Indiana Tribüne, Volume 16, Number 284, Indianapolis, Marion County, 2 July 1893 — Page 2
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SaS heilige Wasser.
(Eine Parabel.) Jusiuf. der Scherbetverkäuser, hatte die arme Zuleika geheirathet, weil sie sanft schien wie ein Täubchen. Aber bald zeigte sich, da sie gern ihren eigenen Kops aussetzte und ihrem Manne bei jeder Gelegenheit wider sprach. Weil jedoch auch er die Herr schast im Hause sich nicht wollte schmä lern lassen, kam es schließlich jeden Tag zu heftigem Streite und Schlägen für die junge Frau. Dann lies Jussus im Zorn in die Hafenschenke und be trank sich dort troKoran undMuham med. Kehrte er dann aber noch gereizter zurück, so schimpfte Züleika neuer dings; er polterte, sie wollte da- letzte Wort haben, und der Schluß war, daß er sie abermals prügelte. In ihrer Trostlosigkeit klagte die junge Frau endlich ihren Kummer einem weisen Derwisch, welcher außen vor der Stadt einsam lebte. Dieser nickte, als er Alles vernommen, mit dem Kopfe, begab sich hinter seine Hütte, schöpfte in eine Flasche Wasser aus seiner Cisterne. ging dann wieder zu der Besucherin, verlangte zwei Pia ster für die Flüssigkeit und sprach : Sieh, hier in dem Glase hast Du etwas von 'dem heiligen Wasser Mu hammeds ! Jedes Mal. wenn Dein Mann wieder zornig nach Hause kommt und zankt und poltert, nimm einen Schluck hievon in den Mund und behalte eS so lange darin, bis er ausgetobt hat. Hab' Acht : das heilige Wasier wird Wunder wirken denn Du wirst keine Schläge mehr bekommen !" Ueberglücklich zahlte Zuleika. lief nach Hause und nahm, als bald nach her Jusiuf fluchend heimkehrte, sofort heimliÄ einen Schluck' des heiligen Waffers in den Mund. Wohl schalt er wie sonst, polterte und zankte, um sie zu reizen, aus sie ein ; aber sie blieb steif und stumm. Und siehe da ! All mälig beruhigte sich sein Zorn, und er legte'sich endlich hin und schlief. Das heilige Wasser hatte also wahrhaftig ein Wund:c gewirkt : Zuleika bekam keine Schlage mehr ! Und so wiederholte sich's noch oft ja, nach und nach verlor sich Iussuss Zanksucht, und sie lebten wie die Tau den. ZukunftSblilke Alexander DumaS'. Man schreibt aus Paris: Zu den lhlreichen Rathgebern, welche seit eini ger Zeit die französische Jugend auf den rechten Weg der Zukunft zu leiten suchen (oder aus die Wege vielmehr, denn jeder von ihnen empnehlt eine be sondere Bahn), zu de Vogue, Lavisie. Aulard, (5m. Zola, hat sich nun auch Al. Dumas gesellt. In einem an den Gaulois" gerichteten Briefe behandelt er die künstigen Geschicke der Menschheit und tritt dabei der Zola'schen Theo rie entgegen, daß das wahre Glück nur in der Arbeit zu finden sei. Von den Ideen Dumas' mögen folgende Sätze des Briefes eine Vorstellung geben: .Die Menschheit verzichtet darauf, in das ewige Weltgeheimniß emzudrin gen. Sie ist zu den Religionen gegangen, die ihr nichts bewies: haben. denn sie waren verschiedener Art; sie hat sich an die Philosophien gewandt, von denen sie nichts erlernte, denn die selben widersprachen einander. Sie wird jetzt versuchen, sich selber zu hel fen, mit ihrem einsachen Jnstinct und gesunden Verstände, und da sie auf der Welt ist, ohne zu wiffen, wie, noch varum, so wird sie sich bemühen, mit den Mitteln, welche die Erde ihr lie jert, glücklich zu sein." Dumas .stellt eine Aera allgemeinen Friedens und allgemeiner Liebe in Uussicht. In den jetzigen Völkerftrei tigkeiten sieht er nur die letzten Zuckun gen eines Systems, dls sich ausgelebt hat. Die Verständigung ist unver weidlich, in kürzerer Zeit, als man glaubt. Ist es, weil ich bald die Erde verlaffen werde und weil das Leuchten, das ich schon unter dem Horizont sehe, mein Auge blendet ? mir scheint, daß unsere Welt sich der Erfüllung des Wortes nähert : Liebet euch unterern under !" ohne sich übrigens darum zu bekümmern, ob ein Mensch oder ein Gott dieses Wort gesprochen hat. Die spiritualistische Bewegung, welche man allerseits bemerkt und welche so viele ehrgeizige oder naive Leute leiten zu können glauben, wird durchaus huma nitärer Art sein. Die Menschen, die nichts mit Mäßigung thun können, werden von einer LiebeZwuth ergriffen werden. Das wird natürlich nicht so gleich und ohne Schwierigkeit von Statten gehen. Es wird vielleicht blu tige Mißverstandniffe geben, so sehr sind wir in der Gewohnheit des Haffes erzogen worden ; aber da dieses große Gesetz der Bruderichast sich eines Tages füllen muß, so bin ich überzeugt, daß die Zeit beginnt, in welcher wir un widerstehlich seine Erfüllung wollen werden.".... Sie will Widerspruch. Frau: Mann, hast Du dem Kellner ein Trinkgeld gegeben?" Mann: Ja, liebe Frau." Frau: Hast Du ihm viel gegeben?" Mann: Ja, mein Weibchen." Frau: Du hättest ihm aber nicht vkel geben sollen!" Mann: Ich habe ihm nicht viel gegeben, Herz-' chen." Frau: Du hättest ihm gar nichts geben , ollen!" Mann: Ich have lym auq gar rnents gegeben. Liebste." Frau (wüthend): O, Äu ärgerst mich zu Tode'." Mann: Aber,' liede Frau, ich will Dir doch nicht rci versprechen." Eingegangen. Neffe: .Sage 'mal. Onkel, könntest Du mir hundert Mark wechseln"?" Onkel:, Ja. wie kommst Du denn zu einem Hunde' -mark5cheiu?" Neffe: Hab' uch keinen! Wollte nur wiffen, od Du iöeld bei Dir hast!"
Der schüchterne Emil
Humorekke von Fr. RegenSberg Guten Tag Frau Schmittekind, rief der Maler .Adrian Flörke, seinen breitrandigen, weichen Filzhut ziehend. Wieder fleißig bei der Arbeit?" Muss wohl. Herr Flörke, wir kön nen ja nich alle als Rentenierer uff die Welt kommen," gab die stämmige, vor dem Waschfaß stehende Frau zur Ant wort. Der Maler hatte lachend ihrer Arbeit . rs. t . cv I iufici4aut; Sou aber innnte: ,3. sehen Sie. .cinlichictj ; ist mn emen!. aorun oalie im., rar 10 viel wie uff die Religiou. Ohne Reinlichkeit und Reliaion ist's nichts mit den Men schen. Wo ich Flecken sehe, da muss ich scheuern, bis Alles wieder propper ist. Glauben Si . t- ry , " Hr Florke, eme E tti' u;:J"7' irZW:k -?-.. v;. j,i i, Xu IIvir i t in ll UCl luiiiiiivii su uyivuy un. s merken Sie sich, wenn Sie mal uff die Freite gehen." ..Will's mir gesagt sein lauen," meinte dieser, indem er. ergötzt durch diese praktische Lebensphilosophie, die unter dem hochgewachsenen, kräftigen Manne knarrende Treppe emporstieg. Obcn klopste er derb an die Thür, welche eine Visitenkarte des Dr. Emil Kerstein trug, und trat ein, ohne erst eine Aufforderung dazu abzuwarten. Der Insasse des Zimmers saß an einem neben dem offenen Fenster stehenden Schreibtische, eifrig damit beschäftigt, einen großen Hausen Hefte durchzu sehen und die schriftlichen Sünden fei ner Sextaner mit rother Tinte zu kennzeichnen. Als er sich erhob, um den Freund zu begrüßen, sah er neben dem breitschulterigen Maler, der ihn fast um Kopfeslänge überragte, schmächtig aus, obwohl. sonst gar keine üvle Figur machte.' Na, wie war'S denn nun gestern?" 0, ganz nett, Franz!" Der junge Gymnasiallehrer wurde feuerroth, und als der Maler das ge wahrte, sprang er auf und rief, bevor jener noch geantwortet hatte, sich in grimmig den Vollbart streichend: Ich sehe schon eS war nichts da mit, und Du haft wieder einmal den schüchternen Emil gespielt!" Die Beiden waren seit den Kinder jähren befreundet und Flörke hatte von zeher gern den Mentor des um einige Jahre jüngeren Genoffen gespielt. Der Künstler, der sich gegenwärtig bereits eines wohlverdienten Rufes erfreute, obwohl er noch nicht lange das im Mantelliede- angegebene Älter über schritten hatte, war thatkräftig, selbst, bewußt und immer gut aufgelegt ein geborener Optimist. , Um so mehr ärgerte ihn daS beschei den zurückhaltende Wesen deZ von ihm s-s.- ,sfk5tlt?n i.n I Vrntt nnb irnräti ; v t f ..... u mit Damen zu einer oft komisch wir kenden Schüchternheit wurde. Kerstein hatte dem Maler gegenüber kein Hehl daraus gemacht, daß er für die anmu thige Agnes Lindheim eine tiefe Nei. gung empfinde. Die Freunde verkehrten Beide in der angesehenen KaufmannSfamilie und Flörke hatte bald die Gewißheit gewon, nen, daß das Mädchen Kersteins Ge sühle erwidere und daß auch die Eltern eine Verbindung ihrer Tochter mit den! jungen Philologen gern sehen würden. Trotzdem hatte Emil es bisher ab nicht über sich gebracht, seiner Angebe teten einen. Antrag zu machen. Bov Flörke immer wieder gedrängt, hatte er diesem endlich versprechen müssen, die gestern stattgehabte Landpartie benutzen zu wollen, 'um die Angelegenheit zur Entscheidung zu bringen. Weiß der Kuckuck, wie eS zugeht, daß Dich jede Schürze aus dem Kon zepte bringt," suhr Flörke in seiner Strasrede fort. Du bist doch sonst ein ganzer Kerl, halst Deine Rangen in strenger Zucht, bist sogar Reserve Lieutenant und findest nun nicht ein mal den Muth, einem Mädel, das nichts mehr ersehnt, als Dir mit Anstand um den Hals fallen zu können, dazu die Gelegenheit zu bieten. Wenn es denn gar nicht anders geht, so verfahre doch nach dem bekannten Necept. das da vorschreibt, eme Maid, deren Mühle man enor cyen will, einsam onm ? Schöpf zu nehmen und zu küffen. Hat sie Dich gern, so läßt sie sich's ruhig ge fallen andernfalls schreit sie oder gibt Dir eine hrseige. Da weiß man gleich, woran man ist." Kerstein mußte nun doch lachen. Erst hatten wir Nembrandt als Er zieher", nun kommt Franz Hals als Ehestistcr,- d?r sicherlich noch mehr Ab satz finden wird." Da verkennst ?u mich aber sehr, alter Sohn." brummte der Maler. Ich erstrebe durchaus leinen Kuppel velz." Du thust mir diesmal Unrecht, Franz. Nicht an mir lag die Schuld. . . V V i:; ir W U tll U 19 UliUUUUvU I I. .)UJ IÜUIUC "inm, Ausblick Ä svn. chen. so scharf ich auch aufpaßte. Aber ich schwöre Dir zu, bei nächster Gele genheit " WrM da ftrennMifft firf ifirn der Maler energisch rn's Wort. .Die rCwr.s. V:.T.-,W' Sache muß noch heute ein Ende neh men. Setze Dich also gleich hin und j schreibe Deiner Agnes einen Brief, in ' dem Du ihr in wohlgesetzten Worten ' ihen unti Jhslnb öntränst nnh itrn fci Erlaubniß bittest, morgen - Sonntag ... ' . . - Vormittag bei ihren verehrlichen Eltern um ne anzuhalten. Emil fuhr erschrocken auf. ,J2, so iih,r ffntif nefit da hn nW rnnflrtnrf, " meinte er beklamm,. Der Maler erklärte jedoch, nicht von w Ä,n , ntA-n w 9Wf V t V M Q wvM-;vvf r4r geschrieben sei. den er versönlich in den Brieftasten werfen wolle, und so machte sich denn Kerstein. das Unnütze weiteren Widerstandes einsehend, seus ... ' send an die Arbeit. Gerade war das schwere Werk voll bracht, als der Briesträger erschien und einme .eitunaen und einen Brief ab nab '
Mit welcher Zchsnc - stehst Du denn in n'orresrondcn.z. Schü'Jzterner?forschte der Maler neugierig. . Die. Briesadrcffe rührt offenbar von einer Damenhand her.'" Dummes Zeug, ich wüßte nicht, daß irgend eine Dame mir etwas zu schreiben hätte, betheuerte Keritein, wurde aber sichtlich betroffen, als er das Schreiben durchflog. Nun, was ist'S" begehrte Flörke zu wissen. Der Freund murmelte aber nur ei
Uv uuviluuuwillUfc yuiu llliv iiiwutv. fo mit aerunzelter Stirn denBries wn- lautete: nige unverständliche Worte und reichte Sehr geehrter Herr Doktor!, Wie ich höre, soll man Ihnen ja nächstens gratuliren dürfen. Ist es denn wirklich wabx? Sie verzeihen wohl gütigst, wenn ich hiermit mir ivvui uuuu 1. tvvtli IUJ uiviiiill iiii berausnebme. Sie daran in erinnern ' " u" ' daß wir noch eine kleine Rechnung zu begleichen haben. Da Ihre Zeit jetzt gewiß sehr in Anspruch genommen ist, werd? ich mir erlauben, Sie morgen Vormittag um elf Uhr zu diesem Zwecke zu besuchen, und verbleibe bis dahin Ihre ergebene Flora Siebmacher." Der Maler schüttelte erstaunt den Kopf. Was hast Du mit Flora Sieb mach;?, verkappter Don Juan; wer ist Diese Weib?" Ach Gott, die Tochter meiner frü heren Hausmirthin, bei der ich in diesem Frühjahr während Du in Jta lien warst kurze Zeit wr.hnte." Und was will sie von Dir? Ist sie schön oder h.ißlich?" Es kostete Kerstein sichtliche Selbst. Überwindung, bevor er gestand: Sie ist ein auffallend hübsches Mäd chen, wenn auch ihr Genre gar nicht nach meinem persönlichen Geschmack ist. Trotzdem merkte ich aber bald, daß sie es förmlich auf mich abgesehen hatte. Sie suchte sich mir bei jeder Gekgenheit zu nähern, wartete Abends, bis ich nach Hause kam, und leuchtete mir auf mein Zimmer, so ost ich mir das auch ver bat." Flörke pfiff durch die Zähne. Und was habt ihr für eine Rechnung mit einander zu begleichen ?" Unsinn, das Frauenzimmer ist toll. Ich weiß nicht, was sie will !" Na, Emil, halte nicht hinter dem Berge, sondern sage mir Alles." Aber ich gebe Dir mein Wort eS war die reine Kinderei. Eines Abends fiel sie mir fast um den Hals, und da konnte ich nicht umhin, ihr einen Kuß zu geben." Der Maler lachte. So ein alter Sünder ! Und weiter denn sicher ist e5 doch nicht bei dem einen Kuß geblie den." Nun, ich habe also ein paar Mal I. in U"l inuc uuue A 1 1 fr l WAs C K IaIm A V a. Wh ?, ,g dann er gleich K mir i Ml r.l-rHt f s ImnliA da mir die Angelegenheit doch peinlich war. Jetzt ist sie das nun natürlich noch viel mehr. Ich halte diese Flora für eine leidenschaftliche Person, die im Stande ist, aus elseriüchtiger Wuth Skandal zu machen, wenn meine Ver lobung mit Agnes bekannt wird. Jedenfalls kann ich unter diesen Um ständen nicht daran denken, um sie zu werben. Gieb mir also den Brief zu rück, Franz !" Nur ruhig Blut,-' mahnte Fkörke aber ganz gelassen. Die Epistel bleibt ln meiner Tasche, bis ne in den näch sten Briefkasten wandert. Und mit dieser verliebten Flora wollen wir schon fertig werden. Du bist srernch dazu nicht die geeignete Persönlichkeit. Des wegen werde ich morgen früh hier an Deine Stelle treten und mit der jungen Dame verhandln. , Du gehst um zehn Uhr in vollem Wichs fort und trinkst erst emcn Frühschoppen, damit Du die nöthige Eourage hast, nachher als Freier aufzutreten. Ich komme dann rechtzel tig und nehme Deine Stelle ein." . Emil Kerstein wollte noch allerletzte denken geltend machen, aber schon hatte der Maler seinen Hut genommen, ihm kräftig die Hand geschüttelt und war im nächsten Augenblick verschwunden. VerabredctermaßensaßAdrian Flörke am nächsten Vormittage an dem z Schreibtische des Freundes und harrte ' nicht ohne einige Spannung auf das Kommen von zlora Siebmacher. End lich näherten sich draußen leichte Schritte und es wurde geklopft aber ganz schüchtern. Sie zeigt zunächst die Sammetpföt chen und thut sentimental", dachte er. lndcm er Herein" rief. Sehr lebhaft war jedoch seine Uber raschung. als die Eintretende ganz und gar nicht dem Bilde entsprach, das seine Phantasie nach Kerstein's Schilderung sich von Flora entworfen hatte. Er erwartete eme feurige Brünette mi funkelnden Augen, dunklem Haar und üppigen Formen zu .finden, während eine allerliebste Blondine mit Taubau gen und einem reizenden Stumpfnäs . eben vor ihm stand. Der Ausdruck ihrer r" ' lC ? ?. if t b Scm aber mch ohne Schelmerei. Die Toilette war ein fach, indessen sehr gewählt und kleidete sie vortrei stich "V Binuuic $cixn N1 r. er: : r. r ti. . Dr. Kern stein zu Hau e treuen." be gann sie mit wohllautender Stimme während der Maler sich verbeugte. Mein .Freund ist ausgegangen wird aber sogleich zurückkehren. E würde eZ lebhaft bedauern. Sie ver fehlt zu haben. Wollen Sie nicht die szi . , i i. Qniju ... . luu v S" men?' Sje nickte mit dem von einem ge , schmackvollen Eapothütchen eingerahm ten Kopse und setzte sich auf da, Sopha während Flörke sür sich einen Stuhl an den davorstehenden Tuch zog. Dann t T 1 'Uhr er fort: ' UebrigenS sind wir seit Jahren so . vertraute Freunde, daß wir gar keine Geheimnisse vor einander hegen. Sollte cn ie i-3 - er aio wiver ermulyen langer aus bleibe, so dürfen Sie mir ungescheu Ihre Wuniche anvertrauen." . So sind Sie auch Pädagoge? .Das gerade nicht, sondern Porträt
und Genremaler; doch sind mir auch du
Wlnenschasten keineswegs fremd." Sie lachte. Ein wahrhaft 'ver. führerischeZ Lachen," gestand sich Flörke. Kein Wunder. da& selbst der Schüch terne den Muth gewann, ihr einen Kuf zu geben." mvltm. dann können Sie im? dock nicht helfen," meinte sie. Ich habt mit dem Herrn Doitor geraoe in seiner Eigenschaft als Schutmann zu verhandeln." Du machst mir Nichts wellZ," dachn der Maler. Aber ich muß wohl etwaZ deutlicher werden." Dann sagte c, laut: Er soll Ihnen wohl einen kleiner Vortrag über den Unterschied zwischen den heidnischen Gottheiten Amor unt Hymen halten?" Sie schien ihn Nicht zu verstehen ode, that doch so und meinte nach eine. Pause: Sie haben mir noch nicht gelagt. mit wem ich das Vergnügen habe." Adrian Flörke verbeugte sich unk nannte seinen Namen. .Ah, der Maler der beiden Portrat; im Kunstverein?" fragte 'sie, lebhasj interessirt. Ihnen zu dienen." Ich habe namentlich das DamenBildniß bewundert. ES ist so lebcndic und frisch gemalt. Ich kenne das Cxi ginal nicht, aber man hat beim Betracht ten des BildeS das Gefühl: so muß dai Urbild aussehen, das der Künstler geschaut hat. Das Porträt muß ähnlich sein in dem Sinne, wie ein Kunstwerk das eben sein soll." Sie urtheilen sehr freundlich über meine Leistung." entgegnete Flörke, der im Anschauen die.es holden Ant litzes sich immer mehr gefesselt fühlte. Ich würde noch Beneres schassen, wenn es mir vergönnt wäre, so wunderbar schöne Züge wiedergeben zu dürsen. Und zum Höchsten würde es mich begeistern." rief er leidenschaftlich, wollten Sie mir eine gleiche Gunst gemähren, wie meinem Freunde, diesem kalten Moralisten, der das nicht zu schätzen wußte." Er war ihr inzwischen mit seinem Stuhle immer näher gerückt. Sie aber stand hastig aus und sagte kalt abweisend: Was wollen Sie damit sagen? Ich verstehe Sie nicht." Ach, schönste Flora, thun Sie doch nicht so! Der Emil hat mir ja Allegesagt." Dabei beugte er sich vor, um seinen Arm um ihre Taille zu legen. In demselben Augenblick erhielt er eine schallende Ohrfeige auf die rechtk Wange. Die Dame wich zur Seite und blickte mit zornfünkelnden Augen auf den Maler. Dieser rieb sich die ge. troffene Stelle und mußte dabei an das Recept zur Erforschung der Gefühlt junger Damen denken, das er gestern dem Freunde angegeben. -Alle Wetter.' haben Sie aber eine Schlagfertigkeit!" brummte er dann. Sie genügt wenigstens, um Zu dringliche abzufertigen," entgegnete sie streng und setzte, zur Thür gehend, noch hinzu: Empfehlen Sie mich un bekannterweise dem Herrn Doctor und sagen Sie ihm " . Um GzttcZ willen." fiel ihr Flörke bittend in'Z Wort, dem es je!it unheimlich licht im Gemüthe wurde. Sie sind nicht Fräulein Flora ieb wacher?" "1!cin, die bin ich nicht, und die kenne ich auch gar nicht. Wie kommen Sie zu der Frage?" Sie sehen inich untröstlsch ich bitte tausend Mal um Verzeihung, gnädiges Fräulein." stöhnte der Maler. Verweilen Sie nur noch einen Augen blick, um eine Aufklärung meines Irr thums entgegenzunehmen! Sie dürfen nicht so von mir gehen!" Sie trat wieder zum Tische, setzte sich aber nicht, und hörte Flörkes Er zählung zu. Er hielt seine Schlide rung möglichst discret. um seinen Freund und die wirklich: Flora nicht bloszustellen, erklärte aber mit so glück lichem Humor die Lustspielsituation, die sich aus seiner falschen Voraus setzung ergeben hatte, daß die Miene der Dame sich zusehend? aufhellte. Als er zum Schluß noch eingehender darlegen wollte, welch' wunderbaren Eindruck die vermeintliche Flora auf sein Künstlergemüth gemacht habe, wehrte sie ab und sagte lachend: Nun ja, die Herren brennen stets gleich lichterloh, allein so ein Flacker seuer erlischt auch ebenso rasch. Jeden falls soll Ihnen aber hiermit für das Geschehene in aller Form Vergebung ertheilt werden." Sie reichte ihm ihre kleine Hand, die er rcspectvoll an die Lippen führte. Dann sügte sie noch hinzu: Wenn es aber ernsthaft ge meint war, daß Sie mich gern malen möchten, so könnte dazu wohl Nath werden." Ich hege wirklich keinen sehnlicheren Wunsch, mein gnädiges Fräulein," be theucrte er. .Bin weder Fräulein noch gnädig," meinte sie frei nach Goethe und dabei schalkhaft lächelnd, sondern em fach Frau Grete Herwag. Ich wollte wegen memes Kleinen, der m der Sexta sitzt, mit Dr. Kerstein Rücksprache neh men, da der Junge schon ein par Mal eine schlechte Wochencensur heimgebracht hat. Wollen Sie ihm das gütigst aus richten? Und wenn Sie mich mit Ihrem Besuche erfreuen, so können wir das Weitere besprechen. Wie Sie wünschen, Frau Herwaa. murmelte Flörke und gab ihr dann mit kläglicher Miene oaZ Geleit biszur Hausthür. Er war aus allen seinen Himmeln gestürzt. Also eine verheirathete Frau war sie! Keine Aussicht für ihn, dies holde Wesen zu besitzen, das binnen wenigen Minuten in ihm Gefühlt er weckt hatte, die ihm bis heute fremd ge blieben waren. Er achtele nicht auf die Mutter Schmittekind. die nebst Mann und Söhnlein aus der Kirche heimkehrte und sich eben anschickte, über Beide eme fürchterliche Musterung betreffs der von
ihr so hochgeschätzten Reinlichkeit abzu halten. Wie ein todtmüder Mann stieg er die Treppe zu Emils Zimmer nieder empor und warf sich dort der Länge nach auf das Sopha, auf dem soeben noch sie gesessen hatte, die er nie wieder sehen durfte, wenn er ein Ehren mann bleiben wollte. Er v.. sank in tiefes Grübeln. . Plötzlich ward die Thür aufgerissen, und freudestrahlend erschien Emil Kerstein auf der Schwelle. ' ' Seine Miene verdüsterte sich aber etwas, als er den Freund so niedergeschlagen da sitzen sah. Was hat es gegeben. Franz?" fragte er besorgt. War Flora hier?" Nein," entgegnete der Maler, nur eine Dame, Frau Herwag. ist dagewe sen, die mit Dir wegen ihres öhn chenS sprechen wollte." Ach ja. ich habe den Kleinen der hübschen Wittwe in meiner Klasse." Flörke sprang auf. daß der Tisch beinahe umfiel, und packte den Freund bei beiden Schultern. Wittwe sagst Du Mensch, ist das wahr?" rief er. Du gibst mir das Leben wieder!" ,
Ja. ja!- entgegnete der Gymnasial lehrer, der argwöhnte, fein getreuer Mentor habe vorher etwas stark'gefrüh stückt. Frau Hermag ist die Wittwe eines Bankiers. Man hatte sie als blutjunges Ding mit dem schon älteren Manne verheirathet, der aber nach Jahresfrist starb. Du bist ein Goldmensch aber verzeihe, daß ich mich jetzt erst nach Deinen Angelegenheiten erkundige. Also wie ist Alles abgelaufen?" Ausgezeichnet, Franz." sagte Ker' stein, jetzt wieder strahlend. ..Agnes ist meine geliebte Braut, die Alten' sind einverstanden, und Alle laden Dich, den bewährten Freund und Rathgeber, ein, sofort mit zum Verlobungsmahle zu kommen." Ja. was geschieht aber mit Flora Siedmacher?" meinte Flörke bedenk lich. Das ist mir ganz egal", rief Emil, der jetzt alle Schüchternheit verloren zu haben schien, ordentlich übermüthig. Da klopfte es, und Frau Schmittek'lnd's Gottlieb brachte einen Brief, den soeben ein Kind unten abgegeben habe. Kernstein sah sofort, daß die Adresse wieder von Flora's Hand war. Er erbrach den Umschlag, durchslog den Brief und überreichte ihn lachend dem Freunde. Dieser las laut: Sehr geehrter Herr Doktor! Leider kann ich nicht kommen, da Mutter wieder ihre Zufälle hat. Ich muß Ihnen daher schriftlich mittheilen, daß es sich um eine verbrannte Tisch decke handelt. Die Sache war uns durch den Kopf gegangen, als Sie aus zogen, und Sie haben natürlich auch nicht daran gedacht. Sie. war grün mit gelben Streifen, und der eZ ge than,' war ein Kollege von Ihnen ich weiß den Namen aber nicht. Er hatte ein noch glimmendes Streichhölzchen darauf geworfen, anstatt in den Asch becher. der doch auf dem Tische stand. Entschuldigen Sie die Ungclegenheit und seien Sie bestens gegrüßt von Ihrer ergebenen Flora Siebmacher." Eine Rechnung über zehn Mark war beigefügt. Das war in der That viel Lärm um nichts," schmunzelte Kerstein. Sag' dasnicht," protestierte der Ma ler. Ohne jenen mißverstandenen Brief Hütte ich, ja nimmermehr mein Glück gefunden, das ich mir nun zu erringen hoffe." Ja. Fränzchen, ich verstehe aber im mer noch nicht " Komm, ich erzähle Dir Alles unter wegs," frohlockte der Maler. Hoffentlich gelingt es mir. Dir in der Fixigkeit des Verlobens erfolgreich nachzueifern, da mit auf uns Beide die Devise des Or dens der glücklichen Freier passe, die da lautet: Luurn cuique Jedem das Seine!" Die deutschen Reichs städte des Südens und Westens waren gegen Ende des achtzehnten Jahrhun dertZ mit Ausnahme Frankfurts in im aufhaltsamem Verfall, sie waren tief verschuldet, ein verrottetes Patrizier regiment verhinderte das Ausblühen zeitgemäßer Gewerbethätigkeit. Noch erließ der Rath hochtönende Verord nungen, aber der Senatus populusque Bobüngensis oder NorJlinrensis, wie er sich in heroischem Stil nannte, war den Nachbarn ein Gespött geworden. Das berühmte Ulm, die südliche Haupt stadt Schwabens, einst die Herrin des italienischen SpeditionshandelZ, war so heruntergekommen, daß man an nahm, sie'müsse ihr Gebiet verkaufen, um sich vor dem Bankerott zu retten; auch Augsburg war nur ein Schatten früherer Größe; aus den fürstlichen Kaufleuten waren schwache EommissionShändler und kleine Wechsler ge worden, es wurde behauptet, daß die Stadt Nicht sechs Firmen enthalte, die mehr al 200,000 Gulden vermochten. Im schlechtesten Rufe stand das große ' Köln; dort lagen die Düngerhaufen ; tagelang in den Straßen, es gab keine Straßenbeleuchtung, das Pflaster war elend, an finsteren Abenden war Ge fahr für Hals und Beine, auch unsicher waren die Wege, mit lungerndem Lum penvolk angefüllt. Denn . die Bettler bildeten eine große Gilde, welche aus fünftausend Köyfe geschätzt wurde; bis zu Mittag saßen und lagen sie an den Kirchthüren, reihenweise,, viele auf Stühlen: der Besitz eines solchen StuhleZ wurde als eine sichere Rente be trachtet und dem Bettelkinde als Aus steuer angewiesen; wenn sie ihre Stel len verließen, dann zogen sie in die Häuser,' Mittagskost zu fordern, eine qrobe, bösartige Bande. Anspruch s l o s. Fabriklei ker: Bedaure, Ihnen keine Beschüfti gung igeben zu können wir haben gegenwärtig selbst sehr wenig zu thun!", Stellefuchmder:. Wenn's nur a' Visiert was wär' viel Arbeit will i' gar net.
In H .1. Von . vi3ac. Die Sonne lachte so heiter herab unl säumte die weißen Segel der großen Seeschisse und die braunroihen dei Fischerboote mit goldenen Streifen ein. selbst, die trübgraueFluth des Hafen! schien heute einen grünlich-glänzender Schimmer zu tragen das hastige und vielgestaltige Treiben an den PierS unc auf'dem breiten Hafenbecken selbst schier heute lebendiger, fröhlicher als sonst kurz, es wor ein so schöner Sommertag. wie es nur je einen im Jahre gegeber hatte. Nur eine Wolke sahen die Passanten, die am Hafen neugierig herumschlen derten, und diese war schwer zu entdecken, denn diese Wolke stand nicht am Firmament, sondern auf der Stirn eines Mannes, der theilnahmlos aus dem Quai dahinschrikt. Seine Gewänder hatten einen eleganten Schnitt, aber sie waren abgetragen: aus seinem feingefchnittencn Antlitz blitzte die Sorg? und der Kummer und der weiche, schwarze Vollbart, der es umrahmte. ivar nicht gepflegt, wie er es verdiente. So sonnig die Außenwelt so trüb waren die Gedanken, die den Einsamen erfüllten. Hans Bolten hatte Tagk öes Glanzes gesehen, wie er nun die Tage der Noth bitter kennen gelernt hatte. Alle, die ihn liebten, und die :r geliebt hatte, waren todt und iremde Menschen er hatte die HartHerzigkeit der Welt in zwei Welten schaudernd kennen gelernt! Drüben hätte er an den Straßenecken verhungern können. So war er mit dem letzten Gelde auf dem Platze deZ Schisses zurückgekommen. Indeß drei Tage nur langte seine Aaarschaft. Und diese drei Tage hatte er redlich ausgenutzt, um irgend eine Stelle, eine Unterkunst zu suchen! Nichts! Eine 'kinzige Mark hatte er noch in der We, stentasche und heute war er. wenn sik dahingeflogen war, obdachlos und ein Bettler. Die heitere, lachende Sonne sie vermochte nicht die schwarzen Gedanken, die in ihm keimten und wuchsen, zu zerstreuen und sie zu lichten zu machen. Da unten die trübe Fluth mit ihrer verschwiegenen Tiefe wie Viele wohl hatten schon im Laufe der Jahrhun oerte ihr zuletzt all' ihr Leid anvertraut, indem sie sich selbst im wilden Sprunge ihr anvertrauten, wie Viele! Hans Bolten schüttelte sich, als er hier just hinunterblickte. Abfälle unö Küchenreste, die man von den hier vertauten Schissen einfach über Bord ge morsen hatte! schwammen auf der Oberfläche, umgeben von einer Schaar kleiner und größerer Fische, die sich un die Bissen drängten. Brrr! Nein. wenn es sein müßte, dann weiter hinaus, dort, wo die letzten Molen sich in die hier schon in Wellen dahinrauschenden Fluthen streckten dort, mc schon der Wind von der See herein' wehte, dort mochte es dann sein Wieder ein vergeblicher Versuch! Die Stelle ist besetzt !" Wankend chritt er aus dem Comptoir. Und doch war's nur die bescheidene Stelle eines Comptoirdieners gewesen, um die er ge beten. Die Füße'brannten ihm eint Müdigkeit, eine Gleichgiltigkeit gegen Alles überkam ihn und zugleich macht sich ein quc lender Hunger bei ihm gel tcnd. Ja so er hatte ja noch ein Geld stück die stolze Summe von hundert Pfennigen. Damit konnte er noch satt werden' und seinen brennenden Durst löschen. Und so trat er in ci'ne der kleinen Schisserkneipen am Hafen, um für wenige Pfennige Wurst und Brod und einen Trunk kühlen Weins zu ver langen. Da lag die eben erschienene Nummer des größten Blattes der gewaltigen Handelsstadt. Mechanisch griff er da nach. Aber er sah gar nicht auf die Rubrik der verlangten Personen", ihn verlangte" ja doch Niemand, auf den localen Theil starrt sein Auge, um fast ohne jedes Interesse Zeile für Zeile in sich auszunehmen. Gestohlen". Seltsam, wie ihn die Rubrik durchschauerte. In diesem Au genblick empfand er zum ersten Male. welche Verführerin zum Unrechten und Schlechten Noth sein kann. Gestohlen, und welche lange Zahl von Zeilen mtU dete hier kurz und bündig, was alles in weniaen Tagen in der 'großen Stadt mit List, Keckheit oder Verwegenheit ge raubt wurde. Ein geheimes Interesse fesselte ihn an diesen Artikel. Taschendiebe. Einbrüche, alles bunt durcheinander. Plötzlich lä. chelte er. Was mußten das für Tiebe sein, die da aus dem Modcladen der Madame Zephyrine eine werthvoll an. gekleidete Wachsfigur in Lebensgröße gestohlen hatten. ' Der Polizeibericht sprach denn auch von einem Buben ! stück- und fügte hinzu, das; Madame I Zephyrine eine Velodnung von 50 Mk. s für die unbeschädigte Wiederablieferung ' der Figur ausgesekt habe. ; Der Kneipier, dem der Gast für die geringe Zeche wohl zu lange dasitzen mochte, mahnte ihn um die Bezahlung derselben. Da war das ganze graue Elend, das er für ein paar Secunden vergessen hatte, wieder da. Mechanisch steckte er fünfzig Pfenninge, die er zu. rückempfing, in die Tasche und trat wieder hinaus auf die Hafenstraße, die er langsam entlang schlenderte. Nun mußte es sein! Eine wilhe Ent schlossenheit kam über ihn. Und mit unnatürlicher Ruhe überlegte er, wie es zu Ende gehen solle! Und sein Ent schluß war schnell gefaßt. Dort drüben wurden,, wie ein weithin sichtbares Schild anzeigte. Böte und Jollen zu Spazierfahrten im Hafen vermiethet. Und wie er näher kam, jauchzte er fast ' auf. Die Stunde 50 Pfg. eineStunde ' brauchte er ja gar nicht, um hinaus zu . gelangen, mit der jetzt eintretenden Ebbe zu den Molen draußen, wo er ein Ende mnJitn nirtslf rnif rtll' ftintr )Hn MlWUJWt .vvm.v mm v is. cn . . .: ji. -f -: j -4,11 ÜUUlUtllUltliyEt JllUit yiuuiuu
U 5 t&ilnii dfnttfcftse, als H! u jbin WrantralklNd sagte: - (? Kattn lÄ sur Ime kurze Weile eZn. o: t haben? Ji möchte mir denJzro v ßw Ostindicnfahrer dort drüben einmal genau ansehen. Ich verstehe mit dem Boot umzugehen!" Tcr Mann löste die Kette und Hans stieß ab. Er hatte nicht .die Unwahr heit gesagt: er verstand wirklich die Ruder zu' führen und die leichte Jolle schoß, von feinen kräftigen Rudersttei chen getrieben, pfeilschnell durch die Fluth. Der Vermiether sah dem sich entfer. nenden Boote eine Secunde lang nach und nickte wie beifällig. Mitten im Hafen fast lag das große fünfmastige Vollschiff, das gestern erst nach langer Fahrtvon Ostindien kom mcnd eingelaufen war. So abgekehrt Hans Bolten auch schon vzn Allem war. was ihn umgab, ein flüchtiges Interesse zulte doch in ihm auf. als er an dem riesigen Schiffskörper, der bei all' seiner Größe doch gefällige Linien zeigte, langsam vorüberfuhr. ' Und dann kam sie wieder über ihn die trostlose Verzweiflung mechanisch tauchte er seine Ruder ein, die langen Schiffstkihcn rechts und links entfern ten sich von ihm, die beiden weißen Arme der Molen noch streckten sich zu beiden Seiten von ihm aus. der Nachen schaukelte und hob und senkte sich. Lie kleinen Wellen schlugen klatschend an seine Seitenflächen hier sollte eS sein. Langsam zog HanS die Ruder ein und nahm sie in'S Boot. Müde schaute er um sich, als er sich erhob da. heiliger Gott, was war das? Neben ihm, dicht neben dem Boot hob sich da nicht aus den Wogen ein blasses, feines, zar tes Mädchenantlitz, mit großen geössne ten Augen fern erstickter Schrei der Ueberraschunc war s, den Hans ausstie. Er bog sie weit über den Nand des Aostes. zu weit, denn im nächsten Momente ken terte dasselbe und er lag in der Fluth. Aber da neben ihm die Er trinkende! Tie einzige Sekunde hatte aus dem Selbstmörder einen Retter gemacht. Ein Griff, und die wie leblose Gestalt war von seinen beiden Armen umspannt ein mächtiger Ruf nach Hilfe' drang nach dem rechten Molenufer hinüber, wo sich bereits Menschen ansammelten, die neugierig und ängstlich zugleich herüberstarrten und nun begann Hans, mit feiner Last im Arm, die ihm in diesem Augenblick fast leicht erschien, der Mole zuzuschwimmen, mit dem letz. ten Aufgebote aller Kräfte seines von Noth und Entbehrung geschwächten Körpers. Immer schwerer ward sein Kampf, immer schwäche? sein Ruf nachHilfe dort drüben stieß endlich ein ' Boot ab nnd näherte sich, von raschen Ruderschlägen getrieben. Mechanisch nur kämpfte er noch gegen die Wellen, die ihn herabzogen. Aber seine leblose Last hielt er fest. Da rauschte das Boot heran, feste Hände packten ihn und die Gerettete und dann schlitterte ein helles fröhliches Lachen durch die Luft. Hans versuchte die Augen noch einmal aufzuthun, aber die Lider sanken ' eine tiefe Ohnmacht umfing ihn. Die Abendblätter brachteneine seit same Notiz. Tie Modefigur der Ma dame Zephyrine war von einem unbe, kannten Manne, in dem Wahne, es sei eine wirkliche Frauengestalt, draußen vor dem Hafen gerettet" worden. Dabei aber wäre der Retters der jetzt noch krank im Stadthospital liege, selbst fast ertrunken. . Am anderen Morgen fragte eine schlanke in Schwarz gekleidete Dame von einigen dreißig Jahren im Stadt Hospital nach dem Herrn, von dem die Zeitungen gestern das und das geschrie den. Man führte sie in den Saal, wo auf einem Bette bleich und in unruhi gem Schlummer Hans Bolten lag. ' Das feine Antlitz des Schlummernden schien auf die Dame einen seltsamen Eindruck zu machen. Sie begab sich zum Hospital'Jnspector und hatte mit ihm eine längerä Unterredung. Als HanS Bolten am nächsten Tage fähig war. über' sich Auskunft zu ge ' den, erfuhr er, was er aus dem Wasser gezogen. ' Hier ist auÄ Ihre Belohnung 100 Mark." lagtt der Inspektor. Und für Kost und Aufnahme haben Sie hier nicht? zu zahlen, das ist alles be reits geschehen!" , Wle träumend starrte HanS vor sich hin. Welche Hand hatte da rettend vielleicht in sein Ltten gegriffen. In diesem Augenblicke Uah er eine Dame ' auf fein Bett zuschreiten und dtn In. spector an ihrer Srite. Und nun er fuhr er von Madame Zephyrine den Zusammenhang. Vier Tage spater; stand er in den Diensten der jungen Wittwe, die daz renommirteste Dam,enMode Geschäft der Stadt hatte, und heute, ein Jahl ist just vergangen. l da munkelt man davon, daß Madavie Zephyrine die größte Lust habe, chren Namen mit ,dem einer Frau Hairö Bolten zu ver tauschen. V Im Hafen" war bti Einsame .in den Hafen- gelangt! v . Nus den Sprüchen tsConlueius. .jiSage mir doch, BenPkiba, Sage mir, was trin Du lieba? Trinkst Du lieber drojnes Bier Oder Wein? DaSIage mir!" D'rauf das AngesichkQeS Alten -Legt sich ernst in wü.V'ge Falten; Weife spricht er und gesaßt: .Trink', o Jüngling, was Du haft! tob. Ein dramatischer Autor. ' dessen Stücke 'regelmäßig durchfallen, schickt einem einftuire:chen Kritiker zwei Logenplüne für die Premiere, die dieser mit der Bemerkung zurücksendet: i cy j. t. tti UrXf4 IU UlUV UlUUUlUnill ... M fcMtMOT ' . . ' Nissen. f f
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