Indiana Tribüne, Volume 16, Number 256, Indianapolis, Marion County, 4 June 1893 — Page 6

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Drei Ztrlche im Jaust". In der 7c. Fr. Pr." erzählt Julius Ctettenheim aus seiner Jugendzeit, wie der damalige Direktor des Harmv' nie-Th?aterS am Spielbudenplatz der bamburgischen Vorstadt Sanct Pauli, Herr Mattler, es verstand, durch Zu sammenstreichung der scenen und personenrcichsten Stücke für die zwei De korationen, die er hatte: Zimmer und Wald, und für seine Truppe, d. h. vier bis sechs Darsteller, einzurichten. Cr beseitigte einfach alle Person;, für welche er keinen Darsteller oder keine Darstellerin hatte; er fand es über Haupt roh, daß die Dichter ohne Rück ficht auf ein kleines Personal darauf los gedichtet hatten, als existirten nur Hof- und größere Stadttheater. Daß Herr Mattler sich Lolksauslüufe Gefolge. Krönungszüge und ähnliche Menschenansammlungen über Haupt nicht gefallen ließ, das liegt auf der Hand. E war Alles ungemein vereinfacht, und was als Ersaß für eine Revolte oder für einen Kampf geboten werden mußte, das lieferte Herr Matt; ler hinter dcr Scene durch persönliches Ceschrei. oder mit Schlügen auf eine große Trommel. Das Bemerkenswer jheste, was Herr Mattler auf dem Gebiete der Bearbeitungen für sein Har monie-Theater leisteie, war die des Goethe'schen Faust". Sie ist ohne allen Zweifel die merkwürdigste unter den vielen, welche sich das gegantische Werk gefallen lassen mußte und sich noch wird gefallen lassen müssen. Die Hauptleistung bestand aus drei Strichen, mit welchen das lZoethe'sche Werk von Allem befreit wurde, was in den Augen des kühnen und praktischen Bearbeiters nicht zur eigentlichen Handlung gehörte und nach seiner Ueberzeugung das Publikum nicht interessi ren konnte. Mit seinen drei Niesen strichen verwandelte er den Faust" im Handumdrehen in ein kurzes GretchenDrama, wie es seinen Vorgäng-rn und ?!achsolgern selbst nicht im tollsten Traum vorgescbwel't haben kann. .Sehen Sie ifal," a ;te Herr M t lc? in seiner schlichten Zeise zu Jeoem, der es noch nicht wußte, feljen Sie mal. der Goethe, das war ja'n bannig tüchtigen Mann, darüber läßt sich am Ende nicht streiten, aber von die Bühne bat er so gut wie nichts verstanden. Das iß ja auch gar nicht nöthig, der Dichter schreibt jein Stück, und dann kommt der Reschisseur und richtet es für den Abend ein, schneidet was ab und setzt was zu, so viel wie gerade nöthig iß. Lesen Sie doch mal den Faust, so wie ihn Goethe geschrieben hat, der iß ja so ganz unmöglich. Ta sind Ihnen ganze Scenen drin, wo ga? nichts vorgebt, blos Verse und Redensarten, sozusagen Lebensweisheit, oder wie nennen das die Gelehrten noch, ich habe bloß den Namen Sophie behalten. Der Goethe hat in seiner Studirstube gesessen und machte sein Stück, und es fiel ihm nicht ein, daß es auch aufgeführt werden sollte. Aber das ist ja ein Unstnn: Ein Stück, das nicht aufgeführt wird, ist überhaupt kein Stück. Goethe hatte nicht eine Spur von Praxis, er dachte sich: Wenn ihr das Stück nicht auf führen könnt, dann thut es mir leid

dann laßt es doch sein und dann ist es k t f rx." 1 noaz 10. ym lag ja mqis oran, er hatte ja sein gutes Auskommen. Lesen Sie doch den Faust mal durch, da ist viel langweiliger Ballast drin und auch Sachen, die gar nicht möglich sind. Denken Sie sich, da tritt auch mal ein Pudel auf, in dem steckt der CharakterTarsteller. Nun frage ich einen Menschen! Wo soll ich einen solchen Köter herkriegen, und wie kommt da ein Mensch hinein und wie kommt er da wi:dcr heraus! Und ich will auch gar nichts davon sagen, wenn Goethe nicht eines schZnen Tages die Tirection niedergelegt hätte, weil mal auf seiner Bühne ein Hund hat auftreten sollen. Und nun soll unsereiner so was aufführen! Da lacht ja das Publikum, und ein solches Stück kann nicht einschlagen. Wie ich es also gelesen habe, um es mal zu geben, da bin ich beinah' dabei eingeschlafen, so viel sprach dieser Faust, was man auf der Bühne Monolog nennt. Ich lese und lese und keine Handlung! Da habe ich mir also ein Herz gefaßt und machte drei Striche, daß es man so puffte und diese drei Striche habe kch so angebracht, das gleich, wie das Stück ansangt, die Handlung losgeht. Ich sage Ihnen, es iß ein wahrer Staat. Das ganze überflüssige Selbstgespräch, dann der Geist mein Gott, ich habe unter meiner Gesellschaft gar keinen Geist den Wagner, die Chöre hinter der Bühne, den Spaziergang und den Pudel habe ich rein wearäsirt. Das ist der erste Strich, da habe ich blos die eine ZeUe stehen lasten: Wozu der Lärm? Was steht dem Herrn zu Dim sten Nun kommt der zweite Strich bis mitten m Auerbachs Keller, wo ich auch blos eine Zeile gerettet habe, und vrn da geht der dritte Strich in die Hexenküche rein, wo ich aber nur zwei Zeilen lang ganz unverändert geladen habe. Nu passen Sie mal auf. Wie der Borbang aufgeht, da sitzt Faust in seiner Studirstube bei einem dicken Buche und zerbricht sich den Kopf, und da schlägt er mit der vollen Faust drauf und fchreit: Hol' mich der Teufel, da kann ich nicht klug draus werden! Kaum hat er das gezagt, so tritt der Teusel auf und sagt: .Wozu der Lärm? Was steht dem Herrn zu Diensten? Euch soll sogleich Tokaier fließen. Tu siehst, mit diesem Trank im Leide, Bald Helene in jedem Weibe." ' Und nun kommt Gretchen dazu, und da beginnt die eigentliche Handlung. Nicht wahr? Sie haben wohl bemerkt, was ich da mit dem zweiten und dritten Strich gekürzt habe, ich habe die Ge schichte mit der Ratte, an die ja doch kein vernünftiger Mensch glaubt, die Unterhaltung mit dem Schiller, die rupelige ttneipscene in Auerdachz Kel ler und den Unsinn in de: Hexenküche

US der Welt geschasst, so daß Faust gleich sein Techtelmechtel mit Gretchen anfängt, und nun kann ich das Stück von Mittag an bis zum Schlummer abend wenigstenachtmal geben. Am Schluß Höllenfahrt bei 'bengalischer Flamme, und nun müssen Sie mal das Publikum jubeln hören. Dreimal hinter einander' muß Faust da capo in die Hölle fahren, daß es eine wahre Freude ist." Das waren die drei Striche des Herrn Mattler in (Zoethe's Faust.

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' i V 1. m : . ss. j Tanzen Sie denn nicht. Herr Ba ron?" Nein, mein gnädiges Fraulein! Im Vertrauen gesagt- Mein Alter er laubt es mir nicht mehr!" Wie unrecht! Wenn ich Ihren Herrn Vater einmal sehe, werde ich ihn bitten, Ihnen das Tanzen zu gestat ten 1 ' Aber. Mensch, wie heben Sie denn Sie Beine! Sie marschieren ja herum, ivie nc tollgewordene Pavierscheere!" fS Mann: Frau, Frau . geh. zünd' a Licht an so was nett'S von a'm Räuscherl, wie ich 's heut' heimbring'. oas mußt D' Dir schon bei Bcleuch tung betrachten!" Theorie und Praxis. Die Lage einer fremden Gegend kennen. Der Städte Pracht und ihre Namen nennen, Ist nichts, ist bloße Theorie. Doch d'rin die schönsten Mädchen auf zuzählen, ich stets die besten Kneipen zu crwäh len. Ist praktiss Geographie. . Folgender Soldaten brief, den ein Angehöriger der englisch i: n... s. ... ' ' . . oeuiiqen Legion an seinen auptmann gerichiet hat, ist einer alten Kurioütä tensammlung entnommen, deren Besitzer für seine Echtheit eintritt. Das Schreiben lautet: Herr Hauptmann hochwohledelgeboren, es ist nicht, mehr auszuhalten! sonst würde ich es gewiß am längsten aushalten, da ich in Spa nien und Portugal so viel ausgehalten habe, Herr Hauptmann. Aberst meine Frau, Sie glauben nicht, was das vor ein Dlhr ist, die macht mehr Namohr als eine ganze Patrie 2-findiger Kar nonen, unter uns gesagt, trinkt sie, daß die ganze Nachbarschaft repellisch wird, und wenn der Mensch einmal betrunken ist na Sie wissen Bescheid, Herr Hauptmann hat sie mir in einem Tag meine ganze militärische Re butazion durch die Kehle gejagt, denn sie hat meine Medaillen verteilt und puren Rum dafür getrunken, so leider ist sie; sie glaubt, sie wäre noch in Bexhit (?) hier muß man sich den Äumzlhn ausreisen und Gott für Blauenzmirn danken tu bischur. Nu alleweil wollte ich mit militärischen Respekt bitten, schassen Sie mir den Zatan vom HalZ und machen Sie, daß daS Eontristorium mich zurück copulirt, sonst schieße ich mir todt und verbleib mein lebelang juhr moos obidient. N. S. Seyen Sie so gut und lasten Sie diesen Brief von der Poit abholen, ich weis Ihre Zldresie nicht!" Der Berräther.' Herr: Meine Frau möchte gern einen spre chenden Papagei lausen.- Vogel Händler: Den können Sie bei mir zehr schön haben. Vielleicht dieser?Herr: Was soll denn das Thier 'ko sten?- Vogelhändler: Nun. weil Sle es sind, billigst hundert Mark, ko stet mich selbst soviel!- Papagei: .I, Du verfluchter SptZdude!-

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Fair". Ueberall rinos um die arone Laaune des W'ltausstellungsplatz'es, auf wel cher man für einen bescheidenen Ouar ter eine sebr dankbare Rundfabrt auf einer der anmuthigen venetianischen Gondeln machen kann, und an den Zweiglagunen bietet sich ein Anblick, der das Äuge zuerstblendet und der. wirrt, im hellen sonnenglanz nicht minder, als beleleltrilcherBeleuchtung. Alle die im Kolossalstil gehaltenen Fa cjaden der umliegenden Hauptpaläste, die Triumphbögen und Säulenhallen, die bilderreichen Giebel und die gemal tlgen Portale geben namentlich vom Wasser aus ein so großartiges und vielgestaltiges Bild, daß man den In halt dieser Paläste zeitweilig ganz der gessen kann! i m Anlegsplatz vor dem AckerbzugebSui:. Greifen wir eine dieser wundervollen Scenerien des ungeheuren, vom blauen Himmel überspannten Ettfloramas" heraus: das Ackerbaugedäude mit seinen vielen seltsamen Formen, am fiio östlichen Zweigdecken. Der Giebel des Mittelportals wird von einer flachen Kuppel gekrönt und weithin erglänzt die goldene Gestalt der Diana, welche in schnellem Lauf dem Bogen spannt und auf der Spitze eines Fußes steht, während ihr Gewand von dem Winde geblüht, wird. An dem erwähnten Giebel erblickt man die in Rom entwor fene Gruppe Triumph der (leres". Die Hauptbögen zur Rechten und zur Linken sind von je drei Gruppen ge krönt, welche das Ackerbau-Leben alle gorisch darstellen. An den (5cken streuen zwei Frauengestalten die Gaben der Mutter Erde aus, und auf einer Simserhöhung hinter einer der Gruppen tragen drei Gestalten die Erde auf ihren Schultern. Unter den anderen großen Gruppen sind noch die Männer, welche die feurigen Pferde geleiten, sowie eine Frau, w'clche Kühe ausführt, hervorzuhcbcn. Vor dem Mittelgang stehen am Rande dcr Lagune zwei mächtige Stiere; das Gegenstück zu denselben bilden auf der gegenüberliegenden Seite zwei schwere eingeschirrte Lastpferde. Das Alles und noch viel's Andere tritt uns mit E in e m Blick entgegen. Das gewaltige Einqangsthor deZ Beckens und der Ausstettungsstadt über Haupt Vom See aus bildet der Triumpbbogen, von welchem die mehr als 60 FllL hohen Säulen-Colonnaden ausgehen, mit den Musiktempeln auf beiden Seiten. Auf der Colonnade erheben sich an die 40 Kolossalfiguren, einen Landmann, einen Indianer, einen Schifffahrer, einen Sänger u. s. . darstellend. Es würde schier in'S Endlose führen, alle die Herrlichkeiten im Einzelnen zu beschreiben. Da gibt'S kein anderes Mittel. alS: sehen, zumal von allen anderen umgebenden Gebäu den sich nichts weniger sagen undpreisen läßt, als vom Ackerbau'.Palaft. Aus dcr Hauptlagune ragt u.' A. die gol dene Statue der Republik 63 Fuß hoch empor; das Riesenweib hebt in der Rechten-die Weltkugel, während die Linke den Stab mit der Freiheitsmützt saßt. . O 3 o S H

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Da wir doch einmal in der Lagunen gegend sind, so seien auch die venetia nijchen Gondoliere vorgestellt, mit ihrer kleidsamen Tracht, ihrem Barett mit wallender Feder, und ihrer melodischen Singstimme. Sie sind bei den Eolumbischen Polizisten" weniger beliebt.

beim Publikum desto mehr. Ihre Fahrzeuge sind übrigens nicht, was man in Venedig Gondeln" nennt, sondern sie würden dort als Waffer Omnibusse bezeichnet werden. Die wirklichen Gondeln sind kleiner und nur sür jeweils wenige Personen bestimmt. Bilder vom Midway Plaisance. Eine schier unerschöpfliche Menge bunter Biloer bietet jene eigenthümliche Ergänzung der Ehicagoer Weltaus' steliuna an dem internationalen Ver gnügungswege Midway Plaisance, der sich in der Länge von einer englischen Meile und der Breite von 000 Fuß von Osten nach Westen erstreckt und die Verbindung zwischen dem Jackson.Park und dem Washington-Park bildet. 27 verschiedene Sprachen sind hier vertreten, ganz abgesehen von den Sprachen der Biersüßler bei Hagenbeck und an dermärts, und die .Bergnügungs- und Schaulust findet ein fast unendliches Feld, aus auen zuns rolyeilen zusammengewürselt. .. v&jj Mik?ll?n rntf hem Minaret. o-i I Lassen wir für diesmal die Oester'leite, Deutschen, Schweizer und diY biederen Jrländer (im Gegensatz zu den amerlkamstrten) oellelte. ino wenden mir uns ein wenia den exotischen Völ kercharaltcren zu. Dlese kennen zu ler nen und sich in ihr seltsames Leben und Weben zu vertiefen, das kann allem schon eine ganze Reihe Besuche erfor dern, allerdings auch dem Besucher zum i Theil viele Weltreisen ersparen, von denen er wahrscheinlich doch kernen größeren Gewinn heimbrächte, als von hier. Ein chinksischer Schauspieler. Die Sonne neigt sich zum Unter gang. Auf der Moschee in der Straße von5Zairo erscheint cm moslemitlscher Priester und rust Mit weithin schallen der Stimme Allahan, während eS in dcr Strane etwas ruhiger wird, als ge wöhnlich. Sein Gebet gilt, wie ver sichert wird, den unaläubtaen" ebenso wohl, wie den Gläubigen hrer und n der alten Heimath, und seine Schuld ist es nicht, dän bisher die Weltausstel. lung soviel Pech gehabt hat. In dieser trane sind alle historischen Gebäude Kairos wiedergegeben, mit Kaufladen, Werkstätten, Eases. Theatern u.ld Tanz' hallen. Iavani'che Tänzerin. . Hier,' wie in dem benachbarten alge i ? jx-l tx 4 1 1 a n r jX a cr sHi r (lUCtl UtlU IU11CUCU -iUl, UiülC lil . . . . . 2 M ft 4 A V Cj.mmZ W M MMlf ocui iuuiui uuu in wtui utuu' rücken Nalalt sckeint die an mosle minZche Welt der alten und neuen Zeit .zinnennachtig farbenprächtig" verlor vert vor uns zu stehen, und wir können ganz vergessen, wo wir uns eigentlich ennven.

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Buschmänner. Die Meinungen über den Werth detürkischen Theaters sind ebenso getheilt. wie über das in der Nähe gelegene chi nesische Thoater. Wer die orientalischen Tänzerinnen auf der legten Pariiei Weltausstellung gesehen hat. der dürfte .Manches" verminen, woran aber nicht die Tänzerinnen schuld sind, sondern die Rücksicht auf amerikanische Morali-täts-oder Anstandsbegrisse. Natürlich spielt auch der Geschmack bet Beurtheiluna dcr schauspielerischen Leistungen eine Rolle. Aber schon ihrer Seltsam lcit halber sind sie kochst ocachtenswerth. Wer chinesische Schauspieler hier zum ersten Male sieht, der wird sie verwundert mit den alltäglichen Waschonieln vergleichen; auch am Thespiskarren" kann man den Himmclssöhnen neue Gesichtspunkte abgewinnen. Ebenso unheimlich, wie interessant, sind die geheimnißvollen Leistungen der muhamedänischen Fakire; aber schmachnervige Besucher wagen sich dort am besten nicht hin. In weitverbreiteten deutschen und anderen Zeitschriften sind vor vier Iah:en diese gruseligen Wunderdinge in Wort und Bild eingehend geschildert vorden. II A ?!rukme Kelellen ttowobl Weiblein wie Männlein) Hausen im Dorf von Dahomeh und in den Hallen der BuschMänner und Kaffern. Dem gegenüber machen die Rothhäute im gegenüberliegen Jndianerdorf noch einen hochävilU irten lndrua. ?as onnenmeiier. das sick ickt endlick anädiast über dem YNeltattsstellunasvlake dauernd niedergelassen hat, bekommt den Söhnen und Töchtern des dunkelsun Afrika wohl, und die .eit ibrer Glorie ist erst im Anbrechen. während die nordischen Eskimos seyr vosen .ugm cnrgcskycn. m rwi ."" n 4 (An der Mldway Plal.ance ls! eoensans turt skimo-ÄuStteuuna. ovwodl klei ner als die der selbständigen Eskimos außerhalb des WeltaussteUungZplatzes.) Cin zahmer VZr auS Hageubeck'S Menagerie. Steigen wir zum Schluß auch ein wenig in das Thierreich hinab. Abge sehen von dem berühmten Orang-Utang in dem nördlichen Dorfe, welches die Gewürzinscl Java repräsentirt und mehreren anderen Einzelerscheinungen, steht in dieser Beziehung der große Hagenbeck'sche Eircus im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Der En cus bildet ein gewaltiges kugelförmiges Gebäude, dessen Vorderseite im dori sehen Stil erbaut ist. Das Eingangsthor ist von besonderer architektonischer Schönheit. 4000 Personen können m der Arena sitzen, und auch viele der tropischen Bewohner der Midway Plaisance machen so oft. wie sie es sich leisten können, ihren Besuch in diesem weltberühmten Eircus dressirter Wun derthiere. ' Im vorderen Theil des Baues, stnd auch Restaurationen und (5ases angebracht, und im zweiten Stockwerk auf dem Dach prangt ein riesiger Garten mit den herrlichsten tropischen Gewächsen. Ter Unternehmer ist übrigens nicht Earl Hagenbeck selbst, sondern ein Yankee, wie bei den meisten anderen Privat Attractionen ebenfalls. Fein umschrieben. Hausfrau: Rosa, wer war denn der Mann, mit dem Sie gestern unter der Hausthür standen?" Dienstmädchen: .Madam, det war'n Mann, von dem ick bedauere, daß er noch nicht mein Mann ist.Das Höchste. Der zerstreute Professor Lumpin ist immer so lieder lich und zerrissen angekleidet, daß er, als er neulich in einer großen Spiegel scheide sein Bild sah. die Börse zog. um sich selbst cin Almosen in a:bn

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.Wie mag es wohl auf dem Mond aussehen?" Diese Frag? bekommt der Astronom oft aus Laienmund zn hören. Die Antwort lautet am besten (das heißt am kürzesten) Ganz anders als aus der Erde!" Aber wie?- lautet oann die nächste Frage und ich wette, daß sie auch auf den Lippen der bekannten schönen Le serin" und des ..lieben Lesers" schwebt. Da muß ich denn freilich so höflich sein und Beide zu einem Spaziergange nach dem Mond einladen. Einen Spazierqana nach dem Mond? Wie wollen Sie denn das anstellen? Ist vielleicht gar Jules Bernes am Schlüsse seiner Reise um den Mond" erwähnte Aktiengesellschaft in's Leben getreten und verkaust jei)t Retourbillets nach dem Mond mit l)0tägiger Eiligkeit?" Das wohl nicht: es wäre auch etwas unbequem und nicht ganz ungefährlich. sich nach dem Mond schießen zu lassen. Außerdem hätte ich nicht is viel Zeit, mit dem Leser 6ij Tage in einer Kanonemugel zu sitzen. Da mache ich es viel klüger: ich bcnuke den Lichtstrahl. der mich in H Sekunde zum Mond bringt mit anderen Worten: ich dliae durch's Fernrohr. Oh!" macht enttäuscht die schöne Leserin, und das nennen Sie ein?n Spazicrgang? Taraus wollen Sie cnt nehmen können, wie es auf dem Mond aussieht? Allerdings, meine Gnädige! Das Fernrohr zeigt mir aus der Vogelperspektive. wie beschassen des Mondes Oberfläche ist. Wenn ich nun außerdem weiß, wie es sich mit den Wirkungen der Atmosphäre verhält, wie groß und weit entfernt die Himmlskörper sind, ihre Bewegungen kenne kurz, astronomische Kenntnisse besitze, so ist cs mir ein Leichtes, Ihnen zu schildern, wie es auf dem Monde aussieht. Es ist daher durchaus keine Anmaßung, wenn ich Sie einlade, mich auf dein Spaziergange nach dem Mond zu begleiten. ' Reichen Sie mir nur die Hand eins, zwei, drei Station Mond! Alles aussteigen!" So, da wären wir auf dem Mond. Bevor wir uns jedoch auf demselben umsehen, wollen wir einen Blick zurück, d. h. auf den Himmel werfen. Ei, wie stellt sich uns derselbe vor! Zwar glänzt dort die Sonne in derselden Größe, wie wir sie von der Erde au5 sehen, aber sie ist nicht im Stande, das Firmament zu erhellen. Richt in dem herrlichen Älau erscheint uns dasse.be, sondern in dem schwarzen Dunkcl einer mondlosen Nacht! Das heißt, dieses Dunkel ist von zahllosen Lichtpunkten einer den Sternen durchbrochen, welche sogar dicht neben dcr Sonne sichtbar sind und gar nicht sunkeln. sondern ruhiges, gleichmäßiges Licht aussenden. Schneiden Sie doch nicht gar so fürchterlich auf. Jules Berne junior!" unterbricht mich hier ein ungläubiger Leer. Mit gekränkter Miene muß ich also vorher meine Behauptungen begründen und erklären: So mus der Anblick sein, weil der Mond keine Atmosphäre hat. Nur die Letztere bewirkt es, daß wir den Himmel blau und von der Sonne er hellt sehen, denn sie ist das große Brennglas, welches die Sonnenstrahlen auffängt jene vom rothen Ende des Spektrums durchlassend, die vom blauen Ende reflektirend (rote Morgenroth und Himmelbläue beweisen) und gleichmäßig vertheilt. Dieser Atmosphäre verdanken wir auch die nützliche Dämmerung, deren Fehlen ans dem Mond eben einen der Hauptbeweise für das Fehlen einer Atmosphäre bildet. Ohne Atmosphäre muß also der Himmel schwarz und ein Stern dicht neben der Sonne stchtbar sein. Ebenso wenig kann ein Stern funlein, denn dieses Zittern des Sternlichtes, welches uns den Stern ausgezackt erscheinen läßt, rührt nur von der wallenden Bewegung der Lust her, die sich namentlich im Fernrohr oft unangenehm bemerkbar macht. Aber die Sonne selbst erscheint uns, die wir auf dem Mond stehen, durchaus nicht als der interessanteste Himmelskörper. Gegenüber von ihr schwebt eine im Durchmesser viermal größere Scheibe, welche ein dnizehnma! helleres Licht ausstrahlt, als der Vollmond. Diese interessante Scheibe weist dunkle und helle Flecken aus, und als gute Geographen erkennen wir sofort an d-n Umrissen der hellen Flecken die Welttheile Nord- und Südamerika. Der dunkle Fleck links davon muß also der Große Ocean sein In dieser großen Scheibe erkennen wir somit unsere eig:ne Mutter Erde! Wie Schade dann, daß gerade die westliche Halbkugel uns zugekehrt ist!" rust hier ein junger Afrika- oder Nord-pol-Enthustast. Das habe ich natürlich absichtlich so arrangirt; denn wenn ich von der öst lichen Halbkugel gesprochen hätte, so wäre ich durch die Frage eines neugierigcn Lesers, wie es denn am Nordpol oder im weißen Fleck" von Afrika aussehe, in keine geringe Verlegenheit gerathen! Denn auf der uns zugekehrten Seite des Mondes kennen wir zwar das feinste topographische Detail auf unserer eigenen Erde aber soweit Eentral-Afrika, Eentral-Austra-lien und die beiden Pole in Betracht kommen sehr wenig oder nichts! Tav die Erde, vom Mond aus gesehen, viermal im Durchmesser und drcizehnmal in der Oberfläch: größer erscheint als uns der Mond (daher sie auch dreizchnmal Heller als der Voll mond sein muß), rihrt daher, daß der Durchmesser unserer Erde nahezu vier mal größer ist als jener d?s Mondes. - Sollten wir uns längere Zeit auf dem Mond aushalten, so'werden wir in Bezug auf die Himmelserscheinungen noch merkwürdigere Entdeckungen rna chen. In unseren? Eckaunen wird nän lich unsere Erde strs unvcränder

lich an einem uno demselben Fleck des

Firmaments stehen, wahrend alle ande ren Gestirne an ihr vorüberziehen. Dies kommt dabcr. dan der Mond unS immer dieselbe Seite zuwendet. Wenn aber auch die Erde für den Mond unbeweglich feststeht, so bleibt sie dennoch nicht unverändert. Alle 12 tz?tund:n zeigt sie ihm eine andere Halbkugel: bald die östliche, bald die westliche die natürliche Wirkung ihrer Achsendrehung. In Folge dessen ist es uns, die wir auf dem Mond stehen, möglich, in den Vierteln die wunderbaren Bergumrisse des Himalaya. der Kordilleren, der Alpen. Pyrenäen, Karpathen :c. an der Lichtgrenze auftauchen und verschwinden zu sehen, ein Anblick, der noch großartiger sein muß als jener, den uns die Mondgebirge im Fernrohr bieten. Ich sprach eben von den Viertelnder Erde. Für uns auf dem Mond hat sie thatsächlich solche. In derselben Zeit, in welcher uns der Mond seine Viertel zeigt, zeigt auch de (Zrde dem Mond solche, jedoch stets die entgegengesetzten: also z'. B. wenn die (Zrde , Bollmond hat. haben wir auf dem Mond Neucrde" und zur Neumondzeit Vollerde". Dem Leser wird dies ganz klar sein. wenn er sich erinnert, daß die Phasen durch die Stellung der Erde und des Mondes zur Sonne bedingt werden. Steht die Erde zwischen Mond und Sonne, so ist sie dunkel, der Mond beleuchtet; sieht der Mond zwischen Erde und Sonne, so ist die Erde beleuchtet und der Mond dunkel. (Daraus geht zugleich hervor, daß Mondcssinstcrnisse nur bei Bollmond möglich stnd und daß diese gleichzeitig für den Mond Sonnenfinsternisse sind: sowie daß Sonnenfinsternisse nur bei Neumond möglich sind und daß diese gleichzeitig für den Mond Erdflnsiernisse darstellen.) Mit der Betrachtung unserer Erde vom Mond aus sind wir aber noch nicht fertig. Auffallend erscheint uns z. V. noch eine andere Verschiedenheit von dem Anblick, den wir vom Mond her gewohnt sind. Letzterer zeigt uns feine Landschaften stets unverändert klar und rein: ferner ist der Schatten an der Lichtgrcnze scharf abgegrenzt und die vom Mond bedeckten Srne sind bis zu ihrem Verschwinden hinter seinem Äande bei gleichmäßigem Lause unverändert hell. Sehen wir uns dagegen die Erde vom Mond aus an, so ist da? Alles anders! Ein großer Theil der Erdlandschasten ist stets durch helle Flehen oder nebelartige Gebilde verdeckt; denn es kommt nie vor, daß eine ganze Halblugel unserer Erde ganz wolkenlos und nebelfrei wäre, Wolken und Nebel müssen aber den Anblick der betreffenden Erdlandschaften unmöglich machen. (Salzburg. Innsbruck' und London werden daher auf dem Mond zu den seltenst gesehenen Objecten gebären!) Der Mond hingegen hat kein Wasser, folglich auch keine Wolken, seine Land schaften sind mithin stet? sichtbar. An der Lichtgrenze der Erde interes sirt cs uns zu sehen, daß sie nicht scharf abgegrenzt, sondern ganz verwaschen n j jr, .ii y r in. icyl uno cyaiien gcyen so unmerklich in einander über, dan man eigentlich gar nicht angeben kann, wo die genaue Lichtgrenze ist. Es ist dies d:e natürliche olge der Dämmerung, welche eben aus dem Mond fehlt. Hatten wir auf dcr Erde keine Atmosphäre, also auch keine Dämmerung, so würde es uns so elend gehen, wie auf dem Mond, wo zum Veispiel ein Zimmer nur so lange erhellt wäre, als die Sonne direkt hineinscheint ja eigentlich nur jener eben von den Sonnen stroblen etronene Tbeil des Zimmer?. denn dicht neben dem Sonnenstrahl wurde tiesschmarze Nacht herrschen. Im dreien wäre es ebenso ara: der von der Sonne bestrahlte Boden unerträglich grell, glänzend heu dicht daneben scharf abgegrenzt finstere Nacht. Merkwürdig ist es auch, wenn wir auf dem Mond ein ZVernrobr aufstellen und unsere Erde betrachten, wie sie eben einen Stern bedeckt. Sowie nämlich der letztere an die äußerste Grenze der Erd-Atmosphäre gelangt, hört sein bis dahin regelmäßiger und ruhiger Gang auf. Er beainnt ZU zittern, scbwankt hin und hei wie ein Betrunkener, sein X'sliir ivlro unregelmäßig. cin jjiaji wird immer schwächer, und schließlich scheint er noch vor die Erdzcheibe zu treten, bevor er , es sich überlegt und hinter derselben verschwindet.' Alle diese ErsÄeinunaen beruhen auf der Ablenkung des Lichtes durch die Atmosvdäre. welche ja bekanntlich auch bewirkt, daß wir die Sonne bereits sehen. oeoor z ausgegangen uno nocq ivayr. nehmen, nachdem sie in Wirlllchielt schon unteraeaanaen ist. So viel über den Anblick des Himmels und der Him melskörper vom Mond aus; nächstes mal wcrocn wir uns auf dem Mond selbst umsehen und ebensalls viel Merkwürdiges entdecken. L e o B r e n n e r. . Immer Geschäftsmann. Ach Gott", seufzte der Herr Banldirec tor, als er Morgens in seinem Arbeit? zimmer das Blatt sür den gestrigen Tag vom Abreißkalender entfernt, wieder ein Eoupon weg von meinem. Leben!Gleiches Schicksal.- Bauer:Herr Toctor, i' bin net recht g'sund mir thut was weh, ober i' weis net was!" Landarzt- .Schau, g'rad' fg geht'S mir : Ich möcht' Dir was ver. schreib' aber weiß auch net was! Erkannt. Dame:-. Ja, Herr Doktor, - mein Leiden lft' genau dasselbe,- wie im vorigen Jahre.. Arzt: Als Sie in'S Seebad gen!. . . Gnädige Frau haden sich a!' dsct gut amüsirt!" . , Begründete Vorsicht. Hafnermeister (zum Lehrjungen): .Moriz. gib den B'ief rekommandire. auf! Wasch' Dir ater -st die Hän scnst muß ich vxx Yorto iclrük

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