Indiana Tribüne, Volume 16, Number 263, Indianapolis, Marion County, 11 June 1893 — Page 9
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Eltt t Indianapolis, Ind.. 11 Juni 1893 rrenanflalttn uns tyre Organtsatton. Von allen dcn großen Fragen, die seh ttn TaQtn der Kindheit der Psychiatrie bis auf die Qeijenroart ihre Vertreter be-. schZstigt habcn, bat sich keine so , hartnäckig und dabei so frisch und anregend auf der Tagessrdnnng gehalten, alS die Frage nach einer dem Wesen der Kranrheit entsprechenden Pflege und BeWandlung der Geisteskranken in besonrers dazu geeigneten und eingerichteten Anstalten. Diese Frage drängte sich den mastge senden Personen zunächst auS der UeberZeugung und der Erkenntniß auf, daß die Geistesstörung nicht alS ein rnerali scher Defekt, sondern alS ein Leiden deS menschlichen OrgeniSmuZ, als Aeuße lungen gestörter "GeisteSthätizkeit. eines ' Leidens des Gehirns, von den Aerzten zu behandeln seien. Sobald diese Erkenntniß sich einmal Bahn gebrochen hatte und die Erfahr rung hinzukam, daß die Geistesstörung auch zu heilen sei, da konnte dem allseitirsen Verlangen nicht länger widerstanden werden, ungesZumt die Gründung solcher Anstalten in die Hand zu nehmen. Es war instinctiv, ei war natürlich, daß zuerst der Staat, ngeregt durch Hochhernge und hervorragende Männer der mekicinischen Wissenschaft, die Frage der Gründung besonderer Irrenanstalten für die Geisteskranken aufgriff und entfprechend den damaligen Anschauungen die sogenannten geschlossenen Irrenanstalten in S Leben rief. Eine gewisse Scheu vor den Geistes kranken, die zum großen Theil aus dem Mangel einer ausreichenden Erfahrung in der Beurtheilung und Behandlung rieser Krankheitszustände entsprang, und die Beobachtung, daß ein bedeutender Zrocentsah dieser Kranken gemeingefährl:ch, jedenfalls als solcher zu betrachten und zu behandeln war, hatte zur Folge, daß bei der Gründung der ersten Anftalten ein zu großes Gewicht auf sichere Einrichtungen gelegt, daß diesen Anstalten im Vergleich zu den heutigen ein oußerlick zu strenger, ein in des Wortes ausgedehntester Bedeutung zu sehr ,ge? fchlossener Charakter anfgexräzt wurde. ES mag rsshl vorqekemmen sein,daß rzelegcntlich von Besuchen bei Besichtigung der innern Einrichtunzen der An(fall mit Vorliebe die Ansichten über die besten Akvangöavvarate, die sichersten Zimmer, die besten Gitter und Schlösser :c. breitgetreten wurden. Diese geschlossenen Anstalten waren jiir die Aufnahme aller denkbaren Kran ten bestimmt, der heilbaren und Unheilraren, der reichen und armen, gebildeten und ungebildeten, ruhigen und tobsüchtigengemeingefährlichenundharmlsen,der unreinlichen und reinlichen, der körperlich 'chwer kraukcn und der sogenannten kör-' rerltch gesunden, der gelfteskranken Zvervrecher und desgleichen mehr. Und für alle diese Kranken mit allen ihren Eigenthümlichkeiten, mit allen ihren Bedürfnissen, berechtigten und un, berechtigten Anforderungen und Wünschen. für alle diese Kranken in allen den verichiedenen Formen und Stadien dieser ktrankheit gab es nur die eine große An ftalt, elche sie Alle zu befriedigen, für 2llle den nöthigen Schutz und die passenint Mittel in Pflege und Behandlung in Anwendung zu bringen halte. Es iägt sich denken, daß ti hier viel zu überlegen und einzurichten gab. Da waren Abtheilungen, in denen hinter Riegeln und Gittern die tobsüchtigen und gemein gefährlichen Kranken, in andern die un, reinlichen und zerstörungssüchtigen, roie ter in andern die unruhigen und unleidIlchen, die Quäler, Harangrnrer und Saullenzer, in andern die inoaliden und körperlich gebrechlichen, in andern die iuhige Ardeiter, und dann nieder getrennl nach den Ständen, nach dem Vermögen, in Abtheilungen I., 2. und 3. Classen u. s. ., die reichen und gebildeten Kranken, zum Unterschiede von den armen und ungebildeten untergebracht, verpflegt und behandelt wurden. Die Fenster der ganzen Anstalt wurden er gittert und rings um das Gebiet, um den Charakter des Ganzen zu vervsllstöndi' gen, schloß sich eine S 10 Fuß hohe Mauer. Der Eindruck, welchen eine solche Anstalt auf den Beschauer machte, war der des Weihevollen, Geheiligten 'und Ehrfurchtsvollen, aber auch des Geheimnißvollen und Schauerlichen. WaS mochte wohl hinter diesen Mauern und Gittern, hinter diesen Schlössern und Riegeln Alles passiren? Und die Phantaste des Uneingeweihten malte sich mit schrecklichen, entsetzlichen' Farben die düstersten Bilder aus, Bilder, auf denen diese Unglücklichen, allerdings lediglicb turn Zweck der Heilung' Besserung und Läuterung ihres Zustande?, den griß lichsten Qualen ausgesetzt erscheinen. ES isticht zu viel gesagt, wenn ich beHaupte, daß diese geschlossenen, nament lich die zugleich hermetisch gegen die Au ßenwelt geschlossenen Anstalten, wie man ti vielleicht beobachten konnte, viel dazu beigetragen haben, daß sich die Borur theile des Publikums vor diesen KrankheitSzuftönden und deren Trägern, den Kranken selbst, bis aus den heurigen Tag in ungeschwSchter Kraft erhalten habn. Nach diesem Muster, allerdings unter den mannigfachsten Variationen, ie sie die Verschiedenheit der Ansichten und Meinunze, die Gunst der Ungunst der lokalen VerhSUmsse, und vor allen Din gen die Erfahrung, der untrügliche Weg weiser für die Verfolgungen aller Bestre wngen, in'S Leben rf, sind die meisten der tzeute beftehentzen Irrenanstalten drt Jnnz und Auslandes gebaut. Diese Vriationn beziehen sich zu Theil aus die iußere Form des AlltagsgkbäucZ, zum Theil aber auch auf die innern Einrichtungen. Hier finden wir langgestreckte Gebäude mit einem Stockwerk, bort zusaormenge drängt mehrere über einander; hier beispieliweik in ibrrn Geacu sitzen die II-
Ksrm, dort die specifisch amerikanische Bauart, die Linienform. Hier wird der Verkehr durch Souterrains, dort durch offene oder geschlossene Gänge oberhalb der Erde vermittelt. Hier sehen wir das Eorridorsvstem, dort hat man ei unbe-
rückstchtigt gelassen. In dieser Anstalt wohnen die Kranken im ersten und schlafcn i,n zweiten Stock, in jener wohnen und schlafen sie in denselben Altheilungen, getrennt je nach den Standen, nach ihrem Vermögen, ihren Ansprüchen, den lkrankheltssormen u. f. m. Aber in dem Einen treuen sie alle nierer zusammen, in dem Einen gleichen sie r- t . . n c . c ' sich, wie emvii oem ankern, IN rein u: slkm. Alle diese Anstalten mit der grög ten Verschiedenheit in Form und Einrichtuugeu repräsentiren das System der ge jchloszenen Anstalten. In etnem belgtlchen Landjtavtchen, 3!amenS Gheel, befinden sich schon seit langen Jahren Geisteskrank in familialer Verpflegung. Ein bekannter Irrenarzt schreibt darüber: Das Mittelalter lebt fort in der sogenannten .Zellenkamer. Es ist ein schönes, an die Dumphrakirche angebautes Haus, daS mlt lener tn Berbtndunq teyt. feiner iehiqen Form maa es kaum 200 Jahre alt sein; es trägt in seiner Spitze j die Jahreszahl 1683, doch wurde der Thulm 1539 sammt der Zeüenkamer durch Feuer zerstört. Man findet in diesem Hause zwei big drei dunkle, enge Kömmerchen mit festen, kräftigen Bettstelle, nebst Vorrichtungen zum restraiot; in den Mauern des Vorderraumei. welcher der Küftersamilie alL Küche V"nt fei ferne Ringe einaelatten. Zvklt große? Offenheit zeigt man einen rfl se'rr,n y.MhiWl t schuhen; aus em 'Gesimse deS Herde fand ich einen kleinen messingenen TrichJM VHHgVMtVIHMf V V Spitze stark zerbissen nnd durchlöchert ist. In dieser Zekenkammer wu'.den früher eine Menge ruhiger und unruhiger Gei steökrankcn, auch sogenannt'. Teufelsbesesfene, aufgenommen, nach den Büchern des Kerkermeisters z. B. im Jhre 1792 noch 52, 1795 31 Irre. Aber noch im Jahre 1881 machten 7 Kranke dort ihre 9tägige Andacht durch." Bis 1651 war die Behandlung der bei den 33 im gern und Bauern untergebrachten Kranken und ihre Verpflegung in deren Familien reine Priostsache und keiner BeHorde unterworfen; nur die grdgeren Städte und Gemeinden hatten sich an Qrt und Stelle hervorragende Persön lichkeiten als Patrone für ihre Kranken bestellt, die dazu berufen waren, das Verhältniß zwischen den Kranken und ihren Pflegern zu kontroliren. Von diesem Jahre an bemächtigte sich, hauptsächlich getrieben durch den berühmtesten damaligen belgischen Irrenarzt, Dr. Guislain.die Neqierunz der Gheeler Jrrenpflege und erließ ein besonderes besetz, gleichzeitig mit Gründung eines Asyls für gemeingefährliche ur.d tobsüchtige Kranke. Außerdem sollten in dieses Asyl, die Jnsirmarie genannt, alle diejenigen Kranken aufgenommen wer den, welche aus irgend welchen Gründen eine zeitwciliae.Jsolirung ersorderten, dann auch die Ankmmlinge zur näheren Beobachtung und Eruirung ihres Zu standeS. Augenblicklich werden in der Gheeler Eolonie weit über 1200 Geisteskranke bei mehr alS 00 Pflegern verpflegt und behandelt; eS kommen also ein bis zwei Kranke auf je einen Ernährer. An der Spitze des Ganzen steht der erste Arzt als Direktor. Ihm zu Seite virken vier Sektionsärzte und ebenso siele Beamte zur Beaufstchtigung der Vfleger uud ihrer Pflegebefohlenen. Jeder Pfleger muß, ehe er einen Kran ken aufnehmen darf, eine Cenzession oom Staate haben, die nur ganz zu ver lässigen Personen ertheilt wird. Ueber vaS. was er zu leisten hat, besteht in Zax, und mit der Uebergabe eines Kran'en an einen Pfleger verbindet die Direction die Zustellung eines Büchleins, in dem das Nationale deS Kranken, beson me Eigenthümlichkeiten und Bedürfnisse sowie ein detaillirteS Verzeichnis der von ihm mitgebrachten Gegenstände enttur trnns&titf frttnft Vr mn halten ist. . Der Pensionspreis beträgt für die Pensionäre 500 3000 Francs je nach den Ansprüchen deS Kranken. Sie sind meist bei wohlhabenden Familien des HauptdorseS untergebracht. Für die Klasse der Armen wird dem Pfleger die tägliche Summe von 75 Centimes per Kopf vergütet; ist der Kranke unreinlich, zerstörend, paralytisch oder epileptisch, so steigt der Verpflegungssatz auf 82 Eentimeö. Dafür erhält er ein eigenes Schlafzimmer, ein reinliches Bett mit Leinen und Strohsack und die Kost. Nur seine Leibwäsche und die Kleidung stellt die Direktion. Die Reinigung und In standhaltung liegt dem Pfleger ob. Der unzige Vortheil, der dem Pfleger auS de? Uebernahme solcher unbemittelten Kran ken in ihre Pflege erwächst, liegt in der Arbeit, welche diese zu leisten im Stande sind. Alle Arbeitsunfähigen sind ihrer Barmherzigkeit überwiesen, da die Ent schädißunz kaum den Auswand für ihren Unterhalt deckt. Im Allgemeinen gibt eS vier Sectio nen. Die erste Section umfaßt das geschlösse Dorf. In ihr sind die ruhigen kranken' der Verschiedenen Formen von Seelenstörung verpflegt. Man trifft sort heilbare nnd unheilbare Melancholiker, Maniakalische, Blödsinnige, kurz lle Formen des Irrsinns. Die zweite Section. begreift die dem Dorfe zunächst gelegenen Weiler in sich. Hier sind weniger ruhige Kranke verpflegt, deren Zustand specielle Sore und häusige ärztliche Besuche nothwendig macht. In der dritten Section, den entfern teren Weilern, wohnen die Unreinlichen, Aufgeregten, serner die Idioten und Pa, ralvtischen. Die vierte Section, entfernt von allem Gewässer, ist für die Pflege der Epilep tischen bestimmt. In einer Gruppe Weiler auf der Haide ist das Quartier der Gewaltthitiaen, lobenden. Gefährlichen und die Schick lichkeit verletzenden Krken. - Ueber die Gheeler Jrrenpflege, die in so großartigem Maßstabe, wie nirgendso,. daZ System der familialen Ver, vflegung der Geisteskranken vertritt, sind von jeher die Ansichten der Sach oerftändieen' sebr.o.ethellt gewesen und
nno ks aiirt) npoj' di? aus den hemlgen Tag. lelbii nachdem die wesentlichsten llebkll'tände, die diese sreie Jrrenverpflegung nothwendig mit sich bringen mußte, so gut es ging, und ohne dem System selbst Abbruch zu thun, durch jwecknäßigere Einrichtungen beseitigt worden sind. Doch dalüber an einer andern Stelle mehr. In ähnlicher Weise, wie in Belgien, ersuchte man auch in England die Jrpflege als Eottage-System samilkal einzurichten. Soviel ich weiß, war eS der englische Irrenarzt Dr. Toller Director der Irr renanstalt zu Gloncester, welcher ge legentlich der Frage der Erweiterung dieser Anstalt zuerst den Plan zu einem Fottage-Asylum entwarf. Die ganze Einrichtung sellte ein System vertreten, welches zwischen der sogenannten geschlossenen Irrenanstalt und der Irrenkolonie, wie in Gheel, die Mitte hält. Er verlangte zu diesem Zweck sür je fünfzehn Kranke ein besonderes Wohn zebäude, in welchem Aufsicht und Leitung, der Betrieb und die Verwaltung der inneren Einrichtungen einem besonderen und beständigen Wärter zu übertragen märe. Auch sollte die Bereitung der Speisen in jeder Separatwohnung von einem dazu geeigneten Kranken besorgt erden. Die Kranken sollten aber nicht nach dem pathologischen Gesichtspunkte, auch nicht nach den psychischen Krankheit? formen, sondern nach ihrem Berufe, also a nur von ruiaen Arbeitern die Rede m, in die verschiedenen CottageS als Handwerker und Ackerbauer und dergleichen vertheilt werden. Toller glaubte, annehmen zu dürfen, Daß die Kranken unter solchen Verhalt-
Nissen, wo sie gleichsam in einem engeren Familienkreise lebten und sich leicht be wegen könnten, wo sie AlleS, was sie zum Lebe nöthig hatten, ihre häuslichen Unterhaltungen und Vergnügungen, ihre Arbeit und ihren Unterbalt fänden, sich ohler, als in der Beschränkung großer Anstalten mit der nothwendigen festen agZordnung fühlen, und die Wirter, weil sie eine größere Verantwortung zu tragen Hütten, auch mit größerem Eiser nd" größerer Pflichttreue ihrem Dienste aachkommen würden. Nach diesem Muster sind in verschiede en Theilen Englands Anstalten entftan itn, welche neben einem großen EentralAsyle verschiedene CottageS oder Blocks besitzen, die zum Theil außerhalb der ftingmauer der Anstalt gelegen, die besse een, im Freien arbeitenden Kranken ver pflegen. Die Jrrenpflege nach familialem Mu ster liegt aber auch, und in nicht geringer Nusdetmuna. docb seir ersckieden.in den Verschiedenen wandern, tu den Handen von Privatunternehmern, die theils als speciell psychiatrisch gebildete Aerzte, tijet o,j... - . .. :--... njj yehandlung der Geisteskranken unter ziehen. ES liegt mir fern, den zum Theil ganz heroorraaenden Leistungen auf diesem Felde der Jrrenpflege. durch Randglossen Abbruch thun zu wollen. Doch möchte ich mir die Freiheit erlauben, hier näher auscinder zu setzen, was unter familtaler Pflege zu verstehen 'ist, und waS von einer größeren oder geringeren Anzahl der ietreffendcn Unternehmer darunter in Wirklichkeit verstanden wird. Ein Theil der in Privatpfleae gegebe nen Kranken befinden sich in Familien, deren Mitglieder von einer rationellen Behandlung Geisteskranker keine Ah nun haben. Es sind Familien, theils auf dem Lande, theils vor den Thoren der Städte, welche diese Kranken al Pensionäre bei sich ansnehmen, um mit der, Geldentschädigung, die sie dafür er langen, ihre pekuniäre Lage ouszubes fern. Sie beschränken sich in ihrer Sor ae im Allqemeinen aus die Aussicht und den Unterha'.t. Diese Kranken befinden sich allerdt lg? in Fannlienpflege, d. b sie sind bei Familien in Kost, die aber je nach' Umständen und Verhältnissen, je nach ihren Persönlichkeiten, eine größere oder aerinaere Garantie dafür bieten. daß ihre Pfleaebeschlenen auch irklich als Familienglieder verpflegt und behan delt werden. Ein Arzt wird nur dann als zur Vesi'gnng und Untersuchung deö Kranken benothlgt angesehen und hinzugezogen, wenn der Betreffende kör perlich erkrankt und einer Behandlung femes körperlichen Zustandes weaen be darf. Die Zahl dieser Kranken, die auf diese Weise verpflegt werden, ist eine nicht unbedeutende, eine weit größere, als man in Wirklichkeit annimmt. . Ein an derer Theil befindet sich in den Familien von praktischen Aerzten m Pflege und Behandlung. Es ist anzunehmen, daß hier den berechtigten Anforderungen durch eine verständige, humane und ewissen hafte Behandlung und Gewährung der Tt)ellnshme am bausllchen Leben ln be sriedigender Wcjse entsprochen wird. Der letzte Theil befindet sich in den eiaentuch von psychiatruch gebildeten Aerz ten geleiteten PrivatJrrennstalt. Ich beschränke mich hier aus die Besprechung des Begriffes der famillalen Verpfle gung, wie er in solchen Anstalten gefaßt . iro. .Es ist wohl selbstverständlich, daß in den Häusern, wo mehr alS zwei oder fc. C CW rei moer zur AUsnayme gelangen. allmählich eine Trennung dieser Kranken von der Familie aui sachlichen Gründe eintreten muß, also von einem unbe schränkten Verkehr zwischen Kranken und Famüle nzcht mehr die Nede fem kann, Die Entfernung von einander -wird eine um so größere Ausdehnung annehmen, je mehr Kranke aufgenommen werden und je mehr der ganzen Einrichtung durch die Zunahme der Stempel einer eigentlichen Anstalt aufgedrückt wird. Der Begriff der familialen Verpflegung liegt dann mehr in der Form, als in dem Wesen; mehr in der Form, als man sich daraus beschränken muß, die Kranken nach ihrem Krankheitszustande, ihrer socialen Stellung, ihren Vermi genSoerhältmssen, . Gewohnheiten, Neigungen und Ansprüchen zu trennen, sie dementsprechend aus' die zur Versü ganz siehenden Häuser, PaVillonS oder Villen zu vertbkile und hie? Alles so einznrich ten. da? ihnen sowohl in Bezug auf di Beköstigung, als auch 'auf die tägliche Unterhaltung.' Zerstreuung und Veschäf tigung ihre Selb stständiakelt, d. h. ihr ter.slch aaeUllosseneS Lehen, ha an
mit dem Namen ber familialen 'Ver
xflegnng belegen mag, gesichert er scheint. Und nickt in dem Wesen, als unter familialer Vervrleanna nickt allein daS Zusammenleben einer bestimmten Anzahl von dazu geeigneten PersöNticyrenen, auck nickt in weiterer Ausdehnung der gelegentliche Verkehr und daS Zusammen tressen und Zusammensein zu bestimmten ttaMttt mit Vr swamiliV nH ifs MVimvV uap mehr die uneingeschränkte Berechtigung oer ranren ersianoen werven mug, na? ? c : fx.: v af . in icoem lynen geeignei sriv.rnok u genblicke der Familie und ihren Gliedern zu nähern oder sich von ihnen zu entfer nen, in derselben ungezanngkne Weise, wie dies unter den Familiengliedern selbst - .1 .. J I 3. 1 sl Aeoraucy:iq i,l. ES i't selbstverständlich, wenn der Be cjrifi. der familialen Verpflegung so ge. sagt iro, wie er uaiurgema zu sil" ist, und zwar in der zuletzt geschilderten Weise, dan dann die etaentlirhen Privat Anstalten in ihrer bisherigen AuSdeh nung zu erlstiren authören müssen, tyeus wie tick für eine solche familiale Verpfte gung verhältnismäßig nur wenige Kranke eignen, anderseits auch ttn unemge sckränkter Neikebr ,viscken Kranken und der Familie nur bei einer sehr kleinen Zahl Ersterer möglich fei ,rv. m m ml j Vdmond Picard. Am politischen Himmel in Belgien ist ein neues Grstirn aufgegangen:, der Socialistenfübrer Edmond Vicard. Da der neuerdings vielgenannte Mann im Verlaufe der bevorstehenden inneren Kämpfe ohne Zweifel eine Hauptrolle spielen wird, so dürsten einige Mit tl?eilungen über seinen elaenthümlichrn rf t. 3 i.Cf i . . S 1 (m uniroiaiungsgang wvyz angrzrigz fcuu Edmond Ptcard, welcher gegenwarisg im 57. LebenSiabre steht und der toa rend der letzten Arbeiterunruhen wegen seines aufredenden Trndens znttvei e hinter Schloh und Riegel gesetzt wurde. stammt aus emer vornehmen lcytrrfamilie und erwarb sich als auigezeichnkter, gewandter Advocat am Sassationsbof ein nach Millionen zählendes Vermögen, das er durch eine reicheHei rath noch vergrößerte. Seine personuchen Neigungen sind nichts weniger als socialistisch. Denn Picard bewohnt einen wahren Palast in dem aristokratischen eopoldviertel und läßt sich von livrirten Bedienten in Kniehosen und Wadenstrümpfen serviren. Seine So cialdcmokratie ist denn auch sehr jungen Ursprungs, denn bevor Picard sein socialdemokratisches Herz entdeckte, gehörte er hinter einander allen politischen Parteien Belgiens an und versuchte unter allen möglichen Fahnen, aber immer vergebens, in's Parlament zu gelangen. Ursprünglich war er ge-mSßigt-liberal, dann radical und bis in die neueste Zeit klerikal und als solcher der Rathgeber und Vertrauensmann des Ministeriums Beernaert, welches ihn sogar zum Präsidenten des Staatöraths machen wollte. Der Arbeiterführer ist die jüngste, aber schwerlich die letzte Jncarnation dieses politisehen Chamäleons und gleichzeitig die gefährlichste. Denn unstreitig überragt Picard an Geist und Beredsamkeit die Mehrzahl der socialistischen .Größen,welche unsere Arbeiter amGängelbande führen; er kann daher als Agitator eine sehr verderbliche Thätigkeit entfalten. Genügsam. K a p e l l m e ! fter : mieden vle doch Acht, E,e greifen schon wieder i statt Ls !" Musiker : O mein, Herr Kapellmeister, wenn ma' nur g'sund iS !" Ein unbescholtener Mann, der Zeit dazu hat und dem die Verhältnifse bekannt sind, erbietet sich, gegen entsprchendeS Honorar den franIösischchinesischen Conflict bekuleaen. vlbUu Auskunft ertheilt Schuhe, Berlin. Auch brieflich. (Slne aufricdtige Appellation. Da so viele anzeigende Firmen sich an das Publikum wenden, so hat Dr. choop in Racine, Wis., sich entschlaf sen, an irgend eine Adresse, Proben seiner Arznei nebst Krankenbuch frei ;u versenden, um deren wirklichen Werth zu beweisen. Dieses giebt dem Publikum Gelegenheit, dieselben zu probiren und sich über seine neue Ent deckung zu informiren, bezüglich der Ursache von chronischen Krankheiten und Aufklärung zu erhalten über die Methode zur. Heilung von . Magen-, Leber- und Nierenkrankheiten durch die Behandlung mit seinen wiederherstel lenden Arzneien, die direkt auf die Nerden einwirkenwelche diese Organe kontrolliren.' Agenten gegen Salair nnd Commission verlangt. Z u erkaufen ojfx zu verrausch? gegen kadt Eiaenum tStnt Wartfufar " on imx ttk,r an dcr Tdree or. Stoad. & -rtUtn iitVit von der Vürtclbahn. Haus mit 9 Zlmeru, 8ros;em Zkeller. Brunn? u ill'erne. MIty aus und Holzba. .aroü Scheune, SukXal!, Lühkrstall. i Wagen Sermifen,, ene stet lau sende CütUt bei der Trenne, i ?cker in ruchl säumen, iBtiitTcben und vr,chied,,r i'rrcen. t Äcker tn Olz, bot) i'nti ist aat drainirt und g xatim. ferner 4 irr arqrrnzenv VNvgepors, v vitutn wtnix von per tzsiazi, an oer national 5koad, ZstSkiac Oau mir Brunnen. Gifteriic. ante Sceun? mit avvkem Hüdnivhaus, einserichtct tr vuvnerz,ikt. ferner li Acker Meilen restlich von der Stadr mit Oan und auter Stal lung. H verkaufen mehrere ctuier aus monat Mebe HatUungen in der vtahr van Üodurn und Skclt.Vstr.. . Farmen gro u.id lltin i T'iart, nnd a,:d,rcn SonntieS. . . tZ. SI. Lüralsr. S&.i Ol M.Udiaton Sl?. Smith & Tamm, Moniirnciitc Grabsteine, 52 & 54 ! SScft Georgia Str. naht AllloiSs,r., I Squarr nxbi. v,m Union Drvo:. , EXSr Ätnnnii rad ewoidc, wiefotosten, ei erne itfantt. Studie ud
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