Indiana Tribüne, Volume 16, Number 277, Indianapolis, Marion County, 25 June 1893 — Page 9

Jndiana Tribüne.

ei läg e. Indianapolis, Ind., 25 Juni 1892 Israel unter den Völkern. (A. S der Kölnischen Zeitu-a.) ' Der berühmte französische Schrift stelle? Leroy-Beaulieu hat in Paris ein Werk unter obigem Titel erscheinen lassen. Es behandelt in Wissenschaft licher rotm, mit reicher Belesenheit und feiner zeitgeschichtlicher Beleuchtung die Frage des Antisemitismus. Die Ausführungen sind nicht - unbedingt neu, aber in ihrer ausführlichen, syste matischen Gestalt verdienen sie die leb' hafteste Aufmerksamkeit aller, - die in einer wichtigen Culturfrage sich mit dem Stoffe so vertraut machen wollen, um zu einem klaren, wohlbegründeten Ur theil zu gelangen. Das ist aber in der ZZrage des Antisemitismus Sache jedes Gebildeten. Leroy Beaulieu findet, daß der Antisemitismus nicht kurzweg eine Rückbildung, ein Rückfall in mit' telalterliche Anschauungen ist, sondern als ein Zeitsymptom zu gelten hat, das, aus den thatsächlichen andern Verhältnissen herausgewachsen, nur an entschiedener Einseitigkeit leidet. ES ist das Zeichen eines Rückschlages gegen die Anschauungen und Emrich' l U N gen des bürgerlichen Liberalismus, der unter der vorigen Generation die Zeit beherrschte, den Zeitgeist bildete, eroy Beaulieu kennt Deutschland, aber bei aller Hochschähung deutschen Geisteslebens wird er sehr einseitiger französischer Chauvinist, sobald poli tische Verhältnisse in Betracht kommen. Wir werden später davon noch zu reden haben. Zunächst macht er einen groben politischen Fehler in der Behaup tung, der Antisemitismus sei der Ge genschlag, die Antwort auf den Cultur kämpf. Nicht der vom Culturkampf berührte UltramontaniSmuS ist der Ur beber des Antisemitismus, der in rein protestantischem Lager, in Berlin, zu erst entstand. Nicht, wie Beaulieu sagt, war der Verlauf, daß der Pro teftantiSmus sich den die Juden wegen des Culturkompfes angreifenden Katho listn angeschlossen habe, sondern der nall von Xanten ist die Aeußerung einer umgekehrten Entwickelung. DaS ist wesentlich für die Frage, ob der Antisemitismus aus religiöse Unduld samkeit oder auf Rassenhaß gegründet tei. ' ; In der grundlegenden Anschauung über die religiöse und die rassenfeind liche Gegnerschaft gegen das Judenthum gibt nun der Verfasser ausführliche Darlegungen, in denen u. A. die Stellung des Talmud, der rituelle Mord, der jüdische Begriff deS Gojim und dann die ethnographische Frage der Semitcnrasse und der heutigen Juden als keineswegs ungemisch!er Semiten erörtert wird. Das Cndergebniß ist, daß sich weder aus der Religion als solcher noch aus der Abstammung irgend etwas Stichhaltiges für den Antisemi rismuS folgern ließ. Der heutige Jude ist nur das Ergebniß deS Ghetto, der durch die Christen ihm gewordenen Be schränkung und Mißhandlung. Zwar hat das Alter zeitweilige antisemitische Strömungen gekannt, aber noch da? flühe Mittelalter kennt keine Juden Verfolgungen und auch keine allzu drückenden Beschränkungen. Bis zu den Kreuzzügen lebte der Jude in Deutschland sowohl wie in Frankreich, von woher er zunächst nach Deutschland kam, in vollem Frieden und unter dem wohlwollenden Schutze der Fürsten und Bischöfe, Handwerk neben dem Handel, namentlich auch Arzneiwissenschaft trei dend, und ist in den barbarischen Zeiten neben dem Mönch ein werthvoller GuI turträger. Crst der Uebereifer der Kreuzzüge trifft auch den Juden als Ungläubigen, und nun beginnt für ihn die Zeit des lshetto, der erniedrigenden Beschränkungen und der Mißachtung. Das Volk Israel wärt unbedingt unter diesen Bedingungen untergegan gen, wenn nicht die Rabbiner es ver standen hätten, das weithin zerstreute Judenthum durch die strengsten 0eletzesauZlegungen und einer Fülle ri tuellcr Vorschriften wie mit eisernen bittern zu umgeben, den hierarchischen Begriff deS auserwählten- Volles zu stärken und so die schärfste Trennung von der nichtjüdischen Welt und ihren Sitten durchzuführen. So entstand aber auch als Gegendruck gegen die christlichen Gesetzgebungen der conser vative Nationalis'mmez JudentoumS, der jetzt vom Antisemitismus als etwas Fremdes innerhalb der Volkswirthschaft empfunden wird, obwohl eben hinter der Emancipation die Macht deS Rad binerthumS sich sichtlich abschwächt und der Jude die Neigung offenbart, die Fesseln d.'r Hierarchie zu lockern und sich in seinen Sitten den Christen zu nähern. Im Ghetto hat sich der Jude durch die Jahrhunderte hindurch physiologisch und psychologisch eigenartig entwickelt. Er hat durchschnittlich die körperlichen Erscheinungsformen einer degenerircn den Rasse, was sich durch die von Ge schlecht zu Geschlecht fortgepflanzte vor wiegend städtische, sitzende Lebensweise unter ungünstigsten Verhältnissen er klärt, ganz wesentlich aber auch aus dem Umstände, daß auf Israel die älteste Cultur aller Völker lastet. Da mit hängt die außerordentliche Jntelli oenz und Lernbeaierde der Juden zu sammen. Das Ghetto ließ ihnen keme andere Erholung als die Wissenschaft und die Kunst, zu denen sie von der Theologie auS übergeleitet wurden. Diese reiche geistige ThätigkeN im Elend des Ghetto ist eine der bewunderungS würdigsten Culturerscheiuungen, und staunend blickt man aus die reiche Zahl bedeutender Männer. deS JudenthumS zurück. DieEuubuna deS SrmLen

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Juden in der Ghetioschule leitete ihn schon zur Nachdenklichkeit und Schlag fertigkeit an und gab ihm eine GSwandtheit des Geistes, die ihn der man gelhasten Schulbildung der Äosse der Christen überlegen n:achte.' Die jüdische Intelligenz hat dadurch einen Grad der Feinheit, eine nervöse Erregbarkeit erhalten, die Irin anderes Volk, kennt. Der Jude hat ein Vorwiegen der Ge hirnthätigkcit über alle andere menschliche Bethätigung ererbt. Eigenthümlich ist eS nun, daß trotz der Zeichen der körperlichen Entar tung, trotz des körperschwöchenden UebergewichtS der Gehirnthätigkeit die Juden eine große Lebenszähigtcit. eine überraschende Vermehrungsfähigkeit u. einen sehr günstigen Gesundheitszustand sich bewahrt haben. ES ist dies aus den klugen rituellen. Gesetzen, die wesentlich hygienischer Natur sind, aus der Heilighaltung der Ehe. der Sitten reinheit. die. trotz des engen Zusammenwohnenö im Ghetto strenge Uebung war, und aus der völligen Vermeidung das Alkoholismus. - Dagegen ist der Jude freilich auch nie jung, er ist früh reif und nachdenklich, den Kampf ums Dasein erwägend, wo Christenjünglinge noch der Sorge lachen, genießen und von der Zukunft nur angenehm trau men. Der Ghettojude war gezwungen, sei nen Unterhalt in Erwerbszweigen zu suchen, die an sich schon V-rsuchungen nahe legen oder in anderen Fällen ein nur ihm verbctenes Gewerbe keimlich u betreiben, er nr vielfach "änlich s" beschränk von durfte e nicht vaaen,, sein Recht vor dem ordentlichen Richter! aeltend zu machen, daß er durch Schlau 5eit sich vor Schaden sichern mußte; er! mußte heucheln, sich demüthigen, Hohn und Beschimpfung geduldig hinnehmen, der Belustigung mächtiger Her--en dienen, wollte er nicht behandelt werden wie ein Thier oder aber brod und herdloS werden. Das hat natur emäß im Laufe der Jahrhunderte den indischen Charakter verdorben, und der großen Intelligenz entspricht bei den Juden nicht die Gediegenheit der mora tischen Gesinnung. WaS gut an dem Juden blieb, das bot er dem Weibe, den Kmdern. dem Schatze, der in einem musterhaften, nicht selten heroischen Familienleben sein Heiligstes nächst Zehovah und dem Gesetze war. - So kennzeichnet Beaulieu den Ghetto 'uden, den die Christen zu dem gemacht haben, was er ist und dessen Spuret im heutigen Juden die antisemitischen Neigungen in einem gewissen Grade logisch erklärlich machen. Nun unter sucht Beaulieu die beiden antisemiti schen Vorwürfe von dem verderblichen' Wesen des jüdischen Geistes und vom' mangelnden Patriotismus, von der kosmopolitischen NivellirungStendenz des JudenthumS. Da wird als Haupt fatz aufgestellt, daß alle jene den Juden, besonders vorgeworfenen kritischen und negativen GeifteSströmungen gar nicht jüdischen Ursprungs sind, sondern den Juden von Christen gelehrt worden sind. Spinoza ist ohne DeöcarteS, MoseS Mendelssohn nicht ohne Lesfing' zu denken, di? atheistischrationalistiiche Bewegung, die der französischen Revo lution vorausging, der schärfste geistige Zersetzungsprozeß fett der Reformation, hat sich ohne jede jüdische Mitwirkung vollzogen. Weiterhin weist Beaulieu bezüglich der deutschen jüdischen Geistes Vertreter auf den Hegelianismus hin, um zu zeigen, daß die Juden in der negativen Kritik nur Schüler der Christen seien. Es läßt sich dieser Gedanke noch irrn ter entwickeln, wenn man die von Schoppenhauer, Darwin, jetzt Nietzsche eingeleiteten Geifteöbewegungen in Betracht zieht, während allerdings der Socialismus in Marx und Lassalle hervorragende jüdische GeifteSführer aufweist. Beaulieu hätte dabei näher ausführen sollen, daß die unleugbare Neigung der jüdischen Intelligenz zu Radikalismen, zu schneidender Kritik aller herkömmlichen Dinge eben auch nur eine nothwendige psychologische Folge der Ghettozeit ist. Der Unter drückte wendet sich mit seiner Ueberzeu gung und seiner Neigung naturgemäß dahin, wo er die günstigsten Bedingungen seiner freien Entwicklung, Ideale steht, die ihm den besten LebenSzustand zu verbürgen scheinen. Daß dabei eine gewisse GemüthSver. bitterung gegen die Vertreter des Her gebrachten sich geltend macht, ist mensch lich begreiflich. Der jüdische Geistist aber darum nichts dauerndes, unab änderliches, wie die Antisemiten be Häupten, wenn auch naturgemäß der Jude immer überwiegend einer liberalen, der ihm günstigsten Richtung zu gethan sein wird. Hinsichtlich des Pa triotiSmuS, des NationalisirungSver mögenS der Juden geben die französi schen und englischen Juden bezeichnende Beispiele, daß der Jude unter günsti gen Verhältnissen mit der Nation, in deren Mitte er lebt, völlig verwächst. In Deutschland und Oesterreich finden wir auch die Juden, die im Lande an säsfigen Familien entstammen, völlig deutsch denkend. Großstädtisches Leben wirkt allerdings auf Juden noch mehr als auf Christen in dem Sinne' einer gewissen Gleichgiltigkeit gegen nationa les Denken, einer kosmopolitischen Bla sirtheit. Dagegen zeigt der Jude die größte Anhänglichkeit an den Ort, die HeimathSliebe. Er ist begeisterter Ber liner, Wiener u. f. w. Namentlich aber lassen sich auS der Literatur deut liche Beweise dafür anführen, daß auch der Jude zumal jenes besondere deutsche Heimathsgefühl, die Anhänglichkeit an den KindheitSort, in vollem Maße be. sitzt. . . . . Herr Leroy-Beaulieu hat eS Übri genS gar nicht nöthig, bei dieser Gele gknheit den deutschen Patriotismus dem edlen französischen Natianalgefühl als eine rohe, fäbelrasselnde Krastprahlerei hinzustellen. Der deutsche PatriotiS muS war schon vor 1370 vorhanden, und Herr LeroyBeaulieu muß die

j Lreinisse US Jahre 1813 doch auch

kennen. Der Teutonismus der Vlnti semiten ist nicht für alle Deutschen, so typisch, wie er ihn darzustellen beliebt, und will man an unserm Patriotismus mäkeln, so kann man et.ec.sagen, er ist ffi friedlichen Zeiten eher zu zahm als zu geräuschvol. der Deutsche hat eher die Neigung, ihn wie eine heimliche Liebe geschämig vor dem Auslande zu verhüllen, als ihn prahleri.ch immer spazieren zu tragen. Die letzter poli tischen Ereignisse mögen dabei ganz aus dem Spiele bleiben. Tagegen kann man von dem Franzosen sagen, daß er seinen Patriotismus gern allzu theatralisch der Welt vorführt: die Miene zur Schau tragt, als ob Chau vinismuS, d. h. alle andern Nationen unterschätzender Nationaldünkel und auf Unkenntnis des Auslandes beru hende Selbstverherrlichung als einziges echtes Eulturvolk Patriotismus sei. Kehren wir nach dieser von Bkanlieu selbst veranlaßten Abschweifung zum Hauptgegenstande zurück, so betont er sehr richtig, daß die Geschwindigkeit und erfolgreiche Gewandtheit, unter der nach der Emancipation die jüdische In telligenz auf den verschiedensten Gebie ten sich geltend machte, auf die christ liche Bevölkerung im höchsten Maße überraschend wirtte. Es läßt sich der Gedanke jedoch ncch weiter ausspinnen. Dem Judenthum kam zu statten, daß bald nach der Zeit der eudgiltigen Emancipation auf den verschiedensten Gebieten deS Erwerbslebens, des öffent liehen Verkehrs, der Presse sich- neue Entwicklungen, neue Thätigkeitsgebiete austhaten, die den Gewöhnungen der christlichen CrwerdSgesellschaft zunächst noch fremd waren und deren abwar tende, mißtrauisch zögernde Stellung bewirkten. Die frei gewordene jüdische Intelligenz hatte zahlreiche Gelegenheit, ihre Kraft sofort zu verwerthen, ohne mit der christlichen Bevölkerung in einen allzu scharfen Wettbewerb zu treten. ES dauerte noch eine.Weile, bis die mo derne großstädtische und industrielle Entwicklung auch die Masse der christ lichen Bevölkerung aus ihren alten Ge wöhnungen herausriß und zu dem verschärften Daseinskampf zwang. Da stellte sich nun heraus, daß die jüdische Intelligenz schon einen Vorsprung ge Wonnen und die besten Stellungen ein genommen hatte, weil sie eben gleich zu Beginn die von andern unbenutzt ge lassene Gelegenheit aufgenommen hatte. Diese Wahrnehmung verstimmte, und der Antisemitismus rechnete eö dem Judenthum übel an, daß sich die in Ge brauch genommene Freiheit als tüchtig bewährt hatte. Ein Irrthum Beau lieu'S ist es aber, wenn er die Juden Emancipation iu Preußen, durch eine Peftimmnnq in der Verfassung des Norddeutschen Bundes herleitet, txi im Jahre 1369 zum Abschluß gelangen läßt.

Der gelbe vereis. Die Vorkost und Grünkramhändle ein Alwine B. war schon seit längerer Zeit von der düsteren Ueberzeugung durchdrungen, daß in ihrer unmtttel baren Nachbarschaft einige schlechte Menschen lebten, die eS daraus abge sehen hatten, ihre Waarenbeftände in strafwürdiger Weise zu reduciren. Bald stellt: sie ein Manko an Weißkohl fest, dann waren einige Räucherheringe in räthselhafter Weise verschwunden, und ein drittes Mal hatte sie den spurlosen Abgang eines Limburger Käses zu be jammern. So sehr sich Frau Alwine A. auch bemühte, den geheimnißvollen Vorgängen auf die Spur zu kommen, die sich in ihrem Laden abspielten, hatte sie doch keinen Erfolg zu verzeichnen. Da kam eines Tages ihr Dienstmädchen auf einen schlauen Gedanken, und die sem pommerschen Landmädchen, das den Spürsinn eines gewiegten Detek tivs entwickelte, ist es zuzuschreiben, daß schließlich eine Entdeckung herbei geführt wurde, die der Frau Alwine B. endlich ihre GemüthSruhe wieder gab. Diese brave Händlerin stand eines Morgens wie gewöhnlich in ihrem La den und wartete auf den Besuch der Kunden. Da kam Frau Selma Sch. und gab die löbliche Absicht zu erken nen, eine saure Gurke in der Preislage von fünf bis zehn Pfennigen zu erwer den. Frau Alwine B. wußte schon, daß der Abschluß-eineS solchen Handels geschästS mit dieser Kundin eine ge räume Zeit in Anspruch nehme, und wandte sich daher, indem sie die AuS wähl der Gurke der Kundin überließ, dem amüsanten und kurzweiligen Ge schüft zu, Linsen auSzulesen, die sie für ihren eigenen Mittagstisch bestimmt hatte. Frau Selma berichtete derweil Über allerlei interessante Begebnisse aus der Nachbarschaft: daß der Hund des Kohlenfuhrmanns seine eigenen Jun gen gefressen, daß die Frau deS Schnei derS nebenan erst gegen Morgen vom Maskenball heimgekehrt fei, und daß der Weißbierwirth an der Ecke in der Lotterie gewonnen Haie. Während dieser Zelt stand Pauline. vaS Dienstmädchen aus Pommern, in der neben dem Laden belegenen Etube und beobachtete durch das Schlüssel loch der Thür die Borgänge, die sich vor der 'Ladentafel abspielten. Dort hin hatte sie, dicht neben einen Stuhl, auf welchem Frau Selma während ihrer Erzählungen manchmal Platz zu nehmen pflegte, einen mit Eiern gefüllten Kord gestellt. Zu ih rem unaussprechlichen Vergnügen Detektivs sind stets vergnügt, wenn sie ihre Mitmenschen bei emer Schandthat ertappen beobachtete sie. wie Frau Telma Sch., indem sie bei der Auf zählung ihrer Neuigkeiten lebhaft hin und her lief, jedesmal,' wenn sie an dem Eierkorb vorbei passixte, demselben ein Ei entnahm nnd in ihre Tasche ver schwinden ließ. Nun befand sich diese ?Tasche an dem Hinteren Theil des ÄockeS, und diesen Umstand nutzte Pauline in teuflischer Weile für ihren Plan auS. Als F. Sch. nach, ihrer Beobachtung etwa ' ein Dutzend Wer eingesteckt hatje. kn .2kne mit der

harmlosesten Miene von 'ver Welt in den Laden und begrüßte die treue Kun din deS Geschäfts in freundlicher Weise. Frau Selma hatte eben ihre Gurken wähl getroffen, sie war auch mit ihren Neuigkeiten fertig und wollte gehen. Aber bitte, noch einen Augenblick", sagte Pauline. wobei sie ihrer Herrin einen bezeichnenden Blick zuwarf. Sie können zu nett plaudern: ei hört sich wirklich hübsch an." Wirklich?- rief Frau Selma Sch. geschmeichelt;, aber ich muß jetzt doch nach Hause, sonst wird das Mittagessen nicht fertig. Sie wissen, gleich nach zwölf Uhr kommt mein Mann, und dann will er sein Essen aus dem Tisch haben." Acd. dazu ist ja noch lange Zeit-, meinte Pauline. Machen Eie ihm doch einen Eierkuchen, das dauert nicht lange.Einen Eier!uchen ( Nee, hören Sie mal, dazu sind mir jetzt die Eier zu theuer,' das giebt s bei mir nicht. Ja, so zu Ostein herUiN. wenn sie billig werden, dann laßt sicb darüber spre chen. Aber jetzt nein, nicht für die Welt, jetzt kommt kein Ei zu mir m s Haus." Ach wag', sagte Pauline, setzen Sie sich man nur." - Und dabei gab sie der Frau Selma einen freund sa'tlichen Stoß, um sie aus den be rt.. gehenden Stuhl zu zwingen, und Frau Selma konnte diesen Stoß nicht widerstehen und sank in den Sessel. Und in demselben Augenblick hörte man eil! seltsames Knaxen. und Kra chen, und aus der hinteren ttleidertafche der Frau Selma entströmte eine gelbe Flüssigkeit, die sich bis auf den Fuß. voden fortpflanzte Fcau Selma Sch. stand dieser Tage unter der Anklage des Diedstahlk vor Gericht. Sie bestritt ihre Schuld. Die Zeugin, Frau Alwine B., be kündete: Ick hätte niemals nich ooch nur den geringsten Verdacht uff diese Frau jeworfen, wenn ick nich den tlar sten jetden Beweis dicht un deitlich vor meine Oogen jesehen hätte. Mein Mächen, wat die Zeijin iS, war in diese Sache ville Heller als ick. Die hatte mir schon lange jesagt. die iS et, un sonst keene. Un da hat sich nun die Pauline e;tra hinter det Schlüsselloch jestellt un beobachtet, un.wir hatten vorher die Eier, die for die Anklagte ertra hinjestellt jeworden waren, abje zählt, un nach die Katastrophe haben wir sie wieder anjezählt un siehe da, et stimmte dat heeßt, et stimmte, dat sie, wat die Anjellagte iS, so'n Stücker zwölf jestoblen hatte. Nu weeß ich ooch. wo meine Kohlköppe un meine Reicherheringe hinjekommen sind. Aber dafür habe ick lernen Beweis. Hier aber, in diese Eiersache, habe ici eenen triftigen Beweis, nich schwarz aus weiß, sondern den jelben Beweis, wie er uff ibre Kluft jeschrieben stand.- ! Die Aussage des Dienstmädchens ist noch überzeugende? ' irnb von solcher Wucht, daß die Verurtheilung der An geklagten nicht ausbleiben kann. D Strafe ist drei Tage Gefängniß.

Auch der S eg en des Pap fteS wird auf der Weltausstellung zu Chicago nicht fehlen. Ein Amerikaner führte vor Kurjem dem heiligen Vater einen Phonographen vor. der die letzte Predigt deS Earbinals Manninz wie bergab, in der dieser Kirchenfürst die Hoffnung ausspricht, daß der katholische Glaube sich über die ganze Welt auS breiten werde. Auch über mehrere Sätze, die der Kardinal Gibbons ge sprachen, verfügte der Apparat. Zum Schluß verlangte nun der Amerikaner jedenfalls ein talentvoller EommiS voyageur Edi onS Ee. Heiligkeit möge einen Segen aussprechen. Nach Lumiere electrique- ging der Papst auf dieses Ansinnen ein, und dieser Segen wird nun den Besuchern der Chicagoer Weltausstellung phonographisch über mittelt werden. - Elne aufrichtige Appellation. Da so viele anzeigende Firmen sich an das Publikum wenden, so hat Dr. Schoop in Racine, Wiö., sich entschlossen, an irgend eine Adresse, Proben sein'? Arznei nebst Krankenbuch frei zu versenden, um deren wirklichen Werth zu beweisen. Dieses giebt dem Publikum Gelegenheit, dieselben zu probiren und sich über seine neue Ent deckung zu informiren, bezüglich der Ursache von chronischen Krankheiten und Aufklärung zu erhalten über die Methode zur Heilung von Magen-, Leber- und Nierenkrankheiten durch die Behandlung mit seinen wiederherstellrnden Arzneien, die direkt aus die Nerven einwirken, welche diese Organe kontrolliren. Agenten gegen Salair und Commission verlangt. Zu verkaufen over iu vertausche gegen radt Utaenthum 6tne Äartenfar von tefa cker an der Three otch oad. 6 ct(en südlich von der äumllit,. Hau mit 9 Zimmer, arohem Seller, Brunnen und (ftcrnc, Milch au und Holzbau, große Scheune, KuhSall, Hübnerstall, 3 Wagen'Remisen, eine stets lau ende Quelle bei der Scheune, Z Äcker in ttrucht bäumen, Weinreben und verschiedener Beere. i Äcker in Holt, da Land ist gut drainir und ge iännt. gerner 40 Acker angrenzend vidgeport, Meilen westlich von der Stadt, an der ational Road, Zftöckige Hau mit runne, Elstern,, gute Scdeune mit großem Hühnerhau, etnäerich tet für Hühnerzucht. Ferner 13 Acker 8 Meilen westlich von der Stadt mit Hau und guter Stal lung. Zu verkaufen mehrere HZuser aus monit liche Zahlungen in der Nähe von Eodurn und Sheldostr.. Farmen grob und klein tu Marion nnd andere Sountie. O. . raler. B OK Washington Str. Geschäfts -Uebernahme. Meinen Freunden und dem Publikum hier mit zur Anzeige, daß ich die Wirthschaft, Ecke Chio und Noble Straße, übernommen habe, und m'ch bemühen werde dieselbe zu einem angcnehmm Sammelplatz der Deutschen zu gestatten. Beste QttxänU und Cigarren ,e. Zu zahlreichem Besuche ladet ein Eottlleb LeuKhardt, Ecke Ohio und Noble Straße.

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