Indiana Tribüne, Volume 16, Number 207, Indianapolis, Marion County, 16 April 1893 — Page 1

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Beilage.

Sonntags-Plauderei. Wir haben eine Theatersaison hinter mnS. Für Indianapolis will eine .deutsche Theatersaison zwar niüt diel bedeuten, aber ks ist doch immerhin etsoas über das zu plaudern sich der Mühe Johnt. SS giebt in Indianapolis eienKrelZ vonDeutschen der WillenS und mZStande ist ein halbes Dutzend Vor-

stellungen während des Winters für den Unternehmer lohnend zu machen. Daran zweifle ich nicht. Darüber hinaus wird eS aber auch nicht gehen. Es

giebt meines Wissens im ganzen Lande

kein deutsches Theater, das ohne Conn-

.tagö-Vorstellungen bestehen kann, und

ta wir solche nicht haben können, so

övird nur eine kleine Zahl von Borstel Lungen lshund sein.

Dle lebte Borneuunaen waren

schlecht besucht. ?s mögen verfchie

dene Gründe zusammengewirkt haben,

gber einer der hauptsächlichsten war

mewer Anficht nach der, daß das Pub

likum iszmer nur eine einzige Sorte

Komödie bekam. Die moderne Salon-Lustspiele sind aZt so ziemlich von demselben Schlag, dieselbe leichte Waare, und man hat offen gestanden, bald genug davon, wenn man dazwischen nichts Anderes geboten bekommt. Bei der ziemlich tteit gehenden Spezialisirung der Facher hat daS dann zur Folge, daß man den Schauspielern kein Interesse mehr abgewinnen kann, weil sie fast einmal jjenau so aussehen, genau so handeln, genau so sprechen, wie da5 andere Mal. Die Menschen sind gar verschieden in ifytxaT Sschmack, der Eine hat seine Fxeude an einem Couplet, der Andere tsill gerne einmal Ritterstiefel über die Buhne schreiten sehen, und einem Dritten gefällt es am Besten im Theajer, wenn ihm die Thränen der Aühruttg über die Backen lausen. Ich bitt der Ansicht; daß die letzten Vorstellungen besucht gewesen waren.

wenn in der Auswahl der Stücke die Abwechslung . eine größere 'Rolle ge spielt hätte. Eine Berücksichtigung dieses Winkes

dürste größeren Erfolg in der nächsten Saison sichern. - Es giebt ein Wetter über das selbst der phlegmatischsteMensch zum Fluchen veranlaßt wird, und solches hatten wir wahrend der letzten Taze. Wenn man innerhalb dreimal 24 Stunden ein Mal vor Hitze beinahe schmilzt und ein ander Mal vor Frost mit den Zähnen klapp.-r!t,so ist dies zwar ein sehr inte ressantes Spiel der Natur, doch ist es weniger interessant, daß man dieses Spiel mit zu machen gezwungen ist. So abscheulich war die Witterung der

letzten Tage, daß man selbst den alten

verbrauchten Kalauer : Lieber wäre

mir schon gar kein Wetter, wie solches"

noch geistreich finden konnte, weil er

der Stimmung entsprach. Auch hat

man bei dem sanften Frühlingswchen immer die etwas gruselige Empfindung, daß Einem das Haus über dem Kopfe

zusammenstürzen kann, wobei es Gi nem nachher frei sieht, nach Belieben Betrachtungen über die Baukunst in Amerika anzustellen, worauSgesetzt, daß man nicht alles Interesse dafür verloren hat. Bei solchen Naturverhältnissen ist es wir noch immer nicht begreiflich geworden, wo unsere Dichter den Stoss und den Muth zu FrsthlingSgedichten hernehmen. Ich meine dabei die Gedichte in denen die Maiglöckchen bimmeln, die Wiesen Toilette machen, und die schmachtenden Jüngliuge Schäferidyllen

träumen. Nee, so was iS nich,, sagt

der Berliner. ,,2eh' das kommt ja bloß in den Vichern vor" sagt Frau

Heinecke.

Wenn ich ein Frühlingsgedicht ma-

chcn wollte, (Notabene, wenn ich eins

machen wollte, waS aber nicht der Fall

ist) ich würde ungefähr Folgendes sagen :

Ach, wie schön die Sn:e lächelt. Ach, wie sanft bet Zexhyr fjich-lt ! Aber, es ist fauler Schwindel. Siehst da jenes Wolkenbündel ?

Morgen v ein gra.'r Bdy.ckr, Aus dsm, wie auZ einen Reiher .alt und nag die.Skczenftuth strömt auf Tsincn rQ?jaI)röl;ut. Und aus großen vollen Vackcn Bläst bet Einer in den Nacken. Kühlet seinen Uebermuth An dem neuen Frühlingshut, Wirft ihn in den Straßen schmutz. Tir zum Aerger, Dir zum Trutz. Doch das ist das Aergste nicht. Schlimmeres er noch verricht'. Ja, Du kannst dich glücklich preisen, Mußt Tu nicht ins Jenseits reisen. Denn ein solcher Zephyr lind. Schmeißt ein Haus um gar geschwind. Und Du kannst dann unter fluchen Deine eignen Knochen suchen. Trifft dich garein blauer Blitz. Bist dn auch nlcht viel mehr nütz. Wird der Himmel wieder blau Und die Sonne lächelt schlau, Grad als wär das ganze Wesen 9s ur ein kleiner Scherz gewesen. Dann ist dir wohl völliz klar. Da? es Frühlingswehen war.

Der Plauderer. T" Herrn Sol. Hathaway wurde gestern Nacht im Vtes Haus fein Ueberrock gestohlen. Die Feuerwehr wurde gestern

Nacht um 10 Uhr nach 104 gleicher 'Ave. gerufen. Der Schaden war un bedeutend, Ursache unbekannt. CT Herr Nick Coleman berichtete gestern Nacht in cer Polizeistation, daß IaS. McClain, der 50 Bares Straße in Kost geht, um seine Kleider bestohlen wurde. CT Thomas Allen und Will. Harrold wurden gestern Nacht im Besihe einer Anzahl Kleidungsstücke ergriffen, welche sie aus dem Bates Haus gestohlen hatten. Die Kleider gehörten Martin Schäfer und Thom. Fountain. fjCT grau C. W. Snydcr, wohnhaft 486 Bellefontaine Straße, berichtete, daß ihr ein Neger gestern Abend um 48 Uhr an der Ecke der Pennsylvania und St. Clair Str. ihre Hand? tasche entriß, in welcher sich 15 Cents,

eine Häkelnadel und eine goldene Brille

besanoen. X3 Patrick Farrcll erwieS sich gestern Abend als ein ganz frecher

Dieb. Der Abend scheint ihm ohne ;.t.. i '

ncverzieyer eiwas ruy! geworden u

sein, wahrend daS . Kleidergestell vor

unveinngers Laden auch ohne Ueber

rock sich keine Erkältung zuzoz. Er entkleidete also ohne Umstände das C?e

stell und bekleidete sich mit dem feit c:i

Uebcrrock. Aber das Auae dcS Ge-

f-heö wacht und Pat sikt hi fcr Schloß und Niegel.

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