Indiana Tribüne, Volume 16, Number 270, Indianapolis, Marion County, 18 June 1893 — Page 6
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&it orientars MaSke.
f Der in Homburg vot der Höhe der siorbene ehemalige Polizei Präsident Don Berlin, Herr von Madai. gehörte zu den Bevorzugten des engern Kreises der Umgebung Kaiser Wilhelm's I. Mit Vorliebe pflegte derHeimgegangene Erleb risse zu berichten, die sowobl die Herzensgute als anderseits den bis in höchste Alter unverwüstlichen Hu mor des greisen Monarchen in helles Li'cht setzten. Nach einem der regelmäßigen Vor träge d?SPolizei-ChefS bei Kaiser Wil Ijelm äußerte der hohe Herr scherzhast,daß es eine interessante und belustigende Ausgabe zugleich sein müsse, den EeHeimnissen der gestrengen Polizei selber ein wenig nachzuspüren. Von Madai meinte daß diks selbst seinem kaiser lichcn Herrn sehr schwer fallen werde und andernfalls das Gelingen gewisser maßen eine kleine Beschämung für die Spitze der Berliner Sicherheits'Verwal tung in sich tragen würde. Die Un terh'altung lenkte sich auf andere Ge genstände und der Inhalt derselben schien von beiden Seiten völlig vergessen. Ein paar Monate später fand im Palais des Prinzen Karl ton Preußen ein glänzendes Maskenfest statt, zudem auch der Polizei Präsident von Berlin eine Einladung erhalten' hatte. Der bereits bejahrte, aber noch immer rüstige und joviale Herr hatte zu diesem Zweck ursprünglich ein Patricierkostüm ge Wählt. 'Im legten Augenblick aber kam ihm der Gedanke, daß möglicher weise diese Verkleidung durch Au'Zplan dern kein Geheimniß geblieben sein könne, und kurz bevor der Gast des Prinzen den Wagen bestieg, schlüpfte derselbe in einen reichen Rosa-Domino von schwerer Seide mit mächtiger Ea puze versehen, der die leicht erkennbare, umfangreiche Gestalt des hohen Beamlen völlig verbarg. Im heiteren Gefühl, völlig incog, Tiito" aufzutreten, während dem Pa tricier" vielleicht schon manche harmlose Neckerei vorbereitet war, betrat er die Vorhalle, des prinzlichen Palais, in dessen glänzenden Räumen bereits ein Bild des reichsten Maskentrcibens sich entfaltete. J'.a Begriff, den ersten Saal zu durchschreiten, begegnet er einer hohen Gestalt in der Tracht eines spanischen Hidalgo, die würdevoll dem Rosa Domino entgegentrat. Sie legte die Hand auf die Schulter des Stehexbleibenden und rannte ihm geheimnißvoll mit ernstem Tone in'S Ohr: Berlin ist ruhig,." Es war lein Zweifel: der Domino roar trotz alledem erkannt, und sein Gegenüber, das aus einen Augenblick lahcnd die Maske lüftete und dann mit gravitätischem Schritt seinen Weg fortsetzte, war kein anderer als der ÄronPrinz Friedrich Wilhelm. Der Polizei GeValtigewar erstaunt über den Schars smn des hohen Herrn; aber er tröstete sich mit der Ueberzeugung, daß derKron Vrin; wohl der einige in den Festräu rnen bleibe, der den Träger unter dem Maskenttelve errathen, 'und der Ver jchwiegenheit desselben durste er sich versichert halten. Aber schon nach wenigen Minuten hielt eine anmuthige Frauengestalt in altsranzölljchem Kostüm jcine schritte n und flüsterte holdselig dem Domino in's Ohr: Berlin- ist ruhig." Dabei huschte für einen Moment blitzschnell die weiße Halbmaske von den Zügen der fränkischen Edelfrau. und mit lie; benZwürdigem Gruß schritt die Priii zessin Friedrich Karl an dem betroffen Dastehenden vorüber. Aber das Maß seines Erstaunens war noch nicht voll wohin der Domino sich wandte: Berlin ist ruhig." iönie eS ihm alle Augenblicke in's Ohr, bald im tiesen Baß, bald im DiScant hier war es Herr von Roon, der Kriegsminister, ein alter Freund des Präsidenten, dort eine Dame des Hofes, die dem Nosa-Domino die tröstliche Versicherung gaben, daß Berlin ruhig sei". Allgemach gerieth der vorsichtige Allerkannte in ärgerliche Stimmung und nahm sich vor. dem Ersten, der wieder mit der beruhigenden Botschaft ihm vor Augen komme, eine derbe Entgegnung unter dem Schutz der Maske 'zukom wen zu lassen. Die Gelegenheit sollte sich balÄ genug bieten; deny über der Schnelle eine's Nedcn'alons, in den der Üielgeplagte sich für einige Augenblicke zurückzuziehen ' gedachte, trat demselben ein mächtiger Orientale in goldschimmernden Gewän dern entgegen. Salem aleikum." kam es würdevoll in gedämpftem Ton von seinen Lippen, und dann folgte natürlich das verhäng nißvolle Stichwort: Berlin ist ruhig!" Jetzt war das Maß voll, und die Älttwort, die der heimaeluchte Rofa Domino auf der Zunge hatte, mochte nicht so ruhig sein, als das gute Berlin: aber der Orientale ließ ihm keine Zeit, dieselbe anzubringen. Ohne die Maske zu lüften, schntt derselbe unvcr züglich weiter. Ader dies Mal drehte d?r Polizei Präsident den Spieß um. Er beschloß. sich an iie Fersen des Muselmannes zu lzänaen, um denselben zu intnamrcn. Doch dieser schien plötzlich in der hin und her wogenden Menge verschwunden und blieb es für den ganzen Rest des Abends. Am nächsten Morgen hatte der Präsi dent den gewohnten Bortraq bei seinem kaiserlichen Herrn. Der Monarch saß sichtlich wohlaelaunt an fernem Schreib ti:ch und rief dem Eintretenden sofort entaegen:' Eine wichtige Neuigkeit, mein lieber Madai, die Sie interessirt," und auf den fragenden Blick Madais folgten die inhaltsschweren Worte: Salem alet tum Berlin ist ruhig!" ' In des Präsidenten Seele stieg die Erinnerung an den verstrichenen Ball Abend sofort empor. . .Um des Himmels willen," rief er.
.sollte der Orientale gar Ew. Majestät! selbst gewesen sein?" ! Freilich war ichV bestätigte berj Kaiser Ischend. Da danke ich doch Gott, daß ich den' Gegengruß für mich behalten habe, der mir auf der Zunge schwebte, und mit dem ich mich sür allen Aerger entichädigen wollte, den man mir gestern Abend angethan," meinte V. Madai. Aber, wenn ich Majestät um die Lösung des Räthsels bittendürfte.wie es geschah,daß ich trotz meiner im letzten Augenblick noch veränderten Maske von aller Welt erkannt norden bin?" DaS haben Sie mir zu danken, so leid cs mir thut, Ihnen den schönen Abend verdorben zu haben. Aber er innern Sie sich Ihrer Behauptung vor
einigen Monaten, daß es selbst mir r t . " n r t, w n . r" ..... ! icywer sauen ?oue, die eyetmnlue meiner Polizei zu erspähen? Nun, da konnte ich doch keine bessere Probe an-' stellen, als bet dem tfhef selber. Im Augenblick Ihres EinsteigenS in den Wagen, der Sie zum Fest meines 33ruj W a a f a f f 4 a Z JS i a ZI t UUllLJCU IUUIC, UJIUUIUJ IU UU der nächsten Ecke Ihres Hauses der' Baron A. in den bereitstehenden Wa' gen und folgte Ihnen auf Schritt und Tritt, bis Sie sich in der Garderobe Ihres Mantels entledigt und als osa-Domino das Vestibüle betraten,' wo Ihre Ankunst sofort durch die ganze Kette der Verschworenen signalisirt wurde." Ich hoffe, Sie werden mir nicht böse sein?- fügte der Herrscher hinzu, indem er dem Präsivenlen sreundschast!ich die Hand reichte. Jm Gegentheil," rief v. Madai, die kaiserliche Äechte mit seinen Lippen be rührend, ich bin über die Findigkeit 5. Majestät entzückt. Und wenn mich eines über meine Niederlage trö Jen kann," subr der alte Herr fort, so ist es da? Bewußtsein, daß unter meiner Verwaltung Berlin ruhig ist rnd hoffentlich auch bleiben wird." NuS dem Sieben Franz Lachners. Ter berühmte Musiker, der Sohn :ines armen Torfschullehrers, gab als junger Mensch in der Vorstadt Au in München zu Anfang der zwanziger Jahre Musikunterricht, die Stunde sür einen Groschen. Tas hatte er bald satt, es trieb ihn fort in die Welt. Mit mühsam ersparten sechs Gulden stand er eines schönen Morgens auf einem Floß und fuhr auf der Jsar und Do nau gen Wien. Als der junge MusikuS in der Kaiserstadt anlangte, besaß er noch einen Gulden; mit diesem begab er sich in e Wirthshaus und entdeckte alsbald auf der Speisekarte natürlich auch Schniel". Hoch ersreut, endlich diesen berühm ten Wiener Schnitzeln zu begegnen, von oenen er so viel gehört und so wenig geschmeckt hatte, von es sein erstes Beginnen, sich mit denselben persönlich be kannt zu machen, und zwar unterhielt er sich so gut, daß diese neue Bekannt schaft ihm den größten Theil seiner Baarschast kostete. In der Wiener Zeitung" las er da bei, daß eine Qrganistenstclle an der Kirche einer Wiener Vorltadt zur Eoncurrenz ausgeschrieben war, und heute d:r letzte ag zur Anmeldung sel. Lachner eilte, sich oen betreffenden Per onen vorzustellen und erschien am an deren Msraen in der Kttche. Als er anlangte, waren bereits 31 Mltbewer der versammelt. ES ist gut, daß Sie endlich kom men". rief man ihm entgegen, in der Meinung, er wäre der Balgetreter. Das Loos testimmte die Reihenfolge, m welcher die Bewerber ihre Probe ab' zulegen hatten; und Lachner zog die erste Nummer. ES war vorgeschrie den, einen Ehoral zu begleiten, ein :iück vom Blatt zu spielen und endlich zu phantafiren. Als der junge Kunst' ier um von oer rgeivanl ervo?, ver schwanden nicht weniger als 22 seiner Eoncurrenten, ohne sich auf eine Probe nnzuluen! Kurz, er erhielt die Or ganistenstelle und in seinem 21. Jahre bereits wurde er Hoscapellmeister am Karntnerthortheater zu Wien. Ehe und Wehe. Zum Hcirathen qehört mehr Muth als in den 5iri?g zu ziehen. Ehrls.lne v. Schweden. Man soll das Leben nicht vor der Ehe loben. A. WeiS.Bulka. Das Weib wird durch die Ehe frei; o:r Mann verliert dadurch seine Frei heit.. Kant. Die Qeiratb ist die erste Dummbeiti die man begeht, wennman vernünftig geworden Ist. l.a vie ransrenne. Welche von allen Menschen empsiw den am meisten Neue? Die Verheirathe. ten! Eokrales. Heirath: Eine Thorheit zu zweien; nachher eine Sttaverc: zu dreien. Shakespeare.. ' Die Ehe ist wie ein gerichtlicher Pro ceß: eine Partei ist immer unzufrie den. Balzac. Die Ehe ist ein Bund, in welchem sich Mann und Weid .verpflichten, sich w, A.. ms zmleoenz lyr ew zu klagen. Hippel. Poesie unZ Pros a. Ach.. holde ennerln. dürl! ich doch ein Küß' chen aur Deine Roicnllppen drücken!Sö müsien'S Jhnere MordSgusche a net überall hab n! Entlastet. Richter: Gefan gener. es ist ja angenscheinlich. daß Sie den Klager unmenichllch angefallen ha ben! - Haben Sie etwas, was Sie zu Ihrer Entlastung angeben können i Gefangener: Nein, mein Herr. Man hat mir alles Geld abgenommen, was ich hatte!
Im NlkerH au Palast.'
i UDas Aeußere des Ackeibau.GebäudeZ f der Chicaaoer Weltausstellung. eines der schönftgelezenen unter den großen AusstellunaSpaläften der Weisen Stadt, ist dem Leser bereits vorgestellt worden. Es lohnt sich, auch Einiges aus dem unqemem reichen und großar tigen Inhalt vorzuführen, namentlich da nun auch die deutsche Abtheilung in diesen Gebäude eröffnet worden ist.' Die Ausstellungen in diesem Ee bände stehen an Wichtigkeit ceroiß nicht hinter denjenigen im Jndustricpalast zurück, und manche Länder, vor Allem unser eigenes, haben in ersterem (Se baude benere Ausstellungen, als m lefeterem. Es begreift sich, daß im Judu striegebäude größeres (Sewicht auf den äußeren Schmuck gelegt ist. und schon die Gegenstände an und für sich bieten ja meist mehr Gelegenheit zur Entsal tung vornehmer Eleganz. Doch selbst in dieser BeuchUNq wer cen manche Ausstellungen im Ackerbau Palast kaum von denzenmen ihres indu striellen gegenüber in den Schatten ge stellt, zumal die Ausstellung eine landwirthschaftliche im allerweitesten Sinne des Wortes ist, und auch einen großen Theil der verarbeiteten Naturprodukte und der zu ihrer Verarbeitung und Ge winnung nöthigen Geräthschaften :c. umsant. Deshalb bat z. B. auch daZ edle Brauerei und Mäkzereigewerbe in diesem Palast sein Quartier gefunZen. !Die Absicht, sich ein besonderes Gebäude .hierfür zu leisten, mußte bekanntlich schon von Ansang an ausgegeben werden. Doch ist dies.-s Gewerbe im Acker ibaupalast zu so befriedigender Geltung gekommen, daß Gambnnuö selber seine Freude daran, haben müßte. Außer Deutschland und den Ver. Staaten sind bier namentlich auchEnaland und seine auswärtigen Domänen recht gut vertreten. Unter den later-msch-amentanilchen Ländern zeichnen sich besonders die westindischen Inseln mit ihrer. Gewürz Ausstellung aus. Braunen kommt etwas lliat Mit leinen Producten und hat überhaupt mit allen meinen Ausitellunacn Vecd. Es m mei 'überbauvt bemerkt, da aucd im Acker 'bau.Palast zur Zeit, da wir meies schreiben, vieliack die Einräumung de: jGegenstände noch unvollendet ist; dock: kann nichts megr hinzukommen, xoai den Totaleindruck wesentlich ündcr konnte. Doch eZ ist Zeit, der neueröffneten deutschen Adeheilung m dzrem Gc bände etwas nähere Aufmerksamkeit u schenken. Sie in nicht nur eine der gediegensten, jondernemeder anerkann schönsten, und der stollwerk lche ßho loladevavillon steht in seiner Art ge wiß nicht z. B. hinter sächsischen Por zellan'Ausflellung oder den ' Meister werken der Goldschmiedekunst im In dustriepalast an Vornehmheit zurück, wenn er sich auch nicht an Dauerhas tigkeit mit jenen messen kann. Dieser, sowie die Pavillon? der ' Apollinaris (So." und der Kali-Werke von Stoß furt werden'allqcmein als die interes. santesten Ausstellungen der deutschen Abtheilung betrachtet.
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fmm j 3 s vo Q c o & "o e 3" "3 ja 5 . ZJ o a 5 s c s o 1 S Wie scdon angedeutet, besteht der Ftollwerck'sche Pavillon völlig aus khokolade außen und innen und bildel vielleicht das gelungenlte Kunstwerk,! das je aus diesem Stoss hervorgegan-' zen ist. Es enthält u. A. eine klaster! hohe Ehokolde-Statue h:t Germania, eine beinahe 2000psündige Nachbildung oes bekannten N:ederwaldDentmals.z Die Auslage von SI5,000 für diese; Pavillon erscheint noch verhltnikmavlg' bescheiden. Der Pavillon der Avolllnarls.we-! ellschaft, an sich von mäßigem Um sang, ist von Spiegelscheiben umschloß sen, durch welche daS Innere gewaltig vergrößert erscheint, und der Eindruck! ist ein bezaubernder, zumal im Da men-Boudoir, wo das gesundheitbringende Wasser der deutschen Quelle den .verrinneen der Schöptung" von schmucken Hebegestalteu gereicht wird. Die Mitte des Baues schmückt eine Bictoria.Statue. Hoch ragt der im Renaissancestil aufgeführte Pavillon der Kali - Werke von' Staßfurt über seine Umgebung empor. :Lie Fa?ade wird von emer imposanten Gruppe gekrönt, welche den Sieg des Menfchengeistes über die via turkraft versinnbildlicht; der Mensch se:t stolz den Fuß auf den besiegten Titanen und hebt daS ihm abgerungene Kalisalz in die Höhe. Auch die prächtigen Gruppen rechts und links vom Eingangsbogen beziehen sich auf daS Kalisalz und'seine Heilkraft. Berg bau und Cb.'mie sind m den Zwischenräumen zwischen den Bogen ebenfalls. durch allegorische Figuren dargestellt. rV irr ri r. 'i tc anomirlvicyasl in o roeircrn Sinne, wie sie im Ackerbau-Palaste erscheint, kann natürlich kein nach jeder Seite abgeschlossenes und abgegrenztes Bild bieten, und diese Riesenausstellung findet im Gartenbaupalast. im Maschinenhaus und noch vielfach anderwärts Ergänzung und Anschluß. Steigerung. Feldwebel: Soldaten, ibr wißt, daß ich die Akutter von dcr Kompagnie Heine. Wen ibr eure Sache gut macht, dann wcrde ich eine zärtliche Mutter sein und euch als meine Binder velraqten. Wenn es aber schlecht geht, dann ncbmt euck in Acht, dann binn ich eure Mutter nicht mehr. Sollte ich abeö mal fehen, da ihr mir Nicht folgen wolt daun. Hlmmeltreudonnerwet' ter, dann bin ich eure Schmiegermut' tcr! Merkwürdige Nenderung. Frau (zum schwerkranken Gatten): Lieoer Monn, es wäre doch gut, wenn Du in Betreff Deines Vermögens eine lcKtwilllge Verfügung treffen, wurdest. Mann: Merkwürdig! Seit, wir verbeirathet sind, hast immer Du den letzten Willen gehabt, wie komme denn ich auf einmal dazu? Große Anstrengn n g. Professor lim Krankendau e zu einem jungen Mediciner): Wie werden Sie letzt diesen Schäoelbruch behandeln? Medlcrner (nach ernlgem cachdenlen): ! Herr Professor, ich zerbreche mir um i sonst den Scyädel darüber! I Ein S achverftändi ger. ' Gnädige Frau: Was kochen wir ' denn moraen zu Mittag. Marie? Marie: Ich werde heute Abend gleich 'malmei, j nen Unterosficier fragen.
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eipcria aus ver WelrausiktNung.
Unter denjenigen. Ausstellungen in Chicago, welche als Curiositäten be merlenswerth sind, nimmt diejenige des afrikanifchen Neaer-Freistaates Liberia einen hervorragenden Rang ein und verdient schon etwas eingehendere Er mähnung. als ihr bisher in der Presse zutheil geworden ist. Bildet doch Liberia selber eines der seltsamsten Länder des Erdballs," ja das einzige seiner Art: eine von Amerika aus ge gründete christliche Negerrepublik, die zwischen Mohamcdanern und Milden iu Westasrika eingekeilt ist, und deren Zustände und wsllköpfige Bewohner, ?in wttn?rsam?Z lmisk Wnn svtrtilt! r r w . wm v ' w vW.. , l'rtjinn itrtN i"tf .Sss ai flsrttsXdntt Ulll'.l UUU IUUUUIIJII UU toeien. ,Hutte in der VuSst.llung von Liberia. Die Ausltelluna befindet- sick irrt nordöstlichen Ende des aroen Acker' baupalastes an recht auffallender Stelle und durfte zeden Besucher, der vom Norden her in das Gebäude kommt. wenig tens einige Minuten feueln. Siei x ein rlchtiaes Eunontatenmuseum. Die vielen Schlangenhäute, Tigerfelle und cmoenniiajcn Wurklvleke können.' ieneS gelinde Gruseln erwecken, das sick so gern zur Neugierde gesellt. In der einen Eae balt ein rieuaes ausaettovstes iipferd gleichsam Wache.. An hohen Stangen hangen oder in Schau kästen liegen Tausende kleiner Schmucksuchen, welche uns vom Leben im' ?lnnern des dunklen Ervtherls erzählen. Wle Ottern-, .'ileaen-. T:aer-. Anenund andere Häute schmücken in lieblichem Durcheinander die Wände. Merkwürdige Dolche verschiedener Ar ten grinsen uns entgegen. Liberia hat seinen Präsidenten und sein Cabinet. aber in den abgelegenen Provinzen treiben noch immer die Häuptlinge ihr altes Wesen und tragen stolz ihren kriegerischen Kopfschmuck aus Tigerfell und Mufchellchalen: mehrere Proben hiervon und ausaettellt und bieten Geleaen beit zu interessanten Veraleicken mit dem ttopfpuy unferer rothhäut gm scrieger. Da? Nilpferd. be? auch Tinae ganz anderer Art tat Liberia auszuftellen: Säcke voll Kaffee. R;i3 m Bündeln,. Fässer voll Palmöl, arabischen Gummi in dem Zustande, wie er Direct vom Aaum kommt, Wanerflaschen und Pulverhor ner aus Kürbissen, in welche auch zier liche Bilder eingefchnlkt find, Körbe, Hüte, Jacken und Hängematten, die aus Holzfaser oder starken, sehr haltbaren und geschmeidigen Gräsern qe woben sind, und einheimische Webstühle selbst, welche den früher, in drn Neu-england-Staaten gebrauchten ähneln. Reben Stuhlen und Matten ganz mo derner Art gewahrt man fteinerne Götzenbilder. Sklavenpeitschen, ein ur alteö (sanoe aus einem ausgehöhlten Baumstamm und nicht weit davon ein Modell eines der neuesten Kanonenboote von Liberia.' Es fehlt auch nicht an einem Musterhauschen und einer kleinen DichungelnHütte ans Robr und Binsen. Kurzum, das Ganze ist, wie Liberia iclbst. ' Dieses merkwürdige Land hat auch. Zeitungen, Postmarken lutd eigene Münzen, und anch von dreien schonen Dingen sind Proben zu seben. Eine besonders große Ehre für Liberia, besteht darin, daß der Eeremonieu-Ausichuß einen eigenen Llberra-Taa der Welt ausstellung festgesetzt hat. ebenso wie ein deutsch?? .ag, ein norwegischer Tag u. s. w. benimmt wurde. Ter üb. Juli, der Jahrestag der Unabhänglakeit der liberischen Regierung, ist dazu auserlesen. Ob Lioerm wohl noch einmal ans ner Weltausstellung ver treten sein wird? : ; Unangenehmer Druck kebler. Unser bochverdientcr Stadtverordneter Herr Lugaus trat heute die in der letzten Ratbsversammlung beschloffen? )rlent!rungs'Rnfe nach den benachbarten Größeren Städten an. Um den Staatssäckel sl viel wie möglich zu schonen, hatte sich Herr Lugaüs mit einem Hundrerfedillet verletzen ! Vorgebeugt. Vielen Dank. Herr Schulze, daß Sie mir auS der Verleaenbeit geholfen haben. Allerdinas habe ich Sie um 50 Mark gebeten und nur 25 Mark erhalten; aber trotzdem. dürfen Sie versichert sein, werde ich ?rhr kwiger Schuldner sein! Das befürchlete, .11 ft, 10 aucy. uno oayer g';o iaj ynen nur die Hälfte! ' Der Hund, a'uf den man kommt, bewahrt ein:m gewöhnlich dirj lusdauerndlle .reue. ,
Älss n ' .M'., .Ar. K tj'li" rlfe r'g sÄ mtMfcjisV fijT""vj tA 1 ii i im , W I ' w. i . .. V J 1 -iT r m . 4ß'v
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Wooded Island.
Durch die mittlere Lagune deS gro ßen Ehicagoer WeltausstellungsplatzeS, um welche beinahe alle bedeutenden Ausstellungsvaläste herum liegen, zieht sich eine anmuthlgc, mit grünem Ge holz bewachsene Jnjel hin. welche schlecht weg als Weoded Island bekannt ist. Man kann sie durch Brüten oder Boote erreichen, und der Rundblick von hier auS ist bii Tag und txi Nacht (im Falle die Welye Stadt beleuchtet ist) em be sonders schöner und imposanter. -o r - " & o-jsW yJT ! ?on der nördlichen Seite der Insel ans erblickt man das große Illinois Staatsgebäude mit dem goldenen Dom,. nach Nordosten zu das eigenartige Fischereigebäude und weiterhin das Ge bände der Ler. Staaten, und drüben am nordwestlichen Gestade das Frauenrnid' das Kindergebäude. Gerade west lich gegenüber der Insel streckt sich der Gartenbaupalast dahin, und daS öst liche Gegenüber ist der JndustrievalasiZ südwestlich drüben prangt das TranS portationsgebäude mit seinem vielbewunderten Hauptportal. Sehr an ziehend ist namentlich die Aussicht von der Insel nach Süden zu, wo man durch den Raum zwischen dem Bergbau und dem ElektnntätSgebäude hindurch den großartigen VerwaltungS Palast erblickt. Ringsum wird daS anmuthige Wasser von den venetianischen .Gondeln- mit ihren roth-weißen oder blau-weißen Lenkern, sowie von den elektrischen Booten und ihren fröhlichen Insassen belebt. Auch an Gänsen im buchstäblichen Sinn des Wortes sehlt.es nicht. Tcr raC-fr. Die Insel enthält auch mehrere niedliche Raturgeb-äude und Zierwerke, un- ' . - . . ' - r A - tu denen reionoers oas zapanifq .do'0.den idie Nachbildung eine berühmlen japanischen Tempels) und.daS Australisches Wohnhaus aus Baurinde a 'vodeo JSianS. australische Ninden-Haus hervorgeho ben seien. Je entschiedener sich der Sommer aeliend macht, desto reizender ist auch die slora dieser LagunenJnsel im Entsalten. ' Gerettete. Was ist denn das für eine lustige Champagnergesellschast dr drüben?.Drei mnae Mänmr, von denen heute Jeder einen Korb dekommeo hat!.imm m i Sie kennt ibn. Briefträ träoer: Qltt ist ein Brief mit undeut licher Adreffe. glauben Sie. daß er dern Studloien Muller. der m Ihrem yauie wohnt, gehört? . Hausfrau: Ist es ein Stadtdrles? Briefträger: Nem, er kommt von' auswärts! Hausfrau: Dann gehört er ihm nicht, der Her? Doctor hat blos hiesige Schulden! S t o ß s e u f z e r e i n e S Viel geplagten. .Sonst ' schickte meine Schwiegermutter zum Geburtstage mei ner Frau immer eine schöne Gans, jetzt .ommt sie alle Jabre selber!4
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.vrc) t(H lSl I r WtJr?y& y-'U i MiMOÄ) X i wät: o iQir?! ii r ii. A Patr:'-1 r?J"-k k?-Tii -5ßzZjI fct4-Aa ji'fcl A i " f i ! jC " o pWiO1 zMMwB U fW&L I v-r.. , s 'S I ipi-ro i , . '.Tf Dfe l'W 1 ff ff, F-fi S-2 niTTR " ypf&&' V 'F II lJrlthLfcGfJ Fsv-ifef siMl;0t7 te'j i U-fSJlo I lhfef UMti:fc?t"w7f3if wIf VfffS v .W?.iioK,pSrT t 'jMr
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Für und gegen daS Küssen. Die Wiener .Deutsche Zeitung- hat eine Enquete veranstaltet, indem sie fünf Mediciner, die Professoren M. Kaposi, Al. Monti, I. Neumann, I. ' öchnitzlcr und Hofrath v. Wiederhoser um ihre Ansicht bat, ov sie daS Küssen sür gefährlich hielten oder nicht. Kaposi schreibt nun. es sei ganz vernünftig, wenn man das Küssen nicht zu sehr einreißen lasse, da dcr Mund ganz besonders dazu geeignet sei. kontagiöse (ansteckende) Stosse aufzunehmen. Andererseits solle man adcr auch das Küssen nicht allzu sehr verschreien, denn es sei ein Symbol inniger Sympathie und habe in unserer Auffassung einen ästhetischen Werth. Dr. Monti meint: Was man von der Gefährlichkeit des Küssens sagt, ist entschieden übertrieben. Es ist noch nicht festgestellt, ob der Kuß eines Kranken schadet, möglich ist es freilich; die Ansteckung wird aber verhältnißmäßig selten eintreten. Wer Lust zum Küssen hat, der möge es thun." Dr. Neumann nimmt die Sache wie der ernster. Mund und Hände sind diejenigen Theile des Körpers, welche zur Uebermittlung kontagiöser Stosse am meisten beitragen. Die gefährlichste Art des Kükens ist jedenfalls die aus den Mund; es gibt keinen Fall, in dem hier keine Gefahr bestände, selbst wenn bei dem Uebertragenden die betreffende Krankheit noch nicht ausgebrochen ist! Am größten ist die Gefahr bei gewissen chroMen Leiden: sind galle bekannt, wo ein vermeintlich Geheilter noch nach mehr als zehn Jahren den Giftstoff durch einen Kuß, übertragen hat. Esxsoll deshalb auch Niemand aus dem Glase eines andern trinken. Von infektiös Erkrankten wie zum Beispiel von Tuberkulosen, ist es geradezu gewissenlos, jemand zu küs sen." Dr. Schmier sagt : Es ist eine alte Geschichte, daß durch den Kuß Krankheiten übertragen werden fön nen!" Hosrath v. Wiederhoser nähert sich mehr d'en Anschauungen seines Kollegen Monti; auch er neint, e3fei nicht so weit her mit der Gefahr, als manche glauben. Lernünftige und anständige Lcnte werden ohnehin, wenn sie krant' sind, niemand küssen, ebenso wie unsichtige Eltern nicht erlauben werden, daf ihre Kinder den Nächstbk' sten küssen oder sich küssen lassen. Einen Gedanken sprechen alle fünf Ge lehrten gemeinsam aus : den nämlich, daß mit Gesehen hier, besonders bei
Liebcsleutcn, wenig oder gar nichts auszurichten ist. Wenn der Rechte die Rechte findet, so werden sie sich küssen, gleichviel, welche Strafe darauf steht! Und das schadet auch, nichts,' meint Dr. Kaposi. Ein Witz. i Der Buckhalter Pünktlich war bereits seit vielen Jahren in dem Geschäft des Commercienraths Goldhcim als Zahlenmensch thätig gewesen und hatte auch stets seine Pflicht gethan. Leider besaß er aber trotz seines recht knappen Gehaltes eine verfängliche Eig?nschaft, er witzelte nämlich gern, und das konnte sein gestrenger Herr Prinzipal absomt nicht vertragen, besonders nicht im Geschast. Nun eristirte aber in der Firma Goldheim eine gute alte löbliche 5,itte und zwar die, daß am Geburtstage des ßhefs jeder Comptoirangestellte netto 25 Mark zum Geschenk erdielt, um aus das Wohl des Brodherrn sich mal einen vergnügten Tag zu machen. Von dieser lodenswerthen Gewöhnheit sollte denn nun auch heute, am 70. Geburtstag des Alten, in keiner Weise abgewichen werden, und früh morgens, als seine Leute Einer nach dem Andern das Privatzimmer des Jubilars betraten, saß dieser denn auch schon mit einem ganzen Stoß Kassen anmeisungen vor sich, auf denen er. ebenfalls nach alter Gewohnheit, stetnach erledigter Gratulation, den be treffenden Namen und ; die rundk Summe von 25 Mark eintrug, damit dieselbe draußen beim Kassirer erhoben werden konnte. Endlich erschien denn auch Herr Pünktlich, und da diesem das unge wohnliche Ereigniß eines ?0.. GeburtZ tages doch ioohl einer Erhöhung der Gedurtstagsfreude werth erscheinen mochte, so' erlaubte er sich nach stattge habten Glückwunsch die zcherzhafte Be mertung: ? Nicht wahr. Herr Prinzipal, heute lassen Sie doch mal Fünie grade sein? wobei er mit nicht mißzuverstehender Handbewegung auf den Zettel wies. den der alte Goldheim grade ausfülle:! wollte. Dieser blickte ihn wohlwollend an. Die 30 Mark waren dem schlauen Pünktlich also sür seinen guten Witz schon sicher. Er trat heimlich lachen) zurück. Dann fuhr die Fecer üder's Papier. Streusand d'rauf, ziisammen' geknifst und triumphirend schritt Herr Pünktlich zur flaue. Draußen großes Erstaunen, ein Fluch, ein Schrei, Lachen des Kassirers! Auf dem Zettel stand in großen Zahlen: Zwanzig Mark für Herrn Pünktlich!) Goldheim hatte günfe grade fein gelassen! Was er b r a u cd t. Arauer. ! Ich weiß nicht, was Sie an meinem 1 m !...-..-. i r x i w i Aiere auszuieyen. yaven. c- jo,c)i oocy famos den Durst. Wirth: Eben das ist es. was ich daran auszusetzen habe, ich brauche ein Bier, das Durst macht! Eine K l e i n i g k e j t. ; Ein fierr will einen idm' befreundeten Schauspieler' in'S Restaurant abholen i und trifft ibn bunter den Eonlin'en. .Einen Moment." rust der Mime eilig, .ich muß nur noch schnell sterben dann komm' ich gleich!" Fatales Versprechen. Der verkrachte Besitzer eines Bandwaa rengeschäftS widmet sich der Bühne. Bei feinem ersten Auftreten, als er nur die Worte zu sagen hat: Ach, alles Glück ist wandelbar!" rust er aber: .Ach. alles Glück ist Bandelwaar'!"
