Indiana Tribüne, Volume 16, Number 311, Indianapolis, Marion County, 30 July 1893 — Page 9
Jndiailn Tribüne. Beilage.
Indianapolis, Ind., 30. Juli 1893 Die Sterne af neisen. "1.1??; ETOILES Etf VOTIGE. Wie die großen Leuchten des nenhimmeiS reisen, und sie thun c3( ja Alle im Jahrhundert des Wer-, kebrs. das ist gewiß ein dankbares! Thema. Der bekannte Impresario Schür-' mann, der fein Handwerk versteht und, seinen Namen mit denen einer Patti,'. einer Sarah Bernhardt und eines Co-'. quelin zu verbinden wubte, hat in Pa-j ris bei Ollendorf ein Buch erscheinen lassen, das eine Fundgrube interessan' ten Materials ist. ' Im Jahre 1881 hatte Schürmann! die Tournee übernommen, für welchej Adelina Patti sich Herrn Poüini veri pflichtet hatte. (5r erzählt: Ich erwar, tete die Göttliche" zu dem arrangirten' Concert auf dem Staatsdahnhofe in Budapest, wo sie mit großem Gefolge! anlangte. Von ihrer ÄittelhShe herab mißt sie mich von oben bis unten, drehl mir dann den Rücken und sagt: Ich kenne diesen Herrn nicht, ich kenne nuri Herrn Pollini das ist da? Neueste, daß man sich eine Künstlerin wie ein Waarencollo von Hand zu Hand zu . wirst." Nichtsdestoweniger fand das (oiKcrt statt. Es brachte 1,690 Francs Einnahmen, 16.652 Francs , Ausgaben, es blieben also 38 Francs Reingewinn übrig Das Kr:egsgluck der Wandertruppen wechselt aber, und in anderen Städten gab es reichlichen Fischfang. Ueber kleine Eigenheiten der Tiva gibt der Impresario mancherlei zum Besten: An den Tagen, wo sie singen soll, hält die Patti keine Proben im TKeater. Ihr Impresario muß die nöthige Geschmeidigkeit besitzen, an ihrer Stelle mit den Künstlern der heimischen Truppen in Fühlung zu treten, ihnen d.e Mise en-scene und die besonderen Gewohnheiten seiner Klientin zu derrathen. Nicht ohne ktolz erinnere ich mich, in dieser Weise die galante Hel din Traviata, die svrudelnde Rosina im Barbier von Sevilla" und die dramatische Lucia von Lammermoor, ja selbst die (Farmen verkörpert zu ha. bin Wenn man dic Ehre hat, zur intimen Hoftafel der Diva geladen zu werden, sei es auch im kleinsten Kreise, so ist die rigoroseste Soiree-Toilette für Tamen und Herren vorgeschrieben, und es wurde mir arg verübelt, als ich eines Tages ohne meinen Orden er jchien." Tie Patti. welche Herr Schür mann im Vorübergehen nach dem Bei spiele eines berühmten Kritikers eine göttliche Vogelorgel" nennt, behaup tete. sie dürje die Beobachtung strengst.r Etikette viel eher als eine Königin beanspruchen, welch: doch niemals so lebhast wie sie aktlamirt werde. Nach dem Tiner kann man sich der traditio nellen Billardpartie nicht entziehen. Ter Billardtisch gehört zu den Mö beln der Patti. welchen sie auf allen ihren Reisen mitführt und dessen Ein und Auspakung sie sorgfältig überwacht. Eine gelungene Carambolage set sie in höheres Entzücken, als der reinste und längste Triller: beim Spiele trällert die Patti die neueste Chanson nette oder sie trügt aus komische Äeife Bruchstücke aus WagnerOpern vor. die ihr ebenso abscheulich wie die Stimme eines Bettlers klingen. Am 16. December 1865 gab die Patti im Musikvereins Saal" in Wien ein großes Eoncert. Zwei lie benswürdige Pianistinnen aus aristo kratischem Hause wirkten in diesem Eon.erte mit. Im Foyer lagen Blu mensträuße für die jungen Damen, und die Patti fragte mich: Da; ist Alles für mich?" Als ich dies verneinte, wurde die Sängerin wüthend, und all' die schönen Rosen Eamelien und Nel ten durften erst im Saale erscheinen, als die Diva frenetisch gerufen wurde. Dies diente mir zur Lebce. künftia mindestens 600 FrcS. für Blumen auszugeben, welche verschiedene elegante Herren auS allen Ecken des Saales zu schleudern hatten. Bald nach dem Concerte erschien ein Herr mit dem Namen Baron Nathaniel Rothschild bei der Frau Patti im Hotel. Der Baron war von zwei anderen Herren begleitet, welche die Tiva einluden, eine Wohlthätig teits?ocstellung zu Gunsten einheimi scher Nothleidender zu geben. Die Patti, deren Begeisterung für Wohl thütigkeits Vorstellungen als eine sehr geringe bezeichnet wird, wies die Herren 'kühl an Herrn Schürmann, welcher der Deputation erklärte: Frau Patti steht zu Ihrer Disposition, aber' unter folgender Bedingung: So oft sie auf tritt, bin ich verpflichtet, ihr 10,000 Francs zu geben, ebenso beziehe ich von jede? Vorstellung die gleiche Summe. Wir würden Ihnen also 20,000 FrcS7 für Ihre Armen zur Verfügung zu stellen haben. Fügen Sie dieselbe Summe zu den Einnahmen hinzu, auf welche wir keinen Anspruch machen, so können Sie auf uns rechnen." Das Wohlthätigkeits-Concert hat nicht statt gefunden. Einige Tage später setzte die launische Künstlerin ihren Impresario in Ver. zweiflung. Er hat in Bukarest das ganze Theater vermiethet, die Diva er klärt jedoch, bei dem abscheulichen chneewetter nicht nach Rumänien rei sen zu wollen. Da läßt sich der findige Impresario durch seinen Se.rettt in Bukarest folgende' Depesche senden: Ter italieni che und rumänische Adel bereitet einen grandiosen Empfang für die Ankunft der Madame Patti vor. Das Ministerium wird vertreten sein. Schlitten, Fackeln, Mulik. Bitten, die
stunde der Äntuust anzug?:cn." Freudig entschloß sich die Sängerin so fort zur Abreise. Auf dem Bahnhofe in Bukarest stehen sechzig Herren in im erschütterlichem Ernste und trogen der Kälte in voller Gala. Die Fackeln glänzen. Fahnen wehen ; Blumen in verschwenderischer Fülle. Die Muiik spielt Nationalweisen. Im Namen des Adels begrüße ich Sie !" sagte ein würdiger Greis auf Italienisch. Die Patti dankt bewegt und fährt unter Beifallsstürmen und Akklamationen, eskortirt von ihren sechzig Höflingen, im Triumpfe nach ihrem Hotel. Wäh rend noch die VivatS erschallen, ersuche ich meinen Sekretär, mir auf mein Zimmer zu folgen. Unmöglich !" erwiedert er. Warum ?" Ich muß aus die geliehenen Fräcke Acht geben, diese Leute würden mir damit durchgehen Ich habe alle Schornsteinfeger und italienischen Mau rer der Umgebung um zwei Francs per Kopf gemiethet, die Fracke kosten fünf Francs das Stück, weiße Kravalten und Handschuhe machen zusammen 320 Francs aus". Wir waren so zufrie oen. daß wir gern die doppelte Summe bewilliglen Ein tragisches Ereignis! schloß die Theater-Borstellung in Bukarest. Man gab Lucia di Lam mermoor". Inmitten der großen Wahnsinns Arie der Patti wurden Schmerzensrufe laut. Ein Mann. Namens Rubinstein, hatte auf der voll gepfropften Galerie das Gleichgewicht verlogen und war im Bogen auf das Pod.ttin g' stürmt. Ein Kind uniro: a und 'n?r Choristin die Brust zerdrückt. Alle 3 war in größter Be stürzung. Nur die Patti rührte sich nicht. Nachdem sie den Zuschauern mit der Hand ein beruhigendes Zeichen gegeben, vollendet sie ihre Arie ohne
Begleitung des Orchesters. Das Pud likum, hingerissen von ihrer Kaltblütig keit und Virtuosität, ruft sie viermal j "-,f-,"r"ii"""" heraus. Als man ihr die Einzelheiten des Unglücks erzählt, sagt sie ganz ruhig: Sie sehen, umsonst kann man mich nicht hören. Entweder muß man es mit dem Gelde oder mit dem Mtbtn bezahlen". In Barcelona gab es stürmische Theaterabende und heimliche Intriguen gegen die Pattivorstellungen. Frau Patti reiste in Gesellschaft des Herrn Nicolini. was die künstlerische Rivalität des berühmten Tenors Herrn Stagno erweckt zu haben scheint. Er weigert sich, den Grafen im Barbier von Se Villa" zu singen, zumal schon früher Herr Gajarre große Erfolge damit er zielt hatte. Da gelingt es. Herrn ?tt colini zur raschen Uebernahme der Partie zu bewegen. Plakate werden ange schlagen, welche verkündeten, daß Herr Stagno sich weigere, mitzuwirken, und daß diejenigen, welche mit der improvi sirten Besetzung nicht zufrieden seien, das Geld zurückverlangen mögen. Um 3 Uhr ist daS HauS ausverkauft. Höchst elegantes Publikum, überall Diaman ten und glänzende Toiletten. Die Patti betritt die Scene und eine hölli Iche Katzenmusik bricht los. Verschiedene Thierstimmen, vom Gackern des Eier legenden Huhnes bis zum Brüllen der Rinder, vermischten sich unter ein ander. Nun betritt Nicolini die Bühne: k4Lo3 cuartos, los cuartos!" (Dös Geld, das Geld zurückgeben!) Dreimal versucht das Künstlerpaar, den Gesang anzustimmen, eZ wird im mer mit unbeschreiblichem Lärm untere f . . pst ... t . i r X. . ,Ä 5"! läuft davon. Der Vorhang füllt. An spräche deö Regisseurs. Es tritt einen Augenblick Ruhe ein. Kaum aber be tritt die Patti wieder die Scene, so geht der Höllenlärm von Neuem los. Die Diva ist außer sich und weint vor
ffn..4& ;nm N.s,. wiuiivnjuutiH unu u tmitiutii Wuth, mdem sie ausrust Welche w-schnAufforderung dieselben zögernd bCl 3 "Yen Male falle ich men. ohne d?& es zu Zwangsdurch und noch dazu rn meinem eigen n : regeln kam. In großen Abthei-2?Äl-inntS ?ri ! Ölungen nach verschiedenen Richtungen JÄÄ ÄÄSii verlieben die Arbeiter denBerg unter Absinguna socialistischer Liede? Herr Schurmann behauptet, dag Herr i . . ' K A. V. x Stagno um 3000 Francs Billette habe -J .k,.k. sl?. ,,m R.riLnn llftische Revolution!" indem sie sich die auskaufen lassen, um Herrn Nicolini ns,.re,,.,. ... ?n, und der P..i auf dies. WchinBr. zM ät legenheit zu bereiten; dafür Im man fftzl i;. müder bei'einer Vorstellungder .Tra-. JtflXjl ' wo
oiata Herrn Stagno eine Kadenmu,ik bringen. Am meisten Aufsehen aber machte hinter den Coulissen nicht der Skandal, sondern der Schmuck der Patti. Eine dreifache Diamanten Rlviere fällt um ihren Hals und fließt in Kaskaden längs ihrer Robe bis zu fc. (Snn hinnh Mnn Ynr ,inkck geblendet. Die Ballerinen, welche in ... ,... -v. der Balletscene tanzen sollten, blieben wie entgeistert stehen. Sie hZrten weder Pfiffe noch Zischen, sie sahen nur das märchenhafte Gefunkel eines modernen Nibelungenhorts. ' Die Patti, voll Erbitterung über den Theaterskandal, will eines Morgens zornig aus Barcelona fliehen, aber Herr Echürmann ersindet einen man verwirkenden Heiltrank für die nervöse Diva. Durch einen gefälligen Freund verschasst er sich eine bunte Anzahl von Visitenkarten hervorragendste? Person lichkeiten d:r Stadt. Mit fliegender Hast wird in englischer, französischer, spanischer, italienischer und deutscher Sprache auf die einzelnen Karten geschrieben: Der ersten Sängerin der Welt!" Singvogel, entfliehe nicht!- . .Mit vielem Bedauern für die Dummheit seiner Landsleute!-. Es wird Blut geben!- Die Patti auspfeifen, heißt Gott beleidigen in feinem vollkommensten Werke!" Wozu haden wir eine Polizei?- Man muß erröthen. ein Spanier zu sein!Göttliche Harfe, lass' Dich nochmals vernehmen!" und noch unzählige Di thyramben gleicher Tonart. Das große Kino Patti l zeht tnt
zückt und sagt dem Impresario: Ich Cifenzixkel und andere eiserne Werkwerde all diese hervorragenden Personen zeuge 'vsrgkfunden. die sich zu thätli-
aufsuchen und bei ihnen Visitkarten A rl ilin a 'Pfltfi ttvctn aaa iAm AriAm
-w w m wv vr i ww- I Wtik mj MIIVjjVn'VHgV VMI 4VW ants- abgeben.- Da hierdurch der! flohen durch die Felde? in die nahen Schelmenstreich enthüllt worden wäre, l jhrtschaften. so schlägt der geängstigte Impresario In Prag kam es zu ähnlichen Aufvor. eine begliche Dantssguna..m den tnUor, deren äeftialeij feaian erJchj.
gclesensten BU'in n' zu verossr'tti.'lcyen, womit sich die Sci:?g?rin begnügt. Nach einer der glänzendsten Vorstellungen wird der Sängerin hin'.er der Scene auf weißseidelikNi Missen ein reich kn Sammer gebuu)eneZ Buch überreicht, das von zwei gall.'nirten Dienern ge tragen wird. Auf der ersten Seite steht in goldenen gothischen Lettern die Widmung: Di? spanische Aristokra' tie, welche l.bhaft die skandalösen Zwischenfülle d.-s legten Abends be dauert, bringt dcr Madame Patti, der Königin des Ge'anges. der ersten Sängerin der Welt.' ihre lebhafteste Sympathie und tiefste Bewunderung dar." Folgen die ilnterichriften von allen Spitzen der Gesellschaft. Wer würde geahnt haben, daß dies nur das einwüthige Plebiscit dcs Theaterpcrsonals war l Die Beamten. Ehoristen. Ma schinisten und Figucanten hatten ihre zierlichste Kalligraphie sür mein kleines Komplot hergegeben. Besonders die verichn'rkelte Unterschrift eines Herzogs, fünf- oder sechsfachen Grands von Spanien, rührte von einem hohen Funktionär, von einem Eoncierge, her, der, wenn er auch nicht den Eordon trägt, ihn doch ziehen muß (tirer le Cordon). Diese schönen Blätter zieren nun seit so vielen Jahren den prüchtigen Salon des englischen Patti-Schlos jes zu Eraig y Noss. Gott weiß", ruft Herr Schürmann aus, welches LooS ihnen jetzt befchiedm fein wird !" Axbterunruhen in Prag und Brünn. Die Erfolge der Social-Demokratie in Deutschland hatte zur Folge, daß die Genossen in Oesterreich große Demonstrationen zu Gunsten des all-
aemeinen Wahlrechtes welches be kanntlich in Oesterreich noch nicht einaekübrt ist veranstalteten. Tin al ' i ' len Städten mit größerer Arbeiterbe völkerung wurden Versammlungen abiehalten und vielfach kam es zu Ju ammenstößen zwischen den Demon tränten und der Polizei. Die Sache verlief jedoch von Prz.g und Brünn abgesehen ziemlich glimpflich. In diesen beiden Städten aber kam es zu förmlichen 'Straßenkämpferk. Ueber den Verlauf derselben berichten Wiener Blätter folgendes: Seit Wochen forderten socialistische Agitatoren die Arbeiter in Brünn und der weitern Umgebung zur zahlreichen Theilnahme an einer geplanten Versammlung auf dem Weißen Berge" und an der für Montag Abend, den 19. Juni, eingerufenen Arbeiterver sammlung auf dem Winterhollerplatze in Brünn auf.wo das allgemeineWahlrecht zur Besprechung kommen werde. Beide Veranstaltungen wurden von der Staatspolizei verboten. Man wußte aber, daß die Abhaltung dieser beioen von der socialistischen Partei veranstalteten Arbeiterversammlungen trotz deS Verbotes durch Anwendung von Gewalt durchgesetzt werden' solle, und die Brünner Bezirkshauptmann schaft und die Brünner städtische Po. Irzei ordneten eingehendeVorsichtsmaß regeln an. um die Abhaltung der verborenen Versammlungen zu verhinoern. Trotz deö Verbots zogen in den erstenVormittagSstunden großeTrupps im SonntagSgewande auö Brünn und den Orten der Umgebung nach dem I von der Stadtgrenze etwa zwei bis drei Kilometer entfernten Werßen Berge.wo vuiu virn .uuiiw vfc hiiv - i b.,.rwnm an sammelt arm. Um bald viele Tausende Arbeiter und Ar 9 Uhr erschien denn Weißen Berge eine Schwadron deS 6. Dragoner-Regi-mentö und hatte daselbst Ausstellung genommen. BezrrkScommissär Galusek forderte die Angesammelten auf, auS MkAllikA(tlM tW T t Ani(iM 'Vt 3 T:.r : gen. Dort harrten ihrer der ?tadt-polizei-Concipist Tollich und der Poli-el-Jnspector Shaßny 4nit 15 städtichcn Sicherheittwachleuten, derenZahl sich bald auf 22 erhöhte, um den Andrängenden, welche unter Geschrei her- . anzogen, den Einzug zu verwehren. i cvr.f..w.n-. . r--.vc..r ...s iiiicvccu luuiucii V5uymuyiuc uu den Reihen derDemonstranten laut und dieselben eröffneten einen Steinhagel auf die Wache. Große Ziegel-und Eisenstücke wurden geschleudert und aus den Polizei-Jnspector Stiaßny drei Revolverschüsse abgefeuert, die jedoch keinen von der Wache trafen. Dagegen erlitt Concipist Tollich durchSteinwürfe eine bedenkliche Wunde amHinterkopfe. so daß er blutüberströmt zusammenbrach und sich beim Fallen auch den Arm verrenkte sowie am andern Arme verletzte. Von den Wachleuten Kaben durch Steinwürse und Stockschlage 17 Verletzungen erlitten. Die Polizeiwache machte mehrmals mit ge zogenem Säbel Vorstöße gegen dt? Eindringlinge und verwundete viele der socialistischen Arbeiter. Die städtische Polizei fand nachdrückliche Unterstützung durch das Eintreffen 'einer halben Schwadron des 6. DragonerRegiments, welche die EinFedrungenen über die Brücke trieb. Aus zwei Häufern aus der Taboritengasse wurden die Dragoner mit Steinen beworfen. Insbesondere gebärdeten sich einige Weiber wie rasend. Im Ganzen wurden bis 7 Uhr Abends 61 Ezcedenten verhaftet. Bei vielen derselben wurden Messer, chen Angriffen eignend Biele der bei I Xm ftATrhmnrt vT4)r f)stf6r
Uch ist. daß' 18 Srcyerheitswächleute und 20Socialisten bei dem Zusammenstoß verwundet wurden. Es war nämlich die Abhaltung einer socialistischen Versammlung unter freiem Him mel im Eanalschen Garten in der Nähe des Vorortes Zizkov beabsichtigt. Unter anderm sollte in dieser Versamni lung auch über denAusstand in Kladno gesprcai:n werden. Die Polizei hatte jedoch die Abhaltung dieser Versamm lung verboten, nichtsdestoweniger versuchten die Anhänger der socialistischen Partei, diese Versammlung dennoch abzuhalten. Einer der Arbeitertrupps führte auch eine rothe Fahne mit sich. Die Wache wandte sich sofort gegen diesen Trupp und forderte energisch die Herausgabe der rothen Fahne. Gleichsam als ob sie nur auf dieses Verlangen gewartet hätten, begannen nun die Arbeiter von allen Seiten die Wache mit einem Steinhagel förmlich zu überschütten. Sie umzingelten die Wachleute und drangen auf dieselben ein. Die Wache mußte der Uebermacht weichen. Sie schlug sich durch die Menge durch und zog sich unter einem ununterbrochenen Bombardement von Steinen in die fünfte Abtheilung desFriedHofs zurück. Der BezirlS-Poliz:i-Jn-fpector Rhene wurde bei diesem Rückzug von mehreren Steinen getroffen und schwer verwundet. ES wurde ihm die Unterlippe gespalten und derKinnbacken schwer verletzt. Er stürzte in den Straßengraben und sofort waren mehrere' Arbeiter zur Stelle, die mit Stöcken auf ihn einHieben. Zwei Polizisten, welche die kritische Lage deS Jnspectors sahen, kamen ihm zu Hilfe, sie trieben die Leute weg und brachten den Jnspector mit Unterstützung deö Portiers derEenkral-Leichenhalle durch ein Nebenthor, das von den Arbeitern nicht umlagert war, in die Wohnung bei Portiers, wo ihm ein Verband anaelegt wurde. Unterdessen hatten die Arbeiter, die sich vor dem Friedhofe befanden, das Bombardement über die Friedshofsmauer hinweg auf die Sicherheitswache eröffnet. Endlich kam den arg bedrängten Wachleuten eine etwa 100 Mann starke Sicherheit. wachabtheiluna von Prag her im Lausschritt zu Hilfe. Sie drang sofort in die Menge ein und es gelang ihr, dieselbe in zwei Theile zu trennen. Im Dorfe Straschnitz kam eS. 'dann abermals zu einem ernsten Zusammenstoß. Die Aufrührer waren durch neu hinzu- ? gekommene Elemente verstärkt, und alö ie sahen, daß ihre Angriffe gegen die Wachen nicht erfolglos blieben, vielmehr einzelne der Wachleute, vonStei nen getroffen, zusammenstürzten, war sen sie sich mit dem größten Ungestüm auf die ihnen entgegenstehende Wach-
abtheilung. Es gelang ihnen, in die Reihen derselben einzudringen. Je 20 Aufrührer umzingelten ewzelne Wachleute, rissen sie zu Boden und schlugen mit Knüppeln und auSgerlssenenZaunlatten auf sie loö. Einigen Wachleuten wurden auch die Säbel entrissen und zerbrochen. Die Lage der Polizeileute wurde mit jeder Secunde krttischer. Da erschien im Augenblick der höchsten Gefahr eine neue Wachabtheilung unter bet Führung deS Bezirksleiters von Weinberge (bei Prag) und eine größere Anzahl Gendarmen, und nun gelang es endlichere wüthende Menge zu zerstreuen. Während deS Handgemenges wurden etwa 20 Auf rührer durch Säbelhiebe verletzt. Ein 2heil der zurückgedrängtenArbeiter zog nach Zizkov vor das dortige Polizeigebäude. dessen Fensterscheiben durch Steinwürse zertrümmert wurden. 5er Gurt deö schottischen Staats schwerts. Die in EdinburghCastle aufbewahrten Kronregalien der schottischen KL aige wurden am 29. Mai Nachmittag Durch eine interessante Reliquie bereichert, den lange vermißten Gurt des Staatsschwerts. Nach der Schlacht von Dunbar waren die gesummten Regalten, da man das Schloß von Edinbürg nicht für sicher genug hielt, auf die Feste Dunnottar geschafft worden, deren Commandant Sir G. Ogilvy dieselben bei der bevorstehenden Erstürmung des Platzes von seiner Frau entfernen und in derKirche von Kinneff vergraben ließ. Als mehrere Jahre später die Gegenstände der Krone zukückgegeben wurden, behielt aus un aufgeklärten Gründen Ogilvy den Schwertgurt zurück, den man 1790 in einer Gartenumfriedung eingemauert fand. Seitdem war die historische Reliquie im Besitz der direkten Nachkammen Ogilvys geblieben, welche sie jetzt her Krone zum Geschenk gemacht haben. Der kleine Hanö: Papa, waö ist ein Bigamist? Der Vater: Ein M gamist. mein Sohn, das ist ein Mann, der nickt weife, aber zu viel liel t. 8 verkaufen over u vertauschen gegen e tdt Eigenthum Eine Gartenfar von altr an der Tbree vkotch Road, S Meilen südlich son der Gürtelbahn. Hau mit 9 Zimmern, frohem earr, Bc'inneu und Eiserne, Milch ?au und Holzhaus, arohe Scheune. SuhSall. öühnerstall, S Zagen-Remisen, eine ftet lau ende Quelle tei der Scheune, 2 Äcker in ffrucht däumen, Weinreben uuü verschiedener Bceren. l Acker in Holz, da Land ist gut drainirt und gej ;Sunk. sterner 4 Acker angrenzend Brtdgeport. Meilen westlich von der Stadt, an der National kkoad, SstöckigeZ Hau mit Brunnen, Eisterne, iuie Scdeune mit großem HühnerhauS, einqerich .et für Hühnerzucht, ferner li Acker 6 Meilen neulich von der Stadt mit Haus und auter Stal lung. Zu verkaufen mehrere Häuser auf monat icke Zahlungen tndcr Nähe von Eoburn und Lheldystr.. armen arob und klein in Marion utd anvcren Sountie. S. kl. Wäraler. Ost Washington tr. Saloon u. Billiard-Hall No.92 Ost Washington Str. g o lut M e s l a ch e r EZgenthülner
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