Indiana Tribüne, Volume 16, Number 228, Indianapolis, Marion County, 7 May 1893 — Page 2
(?ine Empfehlung.
Eine junge Dame. Baronesse, Den berühmtem Manien und aus den vor ne'hmsten Gesellschaftskreisen Berlins, wollte sich entzogen allen Traditionen der eigenen Familie und mit Ver leuqnung aller orurthcile der Bühne widn:cn. (5s war Mitte der Fünfziger Jahre, als Me.'crdccr noch als das Alpha und Omega in Musik fachen galt und seine dominircnde tcllung als Gencralmusikdittktor ihm den größten Einfluß nicht nur in Berlin, sondern allenthalben sicherte. Tie Baronesse wünschte von ihm Empfehlungen für Italien, sie wollte Studien bei Bordogni und Lampertl machen und war der Meinung, daß ihre vornehmen Familienbeziehungen. fowie der adelige Name Meyerbeer ganz besonders veranlagen müßten, sie zn protegircn. Wiederholt hatte sie ihm etwas vorgesungen leider, leider.. . den berühmten Komponisten nicht für sich zu interessiren gewußt. Ter de deutende Name" schützte die arme Ba ronesse nicht davor nur eine sehr unbedeutende Sängerin zu sein. Meycr dcer erkannte das sofort. Aber die einflußreiche Protektion, über welche die Dame gebot, arbeitete mit Hochdruck, um von dem allmächü gen Musikheros, der sich, vorzüglich in seinen legten Jahren, sehr ungern mit irgendwelchen Empfehlungen" von Künstlern engaairte, eine solche für die Primadonna in spe zu erlangen, und zwar für den berühmten Lehrmeister Boroogni in Mailand. Meycrbecr Zonnte nicht entgehen, so sehr er sich ouch wand; er mußte gezwungen der Dame die gewünschte Empsehlung"' znit ans den Weg geben. Tie Baronesse aber kam glücklicherweise zur Einsicht, gab ihr Viusitstudium bald aus und ward rechtzeitig vor dem Schmerze eines öffentlichen Mißerfolges bewahrt. Bor dogni belehrte sie nach kurzer Zeit über ihre Talentlosigkeit. Er war auchrffen und ehrlich genug oder sollen wir in diesem Falle in diskret sagen? der Enttäuschten die sehr verdächtige" mvschlung Meyerbeers mitzutheilen, welche er empfangen hatte. Sie lautete: Ich kann Ihnen übe? die Baronesse welche Sängerin werden will, nur Gutes schreiben. Sie stammt aus den vornehmsten .ffrcisen hier, ist eine Dame von bester Er ziehung und gediegenster Bildung. Ihre Familien weist Namen auf. d sich bedeutende Verdienste um Staat, selbst Kunst und Wissenschaft erworben und mir selbst die größte Hochachtung abnöthigen. Alles dies sind Ursachen für mich, Ihnen die junge Dame zu empfehlen. Ihr ergebender Meyer leer." Man konnte nicht leugnen, daß es eine Empfehlung- war, nur galt sie nicht der Sängerin", diese wurde vollkommen ignorirt. Ter große Maestro hatte sich aber schlau aus der Affaire gezogen. Sonderbare Leute. (Sine in ihrer Art merlwürdige Cpi sode spielte sich neulich vor dem Straf richte? des Bezirksgerichts Favoriten (Wien) ab. Eben war eine Verhcid lung beendigt, als ganz erregt ztt)ci( Personen, eine bereits ältliche Dame und ein ganz junger Mann, vor dem dichter Dr. Höfer sich hinstellen und sich mit einer Fluth von Schimpfwor Ich überhäufen. Sie (zu dem jungen Mann): Su? sind ein Lump! Ich habe Ihnen gar nichts versprochen!" Er: D ja, Du hast mir's versprochen, jct leugnest Tu's!" Nichter: WaS wünschen Sie?" Beide (gleichzeitig): Herr Richter, ausgleichen möchten wir uns!" Richter (ganz erstaunt): Und indem Sie im Begriffe stehen, sich auszugleichen, beschimpfen Sie fiel) gegenseitig? (Zur Frau gewendet): Wie heißen Sie?" Sie: Maria Pehack." Richter: 53ie alt?" Sie: ..Vierzig Jahre." Richter: Und warum beschimpfen Sie denn den jungen Mann?" Sie: Er verfolgt mich auf Schritt und Tritt." Richter (zum jungen Mann): Wie heißen SW" Er: Josef Ruzika'" Rich ter: Wie alt?" Er: Sechsund zwanzig Jahre." Richter: Warum verfolgen Sie denn diese Frau?" Ei: Ich bitt', sie hat mir's Heira then versprochen und will jetzt nicht Wort halten " Sie (einfallend): .Das ist nicht wahr!- Ter Richter betrachtete mit gerechtfertigtem Erstau nen diesen jungen 26jährigen Mann, der ganz unglücklich darüber schien, daß ihm diese 4()jührige Dame das Ehe versprechen gebrochen hatte. Gleich darauf fing dieses merkwürdige Pärchen von Neuem an, sich gegenseitig mit den ausgesuchtesten Schimpfworten zu regetliren. Richter: Also soll über diese gegenseitige (zhrenbeleidigungs Klage verhandelt werden?" Beide (gleichzei iig): Nein, Hcrr kaiserlicher Nath, wir gleichen uns aus!" Richter: Also' Sie ziehen die gegenseitigen Kla zen zurück?" Beide:' Ja, ja, frei lich!", Richter: Run, dann gehen Sie ruhig nach Hause." Er (zu ihr im Abgehen): Ra, jetzt wivst mi aber heirathen?" Sie: Ewig nit!", Variante. Onkel: Das war tvchl einer Deiner vielen Gläubiger, der Dich so vertraulich auf die Schul ter klopfte?" Neffe: Allerdings. l:e ber Onkel, aber den Neffen klopft man und den Onkel meint man." Auch eine Stellung. A.: Was treibt denn Ihr Sohn, dem es isrüher so schlecht ging? Mutter (deren Sohn eine reiche Partie macht): O, der ist jetzt sehr zufrieden, in einigen !Tagen tritt er feine Stellung als Schwiegersohn an! AllzügroßeZartheitder Kefühle ist ein wahres Unglück. ' ' DieScherze.reicherLeute ffind immer winig. ' Weil Du vieAugen offen Dast. glaubst Tu. Du siehst.
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Für unsere Frauen. Einfluß der Mutter. Wenn über die mehr oder minder be j deutende 'ctcaiina. o;r ftraii lyrcm Gatten und dem önentlickn Leben ge gcnübcr sehr verschiedene Anschauungen herrschen mögen, so stimmen wohl alle vernünftig denkenden Menschen darin übercin. daß der Haup!fa!tor. welcher das körperliche, geistige und moralische Werden der .Binder beeinflußt, in der Mutter zu suchen ist. Allerdings steht auch den Vätern er nicht zu unterschätzender Antheil in, dem Entwick. lungsgang ihrer Svrößlinge zu, aber die Behandlung dieses Themas würde zu weit führen, und vielleicht auch nicht ganz in den keuschen Rahmen von iFür unsere Frauen" passen. Des halb will.ich mich' strenge in den Grcnzen des weiblichen Reiches bewegen, und meiner Aufgabe gerecht zu werden suchen, indem ich mich ausschließlich an Mütter und solche, die es werden wol len, wende In Wort und Schrift ist den Frauen ost und viel gepredigt worden, daß der erzieherische Einfluß' der Mutter bereits mit dem Momente beginnen müsse, wo ihr ftind als selbstständig athmendes Wesen das Licht der Welt erblickt. Doch wollen wir alle Jene gern entschuldi gen, welche sich gerade . in 'diesem entscheidenden Augenblicke, mehr der freudigen Rührung, der Dankbarkeit für das lebende erlösende Geschenk, als ernsten pädagogischen Erwägungen über lasten haben. Hingegen sind gewiß alle Frauen, welche über ihren heiligen Beruf ernstlich nachgedacht, zu der Ueberzeugung gelangt, daß die wahre Mutter ihr einflußreiches Amt fchon viel srühcr antreten muß. als ihr selbst der Muttername zufällt. Und je mehr die werdende Mutter nachgeforscht und gesonnen, desto klarer mußte es ihr sein, daß, so armselig und hilflos solch ein neugeborenes Nichts dem Be schauer auch erscheinen mag. es doch Alles in die Welt mitbringt, was es für sein ganzes zukünftiges Leben brauchen wird. 5kein Glicdchcn. kein Sinn oder Sinneswerkzeug kommt mehr hinzu, Alles muß fertig vorhan den sein, wenn allerdings auch noch in Miniatur-Ccstalt, in verschwommenen Umrissen. Ein leeres Blatt die Seele, .die Sinne, Griffel ohne Führer" wie der Dichter diesen kindlichen Zustand schil dert. Ter Frau allein fällt dennoch die große Aufgabe zu. das Werden der Grundformen und Grundzüge möglichst zu fordern. So sehen wir denn, daß der mütterliche Einfluß fchon beginnt, wenn das kleine Wesen zu entstehen ansangt, und eigentlich sogar noch früher. Denn in dem Kinde spiegelt sich die eigene Per sönlichkeit, sowohl die leibliche als gei stifte Gesundheit der Mutter getreulich wieder. Ist die junge Frau selbst ein vollkommenes Ganze, haben sie reine, edle Empfindungen zu der Wahl ihres Gatten bewogen, dann wird ihr Füh len und Tenten sich später auch auf ihr Kind übertragen. Das innige Ver hältniß, in welchem Mann und Frau zu einander stehen, das selige Gefühl des wahren Glückes, der stillen Zufrie denheit. können , ihren wohlthatigen Einfluß auf den Leib und den Geist des werdenden Menschen niemals ver selben. ES ist demnach die höchste Aufgabe der Mutter, ihrem Kinde, selbst' wenn sie es noch nicht erschauen kann, eine wahrhaft gute Erziehung zu geben. Und deshalb muß .sie rechtzeitig für die harmonische Entwickelung ihres eigenen Körpers und Geistes Sorge tragen, muß sich heiteren Sinn und zufriedenes Gemüth bewahren. Denn vergrämte, melancholische, launenhafte Mütter, die selbst niemals im Stande find, ihre eigenen Marotten und. Stimmungen zu kontroliren, die muth und halttos sich von den kleinsten , Zufällen oder Ereigniffen zu zornigen leidenschaft liehen Ausbrüchen fortreißen lassen, können versichert sein, daß dieselben Eigenschaften ihnen dann an ihren Kindern wieder begegnen und dort neue Schwierigkeiten für sie selbst erzeugen werden. Gräfin von Ansbach sagte sehr wahr: Eine solche. Frau sollte doppelt aujmerksam auf ihre Gemüthsstimmung sein und besonders keinen Gedanken und Empfindungen nachhän gen, welche betrübend oder lieblos sind. Die Verbindung zwischen Seele und Körper ist so innig, daß die Gesichts zöge gewöhnlich den Ausdruck der Vor gänge im Innern annehmen; ist da nicht der Gedanke natürlich, daß ein Kind vor seiner Geburt von der Ge müthsstimmung seiner Mutter sollte le den können?" Ist nun die enorme Tragweite dieses Stadiums des müt te'lichen Einflusses auf das werdende K'Nd von der jungen Frau richtig er faßt und mit Herz und Vernunft durchgeführt worden, so blüht ihr in dem kleinen Wesen selbst der allerbeste Lhn. Wenn also die Kinder schon bei ihrer Geburt das Resultat des mütterlichen Einflusses deutlich nachweisen, wie wird sich dieser erst bei deren späteren Ge staltung geltend machen können und rrüssen. Denn auch hier dürfen wir unmöglich erwarten, daß die Kinder anders werden, als ihre Mutier es sind. In Wirklichkeit ist die Mutter abermals Alles in einer Person, in ihr finden wir Alles . vereint, , was ; für die drei Hauptele.mente Entwickelung, Erzie bung und -Umgang des jungen Men schenkindeö nothwendig , erscheint.' Jeder einzelne dieser Zweige bildet an sich ein großes Feld des Studiums, zu groß und bedeutend.,, um auch hier nur kurzmeg und nebettsachlich abgethan u werden, deshalb möchten wir dem nächst auf dicfcs für uns Frauen so wichtige Thema wieder zurückkommen. Das Back fisch alter'. In einem WMatte las. ich -einst: .Diese Pensionate (für Mädchen) sollten in ihre Prospekte schreiben: Hier werden lunge Damen von 14 bis 13
Jahren erzogen. Sollten sie älter werden, so müssen sie nocb einmal erzo gen werden." Und von einen! töchter reichen Vater, ltsbcsiyi'r, borte ich folgenden Ausspruch: Wenn die Mao chen mit 14 odcr 15 Jahren aus der Schule kommen, dann sind sie am dümmsten, mil 18 Jahren' werden sie wieder vcrnünstiger.Dies ist freilich nicht sehr höflich ausgedrückt, und die in dem g.-fährlhen Alter des Backfisches- stcy.'nd: Tochler wird ihr Naschen rümpfen, wenn sie es lieft. Und doch ist mehr als ein florn chen Wabiheit in obigen Aussvrüchen enthaüen. und für ein Vicrtclstündchen wallen wir die Grausamkeit begehen. das BaZfifchchcn unter die Luppe zu nehmen. Das Köpfchen der meisten, selbst wenn ein großer, langer Zopf daran hängt, beginnt allerdings sich zu drehen, wenn nach beendigter Schulzeit und nach der Konfirmation Lieschen, Els chen, Dorchen. mit Fraulein Elise, Fräulein Lzuise, Fräulsin Torokhea angeredet werden und mau in Gesell schast Erwachsener' Notiz von ihnen nimmt. Und nun vollends auf Tanz Vergnügungen. Ballen scheint ja die Einführung eines netten Backfischleins manchmal,' den Nimbus mehrjähriger Vaüköniginnen verdunkeln zu wollen! Besonders die jungen und jüngsten Herren, welche seit ein paar Monaten aus der allerdings weit weniger inter essanten und wohlgcfallenen Periode der Flegcljahre- herausgetreten sind, schwärmen und umschwärmen den Backfisch mit Huldigungen. Doch so uubcschreiblich reizend dieser jüngsten Tänzergeneratiin der Backfisch auch erscheinen mag, so wenig nach ihrem Geschmacke finden ihn öfters die eigenen Eltern und Geschwister zu Hause. Ter Backsisch wird gar zu eitel, launeiUzast, zu keiner ernsten Ar deit mehr aufgelegt, nach Umstünden sogar hochmüthig, stets widersprechend, unbotmäßig, sich in emancipirten Allü rcn gefallend u. f. w. In England und Teutschland werden junge Mädchen im Backsifchaltcr sckon ge,ellschastlich berücksichngt, sie Wählen mit, und dies bringt wahrichein lich die soeben angedeuteten Uebclstände mit hervor. Anders in Frankreich. Tie 14- bis Itijährige Tochter wird, wenn sie im Salon ihrer Mutter sich aufhält, von Herren nicht angeredet oder in ein Gespräch verwickelt. Auf den Bällen macht der ihren El tern.b:kannte junce Hcrr ihr zum Zei chen' der Aufforderung zum Tanze eine stumme Berkcugung, tanzt stumm mit ihr und führt sie dann alsbald an die Seite ihrer Mutter zurück. Das junge Mädchen in diesem Alterist in der fra'n zöschcn Gesellschaft eine noch ganz ge schlosiene Blumenknospe und macht ge rade in diesem gefährlichen Alter, wo hochfliegende, phantastische Wünsche und Gedanken auch das Innere dieser Fünf zehnjährigen durchwogen, eine strenge Schule der Selbstbeherrschung durch, solch ein junges Mädchen ist zum Stummsein bei Tafel und im Salon unter Erwachsenen verurtheilt, und anscheinend nimmt Niemand Notiz von ihm. So verlangt es die gesellschast liche gute Sitte und Wohlanständigkeit dort seit Jahrhunderten; dies hindert jedoch nicht, da man sogar die Blicke, das fächeln, den Gesichtsausdruck, die Bewegungen eines solchen jungen Mäd chens tritisirend beobachtet. Jnteressantcr und liebreicher ist jedenfalls ein schweigsames, sich ganz bescheiden be nehmendes junges Mädchen, als ein plapperndes, welches sich so geberdet, als kenne es. bereits die Menschen und wisie alles. Diese Karikatur der Back fische trifft man in England häusig an, und auch in Deutschland ist diese Species leider nicht unbekannt. Es ist aber bei solchen jungen Mädchen der unendliche Zauber, w'lcher die noch ge schlosiene Blumenknospe umwedt, be reiis dahin, . her Schmelz auf den Schmetterlingsflügeln bereits abge streift. . Deutsche Mütter, welche instinktiv die unrichtige Position ihrer d.'r Schule entmachicnen ' Töchter fühlen, oder häusig das junge, in seiner Meinung fertige Persönchcn" gar nicht mehr zu regieren wisien, helfen sich damit, daß sie dasselbe während dieser paar gefähr lichen Jahr in ein ausländisches Pen sisnat, oder zu einer bekannten, ver trauenswerthen Familie, oder in cme HauShaltungSjchule geben, hoffend, daß die fremde Umgebung und die Zeit einen reifenden (5influß auf das un fertige" Töchterchen ausübe. ' Wer seine Tochter aber, im Hause behalten muß, der sorge dafür, daß sie darin während dieser Jahre ja immer den. Vortheil einer bestimmten, - nütz lichen. womöglich körperlich ermüden den Thätigkeit genieße; jede Stunde ihres Tsgelaufes fei ausgefüllt, es bleibe keine Zeit zu Träumereien. Das e,hält die geistige und körperliche tt!e sundhcit, bringt innerlich und geif.i vorwärts, gibt Heiterkeit des. Gemüths und das Gefühl der Befriedigung. Ter Mutter, die sich vielleicht noch jung fühlt und hübsch ist, fei gesagt, daß sie in ihrem im Backfischalter stehen den Töchterchen die schärfste Beobachte rin und radikalste Beurtheilerin ihres eigenen BetragenS,'Thun infl) Lasscns um sich bat. Dasselbe weiß Sein und Schein haarscharf zu unterscheiden, und Worte und gute Lehren ohne den Hin tergrund des eigenen Beispiels. vn gu tem, löblichem Thun werden nicht nur gar keinen Eindruck mehr auf dasselbe machen, sondern jrnach der Lcbhaftig keit seines Temperaments nur seinen Widerspruch hervorrufen, so daß oft ein sehr unliebsames Verhältniß zwi schen . Mutter und Tochter in diesen .Jahren entsteht. Eine gewissenhafte Mutier, die wirk lich das Beste für ihr Kind will, wird sich selbst vor allen Dingen in die Zucht nehmen müsien, ja durch ihr Kind ge wisicrmnßkn erzogen werden .7 Gleich giltlg und folgenlos'ist. nichts aus Er den; am schwersten .und verhängniß vollsten straft sich indeß das den Kindern
I gegebene böse Beispiel. Den Kindern I - r r. . l r.t.-.fi-. s4
Uno wir 01c groie o.rsnrl inulvig. sagten die alten :ttömer. und Plutarch erzählt von MarcusIato: Er enthielt sich so scdr. vor seinem Sodne irgend ein zweideutiges Wort zu sagen, als ob er sich in Gcgenn'art'dcr heiligen vesta lischcn Jungfrauen befunden hätte." Als er zum v'cnfor gewählt .worden war. stieß er Manilill? aus dem Senate. wer! derselbe in Gegenwart seiner Tochter scwe.Frau geküßt hatte. ' Zur Entschuldigung des nicht immer sympathischen Eindrucks, welchen das Beträgen der .Backfische- bei uns her vorruit. sei zum Schluß noch gesagt, daß die reichliche Halste der 'Schuld hiervon den Eltern und namentlich der Mutter angerechnet werden dars und muß. Goethe ruft einmal mit Widerwillen und tadelnd aus: Das Knabenvolk ist Hcrr der Bahn!" Jn'ö Weibliche überfez;t wäre cs ebenfalls widerwärtig, wenn man fagen müßte: Die Back sjsche machen sich in der Gesellschaft br.-it." Tu. litbt junge Freundin im Back fischalter, die Du Borstehendes gelesen hast, bist gewiß ganz anders geartet, als ich Deine pezies befchrieben habe. Ich sehe Dich im Geiste bei einer der folgenden Beschäftigungen: Tu liest entweder Tcincr lieben Großmama vor: oder Tu beaufsichtigst die Schularbeiten Tcincr jüngeren Gcfchmister: Du fädelst Deiner lieben Tante zwölf Nähnadeln ein, oder Du nihst Deinem kleinen Bruder und Deinem lieben Papa Knöpse an: Tu stopfst Deines Bruders, des Studiosus. Strümpfe und lernst ein Gedicht Schillers oder UhlandS dabei auswendig; Tu holst für Deine liebe Mama eine Schachtel vom Speicher und packst abgelegte Kleidungsstücke für ein Pathenti'ttd aus dem Lande, die Tochter Deiner einstigen Wärterin, ein; dann lernst Tu noch rasch Teine Gallicismen für das französische Kränzchen heute Nachmittag, oder spielst und übst noch ein knappes Stündchen bis zum Mit tagesien an der Mozart'schen Sonate, welche Onkel Otto Tir mit der Biline begleiten will. Heute Nachmittag willst Tu auch noch für die alte Tore die Jacke auf der Nähmaschine zusammen nähen; da wird morgen eine Freude werden, wenn sie dieselbe abholt ! öluf Dich, liebes Kind, paßt alfo meine Beschreibung nicht. Meta Wellmer. Krähen essen. Den Ausdruck Krähen efen", der die Bedeutung hat sich einer Demüthi gung unterziehen", erklärt ein alter amerikanischer Staatsmann mit fol gender (Äefchichte: Ein Soldat aus Neu )ork ging mit einem Gewehr über Land; auf einer Wiefe bemerkte er un ter grasenden Kühen eine Krähe, zielte, ohne an Böses zu denken, auf den Vo gcl und fchoß ihn todt. Dann legte er sein Gewehr hin und ging, die Krähe aufzunehmen; als er sich aber wieder aufrichtete und umwandte, sah er mit. Schrecken sein eigenes Gewehr aus sich gerichtet, nnd zwar in den Händen eines Holländers, der offenbar in der größten Wuth war. Es stellte sich heraus, daß die Krähe ein zahmer Bo gei und der Liebling ihres Besitzers ge wesen war. Erst nach langem Bitten gab der Holländer seine Absicht auf. den unvorsichtigen Jäger zur Sühne' für seine Krähe todtzulchlccn, Indexen nur unter der Bedingung, daß der Soldat das Thier csj5. Immer unter dem. Banne des auf ihn gerichteten Gewehrlauss, trug der Soldat einige Spühne zusammen, machte Feuer an, briet den Bogel und fing an, ihn zu rerfpeifen; als er damit aber bis zur Hälfte fertig war, wurde ihm so mise rabel zu Muthe, daß er erklärte, lieber wolle er sich todtschießen lassen, als weiter essen. Die 2öuth des Holländers war mitt. lerweile verraucht; er schenkte dem Sünder den Rest der Strase und gab ihm sei Gewehr zurück. Nun aber wandte sich das Blatt, der Soldat rich tete jcpt seinerseits das Gewehr-auf den Holländer und zwang ihn, die zweite Hälste, des unappetitlichen Vogels zu verzehren. Dann verließ er ihn, doch war die Geschichte noch nicht zu Ende. Der Holländer führte Klage beim Ober sten des Regiments und bezeichnete, als dieses ihm vorgeführt wurde, einen der Söhne des Mars als den Schuldigen. Ter Oberst fuhr diesen grimmig an: Kennen Sie den Mann da?" Zu Befehl. Herr Oberst, ja,- lautete die lächelnden Mundes abgegebene AntWort, wir haben gestern zusammen dinirt...." In die Heiterkeit', die diese Antwort erregte, stimmte auch der Holländer ein. und von einer Bcrfol gung der Klage war leine Rede; aber der Äusdruck tträyenesfen" ist seit der Zeit geblieben. (Sedankensplitter." Man pflegt in der Regel Glücks. Pilze" um Rath zu fragen: ost wäre es jedoch besser Pechvögel" zu studiren. So viel Schlauheit besitzt der Dümmste, um sich selbst betrügen zu können. An der schweren 9Mh ist häusig der Schwerenöther selbst schuld. . Die Erinnerung gleicht gutem Wein; auch sie gewinnt mit jedem Jahre, um welches sie alter wird., Der größte Wohlthäter der Armen ist die Eiielteit. Kein Siegel schmilzt so leicht, als das Siegel der Berschwiegenheit. . . Je kürzer ein Gedicht, um so schwerer ist es zu machen; dcßhalb ist eS am allerschwcrstcn,gar kcins zu m chen. Zweierlei. Dame szum neuen Dienstmädchen): .Ich bitte Sie, mir nur immer die Wahrheit zu sagen!" Dienstmädchen:' Und Ich, ' gnädige Frau, bitte, mir nur ja niemals die ! Wahrheit zu sagen 1"
tyür eine VlttUle. inc5?iloie c;:$ tit franefti tea 5!n?!L!ion. n naht: von kg. Fürst.
Tc? Graf von Elairvillc Hatte soeben seine einzige Tochter Volande mit dem Marquis de Kcrgouet vermählt, dem Sprößling einer alten und stolzen Ja miii: der Bretagne. Die Ecrcmonie war beendet, die jckt' weit geöffneten jZirchcnttzürcn enthüllten den hohen. reich mit Älumen und Kerzen geschmücklen Altar, und in dem betränzren Rah men der Ausgangspjorte erichicn das junge Paar, watzrend die Globen ihr Geläute ertönen ließen. Süße Frühlingscüfte füllten mit balfamischem Wohlgeruch die Luft, jubelndes Gezmitscher stieg aus zahllosen kleinen Vogelkihlen zum Himmel empor, und goldige Sonnenstrahlen umgaben, wie mit einem Heiligenschein, die Stirnen der Braut und tys Bräutigams. 7)o lande war schon und anmuthig wie d.r junge Tag. in ihrem zarten, weisen Gewände und Spitenschleier glich sie einem Engel des Lichts, und die Augen des edlen Marquis von Kergouet ruh ten mit unaussprechlicher Liebe auf ihr. Tie ländliche Bevölkerung prangte im besten Sonntagsstaat. Die Man uer trugen Rosetten im Knopfloch, die Frauen Blumen am Mieder, und Alle schwenkten blühende Hagedornzweige und machten die uft erzittern mit ihrm Freudengefchrei und ihren endlosen Hochrufen. tog lebe Mademoiselle ZZolandeZ Gott fegne unfere füße, junge Herrin!" rissen sie und zuweilen fügten sie hinzu: .Lang lebe der Marquis!" Zur Kirche von lairville. welche das ganze Dorf übcrragte, da sie auf einer felsigen Erhöhung gebaut war, führte ein vielfach gewundener Stufen Pfad. Reiche und Arme, Bornehme und Geringe, Lebende und Todte, sie alle konnten nur vermittels dieses Pa radieswegeS" in die Kirche gelangen. Die Hochzeitsgesellschaft stieg, begleitet von den lebhaften Ausrufen der Menge, den ländlichen Weg hinab, an desien unterstem Ende die Equipagen ibrer warteten, um sie in'S Schloß zurückzuführen. und der Bräutigam auf's Angenehmste berührt durch den Euthu siasmus Und die augenschewliche Zu neigung des Bolkes sür seine Braut, slüsterte ihr zärtlich zu: Du siehst, meine Geliebte, wie theuer Du dieseu Leuten bist. Sie werden Dich nimmer vergesien, und ich fürchte. ic grollen mir im Innersten ihres Herzens, weil ich ihnen ihren gu ten Engel raube." Jolande lächelte ihn einen Augenblick mit ihren seelenvollen Augen an, dann wandte sie sich zu ihrem Bater um und sagte: , Es ist ein wundervoller Tag heute, Pava, können wir nicht nach Hause gehen?" Gewiß. . Liebling, wenn Du es wünschest," erwiederte dieser, hocher freut, daß sich ihm Gelegenkeit bot, sei nem Kinde, von dem er sich ja bald trennen mußte, noch eine Bitte gemüh rcn zu können. Und so ging das Brautpaar und der jüngere Theil der Gesellschast zu Fuß durch das Dorf nach Schloß Clairville, während die Aelteren in ihren Wagen folgten. olande. am Arme ihres Gatten, blieb wiederholt an dieser oder jener niederen Hütte stehen vor deren Thüren die Alten und schwachen saßen, welche an dem Aufzug nicht hatten theilnehmen können und doch gar zu gern die Braut nach ihrem Scheiden noch einmal gesehen hätten. Für Je den hatte sie ein liebreiches Wort und ein Lächeln, und manche zitternde Hand streckte sich ihr entgegen, und manche schwache, bebende Stimme nannte feg nend ihren Namen. Der Zag erreichte jetzt einen engen Pfad, .da 'stellte sich ihm plötzlich ein Hinderniß entgegen: es war ein Leichenbegängniß. welches ihnen unverhofft den Weg verfperrte. Ein sehr ärmliches mußte es sein, denn die weiße Hülle, welche den Leichnam eines jun gen Mädchens bedeckte, zierte kein ökranz. leine Blumenkrone, nicht eine einzige Knospe war auf der schlichten Bahre zu sehen, trol der blüthenreichen Frühlingszeit. Hinter den Trägern schritt langsam mit gesenktem Haupte, das Gesicht in den Händen verborgen, em ärmlich gekleideter Mann, der einzige Leidtra gende ein Bild der Verzweiflung. " Beim Anblick des Festzuges wollten die Träger zurückweichen, um Platz zu machen, aber der Trauernde erhob sei nen Kopf und starrte wild auf die sröhliche Menge, , welche in ihrer rei chen, glänzenden Kleidung und mit den lachenden, glücklichen Gesichtern sei nem tiefen Schmerz Hohn zu sprechen schien. .Vorwärts!" schrie er mit heiserer Stimme den Trägern zu, wobei seine verbitterten Züge' einen Ausdruck an nahmen, als ollte er all die feinen Herren und Damen unter seine Füße treten. Aber die Männer rührten sich nicht. Hierauf trat der Graf vor und sagte in ernstem Tone: Achtung vor dem Tode. Freunde! Gehen wir zurück und lasten die Bahre passiren!" Dem wurde augenblicklich Folge ge leistet, und der Leichenzug schritt an der prunkenden Menge vorbei, welche ehr furchtsvoll Platz machte, indem die Da men sich bekreuzten und die Herren ihre Häupter entblößten. . Die Braut wurde beim Anblick der noch jugendlichen Gestalt unter der weißen Umhüllung vom tiefsten Mit gefühl ergriffen. Sie löste eine Zweig blühender Orangen aus ihrem Bouquet und legte ihn sanft auf die Bahre. Der ernste Leidtragende sah diese Handlung, und seine Gesichtszüge mil d:rten sich ein wenig. Da barg er wieder sein Gesicht in den Händen und brach in leises Schluchzen aus. Wer ist dieser Mann?" fragte Gras Elairville.
Ich weis es nicht. Herr Graf." entgegnete der Angeredete, er ist ein Fremder und kam mit seiner Schwe ster vor einigen Tagen hier im Gast Hof an: sie war schon fast todt, wie Jeder sehen konnte. Er scheint sie sehr geliebt zu haben, und als sie starb, fluchte er wie rin Heide und crdod drohend seine geballte Faust zum Himmel." - Die Hochzeitsgesellschaft bewegte sich dem Schlosse zu. und das fröhliche Ee. läute der Glocken verwandelte sich in düstere Grabestlüngc, als die Bahre sich dem festlich geschmückten Kirchcncingang näherte. Wer war jene junge Dame ?" fragte dcr Trauernde einen der Trä ger. Das ist Modcmoiselle Jolande de Clairville." war die Antwort, und der Fremde flüsterte leise: Möge sie immer glücklich sein!" Dann trat er in die Kirche ein.
ZwanzigJahre gingen dahin, unddie, Schreckensherrschaft in Paris begann. In der Bendee erreichie der Krieg seinen Höhepunkt, als der Konvent eins sei ner Mitglieder mit dem Befehl nach Nantes fandte. schnelle und gewaltsame Maßregeln gegen die Royalistcn zu er greifen. Dementsprechend veranlaßte der mit dieser Aufgabe Betraute. Namcns Earricr, daß eine große Anzahl Bcrdächliger- in einem Gebäudc.zin der Nahe der Kathedrale von St. Pierre, cingefchlossen wurden. Männer, Frauen und Kinder pscrchte man in diesem Ant'.chambrc" der Lviie zutam:nen, und trotz der täglichen Massencrträn kungcn war das Gefängniß immer mit Opfern angefüllt. In einer grohcn, niedrigen Halle hielt der schreckliche Diktats? fein Scheingericht" über Leben und Tod ab. Die Gefangenen theilte man in zwei Klasicn, in Angeklagte und Berur theilte. Die erstere Gruppe nahm in demselben Maße ab. wie die letztere zu nahm, und endlich beschloß Earrier, das Gcrichlsvcrsahrcn noch mehr zn beschleunigen, indem er jede Formalität in der Berurthcilung der Angeklagten bei Seite ließ. Bon nun ab hörte man nur die verhängnißvollen Worte: Zum Tode verurtheilt", sobald ein Royalist über die Halle vor den Nichtertifch gc sührt wurde. Henri de Kergouet!" 'rief der Gerichtsdiener auf, und ein junger Mann von ungefähr achtzehn Jahren löste sich aus der Menge. Er machte dem Richter eine Verbeugung, so vornehm und graziös, als befände er sich am Hose von Versailles, und schien vollständig m Unkenntnis darüber, daß ein grausamer Tod seiner harrte. Sie sind angeklagt, der Anstifter einer Verschwörung gegen die Republik, in der Person ihrer Oberhäupter, zu sein und an einem Komplott gegen mein Leben theilgenommen zu haben." Ter Jüngling richtete ein Paar freier, furchtloser Augen auf den Sprecher und antwoitete'gelasien: wJch schulde Ihnen meines Baters Tod. Ich bezahle stets meine Schuld!" Henri!" rief eine Frauenstimme in flehendem Tone. Earrier warf einen wüthenden Blick um sich, während Henri de Kergouet abgeführt wurde. Zwei Frauen standen nun vor dem Richter. Sind Sie die Mutter jenes jungen Mannes?" fragte Earrier die Aeltcre. Ich bin seine Mutter, und diefes Mädchen ist seine Schwester." Ihr Name?" olandc de Elairville, Marquise de Kergouet." Der Nichter blickte einen Moment scharf auf die Sprecherin, dann erklärte er die Untersuchung für beendet und fügte kurz hinzu: Zum Tode verurtheilt, alle Drei!" Tie Abgeurtheilten wurden nun in ihren Kerker zurückgeführt.Je zwei zusammengebunden, warf man die Unglücklichen in Boote und ruderte sie weit hinaus in die Loire, um sie dort durch Bajonett- oder Schwerthicbe zu tödten und ihre Leichen in's Wasser zu werken. Diese lang same Methode jedoch stillte noch nicht zur Genüge den Blutdurst Earriers und er gab daher den Befehl, Hunderte seiner Opfer auf ein benachbartes freies Feld zu befördern und niederzuschießen. Die Marquise de Kergouet und ihre beiden Kinder harrten in traurigem Schweigen der Vollziehung ihres Urtheilsspruches, als der Schließer die Zelle betrat und die junge Gräfin auf forderte, ihm zu folgen. Oh. warum müssen wir getrennt werden ?" rief die Mutter in Verzweislung. Aus Befehl des Bürgers Earrier !" erwiderte der Mann. Nach einer langen und thräncnvollcn Umarmung verließ das junge Mädchen ihre theuren Angehörigen und folgte dem Schließer zu dem gcfürchteten Äktator, welcher sie mit ernstem Blicke musterte. Nachd:m der Schließer sich entfernt hatte und er sich allein mit dem zitternden armen jungen Wesen befand, fragte er mit 'flüsternder Stimme: Wie heißest Du 1" Wonne de Kergouet." , Liebst Du Deine Mutter ?" Ja. mein Herr," antwortete das Mädchen, am ganzen Körper vor Furcht bebend. Und Deinen Bruder was wär best Du thun, um sein Leben zu ret ten?" Ich würde mit Freuden mein eigencs opfern." rief Z)vonne eifrig. Ich wünsche nicht Dein Leben. Kind, aber Dein Stillschweigen. Wie lltbistDu?" Sechzehn Jahre, mein Herr." Dann hast Du noch nicht lügen ge, lernt. Höre zu. Hier ist ein Brief, welchen ich Dir nur unter der Bcdin gung anvertraue, daß Du mir gelobst, denselben nickt vnr Mitterockt zu 55.-
nen. Nrcb mehr. Du darfst zu reiner Mcnfchcnjccle etwas davon erwähnen. Bcrsv:ichit Du mir dies? Nun gut. Geh." Das. geängstigt? Mädchen nahm den Brief, steckte izn in den Busen und würd: nach seiner Zelle zurückgebracht. Bevor sie Zelt lzatte. auf alle die bangen Fragen ihrer Mutte und ihres Bruders zu antwoiien, erschien ein Mann mit einer Pistole in der Hand' und bedeutete d'e Gefangenen, ihm zu folgen. Indem er ihnen bei Todes strafe die strengste Verschwiegenheit an empfahl, gab'er 7)vonnc seinen Arm, Während Henri de Kergouet seine halb ohnmächtige Mutler untcrstühte. Durch dunkle Straßen leitete er die Royalisten. Ihr Begleiter gab ein Signal, auf welches augenblicklich ein Mann in einem Boo'l in der Dunkelheit austauchte. Steigt ein!" sagte der Bootsmann mit leiser Stimme, und sobald sie sich gcsct hatten, ruderte er fort in die Mitte des Strom.'s. Sei muthig. kleine Schwester!" -flüsterte Henri, indem er vonne an sein Herz drückte, dann erwarteten Alle ergeben ihre lerte Stunde. In skne wenigen, kurzen Augenblicke schien sich noch einmal der Inhalt ihreö ganzen Lebens zusammenzudrängen, alle Freuden und Leiden ihrer Kindheit sowohl, als die legten Heimsuchungen und Schicksalsschläge. Plönlich sahen sie in der Entfcrnuna
die Umrisse eines Schiffes sich deutlich von dem finstern Himmel abheben, ihr Boot näherte sich demselben mit großer Schnelligkeit, und bevor sie sich von? ihrem Erstaunen erholt hatten, fanden sie sich an Bord des Schiffes, während ihr Fährmann eiligst nach dem Ufer zurückruderte. Was bedeutet dies?" fragte Henri nach einer verwunderten Paufe. Daß Sie gerettet und," erwiederte der Kapitän des Schisses. Gerettet? Wie? Durch wen?Bor einigen Stunden erhielt ich eine große Summe Geldes nebst der Orore. hier auf drei Pasiagiere zu war ten, welche nach England zu reisen wünschten. Der Ordre war ein Geleitbricf beigefügt, der die Unterschrift dc5 Diktators Earrier trug. Wenn wir günstigen 'Wind haben.' werden wir irr wenigen Tagen die Küste Englands erblicken." ..Wie spät ist es?" fragte Jvonne den Kapitän. Grade halb eins, mein Fräulein." Hastig nahm das Mädchen den Brief, welchen es von Earrier empfangen hatte, aus seinem Mieder, öfsncte ihn und las die ersten Zeilen: .An Mademoiselle Yolande de Elairvillc!" Dies ist für Dich, Mama," sagte Jvonne, den Brief ihrer Mutter über reichend; aber die Marquise übergab ihn ihrem Sohn zum Bor.lesen. Ter Brief, lautete folgendermaßen: Bor zwanzig Jahren, an Ihrem Hochzeitstage, legten Sie eine Blume aus Ihrem Braütbouquet aus den Sarg meiner Schwester. Sie war gerade sechzehn Jahre alt. Ich wün sche, meine Schuld abzutragen, und hiermit schenke ich Ihnen für Ihre eine Blume drei Leben. . Earrier." E in kostspielig er 'Aprilscherz . Etwas kostspielig gestaltete sich ein Aprilscherz, den ein in der Jakobstraße in Berlin wohnender Herr V sieh gc leistet hat. Schon seit einigen Tagen hatte er seiner Gattin geheimnißvolle Andeutungen über eine zu erwartende größere Geldsendung gemacht, und die Gattin war schon im Stillen mit sich zu Rathe gegangen, in welcher Weise sie am besten einen Theil des Mammons für ihre eigenen Bedürfnisse vcrwenden könne. Für eine Badereise, oder für eine neue Robe, oder vielleicht für Beides zusammen? Aber vorläufic; mußte sie noch , mit ihren Entschlüssen zurückhalten, da ihr Gatte über die Höhe d:r zn erwartenden außlrzewöhnlichen Geldsendung ein geheimnißvolles Schweigen bewahrte. Da endlich es war am 1. April erscheint der Geldbricfträger mit schmunzelndem Gesicht und der Vitiheilung, daß er eine für Madame persönlich bestimmte Anweisung habe. Mit zitternder Hand quittirte sie. ohne in der Aufregung erst nach dem Betrage der Einzahlung zn sehen, und dann legte der Postbote lächelnd 5 Pfennig auf den Tisch. Tie Geldsendung beträgt 10 Pfennig." sagte er, davongehen 5 Pfennig für Bestellgebühr ab, fo daß " Behalten Sie den Rest, ich danke ' ein Scherz meines Mannes,- ruft Frau yj., die einer Ohnmacht nah: u Hör Gatte findet sie bald darauf in .einem: sehr bedenklichen Zustande, fiehat einen ihm Zufälle", der sie erst verläßt, nachdem er ihr unter heiligen Schwil rcn eine Badereise und drei neue Ro den versprochen hat. Er hat aber auch geschworen, niemals wieder einen Aprilscherz zu machen. Variante. Wenn mancher Mann wüßte, was mancher Mann dächi'. Bat mancher Mann manchen Mann manchen nicht möcht'! Undank. Herr: Johann, Tu siehst, meine Frau kann Dich nicht' lei. den! Tu mußt Tir daher einen ande ren Dienst suchen!" Bedienter: .So, das ist also der Tank dafür, daß ich damals. als Sie mich fragten, ob Si heirathcn tollen. Ja gesagt hab'? iv , Der Schwerenöther. Dur besuchst mich fo oft und willst , jedesmal nur Geld haben. Aber das sage ich Dir, so lange ich lebe, hast Du von mir nichts zu. erwarten! O, Tante, ich kann noch gern länger warten! ; Positiv. Lehrer: Meine Herren, wenn ich rede, so hat alles ruhig zu fein und aufzupassen, gersde so. als wenn ich nichts saae!
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