Indiana Tribüne, Volume 16, Number 221, Indianapolis, Marion County, 30 April 1893 — Page 3

Ans vergangenen Tagen. CweioccZf ssn .rl ss. Klopfkr,

(3. yortseßung.) Dieser nahm bal Blatt fovfföüHelnb entgegen und la-. .'.Ich beschwöre Tich. sag? mir, was ta heißen joll!" rief er, nachdem er die wenigen Zeilen überflogen hatte. 3u veradichiedez! Tich in ziemlich dürren Worten von ihr -- auf Nimmerwieoersehen. Bist Du denn bei Trost? Ein solch' liebes, füßes Geschöpf die Poesie Deines ganzen Lebens willst Du aufgeben? Und weshalb denn? Weil Tu Dich vielleicht schon den Vier zig näherst? weil sich etwa auf den Schädel und im Bart schon ein paar vorzeitige Silberfäden eingefundcn ha den? Geh, Tu wirst doch noch so viel Vertrauen in Tein Herz setzen, um es für den Frühling empfänglich zu halten, den diese holde Libelle um sich verbreitet? Pfui über Dich, wenn Tu daran zweifeln müßtest! Schau, es thut mir gewiß weh, daß ich mit meiner Liebe, meiner ersten wahren Liede Gabriele gegenüber so lache? Iich auf dem Trockenen sU;e, aber gerade, weil ich ihr so unendlich gut bin, möcht ich innig wünschen, daß sie recht, recht glücklich werde. Und Da verschmähst Tu sie. Du läßt diese Herrliehe knospe verdorren? Taö könnte mich wahrhastig bewegen. Dich zu $ äffen!" Tu bist ein guter wackerer Bursche!" sagte Roland weich, ihm die Hand drüksend. Verzeihe, wenn ich Dir Unrecht gethan dabe. als ich Tich einer so cch:en, selbstlosen Liede niemals für fähig hielt!" ch was, ist denn das ein Ver dienst? Ich habe mir selber all mein Ledtag nicht zugetraut. Aber es han dclt sich jetzt gar nicht um mich und um das dumme Ding da drinnen in meiner Brust! Ich möchte xur wissen, was Tich bewegt. Gabriele und Ticu selbst für immer unglücklich zu machen. " Ich will mich Tir anvertrauen'' sagte ytolanö nach einigem Zögern, tief aufathmend. Du sollst sllcs wissen und selbst darüber urtheilen, ob es nicht meine Pflicht ist, so zu handeln, wie es mein Vorsah ist." Ich bin begierig!" brummte Stellerich und warf sich in seinen Stuhl. Erwin ging einmal durchs Zimmer, dann blieb er vor dem Freunde stehen. Ich habe Tir schon neulich einige Andeutungen über Gabrielen Mutter, die Schauspielerin Agnes Ottenstein, gemacht." Wie? Ich habe, aufrichtig gesagt, dieze Geschichte nachträglich für einen eifersüchligen Schachzug von Deiner Seite gehalten. Du willst doch nicht sagen,' daß Tich wirklich nur der nicht ganz über allen Zweifel erhabene Ruf dieser Tame abhält, Gabriele zu Temer Frau zu machen? Was will denn die Welt so Schreckliches über die Ottenstein wissen?" Tie Ehe dieser Frau mit Herrn von Wilberg war eine höchst unglückliche. Ter Mann war eine Nuine: physisch, moralisch und finanziell durch ein tolles Borleben. Ein fürchterliches Nervenleiden warf ihn die legten Jahre auf ein qualvolle? Siechbett : er tonnte nicht leben und nicht sterben. Die Aerzte schleppten rhn durch alle Bader, sein unglückliches junges Weid muß an seiner Seite eine Hölle durchzelebt haden Ich verstehe. Da that sie, was tausend Andere an ihrer Stelle unter vielleicht noch weniger mildernden Umständen gethan, halten: sie hängte ihr liebebedürftiges Herz an einen Andern?" Man behauptete es!" entgegnete Roland stumpf. Du lieber Himmel! Wer mag die Unglückliche darum steinigen, wenn sie in ihrem verpfuschten Dasein wenigstens nach einem schwachen Schein von Glück haschte?" Das ist auch noch nicht das Aergste, was man ihr nachzusagen wußte.' Aber eines Tages es sind nun fünfzerrn Jahre her starb dieser Herr v. Wilderg. Tie Aetzte constatirten eine Morphlumvergiftung. Ter Unglückliche, der nur im Opiumschlaf vtuhe von seinen Leiden finden konnte, soll sich in einem unbewachten Moment cincr größeren Menge des ihm verordnetcn Betäubungsmittels bedient ha l en. Man behauptete aber, 003 seine Frau das Opiat zu verwahren gehabt Kätte, um dem Kranken jedesmal nur die vorgeschriebene Tosis zukommen zu la'.zen.-Ste-Icrich fuhr empor, dann zuckte er die Achseln und machte eine wegmersende Geberde. Geiz' doch, man weiß ja. wie derlei schmutzige GerniMe entstehen. Ter gedankenlosen Bosheit der sensationswüthenden Gesellschaft war das natürlich ein willkommener Stoss. Man munkelte jedenfalls, Frau v. Wilderg hätle frei sein wollen, um ihien Geliebten ZU heirathen. Wie kannst Tu aber an einen so albernen, unverbürgten Matsch festhalten? Am (inde ist doch kein wah . res Wort cn der ache'. gewesen, vielleicht hat sogar diejcr Geliebte niemals -eristirt. denn die Frau ist ja doch Wittwe geblieben." Lieder Bruno jener Mann bat eriftirt und es war nicht die - Schuld der Ottenstein, daß sie die zweite tfhe uicht einging." : Pah! Woher willst Du das wissen Ich weiß es seh? genau," flüsterte Roland, sich zum Ohr Brunos herabneigend, ich weiß es nur zu ge- ' naü. denn ich selbst war jener Mann " Ah!" . tellerich sprang aus. Tu Tu wst d'.r ? Unglückliche! Tir verdankt ,Z Gabriele, daß die Zhe ihrer Mutter....? Oh, oh! Nun begreife tch alles!" .Ich war noch nicht dreinndwanziz

Jahre," üchzte Noland, mit nervöler

Hand seinen Bart zerwühlend, ein unerfahrener Phantast, als ich Agnes kenklen lernte es war in Ostende ich traf sie jeden Morqen am Strande, wenn sie ihren SpaziergZng machte. um nch von lhrem traurigen Pflegeamt am Folterbetk ihres Gatten zu erholen. Ihr zu Liede folgte ich ihr im Herbst nach Mentone. Dort entstanden meine ersten bedeutenderen Arbeiten, die mir Ruhm, Ehre und reichlichen Mammon eintragen sollten. Und je schmähllcher w,r den znnichen eben und .od schwebenden Mann betrogen, desto berauschender erschien mir mein i)lüa Ich hatte damals in meinem Egoismus die (hre aller Ehemänner der Welt aus die Gunst des Augenblicks gesetzt. " Auch Du, mem Brutus?" rief Bruno in starrem Erstaunen. Und ich kam mir neben Tir immer wie ein ganz gewissenloser Bursche vor. ?!a, laßen wii das. Tu hast der Frau wohl zugeschworen, sie zu heiratheu, wenn sie von ihrer Kette befreit fein würdet" Noland nickte. Ich hätte- mein Versprechen' auch halten, wenn nun, wenn der arme Wilberg nicht gerade durch diesen unglücklichen Zufall mit dem Morphium " .Wie? Du glaubst wirklich, daß Agnes selbst...." Roland zog die Augenbrauen cmvor und zuckte bedeutungsvoll die Achseln. Es war an einem schonen Frühlingsabend, als ich die Villa verließ, die Wilbergs in Mentone gemiethet hatten. Ich wußte es wahrlich nicht, daß ich Agnes in dieser Stunde zum letzten Male gesehen haben sollte. Am andern Tage erfuhr ich, daß Wilberg in der vergangenen Nacht gestorben war. Und schon an die erste Nachricht von dem Ereigniß hängte sich jenes böse, entsetzliche Gerücht wie der üble Nachgeschmack an eine überreise Frucht." Du hast AgneZ also kurz vor der Katastrophe gesprochen? Willst Du damit sagen. Du seiest dadurch schon auf auf einen leisen Verdacht gekommen?" Ich will mir darüber selbst keine Rechenschaft ablegen. Tie nackte Thatsache ist folgende: Agnes und ich kamen manchmal in Streit wie das bei einem solchen Verhältniß unvermeidlich ist. Ein: leidenschaftliche Naturwie die ihrige hat immer etwas Dämonisches, und es ist das Verhängniß aller Betrüger, daß sie sich, im, selben Maße, als sie durch die gemeinsame Schuld verbündet sind, gegenseitig mißtrauen. Sie, die einem Gatten untreu war, litt beständig unter dem quälenden Verdacht, daß ich sie betrügen weroe. ES kam dadurch mitunter zu peinlichen Eifersuchtsscenen zwischen uns. EtmaS AehnlicheZ spielte sich auch an jenem verhängnisvollen Abend dem letzten unseres Beisammenseins ab. Mir war kurz zuvor gerade die Professur an der hiesigen Akademie angetragen worden. Ich hatte mich noch nicht entschie den, ob ich dem Ruf folgen sollte oder nicht, denn es war mir unerträglich, mich von Agnes zu trennen, und es war ungewiß, ob es möglich sein würde. Wilberg unter irgend einem Vorwande zu einer Uebersiedlung zu veranlassen, denn schließlich war ja der Einspruch des Arztes zu befürchten. Nun. an jenem Abend wurde ich zu einer Entscheidung gedrängt; ich erhielt eme Tepesche vom Kultusministerium und sollte mem Ultimatum edensallz aus tcleuraphischem Wege an die Akademie gelangen lasten. Ich machte mich augenblicklich auf nach der Villa Wllberg, wo ich bei der Dienerschaft als ein entfernter Verwandter der Frau galt. Mir steht der Moment so deutlich vor Augen, alS lägen statt der fünfzehn Jahre kaum so viel Wochen dazwischen es dämmerte schon stark, als ich den Gartensalon betrat Agnes wurde aus dem Schlafzimmer ihres Mannes herbeigerufen sie kam in großer Erregung, denn die ungewöhnliche Stunde ließ sie weiß Gott für einen fürchterlichen Beweggrund in meinem Besuche vermuthen. Ich glaubte, sie verstand mich gar nicht so recht, als ich ihr nach einer raschen Auseinandersetzung der Sachlage die Frage vorlegte, was ich thun sollte; eine' zustimmende Depesche absenden, zwei Tage später nach der hiesigen Re fidenz reisen und auf ihre um jeden Preis durchzusetzende Gefolgschaft warUn oder das Dilemma einfach durch eine endgiltige Absage zu erledigen. Ich werde nie den Blick vergessen. mit dem sie mich ansah. Ich gestehe Dir, ich empsand unter demselben wahrhaftig fast so etwas wie ein Schuldbewußtsein gegen sie, obwohl ich doch nicht die mindeste Ursache hierzu hatte. Sie warfmir mit vor Leidenschaft bebender stimme vor, h suche nur nach einem Vormand, von ihr los zukommen, ich verachte sie und ich hätte das längst gewußt und ich solle ihr doch gleich reinen Wem einschenken, ihr offen sagen, daß ich ihrer überdrüssig sei und dergleichen Ungeheuer lichkeiten mehr, wie sie nur dem Paroxysmus der Eifersucht entspringen können. Du kannst eS Dir denken, daß es keine leimte Mühe war, die Unzu rechnunasfähige zu beschwichtigen. Es blieb mir nichts anderes übrig, als ihr die Vefsichcrung zu geben, daß ich die fragliche Prorenur ein für alle Mal ab lehnen werde. Ich bot meine ganze UeberredungSkunft auf, um ne von der Unwandelbarkeit meiner Liebe zu über zeugen, ich schwor ihr ich weiß nicht mehr was Alles wahrscheinlich auch. daß ick sie unter keinen Umständen, waS auch aejchehen möge, verlanen würde. Mein Gott, wer ist sich denn in einem solchen Augenblick der Tragweite bewunt, die einem derartigen Won den werden kann! Genug an dem. wir vcrsöbnten unS wie gewöhnlich. Ich war beim Fortgehen ganz erstaunt. bau eS schon so späk geworden. Auf dem Weg nach meinem Hotel überlegte

tch, od tch das Telegramm an das Ministerium noch an dem Abend ab-

enden tollte, und kam ichlieslich zu der Ansicht, c3 lüärc teuer, bis zum fflot gen zu warten; man würde ja keines wcgS darauf gerechnet haben, daß meine Antwortdepesche noch in der Nacht em räse. öo begab ich mich zur Ruhe - tüchtia ermüdet, das kann ich sagen. denn die Scene mit der eifcriucht,c;en Frau hatte für meine Nerven eine degreifliche Reaktion im Gefolge. Am andern Morgen. eZ war eigenilich ichon iemlich spät, da ich mich verjchlalen hatte, machte ich mich eben auf, um meine Absagcdesche zu crpcöircn, da brachte mir der Ausmärter, welcher wußte, .daß ich bei WllbergZ verkehrte. die Nachricht von dem über Nacht eingetretenen Tode d.s Kranken. Ich glaube, mir stockte das Blut in den Herzkammern, als ich zugleich erfuhr, Wilberg habe sich wahrscheinlich selbst gelödtet mit seinem Opiat . . . Alio durch dis Hotelpersonal erhieltest Tu die erste Kunde von dem Ercigniß nicht von AgneZ direkt!" fragte Bruno unruhig. Er hatte bis her keinen Blick von den Kippen des Erzählenden verwandt. Agnes beobaaztete völliges schwergen. Ich sehe. Du erblickst in diesem befremdlichen Umstand gleich mir cm sehr bedeutsames Symptom. Ich habe Dir schon gesagt) daß augenblicklich allerlei Vermuthungen auftauchten. Vermuthungen, deren auch ich mich nicht erwehren konnte. Und AgneZ mußte gewin auch davon erfahren und sie schmieg; sie mußte mein Fernbleiben auffällig finden aber sie rief mich auf keine Weise an ihre Seite. Erlasse mir die Rekapitulation, was ich damals, von den widersprechendsten Gefühlen hin und her gerüttelt, an dem einen Tage mit mir selber auszu machen hatte. Mein Telegramm ging auch an diejem Tage nicht ab ich wartete bis zum Abend aus der Villa Wilberg noch immer kein Wort, keine Zeile. Agnes verharrte in ihrem räthselhaften Schweigen. Daß ich s kurz mache! Am darauffolgenden Morgen telegravhirte ich endlich an das jkultuSmlnisterium ich nahm die Lehrstelle an der Akademie an und habe sie, wie Du weißt, ein paar Jahre behalten, bis mich der Ueberdruß an der Schulmeiiterer übermannte. Von AgneZ habe ich kein Lebenszeichen mehr erhalten. Ich erfuhr nur nach Jahresfrist aus der Pree, daß sie em außergewöhnliches schauspielerisches Talent in sich entdeckt habe und an den deutsehen Bühnen mit Riesenerfolgen gastire. Gegen den Verdacht, der in meinem stummen Rückzug von ihr ausqeiprochen lag, hat sie nch Mit keinem Hauch zu rechtfertigen gesucht. Und da hast Tu die ganze Geschichte!" Erwin wandte sich ab und ging wie-der-ein paar Mal zwischen Thür und Fenster aus und nieder. Stcllerich fuhr sich, wie aus einem beängstigenden Traum erwachend, über die Stirn. Gabriele war damals noch ein tleines Kind. Hast Du sie gekannt?" fragte er nach einer Weile. Nein, ich wußte nur, daß WilbergZ Töchterchen hier in der Residenz bei Professor Stüber, dessen Frau damals noch lebte, untergebracht fei weil der ewige, durch das Leiden ihres Vaters bedingte Domicilwechsel ihr nicht gut getha hätte, wie es hieß. Aber ich zürchie, AgneZ hatte keine Sympathie für das Unterpfand aus einer so unglücklichen Ehe. Sie scheint sich um das Kind nicht im Mindesten zu küm mern, sie vermied es bisher sogar, an unserer Hofbühne aufzutreten. Tu siehst also, sie war nicht nur waZ man ihr allenfalls verzeihen könnte eine ungetreue Gattin, sondern auch von jeher eine gewissenlose Mutter.W weiß, vielleicht sind es Gewissensbisse, welche die Unglückliche von ihrem Kinde fernhalten. Aber sage, wie bist Du mit Gabriele zusammengetroffen?" Vor ungefähr sechs Monaten war es. Kommt da eines Morgens ein z r tes, schüchternes Ding zu mir roiy wie eine Psingstrose vor Verlegenheit . und bittet mich, ich mochte ihr Un terricht geben, eS sei. ihr sehnlichster Wunsch, da ich der sei, den sie unter den modernen Künstlern am meisten be wundere und so weiter und so wei ter. Ich war eben im Begriff, daZ zarte Vögelchen mu einem Tonner weiter vom .dicksten Kaliber zu ve? scheuchen ach, ich wollte, ich hätte eZ auch gethan! da bewog mich em ge wisses Etwas im Blick ibrcr seltsam Ichönen Augen, meine Galle hinunter zu schlucken. Ich dachte ein wenig nach, um ihr die Mittheilung, daß ich mich von allem Unterrlchtaeben fern halten wolle, in eine glimpfliche Form zu gießen, und blätterte mittlerweile in ihrer Stizzenmappe, die sie mir hinge legt hatte. Na, Tu hast ja selbst das überraschende Talent GadrielenS be -wundert. Ich war ganz perpler. Ader ein noch größeres Interesse sollte ich an dem Madchen gewinnen, als ,ch bei näherem Zusehen auf einigen der Zeichnungen und Aquarelle den Namen Gabriele v. Wilberg las. Ich frug -sie nach ihrer Familie, nach ihrem Aufenthalt und wußte nach einer halben Mmute. da wirklich die Toch ter des Mannes vor mir stimd, den ich vor anderthalb Tecenrnen im nrevel muth der JünglingStollheit deschimpst und unter der heuchlerischen Maske des Hausfreundes betrogen hatte. Eine gewisse heilige Scheu "ergriff mich bei 'diesem Gedanken, ich glaubte, eine Art Sühne zu erfüllen, indem ich dem -Talenke des armen Mädchens meine 'gewissenhafteste Förderung angedeihen .ließ, ich wollte Vaterstelle an der Ver -lasfenen vertreten und und jetzt -ist eS so gekommen! O Gott, was Habe ich gekämpft, was habe ich gelitItcn! Und hätte ich mir'S nur bei Zei ten eingestanden, wär' ich dem geheim inißvollen Ding, das ich in diesem Her 'zen emporkeimen fühlte, nur mit klarer lVernunft zu Leibe gegangen ich 'hätte der Sache frühe? ein Ende mach

önnen. Ader das wäre mir ja nicht m Traum beiaefallen. das auch

Gabriele o! Schweigen wir davon! E? aus, cm! Was nutzt mt das Hadern? Frisch heraus mit dem wunden Fleck aus der Brust: '!an tirbt nicht daran 1 Bruno legte dem Freunde die Hand aus die Schulter und blickte ihm ernst in's Auge. ' "Um.? Mann! ArmeZ Kind!sagte er mit tiefer, bewegter Stimme. m-2iiix könnten unö alle Tret bmagen. Aber Du hast Recht. eZ gibt leine an dere Lösung als ein energisches: Hin weg damit! Schicke jet den Brief an Gabriele ab, doch mit dem (5inpacken verweile noch em blSchen. Freund! Ucbermorgen' verlassen wir gemeinsam die Stadt! Willst Du?III. Ter Brief an Gabriele war fdbort seit zwei Tagen abgegangen, aber. Roland zögerte noch immer mit sein:?. Neise. Er betrieb auch die Vorbettl tungen hierzu nicht mehr mit dem an sanglichen Eiser, so daß Stellerich ihn schon drängte. Was ihn zu diesem Zaudern veranlaßtes Er hätte sich darüber selbst nicht klare Rechenschaft geben können und scheute sich auch, sich diese Frage vorzulegen. Ter sonst so zielbewußte, charakterfeste Mann war in den beiden legten Tagen in eine eigenthümliche Unsicherheit ' verfallen, sein Wesen verrieth eine gewisie schwäch liche Verlegenheit, daZ ängstliqe Be streben, einer energischen, vcrnunftge mäen -elbstbctrachtung auszuweichen. Man hätte glauben können, er warte heimlich stets auf ein unbekanntes Etwas. Heute hatte er das Genrebild, das er Aus vergangenen Tagen" betitelt,' wieder von der Hülle befreit und auf die Stanclel gestellt. Aber er konnte sich nicht entschließen, daran weiterzu arbeiten. is war, als sei der iedan kenfadcn gerisien, dem er früher in der Ausarbeitung dieses Werkes gefolgt war. Er rückte das Gemälde inZ volle Licht und betrachtete das Ganze, als ob es gar nicht ein Kind seiner eigenen Mufe wäre oder als ob Jahre darüber hingegangen wären, seitdem er das Sujet aus dieser Leinwand entworfen hatte. Ein leises Pochen an der Thür ließ ihn in diesem Moment aufsehen. Herein!" rief er mit angehaltenem Athem. Sein jetzt geradezu geschärftes Qhr unterschied sehr wohl, daß es keine Männerhand war, die hier Einlaß be gehrte. Und da vernahm er auch schon das rieselnde Flüstern eines seidenen Fraucngewaades zwischen der Portiere. Gabriele!" kam eZ leise, halb schmerzlich, halb zcrghaft freudvoll aus seinem Munde, als er der eintretenden dicht verschleierten Dame einen raschen Schritt, entgegenging. Aber in de? nächsten Sekunde sah er schon, daß er sich durch eine flüchtige Ähnlichkeit in der Gestalt hatte täuschen lassen. .Womit .rann ich dienen meine Gnädige?" fragte er betreten., nachdem er vergeblich auf ein Wort der Frem den gewarlet, die mitten im Atelier stehen blieb. Jet)t hob ne den Arm, um den Schleier zurückzuschlagen, wo bei die schwarze Faille ihrer Robe kni stcrte und daZ grelle Sonnenlicht, das durch das große Fenster hereinfiel, in seltsamen, flimmernden Reflexen wie derspiegelte Agnes! Frau von Wilberg!" rief er entsetzt. Er hatte die blassen. noch immer höchst interessanten Züge sofort wiedererkannt. Ja, und das war auch wieber die wohlbekannte sonore Altstinune, die ihm einst so zauberisch berückend geklungen hatte. Vergeben Sie mir. Herr Pro fessor, daß ich Ihnen noch einmal im Lcben entgegentrete! Es ist lediglich die Mutter GabrielenS, die vor Ihnen steht." Roland verneigte sich und deutete stumm aus den nächsten Pluschsauteuil, aber sie schlug denselben aus. - Ihr Freund und Kollege, Herr Bruno Stellerich, schrieb dieser Tage an mich es war eine Werbung um meine Tochter, welche er, wie er be hauptcte, hier in Ihrem Atelier kennen gelernt habe. Die Korrespondenz mit meinem Kinde erlitt seit einem Jahre eine längere Unterbrechung durch meinen stetigen Aufenthaltswechsel und so weiter Herr Professor stüber er wähnk seinerzeit auch nur ganz kurz, daß sein Mündel bei einem rcnommir ten Meister Malunterricht nehme. Erst aus Herrn stcllerlchZ Brief sollte ich zu meiner höchsten Ueberraschuna, und ich , gestehe es, auch zu meinem Schrecken erfahren, daß Professor Roland jener Künstler ist, welcher meine Tochter unterrichtet. Vielleicht war das ein Grund mehr, weshalb ich mich beeilte, Urlaub zu nehmen und ohne Säumen hier einzutreffen, um zumindest doch den Mann von Ange sicht zu Angesicht kennen zu lernen, der sich in so stürmischer Weife zur Vräut'gamZ'andidatur anmeldete. Heute Morgens kam ich an, ich suchte natürlich sogleich meme Tochter aus - und. eine halbe Stunde später wußte ich eme surchterllche Geschichte. ... " Roland athmete schwer.- eine fiebert sche Unruhe durchprickette ihn; er hätte laut hmauZstohnen mögen vor-Unbe Hagen. Es dauerte eine Weile, ehe er sich, zu einer Erwiderung sammeln konnte. , Ihr Schrecken ist wohl begreiflich. Aber ich glaube. Sie hätten auch gleich die Gewißheit gewinnen können, daß meine Ansichten über diese delikate An gelegenheit mit hcn Ihren ziemlich zu zammentreffen. Hat Ihnen Gabriele nicht den Brief gezeigt, in welchem ich mich von ihr sür ' immer vcradfchie detei" Frau v. Wilberg nickte. Ich würde. mir daran auch genügen j haoen lasten, wenn wenn Sie die , Stadt schon verlassen hätten. -Ich komme auch nur. um Sie in Ihrem angezeigten Entschluß zu bestärken, Sie zu bitten anzuflehen, mit Ihrer Ab reise nicht länger zu zögern."

- tr . i Erwin sah sich sehr konsternirt durch

die hervorbrechenÄe Leidenschaft der er regten Frau. Beruwen Bt sich, meine Gnädige! Glauben Sie mir denn nicht, wenn ich Ihnen sage, daß ich vom ersten 1 " t t ... . - i. XKOmenr an. in weiazem Mir vie 'isaaz age bewußt ward entschlossen war. in Ende zu machen?" Zlceln lsott! Ist man denn auch mmer stark genug, den Weifunqen der Vernunft zu folgen? Taß Sie die besten Absichten haben, davon bin ich überzeugt, aber mitunter wirst eine einzige Minute, eine einzige Auf wallüng da ganze VernunftZgebäude zusammen." Er bin sich aus die Lippe und wandte ich ab. Ihre Worte berührten ihn mit namenloser Pein. Sie setzen sehr wenig Vertrauen m meine Charakterstärke!" sagte er dann ronisch, um nur seme Verlegenheit zu verbergen. Mein Herr!" entgegnete sie mit überquellender Bitterkeit. Ich dächte, Sie hüt.en mir in diesem Punkte zu einiger Erfahrung Gelegenheit ge geben." Ah! Soll das eme Anspielung aus die Vergangenheit sein. Madame? - Es wäre wohl in Ihrem Interesse, wenn Sie diese unberührt liefen." EZ war auch nicht meme Absicht, darauf zurückzukommen," erwiderte sie, sichtlich nur mühsam an sich haltend. Jetzt drängt es mich aber, Ihnen zu faqen, daß Ihnen dieser tuqendstolze Ton schlecht ansteht, mit welchem Sie mich in die Schränken weisen. Ihnen gegenüber hätte ich wohl das Recht, von meiner von unserer Vergangen heit zu sprechen, Herr Professor!" Wirklich? Sie wollen doch Nicht vielleicht behaupten, ich wäre ein Mitschuldiger an dem Tode Ihres Gatten?Er bereute schon in der nämlichen Sekunde diese bösen Worte, als er den furchtbaren Eindruck derselben gewahrte. Frau v.' Wilberg war todtenblaß geworden, in ihren Augen zuckte eine mächtige Flamme aus. Erwin!" kam es als ein drohender chrei aus ihrer stürmisch auf und nie derwogenden Brust; ihre Nasenflügel bebten konvulsivisch. Sie haben wirk lich den Muth, mir das entgegenzu schleudern? Tas war nur der Vor wand, unter welchern Sie mich schmäh--lich im Stiche ließen oder sollten Sie m der That an das glauben, was Sie da anzudeuten wagen?" Je nun." stotterte er, Sie müssen doch auch wissen, daß daß nicht ich allem " Sie verschanzen sich hinter die söge nannte öffentliche Meinung? Ah! Das ist freilich bequem. Dann waren Sie wohl der Erste. der ein verleum derischeS .Gerücht begierig aufgriff, der eZ vielleicht sogar mit Eifer weiter verbreitete? Natürlich, damit haben Sie ja vor sich selber einen Schein von Rechtfertigung gefunden!" Ja, haben' Sie denn daZ Geringste gethan, um Mir den Verdacht zu neh men? Sie mußten.wissen, daß gewisse Gerüchte auch mein Cbr erreicht datten und Sie Haben geschwiegen,, Sie liegen mich wortlos Ziehen. Konnte ich das anders aufnehmen, als für eine Art von Schuldbekenntniß?" Jetzt nahm die Frau den früher an gebotenen Stubl in Anspruch. Mit einem schmerzlichen Aechzen ließ sie sich auf das Sammetkissen fallen und um klammerte fest die beiden Armlehnen. Roland betrachtete sie mit einer Regung des Mitleids und trat endlich an sie heran. . Lassen wir das Vergangene ruhen. gnädige Frau! Es ist besser für uns Beide, wenn wir zu vergessen trach ten." Rein!" rief sie kopfschüttelnd. Sie sollen erfahren, wie es kam Sie sollen Alles wissen und mich dann richten!" Oh! Schweigen wir doch darüber! Es kommt mir nicht zu, die Vorsehung zu spielen. Vergeben Sie mir meine grausamen Worte! Ich will sie auch widerrufen, ich will Ihnen glauben. daß nicht der Schatten einer Schuld auf Ihnen ruht. Genügt Ihnen das?" Sie drückte die Hände an die Augen und feufzte tief aus. Dann hob sie das bleiche Haupt energisch empor. Lassen Sie mich reden! Ich muß eine Seele haben, der ich endlich deich ten kann. Sie glauben ja doch nicht an meine Echuldlosigkeit und ich bin ja auch Nicht völlig rern von dem furchtbaren Makel, den man mir an heftete." Ein leichter Schauder durchzitterte sie, als sie hier abbrach. Auch Roland fühlte sich machtig erschüttert, jetzt, wo :r aus ihrem eigenen Mund ein Ge ftändniß vernahm, da doch viel schwe rer wog. als die furchtbarsten Anklagen der önentüchen Meinung und ihr an fängliches Stillschweigen hierzu. Er w " I i ucB sich Agnes gegenuoer aus die no mane nieder und deutete durch eine Keberde an, daß er bereit sei, sie anzu hören. Sie kennen meine frühere Bergan aenheit nicht ganz", begann sie nach kinigem Zögern von Neuem. Sie mitten nur. dan eS keine Liebesneiaung war, die mich den unseligen Ehebund mit Herrn v. Wilberg schllesen ließ. Ich bin von Hause aus eine Kauf mannstochter, - in wohlhabenden Ver Hältnissen aufgewachsen. Eine Stief! Mutter machte Mir .das väterliche HeiMj zur Hölle, so daß ich trotz' meiner da malZ kaum überschrittenen 'sechzehn Jahre den Versal) faßte, in die miri unbekannte Welt hinauszuziehen und mir, koste eZ wsZ immer, eigene Unab; hängigkeit zu erringen. Ehe ich aber! noch zu der mir völlig unklaren Reali sirung dieses Entschlusses gelangte.! sollte' sich mir eine andere Möglichkeit bieten. auS den bisherigen Verhält-! nisten herauszukommen. Ein elegani ter Kavalier in mittleren Jahren fanoj durch Jufall Zutritt in unfer HauS I es war Herr v. Wilder. Um es kuri

zu sagen, eines Tages theilte mir mein

Vater mit. dafc der für sehr reich und angesehen geltende GutSdesiVer um meine Hand merbe. Ich besann mich lange wie hätte ich mit meinen Back sischersahrungen auch das schwere Problem begreifen können, das jede Ehe darstellt und nach wenigen Woizen war ich örau von Wilberg. Mit icchSzehn 'Jahren eine noch neu gierig in d:e Welt blickende Gattin, die Änwarschast auf alles Erdeuglück zu haben glaubte, mit siebzehn Jayrer Mutter und in allen dc schönen Hosfnungstraumen aus's Grau'amste enttäusch!, mit zwanzig Jahven verbittert. verzweifelt, den charaiterlojen. verderbten. an Geist und Körper elcn den Gatten, an den ich gekettet war, mit der Leidenschaft einer geknebelten Sklavin hassend so fanden Sie mick damals in Ostende. TaS Liebcsglück, das sich auf einer verbrecherischen Basis aufbaut, hat immer einen bitteren Bei gefchmack wir haben cs wohl Beide erfahren. Was wir in einer fortge setzten, leidenschaftlich genährten selbst betäubung Glück nannten, das hatte in Wirklichkeit oft eine verzweifelte Aehn lichkeit mit Schmerz und Elend. . Nun, Sie wissen ja, ob ich mich befriedigt fühlen konnte! Eben weil mich mein Gewissen eme verbrecherische Gattin. eine schändliche Mutter schalt, haßte ich den Mann, den ich stündlich mit jedem Gedanken verrieth uud betrog, mit dop pelter Verbissenheit, denn er war ja schuld, daß ich so tief aesunken war. selbst die Pflicht gegen mein Kind zu vergessen, um nur dem lcch;enderi Drang nach einem geliebten und liebenden Freundesherzen Folge zu geben. Ich hztte demnach nicht Menschenblut in den Adern haben dürfen, um. wenn ich oft Nächte lang an WilbergS mar tervollem Krankenbette wachte, nicht aus heißer Brust den Wunsch zu hegen, ,der Tod.' den er unter seinen wilden 'Schmerzen-ausbrüchen unaufhörlich ,herbeirief, der Alles vernichtende Wür ger, er möge kommen, ihm und mir zur Erlösung. Ich hätte nur die Hände in den Schooß zu legen brauchen. Wil berg stillschweigend gewähren zu lassen, !und sein Wunsch nach dem Tod, dem ;ich heimlich so innig beistimmte, wäre 'jm Erfüllung gegangen, denn in meine Hände hatte de'r Arzt das betäubende '.Gift gelegt, welches den Leidenden allt Mbend in Schlaf lullen sollte. Ich -mußte Tag für Tag an seinem Bette -die vorgeschriebene Tropfenzahl in den Schlaftrunk gießen mit peinlicher Sorgfalt und Akkuratesse, denn ein .Zuwenig hätte bei seinem zerrütteten. an das Mittel längst gewöhnten Kör per keine ööirkung gehabt und daZ geringste Zuviel konnte dem nur mehr an einem Faden hängenden Leben ein 'leise? Ende machen. .'. . Und Wilberg, wenn er sich unter feinen gräßlichen 'Qualen auf dem Lager wälzte, bat 'mich oft weinend, schreiend und mit aufgehobenen Händ'n, seine Martern zu enden: ich sollte ihm um aller Barm Herzigkeit willen die Phiole überlassen, aus der ich ihm die grausame DosiZ zumaß, welche ihm nur auf Stunden über seine Leiden hinweg half. Ja, da musste ich wahrlich oft die Zäbn 'zusammenpressen und mit aller morali schen Gemalt mein Ohr dem teuflischen Versucher verschließen, der mir unauf hörlich zuraunte: Was zauderst Du? (Fortsetzung folgt.) Sie uerde fr a u tion e n. Ueber fünf Steuerdefraudationen bei denselben Trauben erzählt der Elsaß Lothringische Landwirth" nachfolgend ergötzliche Geschichte: im in Metz woh nender hoher Beamter wollte sich einer guten Tropfen, von dessen Echtheit e, überzeugt war, bereiten, und kaufte in einer als vorzüglich bekannten Lage einige Eentncr ausgesuchte Trauben. Diese sollten nach den 8km entfernten Kellerchen eines Freundes gebracht wer den und . wurden der Raumerfparniß halber vorher gemostet. Leider begeg nete der Wagen einem Steuerbeamten, der beim Anvlick der gemosteten Trau den nach dem Begleitschein fragte, und da solcher nicht vorbanden, sofort Pro tokoll erklärte. (Nr. 1) Dieser wurde nach traglich gelöst und der Transport ging weiter. Als er angelangt war. glaubte der Käufer, eS sei mit dem Lösen des 'Scheines dem Gesetze Genüge gethan: er ließ die Trauben in einen Bottich ein maischen, und als dieGährung vorüber war, da brachte er die Maische auf dik Kelter. Zufällig kam ein teuerbk' amter des Weges und verlangte nach dem Keltcrschcine, der natürlich nicht Vorhanden war. (Zweites Protokoll.) Dem Herrn wurde schon etwas unan genehm zu Muthe, indessen blieb nichts anderes übrig, als den Wein einzu kellern, was der bessern Behandlung wegen vorderhand in dem Keller seines Freundes geschah. Die Steuerbehörde kam dahinter (drittes Protokoll wegen Unterlag ung der Anmeldung). Im Frühjahr wurde dann der Wem nach Metz geholt, aber o weh! Der Fuhr man blieb unterwegs zu lange in einer Kneipe sitzen, ein Steuerbeamter be genete dem Wagen, nachdem die etwas kurz bemessene' Transportfrist verstri chen war. (Viertes. Protokoll.) Der -Fuhrmann mußte wieder umkehren -und einen neuen schern lösen, den der Empfänger abzugeben vergaß, waZ ihm ein fünftes Protokoll eintrug. Nun sprechen Sie mir aber nicht mehr von Wein in diesem Lande!" polterie der Herr, jet werde ich womöglch oq für's Trinken protoillirt!" Liebesbarometer. Ar thur, Tu hast mich nicht mehr so lied, wie früher!- .Woraus .willst Du denn das schließend Wenn wir da malZ döse waren, sagtest Du: Nun mußt Du mir zur Strafe hundert Küsje geben, aber jetzt sagst'Du dann immer: So, heut' bekommst Du zur Strafe keinen einzigen Kuß!" Wenn eine Frau graues Haar be5om:nt sagt ihr dies nicht der ?p,egcl zuerst, sondern eme gute Freundin

Ein Blatt aus der Geschichte. Ein Blatt aus der Geschichte betitelt

& eine Skine Henri Housseye's in der "Revue le Familie la Vie contemporaine", in der er die Ankunft Napoleon's I. in den Tuilerien nach seiner Flucht von Elba (20. März 1815) aus Grund bisher noch nicht veröffentlichter Dokumente schildert: Schon der per sönliche Charakter des vormaligen kai serlichen Hofes-, heißt es in der Schil oerung, .stellte sich alsbald in den Tullerin wieder ein. Nach Verlauf von zwei Stunden sah die angesam melte Menge vor den Portalen Staats räthe, Minister. Kämmerer und Hof beamte vorfahren, alle in den Unifo? men und Livreen des Kaiserreiches. Die Hofdamen, die Frauen der hohen Würdenträger .'c. erschienen in ihren ?taatsroben mit Veilchen bedeckt Man findet sich wieder, man beglück wünscht sich. Mit kindlicher Freude durcheilen die Frauen den Marschall saal. die Dlanengalerre, den Thron saal. all die Orte der Feste, wo ihre Schönheit cmst entzückte. In dem Thronsaal sehen sie, daß auf den Tep pichen die Lilie allein aufgebracht ist; man entfernt eine solche, und darunter erscheint die kaiserliche Biene! Diese Frauen in großer Toilette ma chen sich nun munter an die Arbeit und in weniger als einer halben Stunde tragen die Teppiche wieder das kaiser liche Abzeichen. Allmählich erschienen in den Tuilerien die höchsten Namen deS Kaiserreichs und eine Menge von 0s freieren des GcneralstabeS; desgleichen die Königinnen Hortense und. 'Julie. Dieselben Thürsteher wie einst standen an den Pforten der Gemächer. Es schien, als ob die ganze Welt des Kai serreichS wieder erwachen wollte von einem bösen Traum, der ein Jahr ge dauert. Tie Stunden vergingen, die Nacht breitete sich"über Paris aus. Von Minute zu Minute erwartete man den Kaiser, schon geht die Ungeduld in Un ruhe über. Endlich gegen 9 Uhr hört man von den Quais her ein fernes Ge rausch von Vferdegetrappel und sich nähernde Nufe, die immer mehr an schwellen. Eine Postkutsche naht sich in scharfem Trabe dem kleinen Thore, umgeben von tausend Reitern der gan zen Armee und aller Grade. Sie schwingen ihre Säbel und rufen ihr Vivs i'mrsrsur, das schon mehr dem Brüllen des Löwen gleicht. Die Officiere auf 'Halbsold, im Hofe aufgestellt, die Generäle auf den Per rons schwingen ihre Degen und eilen ihrem Kaiser entgegen. Ihre Menge ist so groß und der Elan so ungestüm daß die Reiter sich sammeln und die Postillons nach dem zehn Meter ent fernten Pavillon de Flore sich zurück ziehen müssen. Der Wagenschlag wird geöffnet, Napoleon erhebt sich, steigt aus dem Wagen und wird auf den Ar men der Seinen in das Vestibül getra gen. Das Gedränge ist unbeschreiblich. In Gottes Namen," rust Coulain court Lafayette zu. schaffen Sie doch Platz für ihn!" Der General macht die größten Anstrengungen und stemmt sich gegen die anstürzende Lawine, indem er ständig dem Kaiser zuruft: Machen Sie der Sache ein Ende, Sire!- Toch dieser scheint weder etwas zu hören, noch zu sehen. Er läßt sich tragen, die Arme nach vorwärts, die Augen ge schlössen, mit lächelnder Miene, gleich sam im Zustande des SomnambuliZ muZ. Endlich vor den Gemächern deS Kaisers angekommen, führt man diesen in sein Kabinet und schließt vor der Menge die Thüren. Allmählich wird eZ still, der große Tumult legt sich. Die Reir binden ihre Pferde mit den Zügeln uti den Gittrrn der Reitschule an und legen sich, in ihre Mäntel ein gehüllt, auf die blanke Erde. Der Hof de? Tuilerien aber gleicht einem Biwack in einer eroberten Stadt." Ursachendes Schreib krampfes sind unbequeme Stellung beim schreiben, Druck enger Aermel auf Ixt Armmuskeln, harte Stahlfedern, er höhte allgemeine Reizbarkeit und Ueber rnstrcngunq beim Schreiben. Die Be Handlung muß sich nach dem Grade des Leidens richten. Ist das letztere leichter Art, so ist es ofl-genügend, die Stahl federn mit Gänsefedern zu vertauschen oder mit dicken Federhaltern zu schrei den und nicht bis zur Ermüdung. Da der lasse man den Arm und meHand fleißig mit Spiritus oder einfach mit kaltem Wasser oftmals am Tag waschen. Auch das Durchstechen, der Feder durch einen Kork wird als praktisch empfoh len. Wenn dies Alles nichts nützt, dann ist längere Schonung und Ent' Haltung des Schreibens geboten. Sehr gute Erfolge erzielt eine von kunftge übter Hand du.chgestthrte Massage und der, galvanische Strom. DaZ gleich zeitige Erlernen deZ Schreibens mit der linken Hand führt meistens zu derselben Erkrankung auch dieser Hand. Zur allgemeinen Kräftigung ist solchen, die eS können, GebirgSaufenthalt und Kalt Wasserkur zu empfehlen. Der Schreib krampf ist meist, wenn nervösen Ur sprungs, die Folge eines minimalen Blutergusses in's Gehirn, also die milde Form einer Paralyse oder Gehirnläh mung. ZweiSeiten. Forstmeister: Wie gefällt Jhnen denn der neue Forstgehilfe. Herr Wirth ?" Wirth : .Der g'sallt mer und g'fallt mer net ! Forstmeister : .Ja, wieso denn ?" Wirth: Seil' is a' so. Herr Forst, meiste? : Eis' thut der für Zwei und sauf'n für Drei, und döZ g'sallt . mer aber zahl'n thut er nir, und sell g'fallt mer net !" Betrügerei. Was ist Be trug ?" wurde ein Student bei der Prüfung gefragt. Seine Antwort lautete : Betrug .ist's, wenn Sie m'ch bei der Prüfung durchfallen lie ßcn !" WaZ soll das heißen ?" fragt der Prüf ende erstaunt. Vliin," ermi derte d.r SrXident, .wer die Unwissen hei: eines Andern benützt, um ihm zu schaden, der macht sich d:Z V-trugeZ ' schuldig