Indiana Tribüne, Volume 16, Number 297, Indianapolis, Marion County, 16 July 1893 — Page 9
Jndimm Tribüne. Beilage.
Indianapolis, Ind., 10. Juli 1892 ,ginser Erstes - Won Zaralt Huyl.r. Sich! es nicht sonderbar aus ?" fragte ich zaghaft die Wärterin, Kelche sich gerade mit still zufriedener Miene über daZ rothe Ding beugte, um ein doppeltgeklapptes kleincsöhr glatt zu legen, sieht es nicht sonderbar aus?" Der Kopf der Negerin schnellte entrüstet auf. ' Sonderbar ?" entgegnete sie in sehr verweisendem Tone, sonderbar V Dann mit einem raschen Blick nach dem Vettchen, großartig sieht es aus, ein Prachtvolles ftinb !" und während sie sprach, schüttelte sie das viereckige kleine Kissen zurechtund blinzelte dem prachtvollen", sechs Stunden alten Weltbürger ermunternd zu. In der monoton feierlichen Stille des dunkel verhängten Gemaches hatte ich Zeit und Gelegenheit, da? fremde kleine Wesen zu betrachten, dessen AeußereS mich unaufhörlich dem kräftigen Aus spmch der schwarzen Wärterin zum Trotz mit Besorgniß erfüllte. Der Haufe wollener Tücher begann sich in eckigen, kleinen Stößen zu regen und aus der sie umgebenden Hülle schoß ein erschreckend runzeliges, rothes Handchen, oaS zuerst hilflos ziellos umherfocht,: und sich endlich in die Nahe des eigenen' Mundes festhakte. Wirst du wohl ?" drohte die wohlbeleibte Schwarze neckisch, und löste vorsichtig die eingekrallten Finger dann sich zu mir wendend, wiederholte sie stolz ihren Ausspruch von vorhin : ein Pracht' voller Junge :" Ich war eine Rabenmutter. In mir regte sich nichts von dem freudigenStolze, von dem ich geträumt, nickts von der allumfassenden Zärtlichkeit, die ich zu em psinden gehofft. Neben mir, auf dem mattblau verhängten Bettchen, lag daS unglückselige rothe Ding, das so auffällig einem zusammengebundenen Hummer glich, und der Anblick deS aufwärtsstrebendenPlattnäschens, des langen, spitzzulaufenden Köpfchens erfüllte mich mit nicht zu ver scheuchendem Unbehagen. Wie, wenn es eine Mißgeburt wäre, oder ein Wasser-, köpf, oder gar der Gedanke trieb mir das Blut zu Kopfe eines jener mißge-. stalteten Wesen, wie die Tomkins Mädchen von drüben, deren vorspringende Stirnflachen, deren kleine Nasen und blöde dreinschauende Augen etwas Unheimliches hatten und mich so häufig an krank Assen erinnerten. Selbst in der Zeit, ja ich entsann mich genau, wie ich vor einem halben Jahre etwa in der Dämmerstunde am Fenster saß, undFrau Tomkins plötzlich an ihrer Hausthüre er schien, ihre Kinder wie dieHühner zusammenrief und ihnen jedem einzeln mtt ihrer Schürze dieNase wischte, und sie mir dann mit einem vergnügten Gruße zukehrte. Arme Frau ! sie sah selbst ja ganz gut aus, und solche Kinder ! O Gott wenn jene Stunde auf mich gewirkt hätte, wenn unser Erstes Wer ist da? Ist es mein Mann?" fragte ich erregt aufathmend, da dieWärterin behäbigen Schrittes der Tbüre zuschlurrte, von wo aus der ite, liebe Cizarrenduft zu mir hineindrang und Treten Sie leise auf !" mahnte die Frau, als sein besorgt fragendes Gesickt sich mir innerhalb derSchwelle zuwandte. A!ein Blick zog ihn zu mir. Georg", flüsterte ich leise, nur ihm hörbar, sieh ihn Dir genau an, ja ? aber aber sage mir die Wahrheit " Unser Kind ?" fragte er flüsternd zu rück, und seine Augen leuchteten glücklich, ..ich habe es ja angesehen, Jenny, gleich nachdem, und ich war ein so alberner Kerl ich habe in meiner Freude etwas gemacht aber du lachst mich gewiß ' nicht aus ich ich konnte nicht anders. Bei Gott so ein Vater zu sein es ist doch ein ganz eigenes Gefühl und " Sie darf sich nicht aufreaen," mahnte die Wärterin, und ich faßte rasch die vände meines Mannes seine närrische stimme that mir wohl. Er verstand das und sprach weiter : Ich sprang heute morgen gleich nachher auf die Pferdebahn, um zu den Alten zu fahren um's denen zu sagen, weißt du und da war ich noch so verdreht von dem allen, und so voll Jenny Liebling" mein guter Georg lehnte seine Stirn einen Augenblick gegen die meine, und ich fuhr ihm mit der Hand über den schwarzen Lockenkopf ein anderer Kopf, Jot der kleine nackte spitze Ich war wie närrisch glaube ich," fuhr Georg sich aufrichtend fort, ich zündete meine Cigarre am falschen Ende an, dann gab ich ein paar Arbeitsleuten, die da lachten, mein ganzesCigarrenetui, und wie ich da so ohne zu rauchen, aus ' der Platform der Pferdebahn stehe und das verdammte Ding so langsam .vorwärts kraucht, daß einem Jennr. jetzt wirst du lachen aber ich konnt's nicht länger aushalten ich mußt's den' Führer erzählen I" M s denn, Georg?" ; : Mein Manu deutete verlegen mit den Kopf zum Bettchen hinüber. Na dai da ! Lache nicht, Jenny ich habe ihn nachher auf die Schulter geklopft und dii Sache erklärt, und er ist auch ein Fami lienvater hat er mir gesagt und und es war all right. Jenny iH war närrisch aber wenn man so sein Erstes" Mein Mann war an das Bettchen getreten. Er blickte völlig entzückt auf du geschlossenen Vorhänge, dann wandte ei sich zu mir und kniete rasch an der Bett' seite nieder. Was ist dir, Jenny ?" Georg," bat ich, steh' noch 'mal au, irnd seh es dir genau an, sieb nur du platte Nase und den spitzen Kops, Grg!" Mein guter Mann that mir den Willen. . Lr beugte ftä üb den bewealtökn
Tücherhaufen" und sah mit dem allen glücklichen Lächeln zu mir zurück. Wenn es auch gerade nicht hervorra gend schön ist," begann er ich unterbrach ihn hastig. Sieht es nicht wirklich sonderbar aus, Georg?" Sonderbar ?" gab er etwas verblüfft zurück, ich glaube nicht, wie sollte' es oenn aussehen ?" Ich weiß nicht," seufzte ich in banaem Flüstern, und da die regelmäßigen Athemzüge vom Schaukelswhl herüber den festen Schlaf der dunklen Wärterin ankündetcn, hob ich die Stimme etwas : Sage die Wahrhcit,Mann, hältst du es für ganz ganz in Ordnung ? Glaubst du, daß es keine Mißgeburt ist ?" Mißgeburt?" Ätein armer Mann sah mich mit großen Augen starr an. Dann blickte er unruhig auf den Tücherhauscn. Sein Antlitz zeigte deutliche Verwirrung; wie kommst du darauf, Jenny ?" Wegen ja wegen" mein Herz, that mir weh. Ich konnte ihn an die Tomkinschcn Kinder nicht erinnern wegen des spitzen KopfeS" stammelte ich Mtn denn alle nmen Kinder so aus, Georg Der arme Mensa) ! Er wandte mir ein wirklich hilfloses Antlitz zu, alS er leiser noch als zuvor sprach : Ich weiß daS wahrhaftig nicht, ich babe noch nie so ein kleines Ding gesehen dachte,' eS wäre ganz in Ordnung. Weiß nicht vielleicht die Wärterin" Georg! Georg!" Mein schwacher Ruf hinderte ihn in seinem Vorsatz, die Zrau zu wecken, er ließ sich rasch wieder an der Bettseite nieder soll ich wirklich it?" : ' . Nein," bat ich, mit nervösen Thränen kämpfend unb in dem Augenblick ertönten auS dem Tücherhaufen leis' zitternde WiMeriaute, nein Georg, frage . . rrn i. .
ic nicyr. xxit immer es oamil sei wir wollen das Unvermeidliche mitein ander tragen !" Wir hielten uns an den Händen. Von memeS Mannes Stirn war der schöne, jugendliche Uebermuth gewichen, mit ei nem scheuen Aufblick streifte er die Wiege. Darf man herein?" Die leise in gedämpftem Tone gestellte Frage kam von der Thür her und durch die halbe Oessnung blickte daS ehrwürdige, liebe treue Antlitz der besten aller Schvieger mütter, hinter ihr kam hinkend, freudestrahlend unser Väterchen. Nur ganz ruhig und still liegen Blei ben Pst ! Meine gute Tochter. Glück und Segen wünsch' ich dir ! So nur ruhig mein Kind !" DaS liebe mütterliche Antlitz, daS dem meines Georg so ähnlich war, legte sich eine Sekunde lang auf meine Wange und dann sah ich durch meine Thränen, wie Georg das alte, graue Haupt in seine beiden Hände nahm, dann beugte sich mein Väterchen rn mir herab und brachte vor lauter Thränen gar nichts heraus. Wie das schon schreit ! Eider tausend, ein prächtiger Junge !" Die Wärterin war erwacht. Mit breitem Lachen, ihre Zähne glitzerten hinter . rr.ttr,' . .. rv... ...... t r f. oen lazmulingen ipven yervor, gien ne den Tücherhaufen zur Besichtigung hin : Ein prachtvolles Kind !" lautete der Ausspruch, und Georg und ich horchten mit angehaltenem Athem auf weitere heimlich gesagte Kommentare. Sie blie ben aus, und Georg trat dicht an jene drei heran. Wie gut ich lene Ziaae, be roisch sein sollende Art kannte, mit der er gezwungen lachend so leichthin fragte : Bischen spitzen Kopf, was ?" MütterchenS Brillengläser sielen zur Nase herab, so rasch bob sieden Blick. Reizender Kopf," erklärte sie schwärmend, es ist ein prächtiges Kind !" und prächtiges Kmd, prächtiges Kind," sprach der zahnlose Mund unseres guten Vaters nach. Bischen platte Nase!" wagte sich Georg nochmal heroisch vor, und Ach was," eiferte die gute Alte, das ist bei allen Kindern gleich, das wächst sich aus, 's ist ein reizendes Kind ! Mit er qon iwreiü" In der bat erbob sich aus der Wol lenrolle zwischen den Absätzen der ihm eingegossenen Löffelchen Fenchelthee ein nervös machendes zitterndes Krächzen, unter dem stch die luden Tröster emvfab len und die Wärterin mittelst monotonem Gesumme und systematischem Wiegen vas pracyiige mo" emzcyiaserre. ES klopft!" Wir hatten wohl alle einige Stunden I geschlafen. Bei meinem Erwachen hatte i :x w a r.:r. rnx t r . ' üf uu icic '-putucix meyrmai vernom rmr orv . men. kleines üvcannes stimme im Wortgefecht mit unserer Wärterin. ES wird zu viel, ich kann keine Visi ten meyr erlauben !" Wer ist denn da?" Georg hat meine rage gehört. Jenny," saat er bittend, die balbof fene Thür in der Hand haltend, fühlst du dich wohl genug, Tomkins eine Mi nuie tang oereinzuiaen, er it em guter eil und da er doch mein Geschäststhell Haber ist, und er hat selbst eine Menge lnoer, er kann ganz leise rangehen, Jenny!" Georg wartete meinen Pro-, test nicht ab. TomkinS trat ein. Er ging in der That ganz leise" 'ran. brach aber um so rücksichtsloser beim An blick des schlafenden Kindes in Stau nensrufe aus was ? Langer Kopf. nicht? Bischen kurze Nase wie? r-.-i.Lt- 71 ... 's t. . r jvurcoioar romizcy, roeip mq?i rou0. UJraxultre guten Abend !" Wrau ßen war er. Georg mtt ihm. Auf der Treppe hörte ich ihn lebhaft auf ihn einreden. Ich fühlte, daß die Stimme meines Dtannes böse klana. Und ich ? Die yechen Thränen tiesgekranktenStol zeö flössen ungehindert und bringen Sie mir das Kind," schrie ich die trostlos da stehende Negerin an. Das hatte ihm alles seine boshafte Frau eingepaukt," zürnte ich weinend, ohne mich in meinen Gefühlsäußerungen durch die befchwichtl v rt. ?tnctn Worte ver Alten beruhigen zu assen,sie ist neidisch, daß es ein Junge ist, und weil sie selbst lauter affenartige Kinder bat, ist sie wüthend und daS hat sie dem dummen Tomkins vorher ttnstul ' 'r rtt r c . ' ein, in roelg es. ieoen le mir sas rvw r . . nino. u mem armes : " Das rothe Ding lag an meiner Brust. Zum erstenmal hielt ich das klein, Wesen eng in meinen Armen, zum erstenmal suhlte zq das warme Korperchen, suhlte vaS weiche QSüdchen, sab ich m ddiiua
ruhig groß und voll zu mir aufgeschla-
gene Äugenpaar des hilflos daliegenden Geschöpfchens. Was war's, das mir aus jenen blauen Tiefen entgegenblickte, das 'das Zorngefühl sofort zu bannen wußte, das ein fremdes, banges, sorgendes, erglühendes Gesühl in mir aufsteigen ließ i WaS lag in memeS Kindes Blick? War's vvurfsvoll, war's fraend, war'S sinn, d, war's beschämend ? Wofür ? Was hatte ich gethan ? Was lag ,n memcm Leben, daß mich der Blick so forschend tieferschütterte? Oder wars nicht vorwurfsvoll das Auge ? Nein, o nem ! Ich zog, em lciies Zittern überflog mich, das winzige Ding fest an mein Herz, ich wußte, was eS war, das in den Augen lag : Ein liebesbedürftizcs Flehen, zögerndes und unschuldvolles Bcfragen, hilfloses, schutzbedürftigeS Anlehnen an das Mutterherz, das alles lag in den zu mir emporgecylagenen Blicken. Spitzen Kops" hatte omlins gesagt,kirne Nase" batte er gesagt ! Du klcines Wesen, er hat ja deine Augen nicht gesehen, er weiß ja nicht, was deine Au gen sprechen, was sie erbitten, was sie verheißen, o Georg !" Er stand an der Thüre memMann. Sein Gesicht war blaß und er hatte wohl schon eine Weile dort gestanden, der liebe weiche Mensch. TomkinS war vergessen. Georg kniete neben mn, und mit den ersten Zügen Mutternahrung, die daS neue Leben sog, sielen unsere vereinten, glücklichen Thränen auf das Köpfchen ,unsereS Ersten" nieder. Die gi en0ayn0rülke. Sine Geschichte nach dm Leben von St. T. Vor einigen Jahren gina einer meiner Freunde, Heinrich Pechter, der lange in einem englischen yause ve cha tlgt war al Passagier mit dem Dampfer .Tem pst- nach Havre, wo er für sein Hau? zu thun hatte. Unter den Pas agieren war ein lqo neS Schweizermädchen, Namens Maria Lorm. Mein Freund hatte zwei oder drei Mal versucht sich mit ihr zu unterhalten. aber ihr bescheidenes, schüchternes, fast furchtsames Wesen schien jede Vertrau lichkeit auszuschließen. Ec batte jedoch dabei ersahren, daß sie in London bei einer Verwandten gelebt hade, diese je doch plötzlich gestorben sei und sehr wenig hinterlassen habe, so daß sie vorziehe, in die Schweiz zu ihrem Bater zuazukey ren, der übrigens nach der letzten Post, bedenklich erkrankt sei. Heinrich Pechter nahm ein großes In presse für da Mädchen und fühlte sich innerlich verpflichtet, eine Art Ritterdienst bei ihr, so lange sie allem reise, zu über nehmen. - AlS daS Boot anlegte, bot Heinrich ihr an, ihr Reisegepäck, welches nur aus einer großen gestickten Tasche bestand, zu tragen, odschon eS sehr schwer war. Sie dankte ihm mit ihrem gewohnten süßen Lächeln, dabei hoben sich langsam ihre langen dunklen Wimpern und gönnten ihm einen sehr freundlichen Blick aus be zaubernden Augen. Er nahm die Reise lasche auf und begleitete daS Mädchen nach Paris. Hier verspäteten sich beide für den Tageszug um zehn Minuten ; doch wurden sie unterrichtet, daß mehrere Meilen weiter ein anderer Zug binnen fünf Stunden abgehe. Aus die Frage, ob eS keine sofortige Fahrgelegenheit dahin gebe, wurde mit .nein" geantwortet. .Ich muß aber fort, sagte Marie. .Mein Vater ist, fürchte ich, lebensge sährlich krank, und ich muß so rasch als möglich zu ihm..Es handelt sich aber um mehrere Meilen", erwiederte Heinrich; .das ist ein weiter Weg für so ein schwaches Mädchen..Aber nicht sür mich, mein Herr-, ent gegnete Marie lächelnd. .Die Schaei zer sind, wie Sie wissen, große Fußwan derer und auch ich n von Kindheit an an? Weitgehen gewöhnt worden." Da ihre sanften, bittenden Augen zu sagen schienen : .Geh mit' mir!" konnte Heinrich dem Ausruf nicht widerstehen. Beide machten sich also aus den Weg und zwar läng? und neben der Bahn, da ihnen dies der sicherste Weg schien und ein anderer ihnen nicht bekannt war. Wenn sie an einen Graben oder sonstige? Hinderniß kamen, half Heinrich dem jungen Mädchen darüber und eS ward ihr dann stets leicht und sie dankte ihrem treuen Begleiter mit einem leichten Hän bedruck und freundlichem Lächeln. Sie hatten etwa drei Stunden zurück gelegt, als sie die Sonne fernab hinter einer Hügelreihe hinabsinken sahen. Eine Stunde mehr und sie glaubten sich nahe am Ziel, kamen aber jetzt auch an eine lange Brücke, über tbeilrnctie sum vfigeS, theilweise wild schäume, des Wasser, an dessen weiten schroffe Fels zacken aufstiegen. Die Brücke ruhte aus schlanken Säulen, die m der Mitte an zweihundert Fuß hoch über einander ae ordnet waren. Diese Brücke mußten sie passiren und als sie dieselbe, bei bereits stark hereinbrechendem Abend, betreten hatten, bemerkten sie, zu ihrem Schrecken, dad aus einer Strecke von mindestens hundert Meter keine Querhölzer zwischen den Schienen angebracht waren, so daß sie sich genöthigt sahen, aus dem GelklS hinüberzulausen. Unglücklicherweise war dasselbe nicht sehe breit, doch konnte eine Person von steter Balance, sähig ihre Selbstbeherrschung zu behaupten, unter Benutzung der die Eisenbahnschienen tragenden Langbalken wohl hinüber spazieren. Freilich, der leichteste Fehltritt, das VlNoeste schwanken brachte Tod und Verderben durch den Hinabflurz in die . V - fV. s t gaimenoe Wieset - Heinrich zögerte, blickte aus seine schöne r T. . l öreunoln uno ein cyauer ourquro.Qle ihn. .ES ist besser, wir kehren um, sagte er. ' .Fürchten Sie sich ?- fragte sie leise. Dann, als er heftig erröthete, setzte er raZS hinzu: .Ich meine natürlich um metNItwien v .Um Jhretwiyen, ja'.tm . carie laazeue. .Ich bin ost in den Alpea knurrt? stiegen-, erwiderte sie. .Wo der Jäger auf den ßiökeldern und Graten binüiea.
oa war auch ich. Warum sollte ich mich also fürchten. ?
Dennoch zögerteHeinrich. Ein schwan ker Schienenstrang war doch etwas anderes als ein FelLvorsprung oder eine EiSbahn. ES war dem jungen Manne, alS höre er bereit? Mariens markdurch dringendes Geschrei, als sebe er bereits. ihr Gewand m den Lüsten flattern und sie kopfüber hinunterstürzen in die schäu mende Fluth. .Ich verlöre einen ganzen Tag. wenn ich nicht ginge,- sagte das Mädchen mit angstvoller Hast. .Mein Vater liegt vielleicht schon im Sterben. Ich muß also hinüber. So lassen Sie mich denn allein gehen. Zögern dürfen wir hier nicht länger, denn es wird dunkel und wir versäumen doch da? Abgehen des 3ug8 .So kommen Sie denn, Fräulein,sagte Heinrich. .Halten Sie sich an meinem J,zquet, um sich bester zu un'er stütz.', während wir gehen. Fallen Sie, o will ich auch nicht oben bleiben, darum halten Sie mich nur recht fest. Sollte ich hingegen straucheln, so lassen vie ; i r ? . I ... f. -- IC ' , I micy jojon 103, oamii ic nicyr mn yrn untergezogen werden.Marie nickte stillschweigend, zum Ze! chen ihrer scheinbaren Zustimmung in Wahrheit handelte eS sich ihr zunächst nur darum, keine Zeit unnütz zu verlie ren. Beide schritten voran ; sie hielten sich ruhig, stetig und vorsichtiges plötz. lieh ein stärkerer Stoß des Abendwindes, welcher auf der Höhe der Brücke unbe hindert seine Kraft entwickeln konnte,daS Mädchen in'S Schwanken brachte. Sie blieb stehen und während sie das Gleich gewicht wieder zu erlangen suchte, sie! ihr Blick hinunter in die Tiefe und sie schauerte zusammen. Sie preßte ihre Lippen fest zusammen, und machte eine letzte übermenschliche Anstrengung, um die Balance zurück zu erobern. Indem sie jetzt ihren linken Arm erhob, glückte eS ihr, und sie stand wieder fest aus ihren Füßen. Beide konnten ihren Marsch jetzt fort setzen. Heinrich hatte, ohne selbst auS dem Gleichgewicht zu kommen, sich nicht umwenden können,' er wußte gar nicht, wie nahe die Gefahr deS HinabsturzeS für das Mädchen gewesen war. .Nur recht fest,- sagte Heinrich halblaut, als fürchte er, durch lautes Spre chen eine Erschütterung der Brücke her beizufübren. Die beiden Wanderer sollten eine Erschütterung ganz anderer Art erleben. Jenseit? der Brücke machte die Bahn eine Wendung um eine breite Anhöhe, welche den Schall ankommender Züge ausfing. Mit einem Male bebte der aesammte Schienenapparat unter ihren Fußen.und in der stillen Lust vernahmen sie ein dumpfes Brausen. Beide standen wie auf gemeinschastlichen Impuls still, bei Schlag ihrer Herzen schien aussetzen zu wollen, dann aber vervielfältigte eö seine Thätigkeit vor ihnen zeigten sich in nicht zu weiter Entfernung die Lichter einer Lokomotive, und sie befanden sich kaum in der Mitte der Brücke. . ES war-weder 'ein Ausweichen noch ein Zurückgehen möglich, auf allen Sei ten drohte ihnen der Tod. .Alles umsonst !- flüsterte Marie zit ternd, .wir werden hier sterben müssen. Ach, mein armer, guter Vater !" - .Helf uns Glitt !- sagte Heinrich, tob tenbleich geradeaus nach dem stch nähern den Zuge sehend. .Hütte ich nur einen Strick, dann vielleicht wäre Rettung möglich..Jch habe eine Wäschleine im Reise sack,- erwiderte rasch daS Mädchen. - .Geschwind geben Sie sie her.So schnell es sich in dieser unsicherer, Position thun ließ, langte Marie die Leine heraus. Heinrich schlang das eine Ende derselben fest um Mariens Brust unter den Achseln, dann ließ er sich ans ein Knie nieder und besestigte die Leine um einen der aus den Langbalken lie genden hölzernen Träger. - Da donnerte bereits d?r Zug heran und die Dampspseise ließ ihren durch dringenden Ton 'hören. Die Brück wurde in einer Weise erschüttert, als ob sie in Trümmer gehen sollte. Dampf. Donner, Rauch und Feuer ! .O Himmel !- ächzte Marie. Im nächstenMoment hing sie zwischen Himmel und Erde. Ihr Herz drohte zu ersticken. Wie betäubt schloß sie die Au gen. Ueber sie hinweg zogen wie ein rol lendes Gewitter in langen schwarze Schatten deS Trains. - .Vorüber !- hörte sie eine ermuthi gende Stimme rufen. .Gott sei Dank, daß wir noch leben, Maria !- Sie blickte empor über iy? hing, mit den Händen an die Leine geklam mert, Heinrich, der sich jetzt mit An? spannung aller Kraft ziemlich rasch wie der hinaus schwang und dann daS Mäh chen langsam nachzog. Mit Hilfe der Leine gelang ihnen nun daS Weiter schreiten besser alS vorher. Wenige Mi nuten später hatten sie die verhängniß? volle Brücke hinter sichl Marie stürzt, aus die Kniee und dankte Gott sür di, Rettung Beider mit Thränen, und eh, sie sich's versah, lag Heinrich betend ntden ihr. Dann saßte er ihre beiden Hände, blickte sie innia an und ihre Lip pen berührten sich. Sie hatten sich im Augenblicke der größten Gefahr sür ewig gesunden. Beide erreichten dann wohlbehalten mit der Eisenbahn Dijon und von da setzten sie ihre Reise nach der Schweizer grenze fort. Marie fand ihren alten Bater mit dem Tode ringend, er lebte indeß noch lange genug, um ihr seinen Segen ertheilen zu können. Heinrich verweilte still in den roman tischen Schweizerbergen und sah Maria öfters. ?!achdem aber der Vater bestat tet war, da sagte er ihr zart, er wolle ihr Beschützer sür alle Zukunft werden und sie lehnte dieses herzliche Anerbieten nicht ob.' ' ' Einige Monate später ward Maria seine Gattin, die mit nach seiner tzez math nahm. Bis etzt hat sich noch seine Veranlassung gezeigt, ihr eheliches Zu, sammenwandeln durch'SLeben mit jenem Balancirmarsch über dieEisenbahndrück, zu vergleichen. -- Meerschaumpfeifen, lange deutsche Pfeifen, Cigarrenfpitzen etc. bei Wm Mucho, No. 159 OS Washington Str. ' r i
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