Indiana Tribüne, Volume 16, Number 228, Indianapolis, Marion County, 7 May 1893 — Page 4
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?ie tägliche Tribür-kostri durch den Tröger iitlcntJ per LZoche. die SonntagSTribünk' I EcntZ per Woche. Beide zusammen lSGcnt oder 55 CentS per TTonat. Per Post ,uzeschikt in Vor zusbezahlung V per Jahr. Ossice : No. 18 Siib Alabama 2ir. Indianapolis, Ind., 7. Mai 1893 Die LedtnSüberdrüssigen. Ziemlich oft in mancher SSccfie zwei- oder drei Mal rundere ich mich darüber, dzß so wenige Menschen sich umbringen. Nämlich: Verhältnis mäßig so wenige, angesichts des Umstandes, daß eine ungleich größere Anzabl Personen sich mit aller Cntföie denheit für leiensüberdrüssig erllärt. Wenn man den Leuten so zuhört, möchte rnan meinen, neunzig Procent aller denbewodner stehen im Bcgr'sse, sich allernächstens aus der Welt hinauszu befördern. Unaufhörlich umsummt Ei nen die Klage der verschiedensten angeblichen Selbstmordcandidaten; man athmet erleichtert auf, so man eine Stunde lang keinem Geiste begegnet, welcher den Willen zum Leben verneint. Oder richtiger: man hört diese Vernei nung allezeit wieder, aber es bleibt erfreulicherweise bei der grundsätzlichen Negation, während in Wirklichkeit der Wille -zum Leben uns als entschieden bejaht erscheint. Nach und nach bin ich dahin gekommen, den Pessimisten, wel che angeblich das Tasein hassen und verachten, nicht mehr unbedingt zu glauben. Erfahrungen haben mich dahin gebracht, auf Versicherungen, wie zum Beispiel: Ich habe das Leben satt, Sie werden nächstens Schreckliches von mir hören!" zweifelsüchtig zu antwsrten: .Sie versprechen Einem, was Sie den doch nicht halten." Wer sich mit offenen Augen umthut, wird nach und nach von einem nicht un begreiflichen Mißtrauen gegen die be geisterten Verehrer der Selbstvernichtung erfaßt; wer mit dem Leben fertig ist, der ist es auch mit den Nebeumenschen und legt keinen Werth darauf, sie ron seinen Ansichten und Absichten zu verständigen: wer sich für den gesell schaftlichen Verkehr als Selbstmordes didat zurechtlegt, der nimmt eine Pose für den lieben Nächsten an und verläßt sicherlich nickt freiwillig eine Welt, in melcher es so viele Gelegenkeit gibt, persönliche Eitelkeit zu befriedigen. Lessing kracht die Bemerkung, man spreche von keiner Tugend so viel, wie oen jener, die man nicht hat. Das zilt nicht nur von Tugenden, sondern von Allem, w2s das geistige oder seeli sche Leben des Menschen betrifft. Viel leicht s?gar das körperliche, den Schwächlinge, die ein Windhauch umblasen könnte, möchten als Athleten zelten, die Schwerhörigen ersuchen, man solle mit ihnen nicht schreien, die Zkurzsichtigen thun sich aus ihr treffliche Sehvermögen etwas zugute und wer nicht zwei Stunden Spazierengehens verträgt, macht Projecte für die gewag testen Bergbesteigungen Die Lcbensüberdrüssigen, die mit dieser ihrer angeblichen Gemüthsver fasiung cocettiren, dürfen keinen An spruch erheben, ernst genommen zu wer?en. Sie sind nur Selbstmörder im Princip, in partibus insicleliurn. Bezegne ich einem von ihnen, so erinnere :d) mich an eine höchst ergötzliche Gestalt :n einer Posse von O. F. Berg: ei Rann, der den Anderen mit unversiegbarer Beredtsamkeit klarzumachen sucht, saß das Leben nicht werth sei, gelebt zu verden, daß sie die Anderen nichts Vernünftigeres thun können, als i'ich zu tödten. Er empsiettt die ixt bensttürdigsten, reizendsten Selbstmord Mittel; den Revolver schildert er wie öas köstlichste Bisou, das Einem nur Vergnügen bereite; wenn er .Cyankali" sagt, so schnalzt er mit der Zunge wie ein Feinschmecker, der von einem kostbar seltenen Gerichte spricht; nach seiner Versicherung macht Jemand, der sich Mrtränkt, eine erfrischende Wasserkur Durch. Die Pseudo-Lebensüberdrüsfigen sind nach Muster der besagten Figur ölerzte, welche Medikamente verschrei ben, aber selbst keine nehmen. SchopenHauer, der bekanntlich das Leben als rtwas Nichtiges, ja Häßliches von oben herab beurtheilt hat, hauste in Franksurt a. M. recht behaglich und wollte Die deutsche Bundeshauptstadt wegen der daselbst üblichen guten Küche nicht verlassen. Auf den Frankfurter Welt weisen berufen sich gar oft Diejenigen, welche uns dadurch begreiflich machen möchten, daß wir alle Ursache bätten. aus diesem Jammerthal? zu scheiden. So oft Jemand mir die Löblichkeit inei es eventuellen Selbstmordes auseinanversetzt, sage ich ihm in Folge meiner guten Erziehung: .Bitte, nach Ihnen.- Man soll StandeSpersonen immer den Vortritt lassen. Jeder Tag bringt unS Kunde von Elenden und Unglücklichen, die freiwil lig den AuSgang aus Verzweiflung oder Noth gesucht haben. Unser Herz zuckt schmerzlich zusammen bei dem Ge danken an die Verlorenen, denen kein ölusweg sich mehr eröffnen wollte. Zuerst kommt die Kunde von ihrem tragischen Ende uns unerwartet, denn das tiefste Unglück ist verschämt wie die tiefste Armuth .... Ich will nicht unler suchen, ob ein anderer Ausweg nicht in den meisten Fälleu doch wäre zu errei chen gewesen; die Realschüler und Gymnasiasten, die sich wegen schlechter Zeugnisse daS Leben nehmen, profaniren ihr Schicksal; der Engländer, oer sich umbringt, weil es ihn langweilt, jeden Abend vor dem Schlafengehen feine Taschenuhr auf zuziehen, sein Landömann, der es nicht ocrträLt, sich täglich an und aus-
zuNeiLen' s5e mögen dem Vereicy ver Anekdote angehören, aber manchmal hat der Selbstmord keine vernünftigeren Gründe als das leichtsinnigste Duell. Nur eine Gattung Menschen tödtet sich nicht wegen Lappalien: die Lebensüberdrüssigen von Profession. Wohl werden sie nicht müde, Haß und Verachtung gegen ihre irdische Existenz in den heftigsten Ausdrücken kundzugeben, abx sie zeigen eine fabelhafte Virtuosität' auch darin, sich in der Ausführung ihrer unheimlichen Pläne behindert zu sehen. Vor Allem fürchten sie den Vorwurf der Feigheit. Schade, daß sie die Stelle am Schopenhauer vergessen haben : Es gibt gewisse allgemeine und fest accredi'rte, täglich von unzähligen mit Selbstvergnügen nachgesprochene Irrthümer. Zu diesen gehört auch der Satz: Selbstmord ist eine seige Hand lung-. . . .Also erweisen sie sich muthig und leben sich wacker zu Tode. Auch schieben sie die Schuld an der NichtauSsührung ihrer liebevoll gehegten Projecte Tritten in die Schuhe. Die überwiegende Mehrheit der professionellen Lebensüberdrüssigen beruft sich auf die Pflichten gegen Weib und Kind. Wer nichts Aehnllches besitzt und sich doch in der dankbaren Rolle des Selbstmord Enthusiasten gefällt, sucht einen modernen Tugendbock. Einer meiner Bekann ten zum Beispiel redete sich Jahre hin durch auf einen in Amerika ansässigen heißgeliebten Onkel aus; diesen würde er tief betrüben, wenn er einen unnatürlichen Tod suchte freilich, wäre der amerikanische Onkel nicht, so würde er. der Neffe, längst an die Pforte
einer bess-ren Welt gepocht Habers Eines Tages erfuhr ich. das fragilcher Onkel längst nicht mehr imLichte der Sonne wandle. Dem Nessen schien dieser Mortimer sehr gelegen zu leben ....Die scheinbaren Lebensüb:rdrüjsi gen, welche gerne mit Lenau klagen. daß wir .so viel Arbeit um ein Leichen tuch" vergeuden, sie sind im Stande, ihrem Raseur zuliebe, die Last dieses Lebens fortzuschleppen, die Gutherzi gen! Uebrigens könne sie sich daraus derufen, daß ihr Schopenhauer aller dings behauptet, Jedermann Habe das Recht, sich umzubringen, daß er aber von einer Vsiicht dazu nichts verlauten läßt, ja daß er sogar die BeHau?tung eufstellt. der Selbstmord sei etwas ganz Vergebliches. Nach seinen Folgerungen zerstöre der Selbstmord blos die einzelne Erscheinung. jedoch nicht das Ding an sich: den Willen zum Leben. Der Selbst-' mord sei also eine thörichte Handlung" im Hotel Schwan- in Frankfurt, wo Schopenhauer Stammgast war, wurde ausgezeichnet gekocht ja noch mehr: der Pessimist solle dem armseli gen Leben gar nicht die Ehre anthun, sich eine Kugel vor die Stirne zu jage oder einen Strick als Halsbinde anzule gen. Weit entfernt-, meint er vom Selbstmorde, Verneinung des Willens zu sein, ist dieser ein Phänomen starker Bejahung des Willens. Der Selbst Mörder will das Leben und ist blos mit den Bedingungen unzufrieden, unter denen es ihm geworden.- Das lassen unsere Lebensüberdrüssigen sich gesagt sein und verachten daS Dasein, indem sie es grollend ertragen .... In ihnen vereinigen sich nicht selten die grellste Gegensätze. Im vorigen Jahre wurde ich im Ballsaale einer reizenden, jungen Dame vorgestellt. Da ich sie nicht nenne, darf ich ihr öffentlich dieses Com pliment machen. Die Reizende plauderte mit mir über ihre Melancholie: sie sei lebenSüberdrüssig. trotz ihrer Jugend freue sie nichts mehr, sie möchte am liebsten hinter Kloftermauern den Rest ihrer Tage verbringen. Trotz all' meiner Ersah, rungen fühlte ich etwas wie Mitleid mit ihr. tröstete sie, so gut ich konnte, suchte ihr zu beweisen, daß die Existenz ein-ge Lichtpunkte habe eS hals nichts, sie blieb bei ihrem düsteren Standpunkte. Da nahte sich ein Husa-ren-Lieutenant mit cocett aufgezwirbeltem. Schnurrbärtchen, bat um einen Walzer fort raste sie mit ihm. Glück in den Augen, Glück auf den Wangen, Lebensfreude in jedem Nerv. Und der Husaren-Lieutenant tanzte noch etliche Male mit ihr sie aber vergaß mich und ihren Lebensüberdruß eS hatte sich nur darum gehandelt, daß der Rechte kam; ich, der Mann mit der. (eilt beginnenden Glatze, schlich beschämt aus der Brüder und Schwestern Kreise hinaus.... Die Jugend, die noch kaum begonnen hat zu genießen, thut gerne so, als habe sie schon übergenug des Genusses, sie nimmt die Maske der Uebersättigtheit vor, aber dahinter lacht der pausbackige Appetit, der nur auf etwas Gutes wartet, um tüchtig hineinzubeißen. Nein! Wenn ich eS ehrlich sagen soll : ich glaube fast niemals den Lebensüberdrüssigen, die ihren Ueberdruß zur Schau tragen, wie einen neuen Hut oder ein neues Kleid. Wir Alle, ob wir es Wort haben wollen oder nicht, ivir leben gerne der Sieche und der Bettler sogar wollen leben, und am heftigsten wollen eS Diejenigen, die das Gegentheil behaupten, um interessant zu sein. Am stärksten wendet sich mein Mißtrauen wider die Lebensüberdrüssigenim Frühling, wenn der Flieder duftet und Alles um uns und in unS Knospen treibt und ein allgemeines großes Werden sich regt. In deS Lenzes Gold schimmer gedeiht der Pessimismus am übelsten; das ist jetzt die schöne, die hei-' lige Zet, da der Jüngling, statt Bla sirtheit zu heucheln, von rechtswegen im Abendhauche vor die Allerliebste hin knien und ihr sagen sollte: O Königin, daS Leben ist doch schön!" Und insgeheim, ohne sich zu verrathen, sin den sogar Diejenigen eS schön, die eS schon längst abgethan hätten wenn ichs u. s. w. F. Groß. Der Vater. V'nt vo SUri G,,ra NkB. Hie kleine, üppige, noch hübsche Frau Klara Karpf war Vorsteherin einer Vädche.naMtKschule.
Frau Direktor- nannten sie ihre Schülerinnen, und daS war ihr recht, denn ihren Namen konnte sie nicht leiden. Es war ihr immer zuwider, wenn je mand sie Frau Karps" ansprach; erhieß ja so, der ewig betrunkene, gewissenlose Mann mit dem blaurothen Eesicht, der einst ihr Mann war. Es ist schon lange her, schon drei zehn Jahre, daß er davon ging, von ihr und den Kindern. Sie hieß ihn gehen, weil sie nicht mit einem Menschen leben konnte, der ihr verächtlich war, und er ging gern, sehr gern. Die Frau war ihm ja so langweilig, so lästig, mit ihrem sogenannten Anstand und ihrer ewigen Einengung. Die kleine Emma war damals erst ein paar Monate alt, Julius aber schon ein verständiges Kind von sieben Iahren, das schon erschreckend große Augen machte, wenn sich die Eltern zankten. Dann war Ruhe im Hause. Stolz, energisch und unermüdlich kämpfte die kleine Frau Direktor mit dem Leben. - Die Kinder brauchten viel, sie wollte sie doch gut erziehen, und er- gab nichts dazu, konnte auch nichts geben, denn er hatte selbst kaum das Nöthigste. Ein Schreiblehrer! Kalligraphnannte er sich! Tu mein Gott! Und daS Trinken, daS viele Bier, oder Wein! Und dan noch etwas Einmal, eS war ein oder zwei Jahre nach der Trennung, ging die Frau Di rektor spazieren mit den beiden Kin dern. Da ging er" drüben, auf der anderen Seite der Straße. Julius erkannte ihn auf der Stelle. Mutter, da drüben geht - Scht-, machte die Mutter und riß den Knaben an der Hand vorwärts weg aus seinen Blicken die Kinder braucht er nicht zu sehen, der Verhaßte! Und dann er war nicht einmal allein! Das Weib da an seiner Seite Also doch!- murmelte Frau Karps, ein wenig bleicher werdend. Beinahe hätten sich ihre Augen mit Thränen gefüllt. Weinen? Nein! Pfui. Also doch! ja, ja, ohne ein Weib hätte er's nicht ausgehalten! Aber so eiu jämmerliches Dmg, so ein haßli' cheS! Also das genügt ihm!Beinahe hätte sie gelacht, aber eS war ihr so bitter im Munde. Die Kinder wuchsen heran. Die kleine Emma kannte den Vater gar nicht, aber sie wußte, daß er lebte mit einer anderen Frau, die aber nicht seine Frau war. Ihre Neinen Freunbinnen erzählten ihr daS. Sie erröthet und schämte sich, und sprach nie mehr von ihrem Vater. Julius war sehr talentvoll, schon jetzt gesucht als Klavierlehrer, obwohl er erst zwanzig Jahre alt war. Aufgeweckt, klug, energisch, wie die Mutter. Manchmal schon war er auf der Straße dem Vater begegnet, allein, oder mit dem jämmerlichen Frauen-zimmer-, das der Vater schon kannte, als er noch im Hause lebte bei. der Mutter. .Heut' bin ich ,hm wieder vezegner sagte er beim Essen. .Wem?- fragte die Frau Directsr. Na dem ttarpf.So, so.Die Strudel war mit iljrn. r spuckte aus. Strudel hieß daS jämmzrlicheWeib. Ich glaub', er war wieder iesoffen !" Julius verachtete seinen Vater, er hielt das sür seine Pflicht. Denn e, wußte AlleS : den namenlosen Kummer und Schmerz der Mutter, deS VaterS Herzlosigkeit, seine Gewissenlosigkeit, seine Alles, alles!" Die Mutter liebte er abgöttisch. Wenn er den Vater sah, aufgeschwemmt, rothnäsig. gemein, konnte er nie begreifen, wie seine schöne, liebe, kluge Mutter diesen Mann einst nehmen konnte! Und als Nachfolgerin sein Mutter diese Strudel! DaS konnte er noch weniger begreifen. O pfui, das ist zu gemein.- . Dann starb der Karpf. Der Schlag hatte ihn getroffen. Da kam die Strubel zur Frau Di rector. Zum ersten Male standen sie sich gegenüber. Die kleine Frau er blaßte vor Zorn, als sie das rothge weinte Weib, mit dem auffallenden Trauerputz, vor sich stehen sah. WaS wollen Sie?ch Ihr Mann ist gestorben-, schluchzte die Strubel. Ich habe keinen Mann-, erwiederte die Frau Director rauh. Nun Herr Karpf ist gestorben. Nach kleiner Pause: .Was geht das mich an' Die Strubel heulte hinaus : .Ich habe kein Geld, ich kann ihn nicht beerdigen lassen - Plötzlich schwieg sie, unter der Thüre stand Julius mit zornfunkelnden Augen. Gehen Sie!- rief das Weib mit bebender Stimme an. Belästigen Sie meine Mutter nicht. Was gehen unS Ihre Privatverhältnisse an! Die Strubel ging. Die Mutter stand da und sah vor sich hin, dann ging sie leise zur kleine Emma hinein, und erzählte ihr, daß nun ihr Vater gestorben sei. DaS Kind sah die Mutter ernsthaft an und schwieg. Dann, ganz allmählich, füllten sich ihre Augen mit Thrä ritt und langsam liefen sie über die Wangen herab. Dann als ob sie sich besänne blickte sie um sich dann lächelte sie: Ich bin aber dumm, jetzt habe ich geweint, und ich habe ihn docy gar nicht gekannt. Und fast ftolz klang ihre Stimme, als sie ihren kleinen Freundinnen erzählte: .Mein Vater ist gestorben! Ich bin eine Waise.ES war ihr wie eine Erleichterung, sagen zu können: Ich habe keinen Later mehr, er ist gestorben ! Wie die andere Kinder, wie die as ständigsten. Waisen gibt i so viele.
Und die Leute bem.itWeteKe 3!
uoq, jetzt da sie es doch gar nichsmeljk nöthig hatte. ' Die Frau Director schickte dock, uach einigem Besinnen, Geld nach Karpf's Wohnung. Aus Eemeindekostcn, wie einn Bettler, beerdigen lassen, den Vater ihrer Kinder! Das wollte sie doch nicht. Nach zwei Tagen sagte sie zu JuliuS: ,Geh' zum Begräbniß." Nein, Mutter, daS thue ich nicht !' Du gehst, sage ich Dir! Schau Deinen Vater noch einmal an, draußen auf dem Kirchhof und und verzeihe ihm.Widerstrebend gehorchte JuliuS. Er trat auf die Steinstufen, die man besteigen mußte, um in die Leichenhalle schauen zu können. Eine Tafel war neben dem Sarg: Michael Karpf, Schreiblehree, 43 Jahre alt.Die Lichter brannten regungslos zu beiden Seiten, auch Kränze und Blumen waren da. Julius sah durchS Fenster hinein zum Vater, schüttelte den Kopf und laS noch einmal die Tafel: Michael Karpf, Echreiblehrer, 43 Jahre alt.Ja, ja, er war'S wirklich. So bleich, so schmal. So edel schien ihm das Gesicht, mit dem leise überlegenen Zug, den der Tod verleiht. So hatte er den Vater ie gesehe! Ach hätte er doch diesen Vater im Leben ge kannt. . . .Er weinte am offenen Grabe und kam wie gebrochen nach Hause. Mutter, der Vater war ,o schön.So schön!- wiederholte Frau Klara still. Ja, ganz anders als sonst, so schlank in seinem schwarzen Gewand er sah wirklich vornehm aus wie verklärt ich hätte nicht geglaubt, daß der Vater so aussehen könnte !- Die Mutter nickte stumm. Ich habe geweint, Mutter !- Mit einem tiefen Seufzer, wie wem eine Last von ihr genommen, blickte sie luf ihren Sohn. Gott sei gelobt, so wird er seine Vater im Gedächtniß behalten nicht tnders." Sie drückte die Hände zusammen. Ihr Geist sah in ferne, ferne Bergan genheit da sie und er- jung wäre und glücklich! Da er neben ihr stand, frisch und schlank und lebensmuthig, und er ihr dann den ersten süßen Kuß gab. Daran konnte sie jetzt wieder lächelnd denken, jetzt da doch alles, alles vorüber war. ES war wie eine längst ersehnte Erlösung der Gedanke an holdes Jugendglück! Nie hätte sie gedacht, daß sie das noch könnte! Lachelnd!.... Wie gütig, mild, Versöhnung erzwingend ist doch der Tod! Wahrhaftig, nie hätte sie daS gedacht. JohannSebastianBachS Vater, Johann AmbrosiuS, damals Hof- und StadtmusikuS in Eisenach, hatte einen Zwillingsbruder, Johann Christoph, der Hof- und StadtmusikuS in Arnstadt war.' Diese Zwillinge sind vielleicht die einzigen in ihrer Art und die merkwürdigsten, die man kennt. Sie waren einander' so ähnlich, daß selbst ihre beiderseitigen Frauen sie nicht ander?, als durch ihre Kleidung von einander unterscheiden konnten; sie lieb ten sich auf das Zärtlichste; Sprache und Gesinnung, der Styl ihrer Musik, die Art ihres Vortrag?, ihre sonstigen Lebensneigunzen u. s. w.. Alles war einander gleich. Wenn Einer krank war, war es der Andere mit; auch starben sie bald nach, einander. Sie waren ein Gegenstand der Bewunderung für Jeden, der sie sah. Aus dem ach 'schen Geschlechte sind über fünfzig anerkannte Tonkünstler hervorgegangen. Sebastian, der berühmteste, hatte allein elf Söhne, die sich der Tonkunst erga den, so daß man scherzweise zu sagen pflegte: Die sächsische Bäche rauschen in allen Musiken.- , 55 liegen aus e,n e Klappe. Herr: Haben Sie guten Schnupftabak ? Krämer : , Gewiß ! Herr: So.-das ist recht! Dann geben Sie mir ein Pfund Zucker und dann 'ne Brise. Ermahnung. Karl Cu sei ner Gouvernante) : Ich weiß nichts wozu Sie Ihre Vefeble wiederholen. Si wissen ja so, wenn ich auf's erste Wort nicht folge, so folge ich überhaupt nicht !" Schwer zu entscheiden. Hausknecht : Hm, der Wirth sagt, ich sei ein Rindvieh, und der Herr Graf, ich wär' ein Esel. Da muß doch Einer von Beiden Unrecht haben. Aber welcher V Gedankensplitter. Ein verliebtes Herz ist im Himmel oder in der Hölle ; die Erde ist nur seine Zwischenstation. Selbstkenntniß. Das weiß ich, wenn ich einmal heirathe, so ein gefährliches Stubenmädel nehm' ich mir nicht, wie ich eines bin!" Ueberall dasselbe. Bauer: ,,J' wär' scho' z'frieden, gnä' Frau, wenn i' nur kei' gar so bös' Weib hätt'!" Dame: Merkwürdig-, auf dem Lande baben sie jetzt auch Alles, wie in der Stadt." MeistersAbschied. Schuster: Leb' wohl, Frau, in acht Tagen bin ich wieder zu Hause. , Schau' auf's G'schäft und beutle mir die Lehrbuben alle Tag' ordentlich durch !" Aus der ärztlichen Praxis. Doktor: Aber, liebe Frau, warum lasi sen Sie mich jetzt erst rufen? Jhr Mann liegt ja schon im hitzigste Delirium !" Frau: Ja, schau'n S'. so lam mein'
Mann noch bei Verstand war, hat er vom Doktor nichts wissen wollen." Undeutlich. Amtsrichter: Daß die Gemeindeämter doch immer einen so undeutlichen Styl anwenden! In der Qualisikationstabelle des NachtWächters heißt es, daß er seine Frau bei Lebzeiten fast täglich geprügelt hat. Jetzt weiß man nicht, wer hat gelebt, er, oder seine Frau?" Aufrichtig. Nun, Karlchen, Wie bat eS Dir denn bei uns geschmeckt?" Ach, Tante, besser ist es bei unS zu Hause manchmal auch nicht, aber mehr giebt'S immer."
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