichen, und in dieser Beziehung verdient auch die Aasstellung der sechs Nationen der Irokesen vom Staate New Aork, daß man ihr einen Besuch abstatte. Dieselbe ist neueren Datums, bildet eine interessante Ergänzung zu der archäologischen Völkerkunde - Ausstellung am Südende der Weißen Stadt, und liegt auch in der Nachbarschaft des archäologischen Gebäudes.
c V.äs ,, mwm -am mmm im ÄMD Unfern des Ufers der südlichen Lagune, welche den Lesern mehrfach vorgestellt worden ist, gewahrt man ein langes, niederes Gebäude, und daneben mehrere Wigwams und Einzäunungen. Diese Baulichkeiten stellen das Dorf des Irokesen dar, einen Theil der Ausstellung des Staates New York. Jeden Liebhaber der Völkergeschichte wird das Jrokesendorf mächtig fesseln. Hier haben wir Kupferaesichter vor uns. die genau so gelkeidet sind, wie ihre Vorväter zur Zeit, als Columbus den amerikanischen Continent ' entdeckte, und sich auch so geben. Etwa 20 Indianer und Jndianerinnen bewohnen dieses Dorf. Sie sind aus den berühmten sechs verbündeten Nationen der Irokesen" ausgewählt: den Senecas, Oneidas, Cayuzas, Onondagos. Mohawks und Tuscaroras. Dabei ist jeder. dieser Jndianer nicht blos ein Vertreter seines besonderen Stammes, sondern gleichzeitig ein geradliniger Abkomme eines im Krieg oder Frieden berühmten Häuptlings. Red Jacket- z. B.. dem zu Ehren ja auch vor ciniaen Jahren ein Denkmal errichtet wurde, ist durch einen gleichnamigen Nachkommen vertreten, ebenso Laporte. Endlich erfolgte die Auswahl dieser Nothhäute auch mit Rücksicht auf ihre gröbtmög. 1107c ejcylctlichkelt in de? übcrliefer. ten Künsten des Friedens, als la sind: Weben, Stillen. Körbeflcchten. Holzschnitzen, u. s. w. Man sieht also, dieses Häuflein östlicher Roth. haute ist ein so repräsentatives, wie man sich nur denken kann. In den besagten und anderen friedlichen Künsten stehen geradedie Jrokesen sehr hoch unter den Indianern da: und wer dies noch nicht loeiß, kann sich hier davon überzeugen. Die Handarbeits-Proben sind käuflich zu haben, und bereits macht r- eine starre Nachfrage nach denselben geltend. Wer sich doch einmal einige Souvenirs" der Weltausstellung für Geldeswerth zulegen will, der kann kaum dankeswerthere finden, als im Jrokesen-Dorse. ' Was die Bauken sei bst betrifft, so ist die größte Sorgfalt darauf gewendet worden, eine recht getreue Nachbildung der vor 400 Jahren beständenen Wohnungen und Einrichtungen der Irokesen zu bieten? und zum Glück hat es auch an Material und Anhaltspunkte nicht gefehlt Das lange. niedere Gebäude ist ein Rathsver-sammlungs-Haus. Die Wohnhäuser enthalten, oicher den lebenden knsassen und ihren niedlichen Arbeiten, auch Waffen, Gefäße und überhaupt Alles, was zu - Jrokesen-Wohnungen des 15. Jahrhunderts gehörte; und um die Männer und Souaws ja recht gefchichtsgetreu zu kleiden, mußte man eigens Rothmild tödten, damit man aus den Sehnen desselben den richtigen ffaden zur Herstellung der Kleide? erhielt. Am Ufer der La-
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zune liegen indianische Canoes, und oon Zeit zu Zeit fährt ein Stammeszenosse in vollem Farben- und Feder schmuck in einem derselben herum. Treibhaus. lttsftelluttgen. In mannigfacher Form. treibt das Zrsindergenie auf dem Chicagoer Weltausstellungsplatz, innerhalb und Zußechalb der Ausftellungsgebäude, seine Blüthen. Einer Anzahl Ersinvungen der verschiedensten Art haben wir in letzter Zeit gedacht. Diesmal sei auf eine Ersindungen-Ausstellung hingewiesen, welche zwar ohne sensationelle Seite, aber von dem größten Interesse für alle Blumenliebhaber und Blumenzüchter ist, und an der sowohl Amerikaner wie Europäer betheiligt sind, nämlich auf die TreibHäuser der allerneuesten Gattungen, von denen natürlich jede beansprucht, '.ine große Zukunst zu haben.
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Tretbhau? tm schweizer Geschmack. Westlich vom Gartenbaupalast Hai :in schweizerischer Erfinder eine Reihe Häuser aufgeführt, welche undurchdringlich gegen Hagelschlag sowie gezen Steine oder irgend welche andere Äeschosse mit Ausnahme von Kugeln sein sollen, dabei aus leichtem und lichtem Material bestehen, das der Ersinder Backstein-Glas- getauft hat, und recht zierlich entworfen sind. Das Material ist übrigens auch für manche andere Zwecke zu gebrauchen, als für Treibhäuser. Treibhaus mit Ziegelunterbau und Glaskuppel. Nicht weit davon hat ein amerikani scher Erfinder fünf niedliche Gebäudeerrichtet, welche eigens für das Klima in der Weltausstellungsstadt und ähnlichen Gegenden bestimmt und sämmtlich mit Treibpflanzen gefüllt sind. Das eine derselben enthält eine großartige Sammlung Chrysanthemum. die ja jetzt so sehr Modepflanzen geworden sind, das andere umschließt eine Orchideen-Samm-lung u. s. w. Rosen und Wasserpflanzen verschiedener Arten find in reizenden großen Gruppen vertreten. Bor Allem aber sollen diese und andere Bauten an fich den Fortschritt in der Treibhäuser-Construction darthun, sowohl betreffs des Schutzes der Gebäude, wie betreffs Regulirung der Hitze, sparsamer Anwendung von Wasser (oft für die Nachbarschaft der Treibhäuser ein noch viel wichtigerer Punkt, als für diese selbst!), zweckmäßiger Lüftungsmethoden und endlich kunstvoller Anordnung von RasenDekorationen. Verschiedene andere Erfinder nehmen gleichfalls an der Ausstattung dieser Bauten theil. Treibhaus im Villenstyl Nach dem Urtheil von Sachvcrstän' digen gehören die DampfheizungsApparate, die bisher vom Publikum wenig beachter wurden und auch der Witterung halber nicht zur Geltung gebracht werden konnten, gerade zu den werthvollsten Einrichtungen in diesen Gebäuden. Sie ermöglichen eine selbstthätige (automatische) Regelung der Temperatur und eine höchst rationelle Aertheilung der Hitze. Einer der Erfinder hat eine besondere Specialität aus eisernen Rahmen für Treibhäuser gemacht, und die Skelette von zwei' solchen kann man extra auf dem Nasen bewundern. Kunstwerke" sind gerade nicht; man möchte von Weitem fast glauben, es , mit Skeletten vorfintfluthlicher Riesennthiere zu thun zu haben, wie fie in dem anthropologischen Gebäude am Südende zu finden sind. Dafür sind sie aber überlrus praktisch; auch Feuersicherheit wird für solche Bauten garantirt. Die Fußböden in diesen Treibhäusern sind mit Terrakotta oder anderen Stoffen, ebenfalls zum Theil nach ganz neuen Ideen, gedeckt. . .Allgemeinem Urtheile zufolge ist noch nie zuvor eine so bcmerkenswerthe und vielversprechende Ausstellung von Treibhäusern und TreibhausAusstellungen erzielt worden. Letzte Hoffnung. Stark verschuldeter Lebemann: Jetzt kauf' ich mir von meinem leZten Gelde ein Loos! Gewinn' ich. .hv lann ich heira 'then gewinn' ich nichts, so muß ich deiralben!-
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Kamerad ttoboldö Bursche. Hum?rSke von C. Cron:eSchwlenin.
Warum sie ihn just Kamerad Kobold" nannten ? O. der Titel war schon berechtigt, denn kein anderer Offreier im Bataillon steckte so voll lustiger Schwanke, war so beseelt von le benssroher Neckerei, wußte so sehr selbst die trübe Stimmung um die letzten Tage des Monats herum mit den billigsten Mitteln zu einer launigen zu gestalten. Ja. Lieutenant von Wildern verdiente seinen nom de uerre ..Kobold", und man gab ihm diesen um so bereitwilliger, als der junge Ossicier im Dienste auch ein Muster seines Standes war : Pflichteifrig, bei aller Schncidigkeit im Drill human mit den Mannschaften, kurz ein ganzer Mann in des Königs Rock-. : Man konnte sich mit Niemandem besser unterhalten, mit keinem besser einer duftenden Ananasbowle auf den ! Grund sehen", mit Niemandem heiterere Stunden verleben. Aber vor ei nem warnten dem Kobold" gegenüber die Kameraden Jeden, der neu zum Bataillon versetzt wurde. Nicht mit ihm wetten ! Kamerad Kobold gewiunt jede Wette !" In der Welt gibt'S- überall Contraste. Dieser schmucke, hochintelligcnte Ossicier mußte einen Bursche! befonmeu. der anstatt schmuck das Urbild der Häßlichkeit und s?att intelli-! gent die Dämlichkeit in Person war.! Aber er war treu und ehrlich und ltnn Lieutenant, wie ein j 5 . rv rr 4r! HUN0 leinen pnegiamen Sperrn uno o behielt der Kobold" seinen Anton" trotz aller Thorheiten und dummen Streiche, die sein Bursche ausübte. Im Casino aber waren die AntonGeschichten unseres Koiolds" zu einer stehenden Rubrik" in der Conversation geworden und kein Tag verging, an dem Lieutenant von Wildern nicht die eine' oder die andere Heldenthat seines Burschen mittheilen konnte. Einmai hatte Anton seinen. Herrn ineine Falalität gebracht. Die Frau Oberst hatte (Geburtstag und unser Kobold" einen prächtigen Rosenstrauß binden lassen. Ehe sein Bursche von einem Ausaanae zurückkam,,, war es Zeit für den Dienst geworden und der Lieutenant ging davon. Unweit der Kaserne traf er auf Anton :: Lauf nach H-us !" rief er ihm zu : Auf dem runden Tische liegen Rosen, die bringst Du mit meiner schönsten Em-' pfehlung der Frau Oberst !" Anton eilte heim, aber inzwischen waren zwei Personen im Zimmer des Lieutenants ' gewesen. Seine Wirthin und bet Schneider. Und die erstere hatte etwas vom Tische fortgenommen und j in die Fensterbank gelegt, das waren , die Rosen. Und der Schneider hatte I etwas gebracht uno aus oen iia? gelegt, das waren die neuen Hosen des Lieutenants. Anton stand Anfangs verblüfft, als er auf dem Tische Hosen fand. Aber er faßte sich schnell. Er ! mußte sich verhört haben und der Lieu ' tenQnt meinte wirklich die Hosen. Er hielt sich an den Befehl : Was auf dem runden Tische lag ! Und so trug er die Hssen'mit einer schönen Empfehlung seines Herrn zur entsetzten Frau Oberst. Und der Herr Oberst zog ein äußerst böses Gesicht, bis er von dem j hslb vernichteten Lieutenant die lustige Aufklärung- erhielt. i Aber Ar'.ton blieb doch beim Lieutenant. Die ernste Moralpredigt, die ' m . ! . orr '1 er empfangen hatte, hielt in ryrer nun kung indessen nicht lange vor. Kaum drei Tae- später legte er eine neue Probe seiner Intelligenz ab. Lieutenant von Wildern hatte seinen Schneider bestellt.' und just um die Stunde, in welcher er dessen Besuch erwartete, entbot ihn der Bursche des nahe wohnenden Hauptmanns in die Wohnung desselben. Halte ihn fest, bis ich zurückkomme !" rief ee dem Burschen beim Fortgehen zu. Zu Befehl !" antwortete Anton stramm. Das wollte er schon besorgen. Der Schneider kam und das schwächtige Männchen erschrak gewaltig, als er beim Betreten des Zimmers sich sofort von Antons sehnigen Armen- umschlungen sühjte. Lassen Sie- mich doch loö !" Nein der Lieutenant hat's befohlen !" Der Schneider bat erst, dann rief er um Hilfe nichts half. Anton tieß ihn nicht los. Als Lieutenant von Wildern zurückkehrte, fand er- die Treppen voll von den Hausbewohnern. Aus seinem Zimnur tönten angstliche Hilferufe. In zwei Sätzen war er oben und riß die Thür auf. Anton stand noch immer ünverrückt da, in der-Mitte des Gemachs.. in seinen sehnigen Armen, den zappelnden Schneider haltend. . Zum Donner, was machst Du da." Ich kab' ihn festgehalten, wie der Her? Lieutenant befohlen haben !" war die Antwort. Der Kobold-' bekam fast einen Lachkrampf. Der Schneider aber wich seitdem Anton, beharrlich aus. Ein Kamerad kam zu Besuch und Lieutenant von Wildern herrschte seinem Burschen zu : Wein !" Dann wandte er sich wieder seinem Gaste zu. der aber plötzlich mit seltsamemLächeln aus Anton deutete. Der stand da. verzog sein Gesicht und verdrehte die Augen und jetzt kam ein schmerzlich klagender Seufzer über seine wulstigen Lippen.' Zum Teufel, was machst Du da ?" Und kläglich antwortete Anton : Ach Herr Lieutenant, justamcnt kann ich nicht weinen !" Daß. unter solchen UmständenAnton zu einer gewissen Berühmtheit .im Kreise der jungen Ofsiciere gelangte, war zu erwarten. Aber wider alles Erwarten war es, dak sich an Kamerad Kobolds Burschen . seine erste verlorene Wette knüpfen sollte. ' Es war Nachmittags, die Compag nie, bei welcher Lieutenant von Wil-
dern und Lieutenant Schmettow stau
den, hatte die Wachen zu stellen gehabt und die Herr:n waren somit dienstfrei. Schmettow war gerade in Kamerad Kobolds Wohnung gekommen, um ihn zu einem Spaziergange abzuholen, dem dann im Casino ein solenner Skat folgen sollte. Warte. Kamerad !" sprach Lieutenant von Wildern, mein Bursche macht gerade den Kaffee, den wollen wir doch noch erst trinken !" Gleich darauf kam Anton mit der nagelneuen Kaffeemaschine herein, bei dessen Anblick Schmettow lächelnd den Mund öffnete, um eine augenscheinlich scherzhafte' Bemerkung zu machen. Aber er verschluckte sie, nur in seinen Augen leuchtete es schalkhaft auf. Und im Stillen dachte er : Warte. Kämerad Kobold, erst in voriger Woche habe ich zwölf Flaschen Forster Jesuitengarten an dich verwettet das Doppelte zahlst du heute mir !" Die Herren gingen. Die Promenade war von jungen unv alten Damen des Garnisonsstädtchens belebt und es ging schon auf acht Uhr, als die Beiden im Casino erschienen, wo der Hauptmann' Wulkow von der Dritten, ein äußerst jovialer Junggeselle und bekannter Skatspieler, sie längst erwartete. Und unverzüglich begann die Parthie. Als die Herren nach einer längeren Weile eine Pause machten, sagte Lieutenant Schmettow zu Wildern r Hör' lieber Kamerad ich habe eine Entdeckung gemacht, die Dich überraschen wird Dein Bursche ist ja' ein Umstürzler !" Kamerad Kobold sah sehr ernst drein : Höre, lieber Schmettow, in solchen Dingen verstehe ich keinen Spaß. Der Anton ist ein Dämlack,, aber ein guter Kerl. " Und ich wiederhole meine Behauptung. Wenn Du sie für so abrupt hältst, so kannst Du ja die Wette halten. die ich Dir proponire !" Nein ! Das wäre keine Weite; sondern sicherer Gewinn für mich, von vornherein." Wer weiß V Ist es Dein Ernst V Mein völliger ! Ich biete Dir eine Wette von 24 Flaschen Forster Jesuitengarten an, daß ich im Stande bin, meine Behauptung. Dein Anton sei ein Umstürzler, zu beweisen. Hältst Du die Wette V Natürlich !" Bon ! Und Herr Hauptmann Wulkow hier hat wohl die Güte, als Schiedsrichter zu fungiren !" Mit Freuden !" Also den Beweis !" rief Lieutenant von Wildern. Nicht hier ! Den kann ich nur in. Deiner Wohnung antreten !" Auch gut, gehen wir dorthin d. h. wenn es Ihnen recht ist, Herr Hauptmanni?" Ich bin dabei. Schmettow hat mich selbst neugierig gemacht." Um zehn Uhr war man in Wilderns Wohnung. Anton sah die Herren mit Erstaunen kommen. Aber er war grenzenlos verblüfft, als sein Herr in das Zimmer trat und der lauten Aufforderung. Wein aus dem Keller heraufzuholen, die leife, eindringliche Frage hinzufügte : Anton haben Dich die socialdemokratischen Irrlehren wirklich schon angesteckt ?" - Anton riß den Mund weit auf und glotzte seinen Herrn in unverhohlener Bestürzung an. Der Lieutenant lächelte : Du weißt am Ende gar nicht, was socialdemokratische Irrlehren sind ?" DaS breite, mit einem Erleichterunasseufzer
hervorgestoßene Nee !" beruhigte. Wildern vollends. Na geh und hol' den Wein !" Es entwickelte sich ein ganz gemüth liches Gespräch. Schmettow hatte auf alle drängenden Fragen nur die Antwort : Noch nicht !" Erst als es elf war. sagte er : Ist Dein Bursche noch auf ?" Natürlich ! So lange ich Besuch habe, dulde ich nicht, daß er sich niederlegt !" Um so besser, kann er uns einen Kaffee bereiten ? Hier im Zimmer V Du bist seltsam ! Wenn nicht !" Schön und dann werde- ich dieWette gewinnen." Anton erschien mit seiner Maschine und bereitete mit zitternden Handen' den Kaffee. Also habe ich meine Wette gewonnen !" sagte Schmettow, Du kannst, die 24 Forster Jesuitengarten, nur bestellen !" Unsinn !- Bitte ich habe behauptet. Anton sei ein Umstürzler hast Du nicht aber mit eigenen Augen gesehen wie er die Kaffee - Umsturzmaschine-hand-habte ?" Der Hauptmann Wulkow'lachte laut auf. So war's gemeint Aber. suchte Wildern' einzureden. Kein aber ich gewann- die Wette es lebe der Jesuitengarten Kamerad Kobold hat mit? Schmettow nie wieder gewetted!? W a,ru m er- ausziehen muß. Herr Friedrich ich wollt' Ihnen nur sagen, daß Sie bei mir auszieh'N müssen !" Sie kommen immer pünktlich nach Hause, wersen keine Fenster ein, brennen keine Tischdecken und bleiben nie roas schuldig da kann ich m verdiene l Bestellung. Frau (beim Astiquitäten-Händler): Kommen Sie rnorgen zu meinem Mann, er ist gestern geadelt worden und da brauchen wir ein paar Ahnenbilder ! . Wunsch. Herr (auf der Strafe): So eilig ? Wohin Herr 2ftcicr ? Bekannter : Nach Hause, mir ist nicht wohl. Herr : So. ns dann leben Sie wohl 1
