Indiana Tribüne, Volume 16, Number 249, Indianapolis, Marion County, 28 May 1893 — Page 7
Vk5enkronIkk,etten.
Eine &r häufigsten Erkranl'ngen. unter tenen das Menschengeschlecht zu leiden hat. sind die Katarrhe ?r.obeien Lustirege, von denen ja der Schnupfen die allbekannteste und wohnlichste Form darstellt. In ihrem akuten Ber lgr.se ziemlich bedeutungslos, wenn sie arch erfahrungsgemäß zuweilen daZ Wohlbefinden erheblich stören, geben ?edoch chronische Erkrankungen des Na genuinem, die sich cls Wucherungen oder Schwund und Schwellungen man chcr Bezirke dcr.Nascnschleimhäut kenn zeichnen, außer der behinderten' oder völlig ausgehobenen Nasenathmuuz (Stockschnupfen) nicht selten noch zu kincr ganzen Reihe der unangenehmsten Beschwerden Anlaß, die als sogenannte Reflerneucosen da5 Allgemeinbefinden des Kranken außerordentlich bceinträch tigen können. Druck und Schinerz in der Nasenwurzel, der Stirn- uud Schlä sengegcnd, 'zuweilen bis auf den Echeitel und Hinterkopf ausstrahlend., Mi Asthma, daneben Gedächtnißund Gedankenschwäche, gehemmte Gei -ftesthätigkeit sind solche quälenden Erscheinungen, die durch ihre Hart Zackigkeit oft dem Kranken das Dasein verbittern. Die bisherige Behandlung Unartiger Erkrankungen der Schleimhäutriinfolge chronisch entzündlicher Vorgänge, Pin gelungen, Galvanokaustik u. s. ro. lei 'jten allerdings in manchen Fällen sehr gute Dienste, nicht selten Zairer erden trotz des augenblicklichen Erfolges ausgiebige und dauernde Besserungen nicht erzielt.' urfö die Kranken müssen. Jahre .hindurch immer von Neuem ihr hart--nackiges und quälendes Leiden in der clteix Weise behandeln lassen. ' Des.halb machten wir, zumalda solche chro:nischen Nasenleiden so überaus häufig 'sind, schon vor Jahressrrst auf ein Berfahren aufmerksam, das, zuerst von Dr. Michael Braun in Trieft anqe- ? wandt, durch Dr. KarlLaier. Universi ZätZdozent und Spezialarzt in Graz, seine besondere Ausbildung erfahren hat und in der That einen ortichritt in der Behandlung .dieser . hartnäckigen : Leiden bedeutet, nämlich auf die innere SchlelmhautmaMgc. feie vcncyt ofitin, um. es kurz zu . wiederholen, daß man mit einer Sonde, - deren Knopf mit Watte, umwickelt ist. .die am besten uoch imiti irgend einem Arzneimittel getränkt wird, die erkrank ten Theile der Schleimhaut, sei es der Nase, des Rachen, .des Ohres oder des Kehlkopfes masfirr", d..h. es werden mit dem umwickelten Sonoenknops aus der ganzen SchttlmhautauZklelduna. z. B. der Nasenhöhle, inmöglichst großer Ausdehnung und Punkt bei Punkt Heine Drückwirwnaen ausgeübt. Und wie die gewöhnliche Maffage auf Theile, Die ziemlich ties .unter.'dcr Körperober flache liegen, günstig einzuwirken ver mag. so erstreckt sich auch die Heilwir iung der Schleimhautmassage bis in die tieferen Suchten, des Gewebes, zu denen ein Arzneimittel schon schmieriger Vordringt, und dieidurch GalvanokäuItil erst erreicht .werden: können, wenn , die sie bedeckende Schleimhaut durch das Brennen zerstört .ist. Die Massage folluLlsa? die zur Entartung neigende Schleimhaut wieder funk . tionssähig machen, während Aetzmittel : und Brennen häufig blos Narben . gewebe schassen, das, vden Charakter . und die Funktion der .Schleimhaut . entbehrend, wieder .Anlaß zu anderen Beschwerden geben ilann. ; ÜBie jede neue Errungenschaft, so hat, auch dieses Verfahren Widerstreben hervorgerufen und bisber in der Acrztewelt vielleicht -auch deshalb wenäg'Eingang gefunden, weil die Handhabung, der Technik eine längere Uebung und größere Geschick lichieit voraussetzt, iwinn. wie Dr. Laker es will, mit im Ellbogen aebeug. tem Arm uud angestrengter Muskulä tur die so entstehsnden .Vibrationen des Unterarmes und .der Hand mittels der Sonde, als Massugestöße (bis zu 700 mal in der Minute) aaus jeden beZiebigen Punkt im Schleimhaut bis stark und lavi$t femfühlig einwirken follen. Man Hat daher auch schon versucht, diese Erschütterungen durch mechanische HilssqQellen .chervorzubrin ,it. so empfiehlt Dr. Leop. Ewer neuerdings seinen Lnkust.-. 'genannten - Apparat zu diesem Snxd, der in seinen .Haupttheilen der Bohrmaschine dir Sahnärzte gleicht und, jda er durch " Treten bewegt wird, kie Schleimhaut -, manage iia der .Nase, im Aachen und Kehlkopf .tequem und achneiErmüdung gestattet. In nemrer Zeit me5N'sich nun die .-Stimmen, die den Hsilwerth dieses ?Verfakre.i5 anerkennen So erzielte -Dr. Kurt Z??mme, der in Berlin schon Weit längere? Zeit dieses Verfahren in lnwenduvg bringt, fast immer damit -Erfolg. MOfcmal glänzenden,, manchM2l unscheinbaren, vielen' Kranken raurde es ein unentbehrliches Mittel, 'wenn auch .ltcht zur Heilung, iwohl CLkit zum EQtrglichmacheu ihres Zu ftar.des. Bon .einem hiesigen 3i?fcak teur, der in sechs Jahren über 36 Mal . pie 8!asen-isch!cil2 jite hatt ,hrenn?n - lassen müssen. itun berichtet Werder. :t4 iihm die von !r. Demu'S'Hand Mgenzandte Masjee - Kur dem riaen .Anscheine .vach dauerst Er IclchWng ttiqm hat. Es lag btij de früheren Bewahren die Befürch. tunz nae, daß die .esammte Msez: schleimbcit- schließlich . zu Narien gemebe vQ7N?andelt nnh so durch chra nische Ttticnheit neurWoen verursacht werden wurden. ; ' ' . .; . Infolge 5er Massage bcben sich augenscheinlich die Reste der Schleimhaut -wieder, unö Zustände so starker nervöser Devresf.. wie sie früher regelMäßig wiederkehrten, stellen sich ietzt Picht mehr ein. amentlich seitdem' der Patient gelernt 'h2t, die Massage mit igmr Hand nach Bedarf wöchentlich oder in kürzeren Pausen anzuwenden. Und nh in einer ganzen Reihe anderer Fälle ervelte Dr. .Demme mit diesem Berfahreu Erfolge; die z Kranken sühl. jm glückliKer.indieler
Arl Behandlung. fcTs bei irgend einer anderen. Auch In Fällen foge nannte? Ocaena, Ä'mknase. bei der da? Innere der Naf? mit Borken ver
stopft ist. führte Dr. Demme dmeS Ber fahren oft schon in wenigen Wochen zum Ziele, ttr.ier Umstünden erfordert eS freilich iederholte Anwendung der Massage über längere Zeit hindurch, Wochen, Monate, ehe ein völlr a Berfcbwwden sämmtlicher Beschwerden sich einstellt. Aber auch in solchen Fällen hat das Berkahren iedem ande ?en gegenüber noch den Vorzug, daß lntelligenlere Kranke leicht lernen, stq die Nase selbst zu massiren. so daß ji bei länger dauernder Behandlung nicht an den Arzt gebunden sind. Daß die Schleimhautmassage kein Allheilmittel ist, darf wohl als selbstverständlich vorausgesetzt werden. (Berl. d. Rundschau.) Im Pilgeryause.zu Jerusalem. Ein uralter Brauch ist der Gang Tiach Osterwasser in's Thal Josaphat," der heute noch unter denselben Ceremo-' nien wie vor tausend Jahren in Palä stina geübt wird. Ein Reisender, der Heuer dem Fest: beiwohnte, berichtet hierüber: Jn der Samstagnacht .wurden w durch heftiges Klopfen cm er Thür ge weckt, wir fuhren in die Kleide? und eil ten aus den Thüre. Da stand auch schon unser Führe: WuMelek, um uns zu . dem Schauplätze eines uralten, weit in das- graueste Alterthum zurückreichenden Brauches zu geleiten. Zahlreich ist die Gesellschaft, 'die wir, zum Aufbruch gesammelt, 'bereits unten in der ebenso langen wie engen, unter dem weUberühmten Pilatusbo gen hinziehenden .Straße der Jung frau", Suk SittiMarjam, antreffen. Drängend, stoßend, Rippenstöße em pfangend und rms theilend, wälzt sich diese, nach Stand, Geschlecht, Sprache und Herkunft grundverschiedene Masse, ein wahres Äölkergeschiebe, nach dem wuchtigen Quaderbau des Stefans thors, dessen sonst nurgezen ausgiebi ges Vakschisch nächtlicherweile sich öffnende Flligel heute auf Befehl des gierenden .Paschas -im Bezirke ElKudZ" weit (aufklaffen. Welch ..überra schendes Bild .im Augenblicke. d:Z Heraustreteus .Schwarzgähnend ! öffnet sich tief unter uns .das, .vom' Krdron bache durchflossene. .wallgrabenartig eingeschnrttenehal'Josäphat. wah rend uns zunächst,. beiderseits der aus zinkten Stadtmauer, windschief die zahllosen Grabsteine . mohamedanischen Frledbore aufragen. Keme Palmen kröne neillt .sichiber'üe,. kein Blümchen der Erinnerung 'sprießt' zwischen, ihnen auf; höchstenscein langstachliges Cac tusblatt .zwängt sich .da ..und dort schmarotzend .durch .'den . geborstenen Spalt einer Gruftplatte. Aber daö verschlägt nichts, .meint, der' Moslim. Hauptsache bleibt, daß der Koran da! jüngste Gericht .in diese Thalschlucht, deren Wände sich nach Bedarf coulissenartig QuSeinanderschieben werden, ver-legt-und da: ist's ; ja doch für jeden Gläubige .von .unbezahlbarein, Nutzen, möglichst in erster. Reihe dabei zu' sein. ; . . . - Hier,leich,.in,enem Schuttwin kel. ward Stephan, .der'. Christenheit erster Märtyrer, -vom Pöbel, zu Tode gesteinigt; .diese verfallene Zisterne diente schon eu' seither längst wieder von dcr Landkarte spurlos verschwun denen Jbusiten .'Qls Trinkstelle ihrer Herden; der .weiße Fleck i dort 'drüben, am Fuße des Oelbcrges. ist. Mariens Grab, der zroße,.dunkle gegenüber, der. Garten GethsemOne, - Schauplatz', des JudaZklsses und'cheute noch 'Standort seine? angeblichen Zeugen, sieben .grei senhaflli Oelbämne, 'die .ihres sorglich gestütztes, altersschwachen 'Astarme, gleich segnenden Patriarchen-wagcrecht nach allen Richtungen ausbreiten Doch was iistdas? Zwischen all diesen. OertlichkeM'irrlichtert es mit einemmaZ von Kerzen. F:ckeln,' , Papier laternen F?spensierhaft:hin und her -nur die luftigen Elfen. fehlen, für eine wirkungsvolle Dekoration zu Shake speares .Sommernachtstraum"! In dem wir .am Thalgrunde anlangen, wird's, uns klar: Eö sind Zahllose Pilger, die fytz einer a.heimnißvollen Ceremonie obliegen. Ha.rt, zu unseren Füßen glänzt, von einer Julien. Bogen brücke überspannt, dcL ilberband des Kidron, dessenWellchen .murmelnd über die glatten Fiesel dahinhüpfen. Die niedrigen, ton Gebüsch .mnfäumten Ufer sind von meiner schNTigendenMenge dicht besetzt.. Me möglichen Nationen des Morgen-'nd Abeodlands Pnd vertreten; am zakeichsten wshl diemr ihzer conservatittn Tracht leicht keuntli chen russischen Wallfcchrr, iharmlose Leute, hier abez bei jeder Gelegenheit kreit, in frourmem Eifer mit .ihren thanigenJuchter stiefeln ubcrFüße und Ht hneraugen t üjitx . Mitincschen irücksiÄslos hinwegzuwandeln. Jedwe.r d!ek?r Menschen znin beugt ch, .einer: Sez?nZspruch zwJchen den leise eweg ten Lippen, denn gesprochen darf micht werden, tief hinab zur kühles Muth und fLllt sein m?gebrachtes ösaß mit skz.enspendendem Osterwaff. 2lkfz.r seltsame brauch reicht Loen zurück w das b:!denitalter auS ttm er, wie ? viele anderes andere Ceremonien, Telegentllch ispaterer Schefsung und ollzuählichenÄusbaues deiEhristenthu,K, nfach her'Lbergenommes wurde. Ganz .speciell entstammt er den Feste derGot--tik. Ostara. Sie war das Sinnbild 'der stets ausVergehendem euauslebenden Natur und ihr, deren Nme in dem deutschen Worte Ostern" nach Jahrs tausden noch anklingt, ward mit den gleicherweise zerstörenden wie schaffenden ElementenFeuer (Licht) undWasser gehuldigt. Und so wie damals auch heute noch, wenngleich verschleiert 'in neuem symboNsirenden Gewände. Hun derte von Meilen werden sie mitaenom.men, die kleinen Krüglein und Flasch S 5 l ' . rr . r cyen rnn ivronwaer um' frommgläubig .am Ehrenplätze. deZ Dauses
Qufdewah zu werden ' aiS unfehlbs?
Hkllmlttcl für die mannigfachen Lei' den des s.rmen MenschenherzenS. Lane stehen wir, diesen weitrei chendl Gedanken ausspinnend, in Be trachtung des wcchseloollen Schau spiels der Kommenden und Gehenden. Da beginnt es zu dämmern und fast unvermittelt blitzen die Strahlengar ben der Sonne goldig aus hinter dem stahlblauen Gebirgsmalle don Peräa. Ein Glockchen aus Zon beginnt zu läuten, erst allem und schüchtern, ein zweites, drittes giebt Antwort, rasch folgen die anderen und bald verkündet gemeinsamer Ruf aus ehernem Munde weit über die heilige Stadt: Ostern ist ze kommend Die amcvikaniscke Fischeret. Die Schäle des Meeres sind nneischöpflich, wie die Tiefe desselben UN :rgrüodlich. Wir senken zwar, unsere Schlepp- und Fangnetze (Klappnetze) in ziemlich große Tiefen7 aber sie bestreichen .nur so kleine Räume, daß es zur Slächenausdehnung des MeereZ geradezu erschwmdend ist. Fast taglich werden neue, seither unbekannte Geschöpfe aus den Tiefen heraufbeförvert und wenn auch bei weitem nicht alle geeignet sind, dem Menschen nützlich zu. werden, indem er sie zu seines Leibes .Nahrung oder Kleiduna, -oder auch zu industriellen Zwecken gebrauchen kann, so liefern sie eben wieder neue Beweise, daß wir in der Erforschung des Meeres noch bei weitem nicht zu Ende sind, daß sich vielmehr in ihm noch ein weites und tiefes Gebiet der Forschung und Nutzbarmachung bietet. Der jährliche Ertrag der Seefischerei aller Völker mag sich auf 200 Millwnen Dollars jährlich belaufen. Es sind dabei etwa 700.000 Menschen direkt beschäftigt. Rechnet man dazu die Menschen, die beim Einsalzen,' Dorren und Rauchern, beim Verpacken, Versenden und beim Vertriebe besch'ästigt sind, so erhöht Pch'.diefe.Zähl. leicht noch um ewige Hunderttausende. Unter Hinzurechnung dn .Angehörigen dieser Arbeiter und se Zweiter kann man also annehmen, daß Don der Seefischeret wenigstens ö Millionen .Mensehen leben. Das meerumschlungene 'britische Reich nimmt, wie in mancher anderen Hinsicht, so auch in der Seefischerei entschieden die, erste 'Stelle ein.' Der jährliche Ertrag seiner. Fischerei ' beläuft sich auf 62 Millionen Dollars. Seine Fischer sind Duf allen Meeren zu finden und nicht gelten haben ihre Uebergriffe , Veranlassung zu Streiligkenen gegeben, dre micht nur emen lebhaften Notenwechsel zwischen den betreffenden Cabineten zur Folge hatten, sondern auch in einzelnen Fällen in Krieg auszuarten drohten. Man denke nur an den Streit zwischen England und den Verewigten Staaten über die Grenzen der Fischgründe auf dem nördlichen Theil i5e3 atlantischen Oceans. In zweiter Lw Pehen die Verei mgten Staaten mit 43 Millionen Dol lars jährlichen Ertrags. Es folgen dann: Canada mit 18, Frankreich mit 17i, Norwegen mit 01, Italien mit 9, Rußland mit 7, Holland mit 4 TN.tir&',..Vi JSx 01 onn:rs: ai iucuiuiuu:j mu liuuiuuui xjui lars; doch ist letztere Summe . vielleicht noch zu hoch gegriffen. Es .scheint zwar, daß man mit er Zeit etwas mehr Gewicht auf die 'Seefischerei in Deutschland legt, doch sind die Fortschritte nicht sehr erheblich. Am 1. Januar dieses Jahres belief 'sich zum 'Beispiel die Zahl de? Fischerboote in der Nordsee auf 445 'gegen 425 im Jahre 1888, die ZaA der Dampfer auf 18 gegen 6, die Sihl der Fischer cuf 1716 gegen 1539. .Notizen , über die Fischerei in der Ostsee stehen unö augenblicklich nicht zu Gebote. WaS nun speziell !dic Vereinigten Staaten betrifft, so liegt 'uns darüber eine, ziemlich ausführliche Statistik vor. Es waren nach dem 'letzten Census bei der Fischerei 6605 große und 44,804 kleine Voote mit 131,426 Mann in Dienst. DaZ Anlagekapital bölief sich auf 33, der Werth der Produkte (nicht Handels-, sondern Platzwerth) auf 43 Millionen Dollars. Von letzterer Summe kamen cruf die allgenieineFisÄerei 22,5, auf -die Austern 13.4, .auf die Wale 2.3. auf Robben 2.3. .der Nest aus verschiedene?. 'Unter den einzelnenStaaten der Nnionmahm Massachusetts mit 8.14 Millionen Dollars die erste Stelle ein. t58 folgten Marylcmd mit 5,22. New Sork mit 48, Maine mit 3,61, New -Jersey mit 3,18, Virginia mit 3,12, Ongon mit 2,7, Alaska mit 2,66, Calisornien mit 1,86, Connecticut mit 1.46, Delaware mit 1 Million. Die Wrigen ftanden mit ihrem Ertrag fänimt lich nÄter reiner Million DollarZ. V;i der allgemeinen Fischerei wiederhsUe sich dZqse .Reihenfolge ungefähr mit wenigen Ausnahmen. Bei der Austernfischern fftund obenan Maryland mit 4.73 Mllionen Dollars fßfitf bai). Cs folgten Virginia mit 2Z I m . , sj r . i ä ÄÄ , . tcro ei?zi .Mll z.Uäi. wtto Aork mit U.53, Delware mit 0)69, Connecticut tfnit 0.67 Millionen- Dollars. Die Wrigen st:den unter einer halben 'Million. Beim Ertrag ÄeS Walsischlarges war MassachuseW mit 2.09 MUiosen, beun Ertrag trs Robbenfanes Alaska mit 2,10 Millionen Dollars Setheilizt. D&5 Fischergeverbe ist übrigen neben dem des Kshenbergmannes das efährlichste, daö existirt. Wie oft icmmt es vor. daß in einem Sturme ganze FZscherslotillen mit Mann und Maus ur.tergehen! Leichte Arbeit haben sie überhaupt nie, selbst unter den günstigsten- Umstanden, im Gegentheil wird ihnen der Erwerb meist recht sauer gemacht.. An den 'Nördlichen ttüsten der Bereinigten Staaten, bel Neuschottland und Neufundland, sinkt die Lemperatur der Luft oft plö'dlZch wett unter Null, stlöS.w der besseren'
FähreSzeit."' Der Schaum deZ Was.
txs, der über die Fahrzeuge . wegsprikt, gefriert dann sofort' ,u Eis. Die Segel werden steif wie Planken und das Takelwerk wie Eisenstangen. Das Schiff ist dann nicht mehr zu regieren, und wenn eS nicht gelingt. das Eis mit Aerten und sonstiaen Werkzeugen loszuschlagen was rein vergeblich ist, wenn die Kälte zu stark o geht das Schiff zu Grunde. Veyaarte Menschen der Zukunft. Ein englischer Gelehrter, M. Mott. stellte in einem vor einigen Tagen in England erschienenen Artikel, die Behauptung auf, daß je höher die EntWicklung der Menschheit gehe, um so größer die Behaarung der einzelnen Menschen sei; und da die Menschheit bekanntlich mit jedem Jahre um ein Stückchen ihren höchsten Zielen entgegenrückt, so werden allmählich alle nackten Formen verschwinden und in einigen Jahrhunderten wird alle Welt Männlein wie Weiblein in dem natürlichenKleide eiites schönen weichen Pelzes nherspazieren. Die Sache dürfte jedenfalls bei den Schneidern und Pelzhändlern einer fer Aen Zukunft berchtigtes Aufsehen erregen aber weder dies, noch derUm stand, daß ein bekannter bayrischer Maler jetzt schon sich im Winter und un Sommer lediglich des eigenen langen .Haares als Kopsbedeckung bedient, vermag alle Bedenken zu zerstreuen, welche sich gegen Motts Theorie erheben. Es ist ja noch nicht lange her, seit ein Anthropologe gerade das Gegentheil behauptet hat. Er suchte nämlich auch aus Grund des Darwinismus, gleichwie Mott zu beweisen, daß der vorgeschrittenste Zustand der der Haar losigkeit sei und daß beispielsweise du vielgehänselten Glatzen immer weniger vereinzelt bleibende Vorzeichen eines 'einstigen Zustandes seien, in welchem Y - cvn r ii ? r . e auc iL'ceniajcn laquopjig 5 ein muroen. Man hat wiederholt schon höhere Ent Wicklung, höhere geistige Anlage mit dem Haarschwunde in Verbindung bringen wollen, natürlich Alles auf 5ko sten von Darwins Lehre. Was that aber Darwin selbst? Er hatte einen der größten Bärte Englands. Daß aber dieser Mann m der Entwicklung zu rückgeblieben, wird der Anthropologe mit der Haarlosigkeitstheorie wohl Nicht behaupten wollen. Spricht aber dies nicht für Motts Lehre? Leider nein! Denn auch die 5whlköpfe sind unter den hervorragendsten Menschen sehr zahlreich vertreten, und dann kennt der Gelehrte die Harrmenschen nicht, von denen einige zwanzig mit Affenpintscher- und pudelhaariaen Ge sichtern bekannt sind? -Unseres Wissens hat noch Niemand diese Pelzigen Geschöpfe zu der höchsten Menschenrasse gerechnet; nicht einmalMott selbst hätte sich getraut, so etwas zu .behaupten. Daß die am ganzen 'Lribe ' über und über behaarte Miß Paftrana sehr gut tanzen konnte, beweift nichts für die Hohe ihrer Entwicklung, denn das können unter UmständeZi Damen 'ohne so überreichen Haarschn-uck auch. Also. es steht die Ansicht Motts auf so schwachen Füßen, daß wir nur der Wichtigkeit halber noch die Frage auf werfen: Gut! Im Winter könnte man sich einen solchen Pelz allenfalls gefallen lassen; aber was im Sommer? Be sonders in dem Sommer, den wir hier in Chicago erfahrungsgemäß durchzulebn haben? Herr Mott äußert sich darüber nicht, wie er denn auch vergessen hat, mitzutheilen, ob vielleicht unsere Nachfahren im eigenen Pelz, so wie die Iltisse, das gelbe Sommerfell im Winter in ein weißes umwandeln werden, oder ob da und dort in nörd lichen Gegenden der Eine oder derAndere als Hermelin die Aufmerksamkeit auf sich zi:l)cn wird!. . HeirMott ist gewiß ein Gentleman; daher feine Ueberzeugung in Ehren! Allem daran können wir nicht glallben, - daß einst eine Zeit kommen werde, in welcher sich die Menschen nicht nur ein figürliches, son dern ein wirkliches Fell über die Ohren ziehen, werden. (Lyinesistlie Schlaukxei 4- . Schlau sind die Chinesen -und auch daS Rcgistrirungsgesetz wissen sie zu ihrem . Lortheil zu benutzen. Die Zei.tungen von Denver, Col., berichten: Welcher Weiße ist im Stande. dieGesichtszüge derChmesen seinem Gedachtliiß einzuprägen und nach einigen Ta gen Avng von Kong zu unterscheiden? Alles was daher nöthig ist, mn die Vundesbeamten zu täuschen, ist ne kleine ÄZeränderung der Wohnungiadresse. Und das scheinen die smartee" 'Chinesen in Hunderten von Fäl len igethan zu haben, um . auf diese Weise doppelte Regisstrationscertisicate in die Hände zu bekommen In welcher Ausdehnung dieser Trick" an gewendet worden ist, läßt sich gar nichi feststellen, aber man kann zehn gegen eins wetten, daß viele Tausend im Lande Zrtzt im Besitz von zwei Certifi caten sind, wovon eins hier behalten und das endcre nach dem Reiche der Mitte" geschickt werden wird, um noch mehr Chinesen von drüben nach Amerika bringen zu können. Statt also -die chinesische Bevölkerung zu controllin und ihre Einwanderung zu beschränken, kann man sich auf eine erneute Invasion dieser unerwünschten mongolischen Gäste gefaßt machen.Solange die Klausel im Gesetz stand, daß jeder Chinese . seine Photographie bei der Ncgistrirung vorzuweisen hatvar d Zochl derjenigen, oie sich reaiftriren ließen, ausfallend schwach; erstseitdem diese Klausel fallen gelassen wurde, kamen die Chinesen in größerer Zahl zur Negistration." Die anzeneymste Art und Welse. Leberthran zu nehmen, ist nach der Ansicht eines alten Gourmands - die, wenn man Tauben damit mästet und sich diese dann braten läßt. .
SlmsonS Schwcsclscise. Von N. Watteyne.
In meiner Mimend war ich ein Schriftsteller und mein Fach war das Tragische. Wenn ich meiner kleinen holden Frau, meine? Editha. meines Nomane vorlas, stoßen uzrc yranen stets wie Bäche. Sie hatte ein warmes Verständniß für -c guten Seiten eines Werkes, die ichleaztcn enstirtcn gar nicht für sie; sie schwärmte für meine Helden; doch fiel ihr nicht ein, daß dieselben gewohnliche Menschenkinder seien,sie weinte über die Prüfungen, die meine Heldinnen zu bestehen hatten; 1 4. 4 t r y 1 w wr w r tf 00(0 oaazle sie Nlcyl oaran, oa oieci' ben in's Bereich der Unmöglichkeiten gehörten. EmesNachmittags hatte ich ihr wieder meinen neuesten Roman vorgelesen ; sie hielt ihre Hände im Schooß' zusam men gepreßt, um ihre Bewegung zu bemeistern, und Thränen hatlen ihre schönen Augen verdunkelt. Walter, bat sie, lies mir noch ein mal die Abschiedsscene vor, zwischen Rina'.do und Ethclinda. Und ich las sie. Mein Lieber, sagte sie jetzt, was hast Du für eine Phantasie, sicherlich hast Du noch nie Leute gekannt, die Rinaldo und Ethelinda ähnlich waren. Ties gab mir einen kleinen Stich, die Redakteure klagen eben darüber, daß meine Figuren nicht lebenswahr seien. Schicke es an das Damen-Journal, sie werden Dir gewiß dreihundert Mark dafür geben. ES ist das Beste, das Tu ic gelchrieoen bast. Und wenn das Geld kommt, 0 Walter, dann kann ich den weißen Pelzmantel für 5königin Anna taufen. Königin Anna war unser Kindchen, es kam natürlich anderen Leuten sehr lächerlich vor. daß wir sie so nannten, ober. Du lieber Gott, wir waren ein sehr, junges, glücklich' verliebies Paar und in der Armuth und Abgeschiedenheit, in der wir lebten, kam es uns wie ein großes Wundee vor, day ein We sen, daZ unserer Ansicht nach von Anfang an so viel Hoheitsvolles und Würdevolles an sich gehabt, sich in unferem bescheidenen Heim niedergelassen hatte. Sie war weder rosig noch paus.backig, wie die Kinder, die uns auf iedem Schritt begegneten, abersie war sehr zart, auf ihrer Stirn nnd ' um ihren Mund lag tiefer Ernst, und ihre großen Augen blickten fragend in die .Welt. Sie lächelte selten,' doch keine Königin konnte gnädiger ihre Huldbe Zeugungen austheilen, als sie ihr Lächeln. So setzten wir ihre kleinen Füße auf unsern Nacken, und verlangten nichts mehr, als ihre Untergebenen zu sein. Auf Wunsch meiner Mutter hatten wir sie nach ihr. Anna genannt, doch da das für sie viel zu einfach war, setz ten wir Königin davor. Ich überlegte mir's doch erst, wegen des Tamen-Journals; es war dies em weitverbreitetes, vielgelesenes Älatt, der Herausgeber desselben bezahlte die Beiträge sevr gut, dafür war er aber sehr wählerisch. Da existirte ein neues Blatt: Die Flucht", dessen Redakteur mich um Beiträge gebeten hatte; dorthin wollte ich meinen Roman senden. Ich hatte schon beiden Blättern Arbeiten geliefert; doch muß ich bekennen, paß wenn sie in Prospekten ihre Mitarbeiter aufzählten, ich in die Gruppe verwiesen wurde: Und andere mehr. Nachdem der Roman abgeschickt war sank meine , Hoffnung, denn ich erin nerte mich, daß jenem Redakteur meine rührenden Erzählungen nie gefallen hatten, 2ind ich erwartete nichts anderes. als meinen Rman zurück zu erhalten. Unsere Lage war sehr traurig, und ich blickte recht traurig in die Zukunft. Edilha dachte jedoch nur an das Geld, das da kommen mußte, seitdem ich den Roman abgeschickt, und erging sich fortwährend in Berechnungen,' ob ste den Mantel kaufe könne, wenn die nothwendigste Ankaufe besorgt sein lvürdeil. Doch es kam weder der .Roman noch das Geld. Dagegen traf ein Brief von Tante llressida, eier Verwandten meiner Frau ein. Tante Crefsida war unverheirathct im Besitze, eines Vermögens, das (5ditha 'zugefallen wäre, wenn sie sich nicht m den Kopf gescht hätte, grade mich einen Schrichtstellcr zum Gatten zu wählen. Wäre er ein Schuhmacher,' pflegte die Tante zu (5ditha zu sagen, so wäre es mir eine größere Bürgschaft für Deine Zukunft, als daß er ein Schreiber ist. Sie widersetzte sich auf Energischste unserer Verbindung, und als Editha ihr dennoch kein ehör schenkte und mich heirathcte, brach sie allen Berkehr mit uns ab. um, wie sie sagte, nicht Zeugin des tiefen Elendes zu fein, dem ihre Nichte entgegen gehe. Groß war deshalb unser Erstaunen, als jetzt ein Brief von ihr ankam, dem beim Oefsnen einige Banknoten entsielen. Der Brief lautete: Meine theure Nichte! Als Du . armes, thörichtes, verblendetes Kind, meinen Warnungen zum Trotz. Dich mit jenem Schreiber auf ewig verbanbest, da beschloß ich, mich nie, niemals um Dich zu bekümmern, wenn auch die traurigsten Berichte über Dein Leben an mein Ohr gelangen sollten. Da ich aber jetzt, durch reinen Zufall dahinter gekommen bin, in welch' tiefes Elend Ihr gerathen, und daß Ihr auch noch d 'ran seid.' Schmach und Schande über die-Familie zu bringen, kann ich mich deS Mitleids nicht erwehren und schicke Dir hiermit zweihundert Mark, um es T einem Mann zu ermöglichen, sich eine abständige Stellung zu suchen, sei es auch nur als Verkäufer in einem kleiN'n Laden. Zu denken, daß Dein Angebeteter, in welchem Du einen zweiten Walter Scott oder Dickens vermuthest,' sich dazu heraeben würde. ReklameSchriften für Seifensieder und Ähnliche Leute zu schreiben! Die Rücksicht ' auk
Deine Familie .sollte ihn' schon davdn abhalten. Editha, mein Kind, fpare weder Thränen, noch Bitten, um ihn von seinem jetzigen Beruf adzu wenden." . Was hat das nur zu bedeuten?' fuhr ich auf. Weißt Du," antwortete Editha ru hig, ich .sagte immer, daß die gute Tante ein wenig geistesgestört sei." Gewiß. Wir schicken ihr das Geld zurück." " Doch da standen schon Thränen in Cditha's Augen. . Wir können daZ Geld nicht zur Ickschicken. Ach. Walter. DuveiU i.'cht Alle?, ich wollte Dir keine Sorgen u.achen. Unser Engel ist gar nicht wyl, ich war gestern mit ihr beim Arzt. Er verschrieb ihr Medizin, die ich noch nicht zubereiten lassen konnte, und er v.'rordnete ihr kräftige Speisen, sie ist fehr zart." Ich hob das Kind in die Höhe. Sie war federleicht, aber sie war vergnügt und bearbeitete mich mit ihren Fäuft chen. Du siehst wegen unserer Königin zu schwarz," sagte ich, aber meinetwegen, behalte das Geld, wir erstatten es zurück, , sobald ich mein Honorar für den Roman bekomme." ' Doch es vergingen wieder zwei Tage, und kein Honorar kam. . Da besuchte uns Madame Dubois, die in demselben Haus mit uns wohnte. Sie war eine kleine, alte, mumienhaft vertronete Dame, mit der wir bisher nichts verkehrt hatten. Der Beruf ihres Mannes war ge heimnißvoll, doch drangen au ihren
Zimmern widerliche Gerüche, so daß Editha lich einbildete, es brodele dort ein Hexenkessel, und deshalb immer unser Kind so schnell wie möglich an den Thüren vorbei trug. Madame kam nun mit unzähligen Kniren und Entschuldigungen auf mich zu. .Monsieur Raymond sind ein Mann Von Talent, von sehr großem Talent, ich ahnte es immer; doch weiß ich es erst bestimmt, seitdem ich ein reizendes ' kleines Buch gelesen habe, tttn Ber0)1 Ele sind." Ich verbeugte mich tief, und sie fuhr fort: .Monsieur DuboiS ist auch ein Mann von Talent, von sehr großem Talent, misten Sie, er, hat eine Ersindung gemacht, was sage ich, eine Entdeckilnq, die die Welt erfreuen, nein. : beglücken wird. Er hat, wissen Sie, ein Mittel zur Heilung von Hühneräugen erfunden und möchte die Welt von seiner Erfindung in Kenntniß setzen. So dachte ich, daß Sie, Monsieur, ein ebenso schönes Buch darüber schreiben könnten, wie ich eines von Monsieur über Seife gelesen habe." Ich bedauerte, nicht dienen zu können,' sagte, es müsse ein Irrthum vor- ! liegen, da ich mich nie mit der Abfassung von derartigen Schriften abgegeben habe. Und unter vielen Kniren und Entschuldigungen ging sie wieder hinaus. Merkwürdig", meinte Editha, sie hat dieselbe fixe Idee, die Tante Crcs sida hatte, wie kommt das nur?" Am folgenden Morgen begab sich Editha in die Apotheke, um Medicin für das Kind zu holen. Als sie zurückkehrte, hielt sie roihc. blaue, grüne und gelbe Büchelchen in der Hand. Ich griff darnach, um sie der Kleinen zu geben. Lies, lies." rief Editha aufgeregt. Und ich las auf dem Umschlag: Eine gesprungene Saite", von Walter Raymond. Es war mein Roman. Ich schlug eine Seite anf und traf zufällig auf die Abschicdöscene, die Editha so sehr gerührt hatte. Sie lautete jetzt: Cthclinda stand auf dem in's Meer ragenden helfen und bemühte sich vergeblich, durch den dichten Nebel zu spähen, sie konnte das Schiff, das Rinaldo forttrug, nicht erblicken. Da plötzlich theilte ein goldener Sonnenstrahl den Nebel und der letztere verschwand sofort wie durch Zauberhand. Weiße Segel , tauchten vor Ethelinda und sie hörte Rinaldos rufen: Verzage nicht, Ethelinda, so wie jetzt der Sonnenstrahl die Wolken zertheilt, so wird unsere Liebe alle Hindernifse. die uns trennen, überwinden, denn ich benutze immer Simpsons Schwefel-Seife. Ethelinda erwiderte: Theurer, wir .sterben - vereint, denn vereint waschen wir' unsere Hände mit Simpsons Schwefel'Scife." Ich hätte genug gelesen, ich wußte ja, daß auf jeder Seite des Buches AehnlicheS vorkam, mein ganzes Werk war der Lächerlichkeit preisgegeben. Gerade an den Stellen, auf die ich die größte Mühe verwendet hatte, da waren jene lächerlichen Einschaltungen gemacht worden ' . Eine furchtbare Wuth bemächtigte sich meiner, wortlos nahm ich meinen Hut und 'stürmte zum Hause hinaus. So schnell wie möglich begab ich mich zum Redakteur der Fluth". - Zuerst entsann er sich nicht, ein Manuskript von mir erhalten zu haben, nach einigem Besinnen siel es ihm ein. Es war ein Roman, sagte er, nicht ganz so vorzüglich wie Ihre übrigen Arbeiten, zu meinem Bedauern mußte ich ihn zurückschicken: doch da fällt mir' ein. daß wir es uns zur Regel gemacht haben, nur die .Manuskripte zurück zu senden, die -mit Briefmarken belegt waren, wir werden zu sehr mit Manuskripten überfluthet- so ist wohl Ihr Roman in den Papierkorb gewan dert. Aber wie kam mein Roman vom Pa pierkorb an den Seifensieder? beharrte ich ruhig. Niemand schien es zu missen, bis endlich ein Lehrjunge eingestand, den Inhalt des Papierkorbes regelmä ßig an einen Händler zu verkaufen. - - Ich erfuhr daß die Seifenfabrik in einem kleinen ferngelegenen Städtchen ihr Geschäft betreibe. Hin 'zu reisen j war mir unmöglich; so suchte ich denn ' - rx v - v nrw. -i rm't meinen jjrcuno, oen oouicicn u liarn Aurnev. aus.
Aus seinen Rath fchrieb ich in seinem Bureau einen geharnischten Bies arr den Romanplünderer ; . dann gmg id, nach Hause, völlig entmutbig't. trank n Geist und Körper und im sicheren Bewußtsein, daß ich meinen Beruf verfehlt. An der Thür kam mir Editha entge gen,, und an ihrem verstörten Gesicht sah ich sofort, daß meiner eine traurige Nachricht warte. Königin Anna ries ich bestürzt. Ja, antwortete meine Frau, sie ist sehr krank, sie hat die Diphtheritis, aber Walter, erschrick nicht so, sie wird uns erhalten bleiben. Du wirst es sehen, wir Beide werden sie retten, wir Beide Pflegen sie allein.. Sie that so hoffnungsvoll, die gute Editha, aber ich wußte, daß sie eS eben so wenig war wie ich, nachdem ich einen Blick auf das Kind geworfen, das in heißen Fieberphantasien in seinem Bett chen lag. Dort mußte ich schreiben, jetzt eist recht schreiben, aber was? Ich sprach mit Editha darüber, naa dem ich ihr erzählt, wie wenig ich wegen, des Seifenfabrikanten ausgerichtet. Bald kam von den Leuten eine Ant wort; doch lautete sie ganz anders, als ich erwartete. Die guten Menschen, konnten gar nicht begreifen, wie ich mich gekränX fühlen konnte. Sie meinten, ich solle bedenken, wie berühmt mein. Name dadurch würde, daß er nun auf den Büchelchen von vielen Tausendengelesen würde. Auch waren sie der Ansicht, daß ich gerade ein besonderes. Talent sür Abfassung von ReklameSchriften besäße,' und mich ganz darauf verlegen solle. Sie beabsichtigten noch mehrere neue Artikel der OejsentlichW zu übergeben und boten mir eine Stellung bei sich mit 60 Mark pro Wochean ü. s. w. Wie beleidigend, rief Editha verächt
lich, nachdem sie den Brief gelejen. Editha, denk an unser Kind, bat ich,, von 60 Mark die Woche können wir leben, mit zurückgewiesenen Romanen, können wir verhungern. Warum hast Tu auch Deinen 3iV man an die Fluth" gesandt, die wein natürlich Deine Arbeiten nicht zu schätzen; ich rieth Dir doch zum Damen Journal. Schicke diesem jetzt Etwas, etwas Komisches. So möchtest Du mich wirklich al Posfenreißerehen? fragte ich. Nun, die Leute scheinen ja das Lustige borzuziehen, erwiderte sie, darauf, kommt es an, schreibe einmal etwasWahres, wirklich Erlebtes, das wirdihnen besser gefallen; ich denke mir. Deine schönen,' traurigen Erzählungen sind vielleicht zu übernatürlich oder zu. weit hergeholt. Ich sah .sie ganz verwundert an. Wie war es möglich, daß hinter jener Stirn mit den goldigen Löckchen sich so kluge Gedanken verbargen. Schreibe etwas Lustiges, fuhr sie fort, zum Beispiel, wie es Dir mit Deinem Roman ergangen; das ist doch, so traurig eS für uns selbst ist, wirklich komisch. Sie eilte zu dem Kinde zurück; ihre letzten Worte thaten mir wehe, ich solltedas traurige Erlebniß schildern, nur um die Lachlust Anderer zu erregen? Schließlich befolgte ich doch ihren Rath und schrieb und schrieb, indessen der Zustand unseres Kindes sich von Stunde zu Stunde immer mehr ver schlimmerte. Ja. es war sehr komisch, was ich be schrieb. Unser stilles, armseliges, an Entbehrungen reiches Leben, meinen ewigen Kampf mit dem Dasein, unser Glück mit dem Kinde, unsere 'Sorgens meine kühnen Hoffnungen, meineTräume von Ruhm, meinen Ehrgeiz und meine Erwartungen, um dann als Reklameschreiber sür einen Seifensieder. zu endigen. Ich lachte manchmal lauil auf beim Schreiben, aber immer sah ich' vor mir ein füßes, kleines Geficht mit sieberglühenden Augen. Der Arzt kam und ging, er sah ofr nach dem stillen Schreiber, ich glaube er hielt mich für theilnahmsloS. ich ader. hatte nur den einen Gedanken: em kleiner, schmaler Raum, denen mein. Liebling noch auf Erden bedürfte; auf dem Armenkirchhof sollte es jedoch nichtliegen, auch wollte ich das Grab von Niemandem als Geschenk annehmen und wenn es mir nicht möglich wäre so viel zu verdienen.... Der Gedanke brachte mich fast zum Wahnsinn und ich schrieb und schrieb, aber'endlich war ich fertig. ' 4 Nur einen Blick warf ich auf mein Kind, daS jetzt mit dem Tode rang, dann begab ich mich sofort zu dem Re, dacteur des DnmenJournals. Ich bat ihn, meine Erzählung sogleich zur lesen. Mein bleiches, abgehärmtes undl , übernächtiges Aussehen veranlagten ihn wohl, meinem Wunsche zu willfahren, er sing sofort die Lectüre an, ich. setzte mich still n einen Winkel, und wartete, bis er geendigt. ES schien mir eine Ewigkeit. cvrf .v:jc i . a t.li. mf.n . . ?U9 CilUUU vU3 1CIC OIUU tUtl3. legte, standen Thränen in seinen Augerund -er, sagte mit bewegter StimmenSie haben sich selbst übertroffen. es ist oas ene, oav lee geiazrleoen ya ben. Ich werde Ihnen sofort das Hl norar geben. Er trat an sein Pult und schrieb eine Anweisung auf einen weit höheren Betrag aus, als ich ihn je zu vor erhalten hatte. Er sagte mir noch Viel Schmeichelhaftes, ich dachte aber nur an das Honorar und griff so hastiz danach., fah wohl auch so verstört aus daß er mich kopfschüttelnd betrachtete? cv m.. rx ":n : x j 5 in lurinzuzrill ging q nacy Hause, wo Edith auch' bereits an der Thür, mich erwartete; an ihrem glückstrahlenden Gesicht laö ich die . frohe i.i.x..:i ix n . f r: . r: . oiZiiuuil iHlieuer, UIS jic z aus sprechen konnte. " Unser Liebling wird uns erhalten bleiben. rief sie unter Freudenthränen, ich saate Dir ja, wir würden sie retten. Ich trat an das Bett des Kindes. ' i Ti cv r . i . . c: . i - oui" "iin ziaz ciiannic jic Iicy wieder, löchelte,. und streckte die'HZnÄeben nack mir auS. , v
