Indiana Tribüne, Volume 16, Number 207, Indianapolis, Marion County, 16 April 1893 — Page 10
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Tsineeglortyen.
3Tcuf"e tan . vko. Sie hatten sich beide so sehr ein Kind gewünscht, er, um seinen Namen, fein Ansehen, seinen Reichthum darauf zu vererben, sie, weil ihr ein hübsches Bebe unerläßlich erschien zu der stil vollen Einrichtung, die ihr von den Eltern zur Aussteuer geworden, w:il sie sich hundertmal schon den rothen Salon ausgemalt, wenn sich ein Kind in weißen, spiVendeseten Kleidern, die Aermelchen von Schleifen in der Farbe der Möbel zusammengehalten, darin lümmeln würde, oder weil sie ihr eigenes Bild zu schauen gemeint, ein in ziges. rosiges Menschenkind im Arme, das Vergleiche zwischen seiner eigenen Schönheit und der seiner Mutter herausforderte. Nun war das juttge Leben gerade zum Osterfeste der Wirklichkeit erstem den: es lag mit geschlossenen Alen, mit rothen,' geballten Fäustchen unter dem Baldachine, der sich über dem eleganten Wiegenkorbe wölb:e, und keine Ahnung durchzog das kleine Hirn, daß sein Erscheinen in der Welt den hoffenden, harrenden Eltern eine große Enttäuschung, ja, eine völlige Entmuthigung gebracht. Tenn Bebe war kein Sohn, wie es der junge Notar Howerden mit voller Bestimmtheit erwartet, wie er es gar nicht anders in sein? Berechnungen gezogen, sondern ein schreiendes, ganz gewohnliches Mädchen, mit dem garnichts anzufangen, und Bebe war außerordentlich qäßlich, v?as die junge Frau zwischen halbem Schlafen, halbem Wachen von der Großmutter hörte, als diese zur Wartefrau sagte: Wo hat nur das Kind diese niedrige Stirn, . das breite Nä-chen und den großen Mund her? Meine Kinder waren Nein schon so niedlich, so zart und Das verwächst sich mit den Jahren," glaubte die Pflegerin einschalten zu müssen ; die Frau des Rechtsanwalts 'Homerden'aber lag ganz still, eine kleine Faltenur grub sich zwischen die Brauen auf der weißen Stirn, und ihre Gedan im kehrten unablässig zu jenem Tage zurück, wo sie, das gefeierte, vielumwordene Mädchen, Ernst Howerden, gerade Ernst Howerden zum Gatten er wählt, weil er das stattlichste Aussehen gehabt, weil er der Hübscheste unter den Freiern gewesen. Seufzend zog Alice die Decke höher über den fröstelnden Körper, sie hatte eine so ausgesprochene Borliebe sür das Schöne, es lag bei ihr in den Nerven, und nun ein häßliches Kind! Wie tonnte dies nur sein, wie konnte sie so gestraft werden? Aber die Wärterin meinte ja. das verwüchse sich noch, und sie rief mit schwacher Stimme, daß man die Kleine bring: und vor ihr aus die Tccke hinlege. Bebe lag in der Folge noch oft so; aber kein warmer, liebevoller Mutterblick war es. der sich an den Zügen des Kleinen erlabte. Prüfend schauten Alices Augen auf die niedrige Stirn, den großen Mund des Kindes, und mit einem ungeduldigen Abwenden des Kopfes konnte sie dann wohl gebieten: Nehmt es mir fort, schnell fort, ich fühle, wie es mir die Nerven angreift." Armes Bebe, selbst bei der Wahl eines Namens für Dich trat die Enttäu'chunq zu Tage, die Du den Deinen bereitet; der Bater verhielt sich ganz x fi: . v y" , ... ' qincycjuiig, wie mau oas ujcaon ipaier rufen würde, und die Mutter bedauerte nur, all die hübschen hochtönenden Narnen bei Seite lassen zu müssen, die sie sich schon für den Fall ausgedacht hatte, daß das erwartete Kind ein Madchen sein würde. So wurde aus dem haßlichen Bebe, 'zu dessen esichtchen keine Hortense, Sidonie oder Jsabella passen wollte, eine einfache Hannah, deren junges Dasein sich meist in den vier Wänden der Kinderstube abspielte und deren Anblick den Freunden, ja selbst den -näheren Verwandten schließlich fast ganz entzogen wurde, als einst eine Dame mit mehr Berwunderung. wie Zartgefühl ausgerufen: Mein Gott, -Kind, wo hast Du Dein wunderbares , Haar her, es ist ja beinah schneeweiß. . und ich habe so etwas mein Lebtag noch nicht g:seh:n!" Nun, es ließ sich kein Staat mit Hannah Howerden machen, und als nach drei Jahren ein zweites kleines Mädchen eintraf, in dessen Eesichtchen sich die Züge der beiden schönen Eltern zu wiederholen schienen, da schloß seine Geburt gleichsam den Lorhang für die ileine Hannah, durch den noch je zu loeilcn ein Strahl aufflackernder Eltern liebe für das Kind gefallen. Und Hortenfe, der Name fand jet für die zweite Tochter feine Anmen. 'dung. wurde verwohnt und vcrhatschclt. bei jedem Feste machte sich, wie ein seltenes Schaustück die Runde, um bewundert und gelicbkost zu werden, -sür sie regten sich selbst die weißen Hinde der Mama zu kostbaren Sticke reicn sür Nöckchen und Schürzen, nichts war zu theuer für sie und ihren Wün ichcn mußte sich, wie etwas Selbstoer ständlichem, ein Jeder fügen. Auch die kleine Hannah. deren liebste Spielsachcn von Schwesterchens vanda Zischen Händen rücksichtslos zerbrochen, urdcn. die es sich icqwcrend gefallen lassen mußte, wenn die kleinen unge derdigen Finger sich in ihren Haaren scstsingen und dos Kinö ausjauchzend und strampelnd in den weißen Strüh nen umderzauste. ja, die gescholten. wurde, wollte sie dem Allen je einmal! Widerstand entgegentönen, undckum . mert darum, ob ein kleines, weiches, Herz unter den Schmähungen litt,' achtlos, welche Saat man dadurch iir .eines Kindes Seele streuen konnte. Aber Hannah wurde nicht bös, Han inah tonnte nur zuweilen in unbcareiflicher Heftigkeit ihre Arme um den Hals der Wärterin schlingen, um sie dann plötzlich mit erblaßtem (esichtchen sinken zu lassen, wenn sie sich stumm .adgeirehrt sühlte, und Hannah konnte troig sein, denn was wäre es anders gewesen, als Trot, wenn sie neulich.
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nach einer 'leinen Strafpredigt, der schwunden gewesen, daß man sie gesucht, eine Viertel, eine halbe stunde lang, bis man sie endlich unten im Hofe ge funden, umweht von den Flocken des fallenden Schnees und mit großen Au gen zu dem schlanken Jungen auf fehend, der vor ihr stand und eben sagte: Wte wunderbar Du aussiehst, Weißköpfchen! Als ich Dich aus dem Flockcngcwimmel auftauchen sah. mit den Haaren, wie Schnee, den großen dunklen Augen, da kamst Du mir grad' wie ein Schneeglöckchen vor, just, wie ein Schneeglöckchen, das jct zur Osterzeit erblüht." Die Wärterin hatte damals das Kind rauh von d:r Schwelle, auf der eK hockte, emporgcrissen und ihm streng verboten, je wieder hinab auf den Hof zu gehen: in des Mädchens Seele war aber eine große, noch unverstandene Sehnsucht gekommen, die trug Verlan gen nach den freundlichen Lauten der Knabenstimme, die in da einsame Le den hineingetönt, und hin und her war die kleine Hannah doch noch verstohlen nach unten geeilt, wo der Freund auf Schneeglöckchen- wartete,- wie er sie Konsequent nannte, und wo er ihr vor erzählte von seiner gestorbenen Mutter und dem kranken Vater, den er so un beschreiblich liebe und mit dem er, zum ersten April erst, in das'Howecn'sche Haus gezogen. Ein paar Jahre nur währte die Kin derfreundschaft, dann nahm sie ein jähes Ende; auch der Vater Paul Flem mings starö, und Nechtsanwalt Howcr den. der auf Wunsch des Verstorbenen tue Vormundschaft über dessen Sohn und die Verwaltung seines beträcht lichen Vermögens übernommen, war dafür, daß Paul die Universität der Residenzstadt bezöge, dort seine Studien weiter fortzusetzen. Es war auch gerade um die Osterzeit, als der Jüngling die Heimath verließ und sein blasses Besicht, das noch von dem tiefen Leide um des Vaters Heim gang sprach, zum letzten Mal in d?r Kinderstube des Haufes Howerden auf tauchte. Oh. Du." rief Hortense, als Paul Flemming auf die Schwelle trat, die fcm jauchzend zu, Du darfst nicht fort von uns, komm, klebe meiner Puppe den Arm ein. mache an meinem Wagen das Rad fest, wer soll mir denn helfen, wenn Tu nicht mehr bei mir bist?" Entzückt beugte sich der Knabe zu dem reizenden Kinde, das ihn wie ein schil lernder, buntfarbiger Schmetterling umgaukelte; als sich aber aus der dun telstcn Ecke des Zimmers eine kleine, unscheinbare Gestalt löste und zögern den Schrittes zu ihm herankam, da wandte er sich ganz unvermittelt von Hortense ab und zog Hannah an beiden Händen mit sich bis zu dem Fenster, von dem aus der stille Hof zu über blicken war. Schneeglöckchen, Du sagte er mit voller Innigkeit und faßte die kalten Fingerchen des Kindes, wirst Du mich nie vergessen, wirst Du mir immer ein solch' guter kleiner Kamerad bleiben, wie Du es bisher gewesen?" Immer,". betheuerte das Kind und sah mit den .großen dunklen Augen ernsthaft zu dem Freunde empor; Hör tense aber umtanzte jubelnd die Beiden und rief mit heller Stimme: Gib mir den Paul her. Hannah. langweilige Hannah. er toll mit mir spielen, und wenn ich etwas haben röill, muß ich es lmmer bekommen!" Hcllerleuchtete Fenster, Ülänat einer festlichen Musik und heranrollende Equi pagen fesselten um viele Jahre später die Schritte der Vorübereilenden vor dem Howerdenschen Hause, das den V At A A V V 1a kl -CUll UlilJUU. iUCilil UIUU lil UZl CIUUI von glanzvollen, prächtigen Festen sprach, und in dem das Geld gar keine Rolle zu spielen schien, wenigstens nicht das Mhlen und Berechnen desselben. Und er hat s za auch Nlcht nöthig. der Herr Nechtsanwalt, er verdient a Unsummen," meinte ein augenscheinlich dem Handwerkerstande angehöriger Mann zu -seinem Begleite? gut aber ist s. wenn er das Geld wieder gehörn in der Welt umherrollen läßt und .j nicht nur im Kasten aufspeichert und sich an seinem Glänze erfreut." Aber eine gewisse, Sparsamkeit ist doch gut." gegenredete ein Anderer; wtt& man denn, wie lange man zu leben hat und der RechtScnwalt soll er bärmlich aussehen, so blaß und mager, als wäre er nur noch sein eigener Schatten." Ja, wett es keine Ruhe dort im Hause giebt," meinte ein Dritter ge ringschäig. Feste tagaus, tagein. Möchte nur wissen, ob es. den Homer dens gelingen wird, ihre schöne Tochter an den vornehmen Mann zu bringen, der des Morgens immer durch unsere Straße reitet." Wenn sie die Schulden des Grafen bezahlen, warum nicht." lachte eine Frau mit frischem, rothem Gesicht, mir thut bei dem Allen nur das arme Fräulein Hannah leid. Die fragt den Kuckuck nach all dem glänzenden Firle fanz um sich her und möchte sich am liebsten, wenn es so Anginge, in ein Mauseloch verkriechen." Sie hatte sehr Recht, die gute Frau,, die eben diese Worte gesprochen, denn um das arme Schneeglöckchen" stand es in der That so, wie sie Ts den unten Harrenden beschrieben. . Eine Folie für die schöne, strahlende Schwester-erschien sie schüchtern, unge wandt und unbeachtet in den glänzen den Salons der Eltern. War sie doch,; wie ihre Namensschwestern unter den Blumen, auch unter Eis und Schnee erblüht und sarblos neben den prächti aen. in der Sonne groß gewordenen Blumen. Hinter irgend einem . Vorhang, in einer cnsternischz oder in sonst einem' stillen Wintclchen pflegte sich Hannah zu verbergen, 'sobald es nur anging, und von hier aus, schauten die großen, dunklen Augen traumverloren in das x i . m . . t : : v .:r cnnn.f ounie veij;ic uincin, o:nrii 'uuci
Punkt die schöne Schwester bildete. Heut aber, heut durchzuckte siezum ersten
Mal ein Gefühl des Schmerzes, wenn sie a), wie Hortenie der Magnet in Alle ohne Ausnahme zu sein schien, heut neidete sie ihr ihre lichte Schön heit, heut hätte sie an ihrer Stelle sein mögen, denn dicht bei ihr, die bewun dernden Blicke auf sie geheftet, stand der einsige Mann, auf den es Hannah Howarde'n ankam, stand Paul Flem ming, der hin und her wohl in seiner Studienzeit das Howerden'sche Haus ausgesucht, der jetzt aber seit vier Jah ren Reisen in fernen Welten und Län dern gemacht. Vor zwei Tagen erst war der junge Gelehrte in der früheren Heimath wie der eingetroffen und zwar, um sein väterliches Erbe anzutreten, das ihm RechtZanwalt Howerden aus seinen Wunsch noch länger, als bis zu seiner Großjährigkeit, verwaltet. Svner An kunft voran war die briefliche Anmel dung erfolgt und hatte im Howerden schen Hause eine ganz wunderbare und sehr verschiedene Wirkung erzielt. Wäh rend Hannah m einer Regung tief innerlicher Freude die kleinen Hände ineinander geschlungen, hatte es zwi schen dem Anwälte, seiner Frau und Hortense eine heftige Scene gegeben; Ersterer verlangte für den Ankömmling eine besondere Bevorzugung, eine ganz specielle Liebenswürdigkeit der Damen, die ledere unter dem Hinweise.ablehn ten, daß man die alten Freunde, wie z. B. den trafen Welmer, nicht vernach lässigen und auf Kosten eines Fremden beeinträchtigen dürfe. Die Scene endete damit, daß Rechts' anmalt Howerden, der ganz blaß ge worden war, seine Gattin mit in sein Privatzimmer nahm, aus dem sie mit hochrothcn Wangen zurückkehrte, daß Hortense später ein paar verweinte Au gen zur Schau trug, und daß sie heute bei dem Feste die Unterhaltung mit Paul Flemming, trol) der drohenden Blicke des Grafen festhielt, sich beim Tanze fester, als üblich, auf seinen Arm lehnte und ihn mit einem scher zenden Fächerschlage zu ihrem Ritter er klärte, dem sie nur sür die Dauer einei kurzen Tanzpause Erlaubniß gäbe, Schwester Hannah auszusuchen, die ge miß hinter irgend einer Gardine stecke. Ob, daß er kam, zu ihr kam, daß sie ihm überhauvt eingefallen war in der Nähe der schönen, strahlenden Schme ster; Schneeglöckchen zitterte, als flögen die weißen Flocken des Winters um sie her, und das Köpfchen mit dem lichten Gelock, das der Strahl der Kerzen wie Silber erglänzen ließ, senkte sich, daß der Freund erst bitten mußte: Wollen Sie mich nicht ansehen, Schneeglöckchen, daß ich prüfen kann, ob die Augen noch so tief, so unergründlich sind, wie sie mir in du Erinnerung geblieben all die langen, langen Jahre hindurch?" Eine Woche verging und mehr, Paul Flemming wurde im Howeiden'schen Hause als Logirgast festgehalten, und wenn auch der Nechtsanwalt selbst sich weuig um seinen Besuch kümmerte, da er. viele und dringende Arbeit vorgab, er war es doch, der die Abreise des jungen Mannes immer wieder zu ver zögern und hinauszuschieben wußte. Und wie cö schien, ließ sich der junge Gelehrte gern festhalten, wie es schien, lag er ganz im Banne der schönen Hör tense, wenigstens sah man ihn stets bei ihr und wandte er sich auch öfter der stillen Hannah zu. ihre Gespräche dreh' ten sich doch meist um. die gefeierte Schwester, auf die Schneeglöckchen" stets zurückkam, um. wie sie meinte, ihrem Freunde gefällig zu sein. Niemand ahnte, daß Paul Flem ming. trotz aller Zaubersäden, die man um ihn schlang, ossene Augen behielt, daß er es klar zu empfinden glaubte, daß unter allen Rosen, die man ihm streute, die verwundenen Dornen lauer ten. daß er das Gespenst zu sehen ver meinte, das mit blassem, verzerrtem Gesichte hinter dem Lächeln hervorlugtc, mit dem ihn Frau Alice und Hortense begrüßten. Sah er doch Ernst HowerdenS un ftStcs Auge, wenn er ihn bat. bis zu dem und dem Tage seine Papiere, seine Werthdokumente zu? Stelle zu haben, da er dann nothwentzig fort müe, hörte er doch die gepreßt klingenden und wieder so dringenden Aufforderungen des 'Mannes, zü bleiben, sein Haus als das sein: anzusehen, sah er doch die fieberhaft glänzenden Augen Alices und hatte er doch von dem Grafen Welmer, dem begünstigten Bewerber von Hör tense, sprechen gehört, den man so plötz lich um seinetwillen bei Seite geschoben. In allem Chaos gab -t$ nur einen Ruhepunkt, das war das stille, bleiche 'Gesichtchen HannahS, zu dem sein Blick so oft zurückkehrte, auch wenn er im angelegentlichsten Gespräche mit Hor tense erschien. Morgen, morgen sollten nun endlich olle Geschäfte mit dem Rechtsanwalte erledigt werden, morgen war der erste Aprils am Abend hatte er in seiner Uni versitätsstadt einzutreffen, und nun stand er wie vor Jahren m der ttinder zeit mit Hannah Howerden am Fenster und blickte stumm hinaus, in das Schneegeriksel, das vom Himmel fiel. Schneeglöckchen sah so weiß aus, wie das Leichentuch, das draußen die Erde deckte, und die kleinen Hände lagen feste verschlungen auf dem Fenstersimse, als suchten sie dort Halt und Schul). Vor kaum einer Stunde hatte ihr ja Ho? tense vertraut, daß sie Paul FlemmingS Weib werde? wollte, koste eS. was es koste, und daß sie sie, Schwester Hannah. ermächtige, ihm dieö zu sagen, damit die Geschichte noch um beutigen Tage entschieden wurde. Wie kalt, wie nn verhüllt das all3 geklungen hatte! War denn das Liebe, die einer Anderen das beseligende Wort des Geständnisses überließ? Hannah schauerte zusammen und heftete einen traurigen, fast' irren Blick auf. den Mann, der an , ihrer l Seite stand. Fühlte, empfand Paul j Flemming diesen Blick? Er wandte sich ! plötzlich um, ergriff beide -Hänse des ; blasen Madchens und rief: W'.sten Sie es denn nicht, Schnee
glöckchen, empfinden Äe es nicht, muß ich es Ihren wirtlich erst sagen, daß ich Sie liebe, unaussprechlich liebe?" Ich nciß es", sagte Hannah.Howerden ganz leise, denn man muß sie lie den, wein man mit ihr zusammen ist." Wen. wen muß man lieben, Han nah. liele Hannah. haben Sie mich denn nicht verstanden?" Doch', sagte sie, die traurigen Au gen zu ihm aufhebend, meine Schmester Horlense, von der wir so oft zu sammen gesprochen." Oh, Schneeglöckchen, Schnceglöck chen, wie blind Du bist," jubelte er auf, heben es Dir nicht Tcine Na menSschnestern zugeläutet, daß Du es bist, der mein Liebesfrühling gilt, daß ein ganzks Ostern.von Liebe und Glück seligleit in meinem Herzen für Dich er standen, und daß ich Dich aus Schnee
und Eis hlnüberretten will in mein trautes, warmes, behagliches Nest in der Universitätsstadt?" Einen Augenblick lag sie wie träum verloren an der Brust des Mannes, der sie zu sick, herangezogen, dann löste sie sich mit jähem Erschrecken und rang die Hände ireinander. Hort.'nse. ach. Hortense liebt Sie. Ihre Frau will sie werden und ich, ich sollte ihre Fürsprecher! sein." PauljFlemmincr lachte, ein helles, glückselijeö Lachen, dann nickte er dem Mädchen zu und stürmte hinüber in das Immer, wo, wie er wußte, der Recktsanmalt zu arbeiten pflegte. ' Der hUte sich jäh erhoben, eine Blut welle jaote über sein Gesicht, um dann einer Marmorblässe zu weichen, seine Hand unkrampsie die Lehne des Stuhles, auf dem er gesessen, er wußte, die Entscheikung war da, und vor ihr, an gesichts des Schrecklichen, das ihm be Vorsteher tonnte, verlor er alle Fas sung un) stammelte: Ich schaffe das Fehlend! wieder, beruhigen Sie sich, Doctor ylemming, die Summe ist nicht so groß, ich verbrauchte sie in der hoch sten Not), sie muß auszutreiben sein, nur Zeit, Zeit!" Nich's. nichts von alledem. Herr RcchtsaRwalt." fiel der junge Mann rasch eil, ein Wort nur von Ihnen, und Su. schulden Ihrem Sohne eine Anleihe, die er selbst Ihnen angeboten haben mürde, Jbrcm Schwiegersöhne; denn ich werde um Ihre Tochter, und Sie mcchen mich glücklich, wenn ich mir mein Weib aus Ihrem Hause holen darf." Und Hortense gab Ihnen schon ihr Wort?" . Richt um Hortense werbe ich," gab Paul Flemming stolz zurück, um ein Kleinod, das Ihr HauS birgt, . um Hannah. ' die ich geliebt von der Zeit an, wo ich als Knabe drunten im Hofe Ihres HauicS spielte. Still wurde es in dem Zimmer de3 Rechtsaiwalts Minuten hindurch, ganz still, und doch ourchlebte'der Mann,'der wie gebrochen in seinen Sessel zurück gesunken, in dieser kurzen Zeit zwanzig lange Jahre der Vergangenheit noch immer in seinem Geiste. Er sah sein verkanntes, nie durch Liebe verwöhnte Kind einsam und allein heranwachsen und er sah seine Gattin und Hortense mit ihren maß losen Forderungen, ihren steten An sprüchen. 'denen er stets gerecht wurde, weil auch ihn Eitelkeit und Hochmuth beherrschten, und weil er gern v,n sich als dem reichsten, dem vornehmsten Manne sprechen hörte. Wohin war es mit ihm gekommen? An fremdem Eigenthum' hatte er sich vergriffen, in keiins rlkenschen Auge vermochte er mehr zu sehen, dahin der Frieden, dahin das Glück, die Nuhe des Tages, der Schlaf der Nächte, die Freude am Leben, und sie alle, alle kamen ihm wieder durch das Kind, das unbeachtet, verkannt, in den Winteln fdnes Hauses gelebt. . Ein Schluchzen crichüttert'e des Man nes Brust, und beide Hände drückte er fest auf die überströmenden Augen. Als er sie dann aber wieder sinken ließ mit dem Entschlüsse, selbst ein Anderer zu werden und dahin zu wirken, daß Weib und Kind es ihm nach'.haten, da standen Paul Flemming und Hannah vor ihm, und d.r ernste Gelehrte, der seinem Lieb wohl alle Bedenken qenom men, ries strahlend zu dem gebeugten Manne hinüber: Nun. Papa, sage auch Du es noch meinem Schnccglöck--chen,'daß Hcrtense nur gescherzt, als sie mich zum Gatten erwählt, und daß Hannah die rechte, echte Hausfrau für mich ist." I n den kürzlich veröf sentlichten Briefen Hebbels an seine Frau theilt er eine Geschichte von Uhland mit, die er von einem früheren Hausfreund des Dichters ersahrm hat. Uhland zankt sich einmal mit seiner Frau und bMQlient. sie dadurch zu be strafen, daß er drei Tage lang kein Wort mi't ihr spricht. DaZ hält er auch redlich, und als Beide nach abge laufen Strafzeit bei Tische sitzen. fraat er sie : .Nun ?" Sie blickt verwundert auf. und er fragt weiter Merkst Tu nichts V Sie .erwidert aanz ehrlich : Nein !" und nun er. gibt sich, daß sie in dcn drei Tagen des Grimms eine Veränderung gar nicht ge,purt hat. ,. H i n und wieder findet man noch in einer der rheinischen Städte Leute. d,e für die Napoleonidm eine gewine Vorliebe zu besitzen glauben. So in Frankfurt a. M. ein biederer Nonr lenter. Gern bekennt er seinen Fahr gasten seine heimliche Liede. Aber wie kommen Sie denn dazu?" fragt ihn eines Tages ein Insasse seines Ge lährtZ, was gehen le denn die Napo leoniden an?" 0, mein Herr, ich habe togar ern Andenken an den gro ße Kaiser!" .So?" Ja. hierl und er zeigt ein Zehnfousstück das stammt von einem Jwanzigfran kennuck. das '.'tavoleon einst meinem Groaier geschenkt hat!" - So geht's. ' Herr: Nun, wie a'mg eS Ihnen denn m Ihrer neuer Rolle? Schauspielerin: Weiß nicht; ibi nocv nicht die Rettung aeleien:
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Der Kanarienvogel! Humoreske von Harry Nitsch. Mein kleiner Kanarienvogel ist mir entflogen ! Dem Wiederbringer gute Belohnung! Wittwe Müller, Hausbesierin, Ziethcnittaße '.15 1." Karl Schulze, ein vierzigjähriger Junggeselle, der in bescheidenen, aber sorglosen Verbältnissen lebte, hielt den Lokalanzeiger in der Hand und las im mcr wieder obige Annonce. . Eine junge Wittwe, Hausbesitzerin, das war cZ, wonach sem Herz sich sehnte. Herz und Gemüth allein genügten ihm nicht, sonst Hütte er sich, wohl längst vcrhcirathct. Plötzlich rief er auZ : Ich werde eS versuchen! In einer Stunde trenen wir ihn schon im feinsten Gesellschaftsanzuge, wie er Ziethenstr. 96 die Glocke ziel,'-. Ist Frau Müller zu sprechen?". ragt er das öffnende Mädchen und' wird' von diesem in ein, mit bürgerlchcr Eleganz ausgestattetes Zimmer geführt. ' . Entschuldigen Sie, Frau Muller, mein Name ist Schulze. redete er die ich erhebende Dame an. indem er die ernste Verbeugung machte, welche er auf Lagr hatte; entschuldigen Sie,wenn ich eS wage. Sie zu stören, aber Sie haben einen Bogel, das heißt, Sie hatten einen Vogel." verbesserte er ich. als er daö entzetzte Gezicht der Tam jsah. Ach, ia, mein sür,es, kleines Häns chen!" flötete Frau Müller, er ist mir entflogen, und Gott weiß, wo der arme. leine Schelm jetzt ist! Vielleicht ist er gar tu schlechte Hände gekommen!' chluchzte sie. War er goldgelb, ohne Flecken? orfchte Schulze. Ach, ja!" Ein echter Harzer Roller?" Ja. ja. ganz recht!". Er ist es!" murmelte Schulze. WaZ sagten Sie. er ist es? Sie baben ihn? Sie bringen ihn? O, Sie smd mein Netter, ein Held, ein Heros!" jauchzte die Wittwe. Ja, ich bone wenigstens, ihn zu haben, doch lassen . Sie sich erzählen!" antwortete Schulze, indem er nch aus ihre einladende Handbcwegung.in ein Fauteuil niederließ und neugierig, mit Kennerblick die werthvolle Eunichtung betrachtete. Ich sitze gestern in der Mittags stunde, an nichts denkend, wie das meine Gewohnheit ist, auf einer Rank am Nollcn.dorfplatz, als ich plötzlich neben mir ein recht wehmuthsvolles Zwitschern höre. Ich sehe hin und entdecke zwischen dem Gcdüsch ein kleines. gelbes Kanarienvogelchen, welches an scheinend zu sehr ermattet war. um sich zu erheben. Ich fing es leicht und trug es vorsichtig nach Haus. Heute Mo? gen las ich nun Ihre Annonce in der Zeitung, und hier bin ich. Doch nun gestatten Sie mir wohl, daß ich mich entferne, um das Thierchen zu holen! In einer Stunde rr .de ich mir wieder erlauben " Ach. ja.' bitte, bitte, recht bald. kommen Sie recht bald mit memem süßen HänSchen wieder!" Adieu, gnädige Frau!" Adieu. Herr Schulze!" Und Herr Schulze, dieser- schlechte Mensch begab sich stehenden Fußes zu einem Vogelhändler und erstand sür zwanzig Mark einen goldgelben, echten Harzer Äoller, IieB ihn in emen Kang stecken und kehrte mit demselben zur Wittwe zurück. Diele empnna ihn mit zärtlichem Augenausschlag: Ach, mein liebes, süßes Mätzchen", schmeichelte sie, da bist Du Schlingel, was hast Du mir für Kummer und Herzeleid gemacht! Damit lieg sie das hler m einen jchö nen, vergoldeten Käng flattern. Doch nun." wandte sie sich an Herrn Schulze, gestatten Sie. mir auch, Ihnen von ganzem Herzen zu danken, le winen nicht, was Stt mir mit meinem Hänschen zurückgegeben haben! Er war mein Gelelljchaster in meinem einsamen Leben, seit mein theu rer Mann mich sür immer verlassen Hit," schluchzte sie, und gerührt wischtk sich Herr Schulze die nassen Augen. Die Belohnung, welche ich in der Zn tung versprochen hatte," fuhr sie fort. .darf ich -" ., ich bitte, Frau Müller, davon kann keine Ncde sein, wenn Sie mich nicht beleidigen wollen! Ich schätze Mich glücklich. Ihnen den doch nur so kleinen Dienst geleistet zu haben! Wenn Sie mir gestatten wollen, öfter wieder zukommen, um dem Gejange des Hans chen. welchen ich liebgewonnen habe, zu lauschen, io würde das schon reiche Be lohnung für mich sein!" Ach. Her? Schulze, wenn Sie mir das Opfer bringen wollten, einer ein samen, alten Frau (hierbei lächelte sie kokett) Gejellschast zu leisten, so würden Sie sich damu meinen wärmsten )ank verdienen, und nehme ich Ihnen hier mit das Versprechen ab, " Hier wurde sie plötzlich durch HänA eben unterbrochen, welches klar und deutlich den Anfang des schönen LiedeS Psiff: Im Grunewald, im Grunewald ist Holziauction!" Herr Schulze glaubte, jetzt müsse ihm das Herz zu Eis erstarren, denn jetzt mußte es ja zu Tag: kommen, doch lächelnd sagte Frau Müller: Hören Sie wie allerliebst es das Liebchen pfeift, das ich ihm gelehrt habe?" Unserm Helden fiel eine Fünfzigkilo last vom Herzen. Donnerwetter" dachte er b?i sich, das heißt Glück ha den, grade so einen Vogel zu treffen. der-daSLicd pfeift"; laut aber lobte er. indem er sich erhob, den Sänger, der auch bei ihm seine Kunstfertigkeit er probt be?5:e, und schickte sich an für heute Abschied zu nehmen, mit dem Verspre chen, morgen sich zum Thee wieder ein zufinden. . Aus der Straße angelangt, rieb er sich vergnügt die Hände, 'bejah sich das große. ' nittliche HauZ und schmun
BWJBIk! zelte. Ganz schuldenfrei, ich habe mich schon danach erkundigt!" Und am nächsten Tage tam er. frcu dig von der hübschen Wittwe empfan gen, zum Thee, und so kam er oft und zuZct täglich. Und eines schönen Tages logen sich Beide in den Armen und wcinien vor Schmerzen und Freude!" Wenn Tu 'wüßtest, wie ich Dich liebe, theuerste Anna." stammelte er. schon am ersten. Tage, als ich Dich kennen lernte, hattest Tu mein ganzes Herz eingenommen! Weist Du noch. was die Ursache unseres jetzigen Glückes ist? Dein Kanarienvögelchen!" Ja, mein süncs HänSchen," flüsterte sie. Höre, liebste Anna, ich muß Dir et was anvertrauen, doch mußt Du versprechen, mir nicht zü zürnen, willst sU X Gern, mein Schatz, was hast Du?" Ja, Dein Dein Kanarienvogel ist gar nicht Dein Vogel." platzte er heraus. Ich las Deine Annonce und da ich mich schon lange für Dich interessirte (hier log der Schelm schon leder, er hatte vorher von derrau Müller keine Ahnung), so benutzte ich die günstige Gelegenheit, forschte Dich erst über den Vogel aus und kaufte dann beim Händler ein solches Thier chen! Bist Du mir böse, Herzchen?" iem, lieber Schatz," lachte ne herz lich, ganz und gar nicht: doch da wir einmal bei den Geständnissen angelangt sind, - auch ich habe Dir ein Gestand niß zu machen," flüsterte sie, verfchämt erröthcnd, Dein Kanarienvogel konnte auch gar nicht mein Vogel sein, da da mein letzter vor zwei Jahren gestor ben und seitdem der Bauer leer stand. Ich erließ die Annonce in der Hoffnung, etwas Abwechselung in s öde Einerlei zu erhalten, neue Bekanntschaften zu machen und andere Gesichter zu sehen, und habe ich denn nicht Glück gehabt, hat sie doch Dich mir gebracht", schmei chelte sie, ihn zärtlich küssend. Sie lachten Beide herzlich über ihre Gestand nisse, und ihr fröhliches Lachen hallte noch lange durch das Zimmer, nur ab und zu durch das Geräusch eines, herzlichen Kusses unterbrochen. Andern Tages las das staunende Publikum in der Zeitung: Anna Mül lev. geb. Hammel, Karl Schulze, Ver lobte. Merkwürdiges Naturspiel. In allen Theilen der Erde, und nicht zuletzt in unserem Lande, kann man eine Menge seltsamer Gestcinbildungen finden, welche mit Menschen, Thieren, Bauwerken, Gefäßen u.s.w. verglichen werden ; indeß muß der Beschauer gewöhnlich seine Einbildungskraft fchon ziemlich anstrengen, um in ihnen gerade die Gestalt zu sehen, die ihnen beigelegt wird. Arizona hat jedoch ein Steinbild aus zuweisen, das sich durch ungewöhnlich deutliche Realistik auszeichnet und in dieser Beziehung nur wenige seinesgleichen hat. Dasselbe befindet sich zmischeu Tucson und Oracle, ein wenig östlich von der Omnibuslinie. Auf einer Anhöhe, die sich mehrere Fuß über den umgebenden Sandhüacl erhebt. bietet sich ein Anblick, welcher jeden Vorüberfahrenden im ersten Moment verblüfft, beinahe als ob es eine Gei stererscheinung von ungeheurer Größe wäre. Ein steinernes Kamecl von etwa 60 Fuß Höhe und ganz weißer Farbe, steht da, wie von einem Bildhauer gemeißelt. ' Wie eine riesige Schildwache erhebt sich der weiße, glatte Granitsclscn in mitten des Sandes und der niedrigeren Hügel, auf dcnen.es fast gar kein Grün. gibt. Alle Riste, welche die Oberstache des RiesenkameclS zeigt, liegen seitsamerweise genau so. daß sie Gesichtszüge oder natürliche Hautfalten bilden; l'ogar die Augenbrauen fehlen nicht. Deutlich sind die Höcker zu sehen, unö der Hals ist besonders schön gerathen, zumal die Linien durchaus nicht steif sind ?iur die Beine sind nicht auS gearbeittt"; trodem wird ihre 26irtun unter Mithilfe von Gestrüpp, wel ches unten, zu beiden Seilen wächst, stark genug hervorgebracht. Von allen Seiten in dieser gewaltige Felsen gleichgut als Kanieel zu erkennen, gleichviel, ob man. ihn dci Wacht oder bei Tage be schaut. Stande n an irgend einem euroMschen VergnügungSplaß, st würde er zweifelsohne einen hervorragenden Rang in allen FremdenHandlichern einnehmen. Um eine Thierversteinerung kann es sich hier, nach Allem, was man von die sein Geaenstand weiß, unmöglich handein. Wie der Felsen zu dieser Gestalt kä. ist eines der vielen Geheimnisse. welche auch die Geologie schwerlich jemals lösen wird. Uebertrumvft. Ich brauche mir höchstens alle ächt Jatzre 'mal 'nen neuen Anzug machen zn las sen!" Da schone ich meine Sachen noch ganz anders. Ich kann mich uberhultvi Nlcyi mehr daraus vepnncn, wie'n Schneider aussieht !" Scherzfrage. Wonn unter scheidet Nch ein Pferd von einem Men schen? Wenn ein Mensch abgespannt ist, fällt er beinah' um; wenn ein Pferd abaeivannt ist. wird es erst lustia.
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Zärtlich Mein Schatz, ich muß ans einige Zeit verreisen 0, so laß' mir als liebe Erinne. rung bis Tu zurückkehrst. Dein Porte monnaie hier!" . Jui Salon. Wann bin ich doch gleich hier in die Garnison vcrse worden? Bitte, meine Damen, sehen Sie doch mal in Ihrem Tagebuch nach!" myol Frau (cirtscht): Um Himmelswilien. Anna, ich glaube, sie wischt derr Teller gar gleich mit ihrem Schnupftuch ab:Anna: O, das macht nir, anä' Frau, das Tüchl is' ja schon schmut zig.,Jn den Beinen liegt der Lieg." " Aus der militärischen Wirksamkeit. des verstorbenen österreichischen Feld zeugmeisiers Freiherr Rosenzweig von Drunwehr erzählt der Pester loydfolgende bezeichnende Geschichte : Eines Tages tritt der iveneral un' vermuthet in eine Unterossiziers-Pflanz' schule, wie sie in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre noch bestanden. Erläßt durch den vortragenden Offizier einen Gefreiten ausrufen und prüfen. Der Gefreite bemüht sich, einige al tische Weisheiten, die man ihm einge blaut, etwas konfus von sich zu geben. .Sie, Gefreiter." unterbricht Baron vtosenzweiz den Sprecher, lasten Sie.' das Alles und zeigen Sie mir einmal wie der Soldat seinen Fußlappen zu sammenleg?n soll." Der Gefragte blickte cem. General in'ö Gesicht, ohnr ein Wort zu finden. Diese Frage ist in der Schule offenbar noch -nicht be handelt worden bemerkte der Gene, ral. Herr Oberlieutenant, ist ein' Bogen Fließpapier da Ja ? So schön, geben Sie ihn her." Zum Gef-reiten gewendet, fuhr der General fort: Stellen Sie sich vor dieser Bogen Fließpapier sei ein Fuß läppen. Legen Sie ihn auf den Tisch! So! Und nun Ihre flache Hand wie einen Fuß in die Mitte des Bogens, und machen Sie. als ob Sie einem Re kruren zeigen müßten, wie der Lappen zu legen sei!" Der Gefreite thut, wie ihm geheißen; es war Alles gut ziur den vorderen Zipfel bog er über den Zehen hinab, so daß er auf die Fuß sohle zu liegen kam. Sehen Sie, Herr Oberstlieutenant," begann der General, das ist falsch! Was nützt mir die ganze taktische Pappelei, die einen sehr zweifelhaften Werth hat. wenn der Gefreite -'oder Corpsral den Rekruten nicht einmal beidringen kann, wie mau die Fußlappen zu legen hat. In deu Beinen liegt der Sieg, die wich' tigste Kunst des Infanteristen ist neben dem Schießen das Marschiren. Wenn der Gefreite aber den Mannschaften nicht zeia,t, daß man den Zipfel des Fußlappen hinauslegen mu. so treten sich bei. anstrengenden Märschen die Leute Blasen auf den Sohlm, sie kön nen baun nicht weiter marfchire.n und bleiben im Straßengraben liegen. Wird der Zipfel heruntergeboa,en. so bleiben von den 2ö0 Mann, reit denen die Compagnie ins Feld marschirt, nach den ersten .drei FeldzugSochen minde siens fünfzig Fußmarode in den Spiifc lern zurück. Wird aber der Zipfel nach oben gelegt, so flach, daß kein Druck entsteht, dann tritt die Sohle auf eiu glatte.Fläche auf und Sie bringen die Compagnie in voller Kriegsstark ins Gefecht. Also wirken Sie.' dabin, daß auch die Unterofsiciere der Mann schaft die Bedeutung des Satzes bei dringen. In den Beinen liegt der Sieg.Zeitbild. Hast Du'S gehört. 'tr xi!f . ;i rr itof ni.i4 ,n l,jitfc iviu uiuit ji nvy um uuuI.I' gymnasium errichten. Hm. dann wird es aber die höchste Zeit, daß gleich zeitig eiue Knabenloch schule gegrü??dtt 1 wird.
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