Indiana Tribüne, Volume 16, Number 311, Indianapolis, Marion County, 30 July 1893 — Page 6
zro Iwan txCit nach Haus komm'.
O .. ... O u.ii HolMßcn ausgerüstet, stand oisim vor leinen Eltern. Bte." sprach der Bater, und sich bekreuzigend, neigte der Sohn sich dreimal vor Dem Heiligenbild?. Lebe woül, mein theurer, mein einziger Sohn!" schluchzte die Mutter und segnete den Burschen, der sie hcch überragte. Lebe wohl, mein Guter! Bleib' immer brav uns lau Tich nicht zum Trunk und schlechten Sachen verleiten. Habe Umgang mit den Nechtschasfenen und lucide die Bösen." ! Höre aus. Alle, mit dein Heulen! Er kommt mit dickem Beutel im Hcrbst zurück ins Torf. Mach' ihm das Herz nicht schwer'- wehrte gutmüthig der Bater und wandte sich beschwichti cniö vu dc:n Sehne: .Tas ist einmal Widern! Schreib' aber auch, wenn Tu nach Petersburg hinunter geschwom men bist." Schreibe, mein Aanja, un dergiß nicht Tcine Mutter, Tu bist unsere einzige Freude!" Auf wiedersehen!" und mächtig mit den frisch gethecrten Stiefeln den Boden stampfend, verließ Iwan das väterliche Tach. Im Wäldchen, hinter dem Torf lugte er aus: husch! um chlang, gleichzeitig lachend und weinend, seinen Hals ein schlankes Maochen, des Torsältesten holde Zochter, Tatjana. anja, mein Seclchen, auf Wieder sehen! Berrathe mich nicht, vergiß mich nicht um eines anderen willen. Aus Pctersdorf rringe ich Tiim Herbst einen Äing und gc.ldene)hrgehänge mir. Wanja! Wenn Tu Tich nur nickst in der Hauptstadt in eine hübschere ver liebst. Ich stürbe vor Gram und Aer ger". Tu dummes Ting, wie könnte iZ aufhören. Tich zu lieben". AIS der Verlobte hinter einem Hügel verschwand, ließ Tatjana die Hände herabfallen und schluchzte laut auf. Eine turze Strecke fließt der wasserreiche Wolchow hart längs dem Eisenbalindamm dahin, dann wendet er sich knicsörlnig von ihm ab und führt majestätisch Die Wogen des Jlmenfees dem Landozas zu. In schwindelnder Höhe leitet der eiserne Weg aus Petersburg nach Moskau über die Wolchowbrücke, rechts einen Zweig nach der ehemaligen nichtigen Republik Groß-Nowgorod entsendend. Ter Schienenstrang, in unabsebbarer Länge, wird von Sol baten bewacht : auch links unten am Wasser die steile Wand entlang, patrouillirt eine Wache. Ter Zar will bicen Weg nehmen ; seiner Sicherh'it selten die militärischen Äaßnahmen ; noch steht in deutlicher Erinnerung der blutige Tod Alexander II., und nicht immer rettet ein Wunder die Hochgedorcnen vor schrecklichen Zufällen. Tau fenic von Werft zielzt sich die Soldaicnlette hin. wehe dem, der die rfm linie überschreitet und in das abgejperrte Gebiet des Fahrdamms geräth. Nicht einmal der Bauer darf sein ?jelo bcsteilen. das in der Nähe liegt. Ein Floß treibt auf dem Wasser und gerade aus den Soldaten am Flußknie Ls. Halt! weiter, ab vom User!" schreit die Wache d:m Flößer zu. Ter junge Bauer führt die Hand an's Ohr und horcht. Halt' todter vom Ufer!" brüllt der Soldat. Ter Bursche auf dem Floß greift zu dem mächtigen Stamm am Hinterrande desselben und rudert verzweifelt aus aller Kraft. Außer sich, roch im Besicht, mit aufqeblasenen Backen flucht der Soldat: Mehr rechts. Tu Verdammter! Mehr rechts, oder ich schieße." Tie Sonne brennt heiß, der Bursche wützlt nnt seiner Niesenschaufel das ftlusbeti auf. daß ihm der Schireiß ir Tropfen rinnt. Alle Mülze ist umsonst, die starte Strömung reißt das Floß mit sich; schon hastet der schwächere Mensch im Bannkreis des unnatürlichen Todes. Unglücklicher, was thust Tu?" ruft rath'os die Wache am User. Schieß den Hund nieder!" wüthet aus der Ferne der Unterofsicier. Ter Soldat schwankt und zögert. Ta stürzt der Unt.'rofficier hinzu, entreiß: dem Untergebenen die F!in:e, zielt, ein Bli, ein Knall! und vom Floß. fallt in'- Wasser mit durchschösse ncr Bruit der june Bauer. Tas Echo verhallt, der lente Seufzer des Bcrsinkcnden auch versliegt. Bordei saust hrch odeu der kaiserliche Zug, und die in i'gm sich befinden, er freut der berrliche Weitblick über das furchtbare Höbcnthai und dem weilen Strom, auf dem ein führerloses Floß hinaufschwimmt dem Ladogasee zu. Eisiger Winter starrt draußen. Dumpf ist die Luft in der '2tube. Auf dem Ofen kauert im Tüslern der Vatcr. Kaum dringt ein wenig Tagestickt durch die mit Eis bedeckten Scheiren des kleinen ensters. Am Tiich sien die Mutter und des Torfältesten Tochter atana. Beide sehen verwein) lind bleich aus und reden leise mit einander. Wc-Halb er garnicht schreibt? Was mag ihm fehlen?- flüstert die Mutter. cd. konnte ich ihn nur einen Augenvlick lang böien und tehen'." Ter Taugenichts!" ruft der Vater. ?r bummelt in Petersburg, dort gefallt es ihm besser als bei uns." schämst Tu Tich nicht, w zu rcden:" 'chilt die Mutter, vielleicht ist er trank?" Tcr Vater würgt, als hätte er Cchlcn. Im Frühling kommt er gewißlich nach Hauzc; was füllte ihm and) zugc ftov.cn ic:n. 03ott und der sar iorn für uns alle." inniit die Mutter. E: ist sicherlich gestorben, er könnte nicht ohne mich leben; ach, wär' ich todt!"
Und weinend läßt Tatjana daS 5kpf Hen sinken. Was sind wir ohne unseren Iwan?" ruft der Bater. nutzlos wie ageschofsene Fkinen! Gott sei ihm gnädig, der uns in .i.',es namenlose Elend gebracht hat!" Die ZttussteUung ostLricaö. -
Eostarica-ist der letzte der ccntralamerikanischen Staaten, dessen Ausstellung in Chicago vollendet wurde. Dieses alte Land, das Columbns auf seiner dritten Reift berührte, ist von der Natur reich gesegnet, aber zugleich schwer verschuldet. Seine Neichthümer stecken noch heute meist unter der Erde, in den Bergen und in den dichten, schier undurchdringlichen Wäldern. Mit den Versuchen, seine Hilfsquellen zu entwickeln, hat es sich beinahe bcinkerott gemacht, und es bedarf dringend des Ladewig" mit dem großen Portemonnaic, um seine Schätze heö:n zu helfen. Vielleicht verhilft ihm auch seine vorliegende Ausstellung dazu. Das gelbe Gebäude von Costa Riea steht oben an der nördlichen Lagune, welche die Terrasse des Kunstpalastes bespült, umgeben von Bumen und tropischen Gewächsen. Ueber den Baumwipfeln weht die blau-weiß-rothe Flagge. Vorne zu 5elden Seiten des Eingangs stehen zwei marmorne Urnen; über der Thüre prangt das Staatswappen, und hinten herum zieht sich eine weiße Piazza, deren Fundament in den Fluthen ruht. . & -r.v J - Vl I iÄitW t ?u lB& J äiL....wmmm i I :! mtmii VJSäSi2,fä( fmmst:. AMÄ Gorisiriea? Metalls !;r. Bieses Gebäude ist fast ausschließlieft der Ausstellung gewidmet. E3 hat nicht, wie manche der benachbarten amerl:anija)en Sta..eNgcbaude, ..Empfangszimmer" oder große Amtsstuber. mit elegantem Mobiliar. Nur ein kleins Plätzchen hat sich Herr Guzman, der Commisstonär von Costarica, mitten unter dem Wild, den Vögeln und anderen Ausstellungsgegenständervorbehalten. Sonst ist jedes d'iäumchen unten und auf der Gallerie daz:: ausgenutzt, Costarica zu puffen". Die Wände sind mit vielen Photographier und auch einigen Qelgemälden Himmelragender Berggipfel, endloser Wälder und Dschungeln, und schöner Mädchen in Landestracht geschmückt. Unter den Decorationen ans der Gallerie sind Schilde, bronzene Soldatengrupen und fackelschwingende Zeloten t:meikcnswerth. Vögel von Cosiarica. e? Holz- und der Mineralreich thum des Landes ist glänzend vertr: ten. In der Mitte des unteren 'ttaumes sind Hölzer und .Mineralien in Pyramiden gruppirt. Ebenso wie bei der Ausstellung Brasiliens und an derer lateinisch amerikanischen Siaaten, ist die Holzausstellung sine sehr vielseitige und schmucke, und die Metallerze sind auffallend und gefchmackooll zugleich arrangirt. Vögel in allen Regenbozenfarben sind allenthalben zu sehen, darunter Singvögel mit Federn, die eine ?)ard lang sind, manche von graziöser Schönheit, andere von sehr bizarrer Gestalt. Ein großes Landschastsbild auf der Gallerie ist eoenfalls durch ausgestopfte und auf die Leinwand genagelte Vogel belebt. Costarica ist auch ein 5:asseestaat, und keiner der unbedeutendsten. Bei der Eröffnung des Gebäudes wurden denr auch allen Besuchern Proben des dufligen A!ottagetränkes von Costarica ccboten. Außer den Vögeln ist das Land auch reich an kleinen und großen Pelzthieren vieler Arten, und die Häute spielen eine wichtige Rolle auf dieser Ausfiel lung. Schillernde Schlangenhäute sind ebenfalls in Menge zu seyen. o.. So ;t ?. vm.i Vtl 4,1)11 li VU5 UVll
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.Sarsaparilla" geläufig; die Meisten aber kennen diesen so werthvollin Heilstoff nur vom Sodawasserstand und von den Patentmedicin-Flaschen her. In dieser Ausstellung können sie Sarsaparilla in allen Gestalten kennen lernen. Denn unter den vielen werthvollen Sträuchern Costaricas Ist der Sarsaparillastrauch einer der eroorragendsten. In etwa 25 Schaukasten werden diese und andere Heilpflanzen, Wurzeln, Blätter, Zweige, Bohnen, Rinden, pulverisirtes Holz u. s. ;v. gezeigt, und es gibt keine Gebresten von Mensch und Thier, für die nicht das eine oder andere Heilmittel hier zu sinden wäre. Viele Arbeiten der Eingeborenen sind ebenfalls ausgestellt, Seidenwaaren sowohl wie Seegras-Producte und Anderes. Ferner findet man allerHand Alterthümer und eine interessante Münzsammlung. Der schuldenbelastete Freistaat hat jedenfalls sein Aeußerstes gethan, sich würdig und geschäftlich vortheilhaft auf dieser 'Weltausstellung zu präseutiren und namentlich den amerikanischen Unternehmungsgeist herbeizulocken. Das ist der Hauptzweck aller lateinisch-
amerikanischen Ausstellungen in der Gartenstadt. ZWeltauSsteUnng von Ceylon. Zu den seltsamsten und niedlichste, specialausstellungen im Norden ' der Weißen Stadt" in Chicaao ist iedenalls dieieniae der indischen ?knsel Ceylon zu rechnen, am Strande des Michigansees herrlich gelegen. 51 ngalemHe wnowerke: und Ztunstler haben bis in die letzten Taae kinein an dieser Ausstellung gearbeitet, die iekt den Neuaieriaen nickt minder als den Belehrung Suchenden anzieht. Auner den Natur- und den lehr be merkenswerthen Jndustrievrodukten dieses wunderbaren Ländchens (das auch im Frauenpalast durch schöne rauenarbenen vertreten m) kann der Besucher hier die Bewohner selber kenen lernen und eine Crvlllsatlon stuoiren, welche zwar mit der abendländischen in der Neuzeit nicht in jeder Beziehung Schritt gehalten hat. dafür aber mehre Jahrhunderte älter ist, als diese; er kann auch eine Religion und Philosophie) kennen lernen. welche viel älter ist, als die unsrige, und aus welcher hervorragende Forcher die tlersten Grundgedanken des Christenthums herleiten wollen. Ineressant rn die,e Ausstellung, auch durch das, was sie nicht enthält. 'Ls sind nämlich gar keine Kriegswafcn vertreten, ausgenommen einige der iltesten und . ursprünglichsten Art: as bedeutet, daß die Civilisation der lnzalesen, rm Gegensatz zu der unrigen. über die Kriegs-Phase hinaus st! Auch in dieser Beziehung ist der ?influfz des buddhistischen Glaubens, ind zwar eines sehr geläuterten, imr erkennbar. vEingang zum Singalksenebäude. )as Aeußere des Gebäudes hat die ?orm eines Tempels. Prächtig geckznitzte Vallustraden und MahagoniGetäfel mit Bildern aus dem singaleIschen Leben ziehen den Besucher 'chon an den Treppenstufen an. Miten über dem Gebäude ragt ein ziersicher Thurm empor, zu welchem eine Wendeltreppe von der inneren Roiunde aus führt. Das Getäfel an den Wänden dieser Rotunde zeigt limge berühmte Bilder aus untergeangenen Tempeln Ceylons in sorgfaltiger Nachbildung, u. A. ein merk.IÜrdiges Bild des Königs Wassantra, welcher eine grüne Tunica trägt, in er einen Hand den Rüssel eines hei'izen Elephanten und in der anderen 'inen Palmzweiq hält. Da doch ein nal vom heiligen Elephanten die Rede 'st, so sei auch sogleich eine überaus Redliche Elephantenschnitzerei aus Ebenholz mit einem Thurm auf dem 'rücken unter den Kunstindustrie-Ge-anstanden erwähnt. Neben dem ge mnnten Bild erblicken wir dasjenige ''er Lieblingsgattin Wassantras, welvon einer Anzahl Frauen in ba naßiacrn Eostum bedient wird. lr1" Wi fK m 7AW, i, ',,,. ?. vü: ?pm fh.-sr.".; mvvvv wvjt: &m "' lviAJ.J I B lli MMMMW Ter CbenhoIzElkphar.t. Religion und Thee spielen di: Hauptrolle in der Ausstellung von Ceylon. Gegenwärtig sind mehr alö
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eine Million Acres auf Ceylon mit Thee bebaut, und der Thee ist denn auch durch etwa 50 helle und duntte
Gattungen aus dieser Ausstellung eyz reichlich vertreten. Es ist nicht un möglich, daß Ceylon in wenigen Iah ren in lauter Theepflanzungen ver wandelt ist und ein gefährlicher Nebenbuhler des berühmten AokohamaDistriktes von Japan wird. Hinter der Theeausstellung erblickt man zwe'. rieft Statuen, von denen die eine Gautama Buddha darstellt, die andere den König der Götter oder Kräfte. ; den vierhändigen Wischnu; zwei seiner Arme streckt er segnend über das Volk aus, in dem dritten l'ält er einen Rina ! das Symbol seines Reiches, d. h. ! der Ewigkeit in dem vierten eine Posaune. SiA' :'' , Cingalese Thee Fa5rik. Nächst der Theccultur ist die Kokos. nuk-Cultur die wichtigste Eeylon's, Äer Kokosbaum und der Brotbaurr liefern den Eingeborenen so ziemlick Alles, was sie zum Leben brauchen Wir sinden in der Ausstellung nich' nur die Kokos-Erzeugnisse als Nahrungsmittel in jeder Form, sonderr vor Allem auch eine sehr reichhaltig Sammlung von Nutz- und Jier-Ar-tlkeln aus Kokosschalen. sowie Matten, Netze u. s. w. aus den Bastfasern Unter den vielen anderen Manufac-tur-Artikeln könnten die Lastwager und noch mehr die interessanten. scheinbar sehr gebrechlichen, aber weiten Fahrten geschickten Boote eftn würdige Stelle im Transportationsgebäude einnehmen. .MGS. iv ffmij aac y&caz 1 1 I II I ji Eingang z'lin Ccylon-GebZude. In einem Empfangszimmer deö zweiten Stockes werden eingeladen! Gäste mit einheimischem T-e bewirthet und mit. seltsamen 7 ,, ;en und Ceremonien unterhalten. Wachssiguren lernt man die l -.lwohnei Ceylons, die Veddas, kenncn. Die lebende Mensche n-Ausstel-lung in diesem Gebäude bleibt, wie gesagt, eine der beachtenswerthesten. Kein einziges Gesicht ist hier zu sehen und überall, wo Singalesen anzutreffen sind das nicht Intelligenz. Gelassenheit und ruhigen Fleiß widerspiegelt. Wenige Völker waren je, als Masse betrachtet, so friedfertig, wie die dreieinhalb Millionen Singalesen. In ihrer Weltanschauung ist bös" handeln gleichbedeutend mit thöricht" und närrisch" handeln, und gut" und vernünftig" decken sich vollkommen. In mancher Beziehung ist diese Ausstellung ein interessantes Seitenstück zu derjenigen von Ostindien, und die Anziehung, welche diese beiden Ausstellungen auf nicht Wenige üben, kann einigermaßen an das Wort erinnern, das vor Jahren ein indischer Philosoph einem europäischen Reisenden zurief: Ihr werdet Alle schließlich wieder zu uns kommen!" Scyr natürlich! S Ich bin schon am Anfang, in der Mitte und am Ende des Monats bei Jdne gewesen, und noch niemals habe ich Sie bei Cassa getroffen!" Was kann Ich dafür, wenn Sie Pech haben?'." Pessimistisches. Das Leben ist ein saurer Wein, Der selten sich verbessert. Und Mauch-r.mus; zufrieden sei Wenn ihn das Schickfal wässert. " Berechtigtes Mißtrauen. Frau A: Mein Arzt räth mir. ich solle eine ,ca)zmonaitta,)c preise anirclen, aber ich traue ihm nicht recht!" Frau A: Wrum denn nicht?" rau A Weil mein Arzt gleichzeitig mein Schwiegersohn itl" Aufklärung. Fritzchcn: Tu. Papa, was ist denn das eigentlich. ein Maulbeld? Papa: Das ist ein 1 Kerl, der nie sein Maul hält.
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rosa aus dem VrllnerSe rich:o,aal.
Ter auZgeknodelte NcichZtagttaudidat. Meine Herren Schössen und Altuwariusse, jetzt bitt ick Ihnen um feierliches Iehör," wandte sich der Gelbgie ßer Eduard N. an den Gerichtshof. Wie't so manchmal im menschlichen Leben vorkommen dhut, hatte ick an jenen Tage mein sojenanntes Wiejenfest, wo ick jeboren jeworden bin un nu in Ehren vierzig Jahre hinter mir habe. Nadierlicher Weise konnte ick einen für die Jeschichte meines Lebens so rühmvollen Tag nich vorüberjehen lassen, ohne ihn in würdijer Weise zu bejehen. ..." Vorsitzender: Und da haben Sie nun in dem Schanklokal des Zeugen Schmidt eine arge Verwüstung angerichtet, indem Sie Gläser und Teller zertrümmerten. Finden Sie, daß das eine würdige Feier Ihres Geburtstages war?" Angeklagter: Dieses weniger, hoher Herr Aktuwarius aber dahinjejen hatte det meinen Jeburtstag ooch nicht bet mindesteMinimum zu dhun. Der Jeburtstag, det war wat janz Apartes für sich, da ick mir ertra un janz separat eenen Assen jekooft, wie der für meine Vermöjensverhältnisse als Mann aus dem jebildeten Mittelstande ! jerade anjepaßt war. Wat det Andere anbelangt, wo ick nich leujnen kann. ! dat ick mir ooch eenen Affen jekooft hatte, aber janz separat un extra, un wo der jar nich mit dem andern zu vermengeliren is, der kam uf die Wahl, den hatte ick nich als Privatmann. sondern als Staatsbürjer, wo ick doch im Dienste des Vaterlandes stand. . , Vorsitzender: Sie wollen also sagen, daß Sie sich an jenem Tage zwei Male betrunken haben?" j Angekl.: Aber janz separat, Herr Aktuwarius, janz separat, wie det sich for eenen Mann aus dem jebildeten Mittelstande schicken dhut. Ick bin for Klarheit un offenbare Jrundsätze, un da müssen Sie mir schon erlauben, dat ick mir als so'n Mann präsendire. . Meinen Jeburtstag hatte ick jefciert, die Sache war also so weit erledigt, un : bezahlt hatte ick ihn ooch, wat den Assen anbelangt, un ick wollte schon i heim zu Muttern, als Julius kam, j wat een Kolleje von mir is. Eduward", sagt der, wie steht et denn nu mit der Wahl, wo doch Caprivi den Reichstag for vollständig todt un jänzlich ufjelost erklärt hat? Hast Du Dir ; da schon nach eenen soliden, rechtschaf- j fenen Kandidaten umjesehen?" Nee," sage ick, vielleicht wer' ick mal 'ne Annonce in die Zeitung setzen, det ick so'n Mann suche. Angebote jicbi et denn die schwere Menge. . Vorsitzender: Es ist nicht nöthig, daß Sie uns alle die Gespräche erzählen. die Sie am Biertisch geführt haden. Kommen Sie nur zur Sache." Angekl.: Ick sage nur frei un offen, wie det Allens jekommen is. dat ick nu hier als kriminalistischer Angeklagter ! vor Ihnen stehe. Wo Julius druf raus wollte, det wußte ick schon, der wählt roth, und dazu wollte er mir ooch bewejen. Aber ick, schlau wie ick mir zu sein erlaube, that wie Tulpe, als merkte ick nich det jeringste Minimum. Wie er noch so uf mir einrebete, un mir Liebknechten empfahl, kamen so nach einander die andere Stammtischjenossen, nadierlich jeder mit seinen eijenen Kandidaten, un wovon jeder Einzelne sagte, det wär' der wahre Jakob, un wer 'nen Andern wählte als den seinigen, der müßte nach Dalldorf oder doch zum Mindesten nach Plötzensee, indem so'n Ruppsack jar nich in die menschliche Jesellschaft hingehörte. ..." Vors.: Nun fassen Sie sich aber etwas kurz. Sie kamen mU Ihren Zechgenossen in Streit und wurden dann ungemüthlich." Anaekl.: Nee . so schnell zing det nich, Herr Aktuwarius, da wurde vorher noch ville jetrunken. un mit jedem Jlas wurde der Jezenlanvivai ruppizer, so det keen anständiger Hund mehr n Stuck Brod von ihn lenommen hätte. Der Schlächter meente. Jeder, der keen Jnsehen daror hatte, det wir durch det amerikanische Schweinefett zu Jrunde jerichtet werden, der wär 'n Dussel, un der Wirth sagte, bevor wir keene vollständige Freiheit mit die Polizeistunde hätten " Vorsitzender: Nun ist es aber genug mit Ihren Stammtischgesprächen " Angeklagter: Ja, ick Hütte ooch die Neese voll davon, un da sagte ick denn, um zur Ruhe zu kommen, det ick mir meinen Kandidaten ausknobeln wollte, da wäre Allens jlatt un in Ordnung, un ick brauchte mir keen Kopfzerbrechen weiter zu machen. Da lachten se j h un schrieben mir die Namen uf .nit eene Ziffer dabei, un die Nummer, die ick denn mit eenen Würfel werfen sollte, die sollte den Kandidaten bestimmen, den ick zu wählen hätte. . . ." Vorsitzender: So! Bedachten Sie denn nicht, daß das ein sehr unwürdiges Spl sei. das Sie mit einem ernsten Akte trieben?" Angeklagter: Aber wenn ick mir nu iar nich zu rathen un zu helfen weeß! Ick knobelte also, un meine Nummer fällt uf den Wirth, den sie zum Ulk ooch mit ufjeschrieben hatten. Iut," sagte der, dann haste also mir zn wählen. Det is so 'ne Art SchicksalslVink, un ick sehe in, warum ick nich 5.m so jut in den Reichstag passe wte die Villen andern Quatscktoppe. dl xch mang sind." Ja", sage ick, da haste ja Recht, 'n Quatschkopp biste ja ooch. Aoer Wahlen wer ick Dir nich. Warum nich? Du hast mir doch jeWonnen." sagt er. Ja." meene ick, .det is so wie mit'n Knöppe zählen, vb ick noch 'n Jkas Bier trinken soll Stimmt et, dann is et jut, stimmt et nich, dann sage ick: nujrade! So mach'
ick et ooch jetzt; nu jrade nich Wat." sagt er. Du willst mir nich Wahlen? Dann verhaue ick Dir, dat Du nich mehr piepsen kannst. Det's nu zum Handjemengsel kam, det liegt in der Natur der Sache, aber dafor kann ick doch nich. dat die Jläser dabei entzwei jingen. indem det doch 'ne zerbrechliche Waare is. Darum bitte ick, mir zum mindesten Minimum freizu-sprechen."
Die Beweisaufnahme ergiebt keinen
Anhalt für die Annahme, daß der An- j sein. Der Haftbefehl ist vom Verligeklagte vorsätzlich gehandelt hat, wes-, ner Amtsgericht erlassen worden.
halb denn auch seine Freisprechung erfolgt. Blut und Gebirgsluft. Wir wissen seit geraumer Zeit, daß die Höhenluft nachdrücklich und in be, stimmten Grenzen auch heilsam aus den
menschlichen Körper einwirkt. Tie.. in Herrn Dürer ungünstiger und unAerzte nennen das Gebirgsklima ein ' zutreffender Bericht in einzelne Zeierregendes. aber sie sind nicht im tungen lancirt worden war. Am 10. Stande, zu erklären, auf welche Weise Mai erschien nun in der Mailänder sich dieser wohlthätige Emstup geltend, Zeitung Corriere della Sera" eine macht. Einiges icht in unsere ennt. Berliner Depesche, welche in der Uevo den Umwälzungen, die sich im Ersetzung etwa folgenden Wortlaut Körper beim Vertanen der Tiefebene hatte: Aus Berlin erhalten wir die vollziehen, wurde neuerdings durch Nachricht. Giulio Vclmonte CangiaSlubien über du sogenannte Berg- Iosl bcr bekannte Jndustrieritter. der ranlhelt", die beim Besteigen hoher M augenblicklich in Berlin im GeGipfel zu entstehen pflegt gebracht. ydn befindet, soll, wie behauptet Je hoher wir steigen desto dunner wird oirb ,aö -Haupt einer ausbreiteten dle Lust. ie bleibt sich zwar M ihrer rbrecherbande sein, deren 'hervorraZusammemeöung annähernd gleich. m Mitglied ein gewisser Emil aber dem Gewichte nach ist in einem 8u ist. der aus Berlin wenige TageSÄ VSkL bene. Wenn zum Bei viel am Meeres. ' , w -s... t rnv ' spieqel in 1 Üter Lufl 100 Cewicht. V?? ? n l U theile Sauerston entbalten sind, so sinkt ?"r ist. daß er voi, i Gebiirt Vohme die Menge ö:3 belebenden Gases bei m1 1 JP 1000 Meter Höhe auf 83.2 püt., bei er vorgibt .Nach gewissen Daten 2000 Meter auf 77.3 pCt. und bei befindet sich Dingueler in Italien. Ü000 Meter beinahe auf die Halste, Zurer. der im Jahre 1890 hier rn nämlich 53,5 PCt. Mit jedem Athem. Berlm bei reund add baS Werk zuq führt scmit die Lunge in dem -ison hat erscheinen erlassen und Hochgebirge dem Blute weniger Sauer- als Journalist rlnd Impresario in stoss zu, als in der Tiefebene. Wie ln und spec? m Mailand wohlnun Blutuntersuchungen von Leuten, bekannt ist. hielt sich zur cit mit der die sich im Hochgebirge aufhielten, ge. alstass-Tournee in Trieft auf und zeigt haben, paßt sich der Körper den erfuhr auf telegraphische Anfrage von neuen Verhältnissen an. Tie rothen r Redaktion daß diese Nachts Blutkörperchen sind es. die sich in der emgetrossene Depesche, welcne mit Lunge mit dem Sauerstoff beladen und Ugo" unterschrieben war ,rn dem ihn mit dem Btuttreislauf allen Orga- Glauben, daß sie von dem Berliner nen des örpers zu.üyren. Beim Auf. Eorrespondenten Ugo Sozliani herenthalt im Hochaebirge wächst nun die rühre, aufgenomen sei. Herr SogliZahl der rothen Blutkörperchen im ani hatte ebenfalls sofort angefragt. Menschen um viele Millionen; verläßt wer diese Depesche, welcher er vollman aber das Hochgebirge und kehrt in kommen fernstehe und die sich sofort die Tiefebene zurück, so nimmt die als plumpe Verleumdung charakteriZahl der rothen Blutzellen wieder ab. sire, eingesandt habe. Der Verdacht Denselben Lorgang hat man auch bei der Thäterschaft lenkte sich sofort auf den amas festgestellt, die auf dcn voch Stagno. der aus dem Civilproceß mit Plateaus der südamerikanischen Anden Dürer dessen ursprünglichen Famileben. Diese eigenartige Wirkungen liennamen und seine Staatsangehöfind neuerdings auch in Deutschland rigkeit wissen konnte. Dürer stellte schon in Höhen von 600 bis 700 Me bei der Staatsanwaltschaft Strafantern beobachtet worden, und sie bcwei trag nur wegen verleumderischer Be sen wohl, daß die Hcilsamkcit des Auf. leidigung, da bei einem solchen durch enthalts im Gebirgsklima nicht allein die Presse begangenen Bubenstück in der Reinheit dcr Gebirgslust und im sicherlich ein öffentliches Interesse zur Bergsteigen zu suchen ist. Ter vermin. Strafverfolgung vorliege. Auch die bette Lufldruck scheint die Lebensthätig' Berliner Polizei hatte durch ihre itakeit einzelner Zellen besonders zu stei. lienischen Agenten bereits von dcr gern, und da die Zellen den Kampf ge. Depesche im dienstlichen Interesse gen unsere Feinde, die Bakterien zum Mittheilung erhalten und interessirte großen Theile führen, so erweisen sich sich dafür, ihren anonymen Mitarbeldie Eins.üße der Höhenluft vielleicht ter bei der Entdeckung der Verbrecher.v. v:.r r . . f. s . j . '
gcraoe au oir,ein irunve , yzu uwi gegen die wichtigste der bakteriellen Krankheiten, gegen die Lungenichwind. wcht. Gcmcinderaths'Tihung. Hürt. Kinnings, ick hebb' juch rau pen taten, do hett, as ji wißt, en gro. ten Köter Nachtwächter Jfermannen beten; von uns' Köters is' dat kein' West, olfo hebb' ick hier cn Schriwen an dat Amt upsett, un nu wull'ick blot hüren, ob wer dat dorrrxdder hett; paßt ' Mlrlsrr M?rtmt Mti2 0V Nachtwächter Jsermann auf fein Horn. "vv vuwi da kam ein in der Dunkelheit unver kennbarer Hund von rückwärts herbei und ward ber Nachtwächter Jfermann von selftigen durch seiner Hand gebis. sen, ohne dabei zu bellen, und zwar von hinten. Da dies ein gegen die Gewohnheit der Hunde verwirrter Thatbestand ist, und ich mich verpflich tet halte, so möge ein königliches Am damit sein Auskommen finden." Der Schulze. Berkholz." Wer A sagt, muß auch V sagen. fm . i "mw, Mutter: Hier, Tomm? nimm Deine Medizin, wie ein Mann! Kleiner Palient: Her damit! Wo ist der Whisky? ' Verheißungsvoll. Sie: .Wirst Tu mich auch noch lieben, wenn ich nicht mehr bin?- Er: Erst ! recht !"
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(loullflengelcki'chtkN. Die in Frankfurt a. M. nachSchluß der Oper Carmen" erfolgte Verhaftung des Sängers Robert Stagno und seines Sekretärs Josef Finazer dürfte nicht nur für das Frankfurter Theaterpublikum, welches ihn und' seine Partnerin Gemma Vellincioni noch in einigen Rollen hören sollte, sondern auch für den Sänger selbst eine große Ueberraschung gewesen
Ueber die Vorgeschichte dieses Haftbefehls liegen folgende authentische Mittheilungen vor. Zwischen Stagno als Beklagten und seinem früheren Impresario Emil Dürer als Kläger schwebt beim Berliner Landgericht in erster Distanz ein Civilproceß. über welchen bereits einmal Danoc lenncn gU lernen. Aus Antrag der Staatsanwaltschaft erfolgte die Beschlagnahme des Depeschen-Qriai-nals bei dem Berliner Telegraphenamte und die Schriftvergleichun.z crgab zur Evidenz, daß der Schreiber des Originals Stagno's Privatsecretär Josef Finzer sein müsse. Hieraus war nun die Theilnahme des Stagno als Anstifter zu folgern. Nun wäre die Depesche nur eine verleumderische Beleidigung, wenn ihre Urheber ! nicht die Unterschrift Ugo" gebraucht v i r r i n nanen. lerourcy gaoen sie oem ciegramm den Charakter einer Urkunde, welche zum Beweise von Rechten und Rechtsverhältnissen von Erheblichkeit ist, und sie begingen, indem sie von derselben zum Zwecke der Täuschung der Redaktion Gebrauch machten, eine Urkundenfälschung. Dieselbe ist sogar gemäß Paragraph 263 des St.-G.-B. eine schwere, weil sie begangen ist. um einem anderen Schaden zuzufügen. Die Staatsanwaltschaft hatte am 27. Juni Antrag auf Verhaftung gestellt, an demselben Tage noch ist der Haftbefehl vom Gerichte erlassen und schon Tags darauf in Frankfurt a. M. vollstreckt worden. 'Ans Gutenstein e rzählt ! folgendes Bauernstückchen: Kürz- ... .' . t ' . lim wounie tcu Der rauuna e.ne? Bauern auZ dem Dürnbach bei, der eine Klosterthalerin heirathete. Braut und Bräutigam stehen vor dem Altare. Der- Pfarrer hält die Ansprache und fordert zum Schlüsse das .Ja- der Brautleute. Aber der Türnbachbauer schweigt. Der geistliche Herr fragt nochmals, er schweigt wieder. Allgemei nes-Erstaunen. Der Geistliche erklärt ihm zum dritten Male die Sachloge, die umstehenden Beistände und Acruern flüstern ihm ziemlich energisch zu: .So sag' doch einmal .Ja" und nun kommt aus dem Munde des Dürn. backerbauern ein langsames .Ja" her aus. In der Sakristei stellt der Pfar rer etwas erregt den Bauern ob seinesZögerns zur Rede. Ta antwortet die ser' gemüthlich: .Ja ich denk', so was muß man sich halt gut überlegen'.Als darob der hochwürdige Herr'hakt lächelnd, halb ärgerlich meint: .Na, das thut man doch früher und nicht, wenn man schon vor dem Altaresteht," meint der Türnbachbauer begütigend: .Na. jetzt lass'n mir's halt gelten." Tie Braui schien in alledem nichts zu sin den; sie war bei der Ehrentafel lustig und guter Tinge mitsammt ihrem überlegten" jungen Ehe manne. Deshalb. Warum so ärgerlich? Ta war ich gestern gegen :inen Menschen so unendlich höflich und, aun fällt mir ein, daß der mir noch 100 Mark schuldig ist!
