Indiana Tribüne, Volume 16, Number 235, Indianapolis, Marion County, 14 May 1893 — Page 2
Folgen der Bequemlichkeit.
Sie waren seit drei Wochen verhei rathet. Frauchen, beut' fährt ein Wagen nach der Stadt; schreibe auf einen Zettel, was Dir in der Wirthschaft fehlt, der Kutscher kann es bei dieser Gelegenkeit gleich mitbringen." sprach Gutsbcsik;er Mangclsd'orf zu seiner jun gen Gemahlin. Die hübsche Frau ging auf ibr Zim mer. Sie sollte den Zettel selbst schrei den? Fiel ihr nicht ein! Ihre ganze, neugebackene, gutsbcsitzerliche Würde empörte, sich gegen diese Zumuthuug. Wou war denn das Dienstpersonal da? .Louise!Gnädige Frau wünschen?" rief die Zofe. Setze Dich 'ma? an ' den Tisch und schreibe, was ich dictire. Erstens: 20 Pfund Zucker; zweitens: 5 Pfund Mandeln; drittens: 4 Pfund Rosinen." U. f. w. u. s. w. bis alles notirt war. So. Louise, übergieb den Zettel dem Kutscher!" Gegen Abend kam der Wagen aus der Stadt zurück. Gutsbesitzer Man. gelsdorf glaubte seinen Augen nicht trauen zu dürfen, so hoch und schwer beladen war das Gefährt. Zum Tau. send. Johann, hast Du gleich den gan zen Laden ausgekauft?" Johanns Gesicht zeigte das breiteste Grinsen. Ja, gnädiger Herr, ich hab's dem tfommis auch schon gesagt, es müsie ein Irrthum sein, als er ganze Säcke voll Mandeln und Rosinen an geschleppt brachte. Aber er meinte, ich solle mich nur beruhigen, die gnädige rau hätte soviel bestellt. Hier ist der Zettel." Mangelsdorf entfaltete hastig das Pa Pier. War'S möglich da stand that sächlich: 120 Pfund Zucker. 25 Pfund Mandeln. 34 Pfund Rosinen. Und so ging's weiter in ungeheuerlichen Quantität:. Frauchen, komm' doch schnell 'mal her. Sag'. Schatz. Du läßt 34 Pfund Rosinen auf einmal kommen? Willst Tu uns gleich auf zehn Jahre voraus Verlorgen f Die junge Frau warf einen Blick auf den Zettel, Purpurröthe färbte ihr Gencht. Ach. Männchen" kleinlaut kam's über die frischen Lippen das ist ein Irrthum, das soll heißen: Drittens 4 Pfund Rönnen: ich ich habe in der Eile den Punkt hinter der Ziffer 3 der aesien." Frau Gutsbesitzer Mangelsdorf hat in Zukunft ihren Bestellzettel stets höchst eigenhändig geschrieben. Asthma. Unter Asthma versteht man über baupt iede Art von Atyemnoty. mag sie durch was immer Ursachen bedingt sein. In der Medicin unterscheidet man daher auch nach solchen Ursachen und spricht zum Bsp:a von Herz Asthma, Asthma bei Gicht, bei Nieren erkrankung u. s. w. Das aber, was schlcchthln'den Namen Asthma führt, ist ein Bronchiallrampf rern nervöser Na tur, welcher dadurch entsteht, daß sich . ' r n..:i ;f nx . die in seinen usiroyrenllncycn umge venden '.'cusleisafern ploiicy zuzam, menziehen und so die Luftkanäle ver engern. Der Atbemnothanfall kann mehrere Äage, ja Wochen dauern, wo bei er bei Tag schwächer. Nachts stärker wird. Ueber die Bedingungen, unter denen der Kramps sich einstellt, weiß man nur .sehr Unsicheres. Neuestens wird seitens der Kliniker viel. Gewicht gelegt auf die Thatsache, daß gewisse Staubtheilchen (Metall, Holz-, Koh len, Blüthenstaub) eingeathmet wer den, weichenden Reiz auf der Schleim haut der Luftröhrenzweige herbeiführen sollen. Merkwürdig sind auf alle Fälle.die kleinen spitzen Krystalle, welche sich in. dem Hustenausmurfe der Asth lnatikkk konstant vorsinden. Was die Frage bezüglich der Behandlung und Heilung betrifft, so beschränkt sich die Medttin.darauf,den Zustand zu erleich tern, da eine dauernde Heilung selten zu ewarten ist; wobei aber die Kranken trotz der Heftigkeit der Anfälle sich sehr oft eines langen Lebens erfreuen. Außer der gewöhnlichen ärztlichen Be Handlung mittels Morphium 'und Ehlorhudrat versuchten Patienten das Rauchen von Stramoniumcigarren oder die Einathmung von Dämpfen beim Verbrennen von Salpeterpapier (Löschpapier, welches man mit gesättig ter Salieterlösung tränkt, trocknet und dann anzündet) und einige von diesen Patienten behaupten, daß ibr Leiden hierdurch erleichtert. worden sei. U ( L Studenten ziehen an einem Hause die Glocke. ES öffnet sich in der ersten Etage ein Fenster: WaS gibt es denn da? Wir wollten Sie nur darauf aufmerksam -machen, daß ein starkes Gewitter aufzieht, und eZ beffer wäre, alle Fenster zu schließen. Steht denn irgendwo eins )ffen? Ja, Sie seh?n ja zu euiem Heraus! Der GpifleL Ich begreife nicht, Frouchen. wie Du stundenlang vor dem Spiegel sitzen kannst! Es ist mein Uebsler Freund: Bi5 zukem Au genblicke, wo er Dein wochrster Freund ird! und wann wäre das? Wenn er Dir Deine Runzeln zeigt! Die bekannte Schwäch?' Maln: Nun, Herr Doctor, was hat meine Frau? Arzt: Eine große , Schwäche. Mann: Aha: Die Diag. noje lenne q. das itf ihre, unmer zu dieser Zeit s'.ch einstellende, groLeFrüh jahrS'Aoben'Schwäche! Der Rapppel. A.: Ihr Mann scheint sich a täglich zu betrm ken. Frau: Jeden Tag, Wochen und Monate lang. bi-Z er dann einmal wl der seinen Rppel bekommt, dann bleibt t einige Wochen lang nüchtern! Ab schwäch ung. A. zu B. laus oer eoouie): &t uns mir nun schon das dritte Mal aussen Fuß ge .treten. Sie Cuttan:! .-- -.
Sine TvrgLdie mtf
T'ftlche S,5ilunz vn.Jin. Bevor ich Ihnen die 'Geschichte xott vergebe, die uns kürzlich an nneni Wmterabend :der Kapitän ttroutow vortr, muß ich .Ihnen -den Erzähler vorstellt n. Michael Seraiettitlch ttroutownst ein Greis von untersetzter Gestalt von noch ziemlich rüstigemÄussehen. Eine dichte Mähne von grauen Haaren, uaqeiia. und hart wie Borsten, bedeckt feinen Kopf und überwuchert fast .das ganze Gesicht. Aber der energische und sogar etwas wilde Eindruck, den .diese Phy fiognomie hervorruft, wird durch .den Ausguck der Augen gemildert, die leb hft nnd durchdringend blicken und sich noch den ganzen Glanz -der Jugend be. wabrt haben. rw 1 'ViXUXUlV zur, Hälfte .uerdmgs ver schwinden diese Augen .unter den dichten. buschigen Brauen, die mertmürdi. . . . . - -. I W - I """" tam ,'" ' C ...im 4. it(h 1 n fTr H .
vuuku'.uhiii4iU i- jKump. der neben der Ankerwinde tatz i -st u r-u? : x. ' und .in düstern Tönen einen Psalm or Kroutow rst em.alter Eeeba? m der rX(uWmt ' vollsten Beoeutung des Wortes. Das s thust Du denn .da. Kump?war sein Lebenselement gewor. lst jawie ein Hund den. Nachdem er als einfacher Ma anltZtT - 1 - t lmmmch, M wnc' und ließ den Kops uus fi'i W&ri'rtnS fim die Brust herabsinken, wie erstarrt in erlebt, hatte endlich aus - einem ihm . . Stellung gehörenden Fahrzeu In er Mitte unseres kleinen Fahrden; dannhatte.er uch M ansäe , Zimmer, in dem die ZI makLm1- Mannschaft ihre Mahlzeiten gemeinsam fW dieenigen von den schaft getreten. Jetzt .hat r endgiltig m - die nicht auf Wache jede Beschäftigung aufgegeben und fich WW- nuai aui, ouqii rn unsere kleine Stadt zurückgezogen ' m in meiner Hängewo er von den Zm sen ; seiner Eiipar. aber 7ine so unglaubliche, ? L ll Ä 1 unerklärliche Traurigkeit hatte mich beAeuöernnr doch- Mensch von m fe ich nicht einschlafen " hn- in 5,N ' onnte. Draußen heulte der Wind Das w.der ununterbrochen weiter und der Rege Worten .uns folgende Geschichte er- fIust as Deck hernieder. So i' ..- " e. . verblieb ich in der gleichen Stellunq. ,-. M. m'mtHemn mm,l. d Morqen grautt. UM SMs? Ä W' ich' S5Ää"ä Freunde Karl Jvanowltfch Vrezent ein o,nun i f f.-; .u y :fli(,r,i i.und Johann mir mit ganz entfetten kleines Segelschiff mit der Absicht, das ; fö 1 .taeaenkamen Meer zu durchkreuzen. Bre ent und I wg Se?"S, cftl : Michael erglewltjch! Kump hat
üii WK 4iüu nuv, iuu iui.u den Gewinn unserer Unternehmungen, er als Kapitän, ich als Steuermann, und .hatten vier oder fünf Matrosen im Kommando. Jeden Sommer un tcrnahmen .wir -zwei oder drei Reisen, theils nach Frankreich, theils nach Eng land. Es .war schon .tief m Spätherbst, als .ein reicher Kaufmann zu mr kam und mich himmelhoch bat, ihm doch mit unserm Schiffe .Anna" .eine Ladung Bretter nach Schottland -zu ükersübren. Der Kargo mußte zu einem bestimmten Termin abgeliefert werden,.und es war ihm bis zu diesem Augenblick noch nicht aelungen, .einen Menschen zu finden, der aeneigt war, die Reise zu .machen. In Anbetracht der vorgerückten Jahres zeit zögerte ich zuerst etwas und berieth die Sache mit meinem Freunde; aber zuletzt beschlossen wir, die Reise zu un. ternehmen. Ich machte mich sogleich daran, unsere Mannschaft zusammen. zutrsmmeln. Die beiden Ersten, die i i . z . O : I ii .'auiuii, iciu )uuincuiiuiui, und Johann, ein Koch, tüchtige, starte Kerle, brachten . in kurzer Zeit auch die . beiden Andern, .die nur noch brauchten. herbei. Ehristian und Jakob. Das durste .genügen, arrcht wahr ömeinte Brejent. . Na, noch emer mehr würde wohl nicht zu viel sein," erwiederte ich. j Ja, un Fall Don Sturm oder ho bem Seegang dürfte .er sogar derteuselt nothwendig sein.'" - Ohne weiteren Zeitverlust machten wir uns nun daran, die Ladung Bret ter an Bord zu schaffen. Eines .ages ließ man mich aus mei ner Kajüte reifen, roeil Jemand mich zu sprechen wünschte. Ich fand aus Deck einen großen kräftigen, fast tolos salen Bengel, mit ' Schultern von außerordentlicher Breite und Fäusten. wie eine kleine, Tonne. Als er sich zu mir umwandte, entlockte die Ueber raschung mir einen staunten Auf schrei. Stellen Sie sich mal den Kör per eines Niesen vor, aus dem der Kopf eines schönen Mädchens sitzt. Ein ganz bleiches, milchweißes Geiicht, mit gewölbten schwarzen Augenbrauen, einer kleinen, seinen Nase mit zittern den, beweglichen Nasenflügeln und leuchtenden Augen, so sanft, fo weich, daß ein einziger Blick daraus einem das Herz im Leibe umdrehte. , Dieser Junge wirft sich zu meinen Füßen nieder und sieht mich an, ihn als Schiffsjungen anzunehmeu; er sei verlobt und in ü sie othmendig Geld verdienen. Indem ich seine Papiere durchblickte, sehe ich, da er erst neun zehn Jahre alt ist und weder Bater noch Mutter mehr hat. Ich lasse ihn sein Engagement auf der Stelle unter schreiben und ihn dann bei den anderen Matrosen zurück. Am folgenden Tage sragt mich Bre sent, der ihn auf dem Deck sieht, mit verdrießlichem Gesicht: Wer ist denn der da?" Ich nenne seinen Namen und erzähle ihm von dem guten Eindruck, den der Junge auf mich gemacht hat: Bresent aber schüttelt den Kops und spricht mit unzufriedenem Ton: Mir gefällt er' ganz und gar nicht." Trotz dieser ärgerlichen Abweisung a i v rr , . I-. yir.l a) an oein ngagemenr je ji. xr Junge hieß Gottsried Kump. Seine Erscheinung war eine so merk würdige, daß er sofort das Spielzeug' uno oas 31CI oes Spottes sur seinem Kameraden wurde. , i Mit großer körperlicher Kraft begabt. orbeite:e er unablässig, aber immer mit j trauriger Miene, so, als ob sein Herz ' nicht bei dem war, waS er that. Mit ' unter hielt er inne in seiner Arbeit und stand regungslos, wie eine Statue, den ' Blick in die leere Ferne gerichtet. Mäh rend die Andern tranken, sich neckten j unter einander scherzten, hielt er sich' abseits rmd betrachtete die Gefährten, it leblosem, - trübem Blick. Wagte
'es tfbtt :'ner, ihn zu necken odcr nS Unachtsamkeit zu stoßen, fo'nahm icin Antlik sofort einen so unsagbar bösen Ausdruck an, Dafe er förmlich 'eMsteM und gräßlich anzusehen war .Was hast Tu denn. Lump? 3a sum bist Du so traurig?" fragte ich ihn :in einem solchen Moment. Er erzit ,terte und erwiderte mix ävitm bösen Blick: ' Ich will fort von hier Emma, meine Braut, bleibt allein zurück, wer kann sagen, ob sie mich nicht betrügen wird, wahrend ich fort bin m Die Abreise war auf den 30. Sep tembcr festgesetzt. Unsere Abschiedsbe suche in der Stadt hatten wir am Tage vorher gemacht und schliefen schon diese Nacht. an Bord des Schiffes. Der Herbstabend war düster und .un freundlich. Wind und Regen heulten um die Wette. Es war eine herzzer reißende Traurigkeit. LLährend Bre sent sich in seine Kajüte zur Ruhe ht
gab.- nahm ich- meinen Steuermanns uuuih IM, . Posten 4uj 5 ein. Bald btmcrlle ich T 1 . h,rnM nh ist slna 9anh MhV W f f-mmm ge. flüchtet." Ät möglich!" Dann kamen auch Anton -und Ehri stian herbei, und man berichtete mir, was geschehen war. Kump war verschwunden. Mir schnürte sich das Herz znsam men! I ? V NlUk. lraumeulche zunge . . Da kommt Bresent. und ich zähle 'Üm die Geschichte. Bleich und zitternd j vor Wuth steht er da, dann ruft ' zähneknirschend: Den will ich lehrin, ! aS es heißt, bei mir im Dienst stehn, ! He..Ehristian. Jakob, schnell anS Ufer! Sucht mir den Schuft und kehrt '.nicht an Bord zurück ohne ihn." Hier. ! auf theilte er den Befehl. Alles zur Absahrt vorzubereiten, und bald zog s mit allen Segeln ausgerüstete und ! vom Wind bin und her getriebene Schiff - ungeduldig an femer Ankerkette. Tfn4in " r irf Vlrrt Y-n i ?r Anton." rief Bresent wieder, halte Dich bereit mit Johann, sofort Anker zu lichten. Sowie der Schuft hier ist, dreht Ihr dir Ankerwinde." Bur Stunden des Wartens verain n. während deren Bresent auf dem , Deck unaufhörlich auf und abschritt und von Zeit zu Zeit ungeduldige Blicke ! nach dem Ufer warf. Endlich erschienen sie. Kump wurde von Ehristian gehalten, während Jakob ihn abwärts stieß und an einer Schnur ein kolossales Packet hinter sich herzog.- Ein junges Mäd ! chen mit fliegenden rothen Haaren rann ucoen den 'catrosen her. .Ah, hat man ihn wirklich gefan gen," rief Bresent, indem er stürmisch j nach der Schiffsbarriere eilte. Die drei Manker bestiegen das Boot. Wmige Minuten später waren sie an Bord. .Alle unsere Sachen sind da." rief Jatob uüt freudestrahlendem Gesicht. .Gttfried ! Gottfried !" jammerte das zunge Mädchen in Tönen der Ver zweizlung. indem es die Arme nach dem Unglücklichen ausstreckte. . Dieser, ganz gebrochen, ließ den Kopf auf die Brust sinken. .Bei seiner Braut haben wir ihn ge funden," berichtete Ehristian. .Zur Ankerwinde ! Drehen !" be fahl Bresent. Drei Minuten später segelte die .Anna" ins Meer hinaus. Das Wei nen und Klagen des Mädchens tönte uns noch lange nach. Endlich fiel die Aermstc wie ein Packet auf dem Lan dungsplad nieder. Wir schwammen auf offenem Meer. Die Stadt verlor sich hinter uns im Nebel. Den von Anton und Johann festge haltenen. unbeweglich dastehenden Kump betrachtete Bresent mit wüthen den Blicken. DeS Letzteren Gesicht war dlauroth. das Augenpaar weit hervor gequollen, den Mund öffnete und schloß er mehrmals konvulsivisch, gleichsam als wolle er sprechen und könne keinen Laut hervorbringen. Endlich sprach er,- aber eS klang, als kämen die Worte wider seinen Willen auS seiner zusammengepreßten Kehle hervor: .Ah! also da bist du. Kanaille. Du hast gestohlen und bist dann mit Dei nem Raub geflohen! Wohl eine AuS steuer sür deine schöne Braut?. Nun, ich werde Dir dafür eine Lektion geben, I vie Du nicht vergessen sollst. Vorwärts. kob! Jakob war von der ganzen Mann fäf der Stärkste. Mit Christians Hilfe warf er sich auf Kump, riß ihm die Hemde nach hinten und schleppte ihn zum Mastbaum hin. Zieht ihm das Hemd ad !" ; Nein, . nein," rief ich, .thut daS nicht.". t .Die Cache geht Dich nichts an,"
ntwortrte mir Bresent ärgerlich. .Ich dw hier der Herr." Mir blieb nichts übrig, als zu schwel gen. Er war ja der Kapitän, und an Bord herrscht strenge Unterordnung. ; Binde! idu !" Jakob und Ehristian zwangen Kump. seine Arme um den Mastbaum zulegen, und banden ihm. dann die Hände zusammen. DaS vintii$ des Unglücklichen drückte das surchtbarste Entsccn aus. .AI', ah! Jept singt die Kanaille mich! mehr! Jakob'. Die Peitsche! Und nun begann Jakob mit dieser surchibarcn Riemenpeitsche, an deren Enden sich dicke Knoten befanden, un barmherzig aus den Elenden einzu hauen. Zuerst weinte und scnfzie Kump, dann schwieg er. Ich sehe ihn immer noch vor mir. so wie er in jenem Augenblick aussah; das Antlitz von ohnmächtiger Wuth einstellt, so fürchterlich in scmem Aus druck, daß ich unwillkürlich aufhörte,, ihn z.u bedauern. Endlich warf man ihn, wie ein Pak let. auf die Planken hin. und Bresent. -ein wenig besänftigt, sagte zu ihm:
Erinnere Dich diese.? Lektion. Nichts !iU für einen Matrosen ehrloser, als Diedstahl. bessere Dich! Als wir wieder in unserer Kajüte waren, fugte ich zu Bresent: Du bist hart zu ihm gewe'en..Basta! WaS geschehen ist. it ge schehen. reden wir nicht mehr dar Äber."' Eme frische Briefe wehte und zog die .Anna, die mit ihren feinen Schafte die Wellen theilte, fchön vor wärts Bor uns breitete sich die Unermeß llckkeit aus. in der nichts mehr den Blick behinderte. Nach seiner raschen Wiederherstellung begab Kump sich mit emcr noch gröe ren Regelmäßigkeit und Energie an die Arbeit, als zuvor. Ader 'selbst ich wagte ihm dasür kein Wort des Lobes zu ertheilen, so smn war sein Aus druck und seine gan;e Haltung gewor den; von seinen Kameraden mußte er viel erleiden. Ihre Böswilligkeit ver folgte ihn unablässig. Sie verbannten ihn aus ihrer Gesellschaft und verwei gertcn ihm ihre Hilfe dei jeder schweren Arbeit. Jeder einzige bemühte sich, ihn zu ärgern, ihn zu stoßen, zu treten und gröblich zu verlcden. Da mich diese unnöthigen Bosheiten empörten, wollte ich die Leute ermah nen, sie crrothen machen über ihr Be nehmen, aber sie ließen über diesen Punlt Nicht Mlt sich reden. .Seht Ihr, Michael Sergiewitsch. er ist eben eine Kanaille," sagte mir einer von ihnen, der wäre im Stande, sei nen eigenen Bater zu ermorden.Es war daher rncht zu verwundern, daß Kump, der, was die Arbeit an langte, allein mehr leistete als die An dern alle zusammen, immer düsterer und immer wilder wurde. Seit den drei Tagen, die wir auf dem Meere waren,' hatte er noch zu keinem Mcn schcn tn Wort' gesprochen. Seine einzige Zerstreuung in den Ruhepausen während der Arbeit war, sich irgendwo abseits hinzusetze und mit halblauter 'Stimme Psalmen zu singen. ' Hierin unterbrach er sich von Zelt zu Zelt, um sich auf die Knie zu werfen und nach seiner Emma zu rufen. Als ich Bresent davon erzählte, erwiederte er nach kurzem Schweigen: .Tu weißt, daß ich diese Reise nur mit Widerstreben unternommen habe, und jetzt bin ich so weit, daß der Kummer und die Furcht mich fast ersticken. Wenn ich diesen Kump nur anblicke, so fühle ich meine Kräfte schon schwur den, jedes Mal. wenn ich diesem Blick begegnete, fühlte ich, wie eine eisige Furcht mich deschlich. An der ersten Küste, die wir passiren, schiffe ich ihn aus." Aber auch meinerseits verwischte sich der gute Eindruck, den Kump zuerst auf mich gemacht hatte, immer mehr und mehr durch die Blitze des Hasses, die ich immer häusiger .aus seinen Augen leuchten sah. Eines Abends erglänzten hell die Sterne am Himmel, dessen tiefblaues Zelt das Meer in allen möglichen Tö nen von grün schillern lies:. Phos pharescirende Lichter tauchten allent halben wie Irrlichter auf den tanzen den Wellen auf. Um uns herum herrschte Stille. Ich saß auf Deck, rauchte meine Pfeife und wollte eine Unterhaltung mit Kump anknüpfen. Zuerst wandte er sich sinster av von mir, dann willigte er ein. zu mir zu redm. ES handelte sich natürlich wieder um seine Braut, die hübsche Emma. Er erzählte mir, wie sie sich schon seit lenge liebten, und wie sie sich heirathen wollten nach seiner Rückkehr. Wie er 5:ch nach ihr sehnte, wie sein Herz von Bcrzweislung ergris fen werde, wenn (x an sie denke! Dann erzählte er mir. wie er ganz allein in der Welt dastehe. Sein gan zes Leben ist bis jetzt eine Kette'von Elend gewesen Sie allein, seine Emma, Such eine Waise, liebe und lieb kose ihn. Während sie jetzt auf seine Rückkehr warte, wohne sie bei eine? al ten, bösen, geizigen Tante, die ihr jede Mmuie ihres Lebens vergifte. Seine Kameraden hörten nicht auf, ihn mit ihren Spöttereien Kd derben Beleidigungen zu verfolgen. . Einmal hatte Kump bei einem eisi gen Winde eine schwere Arbeit verrich ten muuen und naperte ncy nun ganz durchfroren dem Oferz, neben dem auch Jakob sich befnd. Diefer stieß ihn mit solcher Gewalt zurück, daß er mit der Stirn heftig gegen eine Luke an, schlug. ; ' .Raus hier. Du Hund,- rief Jsksb. .Hast Tu Dir nicht-schon einmal zu? Genüge die Psoten verbrannt?" 'Die - drei Anderen begleiteten die Worte mit ihrem . Hohngelächter: ich aber konnte meine Empörung darüber nicht zurückhalten und trug Jakob eine Strafardcit auf, worüber Bresent sehr mißvergnügt war.
3 Tages bemerkte ich, als Kump
aus Deck ging, wie er bebte, seine Au gen weiteten sich, sein AntliK wurde vor Wuth ganz bleich .Was wollen sie denn?- riet er. .Wollen sie. daß ich sie umbringe daß ich sie erwürge? Und doch ich ' . c. , r? r ? oezwmge micy: Ävcr sie souen micy zuFrieden lassen, oder.. ..- Die Sachen waren zu einem solchen ! Höhepunkt gekommen, dag ich eS nöthig sand. endlich ganz direkt zu Gunsten des nnglücklichcn Verfolgten einzufchrei ten. Eines Sonntaas nach dem Got tesdienst, als die Mannschaft noch auf Deck veriammelt war. redete ich zu ihnen folgendermaßen : .Nun seht doch end lich ein. Kameraden, daß es in dieser Weise nicht länger fortgehen kann. Warum heftet ihr Euch denn so erbar mungslos dem armen Kump an die Ferzen? Er hat einen Fehltritt began gen. gut: er lft dasur auch dejtrast wor den. ES wäre em Leichtes, den I?ieden wiederherzustellen. Geht zu ihm hin und reicht ihm die Hand.Aus der einen Seite stand Kump, welk wie ein Leichentuch, aus der an dern die mer Matroien. zögernd, 'wie festgenagelt auf dem Fleck. Da ich ihnen mit gutem Beispiel voranschreiten wollte, ging ich hin und ergriff Kumps and. und ich sah. wie in seinen düste ren Augen Thränen der Dankbarkeit glänzten. Eudlich entschlossen sich auch ..rttfw - oie Anoern und ramen ymier emanoer, igrn oie yano zu reißen, aoer k lya IC w ' . i. w "J. I I- ls . ten es mit sichtbarem Widerwillen. Und der Eindruck, den diese Scene hervorgerufen hatte, löste sich auch bald wieder in Nichts auf. Am selben Abend noch entspann sich ein Streit, der in einem Faustkampf endete, und in wel chem Kump allein dastand gegen die vier ltidcr ihn vereinigten Matrosen, v '.l im."... v ü m ... I 2 ;J" ?l lr ! iu,L HCiuh mii muiiiy, ,rni,oni uu cinuiiutr zu ünaBw. umu jDjuumieoor uiu no knirschte mit den Zähnen. .Na.- schrie Brennt mir zu .was sagst Du nun? Ist er boshaft ücnua? Wie?Als ob es wunderbar wäre, wenn ein Mensch, der soviel zu leiden hat, bos yu,l roui . . Während der er,len acytage war umere ueoersayrr eine giuciilqc, aoer E'" des achten Tages erhob sich ein sehr solcher Wind, und der guu,c vczvg m i ucii schwarzen Wolken. Unier Schmleln wmde furchtbar hm und her geworfen, Bon Stunde an nahm der Zttordwest. wind an Heltigkett zil. Das Meer war nur noch lochender Schaum Alle Se gel waren gespannt, die Rettungsbooie lertlg. lo "warteten nm in Mm Moment den Untergang. Uebrigen be nahmen sie sich alle wie wackere Kerle, I nhi in rtirn hil nnr2 Mirrtintrt c T A 1 7 y Afr HiA A iVltmV 4 4 AHM Mttfr I . UllUUyilt IV, HUlilf AU . vUvll. ÜIU lUtsl. cher Schnelligkeit und Geschicklichkeit er jeden Befehl ausführte. Wie eine Nuß schale wird unser Schifflein gehoben. bald schwebte es auf den Spltzen der schäumenden Wellen hoch empor, bald sank es wleoer tief hinab wie in einen Abgrund. Der ganze folgende Tag und die ganze folgende Nacht vergingen über dem un ablässlgen Kamps gegen.dcn ln zeder Minute zu erwartenden Tod. Endlich, als der zweite Orkantag sich seinem Ende näherte, lie der Sturm nach; es war aber auch die höchste Jeit, denn wir waren am Ende unserer Kräfte unö unserer Energie angelangt. Der Kopf hing uns auf die Brust herab, die Beine versagten den Dienst, und das Bedürfniß nach Schlaf wurde unabweisbar. Ich einigte mich mit Bresent dabin, daß bis ein Uhr früh ich mit Christian die Wache auf Deck hal ten sollte, dann sollten Bresent und Johann uns ablösen. Jakob konnte im Augenblick keinen Dienst thun, da er während des Sturmes am Bein vermundet worden war, und Kump war. als Neuling, sür derartige Dienst noch nicht verwendbar. Ich kämpfte mit aller Energie g gen den immer stärker werdenden Wunsch, zu schlafen. Endlich, zu der verabredeten Stunde kam Bresent, mich abzulösen. Jetzt geh zur Ruhe.- sagte er, ich werde nun wachen bis zum Tagesan bruch. Brrr.... wie kalt!- fügte er hinzu, indem er zusammenschauerte. Ich stieg in meine enge Kajüte hinab. Kaum hatte ich mich in meiner Hängematte .ausgestreckt, als ich auch schon von einem bleischweren Schlas befallen ward. Plözlich erwache ich mit einem Ruck, als ob ich durch einen Schlag geweckt morden wäre. Mit weitgeöffneten Au gen bleibe ich liegen, wie gelähmt vor Entsesen. Ja . . . Entsetzen . . . wahrhaftes - Ent setzen! Im Halden Dämmerlicht erkannte ich Kump! Er stand vor mir und schwang über meinem Kops eine hoch erhobene Axt. . Halt ein " schrie ich ihm ganz verzweifelt zu. - Mit einem bösen, fast teuflischen Lachen,' da-Z wie das eines Wahnsinni gen klang, ließ er die Art sinken. Ah! Ah! Tu bist aufgewacht! Du hast Glück!Und er setzte sich auf das Tabouret und trieb mit einem Schlag die Art in das Holz des Bodens ein.' Nachdem ich völlig Herr meiner Sinne geworden war, betrachtete ich Kump. Er sah entsetzlich aus. Tief eingesunkene, blutunterlaufene Augen, ein' bleiches 'Gesicht, entstellt von Haß und Leiden, nackte Füße, ein mit Blut bedecktes Hemd: so saß er da und lachte von Alt zu Zeit vor sich hin. . Endlich hörte er damit auf und sagte: .Höre, hier auf diesem Schiffe ist nur Einer, der mich !ei?n konnte Der bist Du. Daher will ich Dir Dein Le ben lasten. Laß uns nach unserer Hei math zurückkehren mit Deinem Schiff. DaS heißt - füte er mit rauher Stimme hinzu, .setzt ist es cxia Schiff.- -
Von Grauen geschüttelt, richtete ich mich in meiner Hängematte aus. Und die Andern?" murmelte ich. Mit einem Lachen, das mir das Blut in den Adern stocken machte, erwiederte er: .Ich habe sie alle todtge schlagen." Immer noch lachend,, bückte er sich
nieder, um die Azt aus dem Boden herauszuziehen. Elender!- schrie ich, halbtoll vor Wuth und Entsetzen, und mit einem Satze stürzte ich mich auf ihn. atze stürzte ich mich auf ihn .Also, Du willst nicht.. -..Du willst nicht?" schrie er, indem er sich zu weh ren und mich zurückzustoßen suchte. Zum Glück war die Axt so tief in daS Holz des Bodens eingedrungen, daß er sie nicht herauszuziehen ver mochte. Ich hing mich an ihn. schlug blindlings auf ihn los und schrie: .zu Hilfe! zu Hilfe!Dumpf hallten meine Schreie in der engen Kabine wieder. Aber mit einer Gewalt, die ick ihm kaum iuaetraur ba ben würde, stieß er mich von sich und floh zur Thüre hinaus. Rafch veiicklo ick die Tbüre. setzte mich auf die Hängematte und überlegte. was ich zu thun hatte. Ueber mir hörte ich deutlich das Geräusch seiner nackten Füße, wahrend er auf dem Deck hin und her lies und wahrscheinlich etwas suchte. Dann entstand Stille. Ich hielt den Athem an und horchte. ' ' ' ' ' Maklick klirrte Kla Die Fenster r y- -r stbeibe über meinem Kovfe zersprang in Scherben, und zugleich fuime Ich einen stechenden Schmerz in der Schul ter. Kump hatte, nachdem er ein langes Messer an einem noch längeren Griff befestigt hatte. das Fenster zerschlagen S, r l. " s,. fulfH und mir me iiunae in den Arm ae ' Ich sprang ans der Hängematte und suchte mich in den Ecken der Kajüte zu verbergen. Er aber verfolgte mich mit ieincm Messer, und ich hörte die Klinge bald hier, bald dort nittersaulen. Schließlich warf ich mich auf den Boden Nieder. Da erschien in dem Nahmen des zer brochenen Fensters sein vor Wulh ver rrtes Gesicht. Er stieß einen Fluch aus, entfernte sich vom Zensier, und ich verfiel von Neuem in ein qualvolles Warten. Bald s nRr hrr cr.r m-mer cfnintc Geräusch. Dabei erkenne ich. da er Hz heranfchleppt und mit Papier ra chelt. . Dann wieder Stille, . Neben der Thür hockend, halte ich fast n Athem an. Plötzlich suhle ich. wie as Nasses. Kaltes mir über den Aper läuft, Ich be die Augen und sehe oben in Um gensicrislhmcii wieder KumpS Teufelsfratze mit dem entsetzlichen Aus ..,, n;, s m hinabqestreckt. gießt er mir den Inhalt I 7. '. ' v .. i ' tmer Petroleumkanne Über den orper I und verschwindet wieder. Die Haare standen mir zu Berge bei dem Gedanken, daß ich lebendig ver brannt werden sollte. Plötzlich fällt mir ein, daß der Bor sicht halber Bresent und ich die Einzigen an Bord waren, die Streichhölzer besaßen. Jetzt ist der Teufel also je. denfalls in Brefentö Kajüte gegangen, um dort die Schachtel mit Streichhöl zern zu suchen. In demselben Augen blick, da mir dieser Gedanke kommt, klettere ich auch schon hinauf und zwänge meinen Körper durch das enge Fensterchen hindurch, deffen Glassplitter mir das Gesicht zerschnitten. Blut bedeckt, mlt zerquetschten Schultern, lange ich endlich auf Deck an. Zum Glück stolpere ich sogleich über eine der schweren Eisenstangen, die dazu dienen, die Ankerwinde zu dirigiren. Eilig ergreife ich sie und schleiche sachte die Treppe hinab, die zu der Thür der an deren Kajüte führt. Vor der Thür bleibe ich stehen, 'die Stanze in der Hand, zum Schlagen bereit! Plötzlich öffnet sich die Thür, und Kump erscheint endlich mit der Streichholzschachtel in der Hand. Ich richte mich zu meiner vollen Höhe em por und lasse mit aller Gewalt meine eiserne Stange auf seinen Kopf herabsaufen. Er' stößt einen Schrei aus. wankt und fällt zu Boden. Ich werfe mich auf ihn. blindlings schlage ich auf ihn los, treffe ihn bald hier, bald dort, bis er endlich vollständig bewußtlos lie gen bleibt. Mit großer Mühe schleppe ich den regungslosen Körper die Treppe hin auf und' über das Deck hin bis zum Mastbaum, an den ich ihn mit gebun denen Händen und Füßen festschnüre. - Jetzt erst kam ich wieder zu mir. Und bei dem grausigen Anblick, der sich mir darbot, krampfte mein Herz sich zusammen vor Entsetzen. Das ganze Deck war eine große Blutlache. Neben dem Fenster, durch welches ich entkommen war, lag Anton hingestreckt, etwas weiter 'entfernt Johann, und endlich in der Nähe des Steuerruders Brennt. Armer Bresent! So war seine un heimliche Furcht vor Kump doch be gründet gewesen! Endlich in der ge meinsamen Echlaskabine- fand ich die bciden letzten Leichen: Jakob und Ehri stian! ' Mit einer letzten verzweifelten An. strenguug gelang es mir noch, die Nothflagge aufzuziehen, dann sete ich mich neben meine todten Kameraden nieder. Aber der Anblick dieser todten. blutigen, entstellten Gesichter, dieser ichon starr werdenden Körper war bet Weitem nicht ,o entsetzlich, wie der des lebenden Mörders, der am Mastdaum festgebunden dalag. Ich habe keine Idee mehr, wie lange, diese furchtbare Situation gedauert haben mag, mäh rend welcher von Zeit zu Zeit Thränen ströme m:ea aus meinem -tumpsunn und der Erstarrung, in die ich versun ken war. aufrüttelten. Endlich ward am Horizont ein Segel sichtbar. Man hatte mein Signal be merkt. . , ' Ein Schiff näherte sich und ließ sein NettnngSdoot herunter. Es war ein englisches Schiff auf der Fahrt nach
Riga. Als die Officiere das Deck un
es Schifte betraten, entsetzt über den grausigen Anblick, der sich ihnen darbot, besaß ich kaum mehr die Kraft, zu erzählen, was sich hier zugetragen hatte. Meinen unglücklichen Kameraden wur den die letzten Ehren erwlcicn, bevor man die Leichen in'S Meer hinabsenkte. Man nahm uns. Kumv und mich.' aus das englische Schiff hinüber, die Anna" wurde in s Schlepvtau genommen und die unlcrbrochene Fahrt nach Riga fortgesetzt. . Zuerst tauchte in den Gemüthern Aller eine seltsame und doch so natür liche Frage auf: Wer von uns Beiden war der Mörder? Aber glücklicher Weise zögerte Kump nicht, sondern gestand sein Berbrechcn sofort. In ganz ruhi gem Tone erzählte er. daiz er uns Alle haßte, daß er schneller an's Land zu ruckkehrcn wollte, und da er deshalb alle getödtet hätte. Er würd: zu lebenslänglicher Straf arbeit vcrnrtheilt und nach Sibirien ge schickt, wohin, wie ich später hörte, seine Emma ihm folgte. Lange Zeit ward ich von einem des tigcn nervösen Fieber auf's Kranken lager geworfen, immer sah ich in mei nen Wahnvorstellungen das sürchter liche Gesicht Kumps 'wieder vor mir. von Haß und Wuth rcrzerrt, und noch jekt erscheint es mir oft, und stets mim ich dann an das tragische Schicksal meines unglücklichen Freundes Bresent denken. Ueber daS Kopfwaschen. Die meisten Männer und Knaben machen sich bei der Toilette das Kops haar naß. eine Gepflogenheit, die ent schieden eine schlechte Wirkung hervor bringt, sogar wenn das zur heißen Sommerszeit geschieht. Man glaubt wohl, das Naßmachcn des Kopses sei eine Erfrischung? Dem ist aber nicht so; es leidet nicht nur die Haarwurzel, welches durch fortgefetes Unterwaschen das Haar lockert, sondern es 'wirkt auch sehr nachthcilig aus die Scekraft, aus das Gehör und erzeugt Kopfschmerzen. Der Kopf soll mit Waschungen verschont bleiben. Am besten ist cs, die Haare mit Olivenöl ein wenig fett zu galten und mit der Bürste zu bchan deln. Da erhält die Schädcldecke das nö thige geschmeidige Gefühl und die Haar Wurzel ihre Nahrung, schuppen sind nicht gewaltsam zu entfernen, da sie durch die fettgehaltcne Kopfhaut von selbst aufgesaugt werden. Den Kopf wasche man alle 3 bis 4 Wochen ein mal. und zwar Abends vor dem Schla fengchen. Man nehme einen halben Liter Hanfsamen, den die Vögel ge wöhnlich als Futter bekommen, koche dieses Quantum in circa einem Vier tellitter Waffer anderthalb' Stunden lang in einem größeren woblverschlos fenen Gesäße ab, lasse es ziemlich aus tühlen. so daß man es zum Kopswaschen nicht zu warm und nicht zu kühl findet. Mit der Hälfie davon und mit feiner Glycerinseife wasche man den Kops und schütte sodann das gebrauchte Haarwas ser weg. Hieranf nehme man die zweite Hälfte und schwemme sich den Kopf ohne Seife damit ab, laste -das Haar gut trocknen, binde ein Tuch um den Kopf und gehe zu Bett. Nach drei bis vier Stunden kann der Kops wieder entblößt werden. Der Schlaf wird nach dieser Procedur leicht und erquickend sein und des Mor gens wird man eine angenehme Erleich trung und Erfrischung nicht blos am ft. ... r . r '. rt - . . opie, loncern aucy im ganzen orper empfinden. Das fette Hanswaffer wirkt ungemein auf das Wachsthum des Haa rcs. Damen dürfen nicht mit unbedecktem Kopf das Haar geöffnet, schlafen. Am besten ist es, wenn die Haare zusam mcngewunden bis alle Haarnadeln be seitigt werden, denn auch nur eine ein zige Haarnadel im lose zusammenge wundenen Haar ist ebenso unange nehm, wie schädlich. Die Haare sind zu Scheiteln abgetheilt links und rechts in einen leichten Zopf zu flechten, so daß das Hinterhaupt völlig frei liegt. Manche Damen werden sich mz schwer dazu entschließen, sür die Nacht so eine Frisur zu machen, doch es muß sein! Es dient zur Gesundheit, zur Stärkung der Kopfnervcn, zur Beförderung des Wachsthums der Haare, zur Ruhe und Pflege der Haarwurzel. Diese muß gleich einer Blume zart und frei ge halten werden; unter dem Drucke der Drahtnadeln, durch Zusammenwinden und Wellen und durch die Eiuwirtung des heißen Eisens stirbt das Haar bald ab und fallt aus. M. Wie land. Modern! Man hatte nach heiterem Mahle ' Zum Plaudern sich g'rade gefunden. Da waren leis aus dem Saale Die Gäste plötzlich verschwunden. Nur zwei allein das weiß ich Dii waren dort sitzen geblieben; Er fünfzig und sie bald dreißig Die sollten sich jetzt verlieben! Heimgezahlt. Herr: Nun, meine Damen, wie haben Sie sich ge ftern im Theater amüsirt? Damen: Sehr gut! Wir haben uns den ganzen Abend über köstlich unterhalten. Herr: Das habe ich gemerkt! Ich saß nämlich vor Ihnen, und darurn habe ich auch kaum die Hälfte von dem Stück verstehen können. Wenig tröstlich. Ofsicie? und Landwirth bist Du schon gewesen und hast eS wieder aufgegeben, weil Du keine Lust mehr dazu hattest. Jetzt bist Du Student! Ich besorge nur, daß Tu es zu sein auch bald wieder aufgiebft. Da gib Dich nur zusrie den, Mama.. Ich verspreche Dir hier mit fest und seierlich: Ich bin nun Student und werde es ewig bleiben! ' Unterschied. Frau A.: Wieviel Gehalt btlommt denn Ihr Mann? Frau B. (stolz): Mein Mami bekommt überhaupt kein Gehalt, der bat Salair! ' - .
