Indiana Tribüne, Volume 16, Number 270, Indianapolis, Marion County, 18 June 1893 — Page 9

Jndiana Tribiwc.

B eila Indianapolis, Ind., 18 Juni 1893 ?Zu,erikaFalirten. Von Christian Benkard. viinfzchn Jahre lang hatte ich das blaue Nasser nicht mehr gesehen, als .ch, dem Zuge dcr Zeit" folgend, mich Snie Februar nach der Neuen Löelt :inschisste. Ich ging als Passagier der :rstcn Kajüte an Vord und ich kam m.r dabei so fremd auf dem Schiffe vor. ls ob das Meer niemals meine Heiaidh, das Schiff nicht Jahre lang nein Haus gewesen wäre. Es ist halt Nlles dem Wechsel unterworfen hinie;en, die Zeiten ändern sich, die Menchcn und die Schiffe. Wer hätte zu meiner Zeit an eine so zerfchwenderijche Ausstattung.- wie sie ;ec Schnelldampfer Havel" amzuroei'en hat. auch nur gedacht? Im Speise 'aal. im Treppenhans, in dem über ileganten Mufikzimmer des neuesten Dampfers des Norddeutschen Lloyd" zlaubt man sich in eines der bayerischen iZöniqsschlösser versetzt, so glitzern und Meißen die schweren Vergoldungen, die eidendamastmöbel und die zahlreichen elektrischen Glühlampen. Tiefer ungeizeure Lurus soll die Passagiere vergesl'en lassen, daß sie sich auf einem Schiffe beenden, das bei all seiner Größe und trotz auer Sicherheitsvorrichtungen denn doch nur ein den Gefahren des Meeres ausgefetztes Schiff ist. Tie hier aufgewendeten Millionen Viirde man anderweitig angelegt haden. wenn die Wahrscheinlichkeit des chiffsuntcrganges eine große wäre, sagen sich ängstliche Naturen, und da ein liegt allerdings ein gewisser Trost. l5r ist ihnen zu gönnen, aber insge beim hat es mich doch gefreut, daß Sturm und Seegang auch den modernen Riesendampsern über" sind und saß gegen die Seekrankheit bis heute noch kein Kraut gewachsen ist, denn fönst müßte ja die Reisegesellschaft schier au der Haut fahren vor Ueppig leit. Keine Dampserlinie der Welt, die es in Bezug auf die Verpflegung der Passagiere mit dem Norddeutschen Llod" aufnehmen könnte; das geben sogar die Engländer zu. Die Engländer! Wir hatten deren etwa zwanzig bis dreißig an Vord und sie thaten, als ob das Schiff ihnen allein gehöre, was höchstens die mitfahrenden Amerikaner bestritten. Kein Wunder auch, denn es richtet sich Alles nach diesen fremden Herrschaften, auf dem Irühstückstisch liegen Speisekarten mit englischem Aufdruck, bei Tische den auch die Teutschen aus Rücksicht" fast nur englisch: thun sie es nicht, dann ruft ihnen sicherlich eine näselnde Stimme zu: ' sr k english, please!" selbstredend wird der Aufforderung sofort Folge geleistet. Bevor man sich im Rauchzimmer ein Plätzchen sucht, fragt man erst den Kellner, ob nicht etwa die amerikanischen Herren an dem betreffenden Tische "poi-.er" spielen wollen, und wem die Engländer eine Wette anbieten, der geht natürlich darauf ein, denn das ist eine hohe Aus -eichnung. Fremde müssen eben a!5 Gaste aus einem deutschen Schiffe zu nnrf nrnniftih hofirtnhpll rnrhn " fniiit .'V. V. ....... tV VVMIVVI. IVVtVVil. I" mir ein Mitreisender; ich nannte ihm ögeen diese deutsche Zuvorkommen bcit mit dem von Johannes Scherr fundenen Namen: Teutsche Knecht schassenheit". Tie erwähnten englischen Wetten dre hen sich um die Schnelligkeit des Schis tes und sind insofern ein reines Glücks spiel, als von einer Berechnung dabei gar nicht die Rede sein kann. Dreißig Zettel werden von 430400 nummerirt, der muthmaßlichen Meilenzahl, die das Schiff in einem Tage zurücklegt, und gegen Zahlung von 10 Mark ausgeloost. Sodann versteigert der Bankhalter die einzelnen Nummern, t nach Gebot für 20, 30 bis 00 Mark, wovon der seitherige Besitzer die Hälste erhält, während die andere Hälfte in den .Pot" kommt. Vei Bekanntwerden der vom Schiffe von Mittag zu Mittag zurückgelegten Meilenzahl fällt der In halt des .,Pot", os- :O bis 100 Pfund Sterling, dem Ci'icklichen zu, dessen Zettel die betreffekid? Meilenzahl auf. weist. Auf engliscn Schiffen wird noch viel höh?? gewetiet; man kann sich dort ebenso gutruiniren, wie in Monte Earlo. ch sprach soeben von 430460 See meilen als von der muthmaßlichen, d. durchschnittlichen Entfernung, die ein Schnelldampfer täglich durchmißt. Ein derartiges Etmal, das eine Ge schw ndigkeit von 18 19 Knoten die Stu bedingt, war m meiner See fahrtszeit noch ein Unding, sagte man doch damals, bei 15 Knoten Fahrt läult ein Schiff aus dem Steuer. Dies thun nicht einmal die neuesten Torped' boote, die 2.',. ja 27 Knoten laufen, in den Augen des Fachmannes eine sckier unglaubliche Leistung. Sonst taugen diese kleinen Schnellläufer freilich nicht viel, ein bischen Seegang nöthigt sie zur Flucht in den Hafen, die großen Passagierdampfer scheeren sich aber den Teufel um Wind und See. it,re Führer d:nken ga? l.iht tt:i'4 Beid.ehen, sofern es nicht gerade allzu hart kommt. Es war doch ein ganz achtunggebietender Pust", den wir mitten im Atlantic op de Snut" bekamen, doch die Hadrt" ging mit voller Kraft ihrer 13,000 pserdigen Maschine immer stramm gegen die r an. Vorn im Schiff flog man b lchstäblich vom Sitz in die Höhe, so flauste der Dampfer. Und da- schöne (5s e i all' das in je, en Tagen umsonst gekocht und aufgetragen wurde! Viuf den New'Foundland'schen Bän Un stand plötzlich die Maschine ftill; ein

U t v

azer war warm gelaufen, osorr durchschwirrten allerlei unheimliche Gerüchte von einem Bruch der Schrau. benwelle und ähnlichem Unglück das

chiff, man ängstigte sich, murrte über den Aufenthalt und rechnete bereits eine mehrtägige Verspätung heraus. Ich that nichts von alledem, sondern setzte mich ganz vorn aus der Äaa aus einen Anker, blickte in die Nacht hinaus und versenlie mich in die wunderbare Poesie des Seelebens, die heutzutage at Hti ner mehr kennt von allen den tausend und abertausend Oceanreisenden. Köst lieh, dieses weltvergessene, träumerische Schwollen" auf hoher See! Nicht ächzend und zitternd unter den Stößen dcr rastlos arbeitenden Maschine, nur unter Allvater Oceanos' schweren Athemzügen sich langsam hebend und senkend, liegt das mächtige Schiff, einer schlafenden Möve gleich, auf der dun le'.n, bei teder Bewegung phosphoreZ. zirenden Mceresfluth. Wo und wann träte die Unendlich keit und Ewigkeit näher an den Mu, schen heran, als hier und in solch stiller Nachlstundc ! Wie fade erscheint da das modische (desasel an der uppigbe setzten Tafel in dem überreich verzierten Speisesaal unten, wie nichtig und ver messen die Vorhersage: Nächsten Mitt woch frühstücken wir im AstorHouse in New Z)ork !" Ich empsand etwas wie Schadenfreude, daß der unbändige At lantic einen Strich durch diese Rech, aung machte, und wären wir drei Wo ihen lang so umhergetrieben und die ?üche hätte statt hunderterlei feiner strickte nur noch Salzfleisch und Erb sen bieten können, aus meinem Munde vürdeNiemand ein unzufriedenes Wort gehört haben. Dem Kapitän gegen über, der längst den alten Seemann in mir erkannt hatte, machte ich lein Hehl zus meiner Gesinnung. Der aber cn' Vortete erschreckt: Um HimmelsWillen nicht! Bedenken Sie doch, daß wir die Pbst an Bord haben." Du Briefempfänger sollen warten." Und die Passagiere? Tie Leute würden mir über Bord springen vor Ungeduld, nicht zu reden von der Angst ihrer Angehörigen, die " Ja, Sie haben recht, es war nur ein dummer Einfall," unterbrach ich ihn begütigend und suchte meine Eabine auf. um die Bilder meiner Frau und meines Kindes aus dem Koffer zu nehmen. Ihnen, die Tage und Stunden zählten, bis die Nachricht virn meiner Ankunft in Amerika eintreten würde, bat ich meine freventlichen Gedanken von vorhin im Stille ab. Glücklicherweise lagen wir in der That nur vier oder fünf Stunden still, sann konnten wir wenigstens mit hal ber Maschinenkraft weiter dampfen. Schneeflocken und Eisfelder kamen uns als frostige Grüße der neuen Welt entgegen, die sich dazu noch in einen dich ten Nebel hüllten. Aber wir fanden oennoch unsern Weg und nachdem der Lootse an Bord gekommen und die Quarantäne passirt war, klärte sich das Wetter uuf uud von Bedloes Island herüber winkte uns mit hocherhobener Rechten den Willkommgruß das riesige Enbild der Freiheit. Nicht immer war Amerika für den Europäer, insbesondere sür den Deut schen va5 Land der Freiheit, nicht im mer entsandte Mutter Germania ihre Kinder auf schwimmenden Palästen über's Meer. Blicken wir nur um hun dert Jahre zurück, so entrollen sich vor un'eren Augen grauenvolle Bilder des damaligen Passagiertransportes und der Leiden Derer, die die Mühsrligkei ten der Seereise überstanden. Wahllose Ausmanderungsagenten trieben unge straft einen schamlosen Menschenhandel in Deutschland und wurden rei. dabei. Sie nehmen alle Sorten von Bettlern so sie auf der Straße finden, an. und veranstalten einen Transport nach dem andern, welche von den Werbern über Land nach Heydelberg geführet werden. Es wird gefaget, daß er (Kapitän H.-erbrand)' allerelts bei die 600 rach en lj.it. Er beauftragte Reifende Handmerkspursche und verspricht denen yorwärtern an den Stadttbo.en zwei Gulden for jeden Kopf, so sie ihm liefern." Nicht genug, daß man die An geworbenen in elende Schiffe förmlich einpreßte nnd unterwegs grausam miß handelte, wurden die, die in Amerika nicht sofort 6 Dublonen für d e Ueberfahrt bezahlen konnten, einfach Der fervt", das heißt-auf 0. 8 und 10 Jahre als Sklaven verkauft. Hier einige Anzeigen aus cmerilanischen Blättern jener Zeit: Deutsche Leute. Es sind noch 50 00 Leute, welche neulich von Deutschland hier angekommen sind, vorhanden, so bei der Wittwe Kreiderin im Goldnen Schwan logiren. Darunter sind zwei Schulmeister, Handwerksleute, Brauer, auch artige Kinder, sowohl Knaben als Mädchen. Sie möchten sür ihre Fracht dienen. (Pennsylv. Staatsbote, 13. Jan. 1774.) To b sold. A likelj Servanl "VVoman havin three jears and a hals to serve. She is a good spin(pennsylv. Gazette, Juni 1742.) Es ist zu verkaufen einer deutschen verbundenen Magd Dienstzeit. &ic ist ein starkes, frisch und ge'undes Mensch und wird keines Fehlers wegen verkaust,, sondern nur, weil sie sich nicht für den Dienst schickt, in welchem sie jetzt ist. Sie versteht alle Bauern arbeit, wäre auch vermuthlich gut für ein Wirthshaus. . (Pennsylv. Staatsdote, 14. Dez 1766.) Eine deutsche Dienstmagd,. welch noch fünf Jahre zu stehen hat, ist zu verkaufen. (Philadelphia Korrespondent, 18. Jan. 1774.) Welcher Teutsche könnte sich ,m Rück, blick auf selche Zustände der Trauer und der Beschämung erwehren? Aber es geschah unseren Landsleuten noch Schlimmeres, denn Viele kamen einfach unter den Hammer, wie aus einer Zei tunasanjeige vom Jahre 1754 erficht

lich ist: Äosina Dörothea Ro?t, gedo rene Kaufmann aus Waldenburg im Hohcnlohe'scbcn, wünscht ihren Schirrn ger pohr in Eonestoga davon in Kenntniß zu sehen, daß sie verservt unü z'var aus der Bendu verkauft worden fei, wie dafcldst d.kfks Jahr ändert mehr p''egten verkav't zu werden." Fast tomisch wirkt dagegen, was D. von Bülow in seinem Werke Der Frei' staat von Nordamerika in seinem neue. st:n Zustande", Berlin 1797, schreibt: Ackrtnechte und Handwerker lassen sich in Amerika gar leicht verlausen; zu. weilen aber schleicht sich auch ein unvcr käuflicher Artikel ci, der dem Eigen thümer lange auf dem Halse liegen bleibt. Dergleichen sind Osficiere und Gelehrte. Ich habe wohl eine ganze Woche lang einen russischen Kapitän wie Ballast auf einem Schiffe liegen sehen, ohne daß irgend Jemand Lust zu ihm zeigte. Er war unverkäuflich. Dcr SchissS' kap'tän lag ihm beständig an, er solle s'ch doch einen Käufer schassen, er wolle i..n, itn Hauptma.m, mit 50 v. H. Rabatt losschlagen. Zu verdienen fei einmal an ihm nichts, das sehe er nun wohl' schsn ein. Er schickte den Hauptmaun in der Stadt herum, um den Leuten Lust zu machen, allein es fand sich durchaus kein Liebhaber." Zum Schluß sei noch erwähnt, daß Psarrer Kunze in Philadelphia sich 1773 zwanzig Pfund ersparte, um sich dafür, einen deutschen Studenten zu kaufen, den er als Lehrer einsetzen wollte. Während ich das Material zu diesem Aufsatz zusammentrug, wurde ich von in N.m Dorf ansässigen, wohlangesehenen Deutschen in d?n Anon" ringe führt. Im Vorflur des prächtigen KlubhauseZ las ich mit Genugthuung die Inschrift: Laßt, die ihr hier Geht ein und au'. All' wälsche Zier

Und Rede draus. Eine feste Burg' Sei dieses HauZ. . Ein starker Hort Dem deutschen Lied Und deutschen Wort. Gottlob, daß die Deutschen in Ame. rika heute anders dastehen, als vor hundert Jahren! Tie Lilie von Kandilli. Ciut tökMsch Erzöhlng ovn STUrt AIiM. DaS Dorf Kandilli, asiatischerseitX am Bosporus gelegen, ist, wie alle Dfa fer an dieser schönen Wasserstraße, schön und malerisch von der Ferne zu schauen, schmutzig und versallen in der Nahe. Im Dorfe, Kart am Meere, sind einig Konaks türki che Hauser, die nnn lich ansehnlich, sogar schloßähnlich irafc von herrlichen Parkanlagen umgeben sind. Allerdings sieht man von draußen nur die hohen Ringmauern, welche ei sersuchtlg jeden neugierigen Blick von dem Innern einer türtischen Wohnung abhalten. Im Hintergründe des Dor Ui hebt sich eine waldbedeckte Hügel kette empor. Einige Villen, von engli schen Familien bewshnt, prangen ans einer kleinen Anhöhe linti des Dorfes. Neben den großen Konaks sieht ma eine kleine Moschee mit einem recht schönen Minaret, auf dessen Spitze ein glänzender Halbmond in der heißen Mittagssonne glühend dnnit und ett hin schimmert. Unter einigen Platanen, die in einem verwüsteten großen Parke stehen, ruhti ich mich aus. Der Dragoman (Frem denkührer eine? Hotels in Vera) hatte mich nach der asiatische Küste gebracht, damit ich die wundervollen User beider seitS des Bosporus kennen lerne. Wii nahe find hier doch die zwei älteste Welttheile! Der Bosporus schlingt sich wie ein blaues Gürtelband dazwischen, und es scheint, als möchten die beiden Küsten sich im Meere umarmen. Wie leicht läßt sich von Europa nach Asien hinübersegeln und wieder zurück! . Der Dragoman machte mich auf eine Ruine neben dem verfallenen Parke aufmerk sam. Er erzählte mir von dieser Ruine t r r fvigenoe fcyaunge efqrcyie: . Wo wir hier sitzen, in diesem öden, verwilderten Garten, ging vor mehrere Jahren noch die schöne Lilie von Kaadilli mit ihren Sklavinnen und Diene rinnen spazieren. Jetzt ruht ihre Asche nster den Trümmern des abgedranuten onaks. Meyemed Pascha, der ungeheuer reich war, hÄte seiuer Lied llngsfrau Fatrma, e Lrne von Kau dilli geneunt, hier ein prachtvolles Schlößchen mit den unglauvllchften fcho neu Aiersärten, Svnnqbrunnen uud Pavillons erbauen lassen. Einmal soll der Pascha die Belanut schast eines vernehme jungen Engläu derS gemacht haben, der ihm sehr gefiel. Der hübsche iunge Engländer wurde ifters vo dem Pascha i Kandilli ein zeladen, uud da der Pascha ganz auf europäifche Art lebte, so behagte es auch em Jüngling, bei ihm zu verweilen, ftach längerer Bekanntschaft faßte der vaseya ein solcdes Vertrauen vx de jungen Manne, daß er diesem die höchste Vunst eines Türken erzeigen wollte, in dea er ihm einmal gestattete, durch ein Vartensenster seine Lieblinatkrau Zika nma natürlich verscyi eiert im Garten spazieren gehen zu sehen. Wahr lich, sie verdiente, die Lilie genannt zn werden. Schlank wie eine Lilie war ihr Wuchs ; mehr schwebend als gehend berührten ihre kleinen Füße den Boden. Sie trug den langen Straßenmantel der Türkinnen, ohne Aermcl. aber die ser Mantel war voir einem feingestreiftea Seidenstoffe; reich mit Spitzen besetzt und ließ deutlich ihre schönen Körper sormeu durchblicken. Der Mantel auf türkisch 5ers6sZ,, war vorn am Halse offen und zeigte dem Jüngling gar frei eine schneeweiße Brust. Wohl hing der feine Mnsselin schlner, jaschmaclc genannt, von dem goldhaanaen Nacken herunter. Wehe, wehe, der Schleier war zu verrätherijch I C V V. CPil' C.C V k dünu und durcbsicbtw. dak mau

klassisch' geformken IMnen Kep? genau erblickte! Unter dem weißen Schleier

blitzte und leuchtete ein schwarzes Au genpaar, das das Herz des annen Eng landers m Feuer setzte. . In der kleinen weißen, mit Brillantringen übersäten Hand, hielt sie einen Federfächer, den sie mit r .ler Anmuth hin und herbewegte. Als sie die Herren am Fenster gewahr wurde, flüchtete sie behend wie ein scheues Reh in S Haremkgebande hinein. Der leicht entzündliche junge Mann, Mr. William, wurde aber so bezaubert von der Schönheit der Türkin, daß er Tag und Nacht nur daran dachte, wii und wo er sie wiedersehen konnte. Und ein Wunder aller Wunder geschah. Da Mr. William zuletzt ein täglicher Gast beim Pascha wurde, so glückte eS ihm, eine alte Sklavin für sich zu gewinnen, die ihm eine heimliche Unterredung mit Fatima bewirkte. Der Pascha ist dann zufällig auf einige Tage verreist gewesni, und wäh rend dieser Zeit hat der junge Mr. William wirklich zwei Nächte im Harem zugebracht. Aber wie entsetzlich mußte der junge Mann seinen Leichtsinn nachher büßen ! Sobald Mehemed Pascha zurückge iehrt war, wurde der junge Engländer wiederum bei ihm zu Tische eingeladen. Der liebenswürdige Herr des KonakS war an diesem Tage besonders gut aufgelegt, so schien es wenigstens dem jun gen Gaste. Der svrudelnde Champag nerwein wurde luftig getrunken. Nach dem Essen, als eS schon dunkel gewor', den war, nöthigte der Pascha den jun gen Engländer, in den Harnnsgarten zu gehen, indem er zu ihm sagte: Mvlord, Sie kennen ja meinen a remsgarten ganz genau, denn Sie sind dort zweimal ohne meine Erlaubniß ge Wesen! Heute Abend gestatte ich Ihnen einen vollkommen freien Zutritt ! Ich habe meine Lieblingsfrau Fatima wie das Licht der Sonne geliebt, wie die edelste Perle meiner Schatzkammer hochgehalten. Die weiße Lilie von Kandilli ist beschmutzt worden, die Perle in ihrer Reinheit entehrt! My lord, da haben Sie sie!" Bei diesen Worten hatte der Pascha daS Thor zum HaremSgarten geöffnet; aber welch ein erschreckendes Bild bot sich dar! Da! ganze HaremSgebaude stand in hellen Flammen. Drinuen. in dem brennen den Gebäude, lief Fatima, einer wü thenden Tigerin ähnlich, herum. Dit Thüren Waran alle fest verschlossen, di Fenster mit Eisenftangen vergittert, sie konnte sieb nickt retten. Die schone Fati ma, die weiße Lilie von Kandilli, war zum Feuertode verurtheilt. Und daZ Schrecklichste war, daß der j? ?ge schul dige Mann dies Jammerbiö mit txt sehen mußte. Selbstverständlich warm die nächtlichen Besuche in seinem Harem dem Pa scha nicht verbergen geblieben, uud die ser hatte sich fürchterlich zv rächen ge wußt. In dem schäum5en Eham pagnerwein war dem Engländer Mr. William ein geisttödtendeS Gift gereicht. Am folgenden Morgen, nach dem eut schlichen Feuer, haben nämlich einigt Bootsleute aus Galata den wahnsinnig gewordenen Mr. William dem englische Consulate übergebend Sie' haben er klärt, daß sie den jungen Man in ein Barke, nahe bei Skutari, gefunden mrt au) seinen Papieren, die er bei sich ge tragen, gesehen hatten, daß er ein Eg ländcr sein mußte. Mehr konnten diefl Bootsleute nicht ausklären. Der Pascha hatte ebenfalls schnell den Ort seine, Rache verlasseii. Sein ganzes Jermö gen hat er der türkischen Regierung ver macht und soll weit hinein in daS Jv ere Asiens geflüchtet sein. Seine Rächt hat auch das arme, schwarze Weib dort hinter dem kleinen verfallenen Gartew hause getroffen. Dies Weib war dit Amme der schönen Fatima, das einzigt lebende Wesen, welches damals gesgt hatte, ihre Herrin und Milchtochter zu retten. Tie alte Sade war mit aller Gewalt gegen eine Thür gerannt, um in das Haremsgebäude hinein zu kommen, wurde aber von einem brennenden Bal ken so hart am Kopfe getroffen, daß sie dadurch lebenslänglich blöde blieb. Nun läuft, sie als Bettlerin im Dorf umh:r, ist während deS Tageö ruhig und friedlich, wenn aber die Sterne am Himmel erscheinen, dann sang sie er bärmllkh zu heulen an. Ihre Schlaf stätte ist hinter dem Gartenliuschen, wo sie sich einbildet, daß ihre schöne Faiima drinnen noch süß schlummert. Arme, alte, treue Sade!" Die arme alte blöde Frau that mir unendlich leid. Ich gab deshalb dem Dragoman etwas Kleingeld, damit er eS ihr überreiche. Sie humpelte, so schnell sie konnte. iu mir ber und säet den Saum meines Kleides, indem sie halblaut Folgendes, in ihrer weichen, blumenreichen Sprache, stoßwei e her vorbrachte: (goU soll Dich segnen. gnädige Frau! Mögen Deine Töchter wie die Rosen blühen und Deine Söhne ir einer zayirelcye amliie gesegnet werden !" DaS Dampfschiff kam von der euro päifchen Küste herüber. ES legte lei Kandilli an, und wir fuhren dann wei ter geqen das Schwarze Meer hinauf. Willkommen Lenz ! Du bringst uns Herren - Hüte neuester Facon, in großer Auswahl zu billigen Preisen. FAWbsrgsr. R. W. Ecke Pennsylvania und Walbinaton Strak, I. H. Grüncrt, Ecke Virginia Avenue und Coduril Straße. Zlsue Wirthschnft. Die besten Setränke nnd Cigarren. Jeden "V Dal Publikum iS freundlichst eingeladen

" '. ., . . . rtsCr "Saiii5-, pmr ojiife- NMWH?WfM I Xv a " rl . ff ' mmj 3 3. MS -7- T . ' v;: iS'jv'yvX AvLJ-Ä mmmmz0mk MWMH WMWMM ' l.WWAMVM .KHDM SKäWMHMMKMW' M,MWWUÄ ÄMWMMMM . "y: - .j 'JJ" . ,4ai i " xv.,!' t7tli',?r-i . M. ifc Jljb 'V U(rzZ?Sti 1 i'S! "C r. jVTl n??i -irw-rir K V5SXS iiiSx? Js :ÖH mI -3ZZ?rt MMWMWM-' WMW'i. - v&zd$mL HWVAM'WMMW taMfe KKWMWBUmsjMLMM Mßsw w&

Äsaws mmmm 2 w mw --. .f" M. ÄMS!

s$$T MWLSV 1 -rv Stäf?- - MZCW,

Unsere Biere, hergestellt aus den besten Stoffen, mit Verwendung der besten Sorten Hopfen sind sämmtlich kräftige, gesunde Getränke, abgelagert und gut vergohren. Von unseren besten Marken, wie : Lager, Wiener, Pilsener, Budweiser und Special Brew,

geht keines aus der Brauerei, das nicht

'ir rönnen, aus Das Urtheil sachverständiger gestutzt, dreist behaupten, die in Amerika gebraut werden, und jeder vorurtheilslos Urtheilende wird dies

ndiaDapolis Brewi

G r 0 c Tchuh- u. Erottlics-Berkauf No. 250 West Washington Str. zu folgenden erniedrigten Preisen : $3.25 per Faß für das beste Mebl, garantirt 8.'c für Pfund btstes Mehl 4öc für 25 Pfund bestes Mehl 2.',c für Pfund bestes Mehl 18c, 20c, 22c, 25c, 28c 30c und 35c für unsere verschiedenen Sorten gerösteten Kaffee. 25c für 12 Pfund Starke 25c für 8 Stücke Everv Day Seife 25c für 8 Stücke Babbitt's Seife . 25c für 8 Stück Deutsche Seife 5c für 1 Kanne Lima Bohnen 7Hc für 1 Kanne Pfirsiche 5c für 1 Pfund beste Rosinen 5c für 1 Pfund englische Korinthen 5c sür I Pf. caiifornische Aprikosen-Pflaun'en 5c für 1 Pfund getrocknete Pfirsiche 5c für I Pfund getrocknele Äepfel t5c für 1 Pfund guten Rauchtabak 20c für 1 Pfund feinen Rauchtabak 30c für 1 Pfund Mail Pouch Raucktaak L5c sür 3 gute Besen Zckulie! Tchube! Schnbe! Ein Bargain für Jedermann in Schuhen. 25c für Damenchaus-Pantosfeln $1 für feine Herren-Schuhe MC für Herren ArbntS-Schuhe Alle $4, $5 und 5! Schuhe gehen zu $2, $2 50 und $3 in düfern Verkaufe 05c fü Damen Schnür-Pantoffeln 50c für deutsche Haus-Pantosfeln 1 für feine Damen Knöpfschuhe. $2 für dandgenähte Damen Schuhe, werth tz4 Bedenken Sie, 'daß alle Waaren garantirt und elfte Klaffe sind, oder wir giben das lÄeld zurück. Alle Groceries werden prompt abgeliefert. Correkte Ätnmmer : )ko. 2.)U West Washington Strasie, Ecke West Str. Telephon 1307. Smith & Tainnl, Moniiiiicntc UMb Grabsteine, 52 & 54 West Georgia Str. nahe Ecke llinoisftr,. Square nrdi.v,mUnton Devst. CtF" dtkinrin 100 aewoide. Eckpfosten, ei ferne Bänke. Stühle und Lasen. Schiffsscheine von und nach Europa. Vollmnchten Ausgestellt. Erbschaften von Europa eingezogen. P. Pfifterer, Office: No. 7U Qst Market Straße. Teievhon 10. Umgezogen. Mrinen werthen Freunden und dem Publikum im Allgemeinen zur Nachricht, da ich meine Wirthschaft, nach 130 Bkichiga Avenue. verlegt habe, wo ich alle meine Kunde wie immer auf da Beste bedienen werde. Um geneigten Zuspruch bittet JOHN B. WEINDEL, 130Michigan Avenue. UNION BAKERS HOME, No. 135 vst Washington Sir. John Sicssl, (genannt Campe) Eigenthümer. Nur die besten Getränke u. (5ißa?ren. ' Hier ist gut fein Kemmt herein !

lÄ 13 ' CD

0T f'Ct SVSÄ- csw'fe DWW jßffi&W a3 WmjZ- 22 - -r - , - ir '

, : -g -ÄW-fu

fünf bis sechs Monate gelagert hat. eife -

R

in größter Auswahl. Ghnrles Mayer und Co. 29 und 3t Wefl Washington Strafe. Grocers kauft eure Butter und Käse von dir INDIANA BUTTER CO., vko. 97 Nord Delaware Straße. Zufriedenheit garantirt. Telephon 1320.

MMSVWW. B'-Ä. "" mKwaft steii

ii Jsjy m

M WiMiM

! .M im

S .MW tmr

IUWXU4tmHtmMttUU)ttBtnttHtftMWmMUmHt.

F. 1. ROP

Die billigste und besten Möbel,

Teppile nnd Gcfen in der Stadt. Sprechet dor, ehe Ihr kauft. No. West Washington Straße, ' .

Deutsche Verkäufer. $ Wir haben

Bargains in Bau-Eisenwaaren

Ueberzeugt Euch selbst davon.

j. C. MOORE, ?o. 109 Gst Washington Ltrnße, gegenüber dom Court HauS. Deutsches Möbel - Geschäft. Schlaszimmer-Ginrichtungen, Parlor-Möbel. CarpetS und MattlngS, Tische, Stühle, ' ' Koch-Oefeu zc., Porzellanwaaren, und alleZ was man in einer Haushaltung braucht. .': . " ' Gsgsn Bnnr und leichts Dbznhlnngsn.

L ü

rannpic

lnlöbl. i

ETHE

mm w wkm

IRATED Ehrliche unverfälschte Waare, jähriger T. I. Hamilton, Cigarrenfabrikant, No.

daß unsere Biere zu den besten zählen, anerkennen müssen. Company. Artikel ÖX) sowie Square westlich von der Transfer Car. einige große 67 & 69 Ost Washington., Square östlich vom Courthaus. y . eschäftSbetried spricht sür sich selber. 52 64 Kentucky Ave., No. 59 Jndisna Lte

MWM? L Vi-JiÄ-i Tt lii 'n.!,-

'""fr""

. 7ä n

' jfiKr Jmm

IM,