Indiana Tribüne, Volume 16, Number 277, Indianapolis, Marion County, 25 June 1893 — Page 7
Spanische 2l5e!r,tastrovhen.
Jn Spanien geyr es mit dem DfgtV tcrten, historischen Adel reißend schnell zu Ende: in vielen Fällen ist er selber daran schuld, in anderen die Macht und die Ungunst der Umstände. Tazu gehört die nach der letzten Revolution erfolgte Aufhebung der Fideicommisse. welche nur noch in, Aragonicn, das in dieser Hinsicht Reservatrechte besitzt, weiterbestehen werden. Die heutige Generation Majoratsherren, d. h. diejenig.en, welche eZ schon vor 1863 wa. ren, sitzen ncch fest im Sattel deZ gro ßen historischen Vermögens, halten es uch. der Strömung des Jahrhunderts entgegen, nach Kräften zusammen: z. B. die Herzöge von Medina Celi, Me dina Sioonia, Medina de Rio Srco, Medina de la Torre, Feruan Nnnez, Villahermosa. Andere Aristokraten versuchten nach dem Beispiel des Mar quis Salamanca dieser ein neuge backener Finanzaristokrat mit dem Kopf durch die Wand zu rennen; wci ler erzahlt wird von diesem Marquis, deffen Familie heute in Madrid im Elend lebt, daß er einst während des Spiels eine Dame sich nach einer herabgefallenen Fünfundzwanzigfrank note bückte, eine Tausendsranknote an zündete, um der Dame beim Suchen zu leuchten. Augenblicklich ist in der spanischen Hauptstadt wieder einmal das Schicksal des Vermögens der Herzoge von Osuna der beliebte Gesprächsstoff: wieder ein mal, weil dieses Schicksal schon vor 10, 20 und 3 Jahren in Aller Mund ge Wesen. Der HcrzogStitel von Osuna ist seit seiner Stiftung im Jahre 15(32 ununterbrochen im Besitze der Familie Tellez Giron gewesen; vor fünfzehn Jahren starb der letzte Herzog. .Er war vermählt mit einer österreichischen Prinzessin S., welche so schön war und auch als Wittwe noch so schön blieb, daß sie viele Jahre später den Zwiespalt in der Familie des jungen Alfons XII. zu tragen vermochte. Sie vermählte sich endlich mit dem belgischen Herzog Saint Eroir und starb bald nach dieser zweiten Vermählung. Die Ehe des Herzogs von Ofuna mit der Prinzessin war kinderlos geblieben; als er starb, theilten sich seine vielen ari stokratischen Verwandten in seine zahllosen Adelstitel und beabsichtigten dasselbe auch mit seinem Vermögen zu thun. Der größte Theil deZ letzterett aber war schon zu Lebzeiten des Herzogs seinen besonderen Weg gegangen; über den Rest wird nunmehr gerichtlich verhandelt. Das Vermögen der OsunaZ warf schon, zu Philipps II. Zeiten eine jähr, liöe Rente von 110,000 Golddukaten ab; durch umsichtige Verwaltung soll es nm die Mitte des gegenwärtigen Jahrhunderts bis auf 7 800 Milliouen Franken angewachsen sein. Da geschah es während der Regierung Jsadcllas der Zweiten, daß der letzte Herzog von Osuna als spanischer Gesandte? nach Petersburg geschickt wurde, und daß er dort auf den Einfall kam, nicht allein der russischen Aristokratie, sondern sogar dem Zaren in Pracht entfaltung die Spiye zu bieten. Er unterhielt die Gesandtschaft mit all ihren Secretären. Attaches und Kavalieren aus eigenen Mitteln, miethete, wenn er eine Jagd abhalten wollte, die im Rayon derselben liegenden Ortschaften viele Meilen in der Runde, taufte ein Pferd, welches dem Kaiser zu theuer gewesen war, ließ es vor das Marmorpalais führen und erschießen u. s. w. Obgleich .er sich in Petersburg aufhielt, mußte in den fünfzig Schlössern, welche er in allen Theilen Spaniens besaß, doch allnächtlich Alles auf einen Ball und eine fürstliche Mahlzeit gerüstet sein, und die Diener in Galalivrecn nahmen ihre für solche Fülle bestimmten Posten ein. So kam denn das ungeheure Vermögen ins Rollen. Aber das Vertrauen in seine Unerschöpflichkeit war so groß, daß die Anleihen dem Herzog keine Schwierigkeiten' bereiteten. Und was waren das für Anleihen? Man spricht auch hier von Hunderten von Millionen; die Schulden des Prinzen von Wales sind demnach, verglichen mit den Schulden dieses spanischen Granden. eine unkavaliersmä'ßige Kleinigleitskrümerei. Die Osunas'chuld wurde von der Börse für gkichwerthig mit einer Staatsschuld gehalten; sie wurde stets Schuld" un'o nicht .Schulden" genannt. Der Herzog besaß eine innere .und äußere, stehende und schwebende Schuld; seine Obligationen waren ein Werthpapier, ein Staatspapier, sie stiegen uns sanken. ' Der Herzog starb, e5 gmgen beun ruhigende Gerüchte über oen Zustand des Vermögens um, die Gläubiger regien sich. Sie wurden aber bald b'eruhigt ; denn der traurige Rest des monumentalen Vermögens genügte immerhin noch über die Maßen, um die ungeheure Schuld zu begleichen und die Osunapapiere im Kurse zu halcken. In diesen Tagen handeU ieS sich um die öffentliche Versteigerung der Moüilien und des Inventars der HerAöge von Osuna, welches zu umfang reich ist, als daß selbst der auspruchsvollste Erbe sich damit belasten möchte. Der Palacio des las Vistallas-, der herzogliche Palast der Osunas. ist von d:m Herzog von Montellano überaomrnen wsiden ; da mächtige GebZude ist ' von Möbeln und Geräthschafteu derartig Dollgepfropft, daß der letztgenannte Herzog, um sich Luß zu machen, zwei Drittheile deS vorhandenen unter den Hamsier bringen läßt, und zwar Lu Spottpreisen ; es waren nicht weni4 denn vierzehn Staatsequipagen .vorhanden, welche' einschließlich des zu jeder gehörigen Zaumzeuges für ein Viergespann für 45000 Peseta? das Stück verkauft worden sind. Dann die Rüstko:nmer, welche t groß ist. daß aus ih? ein mittelalterUches. Kavallerieregiment ausgeruöet werden könnte; an Schwertern,Lanzen, Hellebarden und Harnischen ein ganzes' Arsenal, TieauS Metall und lüntV
lerisch hergestellten Tischgeräthc, deren I
die Herzöge nch aus der Reue u bedienen pflegten, füllen einen weiten aal aus. Von den Gegenständen deS PorzellangeschirreS enthält jede Kategorie Hunderte, manche Tausende von Nummern; wie werthvoll sie sind, geht daraus hervor, daß trotz der Auktion, zu welcher Pfandverlciher und Antiquitätenhändler ein großes Kontingent stellen, ' dennoch mehrere Hundert Teller das Stück für 10 Pesetas verkauft worden sind. Mit dem Herzoastitel von Osuna war seit Jahrhunderten der von Gandia verbunden; der erste Herzog von Gandia ober war bekanntlich jener Bruder Cäsar Borglas, der von dir Schwester Lukrczia begünstigt und darum von Eäfar ermordet worden sein soll; des ersten Herzogs von Gandia Sohn kehrte von Italien nach Spanien zurück, entiagte :n erdge gewmer Vorfälle seinen Titeln und. Reichthümern 'und wurde später als San FranziZco'de Borgia kanonisirt. Am 31. d. M. soll nun auch die Hinterlassenichaft dieses Heiligen veräußert werden; sie besteht aus iwei Garnituren Priestergewändern. welche auf 3000 und 4000 Peseiaö tarirt sind: dann eine Art Leichentuch, welches auf 2000 Pesetas veranschlagt ist; endlich einig? Kelche, Bilder und Kirchengeaenstänoe. Das Alles stammt auZ der Kirche von Gandia, der selber bereits von den Jesuiten erworben worim ist. D r. Hans Parlow. nopolten llk. uns König Wilhelm. Ein Berichterstatter des Temps" in Konstantinopel hat von einem oricn i . rtr ' tätlichen pursten, dcen warnen wayrend achtzehn Jahren in Europäer llungen ist,- interessante. Aufschlüsse über die dor180 zwischen NapoleonlII. und König Wilhelm von Preußen 'gepflogenen ' Beziehungen erhalten und theilt dieselben seinem Blatte unveran' dert mit. Danach . erzählte ihm der Fürst:.Im Jahre vor der Eröffnung deS Suezkanals brachte ich zwanzig Tage am preußllchen Hose zu. Am Tage vor meiner Abreise .sand ein großes Enen statt, der welchem ich zur Rechten oes Königs faß. Im Laufe der Mahlzeit sagte Se. Majestät zu mir: 9hm. Sie gehen nach Paris?- Ja, Sire!" Sie thun mir einen Gefallen, wenn Sie dem Kalier sagen, daß lch ihm für die mir geleisteten Dienste innige Dankbarkeit bewahre. Ohne seinen guten Willen hätte ich den Krieg gegen Oeßerreich nicht unternehmen können. Aller dings verfügte Frankreich, in Mexiko engagirt, nicht über alle seine streitkräfte. aber 100.000 Franzosen 'am Rhein hätten uns in die größte Verlegenheit gebracht. Auch die Diversion der Italiener, die einen Theil der öfterreichischen Kräfte von unseren Grenzen ablenkte, ist der Freundschaft des Kai serS zu danken. Die meinige ist ihm dafür gesichert. Nichts verhindert uns, Hand in Hand zu gehen. Was mich betrifft, so werde ich mein Möglichstes thun, um die besten Beziehungen! zu Frankreich zu erhalten." Wiederholt betonte König Wilhelm diese Versicherung mit einer Wörme, die ihre aitibe dingte Aufrichtigkeit verbürgte. Als ich nach Paris kam. entledigte ich mich des mir vom König gewörde nen Auftrags beim ersten Besuch,? den ich dem Kaiser machte. Er hörte 'mir sehr aufmerksam zu. Während ich sprach, erhellten sich seine Züge. Meine Worte schienen ihm eine wahre ' Erleichterung zu bewirken. Nichts, mitwortete er mir, könne ihm angenehmer sein, als eine solche Mittheilung, denn der Frieden und die Zukunft Europas hingen von den guten Beziehungen Frankreichs und Deutschlands ab. Seine Erklärungen schienen mir ebenso aufrichtig, als die des Königs von Preußen, und ich wäre vollkommen be ruhigt gewesen, wenn sich nicht in der kaiserlichen Umgebung kriegerische Güh rung kundgegeben hätte. Alle, l na mentlich die Säbelraßler, sprachen von einem Krieg mit Preußen als unverweidlich und nahe bevorstehend. Als ich diese Tollheit sah. .ahnte mir, i daß der Kaiser früher oderspäter überstürzt roeroen muroe uno oan oer tfiKoeiriun: an einem Faden hing." Auch in ; London versicherte : Lord Clarendon '.dem orientalischen Für--sien", der kranke Napoleon wolle keinen Krirg. da er dabei seinen Thron ris tire; der Frieden fei also gesichert. Der Fürst theilte jedoch diesen Optimismus nicht, nach der kriegerischen Stimmung. die er in der Umgebung' des Kaisers wahrgenommen. Nach Paris zurück gekehrt, hörte der Fürst, General Fleury solle Kriegsminister werden. und beglückwünlchle diesen. Der Ge.neral sagte jedoch: Glauben Sie diese Nachricht nicht. Wenn ich Krieasmini ster wäre, so ruhte ich nicht, bevor ich frianlieiü) bis zu den Zähnen besän et hätte. Dazu muß sich das Land große Opfer auferlegen. Gegenwärtig sind wir außer Stande, mit Sieges gewißheit in's Feld zu rücken. Diejenigcu. die sich Alles zutrauen, kennen meine Ansicht; weit entfernt, mich als Kriegsminister vorzuschlagen, werden sie ihr Möglichste- thun, meine Ernennung zu verhindern.- In der That wurde der General bald darauf als Botlchaster Znach Petersburg geschickt. er.Mwlllzrsmann dcSTemvs" schal tete hier die Bemerkung ein. Jeder mann wisje, rnß die Kaiser' Eugenie Haupturhederin deS Krieges gewesen fei. Im Anschluß an diese Bemerkung erzählte der Fürst, wie abstoßend sich die Kaiserin Eugenie bei der Eröffnung deS Suezkanals gegen den Kronprinzen von Preußen, den nachmaligen Kaiser Friedrich, benommen. ' Als letzterer sie an Bord deZ Algle zu begruben kam, ließ sie ihn mehrere Minuten warten. Nach dem Besuch ivandte sich der KrönPrinz an sein Gefolge mit den Worten m deutjcher Sprache: Haben Sie be merkt, wie dieses Weib geschminkt ist? Der Fürst, dcn. der Korrespondent de , .TempS" peivrocheu hat, kann, wie die üranjj. Zt .meint Wfi tze gan
zen'Zusamm'enange nurier Ezlheöive Ismail Pascha sein.
Ein Gaunerstreich. ' Bor einigen Tagtn'war in Riim in dem Hause des Monsignor Augusts Mancini eingebrochen worden. Die Diebe machten m dem Wohnzimmer und im Studirzimm.r des Priesters eine hübsche Beute, übersahen aber zu allem Glück einen 500 Lireschein, der in einer Schublade deS Schreibtisches aufbewahrt ge.re,'rn war. In ihren Aenleu uoec den Liedstahl verfehlten die Blätter nicht, diese Einzelheit hervorzuheben. Am Sonntag nun fand sich der Monngnor Mancml em Herr ein, der sich ihm als Geheimpolizist vorstellte und eine entsprechende Legitimatlon vorwies. Er theilte dem Pne ster mit. daß die Polizei den Einbrechern auf der Spur sei. Einer ihrer Helfershelfer desinde sich bereits in Nummer Sicher und habe gestanden. Monsignor Mancini war über diese Mittheilung begreiflicherweise sehr erfreut. Der Verhaftete." so fuhr der Geheimpolizist fort, behauptet, daß die Einbrecher auch mit einer Bande von Banknotenfälschern in Verbindung stünden...." Welche Menschen !" Hinsichtlich dieses PunktcS sind nun noch weitere Erhebungen erforderllch. Der Verhaftete versichert nämlich. daß die Diebe auch Ihren 500 Lireschein, Monsignore. mit gestohlen hätten. Um ihn aber ausgeben zu können, ehe Alarm geschlagen würde, hätten sie ihn durch einen falschen Schein erseht." Um GotteSwillen," riet der Priester erschrocken aus, was sagen Sie da?" und er holte eiligst die verhängnisvolle Banknote herbei. In der That," sagte der Polizist, nachoem er sie geprüft hztte, der Schein scheint mir verdächtig. Das Papier greift sich so eigenthümlich an." Unmöglich! Unmöglich'." Ich bltte hit drmgend, Monsignore, den Schein nicht auszugeben. Sie würden dadurch eine sehr lchwere Verantwortung aus. sich nehmen." Was 5oll ich aber thun?" Am besten wäre es vielleicht. Sie schickten den SckelN auf die Prüsectur. Dort ließe sich sogleich feststellen, ob' der Schein echt oder falsch ist. Schicken Sie sogleich JZjre Köchin mit mir und in einer halben Stunde ist die Sache erledigt." ' Ä0 gcschay. es. Monstanor Mancini händigte den ' verdächtigen Schein dem Geheimpolizisten ein und wartete dann angstvoll auf die Nückkehr der Köchm. Nach einer Stunde erschien sie endlich ohne den 500 Llreichem. Der Geheimpolizist war ihr im Gewühl der Via Nazionate plöl)lich von der Seite verschwunden und ile ljatte ihn nicht wieder finden können Nun eilte Monsignore, obgleich es Vcspcrzeit war. selber zur Präfectur. Hier wußte man von' der ganzen Angelegenheit nicht da Geringste, und der gute Mon signore kam zu der. Erkenntniß, daß er das Opfer eines abgefeimten Schwind lerS geworden fei,' wahrscheinlich einer der Diebe, die bei dem nächtlichen Be suche in seinem Hause so unacht'am gewesen waren, den 500 Lireschein lie gen zu lassen, und der nun das Versäumte nachholen wollte. Englischer Humor. Vom englischen Humor plaudert I. Steinbach in der WeserZtg.": Sein Inbegriff ist die Gelassenheit, die Kühle und Trockenheit, die v?n je selbst in den Parteikämpfen Stand hielten .und ibre veriöbnende Wirkuna übten. Der scbrone Parlamentarier Bürke bielt einst eine donnernde Philippika, gegen das Ministerium North. Da er aber,' wie das gewöhnlich bei lhnr der Fall war, seine Ausfälle stundenlang fortsetzte, so schloß, als die Nacht anbrach, der Schlaf die müden Augen der meisten ehrenwerthen Mitglieder des Hauses der Gemeinen. . Selbst der Minister. Lord Ncith. ent. schlummerte sanft: Burke bemerkte dies: es erschien ihm jedoch nicht schicklich. den Äcinlster, weicher die Opposition mit ihren Sorgen im Schlummer vergaß, in brüsker Weise zu wecken. Er kreuzt deshalb die Arme, macht eine Pause und spricht ruhig: Ich sehe, des Königs Regierung schläft, aber ich hoffe, sie ist nicht todt", und Lord North wurde durch das schallende Gelächter des Hauses geweckt, in das er sogleich herzlich einstimmte. ' Der ältere Pitt bemerkte.' als er seind Jungfernrede .hielt, daß der Minister Lord Germäin. . welcher im Gerüche der Feigheit stände wegen seines Beüeh mens in der Schlacht bei Minden, ihn zuerst von oben bis unten musterte und dann seinem Nachbar auf der Minister dank etwas in's Ohr flüsterte. Pitt unterbrach sogleich seine Rede, ver beugte sich und sagte im verbindlichsten Tone: Bevor ich fortfahre, halte ich eS für meine Pflicht, das Gespräch des tapferen Generals mit seinem Kollegen nicht zu unterbrechen. Gewiß wird er ihn von seinen Waffenthäten unterhalten." . ' Seinen besanderen Eindruck erzielt der englische Wit) durch die Art, wie er vorgebracht wird. Während z. B. der Franzose eZ uicht unterlassen kann, über sein Bonmot selbst zu lächeln, bleibt der Engländer ganz ernst und zieht höchstens die Mundwinkel ein wevig ironisch in die Höhe. Sein Auge ist scharf' wie sein Verstand; er bemerkt sofordie schwache Seite, wo sein Witz einhauen kann. Spottet Jemand über seine Kleidung, seine Monieren, so hört er ruhig zu, unterstützt selbst die betrcfsenden Witze, indem er die Bemerkungen noch pikanter macht, verbeugt sich und schließt mit einem ironischen ,Kom pliment: oder, aber, er ist seinerseits freimüthig, findet-eine Menge Dinge an den Anderenuszusetzen und schließt mit den Worten: ,,! think, Siiy yqai ony polishing iz that of yourboots.l.Jch glaube. Herr. Ihre einzige Politur ist die Ihrer Stiefel.") . In norm raMer Spitzen wurden
m ' .... in früheren Zeiten.'alS der Humor noch an der - Königlichen Tafel heimathS berechtigt war; oft genug dem Herrscher die bittersten Wahrheiten gesagt. Man denke sich eine Tafel am Hofe KariS II., den stets betrunkenen Rochester. Wucking ham; ShafteSbury, den König. Cham vagner und schwere spanische Weine fließen in Strömen, ein Witzwort jagt das andere, die schwierigsten und ge wagtesten Wortspiele oder Scherze über Verhältnisse und Persönlichkeiten. Shabur-y", sagte der König einfl ZU diesem, vouare the gratest rogue ia the kingclom" Of a subject jSHaftesbury, Ihr seid der größte Schurke im Königreich", Von einem Unterthan"), fiel Shaftesbury sogleich, sich verbeugend ein, und der König war dem Gelächter der übrigen Höflinge 'ausgesetzt. Oder er mußte eine Impertinenz von Rochester an. hören, der ihm einst ins Gesicht folgende Grabfchrift sagte: Hers liss :our so vereinn Lord the Jr - nncr Whose word rio man lelies on, Who never said a foolish thinj And nevtr did a wise one. In deutscher Uebersetzung : Hier ist des Königs Grab gebaut. Auf dessen Worte Niemand traut, : So wie er Dummes nie gesagt. So hat er Kluges nie vollbracht. er vage ans vump. DaS muß ihm der Neid lassen : tx sah so reizend auK der Fritz. F.. Sein Ideal war eS nun einmal immer gewe sen, auf einem recht seinen Maskenball recht nobel auftreten zu können, und die sen Traum der verschiedensten Winter sah er jetzt erfüllt. Er hatte daS Costüm eines Pagen gewählt, und so oft er in dem glänzenden Saal an einem Spiegel vorbeikam und das kam er zufällig oft, dann waren die Gewissensbisse sofort zum Schweigen gebracht, die er in nicht bespiegelten Augenblicken darüber, em Pfand, daß er bei 120 Mark monatli chen Gehalis den sechsten Theil für den Anzug geopfert hatte, eine Summe, die er in den nächsten Monaten zu sparen hoffte. Er war aber auch fast ganz neu dieser Anzug. Das WamS von gryn lichem Sammet zeigte nicht die leiseste Falte. ' Die grauen Tricots waren ohne Fehl und Makel, und der wehende Rei he? auf dem Barett war vsn der Nein beit deZ frisch gefallenen Schnees. Fritz hatte noch vor der Demaökirung seiner Larve sich entledigt. Warum auch nicht. Er durfte auch sein Antlitz sehen lassen, das durch die gebrannten Locken seine? Haupthaares entschieden einen gewissen
Liebreiz gewonnen hatte. Und dieser gewonnene Liebreiz gewann ihm, eine liebreizende Gestalt. ! Regina hieß sie. Auch sie hatte die Maske fallen lassen und zeigte sich in ihre? wahren Gestalt, d. h. als Schäferin a la Watteau. Zeitgenossen verstehen sich. So auch Fritz und Regina, wenn sie auch an verschiedenen Höfen" ' auf gewachsen waren. Sie hatten sich Beide bald von dem plebejische Treiben im Saal in eine stille NUche zurückgezogen, woselbst Regina's Mutter den ganzen Abend über bereit Pofto gefßt hatte, weniger, um über ihre Tochter zu wa chen, als um die Zahl ihre? Triumphe zu regiflriren. Mama lächelte sehr zu frieden, als Regina ihr den-schmucken Pagen vorstellte. Mutter und Tochter warfen sich verständnisinnige Blicke zu, als Fritz, im Anblick seiner holde Schä ferin verloren, ganz der übrigen MaS kenwelt entrückt zu sein erklärte und nur allein den beiden Damen sich zu widmen versprach. Und Fritz dach:e in diesem Augenblicke weit, sehr weit, weiter jeden fals, als die 120 Mark monatlichen Ge hälts es zuließen. V, wie ihn die schöne Schäferin anblickte ! Ich Werde mir er lauben, den Damen ein Glas Limonade zu bringen !" Sprack'S und fort eilte er an das Büffet.- Mama! Wie ge fällt Dir Herr F. V fragte Regina leise, und dabei senkte , sie die Äugen und die Nöthe bedeckte ihr Antlitz. Nun", ent gegnete Mama mit majestätischer Ruhe, er scheint ja ein hübsches Gehalt zu ha den, wer so auftreten kann, wr er " Plötzlich unterbrach sich Mama. Sie hatte unter dem Sruhle des Herrn F. etwas bemerkt. Schnell bov sie eS auf. ES war Fritzens Brieftäschchen. Ma ma! Schnell, laß mich sehen!' Viel leicht hat er Liebesbriefe dann oder eine Photographie!" rief Regina. Heftig hatte sie die Tasche geöffnet, und das erste, was ihr entgegenleuchtete, war ein Pfandschein, ausgestellt auf eine Re montoir'Uhr, die Fritz am Tage deS Ballei für 30 Mark versetzt hatte. 'Da her der Glanz !" sagte Mama unv g die Unterlippe. Regina seufzte und sah mit einem gewissen Mitleid auf den glänzenden Pagen, der ' mit glöckstrah lendem Antlitz jetzt die Limonade Prä sentirte. Sehr liebenswürdig," sagt Mama. Aber für jetzt müssen wir danken. Wir treffen vielleicht im Laufe deS Abends noch einmal zusammen. Regina ! Gieb dem Herrn seine Brief rasche!" Sprach'S, ergriff den Arm ihrer Tochter und - stolz nickend schritt sie an dem Pagen vorüber, um im Gewühl deS SaaleS scinen Blicken zu entschwin den. Fritz stand da wie ein Träumen der. Doch bald erwachte er. De? Pfandschein!" rief er mit fchmvtzbe wegter Stimme. Er hatte AUeS ma then. Still eilte er nach der Garde robe die Poesie des Abends Iva? dahin, und bald umfingen die alten Räume seines HeimS den still auf ge rettetem Boot" zurückgekehrten - Jüng ling, der mit tausend Masten hinaus gesegelt war zum Maskenball Aus Braun schweig wirdge schrieben: Ein altes, allen Besuchern de kanntes Wahrzeichen BraunschweigS, die altehrroürdige Heinrichslinde vor dem Dome, unter welcher der Sage nachHein rich derLöwe schon zuGericht gesessen ha den soll, wird demnächst verschwinden. Seit Jahren hat man mit allen Mitteln oer Kunst den Baum soweit lebensfähig erhalten, daß noch einige Zweige Blatter trugen; zetzt ist er indeß vollständig ver dorrt und man muß den morschen Laumßumpf. um Gefährdung der Pas santen zu verhüten, beseitigen.
Oer bekehrte Schopenhauer.
von J-s.'f WiUomitzer. Dr. Fiedler, ern junger Advolat in Wen. erhielt eines Tages, folgenden sonderbaren Brief: . ' Lieber alter Freund! Sei so gut und lasse Dir schleunigst Visitenkarten drucken mit dem Namen: Dr., Arthur Schopenhauer. Keineswegs bin ich verrückt, wohl aber habe ich im vorigen Jahre ein reizendes Geschöpf geheirathet, das nicht nur über einen ausgiebigen Erbonkel, sondern über eine wahrhaft entzückende Unwissenheit und Naivetät, sowie über andere Tugenden verfügt. Nun lebt sich's ja vortrefflich auf unse rem kleinen hübschen Landsitze, allein wir langweilen uns manchmal ein we nig. und da ich neulich in der Zeitung las, daß Du nächstens in Jglan ein Schauspiel aufführen lassen willst, so schließe ich, daß auch Du Dich' lang weilst und von Klienten nicht übermä ßig behelligt wirst. Doch nun zur Sache! , Ich pflegte in der letzten Zeit meiner Frau, um sie zu necken, allerlei anzügliche Stellen aus Schopenhauer's Werken vorzulesen. Dies brachte sie in einen sehr possirlichcn Zorn, vollends,! als ich ihr vorgestern die Behauptung des griesgrämigen, weiberfeindlichen Denkers mittheilte, daß die Weiber nicht das .schöne", sondern das .unästheti sche- Geschlecht genannt werden müß ten. Heute nun suche ich überall meinen lieben Schopenhauer. Nirgends zu finden. Ich srage meine Frau. .Ich habe ihn verbrannt." antwortet sie mit größter Kaltblütigkeit. Ohne Zweifel fchreit diefe ruchlose That zum Himmel nach Rache und Du sollst das Werkzeug meiner Rache sein. Nämlich: ES ist mir gelungen, meine Frau in den Wahn zu wiegen, daß Schopenhauer noch am Leben sei und daß er zu mir in freundschaftlichen Beziehungen stehe. Nun frag' ich Dich, ob das nicht einen GötterJo.us geben wird, wenn Du am nächsten Sonntag als Dr. Arthur Schopenhauer bei uns angerückt kommen wirst? Ohne'Zwei fel wirst Du anfangs von meiner lie ben Hermine sehr scharf angeblasen werden, aber Du warst sa immer ein Tausendsassa und wirst Deine Aufgab: gewiß mit Glanz erledigen. Stelle Dir also freundlichst vor, wenn Du'willst, daß die .Welt als .Wille und Vor. stellung" von Dir verfaßt morden sei, und hole Dir den Stoff zu einem Lust, spiel, über welches sich die Jglauer ohne Zweifel krank lachen werden. In dem Falle erfreue mit einem baldigen Lebenszeichen Deinen alten Freund m - , u Einen nicht minder seltsamen Brief empfing andern Tags der Rentier und Ringstraßen Hausherr Peter Stein reich. Liebster Onkel," so schrieb ihm Frau Hermine Götz, .verzeih', daß ich Dich heute in einer recht komischen Sache sn Anspruch nehme. Götz und ich, dies muß ich vorausschicken, leben sehr glücklich miteinander. Daß er recht burschikos ist und derbe Scherze liebt,' weißt Du wohl selbst, aber was mich am meisten verdrießt, ist, daß er mich ganz unglaublich unterschätzt. Denke nur: er will mich zum Beispiel allen Ernstes glauben machen, daß Schopenhauer noch am Leben sei und zu seinen besten Freunden gehöre. Heute zeigte er mir folgendes Tele gramm: .Lieber Götz! Beabsichtige nächsten Sonntag in kreuzsidelcr Da seinSbejahung mit Dir zu verbringen. Ich komme mit dem Mittagszuge. Dein Arthur Schopenhauer." Offen dar ist dies die Einleitung zü einer un zarten Komödie, die er mit irgend einem Couleurbruder in Scene gesell hat. Da wär' mir's nun sehr lieb, w?nn Du unter einem beliebigen Vor wände Götz dazu bestimmen könntest, Sonntag mit dem Frühzuge zu Dir nach Wien zu kommen. Ich getraue mich nämlich, in Abwesenheit meines ein wenig urwüchsigen H:rrn Gemahls mit jenem interessanten Herrn Schvpen Hauer sehr gut fertig zu werden: und der pädagogischen Mission, die ich an meinem sonst ganz ausgezeichneten Manne zu erfüllen habe, wird es viel leichf sehr förderlich sein, wenn Du, lieber Onkcl, die Güte haben wolltest, mir in der angedeuteten Art durch eine etwa Sonntag Früh eintreffende De pesche zü Hilfe zu kommen" . . . . :c. Ah!" rief die kleine hübsche Heuch. lcrrn in trefflich gespielter angenehmer Ueberraschung dem Ankömmling ent gegen, indem l nochmals die Karte las: .Dr. Arthur Schopenhauer" und dann mit augenscheinlich sreund lichstem Interesse die Erscheinung des jungen Mannes musterte. Wie ganz anders hatte ich mir Sie gedacht, Herr Doktor! In meiner Vorstellung wa ren Sie ein hagerer, finsterer Greis mit buschigen Augenbrauen und durch furchtem Antlitz Mein Mann hatte sich auf Ihren Besuch gefreut.. .. .allein denken Sie nur, heute Mirgen kam diese Depesche.. .." Sie reichte ihm das Telegramm:. .Lieber Götz, komm' sofort hierher. Ich bedarf Deines Rathes wegen letzt williger' Anordnungen. Dein Onkel Peter." , . .Gleichwohl," so fügte die junge Frau hinzu, .werde ich eS herzlich be grüßen, wenn Sie mir den Nachmittag widmen wollen, den Sie meinem Manne zugedacht hatten O, bemühen Sie sich nicht mit Verbindlichkeiten; ich weiß' ja doch, daß Sie ein grundsätzli cher Gegner der Frauen sind, allein ich will mich bestreben (dies fagte sie mii eincnl allerliebst schalkhaften Lächeln). Ihnen den Nachmittag möglichst ange nehm zu machen." In der That, selbst wenn er verleib haftige Schopenhauer gewesen wäre, schon ährend deS Mittagessens hätte er die Waffen strecken müssen, so berük kend umfing ihn die Liebenswürdigkeit der jungen Frau. Er erfuhr aus ih. rem Geplauder, daß sie den Schopen iauer ibreö Mannes keineZweaS ver.
brannt, sondern daß siechn nur ver steckt habe, um ibn dem Herrn Gemahl in den nächsten Tagen als Namensfest geschenk unversehrt zurückzugeben. .Wissen Sie, lieber Herr Schopen Hauer, welches der treffendste aller Ih rer Aussprüche ist? Ich habe mir ihn hier in diesem Büchlein notirt: Ein ganz wahrhaftes, unverstelltes W?ib ist vielleicht unmöglich. Eben deshalb durchschauen, sie' fremde Verstellung so leicht, daß es nicht rathsam ist. ihnen gegenüber es damit zu versuchen.- Dies steht in .Parerga und Paralipom.'na", 2. Band. Seite 652, und iÄ muß sagen, diese Bemerkung verräld einen bewunderungswürdigen SchardUck." .Sie sind viel zu gütig," stammelte erröthend du- Ersatzmann Scüopen Hauers, den die anmuthige Plauderhaf tigkeit feiner Wirthin gar nicht dazukommen ließ, sich als .Tausendsassa" zu versuchen. .Nun will ich Sie zur Wolframs höhle hinanführen," sagte sie nach Tische. .Es sind zwei einsame Felsen kammern. die einst einem alten Einsied ler als Wohnung dienten. Jeßt ist nicht mehr darin als eine große MooS dank, aber wir werden da ein reizendes Gehirnphänomen genießen." .Ein Gehirnphän'omen?" .Allerdings, lieber Schovenhauer. Erinnern Sie sich nur gefälligst, was Sie (abermals zog sie das Notizbuch hervor) im zweiten Band von .Welt als Wille und Vorstellung" Seite 29 sagen: .Eine schöne Aussicht ist ein Ge hirnphänomcn." .Ach ja, ganz richtig. Ich entsann mich dieser Bemerkung nicht mehr. : . Leise zog durch sein Gemüth liebliches Geläute trotz der Steilheit des Aufstiegs über die waldige Höhe. Voran hüpfte Frau Hermine in lichtem Sommer kleide, nebenher Hettor, ihr großer schwarzer Hund, und hinterdrein Doc tor Fiedler mit den Empfindungen ei neS Romanbelden. Die Aussicht von der Moosbank durch das große in den Felsen gehauene Fenster der weltfernen Wolfrämshöhle var wirklich prachtvoll. Sie saßen nebeneinander, aber wie er jetzt, den Versuch machte, sich zärtlich an sie an juschmiegen, fing der Hund zu knurren
in. ' .Um Hlmmelslvlllen, berühren Sie mich nicht." sagte Frau Hermine, .Hektar ist furchtbar eifersüchtig. Erst neulich hat er meinem Vetter Fritz, als' dttfer mich im Scherz umarmte, aus dem Schenkel ein Stück Fleisch heraus gerissen, mit welchem Shylock hätte zu frieden sein können!" ' .Wie , reizend diese allerliebste Frau ihr geringes Wissen an' den Mann zu bringen weiß," sagte sich der falsche Schopenhauer und veriank in tieseS Nachdenken, aus welchem ihn Frau Hermine lachend aufstörte mit der ' Frage: .Ueber welche geniale Bosheit mögen Sie jetzt wieder brüten?" Er aber seufzte: .Ach, ich denle an einGe dicht Schiller's, und daß es doch hier Wahrheit werden möge.? .Was ist denn das für ein Gedicht?" fragte sie. .Hektars Abschied," gab er voll Wehmuth zur Antwort. Da klang ihr silbernes Lachen in die Weite hinaus. .Ich dachte," .Sie hätten die Hunde sehr lieb." .Im Gegentheil, ich bin ein entschiedener Anti-Hund." Nun zog sie wieder ihr Büchlein hervor. .Ei, lieber Schopen Hauer, empfehlen Sie denn nicht selbst im 2. Bande der Parerga, Seite 87, die Hunde im Hinblick auf deren mora lische und intellektuelle Fähigkeiten als Genossen der Einsamkeit? Und schrei ben Sie nicht wörtlich ebendaselbst auf Seite 225: .Woran sollte man sich von der endlosen Verstellung, Falschheit und Heimtücke der Menschen erholen, wenn die Hunde nicht wären, in deren ehr liches Gesicht man ohne Mißtrauen blicken kann. .Ich schwöre Ihnen, gnädige 'Frau," rief Fiedler, .daß ich gar nicht einmal weiß, was ich Alles zusammen geschrieben habe, und daß ich mit Ver gnügen bereit bin. Alles zu widerrufen, wenn Sie es wünschen!" .Wohlan," sagte Fran 'Hermine, .ich nehme Sie beim Worte. Aber nicht hier soll dieser bedeutungsvolle Act vollzogen werden, sondern daheim in aller Form, bei einer Flasche Heidsieck " .Und ohne Hektor," fügte Fiedler hinzu, .Ja wohl," stimmte Frau Hermine fröhlich ein, ohne Hektor!".. .. , ' . Als die Flasche entkorkt war, sank er lhr zu Füßen und rief: .Ich liebe Sie!" O!" antwortete sie lachend, .Haben Sie denn ganz vergessen, was Sie (sie blätterte in ibrem Büchlein) Seite 656 des zweiten Bandes der Parerga sagen: .Weibern Ehrfurcht, zu bezeugen, ist . am w r r i i . ; über alle Alanen laazerilq uno ler uns !in ihren eigenen Augen herab. Un fere abgeschmackte - Weiberveneration ist ! die höchste Blüthe christlich.germanischer ' Dummheit, welche nur gedient hat, sie So, arrogantlund rücksichtslos zu ma 'chen...." .Halten sie ein!" unterbrach er 'sie. .Als ich jene Stelle schrieb, be fand ich mich im Zustande eines elen den Katzenjammers; es war am Mor gen nach der Schlußkneipe des allgemei inen deutschen Philosop.hentags!" ' .Gut denn", sagte Frau Hermine, '.hier haben Sie Feder und Papier, schreiben Sie !" Und sie diktirte: .Theuerste Hermine! Die wonnevollen Augenblicke, die ich mit Ihnen verlebt habe. ..." .Habe?" fragte er dazwischen. .Habe," wieder holte sie. Darauf er: .Das Futurum erscheint mir in diesem Satze ange messener." Sie dagegen: .Nein, wir mirssen uns mit dem Perfektum begnü gen, denn der' Wagen zum Bahnhof erwartet Sie bereits. Wohlan: Die wonnevollen Augenblicke, die ich mit Ihnen verlebt habe,' brachten mir mit einem Zauderschlage die ganze Hinfäl i ligkeit meiner Weltanschauung zum Bewußtsein. -Königi, das Leben ist .doch schön, und nich: der Hund, v!e j einzelnen Stellen meiner Schriften
geschlossen werden könnte, ist die Krone der Schöpfung, sondern die Krone der. Schöpfung ist das Weib. Arthur Schopenhauer." Der Diener meldet den Wagen. Frau Hermine nimmt den schriftlichen Wider ruf Schopenhauers in Empfang und reicht dem Gaste zum Abschied die Hand. An der Thür wendet sich dieser nochmals um. .Verzeihen Sie. gnä dige Frau, ich lhabe Sie getäuscht." .Keineswegs!" lacht Frau Hermine Er aber: .Allerdings, denn mein wirk licher Name...." Sie fällt ihm in'S Wort: .O. bitte, verrathen Sie nicht' da süße Geheimniß, daß Sie Müller oder Schulze heißen und trauen Sie meiner Versicherung daß ich auch nicht einen Augenblick daran gedacht habc Sie wären Arthur Schopenhauer!". ..! Recht unwirsch kam zwei Stunden später Hcrminens Gatte aus Wien zu rück. .Dein Onkel ist frisch und gesund er hat blos beliebt, einen Witz zu ma chen. Wir faßen den ganzen Tag imi Stefanskeller. Und wie war's mit den, Besuch? Warum siehst Du mich denn gar nicht an? Tu bist ja ganz ver stört!" .Denke nur," stammelte Hermine ge senkten Blickes, .es ist mir gelungen,Deinen Freund Schopenhauer zu einem Widerrufe seiner sämmtlichen Werke zu bewegen. Er hat seine ganze Weltan schauung geändert auf der Moosbank in der Wolfrämshöhle." .Was?" schrie Götz. .Du warst mit ihm in der Wolfrämshöhle?" Frau Hermine wandte sich ab und von rückwärts sah es genau so aus, als ob sie schluchzen würde. .Und denk' nur," lispelte sie, .zu Abschied bat er mir ein Autogramm ge geben. Dort liegt eS." . Götz nimmt das Blatt und liest mit wachsendem Entsetzen: .Die wonne vollen Augenblicke, die ich mit Ihnen verlebt habe...." Da wirst er das Blatt hin und brüllt: .Unglückseliges Weib, es war ja garj nicht der wirtliche Schopenhauer." j Mit dem Ausdruck schmerzlichen Er staunens entgegnet die junge Frau? .Nicht? Das ist aber Schade!" Widerspruch.
' Wirthin: WollenSie nicht täglich bej mir zu Mittag speisen? ; Diätar: O, dazu reichen meine Mit" tel nicht! Wenn ich mich jeden Tag bei Ihnen satt essen wollte, dann müßte ich verhungern! AuS einer Neujahröreve. .Meine Herren! Sollte ich im ver flojsenen Jahre Einen oder den Anderrj beleidigt haben, so verzeihe ich Jh nen!" Auch eine Begrünvung. ,Mamachen, gib mir noch Kuchen!" .Nein Kind, Du hast schon genug!" .Aber Mama, ich möchte ihn ja auf Deine Gesundheit essen!" Aus einer Vertheil), gungSrede. .Meine Herren, ich muß gestehen, ich kann den Angaben der Zeugin, der mein Client, als sie vom Einkaufen heimging. 30 Mark ge stöhlen haben soll, keinen Glauben bei menen. Wo in aller Welt hat eine Dame, die vom Einkaufen heimgeht, noch 30 Mari?" Höchste Zerstreutheit. Professor (in einem Restaurant in eine: Zeitung lesend): .Schau', .schau', da leZ ich eben meinen Namen in dem Verzeichniß der Vermählten von von ger Woche! Jetzt bin ich in der Ze? streutheit hierher in'S Restaurant e. gangen,, habe da zu Mittag gespeist und zu Hause wartet meine Gattin auf mich mit dem Essen!"
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