Indiana Tribüne, Volume 16, Number 284, Indianapolis, Marion County, 2 July 1893 — Page 9

Jndiana Tribüne.

Beil

ag e. Indianapolis, Ind., 2. Juli U93 Xtt Haustrer. ErzShlun, twi DeUmh Wille. Warum bringt er aucb immer den Kasten mit!- sagte Alice Müller, g?borene Baronesse LatourHochberg zu ihrem Gatten. Dieser IWZu etroaS verwundert ras. Den Kasten? Ja der Kasten ist ihm doch unentbehrlich zu seinem 6t. schäst! Wo sollte er ihn lassen?" In etwas gezwungen sanstcm Tone versetzte Alice: Muß er denn noch immer d!es Ge schast betreiben? DaS Hausiren ist ja doch ein hartes Loos für solch alten Mann .... Könnten ir ihn denn nicht versorgen, Arnold?" DaS wollten wir längst antwortete er, .ich und meine Brüder ; denn wenn meine Bruder aucb nur Handwerker sind, so verdienen sie doch reichlich, was sie brauchen. Aber der Alte will sich nicht von uns r:rsorgen lassen, will nicht, wie er sagt, das Gnadenbrod seiner Kinder essen. Er ist noch rüstig, und sein Geschast, daS uns so schrecklich scheint, ist ihm eine liebe Gewohnheit geworden." Ali:e bewegte die Lippen, als wollte sie etwas sagen; aber sie schmieg. Ihr Gatte blieb ganz unbefangen; er begriff offenbar nicht, waS sie meinte. Ein Hausirer in ihren Salons! Als Gast, als Familienmitglied als ihr Schwie gersater! Mochte er doch kommen, der Alte, aber doch wenigstens nicht mit dem Hausirkasten! Sie schämte sich wahrhaftig vor ihren Dienstboten. Als Doctor Müller, der durch seine geistvollen Borlesungen über neue Litera tur rasch bekannt gewordene Privatdozent, sich um ihr Hand bewarb, mußt sie ganz genau, daß er ein Sohn dk Volkes sei. Er hatte indeß tadellose Umgangsformen, er verkehrte iu den besten Gesellschaftskreisen, er repräfentirte ganz und vollkommen die GeisteSaristocratie. Alice selbst entstammte einer armen, aber aristokratischen Familie, deren Mitglieder fast alle im Heere dienten. Ihr Vater war General in Pension, aber auch er billigte vollkommen die Wahl seiner Tochter, vielleicht, weil er mehrere Tochter mit geringer Mitgift, vielleicht auch, weil er die Einsicht hatte, daS Alice immerhin ejne ebenbürtige Partei mache. . Im Hanfe des Generals sprach man sogar mit einer gewissen Wärme davon, daß Doktor Müller sich durch seine glänzende Begabung allein aus Armuth und Dunkelheit emporgerungen habe. Der alte Müller wäre ein kleiner, armer Papierhändler,- sagte man im Salon,des Generals. Der junge Müller aber hatte nicht verschwiegen, daß sein Vater ein Hausirer sei. Mit spottbilligem Briefpapier, fünfundzwanzig Bogen und ebensoviel KouverlS in bunt bedrucktem Karton für fünfzig Pfennig, pilgerte er in den äußersten Vorstädten von Thür zu Thür. Bisweilen stellte er auch noch andere .Garnituren" zufam men;da lieferte er dann Bogen und Umschlage, Federhalter, Bleistift, Gummi und einige goldgerandete Karten für den gleichen Preis; Kinder erhielten och einige Abziehbilder, Metachromatypitt, als Zugabe. Bei der Hochzeit AlicenS war der alte Müller zuerst in dem Kreise seine? vor nehmen Verwandten erschienen. Er war ron seinem Sohne zu diesem festlichen Anlaß ganz neu bekleidet worden, betrug sich sehr bescheiden und wurde mit Freund lichkeit überhäuft. Der alte General erzählte mit Nachdrusk, welche schweren Entbehrungen sich dieser arme Vater auf erlegt habe, um seinen Sohn studiren zu lasten. Alice, welche ihren Bräutigam innig iiebte, gab sich alle Mühe, aufmerksam gegen ihren künstigen Schwiegervater zu (ein, obgleich eö ihr, um, die Wahrheit zu sagen, nicht recht von Herzen ging. Die Vorstellung, er sei ein Hausirer, wirkte denn doch recht unbehaglich aus sie. Während der Hochzeitsreise dachte sie nicht an die Existenz deö SchwiegervaterS, außer wenn Arnold ab und xu tuit Postkarte an ihn schrieb. Einige Tage nach ihrer Rückkehr in das neue Heim war der Alte aus einmal da in einem schäbigen Stocke, mit schmutzigen Stiefeln, den Hausirkaften nter dem Arm. Er verhielt sich auch jetzt recht bescheiden; oberer schien doch seine eigene Anwesenheit als etwas ganz Selbstverständliches aufzufassen. Er sprach von seinen lieben Kinderkens" und blickte mit seinen hellen Greisenau gen vergnügt uud unbefangen wie ein Kind in der eleganten Häuslichkeit um her. Arnold emxsiug seinen Bater stets mit ersichtlicher Frede. .Aber mußte der Alte", so dachte Alice, .denn ali Hausirer kommen, mit den schmutzigen Stieseln mit dem abscheulichen Kasten? Das ar denn doch nicht in der Ordnung! Arnold mußte bei seiner Bildung, bei seiner Weltkenntniß die Rücksichten denn doch besser begreifen, die er der Erziehung und dem Range seiner Frau schuldig war!" ; Der Alte verschwand, aber er kam nie der und wieder. Zmmer in demselben Auszüge, immer aus dem Wege in sein Heschast. Denn gerade die Sonntage verbrachte er bei seine anderen Söh neu, velche ebenfalls verheiratet und schon mit Kindern gelgnet waren. Alice wurde mehr und mehr ver stimmt .War Arnold denn ganz bkind?" Und heute bei Tische wagte sie die erste Anspielung. Ihr Gatte aber begriff nicht, oder wollte nicht begreifen. Und sie wagte nicht weiter zu gehend Er imponirte ihr mit seiner ruhigen Geistes überiegenhelt mehr, als sie's sich gestehen mochte. Eine geheime Scheu hielt sie ntrfick was würde er sagen, wenn er lhre Absicht verstand?" S, blieb ti Um Alten. GnueLJoche? pä ar. ,S. AN

ytte Bejucy, den ihrer Coustne, der sehr vornehmen Comtesse von LasbergBernsbach. Da pol'nte der Alte plötz lich herein mit triefenden Kleidern es goß nämlich in Strömen den, unvermeidlichen Kasten unter dem Arm; er hatte denselben nicht einmal, wie sonst, im Vorzimmer abgelegt, da er sich nich' aushalten wollte. .Inten Morsen, KinderkenS! 'Na Du hast Besuch da will ich nicht storen! Schönen, juten Morjen!" Und er polterte wieder hinaus. Die Comtesse war ganz entsetzt aufgesprungen. Sie glaubte an den Ueberfall eines Betrunkenen. .So klingle doch, Alice klingle! Ist Dein Diener hier?" Alice verlor die Fassung und brach in Thränen aus. Sie gestand der Cousine die ganze Passionsg'schichte mit dem Schwkegerva ter, dem Hausirer. .Das darfst Du Dir nicht gefallen lassen, mein liebe? Kind", sagte die Com tesse sehr entschieden. .Wenn nicht Dir selbst, so bist Du Deiner Familie gewisse Rücksichten schuldig. Dein Gatte mag sehr geistvoll, sehr gelehrt, sehr begabt sein aber jenen Takt, den ine aristokretische Erziehung gibt, besitzt er doch nicht ! Diesen Schwiegervater durste er Dir nicht bieten wenigsten? nicht so. Ihr mögt den Alten unterstützen, ihn auch ab und zu kommen lassen, aber nur u einer Stunde, wo er durchaus nicht stören kann, in seinen Sonntagskleidern und am besten über die Hintertreppe.. . Und Alice versprach ihrer Cousine, fort. in der Pflichten gegen ihre Familie ein "denk ia sein. w u ksmteffe ytavegle,tne. saß dcr viite noch int Vorgemache. Es goß nämlich noch immer. Er lächelte wieder unbefangen, wie ein Kind.' Dabei hatte er nicht einmal den .Takt gehabt, sich unsichtbar zu machen, sich in die hinteren Räume zu rückzuziehen! Die Entrüstung gab Alicen Muth. Und als die Thür hinter der Comtesse zugefallen war, trat sie mit entschiedener Haltung aus den Schwiegervater zu. .Ich hätte eine Bitte an Sie, lieber Schwiegervater." .Hast Du einen Jang zu jehen, enterten ? fragte der Alte dienstfertig. .??ein, das nicht antwortete sie, .aber ich bitte (sie. . nun stockte sie doch. . . . .Es freut mich ja sehr, Sie bei uns zu sehen. . . . Doch wäre es mir sehr lieb, wenn Sie immer in Sonn tagskleidern kämen und ohne Ihren Hausirkasten. . . .Ich will nicht weiter stören," stotterte der Alte mit bestürzter Miene, raffte sei, nen Kasten und seinen baumwollene Regenschirm zusammen und stampfte zur Thüre hinaus. Richt ohne leifeö Bangen blickte ihm Alice nach. WaS würde Arnold sagen? .Ist mein Vater nicht hier gewesen ? frug ihr Gatte gleich, nachdem er den Rock draußen abgelegt hatte. .Jetzt oder nie," dachte sie. Und !n möglichst unbefangenem Tone, jedoch ohne ihn anzublicken, erzählte sie ihm den Vorfall. i .Du wirst doch einsehen, lieber Mann, baß ich nicht anders konnte! Gewiß will ich Deinem Vater nicht wehe thun er mag auch kommen, so oft er will...." .Sei ruhig," unterbrach er sie, .mein Vater wird Dich nicht mehr behelligen weder in Alltags noch in Sonntagsklei dern, weder mit noch ohne Hausirkästen!" Alice erschrak vor seiner finsteren Miene und wagte ihre Sache nicht weiter zu vertheidigen. DaS Frühstück verlief in düsterer Schweigsamkeit. Alice nahm sich vor, beim Mittagessen die Sache noch einmal anzuregen, einen Compromiß zu versuchen. Aber gerade heute, zum ersten Male, kam Arnold nicht zu Tische; er ließ durch einen Bo ten sagen, daß er beschäftigt sei. Stunde um Stunde verging. In rastlos r Unruhe wanderte Alice durch die Wohnung. Gewiß, Arnold war böse, er grollte ihr. Hatte sie Unrecht gethan?" : In ihrem innersten Herzen regte sich etwas wie Reue; und dennock betheuerte sie sich immerfort: es mußte so sein! i Da hörte sie draußen heftiges Schluch. zen; sie blickte hinaus. ES ar die Scheuerfrau, welche im Hintergebäude wohnte, und welche, heftig weinend, die Thüren abseifte. Alice war zu aristo kratisch erzogen, um mit Scheuerfrauen zu verkehren, doch klingelte sie ihrem Kammermädchen und frug, warum die arme Frau weine. .Ach, sie hat einen Streit mit ihrem Manne gehabt," versetzte daS Mädchen, überlegen lächelnd. .Die Leutchen sind jung verheirathet Die Frau aber hat den Schwiegervater mit in Kauf nehmen müssen; der kam nun öfter betrunken nach Hause und Louise warf ihn gestern zur Thür hinaus. . . . Sie hat ganz recht gethan, meine ich. Ihr Mann aber nahm das sehr übel, folgte dem Vater, und ist seither nicht nach Hause gekommen. Nun meint sie sich die Augen aus, die dumme Pute sie ist eben ganz vernarrt in des Mann." ' Alice winkte dem Mädchen zu gehen. Schwer athmend blieb sie mitten im Salon stehen. Wie sosderbar l Sie, Baronesse Al'ce, sie litt ganz dasselbe, waS diese arm Scheuerfrau litt. Nie hätte sie das für möglich gehalten und eö war doch so. Einem unwiderstehlichen Impulse fol gend, öffnete sie die Thür nach dem Kor ridor und winkte der Scheuerfrau, einzutreten. .Liebe Frau", sagte sie, .lassen Si, sich den Schwiegervater gefallen, auch wenn eS Ihnen sauer wird. Man muß daS dem Manne zu Liebe thun eS geht nicht anders." .Wenn Madame meinen...." stam melte die Frau. .Madame müssen es j besser verstehen.... Es that mir auch schon leid." Die Scheuerfrau war gegangen, Alice blieb wieder allein. Eine weitere Stunde war verflossen. Arnold kam nicht. Ganz unwillkürlich blickte Alice hin über nach dem vierten Stock des Hinter gebäudeS, wo die Fenster sich eben zu er leuchten begannen. Da hörte sie vo dort den freudigen Aufschrei ein Frauenstimme, dann eine tiefe, rauht zvcännerüimme.

T" ? -T. wt.i'I nin Du bist j'.tt?Du bist einSchäsken!" O, weil Du nur wieder da bist, Wilhelm! lln wir wollen auch gleich den Vakrr holen!" .Ra weißt Du," sagte er so ganz Unrecht hast Du nicht gehabt: er sitzt schon wieder in der Destille!" .Da holen wir ihn erst recht!" rief die Frau. .Wir wollen doch einmal sehen, b wir ihm nicht in Güte daS Trinken abgewöhnen können! Denn setzt man ihn auf die Straße, so wird er süchtig und fällst noch mehr! .Louise", schrie jefct der Mann, daß eS dröhnte .das vergesse ich Dir mein Lebtag nicht!" Und nun ,?nrde cS stille. Sie waren gegangen, den Vater zu holen! Alice stand da, allein, im Dunkeln, und das Herz schlug ihr bis in den Hals hinein. Hatte sie nicht da? Ihre dazu beige tragen, daß jene den Vater holten? Und wenn sie wenn sie den Vater auch wieder holte was würde er sagen? Würde tt nicht ebusg in Liebe und Dankbarkeit zerfließen, wie jener Wifr Helm? Jetzt grollte er ihr, blieb ihr ferne. Wie schön würde eS sein, wenn er lieben der, zärtlicher denn je zu ihr zurückkehrte? Und bei dieser beseetnden Vorstellung ,n seinen liebenden Blick, an sein zärt liehe Umfangen schmolz der letzte Rtst son Stolz in ihrem Herzen. Die Cou sine Comtesse war vergessen. Alice wollte ihren Schwiegervater holen. Wenige Minuten später saß sie in ei ner Droschke, um die ihr unbekannte Wohnung deö Schwiegervaters aufzu suchen. Der Wagen hielt Vor einem hohen, kahlen Vorstadthause. Vier Treppe hoch kletterte Alice hinauf. Unmillkür lich dachte sie: Wie faner müssen sie dem lten Manne werden, wenn er, vor Geschäft ermüdet, nach Hause kommt. Der alte Müller war nicht daheim. .Wenn er schlechte Geschäfte macht, sagte seine Wirthin, .kommt er immer spät nach Hause ; und heute hat er gewiß Nichts ausgerichtet das Wetter war zu schlecht Die Frauen lassen einen Hausi rer mit schmutzigen Stiefeln nicht gern in die Stube hinein." Alice erklärte, sie wollte wiederkam men ; im Stillen beschloß sie, in irgend einer Konditorei zu warten, bis der Alte zurückkehre. Aber als sie die vier Trep pen hinabgeklettert war, traf sie den Alten und wo? Er saß auf der unter sten Treppenstufe, offenbar, um für den Aufstieg Kräfte zu sammeln. Der omi nöse Kasten und der nasse baumwollene Regenschirm lagen ihm zu Füßen. Der Alte wischte sich den Schweiß vc bei Stirn und zitterte doch zugleich vo, Kalte. Ein heiße?, nngekannteS Empfinden ftteg in Tttlcens Herzen aur: u3 1'tU. leid mit diesem ermüdeten Alten. Hatte er nicht zeitlebens mehr als seine Pflicht gethan, sich geplagt, um seine Kinder gut zu erziehen? Und trotzdem wollte er kein Gnadenbrod von ihnen an nehmen wollte arbeiten so lauge er eS vermochte! Und an solchen Tagen, wie heute, war es doch wohl ein stolzes, starkes Pflichtbewußtsein, daS den GreiS hinaustrieb in den strömenden Negen, das Waarenlager unter dem Arm und den baumwollenen Regenschirm mehr zum Schutze des Letzteren als zu seinem eigenen benutzend. Sollte eö nicht schön und verdienstlich sein, ihm nach solchem Tagemerk eine trauliche Stunde zu be reiten? Und zum ersten Male wurde in ihrer Brust eine zärtliche Regung ach für den Schwiegervater. Plötzlich stand sie vor dem alten Manne und faßte sein kalten Hände..Ich bin gekommen, um Sie zu uns zu holen, lieber Schwiegervater", sgte sie herzlich, .heute Vormittag habe ich mich übereilt und will es nun gut ma chen." Der Alte fand vor Staunen und Ueberraschung gar keine Antwort. Sie faßte mit der einen Hand seinen Arm, ergriff mit der andern den Riemen, an welchem der Hausirkaften aerragen wurde, und brachte Greis und Kasten nach der Droschke.... Sie hatte den Schwiegervater nach dem Speisezimmer geführt und ihn mi! einer Tasse Thee gelabt, während man mit dem Abendbrod noch auf Arnold wartete. Endlich kam Arnold, mit kalter, ver schlössen Miene. Schüchtern trat sie ihm entgeqen. Du bist lange sorraMieben." i .Ich habe meine Vater gesucht," vtt setzte er finster. .Nach der Kränknna, die er beute erfahren, wollte ich ih ein gute? Wort gönnen. Du wirst mir das Vielleicht übel nehmen, aber ich konnt nicht ander?; konnte ih aber nicht sin den, weder in seiner Wohnung, noch in seiner Kneipe, noch bei meinen Brä dern." .Dein Vater ist hier," sagte sie ganz leise, .ich habe ihn selbst geholt ihn sammt seinem Kasten ...."- . Und sie führte den starr ausschauenden Menn in daS Speisezimmer. Da saß der Alte hinter seiner Theetasse, ein Bild des Behagens, der Zufriedenheit. . .Alice", schrie Arnold auf, fast ganz so wie zener Wilhelm, .Alice daS ver gesse ich Dir mein Lebtag nicht!" .KinderkenS", sagte der Alte, .ich auch nicht !

V 0 Bekanntlich durfte bis zum Iahn 1348 in Berlin auf Straßen ud Plät tn0 im Thiergarten und auf allen nde ren Promenade nicht geraucht werde. Erst nach diesem gesegneten oder tollen Jahre, wie eS je nach dem Standpunkt des BeurtheilerS genannt wird ist die RauchzFreiheit vorhanden. Sie ist der Tabacksindustrie, den Cigarrenändlern, die seitdem wie Pilze aus der Erde schos sen und schließlich auch dem Staate, der aus der Tabackssteuer ein ganz erkleck licheS Einkommen erzielt, von großem Vortheil gewesen. Bis zu jene? Zeit durfte in Berlin also nur in geschlossenen Räumen ge raucht werden! Der junge Man,' der sein Comptoir verließ, der Student, der aus dem Hörsaal oder wie es auch schon damals der Fall ar, viel häusiaer ans der Kneu?e kam. df fccltf d

seinen Dienst 5n der "Kaserne beenvlgt hatte und aus einem der damalige fei neren Restaurants Tietz, Schott, Ja gor von einem Diner zu kommen schien, der Mime, der die Stätte seiner Wirksamkeit verließ, sie alle mußten deö Genusses entbehren, sich auf der Straße eine Cigarre ode? wie man jetzt ja wohl sagt .Rauchrolle" in'S Ge ficht stecken zu können; man mußte warten, bis man eine Kneipe oder sein Heim erreicht hatte, und manche? un glückliche Mann mußte sich in seiner Wohnung .auf Befehl von Mntte?" noch daS Rauchen verkneifen, damit die Gardinen nicht eingeröuchert würden. Er mußte also in die Kneipe gehen, um zu rauchen! Um übrigens der Wahrheit die Ehre zu geben, mutz man sagen, daß heutzutage irotzdem eS ja nun geftat tet ist, im Freien zu rauche, der Knei xenbesuch keineswegs geringer geworden ist. Also zu der Zeit, da man noch nicht im Freien rauchen durfte, begab eS sich, daß ein junger Mann CommiS der bei seinem Principal zum MittagSessen eingeladen war und zum Schlüsse deö DinerS sich eine der schönen Regalias seines Principals hatte anrauchen dürsen, mit der brennende Cigarre im Munde auS dem gastlichen Haufe i'S Freie hinaustrat. Er fpäbte nach allen Seiten herum, ob auch em Gendarm ihn sehen könne.' Man muß nämlich wissen, daß eS vor dem Jahre 1848 noch keine Schutzmannschast gab, daß diese erst ein Produkt jene Jahres ist und daß dazuwal der Polizeidlenst in den Straßen Berlin'S vo GenSdarmen ver sehen wurde. Die Polizei, das Auge des Gesetzes war also damals grün, jetzt blau costümirt.' :. . Der Jüngling gewahrte keinen GenSdarm und ging nun munter weiter und so kam er an die Noßftrahenbrücke, vergnügt den Qualm seiner Cigarrs durch -die Rase ziehend. Da fällt ihm Plötzlich ein, daß ein freund ihm ver sprachen hatte, ihn z erner bestimmten Zeit zu besuchen.- Er ahm deshalb seine schone goldene Uhr, die er vergan gene Weihnachten vo seinem Chef er halten hatte und die seinen Stolz auS machte, aus der Westentasche, worin er sie an einer wenig festen, aber kekett herabbaumelnden Ket'e tra, m zu se hen. waS eS an der Zeit sei ! Da plötzlich!!! . ES tippt ihn twaS auf die Schulter; er blickt sich um und eewahrt einen str ken Schnurrbart, grÄ.! funkelnd Augen, die ihm Tigeraugrn zi sein schien?, einen grünen Rock Herrgett! ! ein GenSdarm! l .Mein Herr, Sie roochen!" brüllt rt unser Jüngling an. Rasch entschlossen will unser Freund seine Cigarre ins Wasser werfen, um das Corpu dilicti verschwinden zu lassen, und seine Uhr in die Tasche stecke, aber o Pech! Er schleudert die schöne, gol dene Uhr in die schwane Fluthen der Spree, er steckt die luftig brennend Cigarre in die Westentssche! Die Uhr ist verschwunden ; in die schöne neue Weste ist ein Loch gebrannt, das Corpus dlicti ist nicht veischwunde und unser armer Freund muß fünf Thaler Strafe zahlen ! ! ! . O Oh!! Uhr hopp,! Weste futsch!! Und dann noch Strafe zahlen! ! ! .Mein Herr, Sie raochen!" Diese Worte tonten ihm noch lnge i die Ohre nd vetgiillten ihm den Schlaf! ! ,, W, Taubbeit kann nicht gebeilt werden

durch locale Applicationen, weil sie den kranken Theil des OhreS nicht erreichen können. Es giebt nur einen Weg, die Taubheit zu kuriren, und der ist durch constltutionelle Heilmittel. Taubheit wird durch einen entzündeten Zustand der schleimigen Auskleidung der Eustachischen Röhre verursacht. Wenn diese Röhre sich entzündet, habt ihr einen rumpelnden Tsn oder unvollkommendes Gehör; und wenn sie ganz geschlossen ist, erfolgt Taubheit, und wenn die Entzündung nicht gehoben und diese Röhre wieder in ihren gehörigen Zustand versetzt werden kann, wird das Gehör für immer zerstört werden; neun Fälle unter zehn sind durch Katarrh verursacht, welcher nichts als ein entzündeter Zustand der schleimigen Oberflächen ist. Wir wollen einhundert Dollars für jeden (durch Katarrk verursachten) Fall von Taubheit geben, den wir nicht durch Einnehmen von Hall's Katarrh Kur heilen können. Laßt Euch umsonst Eirculare kommen. . F. 3. E h e n e y & & o., Toledo, O. ßX7 Verkauft von Apothekern, 75 E. Drahtnehthüren alle Größen, Drahtnehfenster von 25 Cts. auswärts, Drahtnetz billig. Englisches Dinnerservice von 100Stück $3.19. RentschV Porzellan Store, No. 19C Virginia Aoenue. Clias.Plesciiner Sattler, No. 183 Ost Washington Straße, unter der MZnnevchorhalle. - Die besten und billigsten Fliegenehe, sowie Kutschendecken in der Stadt. UNION BAKERS HOME, No.135 Ost Washington Str. JoliiiSie88l, (genannt ampe) Eigenthümer. Nur die besten Getränke n. Cigarren. Hier ist gut sein Kommt herein !

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