Indiana Tribüne, Volume 16, Number 263, Indianapolis, Marion County, 11 June 1893 — Page 4

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Zndiana Tribüne. Erscheint Ltiglich und Sonntngv. Tie tägliche .Tribüne' koyrt durch den TrSgri tt Cents per Joche, die eonntagS-.Ttbüne" l Cent per Woche. Beide zusammen l5öent oder 63 Cents perMonat. Per Post UßcT4iit in Vov uSbezahlung fc per Jahr. Ossice : No. 18 Süd Alabama Str. Indianapolis, Ind., 11. Juni 1893 Sotttttags-Planderci. Jin rounderfchönc'N Monat Mai, Als alle Banken sprangen, Ta sind im schonen Grccnmood auch Tie Gelder ausgegangen. Es ist in dcrThat betrübend, ja es ist sehr betrübend, daß sich selbst unser geistlicher Gouverneur unter denen befand, die den breiten Weg der Sünde wandelten; und er konnte so schön beten, versicherten mich theilnehmend zwei Damen, denen die traurige Mahr gerade zu Ohren gekommen war. Theilnehmend war aber auch unser Gouverneur, der, wie so viele Men schen seine Theilnahme dadurch doku mentirte, daß er sein Theil nahm. l?s ist doch sonderbar, daß die Leute die zuviel habsn nie genug kriegen. Wenn ich, um's hema zu wechseln, einige Betrachtungen über daö Wetter anstelle so ist das weder neu noch interessant. Aber ich will jenes dennoch in den Kreis meiner harmlosen Plauderei ziehen weil mir gerade ein saisonge mäßer Witz eines meiner Freunde einfällt, welcher der Witz nämlich trotzdem er nunmehr ein Jahr alt, von so unvergänglicher Schönheit ist, daß ich ihn einem freundlichen Leser nicht vorentbalten zu dürfen glaubte. Ein beißer Tag lag hinter uns und d Abend fand eben meinen Freund und mich im Fairview Park. Als er auf zwei, unter Bäumen süß träumende" Liebende hinweisend, bemerkte.: Besser zwei im Schatten als achtundneunzig in der Sonnet Finden Sie nicht auch, daß das ein sehr schöner Witz ist? ?ch für meinen Theil glaube nie einen besseren gehört zu haben. Vom 2?etter also wollte ich reden. Daß es nachgerade warm geworden is läßt sich nicht gut leugnen. Die Wärme ist nahe daran in Hitze auszuarten Giebt es aber zu viel Hitze, so giebts auch zu viel Staub, daraus zu vic Durst und zu guter Letzt eine Ueberan strengung des Herrn Buskirk in seine Eigenschaft als Durstregulator. C3 ist eigentlich zu merkwürdig, daß für die Befeuchtung der staubigen Straßen obrigkeitliche Vorkehrungen getroffen werden, während dem doch auch aus Staub gemachten Menschen die genü gende Anfeuchtung untersagt werden soll. Diese Wechselbeziehung muß-zur Zeit in Chicago besonders groß sein es giebt daselbst wie das ja auch leich zu verstehen ist Leute, die nachdem sie das Drehkreutz am Eingang passir baben in direkter Linie auf den Mün chener Bierplatz lossteuern und dasclbsi mit einer Festigkeit sitzen bleiben, die einer besseren Sache würdig wäre. Diese Besucher sind auch wohl die einzigen, die sich absolut nicht um Ihre königl. Hoheit, die Prinzessin Eula lia, bekümmern. 3m Nebrigen thun sie ab.'r ihren loyalen Gefühlen durch aus keinen Zwang an. Es ist auch! schade, daß in dieser prosaischen Republik so wenig für Ideale und damit verbundene poetische Empfindung gesorgt ist. Am besten und harmlosesten unter den Umständen bist's dann noch die Wacht am Rhein" mitzusingen, bedenklicher dagegen wird's schon, wenn Huldigungs-Depeschen abgesandt werden. Zwischen den verschiedenen Zechern, in denen die deutsche Negierung ein werthvolles Material zur Eompletirung ihrer Ausstellung gefunden hat, obwaltet übrigens en frappanter Unterschied. Erstens sind da solche, die, ähnlich wie das Schöne um des Schönen willen, das Trinken um des TrinkenS willen betreiben und bei ihnen ist Betrunkenheit zuweilen ein Zeichen der Solidität ; aber auch die Solidität kann übertrieben werden, nur ge schleht'ö nie. - Die andere Sorte von Biervertilgern dagegen ist die unangenehme, nämlich die kannegießenden Bierphili ster mit ihrer Weisheit und Philisterbegeisterung, jenem Kameel mit Gänseflügeln. Nun habe ich mich gar lange bei dem Trifolium: Hitze, Staub und Durst aufgehalten, abrr man möge es mir verzeihen, ist ja bekanntlich der Durst Jch xrotestire dagegen, daß mein College, einen Witz, den ich schon' einmal aufgetischt, no hmals aufwärmt. (Der andere Plauderer).

der erste Schritt zur Wahrheit und vor

allem die Grundlage zu einer allgeneincn Verbrüderung. Wenn ich in einen solchen Kreis hincingcrathc und den FrcundschaftSbethcucrungcn natürlich alle auf ewig lausche, dann bcschlcichen mich meine beiden Wünsche, riesengroß hossnungslos, und mit ihnen möchte ich für heute schließen: Ach. zwci Wünsche wünscht' ich immer. Leider nur vergebens, ttnd doch sind's die innigfrommsten. Schönsten meines ganzen Lebens, Daß ich alle, alle Menschen jZonnt' mit gleicher Lieb umfassen Und daß einige von ihnen Morgen ich dürst' hängen lassen ! Der Plauderer. pic Msternbanli. Bon (fxnst Koppel. In dem fashionablen Nordseebad herrschte im September, der sich durch heiteren Himmel und milde Luft vor dem regnerischen deutschen Sommer Vortheil haft auszeichnete, ein außergewöhnlich reges Leben. Die zahlreichen Hotels, wie fast sämmtlich ePrivatwohnungen roa ren besetzt, und wenn man an. schönen Nachmittagen m Baoegesemchaft an be stimmten, durch Herkommen geheiliaten Orten lächelnd und plaudernd be! am men sah, besonders die Frauenwelt in al len sieben Negenbogenfarben des weiblieben Geschmacks strahlend, so schien der Ausdruck: Schleckte leiten", der bei alledem in aller Munde lebte, kaum mehr als eine modegewordene Aeußerung des landläusigen Pessimismus, zum mmde sten aber eine haarsträubende Uebertrei buna. Der größere Theil der Badegesellschaft bestand aus Vertretern des schönen, heutzutage vulgo nervösen Geschlechts mit dem unvermeidlichen Anhang von Kindern und Bonnen, diesen beiden Species von Plagegeistern kinderloser Badereisender, besonders männlichen Geschlechts. Zu den fast jahrlich toit terkebrenden Gästen des Seebades ge hörte auch die Familie deS Gebeimrath St Die Frau Geheimerätyin war noch immer trotz ihrer vier halberwach senen Kinder eine stattliche Erscheinung, die Anspruch darauf u babtn glaubte. das Leben in vollen Zügen zu genießen ; nur war ihr dies, troy der Stellung ih res Gatten, nicht immer möglich, denn die standesgemäße Führung des Haus Halts, wie die Erziehung dreier Töch ter und eines Stammhalters mach ten der lebensluftigen, dabei eitlen und etwas gefallsüchtigen Dame manche schwere Stunde, freilich nach ihrer Weise Ihr im ganzen glückliches Temperament, das die Lasten des Daseins so leicht als möglich nahm, wurde nur durch einen Zug ihres Wesens ßetrübt. Sie em Pfand nämlich etwaige künftige Uebel stände tiefer, als wirkliche, gegenwär tiae. So machte ihr der Gedanke an die dereinstige Verheirathung ihrer Töchter, von denen die älteste kaum elf Jahre zahlte, wirkliche Sorge und verbitterte ihr manchen kleinen Triumph der Eitel' keit, wie ihn das athemlose Wettrennen städtischer Geselligkeit wohl hm und wie der als Ersatz für zehnfache Demüthi aunaen zu bringen Pflegt. Auch durft sie sich noch nicht der tröstlichen Gewik beit hingeben, daß ihr zwölfjährig Sohn Adalbert einst die Höhe der Würde eines Geheimraths erklimmen werde, was doch die geringste Anforderung müt terlichen Ehrgeizes ihrer Ansicht nach war. Der hoffnungsvolle Sprößling erhielt in der Schule nämlich nu äußerst selten ein zufriedenstellendes Zeugniß, obgleich die Eltern von de Ungerechtigkeit der Lehrer völlig über zeugt waren und von den Kenntnissen des Knaben eine hohe, durch nichts zu r t . . t ii . " eriquiiernoe 'lemung oegren. Der Besuch eines Bades war' in der .geheimräthlichen Familie trotz der damit verbundenen Opfer selbstverständlich. Man schob den Zeitpunkt der Abreis allerdings so lange als irgend thunlich hinaus und pflegte erst in der Hitze deS August die ökesiden ;u verlassen, um den kostspieligen Auftn ;alt im Bade so viel als möglich abzukü:zen. Die stets ver zögerte Abreise aus der Stadt wurde mit zahllosen kleinen Erfindungen maskirt, m denen die Geheimräthin allmälig eine wahre Meisterschaft erlangt hatte. Bald war eine? der Kinder von einem Unwohlsein befallen, bald ein neues Kostüm der Mutter zum festgesetzten Termin nicht fertig geworden und wie die gesellschaft' lichen Nothlügen eines ersinderischen Kopfes sonst heißen mögen. Bereits in den ersten Jabren ihrer Ehe hatte das geheimräthliche Paar jenes Nordseebad zum alljährlichen für zen Aufenthalt gewählt. Damals war es ihnen Modesache gewesen, denn beide Gatten strotzten von Gesundheit. In neuerer Zeit jedoch war der Ge heimräthin das Seebad außer einem Mittel zur Befriedigung ihrer standcsge mäßen Eitelkeit eine Wohlthat, da ihre Nerven durch -die tausend Nergeleien ei' per nach außen glänzenden, in Wahrheit ober durchaus beschränkten Existenz ge schwächt wurden. Sie versammelte all' jährlich im Bade einen Kreis von meist langjährigen Bekannten um sich, über dke sie infolge ihres Titels, ihres siche ren, etwas anmaßenden Auftretens und einiger für diesen Zeitpunkt auf gesparter Toiletten modernster Art eine gewisse Herrschaft ausübte. Der Gemahl kam während dieser Zeit pur einigemal auS der Ltesidenz herüber, um bald wieder zu verschwiw d'n, da beiden Gatten die kure Trennung durchaus willkommen war, indem beide cn dem häusigsten Uebel mancher sonst glücklichen Ehe, der gegenseitigen LangWeile, litten. Es gehörte zu den zahlreichen Gewöhn heiten der Geheimräthin, die alles mit emer gewissen Ostentation in Scene zu sctzen pflegte, sich an. bestimmten Stun den des Taa.eS von der übrigen Gesell schaft abzusondern, um,' wie sie sagte, ihren Pflichten als Mutter genügen. Diese beschränkten sich allerdings darauf, den Anzug und das Benehmen der Kin fcer in Gegenwart Anderer m überva

cden, im Uebrigen überließ sie die Sorge fi'lr dieselben irrem Kammermädchen, die außer dieser Würde noch das Amt einer

Art von Gouvernante und Bonne wäh reno der chulserien versah und so den geheimräthlichen Haushalt im Seebade vervollständigte. Fast an jedem Tage wurde ein Spa ziergang am Strande, die Dünen ent lang, unternommen. Es war meist still an dieser Küste, die sich wie ein heller Streifen gegen das dunkle Pkeer abzeich nete ; nur hie und da begegnete man ei r.em - einsamen Spaziergänger, einem Poeten oder einem sonstigen Sonntags kind, wenn es nicht gar nur ein simpler Fischer aus einem der nahegelegenen Dörfer war. Bei diesen Spaziergängen, die oft unternommen wurden, um ohne Aufsehen zu erregen das zweite Frühstück rder den Kaffee nach Tisch für die Fa milie zu ersparen, cssenbarte die Ge heimräthin einen Ueberfluß an Natur schwärmerei, der sich sonst nie Luft zu machen pflegte, eS fei denn in der Ber wunderung für Perlen, Korallen, Bern stein oder eines reichen Marabubesatzes. Auch hielt sie die Kinder, besonders aber den von schlechten Zeugnissen verfolgten Stammhalter, zu eifrigen Naturstudien an, die ihnen, wie sie sagte, später ein mal zu Gute kommen würden. Bei diesen wiederholten Promenaden hatten sie Gelegenheit, das anziehende Schauspiel von Fluth und Ebbe zu beob achten, denn oft überflutheten die Wo gen eine durch irgend ein Merkmal kenntliche Stelle, die sie am Tage zuvor trockenen Fußes überschritten hatten. War die Fluth zurückgewichen und lag ein Theil deS Meerbodens frei, so sam melten die geheimräthlichen Kinder da selbst Muscheln, Seepflanzen und sonstige Merkwürdigkeiten, unter fortwährender Sorge der Frau Mama, daß eins oder daS andere seine kostspielige Fußbekleidung verderben möchte. Eines Tages, da man gerade wieder zur Zeit der Ebbe promenirte, hatte Adalbert sich beson ders weit hinaus gewagt, und die Stim me der Geheimräthin drang bereits drohend zu ihm herüber. So sehr sie den Lifer lsres Sohnes sur se'.ne vcaturstudien, wie sie es nannte, beaünstiate. so sehr fürchtete sie den schädlichen Einfluß des nassen Sandes auf bis Stiefeln de? Knaben. Da Adalbert vor dem heftigen Tem perament seiner Mutter hinreichenden Respekt hatte, um jeder derartigen Auf forderung, auch ohne besonderen Trieb zum Gehorsam, sofort Folge zu leisten, k. i m t ' is. ..'ti , io roar olt iLeyetmraiylN man wenig überrascht, jetzt ihr Gebot mißachtet zu sehen, denn der Knabe kehrte nicht zum Strande zurück, sondern kniete vielmehr mit seinem marineblauen Anzug auf den nassen Sand des Meerbodens nieder, die Augen fest auf den Boden geheftet. Die Geheimrathin aeneth bei diesem Anblick in die höchste Wuth und nur ihre lange Schleppe hinderte sie, den Ungehorsamen höchst eigenhandia an den Strand zu be fördern, da sie voraussetzte, daß irgend eine alltägliche Spielerei, tote eine Mu schel, ein von der Fluth alattgeschlissener Stein oder dergleichen ihn hindere, ihrem Gebote nachzukommen. Aber da sie Mit ihren Töchtern rathlos am Strande stand, ohnmächtig, den Un gehorsamen, welcher trotz wiederhol ter heftiger und milder Aufforderung gen noch immer nicht zurückkehrte, zu . t r i r . r, i r rw , zwmaen, eryoo vie er viokiuv eme AN von Freudengeschrei, sprang jubelnd in die Höhe und winkte ihnen Mit seinem Taschentuch, näher zu kommen. Die Geheimräthin glaubte, daß der Knabe den Verstand verloren habe, da er ihr zumuthete, wie ein Sturmvogel auf nas sem Sande zu waten, allem die Mad chen, denen das Gebühren des Bruders ein ungewöhnliches Ereigniß verkündete, fetzten sich un Gänsemarsch in Bewe gung, um zu ihm zu stoßen, merkten sie doch gar bald an dem Ton ihrer Stimme, daß es der Mutter mit dem Verbot, das jetzt an sie erging. Nicht so ganz ernst sei. Und fo war es in der That. Die Ge heimräthin begriff endlich, daß Adalbert emen unzewohnlichen Fund gemacht ha den müsse, denn sie hielt ihn am Ende für Blut von ihrem Blut, also zu vrak tisch, um ohne Grund Gefahr zu laufen, einer seiner Anzüge, deren er nur zwei besaß, zu verderben. Die Madchen wa ren unterdessen bei dem Bruder ange t Cm mm I W . iangr uno vie iuner yone vaiv ,yr ver eintes Freudengeschrei, wie sie es von ih ren wohlerzogenen und den Anstand nie verletzenden Sprößlingen, denen sie ihre einstige Stellung m der Gesellschaft schon zeitig klar zu machen suchte, nie er wartet hätte. Da sie auS dem Durcheinanerrufen und den verworrenen Gebärden der Kin der nichts entnehmen konnte, so siegte die Neuaier endlick über die anattlicke Sora fält für ihre Toilette und sie machte sich. iyre chieppe yocy aufraffend, aus den eg, um sich selbst von der Beranlas sung dieser Freudenausbrüche zu über zeugen, sich innerlich über ihren Leicht, sinn, wie sie es nannte. Vorwürfe rni chend. Als sie so ziemlich trockenen upcs in die vuyt der Kinder ge langte, verstand sie endlich deren Zu rufe, die fortwährend durcheinander tönten: Eine Austernbank, eine Au pernbank." Jetzt war ihr Jnteress aufs höchste erregt und sie beschleunigte ihre Schritte, in der Ausreauna so aar vergessend, ihre Schleppe vor der Veruyrung mit dem feuchten Sandboden zu schützen. Als sie endlich bei den indern angelangt war, die sie mit er neuten ubelrufen bearükten und merk würdigerweise den Zorn der gestrengen Mama beute gar nicht zu fürchten schie nen, fragte sie erstaunt : . WaS schwatzt ihr da, eine Austernbank ?" indem sie den Nopf ungläubig schüttelte. Allein die Kinder ließen sich dadurch nicht ein schüchtern, sondern erhoben auf's neue daS vereinte Jubelgeschrei : Eine Au sternbank, eine Austernbank", indem sie lm Chor in die Hände klatschten. Da rourve es der Vedeimrathln, die bis da t: t frr i. T r r ?m iyre äußere Wuroe zu veyauplen ;esucyt yatte, denn doch zu bunt, und si ragte gebieterisch, indem sie Nube be ahl: Mor Adalbert takte sie bei der Hand und zog sie bis an den Rand deS Wassers, da,wo es seine letzten.leisen Ringe auf den Sand wälzte. WaS sie hier erblickte, war in der-Tbat aeeianet. ibr freudiges Erstaunen zu erregen, denn

dicht' vor ihr tagen zwischen mehreren

Steinen eme große Anzahl stattlicher Austern in einem unregelmäßigen Rechteck ganz so wie iyrer namrwiiienaflilcoen Phantasie bis jetzt eine Austernbank vor geschwebt hatte. Noch wollte sie ihren Auqen kaum trauen, die ihr hier in un .. . r.ii . Milieioariier uiaqc einen loicyen ueuei siuß jener fashionablen Thiere zeigten, die in der Residenz stets das Ziel der Sehnsucht ihrer gastronomischen Negun gen gewesen, als Adalbert, der abermals M . , , ? C - aus den ano nieoerinine, ivr eine oer selben entgegenhielt. Jetzt durste sie an keine Täuschung mehr glauben, es wa ren echte, veritable Austern, die söge . rn 11 . r nannten yoineiner, wie sie nur nen erblick sofort entschied. Zu der Freude über einen so seltenen Fund gesellte sich der Stolz, in ihrem Adalbert den Ent--decker einer Austernbank zu erblicken. eine Entdeckung, die er ihrer Meinung nach hauptsächlich seinen naturwissen schaftlichen Kenntnissen zu danken hatte. Nachdem sie einmal die Echtheit dieses Fundes anerkannt, da Adalbert alle Merkmale einer Austernbank, wie er sie in der Schule gehött zu haben vorgab, bestätigt fand, war es denn sofort be sprochene Sache, diese glückliche Ent deckung so viel als möglich auszunutzen. In dieser Ansicht waren Mutter und Kinder vollkommen einig. Adalbert mußte die Botanisirbüchse, die er bei diesen Promenaden zum Sammeln von Muscheln und dergleichen stets bei sich trug, ihres trivialen Inhalt entledigen und von den kostbaren Thieren hineinbe fördern, so viel als eben möglich. Leider war es nur eine geringe Anzahl, aber die Geheimräthin verschmähte es nicht. ihre Taschen ebenfalls zu beschweren, nackdem sie die Schalen vorher sorgfäl tig mit den verschiedenen Taschentüchern abgetrocknet hatte. Diese wurden zu kleinen Taschen zusammengeknotet, eben falls mit Austern angefüllt und den Mädchen aufgebürdet, und so trat die sonderbare Karawane den Nuazug an. Unterwegs befahl die Mutter strengstes Schweigen über den glück lichen Fund, den sie für siaund die Ih rigen auszunutzen beschloß, obgleich sie sich damit einen großen Triumph ver sagte, da die Entdeckung ihres Adalbert auf diese Weise derWelt verborgen blieb. Aber die praktischen Vortheile übrwogeu diese Regungen der Eitelkeit. In ihrer Wohnung angelangt, wurde Fanny, die erwähnte Kammerjungfer und Gouver nante in einer Person, damit beauftragt, die Austern vom Hausknecht öffnen zu lassen, mit dem Bemerken, daß man sie unterwegs gekauft habe. Als man die kostbaren Schalthiere endlich verspeiste, dünkte es der Geheimräthin, als habe ihr noch nichts so vortrefflich gemundet, und im Genuß schwelgend, vertilgte sieden Vorrath ganz allein, WaS die Kinder sehr übelzunehmen schienen. Fanny, die sich im Zimmer zu schaffen machte, hatte ih re eigenen Gedanken, war sie doch zu tief in die Geheimnisse deS geheimräthlichen Haushalts eingeweiht, um nicht zu wis sen, daß diese improvisirte Austernmahl zeit nur durch ganz ungewöhnliche Er eignisse herbeigeführt sein konnte. Als die letzten Schalen fortgetragen wurden, versank die praktiiche Frau in tiefes Sinnen, kam eS doch iett vor allem darauf an, den Fund geschickt auszu nutzen; die entlegene Stelle des Stran des, in deren Nähe sich die Austernbank befand, hatte sie ihrem Gedächtniß ein geprägt, auch der ungefähre Eintritt bei Eb.' war ihc bekannt, allein wie war ti möglich, gi dßere Quantitäten nach Haust zu schaffen, ohne bemerkt zu werden? EZ gab nur ein Mittel: Fanny mußte ins Geheimniß gezogen werden, nachdem ihr das Gelübde abgenommen war, ge gen Jedermann zu schweigen. , Dies ge' 'chah denn auch und bereits am nächsten Tage imnd.'rte sie in Begleitung Adal' berts hinaus, um in einem großen Korbe so viel von dem Fang zu bergen, als irgend möglich. An jenem Tage mußte sie den Weg zweimal zurücklegen, da die Last des ganz gefüllten Korbes ihr zu schwer war. Zu Hause thaien sich denn Alle wieder güt lich und auch Fanny bekam ihren An theil, den sie jeroch verschmähte, da sie, nachdem sie eine Auster gekostet, erklärte, daß es ein barbarisches Essen sei. So siel der Geheimräthin abermals der Lö wenantheil zu. und sie berechnete bereit?, wieviel sie durch fortgesetzte Austernkost, die ihr gleichsam in den Schoß siel, er sparen und auf diese Weise den Aufent halt im Seebade verlängern könne, was chr Ansahen in den Augen ihres städti schen Bekanntenkreises erhöhen würde, war es doch schon manches Jahr ihr Ehr geiz gewesen, so spät als irgend möglich in die vtesidenz zurückmkehren. Fanny war über das ihr auferlegte Stillschweigen sehr ärgerlich, noch mehr aber über die Selbstsucht und den Eigen nutz ihrer Herrschaft, welche die gute Gottesgabe, wenn sie selbst sie auch nicht zu würdigen wußte, Vlkemand, sich ausge nommen, gönne. Sie beschloß daher, ihr versprechen bei erster Gelegenheit zu bre chen, die denn auch nicht lang auf sich war ten ließ,und so vertraute sie ihrer intimsten Freundin, die ebenfalls bei einer Familie aus derötesidenz bedienstct war, das Ge heimniß an, daS wie jed:S andere ihr Alpdrücken verursachte ; selbstverständlich wuide diese Mittbeilung unter jjZusiche runz tiefster Verschwiegenheit gemacht. allem bereits am nächsten Tage traf Fanny draußen bei der Austernbank ihre Freundin, die im Auftrage ihrer Herr schaft gekommen war, um gleichfalls von der neuen Entdeckung zu prontlren. An statt zu zürnen, brach Fanny in ein lau teS Gelächter auS; am Tage darauf schien ihr die Sache schon bedenklicher ; da sie anstatt einer guten Freundin deren schon dre, bei der Austernbank antraf, außerdem aber die Wahrnehmung mach te, daß der Vorratb bereits so bedenklich abgenommen hatte, daß in allernächster r v v (? . t. , e t . i t ti' . Zei! die nloeaung lyrer Vqwayyasllg keit bevorstand, da die Geheimrathin sich noch kurz zuvor von dem Zustand der er freulichen Naturerscheinung, die sie als ihre ausschließliche Domane betrachtete. in höchsteigener Person überzeugt hatte und in Dingen, die ihren Vortheil be trafen, keinen Spaß verstand. Allein Fanny besaß in dem Seebake nicht nur gute Freundinnen, sondern, wie eS bei einer richtigen Kammerjung fer selbstverständlich, auch einen auten

(Fortsetzung auf der 5. Seite.)

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