Indiana Tribüne, Volume 16, Number 228, Indianapolis, Marion County, 7 May 1893 — Page 3
Ans vergangenen Tagen.
Ctne Novelle von Carl 99. StlPpU. , (4. Fortsetzung und Schluß.) (5? will's ja haben, er fleht ja darum; und ist's denn nicht besser für ihn ? Und Du bist frei, Tu kannst Tich offen dem Mann zu eigen geben, der Tein Herz besigt. Und Du brauchst ja gar nichts zu lhun, fondern nur thun zu lanen was kannst Du dafür, wenu er :;ch des Fläschchens bemächtigt? Ein: einige Nacht nur dann bricht das Morgenroth der Freiheit, des durch leine Schränke mehr eingegrenzten Liebesglüc! für Tich au und fo leidest Du vielleicht noch Jahre mit ihm bis Du abgemelkt bist, zu Boden gedrückt indem fürchterlichen Kampf Das einzige Hinderniß ist nur dieser elende, sieche' Körper vor Dir und dieser lechzt selbst nach seiner Erlösung Ach! Ich staune über die Kraft, mit welcher ich diesen täglich, mir der NegclMäßigkeit des Ctundenschlagcs sich einfindenden Änsechtungen zu widerstehen vermcchle!" . Agnes ließ sich für einen Moment mit leisem Etshnen an die Lehne ihres Stuhles zurücksinken. Arme Frau!" flüsterte Noland. Sie müssen fürchterlich gelitten haben. Nnd Sie sagten mir niemals etwas von diesen qualvollen Versuchungen." C, ich hätte es nicht über die Lip pcn gebracht! Glauben Sie denn, man tann einem solchen Ding, das man kaum auszudenken tragt, Worte leihen Worte dem Mann gegenüber, an dem man mit jeder öser eines kran!cn, zertretenen Herzens hängt ? Sie konnten ja gar nicyt begreifen, was ich damals ZU ertragen hatte, denn dazu hätten Sie meine Einsamkeit, die fürchterlichen Neslenonen meiner Nachts erdulden müssen. Nun, lassen wir das. Was aber die sophistischen Grübeleien und Fieberaedanten nicht vermochten, welche raiet) unaufhörlich mit jenen wüsten Versuchungen verfolgten, das sollie die Apathie der Gewohnheit, die uns allmälig mit dem Zündstoff über dem Fcucr hantircn läßt, bemir ten. Es kam jener Abend in Mcntone, an welchem wir uns zum letzten Male sahen Sie werden sich erinnern, Erwin!" Sie sahen sich einige Sekunden Wort los und starr in die Äugen, ehe Agnes fortfuhr, die Worte mit'turzcm fiederi schein Athem wie unter einer schweren Beklemmung hervorstoßend. Mein Mann halte an dem Tage einen feiner schlimmsten Anfälle gehabt. Als die Dämmerung hereinbrach, ließ er sich in sein Schlafzimmer tragen, die Borhänge schließen und bat um sein Schlafmittel. Ich ging, das ominöse vlaschchen herbeizuholen.' Als ich das düstere, nur von einer Kerze erhellte Gemach wieder betrat, fand ich Wilberg bewegungslos in seinem Bette ausgestreckt, das Gesicht nach der Wand ge kehrt. Er athmete regelmüßig, als ob er bereits schlafe. Oft übermannte ihn auch nach solch schmerzhaften Stunden die Müdigkeit fo sehr, daß er in einen kurzen, lethargischen Schlummer ver sank. Da ich aber wußte, daß er her i. .i.;;u.. iix v '. . . . rn.i.i liUUI IJClUUIUUy DIC IJUIljC l'lUUl IUUJl zur Ruhe kommen konnte, machte ich mich daran, ihm- den gewöhnlichen Schlaftrunk zu bereiten. Ich stellte die Morphiumpl,iole auf das Nachtlästchen und goß aus einer Bouteille Wein in sein Trinkglas. Während ich das that, regte sich der Kranke mit einem schweren Seufzer. Ich tonnte jedoch nicht die volle Ueberzeugung gewinnen, ob er aus seinem Schlummer wirtlich er wachte, aber ich muß es wohl anneh men, denn eine solch?, nicht durch be sondere Mittel hervorgerufene Lethargie währte bei ihm stets nur fünf bis zeyn Minuten. Ich vermochte alfo, wie ge sagt, darüber nicht klar zu werden, denn im selben Moment wurde leise die m Thür geöffnet und Betty, die Ihnen wohlbekannte treue Zofe, die in unsern Verkehr 10 ziemlich eingeweiht war, winkte mir hastig zu, hinauszukommen. Aus der gehcimnißvollen Miene des Mädchens entnahm ich sofort, wer mich rufen ließ. In aller Hast huschte ich ouf den Korridor hinaus und erfuhr dort von Betty, daß Herr Erwin Ro land mich im Salon erwarte und zwar in fehr ernster Stimmung, wie die schlaue Beovachtcrin gleich hinzu setzte. Ich weis nicht, welcher Eifer suchtst:i.fel mich in der Minute erfaßte nun, darin hatte mein uugnolia licher Instinkt ja doch recdt. daß es eine mich tief erschütternde Sache war, die Sie zu so ungewohnter Stunde zu mir führte. Ich errieth es sosort, ehe Sie noch ein Wort ron Ihrer Depesche ge svrochen hatten, las es in Ihrem Blick, daß Sie mich verlassen wollten .. .." Ab Agnes, ich schwöre Ihnen, Sie irren, ich sagte Ihnen ja " Sie schnitt ibm mit einer ungedul digen (Lederde das Wort vom Munde od. Reden wir nicht davon! Das ist ja eine .abgethane Sache. Sie ver ließen mich an dem Abend, ziemlich spät, mit den feurigsten Beteuerungen ebenso!! mit Schwüren uno urtheilen Sie felbst über die Nichtigkeit meiner . Instinkte! ich konnte trotz Allem und Allem den quälenden Ge danken nicht los werden: Er ist nicht aufrichtig mehr mit Dir, er hat Hinter gedanten, er wird Tich verlassen. . . . ? Agnes, dann wissen Sie mehr, als ich selbst weiß. In jener Stunde hing ich noch mit der ganzen Gewalt meine? Lie meiner damaligen Liede an Ihnen!" ' Imme? diesen Gedanken in meinem erregten Gehirn wälzend, begab ich mich zu Bett,? fuhr sie fort, ohne von fei nein Einwarf die geringste Notiz zu nehmen. Ich hörte ein Viertel vor Mitternacht schlagen ich werde diese Zeitspanne a niemals vergessen! als ich das Licht verlöschte und mich unter, bangen Seufzern in die Kissen grub. Ich wollte an nichts, an gar nicht medr denken, aber was ailt
solch ein Borsatz, wenn man einen so schmerzlichen Verdacht in sich nährt? Ich malte mir eine gräßliche Zukunft aus : Sie davongezogen ohne Adieu ; ich allein gelassen in der Krankenstube meines Mannes, deren erstickende At mosphäre ich noch' zu spüren vermeinte.' Ich sah das ganze Gemach vor mir, das Bett in der düsteren Ecke, den me lancholischcn. Leuchter auf dem Nacht tischchen und Aa! Da zuckte ein krasser Gedanke, wie ein glühender Dolch, durch meinen Kops. Das Opium! das Opium! Agnes zg den Athem an sich und stierte mit wcitgeöffnetcn Augen vor sich hin. Roland war aufgesprungen und hielt sich an der Seitenpolsterung des Divans; er glaubte sein eigenes Herz pochen zu hören. Jel)t fiel mir erst bei, welch fürchterliches Beisäumniß ich mir hatte zu Schulden kommen lassen. . Kalter Angstschweiß bedeckte meine Glieder,! mir war es, als gerinne mir das Blut in den Adern. Wilbera. mußte sofort bei meinem Weggehen die Phiole neben' dem Schl'aftrunt aus dem Nachttische' bemerkt haben es brannte ja das Licht daneben. Und er war schon wach, als ich ihn verließ, gewiß, gewiß,er muß wach gewesen sein, er konnte ja' keine Bierlelstunde ohne sein Narko:i'i tum schlafen, und jetzt waren schon' mehr als vier Stunden vorüber., nein,' kein Zweifel mehr, er hatte das Fläsch chen schon längst geleert jede Hilfe kam zu fpät Wenn er es aber doi); uberfchen hätte? Und: Du mußt auf, auf. Tu darfst keine Sekunde zögern,rief es mir gellend in die Ohren, Du mußt wenigstens Alles thun,, was noch in Seiner Macht steht, vielleicht greift! er erst jetzt, gerade jetzt, nach dem tödt. lichen Gift! Ich rarjtc mich auf und! wollte aus dem Bette springen aber; da versagten mir die bleiernen Glieder, den Dienst, eine wahnsinnige Angst! durchrüttelte mich ich siel in die! Kissen zurück und hüllte mich schau-i
dernd in das Deckbett, ich mn die Zähne; zusammen, druckte krampfhaft die Au gen zu und preßte das Federbett an die! Ohren, als hätte ich dadurch das grauenhafte Brausen und Pochen in' meinem Gehirn ersticken können. Die' ZeU schien mir still zu stehen, und im; aufhörlich donnerte es in meinerBrust: du mußt auf, du mußt zu ihm jetzt! und jetzt und ich regte mich nicht ; ich konnte es nicht. Erwin, ich schwöre es Ihnen, ich w verrückt in dieser' Stunde! Nicht der leiseste Gedanke! kam mir in den Sinn, der vielleicht' meinem egmstlichen Borthell gegolten hätte, (zs war nur das namenlose' Grauen, die Gewighelt, einer Leiche gegenüberzutreten, das mich nicht dazu. kommen ließ, auszustehen und meine Lflicht zu thun. Nach aller menschli chen Berechnung konnte kein Zweifel' meha darüber bestehen, dan Wilbera um diese Zeit schon außer dem Bereich! irgend einer Hilfe war.... Aber Daßich davor zurückscheute, mir sofort diele Ueberzeugung zu verschaffen, das war! )och mein Berbrechen! Die oeiltige und physische Schwäche, die mich in' jener stunde lähmte, sie ist meine Schuld!...." Eine Weile herrschte lautlose, Pein' volle Stille in dem Atelier. Mir schien es eine Ewigkeit, die ich! in dieser wüsten, entsetzlichen Geistes' Zerrüttung durchllt:. Aber ich mnn doch endlich in einen ohnmächtigen! Schlaf hinübergetaumelt fein, oeniTaU; ich die Augen wieder ausschlug, war es' Heller Tag. Ein Pochen an der Tbür hatte mich geweckt. Ich richtete mich! aus und grin an meinen schmerzenden Kopf. Ich glaubte einen fürchterlichen Traum gehabt zu haben. Aber nein,! da trat mir schon die Wirklichkeit in's brennende Bewußtsein, die blitzartige. Erkenntniß desjen, was in dieser Nacht! geschehen war. Das Pochen an meiner Thür wiederholte sich jetzt. Ich sprang! c . - - - - r liii t ' yrruuv, warf rinrn lorgrnroi uoer und eilte zu öffnen. Ich erwartete -entsekte Mienen zu erblicken, die mir ein schreckliches Ereignin verkünden toll-i ten. Vlber Betty zeigte gerade kein außergewöhnliches Gesicht.' Eine eitle Hoffnung zuckte bei die sem Anblick in mir auf. Was gibt's, Betty?" .Verzeihen Sie. gnädige Frau, ich hätte Sie nicht ge weckt, aber Heinrich, der Diener, bittet Sie, doch einmal hinüber zu kommen und nach dem gnädigen Herrn u sehen." Es war mir in dttsem 2lu gendllck. als ob eine eiskalte Faust mein Hez umkrallte. Ich konnte kaum ein geistloses .Warum- hervor bringen. Es ist schon ziemlich spät. und da Heinrich heute sonderbarer Weise nicht in das Schlafzimmer des Herrn geklingelt wurde, erlaubte er sich nachzusehen. Er klopfte an und fah schließlich durch die Thür hinein, aber Herr v. Wilberg schläft heute wirklich ganz fest. Das ist doch merkwürdig, denn sonst erweckte ihn daZ leiseste Ge räusch. Heinrich traute sich nicht an das Bett heran, aber er meint, gnädige ijrau sollten vielleicht einen Bersuq machen " Ich nahm alle meine Kräste zusammen und ginc;, von Betty und dem Diener gefolgt, nach dem Schlafzimmer meines Gatten. Ich kann Ihnen unmöglich das Gefühl be schreiben, mit welchem ich die .hür ausstiesz. Mein erster Blick war nach dem Tischchen neben dem dem Bett dort stand der Armleuchter mit der bis us den letzten Rest verzehrten Sltzxt, dabei das geleerte Trinkglas und daneben das Opiumnäschchen eben salls leer bis auf den letzten Tropfen. Mehr brauche ich Ihnen wohl nicht zu sagen.... Agnes lehnte sich zurück und verhüllte ihr Gesicht. Erwin ging ein paar Mal langsam über den Teppich, dann blieb er vor der Negungslosen stehen. Ich glaube Ihnen, Agnes!" sagte er fest. Sie nahm die Hände von dem blasen Antlip und sah ihn an. .Ich danke Ihnen dafür." , , Aber sagen Sie doch, warumhaben Sie mir das Alles nicht aleich. nicht
schon damals mitgetheilt? Wir wär den uns niemals getrennt haben."
O doch, doch! i-lk yätten mir da. malS nicht geglaubt, sonst hätten iie mich auch zur' Rede aeitclle, als die schlimmen Gerüchte Ihr Ohr erreichten. Ich wartete mit unsäglicher Angst und Pein auf le noch am zweiten .age hegte ich die leise Hoffnung. Sie jeden Moment eintreten zu sehen bis ich erfuhr, daß Sie Mentone bereits rer lassen hätten Was konnte ich denn anders thun als schweigen? Mich drückte eine furchtbare Schuld, und Alles, was ich litt, nahm ich als Sühne dafür. Ich hätte es auch nicht gewagt, mein 5!:nd zu mir zu nehmen; es war za sein Zkino. . . a oueo aoneie ihrer Mutter entfremdet bis zum heuti gen Tage und es ist vielleicht bester so, ihrem schuldloien Gemüthe geHort die Zukunft, und mit der habe ich nichts mehr zu schassen; ich kann ja die Vergangenheit nicht los werden. Bei dem bloßen Gedanken an Gabriele tauch! immer wieder das Gespenst ihres Vaters vor meinem Auge auf, und dieser Schatten wird ewig zwischen uns stehen!" Noland hörte kaum aus sie hin. Er stand am Fenster, den Ellenbogen aus ein Gesims, den Kopf in die Hand gestüpt. Ein schwerer Gedanke beichästigte ihn. Agnes wurde endlich durch sein Stillschweigen auf ihn aufmerksam. Sie sah ihn forschend an, als wolle sie in seiner Seele lesen. Plötzlich ging sie auf ihn zu und streifte leicht seinen Arm. .Jetzt weiß ich erst, was Sie allein abhielt. Ihren Gefühlen für Gabriele freien Laus zu lazzen. Sie wollten sich nicht mit der Tochter der muthmaß. lichen Mörderin verbinden ?" Er fuhr auf und wollte etwas erwi dern. ade? er fand doch nicht d.'.S rechte Wort. E? stie einen mw.nhigni Laut aus nnd kehrte sem Ge,:cht nach der Strane. .War es wirklich nur das?" fragte sie mit zunehmender Hast. Und ie sagten mir eben, daß Sie mir Glauben schenken, daß Sie Ihre Anschauung über jene Katastrophe verbessert hüt ten' Dann hätte tch vielleicht besser gethan, Eie bei Ihrer ersten Annahme zu lasten! Reden Sie doch! Denken Sie jetzt am Ende wirklich daran, jenen Abschiedsbrief an Gabriele zu toi verrufen?!" Noland warf mit einer trotzigen Bewegung den Kopf zurück. .Und-wenn es so wäre? Ist es denn so ganz und gar unmöglich, daß Gabriele mit mir glücklich wird" Ach! Also doch! Ich hab; nicht umsonst gefürchtet. Sie fragen im Ernst, ob daZ Kind mit Ihnen glück lich sein könne i Nein, sage ich Ihnen, niemals!" Und warum nicht? warum nicht?" rief er mit aasbrechendcr Leidenschaft. .Weil Sie eine ungeheure Lüge mit in die Ehe nehmen müßten, das Still schweigen über die Bergangenheit. In einer reinen Ehe kann nur die absolu teste Wahrheit die Basis sein. Und die Zukunst meines Kindes soll nicht zwischen Lug und Trug gebettet wer d.m." . .Wer sagt Ihnen, daß ich mich un ter eine Lüge knechten will? Nein, die echte Liebe zweier Herzen ist start genug, sich mit der Wahrheit abzufinden. Ach, ich war ein feiger -Thor, als ich vor Hindernissen zurückscheute, die im Grunde genommen nur in Eindildun gen bestanden. Ich glaubte, ich könne nicht um die Tochtt? Ihres Manne werben. Warum nicht? Habe ich Herrn v. Wilberg denn ein Glück ge stöhlen? Und wäre es nicht gerade eine Genugthuung, sein Kind glücklich zu machend" .Unseliger!" schrie Agnes entsetzt. Was wollen Sie thun?" .Gabriele die Wahrheit sagen! Sie soll Alles erfahren, meine ganze Vergangenhcit und dann mag sie selbst entscheiden, ob sie mir ihre Zukunft 'anvertrauen will." Frau v. Wilberg wich erschüttert zurück. Es dauerte geraume Zeit, bis sie sich zu einer Erwiderung aufzuraf sen im Stande war. ' .Das das wollen Sie wirklich thun? Wissen Sie. was das heißt? Sie wollen dieses zarte, reine Leben für alle Zeit vergiften! Wenn Gabriele auch vor Ihnen schaudernd zurückweicht, Sie aus schlägt, so kann sie es doch niemals verwinden, daß sie das Ideal eines schönen Jugendtranmes aufgeben mußte und warum sie es aufgeben mußte. Ader es ift noch mehr zu fürchten. Es ist zu fürchten, daß das unerfahrene Kind, die ganze Wahrheit gar nicht begreifend, dem momentanen .Drang ihres heißen Herzens Folge gibt und sich, über all die grausigen Zeugnisse einer ihr fremden' Bergan genheit hinweg, in die Ehe stürzt. Ak' später, später, wenn der erste iNausch entschwunden ist, wenn sie an jenen reiferen Lebensabschnitt kommt, wo die Blüthen eines poesievollen Ju gendlenzes gesunde Sommerfrüchte tragen fallen, wo die stürmische Früh lingsliebe der sanften, treuen Gatten ,,freündfchaft weichen soll, die nur in der Harmonie der gleichgesinnten, durch iBernunft sich gegenseitig achtenden ,'Eharaktere wurzeln kmin' und die der Probirstein für die Echtheit der jugend lichen Liebeswahl ist da werden sich die grübelnden Zweifel einstellen und . sie wird dann nicht nur ihre Mutter verachten, sondern auch deren einstigen Geliebten weil er dieselbe in ihrer 'schwersten Stunde so treulos vetlassen hat," ' .Agnes! Sie wissen, was mich al llein bewog, mich damals von Ihnen zu trennen. Der schwere Verdacht" .Daß ich meinen Gatten getödtet chätte um Deinetwillen, nicht wahr?" 'keuchte sie. sich völlig vergessend. ,.Elendcr, Du hättest selbst dann er 'därmlich gehandelt, denn s mit einer 'solchen Schuld hätte ich ein furchtbares .Anrecht an Dich erworben! Und mein
Necht und meine Pfliöt ist es. wenn ich Dir jetzt verbiete. Gabriele unsere Verganaenheit zu enthüllen; hörst Du, ich verbiete es Dir!" , .Madame, es wäre besser für Sie. wenn Sie die Sache kühler betrachten wollten! Ich begreise es, daß Ihnen der Gedanke unerträglich ist, sich vor Ihrer Tochter zu demüthigen. Auf denn, so willigen Sie ein. daß ich Gabeielcn das Bergangene verschweige, es ist sowohl in Ihrem als in meinem Interesse! Wollen Sie?" Er hielt ihr die Hand hin. ober Agnes wandte sich mit einer Protest! renoen Geberde ab. Mit . gesenktem Haupt, die Zähne in die Unterlippe gegraben, stand sie da und schien zu überlegen. .Ich verlange, wenn Sie es wüu schen, erst morgen eine bestimmte Ant wort von Ihnen, gnädige Frau. Ich will Ihnen Zeit lassen zu einer leiden schaftzloscn Erwägung." .Gut denn!" athmete sie auf,. Sie sollen morgen meine Antwort haben!" Sie nickte ihm hastig zu und ging nach der Thüre.
!V. Noland empfand, so etwas wie Ge Wissensbisse, als noch am selbigen Abend Stellerich bei ihm eintrat. Der junge Mann zeigte eine ernste, ent schlössen? Miene, hinier welcher sich eine große Erregung verbarg. .Tu kommst wohl, um neuerdings anzufragen, wann wir abreisen wer den?" .Ich weiß bereits, daß Du über Haupt nicht mehr daran dcntst." ent gegnete Bruno langsam und mit Nach druck. Es kostete 'ihn sichtlich Mühe. gelassen zu bleiben. .So steht es also mit Deinen Grundsä'tzen?," Noland wurde feuerroth. ' Ah! Du weißt i Die Ottenem hat schon geplaudert?" .Ich komme eben aus ihrem Hotel, wohin sie mich rufen ließ." .Und jetzt rrillst Du mir eine mora lischc Rede halten, willst alle die tau send-Argumente aufführen, welche Du in Aermschst hast" .Nein das will ich nicht'." Wie? Tu siehst wohl ein. daß ich mich durch keine Macht mehr von mei nem Entschlüsse abbringen lassen werde, daß ich Euch und der ganzen Welt zum Trotz um mein Glück kämpfen werde!" Daß Dich die überzeugendsten Vor stellunzcn, die innigsten Bitten nicht umstimmen würden.' das sehe ich wohl ein, denn Du hast Dich nun einmal in den Gedanken mit aller Zähigkeit ver bissen. Aber wenn man Dich in Güte nicht hindern kann, so wird es durch Gewalt geschehen!" Cbo:" brauste Erwin erreat auf. .Meinst Du mi'ch damit zu schrecken Knabe?" .Nenne mich immerhin so. Ich will bei meiner Jünglingsthorheit bleiben,, wenn das männliche Stärke heißen soll, was Dich dazu treibt, ein reines Kind:sgemüth Deinem Egoismus zu opfern." .Ich verschmähe es. mich mit Dir drn:r aclnazsdcrzusetzcn, denn Du kannst mich ja doch nicht verstehen. Ich tonnte übrigens fragen, was Dich' berechtigt, mir auf diefem Wege ent gcgenzütreten." '.Eden das. was ich Die unter an deien Umständen mit freundschaftlicher Hingebung hätte opfern können meine getreue Liebe zu Gabriele. So weh es mir auch gethan hätte, meine holde kleine Libelle Dir zuflattern zu sehen, ich würde nicht gemuckst haben,wenn eben keine solche Vergangenheit hinter Dir läge. Jetzt aber, wo Du trotz Allem und Allem nicht davor zu rückscheuest, die Had nach meiner zar ten Mimose auszustrecken, jetzt ist t nicht nur das Recht, sondern die be stimmte Pflicht meiner treuen Liebe. Dir in den Arm zu fallen. Tu sollst Gabrielens Gemüth nicht vergiften! Dafür stehe ich ein!" .Ich möchte aber wirklich wissen., wie diese Gewalt aussieht, mit "der Du mir gedroht hast!" rief Erwin dann herausfordernd, indem er plötzlich ste hen blieb.' .Sehr einfach. Wir werden uns schlagen!" Roland maß ihn von vben bis un. ten. Die Falke zwischen seinen Augen' brauen vertiefte sich sehr stark. .Ausgezeichnet! Diesen Eoup hat' Zlgnez nicht übel ausgedacht." .Dies Mittel entspringt meiner Jni! tiative!" sagte Bruno, jeZt etwas hef-! tiger werdend. .Wenn der Zweikampf! jemals gerechtferugt ist, so ist er es in! oiesem Falle." .Meinst Tu? Und wenn ich mich, nnsach weigere, auf eine solche Berrückt' heit einzugehen?" .Tann' bleibt mir nur eins übrig, um Tein gewissenloses Vorhaben zu' verhindern." .Und das wäre?" ' Ich todte Dich!" sagt: Bruno mit: unheimliche? Ruhe. Das wäre allerdings ein radikales. Mittel!" sagte Roland nach einer! pause mit erzwungenem Lächeln, in,' zem er die Arme vor der Brust ver'. schränkte. .Jedenfalls ge?chcid:er als! :in Duell. Tenn bti diesem mußt Duj Doch mit der Möglichkeit rechnen, daßj nicht ich derjenige bin. welcher fäll!., Dani wäre Tein muthvollcs Opfer' zanz umsonst gewesen." . .Ich hätte aber wenigstens Alles ge, than, was in meiner Macht stand.! Und vielleicht hast Du wenn ich nicht! mehr bin doch nicht den Muth, über' meine Leiche h'nwegzusteigen." .Ich will Dir etwas sagen. Es ist' am Ende nicht unbillig, daß auch ia etwas einsehe." Ich will' anerkennen. daß das Gefühl, welches Tich in dieser Sache leitet, mindestenöRespekt ver' dient. Und die Achtung vor Deiner wackeren Liebe, die Acht'una vor dem Schmerz, den Tu über dem Allen em psinden mußt, ist es. was mich be stimmt. Deinen Vorschlag anzunehmen.
Gut denn die Waffen sollen zwischen
uns entlcheiden!" .Dante!" saate Bruno aufathmend. seine Hand auf eine Sekunde in die legend, die ihm der Andere entgegen streckte, dann wandte er sich zum Ge hen. .Und ich denke, wir machen das fo bald wie möglich aus?" .Wenn Tu willst gleich morgen früh." .Gut. Ich werde Tir noch heute meine Sekundanten schicken." Eine' Stunde später wurde Roland, oer sich in einer dumpfen Abspannung auf die Ottomane geworfen hatte, durch den Ton der Korridorglocke auf geschreckt. .Aha schon seine Kartellträger!" murmelte er, indem er sich erhob. , Wie erstaunte er aber, als hinter dem mit einer Lampe eintretenden Die ner eine zarte, fchlanke (Gestalt in das Zimmer huschte. .Gabriele! Mein Gott, Sie hier? Was ist Ihnen denn?" .Ich war bei meiner Mütter, als Herr tellerich bei ihr eintrat. Er er schrak, als er mich sah und dann tauschten er und die Mutter bedeutsame Winke aus. Ich fragte ihn nach Jhnen, und er schwieg fehr betreten, aber ich weiß, daß er von Ihnen ka-m. Peter hat mir auch gesagt, daß er hier war. Und wenn ich noch gezweifelt hätte, daß in den Mienen meiner Mut ter und Stellerichs die Andeutung ei ncs furchtbaren Geheimnisses lag, so fände ich in Ihrem Blicke die Bestäti gung. Herr Professor, um Gottes Barmherzigkeit willen flehe ich Sie an, sagen Sie mir, was das Alles bedeuten soll! Ich ahne, daß ich widcr Willen und ohne den ganzen Zusammenhang zu wissen, in dieses Geheimniß mit verflochten bin, ich sehe ja. daß ich überall im Wege bin, daß manüber meinen Kopf hinweg Ungeheuerliches vorbereitet." .Sie sehen Gespenster. Beruhigen Sie sich, ich versichere Sie " Sie haben sich mit Stellcrich cnt zweit, das bestätigt mir seine und Ihre Miene." .Run. ich will da5 nicht gerade leuq nen. Aber das ist doch kein Grund sür 'ie " .Oh! Tann weiß ich auch, -was kommen soll! Wenn sich zwei Män ner im Groll trennen, dann ist es leicht zu erratoen, daiz ein bedcutza mer Grund vorliegt. Und da sind sie ylcich mit dem Aeußersten zur Hand. Herr Professor, Sie wollen sich mit ihm schlagen um meinetwillen!" .Gabriele! Das Duell wird nicht stattfinden ich gebe Ihnen mein Ehrenwort darauf! Genügt Ihnen das?" .Auf Ihr Ehrenwort muß ich Ihnen glauben. Ach so darf ich hoffen, das alles in Uttx WeiC (ich lösen wird, ja?" Und jetzt machen Sie sich mit Beruhigung auf den Heimweg, mein Fräulein! Sagen Sie Herrn Stelle rich. daß ich mich mit ihm nicht schlage, daß ich iln grüßen lasse und ihm zu seiner Hochzeit gratulire!" Töie? Zu' seiner. Hochzeit? Herr Professor, das ist doch wohl nicht mög lich " .Es ist möglich. Aber.Sie brauchen nicht zu erschrecken, ich meine seine Hoch zeit mit Ihnen!" .Herr Professor!" sagte sie mit ab gedrachenen Worten, gegen ihre Thränen ankämpfend. .Sie kränken mich fortwährend. ' Ein solcher scherz " Gehen Sie nur!" unterbrach er sie rauh. Sie werden schon merken, daß ich recht habe. Sie sind ein Kind, das sich felbst noch nicht tenni!" Als Gabriele das Atelier verlassen hatte, drückte Roland die Stirn an die kühle Fensterscheibe. Er fühlte sich un endlich müde. . .. Als kurz darauf die Sekundanten Stellerichs ankamen, wurden sie gar nicht vorgelassen. Noland saß zu die ser Minute an seinem Schreibtisch und vollende einen Brief an Bruno. Am nächsten Morgen kamen die Kar tellträgcr wieder, mit den dringendsten Weisungen ihres Auftraggebers ausge stattet, erfuhren aber voN Pcier zu ihrem entrüsteten Erstaunen, daß Professor Roland bereits in aller Frühe das Haus verlassen habe, um den Ku rierzug nach Salzburg zu benutzen. Aruno empfing den Brief Erwins mit Kopfschütteln. Er glaubte nicht recht klug daraus werden zu können. Den ganzen Tag lies er voll Unruhe umher und suchte sich zu einem Ent schlusse zu sammeln. Am darauf fol gendcn Tage' machte er endlich kurzen Proceß mit der Epistel und schickte sie mit einigen entsprechenden Begleitzeilen Frau von Wilderg zur Begutachtung in'S Hotel. Auch Agnes war von dem Briefe aus'Z Höchste und Freudigste überrascht. Sie brauchte aber nicht so lange zur Ueberlegung wie Bruno, der sein gan zes keckes Selbstvertrauen eingebüßt zu haben schien. -sie begab sich in das Haus des Professors Stüber und hatte' da eine lange mütterliche Unterredung mit ihrr Tccher. .kommen Sie morgen früh zu mir in's Hotel, da sollen Sie meine Mei! nung über Rolands Brief hören !"; So lautete eine Karte von Frau Otten stein, welch erstere Stellerich noch am selben Abend empfing. Am Morgen erwartete Agnes den jungen Mann mit einem freudvollelr Hirzen. Sie hatte Gabriele neben sich auf dem Sopha 'sitzen und streichelte ihtf zärtlich das Haar. Die Kleine hatte keine Ahnung, wen die Mutter zu dieser Stunde herbestellt hatte. Sie erfchrak daher nicht wenig.i . s " w .VI ; ai5 vle ii.oure ausging uno Vruno ya ' ftig hereindrang. - , Ader auch Agnes sprang wie elektri sirt auf, als sie die fahle, verstörte - Miene des jungen Mannes erblickte, ' der anfangs gar rlicht zu reden ver ' mochte, sondern nur mit bebender Hand aus feine Brust deutete. ' .Was ist Ihnen denn? Sind Sie krank?"
Bruno zog aus der Brusttasche ein
Zeitungsdlatl hervor und reichte Agnes dasselbe hin, indem er mit dem Finger eine Stelle unter den Taaesneuiakeittn bezeichnet?. Dann sank er erschöpft in den Stuhl, den ihm Gabriele angst lich und verlegen zuschob. Es war ein, soeben erschienenes Mor genjournal, das Agnes iu den Händen hielt. Mit fetten Lettern leuchtete ihr die Ueberschrift einer Rotiz entgegen: .Erwin Roland f" .Mit schmerzlichem Bedauern neh men wir von einer Nachricht Kenntniß, die uns aus Salzburg zugeht. Unser berühmter Meister, Professor. Erwin Roland ist nicht mehr. Gestern früh traf er am Königsfee ein, um in einem Scparatkahl eine Morgcnfahrt zu unternehmen. Da er versicherte, mit dem Ruder umgehen zu können, ließ ihn der chiffsvermiethrr, trotz des diesbezüglich bestehenden Verbotes, durch eine ausgiebige Aonification beschwichtigt, ohne Begleitung abstoßen. Die Künnlcrlaune Rolands, der wohl im ungestörten Alleinsein die Natur schönheit genießen wollte, erwies sich als sehr verhänanißvoll für ihn. Der in der Bollkrast seiner Jahre und seines l II w j Miy 4 v I v 11 w I künstlerischen Schaffens stehende Mann . ' ' 11 1 ' I sollte in den tückischen Wogen des Sees ein unverhofftes Grab finden. Einige Mischer fanden gegen Mittag das um gestürzte Boot auf dem Wafser und nicht, weit davon den Hut Rolands. Da die ganze Zeit über just eine unge wöhnliche Windstille herrschte, so tann nur angenommen werden, daß der Be dauernswerthe, der dcs Ruderns doch nicht so ganz kundig sein mochte, an einem Fclsvorsprung oder dergleichen aufgefahren ist. Alle Nachforschungen nach der Leiche blieben bis jetzt frucht los. Es gehört ja auch bekanntlich zu den dämonischen Eigenthümlichkeiten des König sees, daß er seine Opfer nur in den seltensten Fällen herausgibt. Wir halten es nicht für überflüssig zu betoncd, daß jeder Gedanke an Selbst mord völlig ausgeschloffen ist. Pro fessor Roland war gesund und lebte in en glücklichsten Verhältnißen." in den glücklichsten Verhältnis sen!" murmelte Agnes bitter und ließ das Blatt faJen. .Was ist geschehen?" rief Gabriele verwirrt und wollte sich nach deoZei tung bücken. Da erfaßte Bruno ihre darnach ausgestreckte Hand. Weih: wir ihm eine Thräne, Gabriele! Roland ist todt!" Mit lahmender Erstarrung wirkte diese Nachricht auf das Mädchen. Ihre großen Augen stierten den Maler fas sungslos an. ihr Gesicht war bleich und regungslos wie Marmor. Eine mäch tige Umwälzung in ihrem Innern ver barg sich hinter dieser Unbeweglichkeit. Ihr Gemüth wurde geläutert durch die lich das Gefühl beschaffen war, das sie für eine echte Liebe genommen hatte. Sie betrauerte an dem in seiner Kunst und seinem Charakter bewunderten Lehrer einen erhabeen Vater.. . Bruno entsetzte der stumme Ausdruck ihres Schmerzes. In seiner 'Angst brach die ganze heiße Liebe zu dem za'r tN Geschöpf hervor und besiegte seine Schetk Fast unwillkürlich schlang er seinen Sftm umM5rtel5t!Z SchINtttn, als fürchte er, sie im nächsten Moment ohnmÄ'ig zusammenbrechen zu sehen. Mein Gott! Fassen Sie sich, Ga briele!" stammelte er. .Kommen Sie zu sich! Erbarmen Sie sickp meiner; sehen Sie denn nicht, wie Sie mich durch diese schreckliche Miene foltern? Ich gäbe mit Freuden mein Leben da sür, wenn ich Ihnen' dieses Herzeleid hätte ersparen können! Gabriele, meine angebetete Gabriele " Da stellten sich endlich die lindernden Thränen ein. Wie ein heißer Strom wallte es in ihrem Herzen auf und stürzte in heller Fluth über ihre Wan gen. Ihre Kniee wankten, und da lag sie schon in Brunos Arm, an seiner Brust und schluchzte, als od ihr der Busen zersprengen wollte. In dieser weymuthsvollen Minute, in diesem gemeinsamen Schmerz begeg rieten sich die zwei Herzen, sich für'Z ganze Leben mit aller Treue umschlin gend .... Ende. Lltts dem Leben. Von jeher schon sagte man und schrieb: Die Beiden, seht, die haben sich lieb! So svricht der Egoismus unwillkür lich; haben einander lieb, meint man natürlich. Sie Aus einer Vertlieidi gungsrede. .Meine Herren, das Eine wollen Sie auch bedenken, daß mein Elicnt mehr als die Hälfte seines Lebens in Gefängnissen zugebracht hat. Wie 'konnte er in solcher llmgebung 'was Anderes werden, als ein Gau ner?!" Keine Kleinigkeiten. Onkel: Schau, schau, so viele schöne Sachen b.'kamst Tu zu Deinem Ge, burtstagi Neffe: Nun. Onkel, ich hab' mir sie auch sauer verdienen müs sen. denn das war keine Kleinigkeit, ein halbes Jahr brav und solgsam sein zu müssen! Schmeichelhast. A.: Ueber was haben Sie eben jetzt nachgedacht? B.: Ch, das waren so meine eigen sten und innersten Gedanken. Ä.: Hab' ich mir gleich gedacht, weil Sie gar ein so dummes Gesicht dazu mach ten!' EXFAXT TEENIBLE. Tantöt Nun. Paul warum rufst Tu miÄ? Paul: Ich Möchte 'mal Deinen Rühr löffel sehen?' Tante: Rührlöffel? Ich. was . soll das? Paul: Aber Papa sagte doch noch eben zur Mama.' gib acht, die Tante rührt uns noch taufeird Unannehmlichkeiten ein! Was dem Herzen wider strebt, läßt der Kopf nicht ein. : Geschwister sind ja Schweiaen und Verdienst.
erstencht dZ? brennenden Schmerzes. Jetzt wAl5'Gabriele auch, n?5gent
Tte Surkenseier.
.Lou Festin tle Cougourdoun, zu deutsch : die Gurkenfeier so schreibt man der .Franks. Ztg." aus Nizza ist noch eines jener ursprünglichen Feste des Volkes, welches ohne Eomite' und Fremdenanlockung jedes Jahr . am MariaVerkündigungstage in Eimiez (altgallisch : (.'emslsnum) abgehalten wird. Schon um sechs Uhr Morgens pilgern ganze Schaaren junger Müd chen zu der auf den Trümmern eines Dianentempe5s erbauten Kirche, auf deren Vorplatz unzählige Buden und Bänle aufgestellt find, um aus einem verdeckten Korde gegen Zahlung von 2 Sous eine kleine dürre Gurke zu ziehen, deren ysorm ihnen die Nase ihres Zu künftigen 'oder überhaupt ihr Schicksal prophezeit. Schnell eilen sie dann in den jetzt dem Grafen Garin de Eoconato gehörigen Garten, in welchem sich ein verfallener Apollo-Tcmpel und groß artige römische Ruinen beiinden, und netzen mit ein paar Tropfen der noch sickernden Wasserleitung (Toune cnuda. heiße Quelle) ihre Augen, wodurch ihnen ewige Schönheit gesichert ist. Die Sagen, Wunder und Erschci g . , A. t t nungen we a in den noch gut crhal. MMAM ' 1 I l I 9 I fr AM 4 V A 1 A ftttlV tM tenen ilrlu.zrulnen spielen, und un zählbar, die hübscheste wohl die Sage vom Ehristcnmädchcn Tatia, welche aus Furcht vor den wilden Thieren Jupiter huldigte, gleich darauf vom Blitze er schlagen wurde und 1000 Jahre lang allnächtlich herumirrte, bis der Raphael schülcr Randazzo sie liebend umsing, und als die wilden Thiere sie ihm rau den wollten, sich und sie bekreuzigte, worauf der ganze Spuk verschwand. Kehren wir von Römcrzeit und Mittelalter zur Gegenwart zurück, so sehen wir die aus der Messe zurückgekommene Menge sich in's Grüne lagern oder den Tanz und Kugclsviel huldigen. Da dieses Jahr Maria Berkündi gung in die Fastenzeit fiel, ist das Fest rffen etwa) mager ausgefallen; es be stand aus harten Eiern, allerlei Sala ten, herrlichen Gemüsen. Olivcntorten und .seWta", kleinen Kuchen mit Zwicbclmarmcladen; natürlich fehlen Eardineu von Heringsgröße und in Oel'esottene Waffeln bei keiner nizzar dischen Festlichkeit. Nach dieser im Freien eingenommenen Mahlzeit bildet sich ganz von selbst ein Fcstzug mit Flöten, Guitarre, Tamburin und Mandoline an der Spitze, welcher die römischen Gräbcrruinen aufsucht, sich dort auflöst und tanzt, bis die Nacht einbricht. Die Burschen treiben wäh rcnd dcs Umzuges allerlei sehr bedenk lichen Ulk, ohne zu wiffen. daß vor 2000 Jahren derselbe Ulk an derselben Stelle ebenfalls mit dem Erwachen der Natur im Frühjahr als Saturnalien vor sich gegangen war. eder Zähne. Ueber die Jrage'-WsZMen wir für unsere Zähne thun? verbreitet sich Tr. Eduard Fetscherin, Zahnarzt in Bern, in einer Mittheilung an die .Schweizer Blätter sür Gesundheitspflege", welchen wir nachfolgendes entnahmen: Die Zähne haben drei wichtige Aufgaben zu erfüllen. Ss dinicn 1. zum Beißen, Könen und Verdauen. Ohne, Zahne keine richtig? -llniösiriing; 2. Hm sprechen; 3. zur Schönheit. Die toi' tizste Forderung für die Erhaltung der Zähne bildet (die Grundbedingung der Gesundheit überhaupt): peinliche Sau berkeit, .reiner Mund" im wahren Sinne des Wortes. Zu diesem Zwecke gebrauche man eine Bürste, mittelhart und nicht zu groß, damit man überall bequem hinkangen kann. Man fahre mit derselben, ' in laues Waffer ge taucht, nicht horizontal über die Zahn reihe hin, sondern von oben nach unten und umgekehrt, damu die Borsten zwi schen die Zährte gelangen und dort haf tende Speisereste entfernen können. Auch Kinder sollen schon zum Ge brauche der Bürste angehalten werden. denn zung gewohnt, alt gethan! Das Reinigen der Zähne geschehe täglich Mindestens einmal: wer recht säuberlich ist, thue es nach jeder Mahlzeit. Kohle, Eigarrenaiche und andere beliebte Reinigungsmittel sind verwerflich, weil sie den Schmelz abschleifen. Die Kohle setzt sich überdies unter dem Zahnfleisch an, so daß am Zahnhalse ein häßlicher, dunkler Saum entsteht. Jeder Apo theker wird ein gutes, feinkörniges und säurezerstörendes Zahnpulver oder eine gleichwkkende Zahnseife empfehlen. Trotz aller Borsicht und. Pünktlichkeit in der Reinigung kommt es aber immer noch vor, daß Zähne angesteckt und hohl werden. Anfänglich hat man hier von keine Ahnung und merkt den Scha den oft erst, wenn er zu groß und unheilbar ist. Man lasse sich deshalb den ganzen Kauapparat in gewiffen Zwischenräumen, daß heißt mindestens einmal im Jahre, gründlich untersuchen und vorhandene Schäden sofort ausdes fern, das thun, heißt dreierlei sparen: Schmerzen, Zeit, Geld! In Rußland scheint de? Mann, der nach dem Tode seiner er sten Frau eine zweite Ehe eingeht, als ein arger Sünder angesehen zu wer den. Eine jüngst ergangen? Berfügung der heiligen Synode bestimmt nämlich, daß Personen männlichen Geschlechts, die eine zweite Ehe schließen, je nach ihrem Alter sich de? Kirchenbuße aus eine Zeit von 3 5 Jahren zu unter werfen haben. Der Ehemann wird augenscheinlich ' hier als ein kleineres Uebel gehalten l.ls die Frau, denn dieselbe Beifügung besagt, daß Frauen nur dann einer Kirchenduße zu unter werfen sind, wenn sie als Wittwen im Alter von mehr als 60 Jahren in eine neue Ehe treten. Preis der Schweigs am keit. Ein reicher, dabei aber ver nllnftiger Engländer hätte in feinern Vermächtniß tausend Pfund für das erste unglückliche Weib ausgesetzt, da? schweigend ihr Schicksal ertrüge. Eine Stumme erbielt den Preis.' Das Herz des Mensche w nie. so vnbeuafam wie sein Geist.
