Indiana Tribüne, Volume 16, Number 228, Indianapolis, Marion County, 7 May 1893 — Page 6

Der Pseudo-Feldwedel. Qiat ManSorrerinnerunz vc G. I.

Militärische Abzeichen von einander Zu unterscheiden ist nicht Jedermanns She. Besonders an abgelegenen, weltfremden Orten, wo man selten mal Militiir zu sehen bekommt, pflegt dies ss seinen Haken zu haben, und es mag tuoljl schon mebr als einmal vorgekom' sxtn sein, baß ein schneidiger, schnurr bärtiger, junger Nnterofficier sich einer harmlosen Provinzialstadt-BürgkrZtoch-ttt gegenüber mit Erfolg als Lieutenant aufgespielt hat, uenn auch seldstverLändlich nur vorübergehend, denn bei Ter ÄuZzahlung der Heirathscaution $ätie der fromme Betrug ja sonst doch schließlich klar und deutlich an byx Tag joAmen müssen, da ein Unterosficier öekanntlich nur fünfzig Thaler "kostet, Qährcnd ein Lieutenant, und wäre er och so klein, unter sechzigtausend Mark Nicht zu haben ist. In jener Gegend von der Liinebur zer Haide, wo wir damals unser Herbstmanövcr abhielten, war aber überhaupt bisher noch niemals Militär ZU bliesen gewesen und so hatten denn Die umliegenden Gutsbesiberfamilien nd besonders die Tamen derselben eigentlich in der That gar keinen Schimmer davon, wie so ein rechter Gemeiner sich etwa von einem kommandircnden Unteroffizier o!er auch von einem Stabsoffizier unterschiede: den lederen dachten sich manche vielleicht sogar mit einem Handstöckchen bcwaffLtt. Besonders die Schwester eines unserer Einjährigen, eine sonst äußerst gebildete und woblerzogene, junge Guts cslöc?sNiitlwe war. " sozusagen, ohne zede militärische Trcssur aufgewachsen und hatte m ihrer ländlichen Unschuld absolut keine Vorstellung z. V. von der hervorragend wichtigen Stellung eines befreiten oder gar eines Feldwebels, geschweige denn erst von den äußeren Merkmalen, cn denen man einen solchcn ernennen !önne. cie war daher im höchsten Grade freudig erregt und in die denkbar größte Spannung verseht, als sie. eines schö cn Sonnabends von ihrem einjähriczen Bruder folgendes kurze Billet entchiclt : .Liebste Schwester! Morgen, am Sonntag, werden wir ganz in Eurer Whe bivouakiren und werde ich dah.'r Gelegenheit nehmen, Tich in Gemeinschaft mit meinem Feldwebel, einem .zdcnss liebenswürdigen als unterhal tendcu und humoristischen Gesellschaf&r, der nebenbei sehr musikalisch ist, zu Mittag zu besuchen. LiTische nur tüchtig auf, denn Solda ien haben bekanntlich stets mehr als ngewühnlichen Appetit. Ich werde auch dafür sorgen, daß mein lieber Worgesetztcr seine Guitarre mitbringt, 21m Dir nach Tische einige seiner berühmten Lieblings oder vielmehr Lie dcslieoer vorzugirren. Hüte Tich also, ton er ist ein schöner, großer Mann! Xiy. Sollte ich etwas später kommen als mein Vorgesetzter, so bewirthe ihn immerhin zunächst allein, ich bin dann noch durch den Dienst verhindert und verde int Essen nachererciren, aber or Lentlich!" 'Mutete das Billet. Die junge, temperamentvolle Wittwe setzte nun natürlich zu diesem in ihrer ländlichen Stille Kochst ungewohnten Ereigniß slle denkbaren Hebel in Bewegung. um den Empsang der beiden Bate'rlandsJcrthcidiger zu einem möglichst glänzenden zu gestalten, und die SZöpfe &cz für diesen Zweck bingemordeten. Hühner und Enten flogen nur so aus -Sem Gutshofe herum. Daß der Groß' .knecht nach dem nächsten Städtchen ent .sendet wurde, um tt ausgesuchtesten Havannacigarren sür die beiden Her ren herbeizuschaffen, war ja seldstverLtündlich. Und der bedeutungsvolle Tag erschien i:no uiit ihm pünktlich um die Mit tagszeit auch der Herr Feldwebel. Lei der allein. Der einjährige Bruder schien somit noch Dienst zu haben. Nun, das schadete ja nicht. Von der hohen Vor .dertreppe chres Landwohnhauses hatte fcie junge Wittwe ihn bereits lange vor 2cr durch die Felder Heranmarschiren sehen und ihn schars beobachtet. Ein schöner, großer Mann war er aller ÄiuaZ, da hatte der liebe Bruder ganz brecht gehabt, und wenn er auch in der einfachen Ieldmüye, ohne Säbel -und init der Guitarre ans dem Rücken eigens lich mehr einem fahrenden Schüler aus Sem Mlttelalter, als einem modernen. preußischen Soldaten glich, so tonnte dies seinen Werth in den Augen der auf's Acuerste gespannten Dame doch nicht hcrunterschen. Und wie stattlich er daher schritt mit seinem großen Voll Kart! Wirklich ein schöner Mann, dem nrnn das Befehlen" schon von ferne snlah. Sie schritt dem Kommenden daher auch nach ländlichem Brauch bis an öas Gitterthor entgegen, und nachdem sie seinen strammen Militärqruß mit einem tiefen tfnir erwidert hatte, war üe zunächst allerdings etwas überrascht. als sie die im tiessten Baß hervorqeflsßencn Worte vernahm: Juten Dag ok! Bin ick hier recht bei die feine Wittwe, was die Schwester von unsern Einjährigen is?- Allerdings!" ent segnete sie, doch etnfcs erröthend; aber in demselben Augenblick erinnerte sie '.ch auch schon daran, daß ihr Bruder &tn Herrn Vorgesehen als einen sehr .Sumsristischen Herrn geschildert hatte. '2md ic meinte in demselben neckischen ftene:' Allerdings sind Sie das, mein "seier Herr, und nun treten Sie nur gefälligst näher, denn das' Mittagessen artet schon aus Sie. Wat5 JJiid . Hage sseu?" Und die offenen, ehrlichen A'äqe Hes zunaen KrieqSqottes verklär itn sich förmlich zu einer sonst sicherlich -nicht aen?öhnl:chen Milde: is't wirk lich vckhr, zu präpeln soll ick wat krie mt" .Nun, selbstverständlich!" lädyltc sie über diesen so äußerst na:ür Ivh nachmachten Hungertyphuston. , gewiß, bei uns be'ommt jeder Gast was Ti'.cdtiaes zu vravelnl-

Na, denn mal schnell rin, eher't

Ihnen wieder leid wird!" gab d'er Humorvolle zur Antwort, .den Bar b-erflül'el kann ii jamoll so lange hier dtaußcn an'n Boom hängen, nich wahr ex Lunte mir sonst bci's Essen hindern!" 0, nein!"" protestirte sie, über diesen äußerst scherzhasten Ausdruck für das Musikinstrument herzlich lachend. 0, nein, den Flü gel nehmen wir mit in's Speisezim mer. damit Sie mir nach Tisch , auf demselben etwas vorspielen können!"" .Als wie ick? Na. da werden Se sich woll eklich schneiden! Ick muß jleich, wenn ich messen habe, wieder zurück in'n Dienst!"' Sie hielt diese lefe tere Aeußerung nun natürlicher Weise für die einfache 5?ünstkerbescheidenheit. mit welcher sich jeder Virtuos zunächst zu umhüllen und zu zieren pflegt, und antwortete tonnt nichts weiter darauf. denn ihr Bruder hatte sie ja bereits über die Talente seines lieben Borge setzten insormirt un.d das brillante Mittagessen mit dem dazugehörigen vorzüglichen Wein würde schon die richtige Stimmung bringen, davon war sie fest überzeugt. ' Man setzte sich also zu Zweien an den Tlsch. ' Aber es war doch eiaentlich wirklich recht seltsam. Ter Herr Feldwebel schien seine drastisch-humorisiische Rolle allen Ernstes bis in das kleinste Detail energisch durchführen zu wollen; denn er griff mit einer Harmlosigkeit und mit sämmtlichen Fingern unter btn$t braicnen Hühner und (Zntenbeinen um her, als ob er in der That mindestens ein verhungerter, fahrender Schüler aus dem finstersten Mittelalter sei, und zwar aus jener Zeit, in der Knigge's Umgang mit Messer und Gabel" noch nicht erschienen war. Ihr wurde allmählig ordentlich ein bischen ängstlich. Gleichzeitig glaubte sie nämlich auch zu ihrem Schrecken bemerkt zu haben, daß der drollige Herr Militär in einem günstigen Moment, als sie eine Minute von der Tafel aufgestanden war, auch noch einen tiescn (knarrn in die auf dem Servirtisch stehende Havannakiste gethan habe. Allerdings sehr seltsam! wahrscheinlich sollte dies ja aber auch ebenfalls nur ein recht drastischer cherz sein, um nicht aus der Echtheit der einmal gespielten Rolle herauszu fallen! Tann aber wurde die Si tuation plötzlich kritisch. Das Dienst mädchen Minna, das bisher noch nicht an der Tafel nothwendig gewesen war. sollte nämlich die Nachspeise auf den Tisch dringen, und in demselben Au gen blick, da diese mit ihrer Schüssel in Die Thür trat, tönte auch bereits ein lauter, doppelter Freudenschrei, vcr bunden mit einem fürchterlichen Klad )eradatsch"der Heruntersallenden Teller, )urch das ganze Gemach: August!" .Minru:!"' Mensch, wo kommst Du hierher in unsere Jejend?" Mächen, lieht man Dir auch mal wieder?" Und in den Armen liegen sich Beide, reltvergeffen, lsebestraumselig, die veiteren Worte in gegenseitigen, heißen Lüsten erstickend. ES war wirk ich die allerhöchste Zeit, daß in diesem Noment der Bruder Einjähriger mit einem Feldwebel, der den Müsse ier August Bumke mir ein halbes Stündchen mit seiner Guitarre voraus zeschickt hatte, auf der Bildfläche erschie icn, denn die junge, liebenswürdige Wittwe drohte gerade recht unlieben's vürdlg werden zu wollen! Weshalb 'latte sie sich aber bisher auch nicht mehr .im das Militär und seine Unterschei )ungs-Mer!male gekümmert? ttasernenhofblüthe. Sergeant: Kerl, Sie hänaen da wieder am Ouerbaum wie'n Tropfen an der Nasen!" Der Gemüthlicht. Schaffner (nachdem er die Coup thüre beftia zugeschlagen): Hab' ich Ihnen schon die Fahrkarte eingezwickt-? Sachze: Nee. aber n Daumen!" Boshaft. A: Denken Sie sich, gestern habe ich Aeyenathet etnc Vcrnunftehe !" A : Hm, da hat Ihre Frau wohl die Vernunst in die (5he gedrat : r

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Nlumlnium.

Ter Werth des Aluminiums besteht vornehmlich darin, daß es mit einem dem Silber ähnlichen Glänze und mit Fähigkeit, sich bis zu dünnsten Blätt chcn verarbeiten zu lassen, ein außer ordentlich geringes spezifisches Gewicht verbindet, so daß die Leichtigkeit dieses Metalls beieits sprichwörtlich' wird. Das Aluminium wie es gewöhnlich im Handel heute vorkommt, ist kein reines Metall, sondern es enthält von letzterem durchschnittlich einige 90 Procent, wo zu noch zirka 3 Percent (Zlsen und 1 bis höchstens 2 Perzcnt Silicium tom mcn. Von diesen letzteren Substanzen mög lichst freies Aluminium erster Qualität hat immer noch den Preis von über 300 Francs per Kilogramm (Neuhauser Fa drik), währeud die AlumlNlumleglrun gen (mit Kupfer und Jink ZUM Bei' spiel) in dem Preise zwischen 'S und 7 Francs schwanken. ls kommt hierbei eben sebr viel auf das Verfahren an. mittels dessen die Tarstellung geschieht. Nachdem durcy das Bllliaerwerden des Natriums, mit dessen Hitfe das Alu MINIUM aus der Thonerde gewonnen wird (in 10 Jahren sank der Preis pro Kilo von 2000 aus 15 Francs), die Möglichkeit der Aluminiumgewinnung im wroen gegeben war, begannen gleichzeitig die Versuche, die Tarstellung auf elektrolytiichcm Wege zu bemertstel lgen und erregten hohes . Interesse. Dennoch findet sich merkwürdigerweise elektrolytisch gewonnenes Aluminium nicht im Handel, angeblich aus Gründen praktischer Schwierigkeiten und nan lst wieder allgemein zu dem Nanumverfahren zurückgekehrt. Was Ihre Vergleichung des Alumi niums mit Stahl betrifft, so liegen diese zwei Metalle ja außerordentlich weit auseinander. Aluminium hat eine Dichte, welche ca. dreimal so gros st. als die des Wassers und schmilzt bei 700 Grad, während Stahl erst bei 100 bis 1900 Grad schmilzt und fast achtmal so dicht ist. als Wasser. Aehnllch sind sie einander durch die große Politurfühigkcit und den Wider land, den sie den zerstörenden Lustein lüssen entgegensetzen, der aber bei Alu minium noch stärker ist, in Folge dessen . sowie vermöge seiner Leichtigkeit, vielfach anstatt (zisenmaaren Verwen )ung finden. Handelsmarkt im hohen Norden. Verschiedene Umstände, wie jetzigen völkerschiedsgerichtlichen Verhandlung gen über den VeringsseeStreit und sie Nachricht, daß gezähmte Rennthiere von Sibirien nach Alaska zur Begrün dung eines vielversprechenden neuen Industriezweiges gebracht worden seien, haben wieder die allgemeine Aufmerk amkeit aus unser großes unentmrckel es Territorium im hohen Norden am Ausaanahthor vonj Amerika nach Asien gelenkt. Nicht vielen ist es bekannt, daß dort seit Jahrhunderten schon zwi! chen den lLmgeborenen und der Außen welt ein bedeutender, früher noch viel größerer, aber seine normen fast niemals wechselnder Handelsverkehr be teht. Das Studmm dieses Handels Verkehrs hoch oben in den Polargegen den, der seit Menschengedenken unun erbrochen im Gange und gerade wegen der uncivilisirtcn Verhaltnisse und der großen umgebenden Schwierigkeiten, umso bemerkensmerther ist, bietet des Interessanten allerlei. Wie wir von allen Forschungsreisen, den früherer Zeiten wissen, war einst oie Bevölkerung an der arktischen Küste. Nordamerikas, sowie im Innern an: den Ufern der großen Ströme entlang' ungleich zahlreicher als heutzutage. Zcoch von Kapuan Beechey, welcher den Winter 1826 auf '27 an der Westküste Alaskas verbrachte, wird uns berichtet daß das Eingeborenendorf Nurvut am Point Barrom damals allein über 2000 Einwohner hatte; heute sind es lerne 300 mehr. Am Point Hope zählte er 2500 Einwohner, und gegenwärtig ist nicht einmal der zehnte Theil da. Aehn liches läßt sich von der ganzen bekann' ten Gegend sagen, welche innerhalb des arktischen Kreises liegt. Allenthalben ist die. Bevölkerung decimirt, und das Ende ist nicht abzusehen. Auch jenseits der Beringssee, an der so öden und ab stoßenden 'Nordküste von Sibirien, hat ehedem ein zahlreiches Eingeborenen Volk in einer Mengi Dörfer gewohnt. wie namentlich durch Nordensksölds Forschungen unzweifelhaft festgestellt ist. Viele und lange Geschäftsreisen wurden von den Eingeborenenauf der amerikanischen und auf der asiatischen Seite über das unmirthliche Meer un ternommen. Sehr bald kam man. wenn auch ni mittelbar, auch mit sernen civilistrten Ländern in (Geschäftsverbindung. Dr. Richardson fand 'auf seiner Forzchungs tour vom Mackenziesluß ostwärts nach Back's Great Fish River, daß die Ein geborenen bereits Messer und Handbeile englischen Fabrikates besaßen. Sie wollten dieselbe, von anderen, weiter östlich wohnenden KüstenEingeborenen eingehandelt haben, welche ihrerseits sie von Walfängern eingehandelt haben sollen. Vielleicht, wurde dem Dr. Rl chardson nicht die Wahrheit gesagt, und hatten die Einaeboruren diese Ar tikel durch Tausch von Angestellten der Hudson'Bai.Eompagnie erlangt. Wie dem auch sei. es bestand jedenfalls ein reaelrechtcs System von Eingeborenen Handelsftationen, die sich von der Mün)ung des Mackenzie-Flusses west wärtZ nach Poin Barrom. südwärts nach dem Kap Vrince of Wales und über die Beringssee hinüber nach der anatischen Seite erstreckte. Im Laufe des jetzigen Jahrhunderts verlängerte sich diese Handelsstraße auf der asiatischen Seite südwärts nach China und westwärts durch ganz Si birien hindurch obwohl nur indirect ' nach Europa bis in die Hauptstadt von Rußland. Und noch heute folgt der arößere Theil dieses Handels schälte) der alten Straße tief in daZ

Zarenreich . hinein. Viele Zwischen Händler wurden und werden dabei wohlhabend" Leute.

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Koharra, ein reicher Tauschhandler rni Sibirien. 1 Man hatte eine Anzahl rchelrccht'r. aus bestimmte Tage 'sestaescöter lin geborenen Märkte, die von weit und breit besucht wurden. Das allaemclne Geld bestand früher in gewissen Mu cheln, so lange bis die Welszen große Mengen falscher Muscheln in's Land brachten, weshalb dieses System aufgehoben wurde. Das beliebteste (5ourantgeld bestand aus der Muschel gattung,' welche in der Naturlchre als "dentalinin entalis" bekannt ist und besonders zahlreich an der Westseite von Vancouver Island vorkommt. Ein aufgereihter Strang solcher von etwa sechs Fuß Länge bildete die Wertheinheit. Im Innern von Alaska war das Muschclgeld übrigens nie so popuär, wie an der Nüste; man verwendete hier diese Muscheln Ueber als Besatz Ür seines Kleiderzeug und bevorzugte als Werthcinheit das Biberfell. Gegenwärtig wrrd unter den Einae borenen am Mackenzie, in der Großen klavensceregion und anderwärts der Reichthum gewöhnlich nach der Anzahl der Decken gemessen. Dieses Decken system wurde von . der Hudsou Bai, Compagnie eingeführt, deren Stativ nen immer zahlreicher im ganzen Lande wurden. Die Decken schwankten im Handelswerth zwischen 81 und 810, und die Güte der Decke war durch Punkte" oder Fabrikzeichen ausge drückt, welche an der einen Seite einge woben waren. Als Wertheinheit wurde die Decke mit drei Punkten" emge führt, die etwa 81.50 galt. Man suchte bald auch bei diesem System die Eingeborenen zu betrügen, diese zeigten sich zedoch der Situation Vollaus ge wachsen. Es kamen nämlich Decken in den Markt, welche eine größere Zahl Pilnkte" hatten, als ihr ULerth ver diente. Ter betreffende Agent erklärte den biederen Eskimos, esset nur em Versehen gemacht worden und bot die Decken zu ihrem wirklichen Werthe, ohne Rückucht auf die Welchen, an. Aber die Indianer erwiderten ihm : Das füllt uns gar nicht em, damit könnten wir ja unseren ganzen Markt zerstören ; die Schmindeldecken würden sich unter den anderen verlieren, und jede Decke, die wir besitzen, käme in den Verdacht, zu den falsch gezeichneten zu gehören. Nein, wir nehmen diese Decken unter keine? Bedingung !" Da bei blieb es. und es war denn auch das letzte Mal, daß solches .Versehen" vorkam. Einer, der eine Büchse emtauschen wollte. - Abgesehen von der größeren Mannia faltigkeit der Waaren bewegt sich der yandelsverlehr unter den Polar fcsu

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mos noch genau in denselben Formen, wie vor einen oöer zwei Jahrhunderten, und wenn man sich diesen Formen icht anbequemt, sür wie lächerlich man sie auch halten mag, kann man mit die sen Menschen einfach keine Geschäfte machen. Angenomen z. B.. zwei Kist chen Pulver, eine Schachtel Zündhütchen und fünf Bleikugeln stellten den Marktwerts eines Biber oder eines Luchsfallcs dar, so 'darf man daraus noch lange nicht folgern, daß man beim Austausch auch ein Biberfell für ein Luchssell bekommen kann, oder umgekehrt! Aus solchen Verhältnissen ent steht oft viel Verwirrung, und der Neuling, der mit den Alasta-Jndianern Handelsgeschäfte machen will, muß sich mit großer (öcduld wappnen.

6Aimo-Ma?ler von Wka. Er darf vor Allem nie vergeffen : 1.) dak beim Eskimo die Zeit absolut keinen Werth, hat und keine Rolle spielt und 2.) daß es ihm ganz schnuppe ist. welchen-Werth ein weißer Händler, seinen Waaren beilegen mag. Manche Eskimos sind darauf Versessen, für eine Waare eine ganz bestimmte andere einzutauschen, und geben. sie unter keiner anderen Bedingung wez, auchwenn sie ein ganzes. Jahr warten, müssen. Ein Eingeborener an Kap Prince of Wales wollte z.. A. für ein. großes Bündel des schönsten Walrov-Elen deines unbedingt eine Hinterladcrflinte haben, und verschlug. ihm gar nichts als ihm erklärt wurde Gewehre seien Eontrebande, und könne er durchaus keines einhandeln. Jahr, für Jahr bot er vergebens sein Elfenbein aus und be suchte Dutzende von Schiften; ob er sein Ziel je erreicht hat,. ist. nicht bekannte (gegenwärtig gibt es nur noch, zwei. Plätze an der Küste Alaskas, w jähr liche Märkte abgehalten werden; vielleicht bricht auch noch ein mul eine, andere Zeit an für diese' der. Erhaltung werthen Naturlinder.. Aus hohen ttreisen. Eine Sitte am englischen Hvfe rst-die Entsendung des Bildnisses der Königin in die fernsten überseeischen Hauptstädte ihres Weltreiches. Es wird hierbei stets Sorge getragen,, das; der Eindruck dieses Bildnisses der Kaiserin von Indien ein möglichst imposanter sei, unr auf die Einbildungskraft der Eingeborcnen zu wirken. Deshalb, wird mei stens zu? Ausführung des Portraits zu der Plastik gegriffen, die die Möglich keit gewährt, in Kolonalstatucn. das Gigantische, das nach Meinung jener fernen Völkerschaften einer Weltherrscherin anhasten muß, zum Ausdruck bringen. Das neueste Werk dieser Art ist Sicmor Nagqis Bronzestatue,, welchezur Zeit in London ausgestellt und von einem zomiie ais rinnerungsgaoe an. das Ncqierunasjubiläum der Königin. Viktoria für Hongkong gestiftet ist. Die. Statue selbst, welche, die Königin, aus ihrem Thron sitzend und geschmückt mit: allen Jnsignien der Herrscherin zeigt,,' ist zwar nicht viel über Lebensgröße wohl aber wird der steinerne Thronhimmel, der sich über dem Sitze der Käm gin wölben soll, eine Höhe von cirra25. MlMr rrhnUon Wrhei Wnrmi2 ist von ebenso vornehmer Auffassung, wi WV V0Vf vv wuutv feiner Durchführung. Schlauberger.. 'Onkel: .Aber wesbalb willst Du mir denn keinen Kuß geben?" Nefse: .Ach Onkel wir sind ja beide Jung's!" Nothwendige Ergänzung. Wenn Zeit schon Geld ist. scheint mir Eins . Zur vollen Wirkung noch zu fehlen: Ein Paragraph im Strafgesetz Für Solche, die die Zeit uns stehlen! Absichtliches Mißver ftändniß. Vater: ch habe nichts dagegen einzuwenden, daß sie 4 . L meme .ocyrer um einen u geoeien haben, nur erwarte ich, daß Sie jetzt auch mich bitten werden - Herr: .Um eünen Kuß?" Vater: Nein, mein Herr, um deren Hand!" - Trost.' Geliebter (vor seiner Abreise): Ich flehe Dich an, theure Anna, bleibe mir treu bis zu meiner Rückkehr! Anna: Ach ja gewiß, komme ja recht schnell zurück, damit ich Wort halten kann'.

TX, t$$n$i vA I ' LjkTi'''

Die Nach,.

Eine gemauste" Geschichte. Rentier Klobig war geizig, seine l?h hälste indeß noch viel geiziger. Wo)ie Beiden einen Psennig'crsparen, abhan deln, abdrängen und abbetteln konnten, oa geschah es gewiß und schmunzelnd strichen sie die PfennigVcrmehrung ihrer irdischen Güter ein. Natürlich hatten Klobig's keine Km der. Andere Mütter trauern über sol chen Mangel. Frau Klobig freute sich natürlich darüber. Denn wenn 'die Nachbarin zur Linken darüber klagte, daß ibr Junge schon wieder ein paar neue Schuhe brauche und die Nachbarin zur Ncchten eine halbstündige Jammer rede darüber hielt, wie sündhaft theuer das Schulgeld str, dann zog die alte fxrau Harpagon zwar ein trübes Geslcht, daß sie' das llcs gern bezahlen wolle, wenn sie nur einen Sohn oder wenigstens eine Tochter hätte, allein im Stillen frohlockte sie: Lee diese Kosten ! Da sind xo'vz doch glücklicher daran, wir können, sparen !" Nnd sie fparten'S am'. Allernothwen digsten. Zuerst natürlich am theuren Fleische, das fast gar nicht auf ihren Uisch kam. Dafür rächte sich das Geschick, indem es ihnen viel: Fleisch in die Wohnung sandte, Fleisch; dc auf vier Beinchen recht lebhast herumhuschte und sonst eigentliä? nur in'Kotzenkrei sen als leckerer Braten geschäht wird. Kurz Mäuse hatten sich in de?.Klobia'ichen Wohnung eingestellt und diese waren bald so zahlreich, daß etwas, gegen sie gethan werden mußte. Tmn diesen Mäusen war nichtS'hn!!g vom Klobig'fchen Gute. &'w nnten die alten Brodrinden an, und'vow dmen wollte die geizige Frau doch.mon gen noch eine leckere Brodsupe kochen. Sl.ehatten sich sogar an ihrem wollenen: Unterrock und an dem dreißig Jahre: alten Schlasrock Klobig's nagend ge wac;t, und das nagte an den Herzen: der Beiden. .Wir müssen eine Katze anschaffen!"" sagte Frau Klobig eines Tages mit einem Seufzer, als 'sei das ein Object von Tause.lden von Mark. . Der Mal.n sah die Sprechende so verblüfft an, als hätte sie ihm ein Zwei Pfennigstück sür einen armen Bettle' abgefordert. Bist Tu verrückt? Äber die Mäuse! Die Katze soll sie doch sressen!" Die nascht Dir die Milch und Gott weiß sonst was und eine alte ge wohnt sich nicht her und eine junge die erst ausfüttern, bis sie Mäuse fangen kann, Du willst uns mit Gewalt an den Bettelstab bringen!" .Aber die Mäuse es muß was geschehen !" Ich werde den Kammerjäger kommen lassen!" Nun war die Reihe, verblüfft d'rein zu schauen, an der Frau. .Das Geld willst Du daran wa gen?" .Geld" knurrte der Alte ich börr immer Geld! Du thust meinen Ohren weh, wenn Du von Geldausgeden redest!" Aber umsonst vertreibt uns der die Mäuie nicht !" .Wenn er sie uns nur erst vertrieben hat, das andere werden wir sehen" schloß der würdige Gatte das Gespräch. Aber es vergingen noch Wochen, ehe Klobig sich wirklich dazu entschließen komltc. den langgehegten Plan zur Ausführung zu bringen. Wochen, in denen die Mäuse in der Klobig'schen Wohnung über Tische nnd Stühle sprangen. Das HUle man ihnen noch hingehen laffen. Als aber eines Ta ges-ein paar Mäuse ihm sogar in seinem Bett ihren Besuch abstatteten, war seine Geduld völlig erschöpft und er schulte einen Straßenjungen zum Kammerjäger Meyer, dem einzigen conces stonirten Mäuse-, Ratten-, Schwaben ec. Vertilger in der kleinen Stadt. Andern Tages kam denn auch Meyer mit seiner. Tasche, in der er in allerHand Blechkapseln die vergifteten Wei zenkörner zc. trug, mit denen er dem Ungeziefer den Garaus .zu machen vsteate. Frau Klobig sah mit wachsendem: Erstaunen, wie ihr Gatte dem Kammer jäger den Austrag gab, die Mäuse zu vertilgen, ohne mit ihm zuvor eincnigehörig heruntergeschraubten Preis ver einbart zu haben. Nur fiel es, ihr auf, daß Klobig so nebenbei sagte: .Und ich kann mich doch darauf verlassen, daß keine Maus zurückbleibt?Dic werden wir schon gründlich aus rotten", sprach der Kammerjäger, und ging an die Arbeit. Ter Mann verstand seme che. An den folgenden Tagen lagen? überall todte Mäuse herum. Gegen, achtzig Stück sammelte der Kammerjägr auf und mahnte dann bescheiden, den. Geizhals an den ihm zukommenden Lohn. .Kommen Sie morgen- wieder, ich habe augenblicklich kein Kleingeld!" .Schon, Herr Klobig!"Der Kammerjäger ging und stellte sich pünktlich am andern. Morgen zur Empfangnahme des G6deö ein. Ader hier ward dem ehrlichen Kerl ein ganz absonderlicher Empfcmg. Klobig wet terte und schimpfte das sei keine Art Mäuie zu veetüqen, denn die zurückge bliebenen und- nicht vergifteten trieben es ärger denn ie. TerKammerjäger stutzte: Na. dann lege ich meine Plllea noch einmal!" sagte er gutmüthig, aber Klobig fuhr ihm in'die Rede: .Nichts da ich hab' eingesehen, da das Alles nichts hilft. Ich verzichte also aus Ihre Dienste!" Hm ja! Na, wie Sie wollen Aber, nun bitte, geben Sie mir mein Geld!" Klobig starrte den Fordernden rnit Veit aufgerissenen Augen an. Was wollen Sie?" ' .Mein Geld'.' Sie haben die Mäuse nicht vertilg:. ich bin Ihnen nichts schuldig." !. Und dabei blieb Klobig und Meyer rnukte ncb damit beanüaen er erbiel!

nichts. Wüthend schr'tt er davon, während Klobig' und seine Ehehälfte triumphirtm. Tage vergingen der Mäusever tilger ließ nichts von sich hören. Klo big war selig. Seine Mäuse war er los, ohne einen' Pfennig dabe? einge Süßt zu haben. Er fpann schon den Gedanken aus. sb diese neue PrariK sich nicht noch auf andere Gc-diete ver pflanzen lasse. Da kam eines Morgens de? Post mann mit einer großen Kiste. Wenn'S nicht eine Kiste gewesen wäre, dann hätte der Geizhals sie des geringen Nickelstückes Abtragegelds wegen nicht genommen. Aber in der Kiste mußte doch etwas sein und düs' etwas trug man ihm in's Haus. (5r studirte seus zend den Coupon : An PhiffigS hausen." Mit noch schwererem Seufzer suchte er fünf Minuten lang nach. dem Fünspfennigstüc! und der Postmann trollt? ad. Aus Psissiashansen. dem Tsrse. da in der Nähe des Ortes lag. Dort halten die Klcbigs einen arnr?n Äer wandten. WenÄ der ihnen die Kiste geschickt hätte ! Frau Klobig sprach schon von &txrt'r Butter UNO Wurst' und das Wasser lief Beiden i-m Munde zusammen. Endlich öffnete Klobig Die Kiste. Hui! Sssssssst. l5ie zu Stein erstarrt standen Khbig and feine lLhehälfre. Wie im unun tcrb'rochencn Strome.' !am es aus- der

Kiste heraus Mäuse, Mäuse und VJiOtx Muse, schier hundert an der Zahl, die sich sofort in; der Wohnung zerbreitclcn. . Unten aber auf dem Äodcn der Kiste ksz ein Zettel : le haben mein Verttlgungsmlttel als unmirtfam bezeichnet. Sie hatten.'. Recht die achtzig todten Mäuse sind' wieder lebendig geworden. . Ta sie Ihr ' Eigenthum sind, so beeile- ich mich, sie Jhuen wieder zuzustellen. Ergebenst M e y e r, Kamrarjagtt." Dieser Meyer !" stöhnte?Klobiq. im .iessteu Herzen erschrocken und Frau Klobig sank einer Ohnmacht nahe auf einen, tuhl. Einen vollen Monat noch kämpfte daS geizige Ehepaar mit der Mäuse plage, dann capitulirte e Meyer würe wieder geholt und vertilgte gegen doppelten Lohn seine Sendtinge dicoinal wirksam. Jokai'ö cständnif7e. ungarische illustrirte Zeitschrift Magyar Bazar" hat die Jde?.o.ehabt, an. mehrere ungarische Notabilitäten. Fragebogen zu versenden, worin die Adressaten höflichst gebeten wurden. ihre kfcinen Geheimnisse zur Befriedigung der großen Ncugierde des Publi tums? preiszugeben. Moriz Iokai hat dses (zriuchen mit gewohnter Llcbens würdigjeit nnd mit einem Huulor er füllt,, durch den nur zuweilen etwas wieleichte. Wchmuth durchschlägt. Her'die Antworten Jokai's auf einige d?r neu gierigen. Fragen: Der. Hauptzug meines Ehcrakters: Tämaniche chlauheit Gier nach dem Bermögcn Anderer; Schadenfreude an dem. Fall? meiner Feinde; Spekulation auf Daiu.cn; Hetzerei gegen Könige und sodann riesige Willenskraft, aüe Tage das Gegentheil defsen zu thun, was all' jene Leidenschaften mir einslüein ausgenommen die Stunden von 6 bis - L Uhr,, wo nir meine Tarock-Partncr all' diese Züge meines Charakters in's Gesicht: fagen. Die Eigenschaft, die ich k?n. dem Manne am höchsten schätze: Tie Ver stellungskunst. . Dieselbe Eigenschaft bei der, Frau: Tic.KuJst zu schweigen. Meine Lieblingsbeschäftigung: Tas. Qkuliren von Odstdäumcn. Mem Hauptfehler: Das .viele Kritzeln. Was ich als höchstes Glück träume: Da? es keine Tinte in der Welt gäbe.. Wüs mein größkes Unglück wäre: Noch einmal schreiben zu muffen, waZ: ich bereits geschrieben. . Was ich sein möchte: Kaet. Meine Licblingssarbe: Bald blond., dato braun. Meine prosaischen Liedlingsschrist? steller: Die ungarischen Vsrlcger. Meine Lieblingskompositcu're: Nach tiigall und Lerche.. Meine Lieblingshelden in der Wirk lichkeit: Die Ameisen. Meine Lieblingeldinnen in- derWirklichkeit: Tiejenigeu Tamen.5 die.sich getrauen, Zeitungsredactionen zu.' überuehmcn. Was ich am .rueisten verabscheuen Lange Reden. Welche Gabe der. 9!atur ich.eksehne.2 Den sechsten Sin Wie ich sterben möchte: Durch die Hand einer eifersüchtigen Dame; darauf habe ich aber keinerlei Aussicht , Mein Wahlspruch: Schlechte We machen; wir tauschen doch, nur: ebm solche ein! Der Brand. Jetzt werde ich meinem .'ater einen Brandbrief schrei den, aber wie Er ist sehr zähe ge worden, du Alte! Halt, ich hab S: Lieber Bai, beute Morgen war ich das Opfer eines Brandes, der Aich hart betroffen hat, ich hoffe. Du wirst mich die Folgen nicht ebenso hart empsinden laffen. ' indem Du meine Bitte um schleunige Uebcrsendung von 100 Mark abschlägst!" Was kein Werthbrief? Sollte mein Alter so leichtsinnig gewe sen sein, die Banknote einzulegen, ohne den Werth zu declariren? Auf mit dem Brief. , Waas? .Lieber Sohiü Solche Brandschäden kenne ich. . YLxi die Folgen ZU beseitigen, genügt ein saurer Hering. Beifolgend eine Z,ehn fennig'Marke die ausreichend sein wird. Dein Vater." Um seinen Verstand aus zubreiten, muß man seine Begierden einschränken. i Arn ( I n X St ki nicht Geduld besinn!