Indiana Tribüne, Volume 16, Number 284, Indianapolis, Marion County, 2 July 1893 — Page 4

Fndiana Tribüne. Erscheint Täglich xxtxb Sonntngs.

Die tägliche .Tribiwe" kostet durch den Träger 12 Cent per Woche, die SonntagS,Tribüne" 5 Senk per Woche. Beide zusammen ILSentS oder 65 Cent perMonat. Per Post ,ugeschiöt in Bor auSbezahlung ff per Jahr. Ossice : No. 18 Süd Alabama Str. Indianapolis, Ind., 2. Juli 1893 Das Yischen". in Familienerinnerung ton Vo von Neud. .Hier Anna nimm den Korb mit der Näharbeit und trag ihn ins Hinterstübchen für Bißchen, wollte sagen Lenchen Müller sie kommt morgen zum Aus bessern", sagte die Doktorin Schmidt, indem sie als praktische Hausfrau für den folgenden Tag den hauslichen Schlachtplan entwarf. Die dreizehnjährige Anna empfing dabei aus der mütterlichen Hand einen bis oben hin vollgepackten Korb voll Leinenzeug. Habt ihr gehört, morgen kommt Bißchen, Bischen kommt morgen!" rief hocherfreut die Kinderschaar. .Sie heißt gar nicht .Bischen", sie beißt Lenchen Müller", korrigirte Anna als Alteste weisheitsvoll, .indem sie den ziemlich schweren Korb nicht ohne Kraftanstellung an den Ort seiner Bestim mung trug:" Als die Kinder am anderen Morgen aus dem Schlafzimmer kamen, saß Len chen Müller schon an der Arbeit. Es wurde jetzt früher Tag, also konnte man auch früher arbeiten. Sie hatte auch bereits wie ein erfahrener Feldherr ihre Disposition getroffen. Da lagen die auszubessernden Oberhemden, dort die Kinderhemdchen, und hier ein defekter Bettüberzug, an welchem Karlchen neu !ich während seiner Maserkrankheit, wo selbst er acht Tage im Bette liegen mußte, und allmählich an schrecklicher Langeweile litt, zum größten Entsetzen der armen Doktorin die linke Ecke regelrecht abgeschnitten hatte, so daß die blüthenweißen Daunenfedern wieduftigeSchnee flocken um das Bettchen wirbelten. .Gu'n Morgen, Lenchen, bist du da?" frug ein vierjähriger, Knabe indem er sich denSchlaf aus den Augen rieb. .Ja Gustävchen, willst du mich haben?" .Ja, du sollst gar nicht wieder fort zehcn!" .Du mußt uns aber auch wieder ein Märchen erzählen!" .Und meinen rothen Zügel mußt du nähen, der Schimmel geht sonst durch." .Und meiner Lockenpuppe mußt du ?in Ballkleid machen!" So klang es von allen Seiten au Kindermund durcheinander. . .?!icht wahr. Lehnchen, du nähst mir da Loch an meinem blauen Klkide zu?" trat das zehnjährige Evchen an die Na herin heran. .Ich, ich weiß gar nicht wie es zugegangen ist, beim Versteckspiel auf einmal war es drin, ganz von allein! Ich hab' es mit Stecknadeln zu zesteckl, damit Mama nicht schttt," ge stand Evchen weiter, die ein wenig .jun zig" war und die meisten Schelte bekam. Denn so nachsichtig die Doktorin sich zegen die Löcher und Flecken in den Jacken und Hosen der Knaben zeigte, jo streng war sie in diesem Punkte gegen die Mädchen. .Du bist aber auch ein rechter Wild fang, Evchen, davon beißt das Mäus chen kein Fädchen ab. Bring's aber nur, ich mach' es über Feierabend." .Wollen ie Snickt noch eine Schale r ir itu . f. m xan.e,e enqen! rief oie ocyln zur Thüre hlnem, er ist noch schon hech! Ich wnke! Sie sind sehr gut aber ich habe ja schon drei kleine, wollte sagen große Tassen!" Zieren Sie sich man nicht! Man weiß ja doch, alte Jungfern ach berief), trinken alle gern Kaffee!" entgegnete die resolute neunundzwanzigjahrige Kuchen fee Nächstes Jahr wird sie vermut lich nicht mehr so reden. Mit dreißig Jahren gehört man selbst zu dieser ehre;. werthen Zunft. .Wahrhaftig Lenchen, Sie haben aber auch heute emen großen Korb voll Lei nenzeug, meinte oie Doktorin, welche kam, um nachzusehen, ob die Küchenfee iilr M sfifisii Wfhitrfnin Y.tr WXhtr'tn für die leiblichen Bedürfnisse der Näherin ausreichend Sorge getragen hatte. .Es ist bald kein Durchsinden mehr mit der Menge Sachen! Bitte, sehen Sie nur die Ehemisetthemden ordentlich durch," setzte die Hausfrau fast wehmüthig hin zu, in Erinnerung daran, daß ausge franju Knopflöcher und durchgestoßene Mnfchcttcn die eigentlichen Klippen des Ehestände? sind. .Ein abgerissener Hemdenknopf vermag nun einmal den Herren der Schöpfung gründlich die Laune zu verderben und sie haben alle ein ganz besonderes Talent, gerade den ein zigen Gegenstand auS dem Wäschspind herauszufinden, der einen kleinen Mangel enthält. Und der gutmüthigste Gatte ist noch boshaft genug, die fehlenden Nadelstiche der Frau als moralische Nadelstiche empfehlen zu lassen. Ich kenne daS ans Erfahrung." .Selen die Frau Doktorin nur unbe sorgt, der Tag ist lang und morgen ist auch noch einer. Ich will schon fertig werden das ist ja nur ein Bißchen!" Die so sprach war selbst nur ein Lißchen". Nicht größer als die dreizehn jährige Anna. Aber das war das we nigste, Bißchens Gestalt war überhaupt die elendeste von der Welt'. . . .Sie wäre vielleicht ein große? schönes Mädchen ge morden, Hände und Füße waren wohl gebildet, nur jetzt im Verhältniß zu groß. Aber sie hatte als Kind an der bösen englischen Krankheit gelitten und eine Verkrümmung des Rückgrats davon ge tragen. Ueber das liebe Gesicht aber hatte die Krankheit keine Macht gehabt. Dort hatte sich die Seele ihren Tempel gebaut.und sah von da aus einem unbe schreiblich angenehmen Augenpaare in die Welt hinaus! Muthig ging Lenchen an den Berg voll Arbeit. Und weil alles was sie that nur ein Bißchen war, und was sie litt ebenfalls, so ward sie am Ende selb

für ein Bischen angesehen uns aucy so genannt. Sie war auch damit vollkom - . . L -1 1

mey zufrieden, uns sano es ganz ouo,co so leise durchs Leben zu huschen. Für die Kleinen findet sich immer noch Platz. Und leder Platz lfl der rechte, an vem man feststeht, und feststehen oder viel mehr festsitzen that Bißchen überall, wo r? .tf V ! a (T. f fr ff r m rt ne einmal uver uit iiuim auwmmi" war, nicht nur bei Doktors. Den Haus i- jl t . . r. . r (tauen war ne eine oraucyoure jauui, und die Kinder vorzüglich jubelten ihr entgegen. Der mütterliche Zug. der je dem Weibe innewoynt, war it Vipazen besonders stark ausgebildet und ließ sie das Sorgen und Behüten der Kleinen als eigene Freude empfinden. .Bitte. Bißchen, erzähle uns ein Mär chen," meinte darum Karlchen, als sie in der Dämmerung auf dem Fußboden um sie herum hockten. .Quält ihr das Lenchen immer noch? Sie soll nach Hause gehen, ihr aber müßt ins Bett," sagte die Doktorin mit aufgelegter Amtsmiene. .Ach bitte, Mama, noch ein Weileben!" .Keinen Augenblick mehr. ES .ist. acht Uhr, und der Sandmann kommt! Das Märchen erzählt sie euch morgen." .Bitte, bitte Mama, Bißchen soll mich ausziehen," bat Gustävchen. Bischen war schon dabei und machte eS besser als die Kindermuhme. Dann faltete sie Gustävchen die Hände und ließ'ihn beten Auch die andern waren inzwischen ins Bett gehuscht, und die Doktorin konnte nun beruhigt zu einem Plauder stündchen in ihres Mannes Zimmer ge hen. Die Mühle stand still.... Bischen aber legte das Arbeitszeug zusammen, suchte die verstreuten Läppchen vom Bo den und ging. Am andern Morgen kamen die Jüng sten mit nackten Beinchen, die kleinin Pantoffeln in den Händen, anstatt an den ftüßchni, um Bißchen zu erzählen, daß sie vom Psefferkuchenhauschen geträumt hatten. Aber kein Bißchen war zu sehen. Sie. die sonst die Pünktlichkeit selbst, blieb unerklärlich lange aus. Die Kin. der wurden ungeduldig, die Köchin schob den Kaffee hin und her und aufs wärm ste Fleckchen, und die Doltonn begann sich ernstlich zu sorgen. Schon wollte sie sich erkundigen lassen, da trat die Erwartete ein. .Nehmen Sie es nicht übel, Frau Doktorin, daß ich ein bißchen sehr spät komme, aber" .Schon gut, daß Sie überhaupt da sind, Lenchen!" Bißchen saß auch schon und nähte wie eine Nähmaschine. Aber Kaffee trank sie nur ein Schälchen, und das war noch nicht dagewesen. Sonst plauderte Len chen gern ein bißchen, heute aber gab sie nur kurze Antwort, so daß die Köchin ärgerlich wurde und wieder in ihre Küche ging. Selbst die Kinder merkten, daß Bißchen heute nicht Bißchen sei, und weil es gerade erster Frühlingstag war, so gingen sie auf den Hof hinab um zu spielen. Lenchen blieb allein, und das war ihr heute gerade recht. Sie konnte nun doch eimal wieder zu sich kommen und ihre zerstreuten Gedanken zusammensu chen. Was war doch seit gestern alls übe? sie gekommen ! Du lieber Gott, es schien ein Traum, und war doch keiner! Weil ihre Hand zittert, sticht sie sich in den Finger was sie heute ungeschickt ist! Aber der Stich erinnert sie an den alten Müdchenglauben, daß man von lie ben Lippen geküßt wird, wenn man sich gestochen hat. Und sie erinnert sich sogar, daß die Prophezeiung einmal einge troffen ist ein einzigeömal ! Gestochen hat sie sich freilich oft genug.... 'Sie sieht plötzlich wie in einen Spiegel hin ein, und der Zeitraum von zehn Jahren ist wie ausgelöscht. Eigentlich ist die Veränderung von damals zu heute nicht sehr groß. Wie jetzt im Hinterstübchen des Doktors, so faß sie damals in ihrem Dachstübchen und nähte. Und wie sich die Frühlingsfonne in's Hinterstübchen schleicht, und selbst dem halbverdorrten Reseda im Topfe noch einen leisen Duft entlockt, so dufteten auch damals ihre Levkoien. Und wie draußen EvchenS Kanarienvogel singt, so ungefähr sang auch der ihrige Und doch wieder wel cher Unterschied! Damals hatte sie noch einen leisen Rosenschimmer auf den Wangen, der selbst dem Stubensitzen Stand hielt. Und ganz so zusammen gesunken wie jetzt vom Nähen war sie auch noch nicht. Jetzt ürde sie, über die Arbeit gebeugt, von drüben schwer lich zu bemerken sein, selbst wenn sie sich Va ff) ';f.f fl... ,.k CXlM N.Nt. das Nähkästchen auf den Stuhl stellte, um aröker ml sein. Damals sah man sie noch Besonders der junge Zim mermann, der drüben auf dem Gerüste stand, sah sie ganz genau. Jeden Mor aen, wenn er kam, rief er ihr einen .schönen guten Morgen" herüber, auch lustige Scherzworte, ja einmal warf er wgar eme ytot ins Kenner, oie er im Munde getragen hatte, als er die Leiter blnanstiea. einmal aver am. es war schrecklich, brach etwas an dem Gerüst,' und er stürzte hmab. Glücklicherweise auf einen Gartenfleck, den sich der HauS Wirth unten angelegt hatte. Bischen hatte es mit angesehen und men emen Schrei auS, der ging dnrch Mark und Bein, und machte alles im Hause leben dig. Die erste aber, die unten stand. war doch Bißchen. .Tragt ihn heraus! rief sie wie einen Befehl! Und man ge horchte und legte ihn auf ihr Bett, denn man glaubte es sei ihr Bruder oder ein Verwandter. Dann sprang ein Ka merad zum Arzt. Der konstatirte einen Beinbruch, und meinte, transportirt könnte der Patient jetzt nicht werden, und legte ihn in GipS. Später kam ein Krankenwärter, aber die Hauptsache blieb Bißchen überlassen. Es war das eine schöne Zeit an seinem Bette sitzen zu können Jie JugeMraft siegte bald, nach vier Wochen schon konnte der Verunglückte im Zimmer umher gehen. Buchen saß natürlich bald wieder wie angenagelt am Fenster und nähte. Aber ihr Blut war unruhig, und sie stach sich oft. Und da geschah es, daß er sie dann küßte, halb in Scherz, und um die Prophezeiuna wahr zu machen, und dazu bat er sie mit ihm zum Tanz zu gehen, sie würde dann sehen wie gut sem Bem gegeilt sei.... Und als er nach acht Tagen mit einem Blumenstrauße kam, um sie ab zuholen, ging Bißchen auf den Leim . . .

Am anoern Tage aver wutzte sie ganz genau daß sie nur ein Bißchen sei ! Die Kameraden hatten ihn und seinen Schatz verspottet, und er sie wußte es mit dem Instinkt der Liebe hatte sich desselben heimlich . geschämt Leise wie ein Sonnenstäubchen war die Liebe in ihr Herz gesunken, aber nun keimte der Same, und grünte auf, und rankte sich weiter, und zwang sie den Kampf mit dem gefährlichen Insassen zu begin nen ! Auch hat sie ihn glücklich zu Enoe geführt aber nicht ohne Schmerzen und blutende Wudnen ! 5iel Gutes hat sie nicht mehr von ihm gehört. Seine Frau war zwar groß und stattlich wie er selbst, und wenn sie nebeneinander hergingen, sahen sie aus wie das erste gotterschaffene Menschen paar. Aber doch ging's rückwärts, dann war die Frau vor einem Jahre gestorben In seiner Einsamkeit und Verlas senheit war der Mann nun manchmal wieder zu Bißchen gekommen. Sonntag Nachmittags, und man merkte es dem Gequälten und Verbitterten an, wie wohl es ihm wieder im Dachstübchen sei, das der sanfte Odem einer frommen

gottergebenen See!: erfüllte Ob ihm weitere Gedanken kamen? Ich bezweifele es der Mann auS dem Volle sucht zuerst die Arbeitsgefährtin. Und doch mußte er an etwas Aehnllches gedacht haben! Denn als sie gestern nach Hause kam, fand sie einen Boten vor, der sollte sie in sein HauS holen. Er litt an einer plötzlichen bösen Krankheit, die kurzen Prozeß machte, und so hatte sie ihm mit zitternder Hand heute nacht die Au gen zugedruckt! Vorher aber hatte er sie noch seine .treue Seele" genannt, und sie gebeten sein jüngstes Töchterchen, das kleine Lieschen aufzunehmen, bis es das Alter erreicht habe, um wie die Ge schwister ins Waisenhaus zu kommen. Wie Bischen von dem Sterbelager des Stillgeliebten nach Hause gekommen war, sie wußte es selbst kaum! Nur das wußte sie, daß sich daheim zwei kleine Arme um ihren Hals schlangen, und ein Augeirpaar sich an ihrer Brust in den Schlaf geweint hatte. Sie legte Lies chen in ihr Bett, um später das Lager mit ihr zu theilen Heute morgen hatte sie die Kleine besorgt, wie sie Doktor Kinder zu besorgen pflegte. Und dabei war sie sich Plötzlich wie eine ganzAndere vorgekommen! .... Sie hatteJemand, der ihre unmittelbarste Sorge in Anspruch nahm, und allein von ihr abhing Nützlich war sie vielen gewesen, nothwen dig Niemand. Du lieber Gott, sie war gar keinBißchen mehr! Sie hatte einKind, wie die Frauen der Nachbarnschaft, und das gab ihr ein Selbstbewußtsein und einen innerenReichthum, als ob sie einen Schatz gefunden habe. Aber e war nur geborgtes Gut! Sie war ja auch gar nicht im Stande das Lieschen zu be halten. Kaum gelang es ihr sich selbst durchzubringen und einige Mark in die Sparkasse zu tragen für ihr Alter, oder wenn ein rascher Tod sie dabin raffe, wie ihren Freund. Doch ließen sich bei einem möglichen Leichenbegangniß noch keine Sprünge davon machen, und fürs Le den war's erst recht nicht genug Sie sann nach, ob sie den Sparpfennig zu ei ner Nähmaschine anwende? Da konnte sie zu Hause nähen, und mehr verdienen: Maschine und Hand sind wie Eisenbahn und Post.... Aber der Arzt hatte das Maschinennähen ernstlich verboten So saß sie im Hinterstübchen und wußte nicht wo auS noch ein. Im Hofe sangen die Kinder, und zuweilen kam von unten herauf ein Ball geflogen, wie ein färben bunter Vogel, und schlug an das Holz werk, und Bißchen dachte dabei immer wieder an Lieschen, und nahm sich vor der Kleinen wenigstens heute einen Ball mitzubringen. .Sie leben wohl heute von der Luft, Lenchen?" frug Guste, als sie kam, um das unangerührte Vesperbrot hinauszu tragen. .Was ist mich das mit Sie? Ist denn die Petersilie ganz verhagelt? Lassen Sie doch das Herze überlaufen, wie es meine Töpfe auch machen, wenn eS drin kocht heraus mit die Spra che!" Es dauerte lange, ehe sich Lenchen zum Reden entschloß, uch endeten die ersten Sprechversuche nur in einem Stottern. Endlich aber kam sie doch in Zug es that doch gut sich auszusprechen. ' .Du meine Güte, das ist alles? Na, Lenchen, sind Sie mir ein unschuldiges Kind! Wovor ist den der Herr Doktor Stadtvertrockneter? Was soll es denn schaden, wenn so ein armer Wurm auch einmal eine gute Haltemutter kriegt? Thun Sie man den Mund auf, und las sen Sie dann denn Herrn Doktor ma chen!- Es dauerte ein Weichen, ehe Len chen den Rath dollständig begriff. Sie war ja eben nur das unerfahrene Bißchen . Dann aber war es auch, als ob. ein Schleier vor ihren Augen zerreiße und dahinter lag eitel Glück und Son nenschein! War auch der Körper verküm mert, das starke Herz war gesund geblie ben, und ein gesundes Herz muß lieben! Das Bißchen sollte es empfinden.... .Warten Sie man ich- weiß fchon. wie ich's mache! Wenn die Rechnung auf der Schiefertafel stimmt, hat unsere Frau immer gute Laune.. Dann erzähle ich's ihr, und sie wird es schon machen. Wenn es auch manchmal anders aussieht, er muß doch thun was sie will!" Und er that was sie wollte, oder zuerst Guste. Auch haben es die Väter der Stadt niemals bereut, dem armen Wurm auch einmal eine gute Haltemut ter gegeben zu haben Wenn Lenchen Müller aber später zu Doktors zum Nä hen ging, brachle sie allemal einen neu en Spielkameraden mit Die Kinder aber pflegten von nun an zu sagen: .Morgen kommt das große Bißchen mit dem kleinen Bißchen." Beide zusammen aber bildeten das beste und schönste Gan ze von Mutter und Kind! . Guter N ath. Droschkenkut. scher (auf dem Todtenbette zu seinem Sohne): Wenn Du Einen zum Bahnhof fahren mußt, dann richte e so ein. daß du gerade zwei Minuten vor der Abfahrt seines Zuges ankommst, dann kannst Du fordern, was Du willst, weil er keine Zeit mehr hat, mit Dir zu streiten. - DaS Wichtig st e. eltliche, Fräulein : . Gott, eigentlich bin ich. gar nicht sitzen blieben, heute hat mich wieder ein Dienst äC:;cJ 2frM anambeL -

UuS dem Leben eine berühmt Malers.

Der Tod deS MalerS Professor Her. mann Kretzfchmar ruft eine fesselnde Be gebenheit auS dem Leben des Künstlers in die Erinnerung zurück. Auf seiner großen Studienreise kam Kretzschmar 1849 nach Alerandrien und wurde on hier nach Kairo berufen um Mehemed Ali, den großen Vicekönig von'Aegvp ten, den grausamen Ueberwinder der Mamelucken, nebst seiner Familie zu malen. Diese Thatsache spricht allein für die Aufklarung deS berühmten Pa, fchaS, denn bekanntlich verbietet den Be kennern des Jlum der Koran das Ab konterfeien und außerdem ' glaubt der strenge Muselmann, dß ihm aus seinem Abbilde ei Doppelganger entsteht, für dessen Thaten oder Unthaten er mit ver ntwortlich wird. - Mehmed Ali aber war überdiesen Aber glauben erhaben Er wollte sich, sein Söhne und Enkel für die Nachwelt per ewigt fehen. Der junge Maler ging nun mit Eifer an'S Werk und hatte be, reitS drei Bilder auf der Ltaffelei stehen, zu denen ihm die Prinzen, zwei Söhne und ein Enkel des Paschas, täglich faßen, als feine Arbeit eine jähe Unterbrechung erfuhr. In Syrien brach abermals der Krlkg. und in Kairo die Peft aus. Der eine Prinz mußte zum Heere abreisen, der andere schloß sich as Angst vor der Seuche in seinem Paläst ein, und der kleine Enkel wurde roegen eines Augen, leiden nach Marseille geschickt. Wohl waren noch genug andere Prinzen vor banden, aber keiner wollte dem Maler stillhalten; alle hockten auS Furcht vor Ansteckung in ihren Häusern. Mehemed Ali selbst ließ unserem Landsmann ant orten, er habe jetzt andere Dinge z thun, als an sein Konters zu denken. So sah der Künstler sich zur Unthätig keit verdammt, und auch die Aussicht auf klingenden Lohn wnrde sehr unsicher. Da kam er auf den G:danken, eine Nil fahrt nach Ober-Eg?pten zu mache, die ihm reiche Ausbeute für seine Skizzen mappe geben mußte, und für Geld und gute Worte fand sich auch ein arabischer Feluckenführer bereit, ihn an Bord zu nehmen. Vorher mnßte er freilich den .Nais" aus dem viceköniglichen Froh dienst, für den dieser gepreßt worden, loilösen und dies geschah durch Ankauf seines Fahrzeuges. So wurde Krehfch mar Schiffsrheder und hatte für allen Proviant und auch fSr Pulver und Blei zu forgen, denn die Fahrt führte durch unsichere, von raubgierigen Beduinen durchschmärmte Landstriche. Stolz auf seine neue Würde, spannte der Maler ein großes Stück LeinVsnd in den Rahmen, malte einen schönen preußischen Adler hinein und ein paar Tage später wehte zum ersten Male eine preußische Fahne auf dem Nil, befehligte zum ersten Mal ei preußischer Landwehrmann auf dem Vater der Ströme em preußisches Schiff Die Reise ging, obwohl ftromaus, wärtö, flott von statte, denn die zwölf arabischen Ruderknechte ruderten, reich sicher genährt denn zuvor, tapfer darauf los. Die kriegerische Ausrüstung er ÜS sich nicht als überflüssig; zu fünf verschiedenen Malen unternahmen Be .duinenhorden einen Angriff auf das Schiff, wichen aber, durch lebhafte Ge wehrfeuer begrüßt, stets heulend i die Wüste zurück. So fand hier vor 51 Jahren der erste Kampf einer von einem Preußen geführten Schaar mit arabische Raubgesindel statt. DaS Schiff erlitt im Kampfe weiter keinen Schaden, 13 daß ihm die Segel und auch der Adler durch einige Kugeln durchlöchert wurde. Nachdem der Künstler seine Mappe reich lich mit Skizzenblättern gefüllt hatte, kehrte er mit der herannahenden Flth deS Nil nach Kairo zurück. Der junge Maler fand Kairo und ebenso Aleran drien, wohin er sich von dort begab, in größter Aufregung. Wegen deS Ein, fpruchs der europäischen Großmächte ge gen Mehemed AllS Eroberungen mar d alte Christenhaß der Eingeborenen ent flammt, die fremden Konsuln rüsteten sich zur Abreise, und auch dem Künstler wurde dringendst dazu gerathen. So ließ er seine dr:i Prizenbilder auf der Staffklei stehen und schiffte lich nach Konsian inopel ein. G ed a n ken sp litter. Große Erwartungen zu rechtfertigen, ist der sicherste Sporn eines edlen GemütheS. Es gibt viele Männer, welche keine Männer sind, aber kein einziges Weib welches nicht ein Weib wäre. Sonderbar! Der unechte Cham pagner macht Denen Kopfweh, die ihn trinken; der echte aber sehr oft Denen, die ihn bezahlen müssen. Ein kleiner Unterschied. Im Jahre 1643 wollte St. Preuil, der Gouverneur von AmienS, ArraS durch eine List überrumpeln, und suchte einen Soldaten, CorcelleS, dazu zu ge innen. .Ich wähle Dich sagte er, weil Du der Klügste bist, den ich kenne. Höre meinen Plan: Dn rkleidest Dich alS Bauer und verkaufst Obst i Arra; hast Du dies eine Zeit lang gethan, f fängst Du Streit mit Jemanden an und stößt ihn mit dem Dolche nieder. D läßt Dich festnehmen ; man wird Dir auf der Stelle den Proceß machen und Dich zum Galgen ver urtheilen. Du weißt, daß i Arrak die Hinrichtungen außerhalb der Stadt statt finden. Auf diesen Umstand habe ich meinen Plan gebut. Ich lege eine Hinterhalt in der Nähe dek ThoreS, durch daS man Dich herausführen wird, d meine Leute werden sich der Salgenpro eefsion bemächtigen. Sogleich eile ich zu ihrem Beistaude herbei und nehme W Platz weg. worauf ich Dich befrei werde. Wai sagst Du zu diesem Plane?" .Er ist sehr gut," antwortete Courcelles. .aber er fordert Ueberlr, gung. Den andern Tag gr er ,e, der zum Commandanten, der jhn sogleich fragte, ob er entschlossen sei. Corcel leS antwortete: ,,Ver Plan vortrefflich, und ich will gern mit zur AS führunz beitragen, nur bitte ich, daß Ihr mir daS Commando deS Hinter haltS übertraget und selbst al fßno rs.;V. In fci 3iAf 4l " i 9 ..OTr.

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