Indiana Tribüne, Volume 16, Number 221, Indianapolis, Marion County, 30 April 1893 — Page 4
Fndwna Tribttns.
Erscheint Eüglich und Sonntugs. Die tZgliche Tribüne-kostet durch den Träger Cents per Woche, die SonntagSTribüne" 5 EentS per Woche. Beide zusammen iSSenr oder 55 Cent per Monat. Per Post zuzefiZt t Vor suSbezahlung per Jahr. Office : No. 18 Süd Alabama Str. Indianapolis, Ind., 30. April 1893, ser y ant a ffM. B v. che kssch. Der' ganze Adel des Krakauer Greife? war zu einer großen Bärenjagd bei dem Fürsten Sanguschko , geladen. Zm Aerzer der zahlreichen Jäger kamen zwar viele Wölfe und Füchse in den Trieb, aber nur ein einjiger Vär, und dieser, ein prächtig'ei, gewaltiges Thier, wurde von dem jungen Edelmann Si giömund KarianoSki erlegt. Karbanoski hatte seine Flinte aus den Bären bgeschossen, jedoch denselben nur verwundet, und qU daS riesige Thier sich jetzt brüllend auf die Hinterdeine stellte und auf ihn zuging, mußte er zur Pieke greifen und mit ihm den Kampf Brust an Brust aufnehmen. ES gelang ibm, den Bören mit einem in zigen kraftigen Stoß zu Boden zu sirek ken, während er selbst mit einer kleinen Scbramme davonkam, welche ihm eine Klaue des Thieres an der linken Schul ter schlug. Man trug KarbanoZki im Triumphe ernm und begab sich dann in den be reitftehenden Schlitten nach demSchlosse, um bei dem Fürsten dp? Diner einzunehmen. Als der Wein erst die Zun gen gelöst hatte, begannen ein paar NimrodS Jagdgeschichten 31: erzählen, und endlich kamen wie immer, wenn Männer unter sich sind, die Frauen auf daS Tapet. Ein junger Cavalier BaranoSki schwärmte laut von der schönen Wittwe Barbara Solovjezka und viele stimm ten ihm begeistert zu. Ta erhob Kar banoSki, der bereits etwas zu viel getrunken hatte, den Finger und warnte BaranoSki vor der gefährlichen Zauberin. .Weshalb bekommt sie keinen Mann mehr?" fragte er höhnisch. .Weil sie ihren ersten Satten umgebracht hat und keiner die Courage hat, ihr zweites Ovfer zu werden. Vor ihr würde selbst der Teufel die Flucht ergreifen, wie damals, als ihn unser großer Hexenmeister TwardoSki einlud, mit seiner Frau ein Jahr auf der Erde zuzubringen." Viele lachten, andere nahmen Karba noSki seine Bemerkungen übel, einzelne widersprachen, schließlich aber wurde die ganze Geschichte im Tumulte der herrschenden Lustigkeit begraben. Doch damit war die Sache lange nickt zu Ende. Barbara . Solowjezka erfuhr die Aeußerungen,welche Karbanoski über sie gethan hatte, und die stolze, energische und muthige Fra beschloß, sich an dem schändlichen Verleumder, wie sie ihn nannte, zu rächen und denselben nöthi gen Falls persönlich zu bestrafen. Baroara begann damit, daß sie eine Klage gegen ihn einreichte und dieselbe mit allen jenen Mitteln, die einer reichen und schönen Frau zu Gebote stehen, unterftützte. Trotzdem ging die Sache nicht vorwärts. Ein Jahr verging mit Repliken, Dupliken und anderen Einwendungen, und eS kam zu keinem Resultat, zu keiner Entscheidung. Ta verlor die energische Wittwe die Geduld und beschloß, auf eigene Faust und Verantwortung zu handeln. EineS Abends, als KarbanoSki in seinem Edelhof zu PoliSko mit einigen Freunden beim Kartenspiel saß. ertönten draußen Geschrei und Hilferufe. Karbanoski öffnete daS Fenster, um, mit den Karten in der Hand, hinauszusehen, was eS im Hofe draußen gäbe. In demselben Augenblick erfaßte ihn eine kräftige Faust beim Schöpf und er sah seine schöne Feindin Frau Solowjezka mit zornig funkelnden Augen vor ihm stehen. Mit Aufopferung eines Büschel Haare . rettete sich KarbanoSki aus den Klauen des Satan?, wie er später erzählte, und flüchtete auZ der entgegengesetzten Seite durch ein Fenster in daS Freie hinaus. Als jetzt Barbara mit ihren Kosaken in den Edelhvf eindrang, fand sie nur noch die Freunde KarbanoskiS und seine Leute und mußte sich damit begnügen, den Weinkeller zu plündern und die große Scheune hinter dem Edelhofe an zuzüen. KarbanoSki eilte geraden WegS nach Warschau an den Hos deS Königs StanislauS August und brachte diesem seine Beschwerden gegen Barbara Solowjeöka wegen bewaffneten Einbruchs in sein Eigenthum vor. ES währte nicht lange, so erschien auch Barbara in Warschau, und auch sie begehrte und erhielt Audienz beim König. Sie kam nicht als Bittende, sonder als Klägerin. Sie beschwerte sich über die Bestechlichkeit der Gerichte und verlangte von dem König eine strenge Untersuchung und ihr Recht. Ter Kömg suchte die schöne Frau zu beschwichtigen und versprach ihr alles Mögliche und Unmögliche, nur um sie auf gute Art zum Verlassen des Audienzzimmers zu bewegen, denn Frau Solowjezka machte- Miene, in .demselben die Ent scheidung ihres Processes abwarten zu wollen. Bieder vergingen Monate, jn: daß der Streit zwischen Barbara und Kar banokki in ein neues Stadium getreten wäre. 9!un begab sich Barbara zur Königm und diese, stets geneigt, die Rechte ihres Geschlechtes zu vertheidigen. nahm energisch sür sie Partei. Der König, von seiner Gemahlin bcdrängt, wendete diesem Augenblick unwußt seinen Bi-ZiZeichsam Hilke
suchend nach seinem lustigen Naty, dem
Zwerg Pan Krullk. Dieser, welcher gleich einer Katze zu sammengerollt aus dem großen Ofen laa. streckte jetzt die Glieder, gähnte und kam dann herab, um seinem Herrn sein salomonisches Urtheil abzugeben. .WaS zögerst Du," sprach er, eine Sache, m der menschliche Weisheit niemals das Richtige zu finden vermag, einem andern Richter zu überweisen? Latz Gott entscheiden, und beide Theile müssen Dir Dank wissen. Nach altem Brauch soll der Verleumder sich dem Verleumdeten zum Zweikamps stellen. Laß also Frau Solowjezka und Herrn Karbanoski zusammenkämpfen, und gib am diese Weise dem Himmel Gelegen beit zu entscheiden, wer von diesen Bei den im Rechte und wer im Unrecht ist." Der König fand den Vorschlag seines Hofnarren klug und angenehm, und da ihm die Ausführung ein ebenso seit sames. als spaßhaftes Schauspiel der sprach, so gab er die Entscheidung ab. daß KarbanoSki sich der grau Barbara Solowjezka zum Zweikampf stellen müsse und zwar vor dem Könige und dem ver sammelten Adel. Barbara nahm daS Urtheil deS Kö nigS sofort mit Freude an, und so blieb KarbanoSki nichts übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. An dem Tage, wo der Zweikampf stattfinden sollte, drängte sich daö Volk in den Strafen von Warschau, nur um die Herren und Damen zu seden, die m reicher Tracht nach dem königlichen Palast fuhren, vor Allem die Beiden, welche zusammen den spaßhaften Zweikämpf bestehen sollten. In der königlichen Reitschule füllten der Hof und der Adel die Galerien, welcbe rund um dieselbe liefen, während der König und die Königin in ihrer Qcat Vlati aenommen hatten. In i'tv i'tllie oes mit Sand bestreu-, n flamD.rcu&es oar ein kurzer Psayl in oit 'xxöc qi langen woroe, an oiesen wurde KarbanoSki jetzt durch den Zwerg mit einem Fuße angebunden und bekam von Krulik einen hölzernen Säbel, den ihm derselbe feierlich überreichte. Wenige Augenblicke später trat Barbara ein. Sie sah prächtig aus in ihrem kurzgeschürzten Seidenkleide und ihrer Kazabaika von persischem goldgesticktem Stoffe, welche mit dunklem Zo bel aukaeschlagen war. Auf dem schönen energischen Kopfe trug sie einen kleinen K alpak von Zobelpelz und an den Füßen türkische Pantoffel von rothem Sammt mit reicher Goldstickerei. Den rechtenArm in dieSeite gestemmt, blieb sie drei Schritte von ihrem Gegner entfernt stehen und grüßte das königliche Paar. Alle betrachteten sie mit Bewunderung, und ein lebhaftes Ilü' ftern ging durch den Saal. Stt ist in der That ein schöneSWeib," sagte die Königin. Entt echte Amazonenkönlgin," erwi-! derte StaniSlauS August. Karbanoski pochte das Herz, als Barbara ihn mit den hellen schönen. Augen feindselig und spöttisch zugleich musterte. Wenn man ihm auch nicht den Fuß an den Pfahl gebunden hatte, um der Frau dem Manne gegenüber einen ge wissen Vortheil zu geben, so war ti auch an und für sich mißlich gegen ein Weib zu kämpfen, und nun gar gegen ein so schönes berauschendes Weib, dem der Sieg schon von vornherein gewiß schien. KarbanoSki sah sich geliefert in dem Augenblick, wo der Zwerg Barbara den hölzernen. Säbel über' reichte, und ei legte sich wie ein grauer Nebel vor seine Augen. Er hatte bereit? den Kopf verloren, ehe noch fein schöner Partner daS Schwert gegen ihn zuckte. Jetzt ertönte der Tusch der Trompetat drei Mal. Nach der dritten Fansare ging Barbara auf KarbanoSki loS. and griff ihn herzhaft an. Ihr Geaaer beschränkte sich darauf, ihre Hiebe, zu pariren, was ihm nicht leicht wurde,! denn die schlanke, geschmeidige Frau umschlich ihn gleich einem graziösen Raubthier und versuchte immer. wieder,, ihn von der Seite anzugreifen oder gar ihm in den Rücken zu fallen. Jetzt zog sie sich zurück und gina in einem weiten Kreise gleich einem Löwen, der den Augenblick erspäht, sich auf ein müde gehetztes Thier zu stürzen und demselben seine Pranken in den Nacken zu schlagen, um ihren Geaner herum, und zwar immer rascher und' rascher. KarbanoSki im Bemühen, ihr stets Auge in Auge zu begegnen, wickelte die Schnur, die ihn an dem Pfosten festhielt, ohne eS zu merken, mehr und mehr um denselben, verlor i;tzt mit einem Male daS Gleichgewicht und stürzte zu den Füßen Barbaras i den Sand nieder. I demselben Augenblick warf Barbara ihren Säbel weg. zog blitzschnell oen türkischen Pantoffel vom Fuße, setzte daS Knie auf KawanoSki's Nacken und begann mit dem niedlichen Pantossel auf ihn loszuschlagen. Lauter Jubel erscholl, der König lachte, so daß ihm die Thränen herabliefen, und endlich lachten Alle andern mit. AIS Barbara sich endlich zurückzog, erhob sich Kabanoski auf die Knie und bat um Gnade, dann leistete er ihr auf Verlangen vor dem versammelten Hofe und Adel demüthige Abbitte. Während Barbara im Triumphe die Arena verlies, schlich Kabanoski von dem Zwerge, der ihm spöttisch einen, Schleier reichte, um sein von Scham gerötheteS Antlitz zu verhüllen, geleitet durch ein Hinterpförtchen hinaus, um sich dem Spott der Zuseher und der Menge, welche draußen seiner harrte,' zu entziehen. Barbara Solowjezka wurde in Warschau als die Heldin des TageS vom Hofe nd vom Adel 'gefeiert und kehrte dann triumphirend auf ihr Gut zurück. Kaum war sie hier angekommen, erschien eines Abends Karbanoski bei ihr und bat um Gehör. Barbara em vsing ihn in dem kleinen Saal des EdelhofeS auf einem türkischen Divan sitzend, die Füße in den türkischen Pantoffeln uf mm großen Bärcllkell rubend.
Karbanoski machte seine Reverenz vor
ihr, dann trat er auf sie zu, ließ sich vor der schönen Wittwe auf ein Knie nieder, und begann ihr sein Leid zu klagen. Ich weiß, daß Sie mich hassen. schloß er. aber machen Sie ein Ende mit mir, ich kann es nicht mehr aushal ten, die Zielscheibe aller Witze zu bil den. Ich bin lächerlich geworden durch Sie; das ist schlimmer, als wenn Sie mir einen Arm abgehauen oder mir nach Tartarenart die Ohren abgeschnit ten hätten. Sie sehen in mir einen vollständig vernichteten Menschen, der bis zur Verzweiflung getrieben ist. Ich flehe Sie an, machen Sie ein Ende mit mir, tödten Sie mich. Es wird ein Vergnügen sein, von der Hand einer Frau zu steroea, welche so schon, so be zaubernd ist, wie Sie, und der ich leider m meiner Verblendung so sehr Unrecht gethan habe." Barbara sah KarbanoSki verwundert an, dann zuckte sie die Achseln, und ein schelmisches Lächeln zog von ihren klu-' gen Allgen zu ihrem energischen Mund herab. Ein seltsames Gefühl beschlich sie und em Gedanke, so originell, so capriciös, wie sie selbst, flog ihr durch den Sinn. Nochmals bat KarbanoSki: .Verfü gen Sie über mich, machen Sie mit mir waS Sie wollen, viertheilen Sie mich rädern Sie mich, nur befreien Sie micb aus dieser schrecklichen Laae. in die ich durch meine Schuld und durch die wohlverdiente Strafe, welche Sie mir zu Theil werden lttßen, geratyen vm." .Sie tödten," erwiderte jetzt Bar bara. während sie leise mit einem rei zenden Lächeln den türkischen Pantoffel von ihrem fiufo zoa. .Nein. daS wäre keine Strafe für Sie, und Sie sollen Ihr ganzes Lesen ytnourch büßen für das. was Sie an mir verbrochen babea. Sehen Sie hier diesen Pantoffel, der Sie schon emmal benezt hat, dem sollen Sie für immer verfallen. Sie habe mir 3b?e Seele verschrieben, wie Twar doSki dem Teufel. Ich halte Sie jetzt ? ? v f v . 4.r a in meinen lauen uao zur naie ux alle Ihre Sünden, werde tc& Sie beiratben." .Sie wollten," stammelte Karbanoski indem er die schöne Wittwe fast erschreckt ansah, das ist ja nicht möglich; Sie wurden mich zum Glücklichsten derMenschen machen, wenn eS wahr wäre. Nein, nein, Sie wollen nur noch zur Niederläge den grausamsten Spott hinzusügen." . fta. finden Sie mick denn wirklich so abscheulich?" fragte Barbara, mit emem koketten Blick, ftch habe Sie gehaßt." rief KarbanoSki, .bis zu dem Äugenblick, wo Lie m :m Zweuampfe gegenüber standen, da war eS um mich gesehen. Sen dem bin ich sttr Knecht. 9kbr Sklave!' .Und Sie sollen eS bleiben." rief Barbara, indem sie ihm die Hand auf die Schulter leate nd ihm lächelnd in die dunklen Augen blickte, .ich werde dafür sorgen, dies sou yre straie sein." Sarbanoski Neiate iick stumm übn ihren kleinen Fun im türkischen Pas w . loijci, uno lugle lyn. IS ich die Maser hatte. Lkizze von e (!, 2t. ES mag ein wenig sonderbar klingen. aber die Masern, diese so allgemeine Kinderkrankheit, sind eme der lichtvollsten, angenehmsten Erinnerungen auS meiner Kindheit; ich fühlte mich ja nicht schwer krank, aber so zärtlich bewacht, so ängstlich gehütet, daß ich mir selbst wie em jegr wichtiges kleines Heiligthum vorkam. Eine warme Aprilsonne scheint durch blaue Vorbänge gedämpft in mein Zim mer: auf einem mit einem schneeweiße Tuch bed.'ckten Tischchen stehen Medicmfläichchen mit Etiquette? und daneben liegen BonbonS. Unser HauS ist jetzt ganz still und mit geschlossenen Augen liege ich in meinem Bett und genieße diese Ruhe mit unbewußtem Behagen. Manchmal horche ich aus Etwa?, daS auf dem Feuer kocht, und bald darauf wird ein kleiner Löffel in einem Glase herumgerührt. Am Jen ster muß wohl Jemand sitzen, denn bald raschelt eS, wie wenn ein Buch durchblättert würde bald ist eS mir, als würde eine Scheere ganz sacht auf einen Tisch gelegt. Nur zuweilen verräth ein ganz milder, geringer Luftzug oder ein leiseS Geräusch vom Eorridor, daß die Thür sich öffnet, und am Rascheln eines Kleides, am Flüstern einer Stimme werde ich gewahr, daß Jemand sich einem Bette nähert. Wie in einem Traum ist es mir, aU ob eine liebe Hand mir neues schönes Spielzeug auf das Deckbett legt, aber meine Teilnahmlosigkeit ist so groß, daß ich die Augen nicht aufmachen und die Hand nicht ausstrecken kann, um danach zu greifen. Bei einbrechender Dun kelheit, etwa um die sechste Stunde, wird die mir so wohlthuende Stille durch em Geräusch aus dem Hofe unterbrochen; lärmend wie aus einem Käfig bereit, stürzen die Kinder aus der Nach ittagSschule und unter den kleine Wildlingen mit den tmtenbefleckren F:vgern und den zerzausten Zöpsm sehe ich mich selbst, wie ich. mit meinen Büchern in der Hand, die Treppe hinaufr-.se. Mir ift. alS od diese nicht fest wäre und die Stufen unter meinen Füßen schwank ten; eS schwindelt mir und ich türchte. hinunter zu stürzen. Aber diese Fieberphantasie wahrt eine Sekunde: ich fahre zusammen und mit weit geöffneten Augen sehe ich. daß ich ruhig in meinem Bette liege. Nur die Lamve, welche man sorgsam mit einem grünen Schirm geschützt hat, ift inzwischen angezündet worden und ich merke, daß ich bei dieser künstlichen Beleuchtung d Gegenstände um mich herum klarer und schärfer unterscheide, als vorher. Auf der Tapete ift ein Muster von weißen Rosen, welche auf biegsamen Stengeln sitzen und von zierlichen Bandschleifen zusammengehalten werd; nicht müde werde ich, mir genau die Oliederuni des MutterL. LttZ.
den zarten Aeflchen ves herabhangenden LaubgewindeS leite ich meine Augen zu den Blumenbüscheln; von da gleite sie an den Stengeln hinunter bis. zu der Bandschleife, wo sie regelmäßig Halt machen, um daS automatische Spiel in derselben Reihenfolge immer aus Neue zu beginnen. Auch die Säulen der vdt Kupsereinlagen verzierten Wandnhe sind mir eine Unterhaltung und die Zs2Smensetzung ihrer inneren Theile ift mir ein interessantes Geheimniß. Zeh Jahre meines Lebens hat mir die Technik dieser Uhr Kopfzerbrechen gemcht und das ist mir noch heute zum Lebea. So quält gar manches unbeairtw tete Warum das kleine Kinderhirn ?d der unentwickelte Verstand ist r,l eigen sinnig, daß er gern schon vor der Zeit und ohne fremde Hilfe die Räthsck ent zissern möchte, welche sich später von selbst lösen. Jetzt muß man wohl in dem ansto senden Zimmer sveisen, denn ich höre daS Geklapper von Gabeln und Tellern, uns das Geflüster der so bekannten und geliebten Stimmen dringt deutlicher an mein Ohr; ich habe mich jetzt schon besser an die vollkommene Stille gewähnt, in welcher jedes Se rausch sich verdichtet. In der Nacht jedoch, wenn man schlecht schlaft, wird die Sache gemüthlich; das Kaminfeuer verbreitet eine unheimliche Helle über die in der Nähe befindliche Möbel und Geräthe. und der Wider schein der Nachtlampe bildet auf der Decke des Zimmers kleine Sonnen und Lichtstreifer, welche beim geringsten Lufthauch hin- und herzittern. Gin wenig kindische Farcht beschleicht mich in dem hohen Raume mit den finsteren Winkeln und den langen, faltigen Vorhängen ;eS ist auch ein großer Schmerz, zu wachen, während diejenigen, welch man so irnrg liebt, schlafen, und man hat daö Gefühl, als ob unsere Schugeister sich von uns entfernten und uns mutterseelenallein ließen. Man wird aufgeregt, stöhnt und jammert und be ruhigt sich nicht eher.alö bis man fühlt, daß eine warme weiche Hand uns liebe vcll zu besänftigen sucht. EineS schönen Morgens dringt der helle Sonnenschein durch die fortgezogenen Vorhänge und plötzlich wandelt mich die größte Lust an, zu spielen und herumzulaufen. Gern möchte ich sofort aufstehen, so leicht sühle ich mich in meiner Schwäche, eS ift mir, als wären mir Flügel gewachsen, so schnell glaube ich, mich fortbewegen zu können, und dabei bin ich unfähig, mich auch nur einen Augenblick auf den Beinen erhalten zu können. Nun kamen diese süßen Zeiten der Verwöhnung und der Rekonvalescenz, die mir bis heute einen wonnevoll Eindruck zurückgelassen haben; die erste kräftigere Stunde, wo ich zu spiele versuchte, um nur zu bald von Müdigseit und Schlaf überwältigt zu werde ; meine so lange vernachlässigten Puppen, die Schäfchen und die Bäume aus der Schäferei, wie hastig suchte ich sie her vor und wie schnell blieben sie im wirren Durcheinander auf dem seidene Deckbett liegen. Und endlich kam auch der Augenblick, wo ich muthig versuchte, gauz allein auf dem Teppich eini Schritte zu thun, all' diese Momente sind mir bis heute unvergeßlich geblieden. Alles hatte sich sür mich während die
ser vierzehntägige Krankheit vündert, die Baume im Hose hatten sich mit Laub bedeckt, die Zeifiae, welche vorher och im Neste gewesen, flatterten jetzt lm Käsig, die Sonne schien viel war mer, und eS kam mir sonderbar vor. .daß daS Leben keinen Stillstand ersah'ren hatte, während ich i einem stillen zZimmer, in das kein Lufthauch eindrm en durfte, verrammelt gewesen war. 'Ich gmg beim Spiegel vorbei und was -wurde ich gewahr? Nährend ich unbewegllch ,n meinem Bettchen gelegen. war im nn ganze erna gewaqje, ohne eS gemerkt zu haben, und wenigftenS den ganze Sau meines Kleides mußte Mama herunterlassm, rs eS aenügeno zu verlttger. TXnatttötlt rttÄ t. ffint miS : Herr 2cmctL w . . " ' T w vw ,M V Itl . ' l eAAA am mv ' il! INil ZUUU VUtri nn-rtfa gebrannt ! Sbef (im Cifaü: O. du Ux luujieruor fiuf i - s X X t d it menfrnlirn. SwllKmanN ' . finh rtrrrtJrf !" Zvcann: Ich, warum denn ? Ich hab' J " w ' - Bf V V V ja nicyrs angeitellt !" Schutzmann: Tn3. 4kt nia u.:. Ct. ft , uun wi iuuvn Iircn gen Auftrag vom Stadtgericht, jeden ver oacyilg ausschauenden Menschen aufm greisen." Mann : Das ist nicht r f V . . . - IL ICOICCC: ' lCb bin Ist selb beim KtnM r w M w-- wvvv m w gerlcht ich bin der Taasckreiber Knuvper." " , Ein's nack dem and, 'n Vor einem Wirthsbaus schimpft ein Gast uvu vuV oierj meyrcre im oiaie sienoe Stammgäste hören dieß und rufen enz dort : ..Nur berein mit dem Sltrl. damit wir'n 'nausschmeiß'n können ! !" Unter denOdd FellowS wob'bekannt. Julius Krummann, her inhre Xnnn über das Odo Fellows Gebäude die Aufsicht führte und einer der bekanntesten deutschen Bürger ivuroe vor neun aren von emem aen Arite an, 9ii-rf nrirf T? NnNtt V " " j " -V r V " digkeit seiner Heilung drückt Herr Grummann 5 ( r Vi (Viif. 41 jvtrtvtl -UClC UU4 Indianapolis, 24. März. 1893. Dieses beieuat. dak ick im kktob im Jahre 18S4 ron'Doktor 23. H. Nott für einen Brück, auf der linken Seite bekandelt rourde. Am 1. November wurde ich als kurirt be trachtet und war es auch. Ich habe Dr. Nott viele Patienten zugesandt und kann ihn Allen in dieser Hinsicht Leidenden empfehlen. Er thut Alles, nas er verspricht. Julius (Zrummann, Custodian des Odd Fellows Gebäudes, Iloroon cre Psnnjotoanm uno Way ; ington Ctr. STOir heavimnrtm nff Ysnk?,n rnr Nk in prompter Weife. Dr. W. H. Nott, seit 23 f i: . : i nr i i rv -t. ouv" piuuijirenocr i ji, oBV ?indianaoolis. kat in bett Uhinr Qnhrenhitt Kurirung von Bruch ,ur Spezialität gemacht. Er macht alle Untersuchungen und ferneren Behandlungen persönlich. Bedinaunaen? Kein? R?,akrnn bis kurirt. Pamphlete frei. Adresse Dr. Nott, Rupwre Cure Co.. 2 SNest ?nskintan Strake. - -- - - w " " jj y Indianapolis, Ind.
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