Indiana Tribüne, Volume 16, Number 312, Indianapolis, Marion County, 31 July 1893 — Page 1
zu y fYO s r1 VS 4V A V4o v i ü' vW O w y o H o iy Jahrgang 16. Office: No. 18 Sud Alabama Straße. No. 312 Indianapolis, Zndiano, Montag, 0en 5. Zuli J893.
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Drahtnachrichten
Inland. Wetterauesilen. Für Indiana : Warm, morgen früh ein wenig kühner. .- Der Streik in Kansas. T o p e ka, Kas., 30. Zuli. In den Kohlen Distrikten, wo die Bergleute am Streik sind, ist heute alles ruhig und die Sachlage dit selbe wie gestern. Noah Allen, welcher soeben aus den von dem Streik betroffenen (Segenden zurückgekehrt ist, spricht die Ansicht aus, daß innerhalb 10 Tage Einflüsse geltend gemacht würden, welche in der Beilegung des Streikes endigen wür den, und daß die Streike? zu einem etwas erhöhten Lohnsätze die Arbeit wieder aufnehmen würden. Die Her mittlung wird seiner Ansicht nach von den Geschäftsleuten in Pit:sliurg und den Besitzern der kleinen Kohlengruben ausgehen. . Beschwerden d e r A u s st e ! l e r. C h i c a g o, 30. Juli. Die vereinigten amerikanischen Aussteller haben lich in Revolte gegen die Ungenauigkeiten des unter den Auspizien der Ausstellung herausgegebenen Katalogs erhoben. Seit drei Monaten beschränken sich die Klagen gegen die Zrrthümer im Führerbuch hauptsächlich auf die Besucher, welche das Buch kauften, denn sie fanden auö, daß dasselbe sie nur in die größte Verwirrung hineinbrachte, aber die Aussteller selbst haben ekt eingesehen, daß ihre Interessen geschädigt werden und haben in Folge dessen einen in scharfen Ausdrücken abgefaßten Brief an die Verleger. Eonkey & Co. geschrieben, dem ein Protest an den Generaldirektor folgen wird, wenn nicht bald eine korrigirte Ausgabe veröffentlicht wird. Zu wenig Interesse wird für die all' gemeinen Ausstellungen gezeigt und in Folge dessen erschien heute eine Anzahl von Herren als Vertreter der amerika nischen Aussteller-Association vor der Commission, um mit derselben die besten Mittel zu besprechen, mehr Inte resse für die Ausstellungssachen zu erwecken. Präsident Pangborn von der Association war der erste, welcher eine Anbrache hielt. Er sagte, daß in Folge des Mangels an Elevatoren die Besu cher nur wenige der Gallerieen der Gebäude besuchten. Ferner mangle es an Ventilation und in einigen der (sebäude, namentlich in den Gallerieen, wäre die Luft beinahe erstickend. Er beklagte sich, daß dadurch die Plätze im Freien häusiz von Menschenmengen dicht gedrängt voll, während die Eebäude selbst leer wären. Die Tänzerinnen auf dem Midway Plaisanee", fuhr er fort, der Abschaum der Bor delle des Orients", zögen mehr an, als der große Industrie - Palast. Dies sollte nicht so sein. Etwas müsse geschehen, um die Besucher zu veranlassen, die Ausstellungen in Augenschein zu nehmen. Er sei der Ansicht, daß wenn hinreichend Führer vorhanden waren, um die Besucher durch die Gebäude zu führen, mehr Interesse sich zeigen würde. Generaldirektor Davis antwortete im Namen der Verwaltung. Er sagte, wenn die Aussteller Beschwerden hat ten, wie diejenigen, von denen Herr Pangborn sprach, hätten sie solche for muliren und entweder ihm, oder dem Verwaltungsrath senden sollen. Die AusstellungSgesellschaft bemühe sich, d:n Ausstellern gefällig zu sein und hurte alles thun, was sie könne. Er verwies auf die schlechte Behandlung, die die Ausstellung Seitens der Eisenbahnen erhalte und sagte, daß diese Korporationen der Fair nicht so viel Beachtung geschenkt hätten, wie einer DurchschnittS - Countysais oder landWirthschaftlichen Ausstellung. , ft-l Von der Ausstellung. C h i c a g o, 20. Juli. Die Weltausstellung war heute geöffnet, doch die Zahl der Besucher, einschließlich der Konzessionäre und Angestellten betrug während deS ganzen Tages nicht über 12,000. Die meisten Staatögebäude waren geschlossen und ebenso viele an dere Ausstellungsgcl.äude. Auch alle Restaurationen, Cilzarrenbuden und frontainen waren geschlossen. Man erwartet aber während der Woche ftar ken Besuch vonauöwärtS. Delegaten
zur Silberkonseren; sind bereits hier eingetroffen. Man sieht der Konferenz mit großer Spannung entgegen und erwartet, daß die Beschlüsse derselben von Einfluß auf das Vorgehen deö Kongresses sein werden.
- Ausland. Kaiser Wilhelm in Eng land. London, 30. Juli. Kaiser WilHelm, an Bord der kaiserlichen Jacht Hohenzollern, traf gestern Morgen von Klel kommend in Dover eii. Gras von Hatzscldt, der deutsche Botschafter in Großbritannien, war in Dover, wo er die Ankunft derZacht erwartete. Er begab sich sofort aus den Hohenzollern, der dann westlich nach Solent fuhr. Einige Meilen östlich von Spithcad fuhr die königliche Aacht Oöborne mit dem Prinzen von WalcS und einer distinguirtcn Gesellschaft an Bord dem Schiffe entgegen und nach der Begrüßung fuhren beide Jachten nach Cowes. Als die beiden Schiffe in Solent einfuhren, wurden Salute zu Ehren des deutschen Kaisers in Portsmouth und Cowes abgefeuert. Der Solent bot ein entzückendes Bild, das Wasser war mit Jachten und Vergnügungs booten bedeckt, welche alle mit den deutschen und britischen Flaggen ge schmückt waren. Dem Kaiser wurde ein enthusiaiischer Empfang zu Theil. Er wird den Wettfahrten während seincs Ausenthaltes beiwohnen. Sr. Ma jestät Jacht Meteor, früher der wohlbekannte britische Kutter Thistle, welche in der Wettfahrt um den amerikanischen Becher 1887 verlor, wird an einigen der Fahrten Theil nehmen. Scbiffönachrichten. Angekommen in : Liverpool: Servia" von New Jork, Columbia" und Ottoman" von Boston. Havre: La Touraine" von New N e w Jork : Werra" von Genoa, Gellert" von Hamburg, Campania" von Liverpool, La Bourgogr.e" von Havre. B o st o n: Cephalonia" vonBoston. London, in Sicht: Kaiser Wilhelln" von New Jork, Weimar" von Baltimore, Adriatic" von New Jork Hiesiges. Assignemenls. Harvey Ballenger, Besitzer einer Grocerie und eines Schlächterladens, 145 Buchanan Str. hat ein Assignment zu Gunsten seiner Gläubiger gemacht. Trustee ist Joseph Morgan. Aktiva $300, Passiva $500. Die Indianapolis Provision Co. hat ebenfalls ein Assignment gemacht und ihr Eigenthum, 890 und 892 West Morris Straße, Oliver Bradford alö Assignee übergeben. Joseph Allerdice, der eine Chattelmortgage von $500 innehat, hat dadurch eine bevorrechtigte Forderung. Valentine Born, die Möbelhandlung von Born & Co., 97 und 99 Ost Washington Straße vertretend hat ihren Konkurs angesagt. Die Aktiva betragen betragen $41,145, die Passiva $33.000. Trustee ist Frederick A. Zoß. MllBolizelgerlöbt. Den Reigen eröffnete natürlich Bachus' fröhliche Schaar in etwa 12 Ez emplaren, schwarz und weiß, jung unk alt, Männlein und Weiblein. Ada Tilden, eine hübsche, a'la rnode gekleidete Dame, bekannte sich schuldig, gestern des Guten zuviel gethan zu haben und wurde zu dem gewöhnlichen Strassatz von $1 verurtheilt. Geo. Wilson hatte einen Revol ver bei sich getragen. Der Fall wird bis Mittwoch vertagt. John Porter und Wm. Alexander sollen gebettelt haben. Beweise sind aber schwach und der Kadi ließ sie laufen. Ed. Moore, wegen Besuchs eineö Prostitutionshauses und Fred. Dietz, wegen Badens innerhalb der Stadt grenzen arretirt, werden Mittwoch pro zessirt werden. Par. Philipps, ein breitschultriger Dunkelmanns der für Extravaganz im Trinken schon seine 11 Tage weg hat, soll außerdem eine seiner farbigen Freundinnen, Lulu Brown, auf öffent
licher Straße mit einem wenig schmei-
chelhasten Beinamen belegt haben. Philipps leugnet das und behauptet, er hätte nur mit ihr einen kleinen 3uj getrieben, den sie ihm diesmal übel genommen. Es ist ein Etwas von Aufrichtigkeit in seinen breiten Zügen, das Buökirk nöthigt ihn von der Anklage freizusprechen. Wm. Stout hatte einige derbe Flüche dem Gehege seiner Zähne entschlüpfen lassen. Da das in einer ziemlich lauten Tonart geschehen war, büßte ihn der Kadi um 81 und die Kosten. Zu diesem Wahrsprach gab der Kadi mal wieder einer seiner bekannten Erklärungen. Er sagte nämlich, daß er eine Person wegen profaner Ausdrücke und Flüche nur dann bestrafen könne und wolle, wenn das mit lauter Stimme und auffällig geschehe. Wenn aber in einem Privatgespräch oder einer Unterhaltung einmal so ein kleines Zötlein oder Jlüchlein mit un terlause, so falle es ihm nicht ein, Jemanden deswegen zu vcrurtheilen. Denn wenn derartige Vergehen alle anhängig gemacht würden, würden hier wohl 25 Polizeirichter zur Bewältigung der Arbeit nicht genügen. Buskirk weiß was er sagt und kennt sich auch selber und hat hiermit also einen Präzedenzfall gegeben. John Jones hat schon einmal sich das Vergnügen gemacht, einen Schuß innerhalb der Stadtgrenzen abzuseuern und ist dafür bestrast worden. In Anbetracht seiner Jugend ließ ihn der Gestrenge noch einmal mit $l Buße und Kosten durch. Fred. Hunt und Haiti) Featherling. beschuldigt ein Paar Hosen gestohlen zu haben, werden den Großgeschwore nen überwiesen. John Nichardson. John Backas. Ed. Graw und James Walters, sämmtlich wegen Kleindiebstahls angeklagt, haben ihr Verhör im Lause dieser Woche. AdamS K Wilsi n, farbig, be. sitzen einen Saloon an Ecke 4. und La fayette Str. und gegen L Uhr gestern Abend kam Eugene Robert?, auch ein Sohn Afrikas, herein und verlangte seinen Revolver den er als Pfand für 10 Cent Saufschulden dort gelassen hatte. Adams verweigerte ihm den selben aber, bevor er nicht seine Schuld bezahlt hätte. Roberts schlug darüber einen Hollenlärm an, ging aber schließ lich fort und kam zurück. Prahlend le e er die 40 Cent auf den Schenktisch unk verlangte seinen Revolver, den ihm Adams bereitwillig einhändigte. Kaum hatte er jedoch die Waffe in der Hand, als er einen Schuß aus Adams losfeuerte, der um Haaresbreite über seinen Kopf wegsausend, in die Mauer fuhr. Als Wm. Beard, der Barkeeper darüber eine gewiß berechtigte, abfällige Bemerkung machte, zielte Robert auch auf ihn. Der erste Schuß versagte, so d,ß Beard Zeit fand, sich dem zweiten Schusse durch Niederbücken zu entziehen. Auch dieser Schuß fuhr in die Wand. Dann lief er aus dem Saloon heraus und gab Ferfengeld. Beim Hinausgehen jedoch rannte er gegen die farbige Zeniie Whitworth, die, als sie die Mordwaffe in der Hand des NegerS erblickte, ein gellendes Zetermordio an stimmte. DaS brachte die ganze Nach barschaft auf die Beine und alarmirte auch die Passanten. Und nun begann dann eine Hetzjagd auf den rabiaten Neger, der flugs über den Hinterzaun sprang und so zu entkommen suchte, in der Richtung nach dem Hospital zu. Eine viel hundert köpfige Menge folgte ihm gellend und schreiend. Doch blieben alle mit Ausnähme von Eli Jasper in respektvoller Entfernung von dem Wüthenden, der fih mehrfach umdrehte und auf den ihm hart zusetzenden Jqsper Schüsse abzugeben sucht?. Dach zum Glück versagte der Revolver jedesmal. Selbstverständlich hatte Roberts keine Schwierigkeiten auf seine. Wege, da der drohende Revolver die Straßen rasch säu berte. An der Ecke Vermoat und Missis sippi Straße, gelang es ihm auf einen Straßenbahnwagen zu springen, doch verließ er den an der Ohio Straße. Auch der Kutscher der Car hatte aus Furcht nicht gewagt den Wagen anzu halten. Von dtf 5)hio Straße rannte er zur Tennessee Straße und von dort zur Washington Straße. Mittler eile hatte man jedoch bis Polizei be nachrichtigt und Sergeant Laporte und drei Polizisten ernpsingen. den von der
Hetzjagd Ermüdeten an der Ecke Ten
nessee und Washington Straße. Er übergab seinen Revolver ohne Widerrede und wurde arretirt. Eine tausendköpfige Menge begleitete den Polizeiwagen zur Station. Roberts ist fremd in der Stadt, stammt aus Louisville und kam vor zwei Monaten etwa hierher. Heute Morgen wurde Roberts im Polizeigericht vorgeführt unter derAnklage in mörderischer Absicht geschossen zu haben. Er verzichtete auf ein Verho? und wurde den Großgeschworenen überwiest. v DaS Konde, Voll am Nyassasee. In der letzten Sitzung der Berliner Anthropologischen Gesellschaft berichtete Herr Merensky über das KondeVolk im deutschen Gebiet am NyassaSee. Wir entnehmen seinen Mittheihingen nach der Vossisch. Ztg." Folgendes : Der Name Konde" kommt eigentlich nur dem südlich wohnenden Theile des Stammes zu. Dieser gehört zum Nyassa-Volk. das die Gebiete vom Zambesi bis zu den Living-stone-Bergen bewohnt, und steht auch sprachlich mit diesem in Zusammenhang. Die nördlichen Konde sind nach einer alten Ueberlieferung der Sonne nach", das heißt also von Osten her in ihre jetzigen Wohnsitze eingewandert, wobei sie der Sage gemaß ein Volk angetroffen haben sollen, welches das Feuer noch nicht kannte. Die große Völkerbewegung, die sich im 16. Jahrhundert in Afrika vollzog, hat die Konde nicht berührt, denn das Land ist nordwärts von der afrikanischen Ebene durch die Living-stone-Berge. nach Süden hin vom Ny-assa-See begrenzt und bildet. Dank dieser günstigen geographischen Lage, eine Welt für sich. So konnte naturgemäß in diesem abgeschiedenen Winsei das Volk sich eigenartig entwickeln und im Laufe der Zeit auf einen verhältnißmäßig hohen Culturzustand lelangen. Die Farbe ist be i den am See wohnenden Kondes dunkler, als öei den Gebirgsbewohnern, was möglicherweise auf einer Vermischung der letzteren mit umliegenden Stämmen beruht. Im Allgemeinen ist der Ge sichtswinkel gut entwickelt. Das Haupthaar ist fast büschelförmig, wird bei den Männern kurz geschoren und stellenweise sogar ausrasirt. Die Frauen und Mädchen dagögen färben es roth, was zu der schwarzen Gesichtsfarbe ganz gut paßt. Bartwuchs fehlt ganz, während die übrige Behaarung aus Flaum besteht. Obschon man verkrüppelte Kinder nicht tödtet, stößt man selten auf Mißbildüngen. Tätowirungen sinden sich bei den Weibern häufiger, als bei den Männern. Diese bestehen Vorzugsweise aus quadratischen Mustern, die auf Rücken. Schenkel und um den Nabel herum eingeätzt werden. Noch vor kurzer Zeit gingen die Konde so gut wie unbekleidet, höchstens hefteten sie sich an einige Leibringe ein Paar Bananenblätter. Die Frauen trugen war im Allgemeinen selbstgefertigtes und mit Figuren bemaltes Rindenzeug, nicht selten jedoch ebenfalls nur einen Blattschurz. Hervorragend entwickelt ist bei den Konde das Gemüthsleben. So erfreut sich z. B. die Freundschaft einer ganz besonderen Werthschätzung. Stark ausgeprägt ist die Lieb? zwischen den verschiedenen Geschlechtern. Durchaus nicht ungewohnlich ist Selbstmord, der häusig aus Gram über den Tod eines geliebten Weibes, eines Kindes, ja selbst über das Eingehen einer Lieblingskuh geübt wird. Meistentheils gehen die Selbstmörder in's Wasser, um sich von einem der zahlreich herumschwimmenden Krokodile verschlingen zu lassen. Bei einem Kriegsfalle werden unnütze Grausamkeiten vermieden, und die etwa gefangenen Weiber und Kinder später wieder frei gelassen. Die Stellungder Frau ist ungewöhnlich hoch. Vor dem Gesetz ist die Frau dem Manne vollkommen gleichgestellt und die Schädigung einer Frau wird sogar härter bestraft, als die eines Mannes. Bei der Wahl eines Gatten ßt man den Mädchen freien Willen. Heirathen zwischen nahen Blutsverwandten, namentlich zwischen Onkel und Nichte oder Geschwisterkindern, sind streng verboten. Die Frauen und Mädchen halten sich in denHütten auf. während die allerdings nicht sehr schwere Last der Feldbestellung ganz den Männern zufällt. Ein sehr eigenthllmlicher Aberglaube wirft seinen Schatten auf das Verhältniß der Schwiegertochter zum Schwiegervater. Diese darf den Schwiegervater nach der ersten Vorstellung nie wiedersehen, weil sein Anblick den Kindern Ungl.ii.ck bringen würde. Eine ho.he ßnwi.ckklung zeigt auch die Phgntäfie des Konde. Wie b.tt den alten Römern wirk V Sonne als Mann, der Mond dagegen als Frau behandelt. Phcht poetisch ist die Auffassung, daß sich die Sterne deL Morgens in Thautropfen yzrwandeln. Bei den GerichtsverHandlungen spielt d ie Eides forme' eine grüße Rolle z sie kautet : Ich wit mit den Meinigen noch ' an diesen Taae in die. Ui&rnKtt abrufen wer
den. wenn Ich die Unwahrheit sage." Auf sein Heim Z?at der Konde großen Werth. Di: Häuser sind zierlich und sehr gleichmäßig gebaut. Als Material dient der besonders dazu angepflanzte indische Bambus nebst einer Art kleiner Lehmziegel. Die Ställe für das Vieh sind 100120 Fuß lang und werden sehr reinlich gehalten. Der Dung wird an dieBananenPflanzung gebracht.auf die eine außerordentliche Sorgfalt verwendet wird, da die Banane, die in sieben Arten gezogen wird, das Hauptnahrunqsm'ittel bildet. Aber auch andere Bäume, im Ganzen 14 Arten, werden von den Konde gezogen. Hierunter befinden sich sogar Zierpflanzen, die zum Schmuck der Landstraßen dienen. So-
neit die Kondes überhaupt Fleisch genießen, haben sie dies m den meisten Fällen erst von den Europäern gelernt. Ihre weiche Veranlagung kennzeichnet am besten eine von ihnen angewandte Redensart : Wir können nich! lange von Hause fortbleiben." Trotzdem haben sie sich bisher gegen die Einfälle der zuluartigen Räuber tapfer vertheidigt. Sehr interessant wäre es, festzustellen, ob indische Einflüsse auf die Culturentwickelung der Konde eingewirkt haben oder nicht, doch muß dies späteren Untersuchungen überlassen bleiben. Die festesten und härtesten ttörpet ver Erde. In der Versuchsanstalt für Bauund Maschinen-Material am Wiener Technologischen Gewerbe-Museum fanden vor einigen Tagen Experimente mit den technisch festesten und härtesten Materialien statt, die überhaupt bis jetzt bekannt sind. Wegen der Schwierigkeit, solche Experimente zuverlässig und gefahrlos auszuführen, und weil selten unmittbares Bedürfniß zur Untersuchung solcher Materialien vorlag, waren derartige Experimente bisher noch nicht vorgenommen worden. Es handelte sich um die Bestimmung des Widerstandes gegen Zerdrückung einerseits härtesten Stahles, anderseits des härtesten Gesteines. Ueber die Experimente berichtet Hofrath W. F. Exner an die Neue Freie Presse": Bekanntlich gilt von zwei Stoffen derjenige als härter, welcher eine glatte Fläche des anderen sichtbar einritzt, während umgekehrt der weichere mit seinen Kanten nicht im Stande ist, eine Fläche des ersteren zu ritzen. Hiernach hat man zehn Härtestufen gebildet, deren letzte durch den Diamanten, deren vorletzte durch Korund (in pulverisirter Form unser Schleifschmirgel) gebildet wird. Es waren nun kleine Würfel von 1 Centimeter Kantenlänge aus Koruend und ebenso aus gehärtetem Gußstahl bis zur Zerstörung zu belasten. Die Härte der Stahlwürfel lag nur zwischen 6 und 1, es konnte also der Stahl leicht mit dem Korund geritzt werden, aber nicht umgekehrt. Der Korund zerbarst bei 6000 Kilogramm Belastung. Hier sei erwähnt, daß die höchste bis jetzt experrmentell festgestellte Festigkeit von Gesteinen zwischen 3und 4000 Kilogramm liegt; dies gilt für Granit und Basalt. Jener Stahl wurde jedoch erst bei mehr als 43,000 Kilogramm zerstört, und es war interessant. in welcher Weise diese Zermalmung vor sich ging. Unter kanonen schußartiger Explosion zerstäubte der ganze Würfel, indem wie ein Feuerregen Tausende von Funken nach allen Seiten sprühten. Die bei der Explosion nach oben und unten geschleuderten Splitter waren wie Geschosse in die Druckflächen der Maschine gedrungen und konnten nicht lercht entfernt werden. Dank den getroffenen Schutzvorkehrunaen war den erverimentirenden Ingenieuren, Herrn Professor Kirsch und dessen Assistenten, nrchts geschehen, obwohl die Splitter doch theilweise die Schutzhlltte durchlöchert hatten. Die. oben genannte Tragkraft von 43,000 Kilogramm des centimetergroßen Stahlwürfels dürfte wohl die höchste bis jetzt beobachtete Material-Festig-keit sein. Man stelle sich dies anncrhernd dadurch vor, daß man eine der schwersten Lastzugs - Lokomotiven sammt dem mitWasser und Kohle leladenen Tender auf einem solchen l'.einen Stahlwürsel balanciren könnte, obnc ihn zu zerdrücken. Von besonderem Interesse tst aber der Umstand, daß der viel härtere Korund siebenmal wenigeZ Belastung als der Stahl ertrug. Ueber das Sinken eine Theiles der Stadt Schneidemühl im Regierungsbezirk Bromberg in Folg? der Bohrung eines artesischen Brun nenS sagt der berühmte (Äeolog und österreichische ReichSvaths-Abgeordnete Professor Dr. Gueß, daß die Einstürze zweifelsohne darauf - zurückzuführen teien. daj man bei Bohrung des Brunnen auf sogenannte schwimmende Ge birge gestoßn ist, $nfch den Druck, der durch Yen artesischen Brunnen auözeW wi.di werden ungeheure Wasser m.engen, vermengt mit Schlamm und Tand, an die Oberstäche gepreßt. Dadurch entstehen nun unten Hohlräume, in welche sich die obere Erdschicyt herabsenkt. Abhülfe zu schaffen ist vollkommen ausgeschlossen, die Gebäude, die auf den betressenden Stellen liegen, sind dem Unera,ance veriallen.
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