Indiana Tribüne, Volume 16, Number 242, Indianapolis, Marion County, 21 May 1893 — Page 4
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Tie tägliche, Tribüne" kostet durch den Träger CentS per Woche, die ConntagS .Tribüne- S Eent? pcr Woche. Beide zusammen ISSent der S3 Cent per Monat. Per Post zugeschickt in Vor Slisdezahlung V per Jahr. Office : No. 18 W Alabama Str. Indianapolis, Ind., 21. Mai 1893 KuttuS und Kultur der Haare. ?on Tt. I Vonlllen Geschichten auZ der Bibel, die sich' uns unauslöschlich eingeprägt haben, ist die vom Haare SimsonS eine der rnerkn?ürdizstcn, zugleich eine der am häufigsten verbildlichten. Simson verlor seine übermenschliche Krast, als man ihm heimtückisch sein üppiges Haar abschnitt. Gewiß, daS ist ein Märchen, aber eines vvn tiefem Sinn. Volles Vart- und Haupthaar ist ein Zeichen von Gesundheit und KraZt; der Bart lose, der Kahlkopf erweckt immer den Verdacht der Abgelebtheit, des phyfi. scben Verfalles, der Uureife oder Un Männlichkeit. Blickt man von der Gal lerie eines Börsen- oder Verhandlung? saales herab, so erschrickt man über die Menge von Kahlköpfen. ES sönnen viele bedeutende Geister, viele gewaltige Cbaraktcrc- unter ihnen sein, aber als Männer haben sie ihre Rolle ausgespielt. Ter Kahlkopf kann, und wenn er noch so viel Geist und Liebenswürdigkeit be sitzt, kein Frauenherz mehr bezaubern, unersetzlich in jedem Sinne ist ihm der Verlust der Haare. (5s ist etwas Sonderbares um das Haar, dem sonst kaum eine körperliche Erscheinung gleich kmmt. ES ist der ''chönste Schmuck des ManneS, wie des Weibes: bei dem Ersteren drückt es haft und Würde auS, bei Um Letzte ren vermag eS fast jeden andern Reiz zu ersehn. Sch?neS Frauenhaar setzt den Mann in Entzücken, ist ein Gegen stand poetischer Begeistrrunz. Und losgetrennt vom Haupte ist es meist ein Gegenstand deS Ekels, ist es schmutz, ist es Nichts. .Um ein Haar" nt eine fprirfj3rtli6 Redens crt, welche eine Geringfügigkeit auS drückt. Warum ist ein Haar etwas so Verpöntes. Widerwärtiges, während man im Stande ist. eine abgeschnittene '.'ocke mit Inbrunst zu küffe? Wir wissen es nicht. Vielleicht darum, weil das Haar in seiner Mehrheit das inensch!iche Haupt schmück!, diesen Temvel des Geistes, die idealste Verkörpe inng der Seele, den Stempel der Individualität; das einzelne Haar verliert seinen Zusammenhang mit der Jndivi dualität. Wie schon die Geschichte von Simson andeutet, spielt das Haar eine gewal :iae Rolle in der Kulturgeschichte aller Völker. Tie alten Griechen erfaßten 'ollkoi'imen seine Schönheit und Poesie. Zeus besaß eine Löwenmähne und wenn er sie schüttelte, so bebten Himmel und 'Lrde. Phöbes Haupt war mit goldenem Haar aeichmuckt, toxt aus Sonnen strahlen gewoben und Venus bedürfte keines anderen Schmuckes, keiner andern Hülle, als ihres Haarmantels. Alle Venusgestalten besaßen ihn reichlich. Wenn Achill seine Locken schüttelte. 'chien eine feurige Gloriole sein edleS Llatlid zu umgeben. Tie Spartaner kämmten sich sorg sättig vor der Schlacht, um anständig im Reiche der Todten zu erichemen. Der römische Kaiser Trajan. der kdelsten und besten einer, trug wegen sines herrlichen Haarschmuckes den .Zeinamen Erimtas. Schon in alten Zeiten gilt das Abscheeren des Haares i.ls eine Schmach. Die Griechen schren ren Sklaven die Köpfe, wie wir eS ,igch heute an Sträflingen thun. Die :Mmtx zwangen nicht nur ihre Kriegs l-efangenen dazu, sondern auch gänzlich .mttrjvchte Volker, so die Galller, Arelonen und Llgurier. Bei den alten Germanen wurden dem ehebrecherischen Weibe der Kops kahl geschoren, als schrecklichstes Schandmal, tu Zeichen, daß sie. nicht mehr begeh rens werth sei. Aehnlich wird in unserer Zeit den Nonnen das Haar verschnitten, weil sie sich ihres natürlichen NeizeS entkleiden sollen und im selben Sinne verbergen jüdische strenggläubige Ehefrauen das Haar unter künstlichen .Scheiteln aus Stoff, weil sie nicht mehr gefallen wol. !en. Sie erfüllen damit übrigens gleichzeitig die jüdische Vorschrift, nicht daarhäuptiz vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen.' Die natürliche Kahlköpfigkeit wurde im Alterthum geradezu als ein Unglück betrachtet. Sueton schildert unS die Kunstmittel, durch welche Cäsar seine Uahlköpsigkeit zu .verbergen suchte, Kaiser Tomitian, auch ein Kahlkopf, setzte strenge Strafen auf jeden Spott, welcher einen nackten Schädel zum Ge genstand hatte. AgathokleS, der Tyrann von Syca tas, trug einen Myrthenkranz. um die Mängel seines Haupthaares zu bedecken. Auch die Bibel enthält noch verschiedene Stellen, welche den Abscheu der Juden vor der Kahlköpfigkeit ausisrücken. Je hova in seinem Zorne strafte den König von Asiyrien mit diesem Uebel. Esau weissagt es als schreckliche Strafe den Moabitern, und der Prophet Ezechiel weiß auf das Haupt der sündigen Syrier nichts Schlimmeres hierabzufluchen, als die Kahlköpfigkeit. Der fromme Prophet ElisäilS leidet an derselben, und cls er de-halb von den böfcn Jungen verhöhnt wird, verliert er seine Geduld und Heiligkeit und läßt die boshaften Rangen von wilden Thieren verschlin gen. &t heilig der Bart bei den Juden gehalten wurde, ist Allbekannt. Ss soä des gläubigen Juden Vnt kein Mesier berühren; andererseits lät der Jude, nd.stt MvmxtrL Jxv na
Todesfall ihm Trauer' äuserlegt; dem
Jsraeliten .auf den Bart freien," kränkt ihn mehr, als ein Schlag in's Gesicht. .Beim Barte des Propheten- schwört noch heute der Muselmann, denen Welt anschauuna sich bekanntlich aus die Leh ren Moses stützt. Wenn Jeremias den trauernden Juden klagend zurusi: Schneide Dir Deive Haare ab!" so heißt das nichts anderes als: .Du bist so gottverlassen, daß Du der,heiligsten Satzungen ledig wurdest. Bei vielen anderen Völkern findet sich Aehaliches. Als die Gallier in Rom einbrachen und im Senat einen Kreis ehrwürdiger Greise fanden, bewahrten diese ihre ruhige Haltung, bis einer der Barbaren den Bart eines Greises verührte; da erhob der Beleidigte die Hand und das Gemetzel begann. TaS Haupt der römnchen naben war heilig ; keine Sckeere durfte es berühren, bis dem Jungttng die Toga angelegt wurde, d. h. bis er im bürgerlichen und natürlichen Sinne Mann wurde. ! Das freiwillige Abschneiden der Haare galt vielfach als Trauer. Die alten Hellenen sollen sich die Haare am Hin terkopf verschnitten haben, als ihr Dich ter AlkäuS starb, und die rohen Solda ten AttilaZ drückten ebenso ihren Schmerz über den Tod ihres königlichen Führers aus. Und noch heute haben wir für die surchtbarite Verz7'eis luna keinen stärkeren, mimischen nasdruck, als .sich die Haare ausreißen !" Man könnte ein Buch schreiben über den Cultus tii Haares. Aber die vor stehenden Andeutungen genazen. um die Bedeutung des KopshaareS klar zu machen. Man ziehe daraus die Lehre, daß man mit Bedacht die Haare pflegen soll, um sie vor vorzeitigem Ausfallen oder Graumerden zu schütze, daS Haar ae'i'nd d. h schön ux erhalten. Schön ist jedes Haar, welches reichlich und nicht zu narr ist. Dies allen Jenen zum Trost, d'ere Zzpfschauck eine unbestimmt?, charakterlose Farbe hat. Das Jdealhaar ist zweifellos das blonde, zumeist das goldblonde. Venus ist blond und der alte Homer berichtet uns von dem schönen Blondhaar der Helena. Denselben Reiz besitzt die verführerische Circe und auch daS männliche Schönheitsideal ist blond, nämlich NarcissuS, Apoll und Cupido. Bei den römischen Dichtern findet man häusig das Lob des schwarzen Haares. ApulejuS vergleicht das Haar seiner Geliebten mit Ebenholz und Horaz preist, seine schwarzhaarige Schöne. Aber das rabenschwarze Haar ist, in unserem Klima wenigstens, ebenso.seltea wie das goldblonde. Auch die natürlichen Locken finden sich nicht allzu häufig, und für die Mehrheit der Sterblichen handelt es sich darum, ihr schlechtes und farbloses Haar gesund zu erhalten. Wie dies Ziel zu erreichen, darüber gehen die Meinungen, d. h. die Belehrungen auseinander. In unserer Jugend lehrte man ns, die Haare mußten fleißig geschnitten werden. In neuerer Zeit kam man davon .ab.. Manche Aerzte rathen zum mäßigen Fetten, andere sind für den Naturzustand. Die Einen warnen vor dem allzu anhalten den Kämmen, die Andern rühmen es als das beste Mittel, das Haar ge schnuidig z machen. Wir wollen hier alle hygienischen Maßregeln, für welche die Ettahrung und die physiologischen Senntniffe sprechen, kurz zusammen sagen. ; Man schneidet die Haare, weil man sie mcht in ihrer natürlichen Lange tra gen kann oder will. Man soll diese Operation nur vornehmen, wenn man sich ganz wohl befindet und, wenn mög lich, in der warmen Jahreszeit. Im Wmter kann man sich durch plötzliches Scheeren gefährliche Erkältungen der Kopfhaut zuziehen. Ein Vorurtheil ist eS, day das Wachsthum der Haare durch das Abschneiden befördert werde. Kurz abgeschnittenes Haar wachst nie wieder zu seiner vorige und natürlichen Länge, vne yausig veovachteb wurde. ' ES ist also dringend gerath:n, jungen Madchen die Haare nicht kurz abzu schneiden; unschädlich ist eS, m langen Pausen IV; Spitzen abzuschneiden, doch darf dies, wie gesagt, nicht häufig ge schehen. Ein italienischer Arzt, Namens Cazenave, berichtet von drei schone I Schwestern, die Alle prächtiges blondes ' V . . . . i L saar Hatten. Bas der Uinen. oa. weitaus schönste, längste und üppigste. hatte eine Länge von anderthalb Meter erreicht. Gerade dieses Haar war nie als von der Scheere erreicht worden, während das kürzere.der andern ftern in der Kindheit kurz verschnitten worden war. Der Glanz und die Feinheit des Haares sind allerdings Eigenschaften, welche in undefinirbarer Weise mit dem Temperament und dem allgemeinen Gesundheitszustand zusammenhängen. Einiges aber kann die K ultur such dazu beitragen. Besondere Vorsicht verlangt trockenes, sprödes Haar. Die Scheere kann a diesem besrnderS viel Unheil stifte. denn die Spitzen der abgeschnittenen Haare theilen sich sofort wieder, und so ins Unendliche, wenn man wieder dir Scheere anwendet. Unbedingt zn bekämpfen ist die Schup penbilduna. Hiergegen sind .Waschun gen anzuwenden von Carbolsäure (0,5 Gramm). Glycerin. Alkohol. destlllirtes Wasser. jedes zu 10 Gramm. Die Waschungen müssen täglich vorgenom uen. werden. Kommen die Schupp nicht, von den Talgdrüsen der Haarwur zeln, sondern von der lkopshaut, geni ge Waschungen Mit Kle:enwasser. Trockenes und sprödet Haar . ist mä ßig zu fetten. Am geeignetsten dazu ist rnneS Mandelöl. Indianer und Kreolen fetten ihr prachtvolles Haar mit frifchem Rijinnööl, - Aber eS wäre voreilig, die Prosperität ihreS Haar schmuckes ausschließlich dem NizinuSöl zuzuschreiben, da gewiß . Klima und Rasse daS ihre dazu beitrage. Vor allen angepriesenen Pomaden ist ent schiede zu warnen, da sie, wenn ich direkt schädliche Bestandtheile, doch rmn Hi,ieLJ5tjt enthalten. Das
Leytere ist entschieden verwerflich, wes halb vor dem Gebrauch aller fertig ge kauften Pomaden dringend zu-warne ist. Wer sich, gerne solcher bedient, be reite sich dieselben selbst oder lasse sie nach einem Rezept frisch bereiten. Ein solches ganz harmloses Rezept, welches ni vts weiter beansprucht, als das Haar zu fetten und zu parsümiren ist das Folgende: 20 Gramm Wallrath. 30 Gramm Süßmandelöl, beliebiges Patsüm. Oder: 30 Gramm präparirtes Ochsen mark, 10 Gramm Bittermandelöl. Auch hier kann noch eine Essenz beige bracht werden. Pomade und Oel sind ganz über flüssig, wo das Haar von Natur fit ist. Wir machen noch besonders darauf aufmerksam, daß blondes Haar durch anhaltendes Fetten dunkel wird. Da gegen erhält Waschen mit Eigelb und Kleienwasser das Haar hell, was alle
glücklichen Besitzerinnen schönen BlondHaares beherzigen mögen. Dennoch trotz aller sorgfältigen Pflege kommt eines Tages daS erste 5 n fi graue Haar. Nie gewoyvilcye eu . . . , lur rnn iricyeinen : oie zwingen oem 35. -und 40. Jahre. ES wird mit einem Seufzer oder mit einem Fluche begrüßt, denn es ist der eigentliche Ab schied der Jugend, wenn dieje auch . . n . . 4 noq einige ütu zu vermeiien jtaeuir. Gewöhnlich schlägt diese verhängnißvolle Stunde für die Frau fpäter, als für den Mann, da dieser mehr Gehirn verbraucht. Häufige Kopfschmerzen, Blutverluste. Ausschweifungen sind die physischen Ursachen frühen Ergrauen? ; ebenso geistige Anstrengung und anhaltender Kummer. Außerdem ist frühes oder spates Erarauen erblich. Verschiedene Anekdoten erzählen von plötzlichem Erbleichen der Haare. DaS velannikne eiiviei einer un oezieyi sich auf die unglückliche Königin Marie Antoinette im Kerker. Es ist sicher. l 5 cr ori daß dieser traurige Proceß deS Er grauen S in sehr kurzer Zeit vor sich gehen kann, unwahrscheinlich aber, daß dies, wie ost behauptet wird, in einer Nacht geschehen kann. Unrathsam ist eS. die ersten grauen Haare auszuzupfen. Gegen das AuS fallender Haare gibt eS kem radikales Mittel, weil die Ursachen zu verschieden sind. Erptobt nt das Kurztragen der Haare, sowie fleißige .Waschungen mit kaltem Wasser. Auch muß daS Be schneiden der Haare in diesem Falle von kundiger Hand geschehen, d. h. die erkrankten Haare muen abgeschnitten werden. Außerdem ist eS gerathen, den oben angegebenen Pomaden einen Zusatz von zwei Gramm schwefelsaurem Chinin zu geben. Man vermeide schwere Hüte, und, wenn es nq um eine Pauenlin handelt, iede Frisur, welche eine Anspannung und Zerrung des Haares fordert. Das Letztere ist überhaupt nacy yunuqreil zu vermeiven. tten wie reaelmaniges Brennen und mengen ES ist ganz selbstverständlich, daß ein möglichst natürliche? Zustand dem Haare am zuträglichsten ist. Dies AlleS sind unbedingt empfeb lenswerthe Vorsichtsmaßregeln. Gegen so ausgesprochene Erkrankungen deS Haares und deS HaarbsdenS ist die Wissenschaft leider ss gut wie ohnmäch tig. Sehr selten ist andauerndem Haar ausfall Einhalt zu thun. . Das bezeige die zahllosen Kahlkopse in allen Ge sellschaftskreifen. Im äußersten Falle, d. h. w'nn dcr kahle Kops Gemndhettsstorungea ach sich zieht, entschließe man sich za einer Perrücke, ein AuShilfsmittel. welches so alt ist, wie die menschliche Eitelkeit. Denn schon an altägyptischen Mumien hat man Perrücken beobachtet. Die Träger dieser .falschen Behauptungen' schmeicheln sich sehr irrthümlich, daß Keiner das Geheimniß ihrer Locken durchschaue, weshalb man sich wirklich nur auS hygienischen Gründen zu diesem Aeußersten entschließen sollte. Glücklich zu preisen ist Jener, der sich seine nor malen Haarwuchs bis in's Greisenalter zu erhalten weiß auch daS weige Haar ist noch immer ein schöner und würdiger Schmuck. Die Lage der Deutschen in RuftUno Seitdem von einer Besserung der Be Ziehungen zwischen Deutschland und Rußland ernstlich die Rede ist. wird die Lage der Deutschen in Ruhland so merkwürdig es auch klingt immer unerträglicher. Die Deutschenhetze wird namentlich von den Journalen genährt und sie werden tabu von ihren Lesern lebhaft unterstützt. Einer d? selben schlägt z. B. in seinem Leibblatte e' Gesetz vor, welches den Deutschen verbietet, sich 'mit Handel zu beschäftlgen, Fabriket zu eröffnen, ebenso wk jeden Dienst in allen GescZschaften Die Nowoje Wremja- bezeichnet einen solchen Vorschlag als Unsinn. ' WaZ würde ein solches Verbot auch helfen, da bei uns Worte nicht mit Thatsa chen übereinstimmen. . So Petition! z. A4. A. ver Avtl von .laterlnoslaV um Beschränkung deS deutschen Grundbe sit, und dabei erfahre man, daß trotz dem die Deutschen Anfangs des Mo nats März zehn Güter gekauft haben. Weshalb so fragt die Nowoje Wremja" verkaufen denn die dortigen Edelleute ihre Güter denselben Deutschen,' "gegen 'deren Ueberhand nähme sie die Einmischung der ou crellen Gew: verlangen? Der Wariawski Dnewnik- klagt. daß die Groß-Jndustrie im Königreich Polen fast ganz m ausländischen, ms besondere in deutschen Händen sei. In der Fabrikstadt Lodz beispielsweise. no in 879 Fabriken im Werthe von 50 Millionen Rubeln prvducirt werde sei nur eine einzige Fabrik polnisch. Alli übrigen gehören Deutschen, die zwar die russische Unterthanenschaft ange nommen haben, ade? sicherlich Deutscht geblieben seien. Die Industrie in Rus Mü-Volen verdankt M&mQj ibj
Entstehen deutschen Capitalisten unö Einwanderern, die durch die hohen
russischen Schutzzölle angelockt worden sind, ihre Thätigkeit dorthin zu verle gen. Namentlich in der Nähe derGrenz sind solche Unternehmungen m du Höhe geschossen, so daß ein Gesetz, be treffend die Entfernung deutscher indw strieller Unternehmungen von bet Grenze, erlassen worden ist. DiesesGe setz habe aber wenig Erfolg gehabt und es könne die völlige Germanisirung deö Gebietes kaum aushalten. Die Zahl der Arbeiter auslandische, Herkunst vermindert sich wohl in dem Verhaltnisse, wie die Fabriken von de, Grenze weiter in's Innere hinein zu ruckwelchen, aber im Schoße der Fa briks-Administration und unter den jüngeren unteren Leitern der Fabri! läßt sich ein solches Schwinden deZ ausländischen Elementes nicht constati ren. Das erklart sich sehr einfach; dik auslandischen Capltallsten und Fabri kanten, wenn sie sich auch als russtsem Unterthanen maskirt haben, ertragen wohl zur Noth noch d örtlichen Ar beiter als ein unvermeidliches Uebel. betrachten aber ihre Fabriken so fehl als deutsche Institutionen, daß sieNie manden, der mcht ihr Landsmann, rn den Verwaltungskörper hineinlassen. Die FabriksAreopage aber der höhere Beamten bilden eine Macht, die geradt die deutsche, antirussische Bedeutung der Fabriken aufrechthält. Alle Sel lungen von Duectoren, Ingenieuren. Hauptwerkmeistern, mit einem Wort, also daZ gesammte Verwaltungöper sonal der Lodzer Industrie setzt sich, mit ganz geringen Ausnahmen, aui Ausländern zusammen, die sich all Russen verkleidet oder aber auch nicht einmal diese Muhe sich genommen ha ben. Und je wichtiger und einflußrci cher die Stellung ist, je höher die Gaze, die für sie gezahlt wird, desto sicher ist ein Auslände? auf dem Platz zu sin den. Hierzu kämen noch die vielen Deut schen, die russische Unterthanen gewor den sind, sowie die zahlreichen Judei im Lande also blinde Verfolgung der Deutschen und Juden! Studenten und Vier. Auf der Lehiqh Universität- in Pennsylvanien hat es einen Kampf um's Bier gegeben. Bei gewissen stu dentischen Festlichkeiten war eS seit Gründung des Instituts üblich, daß die Zöglinge mit Bier traktirt werden, doch seit einigen Jahren ist dieser Brauch in Wegfall gekommen. Vor Kurzem entwraelte sich eine Agitation zur Wiedereinführung dieses Brauches, und eS kam sogar zu erner Abstim mung, wobel von 570 Studenten alltt Grade 362 für Bier stimmten. Es Wird nun mchts Anderes übrig dleil den, als die Wünsche dieser ansehnlichen Majorität zu beachten. Natürlich werden die liberalen Studenten von der Kanzel auS und in den Verfammlungen der Wasserttmpel herunterrissen, und die öffentliche Moral ist nun wieder einmal in Gefahr. Die temverenzsuchtigen Madchen sollen so gar aufgefordert werden, mit ihren Blicken auf die biersüchtige Jugend nicht allzu verschwenderisch zu sein, sondern dieselbe zu boycotten. DaS Mittel dürfte aber wenig helfen. Em hubscher, frischer, ausgeweckter Bursche ist den Mädchen allzeit willkommen, auch wenn er Bier trinkt. Ja vielleicht sind sie von jetzt ab mehr gesucht, denn junge Damen lieben kecke Jünglinge viel mehr als schlappige SodawasserHelden. Wenn ein Mädchen an einem jungen Mann einmal Gefallen gefun den- hat. dann verzeiht es ihm AlleZ, auch das Biertrinken; mehr noch, ei gewöhnt sich dieses Laster- selber an. Der Boycott hat also wenig Aussicht aus injoig,. Luc: Hast Du während Itt Fastenzeit auch etwas zum Besten der Kirche gethan?- Lizzie: O ja. ich habe das Versprechen aezeben, den neuen Pastor zu heirathen.Der kühne Papa. ..Papa, Du sollst gleich zur Mama kommen !" Ich kann jetzt nicht wea. denn dieser Brief muß gleich fort." Aber es ist doch wichtiger. daDu;ur Mama aebtt!" Wenn das Eile hat. soll die Mama zu mir kommen." Aber, Papa, Du traust Dir aber heut' wieder viel !" ' Vorschule. Bei einer Reise von Calais nach Dover werden die Pas saglere von der Seekrankheit heimge sucht. Nur. em lustiger deutscher tu dent bleibt davon verschont. Gefragt,ob er schon öfters Seereisen aemacht und deßhalb die Seekrankheit nicht bekomme, meint er ganz gemüthlich : Ja, meine Herrschaften, sehen Sie, ich bin eben die schwankenden Bewegungen vom Land her schon zu gewohnt : Ailr . thut s daher niozls meyr : , , Arckäoloaisckes. Baronin: ck muk Dir aelteben. lieber AlvbonS. daß mir gestern der Freiherr von Do , ... " rt r ai..c r r t . iani? ,eyr wci usineriiamleil jcyenlie, ausscblieklicb nur mit mir aetanit und mir auöerarkentlkck Ki? fiVmr' nnÄt WV.V j.. . . VW VVT " . TV.. " 1tllMIB. t i. er .?r ctv c V Am. qai. ?iun, nrnii xjvl oenn gar nicox r f.-. ii:. qii va . r -r. :xi riieriuHllg; -uuiön; tfflui mir nti im Traume ein! Außerdem muk ick Dir gestehen, daß ich dies von meinem es, k e v. i . ... ugenvsreuno nicvr - anoerv erwaner habe. ' Denn unter uns gesägt, Dolanskv :n . v t.: .n w .... rat. sigsten und berühmtesten ÄltersthumS iii wen uno oicu uio einer oer luociiai vorder oelannl. - rmunr erung. ater: a. Karlchen, Du hast einen hohlen Zahn, den mußt Du Dir Hersusnehmen lassen." Karl :. Nein, nein, ich will nicht, daS thut weh !" Vater : Schau'. Karl? chen, ich kenne einen Zahnarzt, der zieht so gut aus, daß es ein wahres Vergnü gen ist. Wenn man da die Kinder fragt: Kinder, wollt Ihr mit in's Theater aeben, oder Euch einen Zahn ausgeben lassen, dann rufen sie alle : 'Nein, öahn aus I s r r am . moen. .iaon auttieoen!"
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