Indiana Tribüne, Volume 16, Number 200, Indianapolis, Marion County, 9 April 1893 — Page 2
tJtn sylsalszans Wtlyelmi'S.
Schon als Kind zeigte unser deutscher Paganini eine mehr als gewöhnliche Begabung für's Gcigenspiel. Im Jahre 1850 besuchte die berühmte Henriette Eontag daZ Haus seines Vaters, des ehemaligen, preußischen Obergerichtsan Wattes, der durch seinen Weinbau einen nicht minder groß? Weltruf erlangt hat. Schon damals soll die große een gerin. entzückt über das technisch vollen dete Spiel des kaum sechsjährigen Kna den, gesagt haben: Du wirst einmal der deutsche Paganini werden!" Trotzdem der Knabe noch öfter Proben eines außergewöhnlichen Könnens ab' legte, im neunten Jahrein einem Eoi zerte zu Limburg an der Lahn, im elften sogar als Solist im Hostheater zu Wies .daven, wollte doch zunächst der gestrenge Vater von einer Virtuosenlausbahn des SohneZ. nichts wissen; er sollte Jurist werden. Ter Vater mochte mit Recht gegen Wunderkinder mißtrauisch sein; er sei ber, dessen Frau eine ihr Zeit vielge feierte Künstlerin gewesen war. die noch bei Chopin Unterricht genossen hatte, besaß Welterfahrung genug, um zu wissen, daß es vielversprechende Ta lente immer genug gegeben hat. die lei der nicht gehalten haben, was sie eben nur versprachen. Als indessen 'der Sohn immer stür rnischer mit Bitten den Vater anging, machte der Vater seine Einwilligung von einer einzigen, aber schwermiegenden Bedingung abhängig: Gib mir das Urtheil einer musikalischen Aiitoii tät über deine Befähigung: spricht sie zu deinen Gunsten, dann magst du als Violinvirtuose in die weite Welt ziehen!" Diese Autorität fand sich bald und leicht. Auf Empfehlung des Prinzen 5mil von Wittgenstein begab sich der angehende Künstler im Frühling 1861, er war noch nicht sechszehnJahre alt, zu seinem Geringeren als .Franz Liszt in Weimar. Zu dem, .was er sagte, konnte wohl jeder Andere Ja und Amen! hinzufügen; in Sachen der Kunst kannte Liszt keine Schmeichelei, sondern nur strengste Wahrheit und in seinem Urtheil über aufsteigende Ta'lente bat er tick nie oeirrt. (r em psing den jungen Menschen-, der noch mehr ein Knabe war. gerade nicht wie ' w ' l einen angehenden Beethoven; von den Frühreifen hielt er nicht viel, obwohl er selber ,u ibnen aebörte. lReduldia nahm er am Flügel Platz, um den Un geduldigen in seinem Spiele zu bcglei ten. :4tirni kam die Svobr'icke sangsscene-, achtes Violinkonzert, pus 47 ; daran schlössen sich Ernst's nun auch schon etwas aus der Mode gekommene Ungarische Weisen Aber as war dem Meister noch immer nicht genug, wenngleich sich im Laufe des Spieles sein Antlitz mehr und mehr aufklärte. ' Wilhelmj mußte noch einiae Stücke vom Blatte ,'rnelen. Auck dieser Aufgabe entledigte er sich ohne Äeianaenbeit. mit nlämenhem G(hct Da sprang der Weimarer Hostapell. meist vom Klaviersessel auf. reichte dem Jüngling seine Löwenhand" und rief aus: Gewiß, Sie sind zum Gei. genspieler prädcstinirt so sehr, da tür Sie die Geiae bätte erfunden wer. den müssen, wenn sie noch nicht dage toesen wäre!- . ES bleibe dahingestellt, ob letztere geistreiche Varmtlon eines Voltaire'schen Ausspruches wirklich von dem sonst vielbelescnen Meister gemacht worden ist. Jedenfalls war der Wille des Va. ters aebeuat worden. Und welcke Theilnahme Liszt sür den neuen Stern empfand, bezeugt am besten der Um. stand, daß er wenige Tage darauf den !:.' cm:f.. : ? , . . r I jungen ümqcirnj icioer nacy Leipzig i Kegleitete, wo er ihn dem gefeierten Ferdinand David, dem Meister des Geigcnspieles, ' als Schüler mit den Worten vorstellte: ..Öier brinae ick Ihnen den zukünftigen zn e ten Paga. ini nehmen Sie sich seiner an! Beschränkt serr und 5?rau Landratk .ff?fses Vie etwas Vonuntenheraufqekommenes nd Nackobenkrebendes an sinm waren jo glücklich, ihr einziges, sehr gut 1 n .. - . J . ' ,J .. . ausgesteuertes Töchterlein an den Ba ron Meerschaum von Strandläufer zu veryelrlttyen. Tie Hochzeit ward glänzend began gen, ane p:xen oer Veyordcn und die Creme der Honoratioren der Stadt nurden da:u geladen nr in Vetter, Dr. phil. Kabbes, blieb unae deten ' Trotzdem versäumte er nicht, der ochstrebenden Cousine seine Glückwün 77 h.m rc,.;L;ft. ?.;cl iu icstcn 8U ÜU&1" r v t v,.x - m U Sie empnna den freundlichen Vetter rtr. . . 1 i . , , L , , X?J Ut,e3 .uud. entschuldigte sich mit melen Worten, mdem sie auf V' , '1 , , - ' " ' weiten Räume ,hresHauieZ zeigte. dag sie ihren Neben Eon,in wegen htr !Hfrflriinffhit ifirer Wrtnnnrt Z 7 1 ä 7' t r v H al icht zur Hochzeit habe einladen kö:rttitt Jch bitte Sie. liebste Cousine, bei Ihrer bekannt.-n Beschränktheit bin. ich ar niqr aus oen eoanien geiommen. daß Sie mich einladen ür Den!" Unterschied. Hören Sie xnal." fragt ein Reisender, der von einer zy rt ' i . . . Vaynstanon mit oem Omnibus nach einem benachbarten Markt fahren will, den Kutscher, die Passagiere müssen cv v -x. n . . r ;i ci junzn ooa) uue in oenieioen Wll'i gen, Sie haben aber drei Preisklassen I ausgeschieden worin besteht denn da der Unterschied?- Schau' sagt erul,qer. .wenn wir yan an den tU i u . u v.Cv:. rvs.rr r. -txt lüuiiuca, uuif gic nc atiane bleiben, die zweite muß auSsteiaen und die dritte mitschicken!-. Zu viel verlana t. Tante: ..Karl. Du besuchst mich stets nur. roenn Tu Geld brauchst!- Neffe: Aber, liebe Tante, öfter kann ich 12 docb nicht kommen!" ,
Zwei Leben.
ES war an einem Frühlingstage, als er sie zum erstenmal sab. In die enge Straße mit ihren bchen Häusern scheint die Sonne erst spät am Tage hinein, und ihr warmeS God ist ja der einzige Bote des erwachenden Lebens, der zwi scheu die düster grauen Mauern dringt. , Als Joseph am frühen Morgen das Fenster seines Stübchens öffnete, war es noch kützl und dunkel in der Straße.die Leute eilten fröstelnd, mit verdrieß lichen Gesichtern vorüber und der graue Dunst, der über den Tüchern schwebte, ließ den Himmel nur mit einem matten, glanzlosen Blau hindurchscheinen. Und doch war es ihm. als blühte plötzlich der Frühling mit seinem holdesten Zauber vor ihm empor, als dürfte er nur die Arme ausstrecken, um in ein Meer von Blüthen zu tauchen. Sein Herz schlug heftig, seine Augen wurden feucht, ein Strom süßer Em p findungen floß durch seine Adern. Nie vorher hatte er ein so liebliches Gesicht gesehen, ein so anmuthiges Köpf chen.'eine solch' zierliche Gestalt. Sie stand an einem der Parterrefcnster des gegenüberliegenden Hauses, ihre hellen, wie aus Sonnenstrahlen gewobenen Haare flössen aufgelöst über die weiße Morgenjacke und ihre sanften blauen Augen hatte sie fragend zum Himmel erhoben. Joseph ließ keinen Blick von- ihr, und nachdem sie sich längst in da? In nere de.Z Zimmers zurückgezogen hatte, starrte er noch immer in das Dunkel, aus dem ihm der anmuthige Blick ein paar Secunden lang entgegengeleuchtet hatte. Nie war ihm ein Mädchen wie dieses begegnet, nie war er so berauscht gewesen wie heute. Dann sahen sie sich öster. bald vom Fenster aus, bald in der Straße. Manchmal trafen sich ihre Blicke und dann errötheten sie Beide. Und eines Abends, als Joseph aus einer lustigen Studentengesellschaft heimkehrte, wagte er es sogar, sie zu grüßen. Sie nickte ihm erröthcnd zu und er zögerte ein wenig, als wollte er Ire anjprecyen. In demselben Augenblick aber, als er sich sagte, das sei doch gar zu keck, war sie an ihm vorüberaeeilt, und nun sah er nur noch ihr Helles Kleidchen in dem dunklen Hausflur verschwinden. Am anderen Morgen, als er aus den ri ' r t. vcocrn irocg, nano oie onne lcgon tief und die ganze Strafe lag da m Hellem Gold. Als er an s enster trat. luhr er crlchrccken zusammen. Unten stand ein Wägelchen, mit bescheidenem Hausrat!) bepackt, und das Fenster, das ihm so wunderbar den ruhllng erscht hatte war der Vorhänge be. raubt. Noch an demselben Tage zog dort ein altes Ehepaar em und Jo,eph fst& von nun an nichts mehr, als ein ehemals roth gewesenes Käppchen, einen weißen Stoppelbart und eme feise, die gerade das Pflaster des Trottoirs berührte. Er war sehr traurig an diesem Tage und es wurde ihm erst wieder Messer ZU Muthe, als er den Entschluß gefaßt batte. sie aufzusuchen. Aber diese Stimmung hielt nicht, lange an. Plötz. lich war ein lähmendes Gefühl über ihn gekommen und er fragte sich, was denn daraus werben solle. Durfte er sie denn aufsuchen ? Was hätte er ihr denn sagen sollen, wenn t gestern still gestanden wäre ? Ein armer.blut rmer vluoenr, oer ncy vom unter "chtgeden ernährte, der nicht einmal kvußte. ob er seine Studien würde be endigen können und heirathen ! Er schämte sich vor sich selber, es kam ihm vor. als hörte er bereits das Gelächter oer ganzen xiit, als ,aye er das ver wunderte Gesicht, den strafenden Blick K. flD.Uin.; jjkuuuuj. Sie war jedenfalls in eine andere orjlaor gezogen, er iras ne nicyl meyr. Nach Monaten erst sah er sie einmal in einer Straße der inneren Stadt. Er war sehr so sehr, überrascht, day er ganz vergaß, nach dem Hut zu greisen, und als' er es endlich that, da hatte sie sich schon abgewendet und war vorüberge gangen. Ozezehen hatte sie ihn, aber deiondere Freude jchien sie nicht zu em vnnden. Sie war nicht einmal erröthet. sie war bleich geworden, als wäre ihr . : egrgnung unungcncyltt. unoji I fcv y . kviAT lA 4hrtf.4 Amt4M ft .4 war bisweilen so thöricht gewesen, sich ein pa u Minuten lang einzubilden, daß auch sie mit zärtlichen Gefühlen an ihn denken könnte! Dann kamen die Ferien und er ver ließ die große Stadt, um eine Hofmei ftcrstelle einzunehmen. Und dann rer luchte er es anderswo, in einer anderen I Stadt, ob er sich vielleicht dort besser fingen könnte. Mühsam 1; . weiter, von Jahr zu Jahr.. biS kr endlich in einer Advocaturtanzl als Gehilfe gestrandet war. Nun hatte er schon dreißig Lebensjahre hinter sich. o.u .n ... Olb ,)vi uiitwi w ivutivu, Ultu nicht beständig dem Glück auf der Lauer - r.m 1 YntUirMm, ..nh n,. V 11V rf Vllt UllVtVkll MIV lU tx tm ndjt mlhr zurück! Jo seph war ein stiller schüchterner Mensch. 1 r . cm. :.n,7 . einer jener cen cyen. oie immer mnien bleiben, weil sie nicht den Muth haben. I TZX hx.iiiXv'nAtn nn IiUf UUlUUlUUUt UilU VU (JitUilUt bettken. die ibn'en unter die Arme rei. l ken und sie vorwärtsscbieben. Er war dreißig Jahre alt und war arm und leinsam geblieben, er wurde sechzig und eSkam nichts ander. I (Zr war iekt die reckte Sant h5 ß W w w Advocaten aeworden das war Alles. ! Und im Grunde aenommen war er- so I gar nur die linke .Hand.. Er that die I r. . . ... . . Arbeit und jem Herr erntete Geld und Ehre. Die schönen rührenden Gedan ken der berühmten VertbeidigerReden , .. . waren von lym, aoer ein anoerer tpracy sie. Er hätte eS ja auch nie über sich ! gebracht, vor so vielen Menschen öffent lich zu reden, und wenn ihm der StaatSanwalt wider prochen, dann I i r - . , i uerne er lyn lajucBucg roooi noch um EntlSuldiauna gebeten. Er war feinj Mann für die Welt. Die Arbeit m' I der Stube, die Geschäfte mit den Klei I nen, das war sein Gebiet und dabei ! suhlte er sich wohl. So wohl, als sich leben ein alter Junggeselle fühlen kann, der vierzig Jahre lang ein kleines, lieb'
IZches Köp:chcn mit goldglänzendem
Seidcnhar und blauen Auacn. die zum Himmel blicken, in seinem Herzen mit herumträgt. Eine 2ac;?3 mußte er in einer Hin terlassen'chaslsiache hinaus in die Vor schwer auf s Herz. In diesem Hauje wohnte der Tod wann würde er zu ihm kommen? Und wem sollte er das Seine hinterlassen? Er hat Niemanden, der ihm die Augen zudrückt. Niemanden er braucht kein Testament zu machen wie die kranke Frau. Das Haus ist so still, als ob nur die kranke Frau hier wohnte. Und wenn ein Testament gemacht wird, geht es sonst so lebhast her! Aber auch se&t, da er in's Zimmer tritt, sieht er Nieman den als die Kranke und neben dem Bett die Wärterin. Die Frau erhebt sich ein wenig und sieht ihn an Ihr Gesicht ist ganz schmal und grau, ihre Augen liegen tief in den Höhlen, ihre Haare sind weiß. liAnS ,i I., 7 ihr, " Inrn" f,j W,nl $ tt'J Ä r i v i c i: ü .c.ci Ci mit einem seltfamen wirren Ausdruck auf ihm. Eine merkwürdige Aewe gung kommt über sie, auf ihren Wan gen erscheint ein leiser, ganz leiser rosi ger Hauch. Herr Doctor Walter?- fragt sie hüstelnd, in zweifelndem Tone. Nein." antwortet er. der Herr Doc tor besorgt das nicht selbst. Ich bin sein Vertreter, mein Name t Sandeck. Nun zittert die Frau und ihre Augen werden plötzlich unheimlich groß. Jo - sepy San - deck ?" stam melte sie Er nickt mit dem Kopfe und sie sinkt zurück in ihr Kissen, faltet die Hände ui,h . n m.;J in , w i v m tivMi v i Nn diesem ?ae an tan ink ll. ge an saß Joseph all tunden an dem Bette o wie er sich von sei i ma&m sonnt, eilte täglich mehrere Stu o- j i der Kranken. So nert sftfit"4 f tn frt mrtrhtt frtnnfi isf r,inni in ,;. iinrnt i m .:. Häuschen, zu der Frau, denn Bild in liiner Phantasie noch immer mit qolde. nm Haaren und rosigen Wangin geschmückt ist. Sie hatte ihm ihre Geschichte erzählt eine AlltagSgeschichte von viel Leiden und wenig Glück. Sie hatte geheira thet ihr Mann war nicht schlecht aber sie war wohl zu zart, zu weich für ihn. Und ihre Kinder arteten nach dem Bater. sie waren kalt, roh, grau sam. Sie harrte geduldig aus, aber die unsäglichen Schmerzen raubten ihr hri&i riYi llnh hrtnrt strirf ivfc vvtiiv w v i.M.v der Mann-die Tochter-und der Sohn mußte fliehen, ging nach Algier und M ' : ' I kam dort um im Kampfe gegen Bedui nen. Sie hatte keine Noth zu leiden es fehlte ihr nichts, eine Andere an ihrer stelle wäre vielleicht glucklich ge wesen. Aber ihr Herz war nicht für diese Welt geschaffen, das hatte sie längst erkannt. Von den Frühlingstagen in der dü ! steren Sperberjfasse sprachen sie nicht. Wir. sind ia Nachbarn aewescn." das m .It'tv 1 'iu(vutii uvivv lit, v w v war Alles, was sie sagte, und er hatte . . 1 . ... daraus erwidert: .Wahrhaftig, so wa ren wir vor vierzig Jahren Nachbarn. Sie sprachen überhaupt wenig, denn der alten Iran siel das Sprechen schwer und Joseph schien auch jetzt keine Worte finden zu können. Es kam, als ob sich das von selbst verstünde, und dann saßen sie daschwiegen und blick ten sich an. Manchmal seufzte die Frau und dann fragte Joseph mit zitternder Stimme: Ist Ihnen schlechter. Frau Marie?" Wdrauf sie den Versuch machte, zu lächeln, den Kopf schüttelte und sagte: Mir ist so wohl, als könnte ich doch wieder gesund werden." Aber sie täuschte sich, ihre Kräfte reichten nicht mehr aus, und als eines Tages Joseph wieder kam, reichte sie ihm die Hand und sagte: Heute blei den Sie. lieber Freund, bis Sie mir die Augen zudrücken. Ich weiß, daß es zu Ende ist." Ihm schössen die Thränen in die Augen und er wollte sie trösten. Sie aber sah ihn mit einem wunderbar milden Lächeln an und sagte: Nein, Ich fühle es. daß ich bald verlöschen werde. Geben Sie mir die Hand und bleiben Sie bei mir." . Er ließ sich auf seinem gewöhnlichen Platze nieder und bedielt ihre Hand in der seinen. Ihre Züge waren heute wie verklärt, ihre Augen leuchtetn in dem sanften Blau und sie erschien ihm in ihrem Silberhaar so schön wie da ZZ J ao mals im Schmuck der Jugend. Wie das doch iverdcn können!" aber er sprich! eö nicht aus. Er blickt sie nur immer an und auch sie spricht nichts. Aber das Lächeln aus ihren Lippen verräth, daß ihr Bewußt sein noch ungetrübt ist und heitere Ge danken sie beschäftigen. Dann dämmert der Abend herein und rosiges Licht fließt durch eines der Fenster.' Es ist so still in dem Zim mer. daß man jeden Athemzug der Kranken deutlich vernimmt. Der Grau kovf sitzt noch immer schweigend da und hält ihre Hand in de? seinen. Sie be wegt ein wenig die Lippen und scheint zu träumen. Plötzlich -aber zuckt die Hand und die Sterbende richtet sich auf. ..Joseph!" ruft sie laut und dann sinkt ste wieder zurück. Und dann wer den ihre Worte leiser, biS sie in einem Seufzer ersterben. So lieb hab' ich dich gehabt so Heb." . Als eine Weile später die Wärterin in's Zimmer trat, fand sie ibre rau todt. Ihr Gesicht war so weiß wie das Leinen des Bettes und schmal, ganz schmal. Aber ein wunderbarer Friede lag darauf, als wäre sie ahnungslos binweaqenommen worden aus dem fuße sten Gluck. Und neben dem Sterbelager saß noch immer d:r alte Mann, die Hand der Tosten mit seinen Händen umklam mernd, wie erstarrt in seinem Schmerze, Emil Peschkau.
n . i rr: i.xi-i. ni.
'"ivl. vjiik loirniunic üiau iuouic im hässtqen und malitiöicti Namen man Testament machen und das ging ihn dem Tina schon geaeben hat! an. A!S er die Treppe des kinsachen, UnÖ hoch sollte es uns sehr wundern. aber bubichen Häuschens emporging. mm cht auch dieser großen legte eS sich ihm lchmer. merkwürdig 3-nrn, liebenswürdige !?ei.
Tle Mode.
3?cn Ö. kigkröberg. Die Alleinhcrrscherin- Mode, die Tyrannin" Mode u. s. w. Was für eine Menge von mehr oder minder ge ten abgewinnen könnten, wenn wir sie uns einmal bei näherer Beleuchtung ansehen. Woher kommt das Wort Mode" ? Von dem lateirmchen rnoou. das Maaß, das richtige Maaß, die Form. Manier :c. Das deutsche Wort Moor bezeichnet daher im angewandten Sinn die herrschende Art und Weise.das Ver hältnil; in der Gesclllchaft, die Einrich tung des häuslichen Lebens und speciell die Art. sich zu kleiden, sowohl in Be zug aus die orm der Kleidungsstücke, als auch ihre Farbe und die Stoffe, auS welchen iie gemacht werden. Wer jedoch glaubt, dan hiermit schon alle Definitionen des Wortes Mode" erschöpft sind, der befindet sich auf dem 'ä. TkNN MN kNN dkM BeJriii nch i DuMd und mehr Ettlä. rungen geben. Hier nur Eine als Beispiel: Jede Mode, od sie nun gesellschaftliche Ma nieren oder Kleider betrifft, muß. wie alle anderen Dinge, einmal ihren An fang gehabt haben, d. h. es muß Je mand dagewesen sein, welcher die be treffende, später zur Mode gewordene Art und Weije sozuzagen ersand Man könnte daher die Mode ebenso gut oie cacuayinung oern "3qncn. was die oder der Andere gethan hat damit den Nagel ebenso genau, wo nicht in gewisser Beziehung auf den Kops, als mit der etvmologlichen Erklärung. Verdankt f Öie au &aq,en. Die Mode geworbn Md, ihre Entstehung, "ugto Langeweile, Eitelkeit, Spekulation oder . cw r r "' : w doch die Mehrzahl aller Sachen, die Selbstsucht Einzclner. deren Vorbild ?? übrigen Welt entweder aus den k'" Bemej,grunden .oder m mehr 1! qcahmt wird. Tenn das m Meier Verbindung etwas unhöfliche, abei5 nichtsdestoweniger sehr wahre Spruch wort: Ein Narr macht viele", gilt aus keinem anderen Gebiete mehr, als auf dem der Mode. Tas Reich der Mode, welche sogar die Küche in ihren Bannkreis zieht, ist ein o ausgeoeylttcs, ociß einige hundert Bände mit der Beschreibung der bei den verlchledeilcn Völkern Herr r i . . , ? ri 1 crr foenn 0W" l wollen zcdoch nicht m d:e 0ttnt 6ron. k. tndxxX XaO Itlift f I )n V T . I fen, während das Gute, o. h. so viel wir davon für uiscre Plauderei ge brauchen, io nahe U:ii. und uns daher nur mit einem kleinen Theil der Mode beschäftigen. Wenn das Wort Mode" lm alltäg lichen Leben fällt, so versteht man da runter in neun aus zehn Fallen die Toiletten der Tamen, und wird in Herrenkrcisen darüber gesprochen, so 1 , , . , m w , babm utze. wie z. B. das ist a jetzt 1 MsiJrtK it i vn n Im I i in , wv tv'f ';v"4; bi,stge, so doch etwas Ipottche Betonung. Nun, wir vermuthen, daß. wenn die Damen so ganz unter sich sind, sie auch ihre Witze über manche Herrenmoden machen werden und damit wäre das Gleichgewicht in Bezug auf kleine Spöt telelen wieder hergestellt. Trotzdem sind die Damen natürlich immer im Nachtheil, weil ihre Moden rascher wechseln und wohl auch mehr Gelegenheit zu Uebertreibungen geben, wie die der Herren. Alle Uebertreibungen sind unschön ; aber die beiden Geschlechter, soweit sie r Modew-'lt angehören, haben sich ge genseitig nichts vorzuwerfen. Tenn eS ist schließlich ebenso thöricht und ge schmacklos. wenn eine Dame ein mit Ge müss bcdcckteS Wagenrad auf dem Kopf trägt, als wenn ein Gigerl seinen höh len Schädel mit einem kleinen Fii oder Strohhut bedeckt, der sich aus nimmt, wie ein Blumcnscherben auf einem Kürbis. Immerhin die reichen Leute. nicht diejenigen, welche sich da einbilden, sie könnten der Welt Sand in die Augen streuen, sondern die wirklich reichen, sollten ihre Moden von den Klei' dern und Hüten angesangen bis zu ihren Zimmereinrichtungen und dem Sattelzeug ihrer Pferde jede Woche, wenn sie wollen, sogar zweimal wcchsein, denn jede neue Mode, welche bei i ihnen eingerührt wird, gibt wieder Tausenden von Menschen lohnenden ! Verdienst. Dagegen sollten diejenigen, deren Mittel keine großen Ausgaben gestat ten, sich eben bescheiden und nament lich keine Opfer in Bezug auf die häuS liche Bequemlichkeit und noch wichtigere Dinge dringen, um einen gewissen äu ßercn Schein um sich zu verbreiten, von dem ja doch ein Jeder weiß, daß er nur Schein und zuweilen noch dazu sehr theuer erkaufter .Schein ist. Es gibt, wie überall, so auch in Be zug aus das Mitmachen der Mode eine goldene Mittelstraße. Kein billig den kender Mann, dessen Verdienst einen kleinen LuruS gestattet, wird haben I wollen, daß seine Frau und Töchter aussehen, als ob sie von emer Antlqui tätenAuktion übrig geblieben wären. Dagegen wird aber auch keine vernünf tige grau, weder für sich, noch die Kin der, größere Ansprüche sür Kleider Z.'. un ihren Mann machen, als seine Kasse erlaubt. Wenn sich die beiden Gatten sonst gut vertragen, sollte es doch nicht allzuschmer sein, auch in diesem Punkte rinig zu werden, oyne viele zorre zu verlieren oder gar in Streit darüber zu gerathen. Es ist. wie schon bemerkt, ja ganz schön, wenn man reich ist und daher alle Moden mitmachen kann. Aber etwas so hoch WichtiaeZ oder Wesentliches ist j die Mode denn doch nicht, daß man we . gen ihr auch nur auf eine Minute die
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Gemüthlichkeit oder garden FnedendeS Hamc stören sollte. ' Die Mode ist eine Art von äußer licher Anerkennung unserer gesellschaft lichzn Verpflichtungen, d. 'h.. indem wir uns auf eine gewisse Art kleiden, zeigen wir. daß wir unserer Umgebung eine Artigkeit zu erweisen wünschen. Aber gerade weil die Mode etwas Aeußerliches ist. was Niemand von unZ' zu verlangen berechtigt ist, sollten wir unS hüten, ihr unser Inneres oder gar das Glück der Familie zu opfern. Wer viel im Orient reist, der wird sich bald genug daran gewöhnen, aus Höflichkeit gegen die Eingeborenen einen Fez zu tragen und das Compliment wird von den Letzteren auch als solches auf genommen. Aber kein Mensch wird dazu gezwungen, noch weniger wird von ihm erwartet, daß er bei der Gele genheit gleich ein Türke wird. So ähnlich können wir es auch bei 'der Mode im eigenen . Lande machen. Wir können so viel oder so wenig da von annehmen, als uns paßt und un sere Mittel erlauben. Daß wir nicht alle Launen und extremen Einfälle mit
machen, welche in dem Köpfchen irgend einer Modedame entspringen, die an nichts Anderes, als ihre Toiletten zu denken hat. wird uns kein vernünftiger Mensch übel nehmen, der unsere Ver Hältnisse kennt. Und diejenigen, welche dies trotzdem thun, jrnd eben keine ver nünftigen Menschen, sondern Mode narren, deren Beifall oder Tadel gleich werthlos ist. Viele der Zwistigkeiten und unan genehmen Scenen, zu welchen die lei dige Modefrage in so manchen Fami lien führt, könnten vermieden werden. wenn die Erziehung unserer Töchter anders geleitet wurde, als es gegen wärtig der Fall ist. ' Wir wollen nicht näher auf die Un masse von wissenschaftlichem Kram ein gehen.' welcher so vielen unserer moder nen nrüuleins eingepaukt wird und worüber das eigentlich Weibliche, d. h. die Erziehung zu guten Hausfrauen, total vernachläistgt wird. Wir wollen auch nicht alle Eltern tadeln, welche ihre Töchter in der angegebenen Weise erziehen oder vielmehr erziehen lanen. Die Betreffenden sagen sich aber. wenn unsere Tochter einst keinen Mann bekommt, so soll sie wenigstens in der Lage sein, sich als Lehrerin oder Gou- . . :f irt i. . w vernanie iyr roo zu veroicnen. Die Rechnung mag in manchen Fäl len auch stimmen. Die große Frage ist nur die, od die Tochter, 'wenn sie, statt zu einer Lehrerin, zu einer tüchtigen Hausfrau erzogen worden wäre, nicht trotz ihrer Vermögenslosiakelt einen braven Mann bekommen hätte und da durch der Nothwendigkeit überhoben worden wäre, unter fremde Leute zu gehen. Doch sei dem, wie ihm wolle; selbst bei einer gelehrten Erziehung gibt es oder sollte es Mußestunden geben, in denen die Mädchen wenigstens eine kleine Anweisung und Belehrung über die Geheimnisse der Kunst erhalten könnten, meinen Hut zu garniren oder ein Kleid, wenn auch nicht ganz ohne Hilfe anzufertigen, so doch im Nothfalle etwas abzuändern. Es gibt Da men, welche außerordentlich geschickt in allen diesen Sachen sind und halbe Nächte an der Nähmaschine sitzen, um die Kleider ihrer Töchter wieder modern zu machen, aber es fällt ihnen gar nicht ein, die Aufmerksamkeit ihrer jungen FräulcinS von ihren Studien abzu ziehen und ihren Klavier spiel-Hündchen zuzumuthen, anch einmal die Nadel oder gar den Kochlöffel zu führen. Nicht genug damit, finden wir auch noch Familien, deren Töchter weder zum Lehr, noch zu sonst einem Berufe erzogen werden. In solchen Fällen ist natürlich noch weniger Grund zur Entschuldigung vorhanden, wenn man die Mädchen nicht zu guten Hausfrauen heranzieht und sie veranlagt, den El lern den Kampf um'Z Leben etwas zu erleichtern dadurch, daß sie wenigstens ihre Hut und Kleidermacherrechnungen durch eigenes Handanlegen etwas zu verringern suchen. ' Nun hat allerdings nicht Jedermann die Gabe, Andere anzulernen und eZ ist merkwürdig, aber wahr, daß manche Mütter, die selbst ausgezeichnete Frauen sind, ihre eigenen Talente nicht auf ihre Töchter vererben können. In solchen Fällen wäre es wohl die Sache der jun gen Damen, welche doch sonst dasjenige, was sie sehen wollen, sehr gut bcobach ten, etwas mehr Eifer und guten Wil len zu zeigen, um. von ihren in allen möglichen Handarbeiten geschickten und fleißigen Müttern zu lernen. Würde dies allgemein geschehen,. so könnte so manche Dame, sowohl als Mädchen, als auch später als Frau oder Lehrerin, die sich jetzt beklagt, daß sie diese oder jene Mode nicht mitma chen kann, dies sehr gut thun, ohne ihre eigenen oder die Ausgaben ihrer Fami lie zu erhöhen. ' Strafe.. Eine der vielen wäh lerUchen Frauen, die durch nichts zu frieden gestellt werden können und alles nur tadeln, kam in den Laden eines Kaufmanns, um einen Hummer zu kaufen. Sie nahm ihn vom Laden tisch und sagte, ihn an die Nase hal fiib: Aber den kann ich doch nicht nehmen, der riecht schon." In diesem Augenblick legte das beleidigte Thier, das sich sehr lebhaft bewegte, seine Scheuen um die Nase der Dame, welche mit einem Schrei des Entsetzens sich da von befreien wollte. Der Kaufmann fragte nun ironisch, als der Hummer noch an der Nase der Dame hmg: Ob sie sein Geruch nun wirklich nun belei dige." i cy lecyrer iton. yrau: Welch' em Unglück! Die Gerichtsiez sion ist geschlossen und. meine Eheschei dungSklaae ist bis nach Abschluß der GerichtSserien verlegt worden!" Advocat: eien Sie froh, denn Ihr Mann wird fortfahren, Sie während der Zeit zu mlöhandeln, und das kann für bre Anaeleaenbeit nur aünsti j. 'w w I"z? zem!"
Berliner Gerkchtöscene. D i c neue Polonaise.
Ick muß mir blos wundern, det ick allcene der Sündenbock sein soll, während der Budicker. der doch der Räth'el führer von die janze Jeschichte jeweien is. kcene traie zetriegt hal. Mir ha den sie von die Pollizei een Strafman dat über zehn Mark ussgedrummt von weien nächtliche Ruhestörung un die anderen nich. Wie komm! denn det? Mit diesen Worten beantwortete der Fuhrmann P. die Frage des Schönen gerichts'Vorsitzenden. ob er seinen Ein l'pruch nicht lieber zurücknehmen wolle. Vors.: Wir haben hier nur mit Ihnen zu thun, die übrigen Theilnehmer an der nächtlichen Komödie werden schon auch in Strafe genommen sein, sie haben es nur nicht nöthig, es zu sa gen. Angell.: Mit zehn Mark bin ick noch nich zufrieden, det is for det bis ken Spicgeldragen zu ville. Vorsitzender: Nun, dann erzählen Sie einmal kurz, was sich in der ?!acht zum 1. Oktober zugetragen. Angetl.: Wat mein Freind. -der Budiker is. der hatte draußen nicht weit von'n Viehhof in eene neie Straße een neiet Jeschäft in een neijebautet Haus angefangen. Der Wirth hatte ihm vorgcredt, det er balbarifche Jeschäste mächen würde, aber ick hatte ihm jleich jcsagt. det er dabei in die Röhre kieken würde. Willem. sagte ick, det is hier draußen nischt wie Jejend un det is forn Budi ker die schlechteste Konjuktur!" So kam et denn ooch. Er wollte zum Oktober wieder raus, aber der Wirih steifte sich auf seinen Kontrakt . der bis zum 1. April jelten dhäte un wollte nich. Een P2ar Dage vor den ersten Oktober krieje ick von Willem eene In ladung zum Abenddisch. Mein Jott, sage ich zu meine Frau, da muß ick hin, Willem hat mir ooch schon manchen Daler zu verdienen jejeben. Ick mache mir an den bewußten Abend denn ooch fein un hin. Als ick hinkomme, is schon Allens gedeckt un sie sind schon bei. Allens jute Freunde un Bekannte, sage ick. wie ick mir die Jäste so ansehe. un setze mir ooch an die Tafel. Ick wunderte mir mächtig, det ooch der Wirth da war.er saß mitten mang un hatte sich die ö?alv:cte oben in n Hals gestochen, det er sich den Glpsvcrdand nich schmutzig machen daht. So nennen wir nämlich 'ne weiße Weste. Vors.: So ausführlich brauchen Sie nicht zu erzählen. Angekl.: Also is jut, wir essen, un wirken dabei in den Rothspohn. un besonders der Hauswirth hielt sich mächtiq ran. Der Budiker, der bei ihm saß. schenkte ihm immer wieder in. Un der Klavierspieler spielte Komm herab von die Tonne Therese" un wir sangen alle mit und een Lied kam nach det andere un da herrschte voll und janz eine frone jemiethllche Fröhlichkeit. Un denn wurde Allens abjcräumt un wir mußten Alle uf n Kreidestrich ichen un wer et nicht konnte, der mußte eene Pulle jeden. Der Hauswirth war nich zu in Stande un mußte eene Pulle nach dj andere ichmeißen, wat er merkwürdiger weise janz ohne Anstand dhat, denn er freute sich wohl, det der Budiker eene jute Einnahme hatte un den nächsten Dag Miethe berappen konnte. Als wir mit' dies schcene JesellschaftsspielS zu Ende waren, da kriegte Willem eine Idee, die wir uns schon vorher vcrab redet hatten. - Kinder, mcente er, wol len wir mal eenen janz ncien Danz ufführen? Jawohl! riefen wir Alle. Kennt Ihr die B!öbel-Polonaise. Nee, die kennten wir nich, sagten wir. Denn passt mal Achtung, dct is een orienelles Dings, meente Willem. -Je der nimmt een Stück Ding in die Hand, der eene nimmt den Disch, die andern die Stühle, zwee nehmen die Sctinde, zwee die Kommode, eener den Spiegel. Wenn alle wat haben, dann sehen wir langsam in 'n Jansemarsch von hier durch die Ncbenstube, von da durch die Küche us n Hos, von da durch nHaus stur uf die Straße un denn von vorne wieder rin, det wir eenen ordentlichen Kreis machen. . Jawohl, det machen wir, det wird ulkig, sagen wir, un jeder packte een Stück Möbel an nn stellt sich in die Reihe. Wir waren in die zwanziger Mann un Willem seine Möbel reichten zu dct Stück kaum zu. Als wir Alle fertig waren, jibt Willem den Hauswirth die brennende Lampe in die Hand und sagt: Ehre, dem Ehre je bübrt, Sie müssen der Leithammel sind! Un der Wirth freute sich, indem er' een ziemlichen Zacken weg hatte, un stellt sich an die Spitze un hält die Lampe hoch nn kommandirt Los!" un der Klavierspieler legt loS, wat der Kasten leisten will, un wir singen Alle mit: So leb denn wohl, du ollet Haus!" un der Zug setzt sich in Bewe jung. Als wir uff den Umweg uss die Straße sind, setzt Jeder sein Möbel hin un der Wirth mit die Lampe jeht voran un vorne wieder int Local rin, un als er sich umkiekt. sicht er, det wir Alle mit leeren Händen binter dran jehen un er macht so'n komischet Jesichte, det wir Alle lachen. 'Un Willem tritt vor ihn hin un mächt een Diener nn nimmt ihm die Lampe aus der Hand un sagt: So. Herr M., nu bedanke ick mir auch ville Male, un meine Sachen habe ick nu raus un det Pianino und die JeschaftSeinrichtung jehört mir nich, un morjen ziehe ick, und rücken iS det nich, denn Sie. haben ja selbst die Lampe dazu schalten, un sind denn ooch straf bar." Un nu wurde det eene jroße Freude, blos der Wirth lief voller Wuth raus un wollte eenen Schutzmann holen. Vors.: Sie-werden wohl einsehen, daß Sie sich strafbar gemacht haben. . Angekl.; Willem hat sich ja den andern, Dag mit den Wirth jeeinigt, da iS ja jär keene Klage nach jekom men. Vors.: Das ist ja gleichgiltig. hier handelt es sich um den ruhestörenden Lärm. . Auf Bitten deZ eklcien wird V.t ' ' rn 1 i
Dtrsie m ILN! l.:xi c:rs;;rie;x.
Cijentlich noch een BiSken ville für oie Möbcl-Polonaise", meint der Angc klagte. YuropSisSe Äventeurer.
Manchem Europäer, dem der Boden in der Helmalh zu heiß geworden oder der aus anderen Ursachen das- Vater land verlassen mußte, ist eS geglückt. in der Ferne unter wilden Völkern eine hervorragende Stellung einzunehmen. Einige, welche deionders erwähnenö werth sind, mögen hier genannt wer den. Zu Anfang dieses Jahrhunderts diente in der nach Spanien tommandlrten Weichsellegion ein Pole. Namens Jwanow-ko. der sich durch außerordent lichen Muth auszeichnete. Nach dem Falle Napoleons I. schloß er sich einer Expedition an. welche in Mexico eine Kolonie zu gründen beabsichtigte. Bei einer Jagdpartie wurde er von seinen Gefährten getrennt und gerieth im Dickicht jener Walder in die Gefangen schaft eines indianischen Stamme. Nachdem er die Tochter des Häuptlings znm Weibe genommen, gelang eg ihm, dessen Stelle- einzunehmen, was zur Folge hatte, daß er große Reichthümer zu sammeln verstand. Er starb im Jahre in New Orleans. Noch heute ist c:n Andenken in Mexico le bendig. Auf ähnliche Weise wußte sich ein englischer Matrose Ansehen zu verschaf sen. Als oer einzig Ueberlebende eines an der Insel Pulo Pinang gestrande ten Schisses wurde er von den harm losen Insulanern in ihre Gemeinschaft aufgenommen und schließlich zum Häuptling erwählt. Später verkaufte er die Jnfel an England und lebte bis 1862 als reicher Mann in London. In der Mitte dieses Jahrhunderts schlug ein sranzöstscher Abenteurer sei nen Weg nach Araukanien ein, wo er zum König gewühlt wurde und unter dem Namen Orelie Antoine I. längere Zeit regierte. Infolge eines Bürger lriegcs mußte er das Land verlassen und starb in Noth und Elend zu Tour toirac Im Jahre 1837 begab sich der Fran zose Jules Gros nach Guayana in Südamerika, wo er sich zum Präsiden ten einer ca. 450,0Ü() Quadratkilo meter großen Republik aufzuschwingen wußte. Dieses Land war bisher so gut wie herrenlos, da Frankreich, Bra silien. Portugal und England sich über den Bcsir; desselben nicht zu eini gen vermochten. Der Freistaat nennt sich Das unabhängige Guayana": die Hauptstadt heißt Eunani und zählt 350 Einwohner. Jedoch dürsten die Tage dieses Staates gezählt sein. Tann freilich ! Der kleine Otto aus dem Hinterhause. der sich durch sein drolliges Wesen auch im Vorderhaus? beliebt gemacht hat und trotz seines nicht allzu sauberen Ge sichtes und seiner zerrissenen Höschen dort ein gern gesehener Gast ist, erscheint Vormittag? um neun Uhr im Border hause zu Besuch. Nun. Otto, habt Ihr denn heute keine Schuld, wird er gefragt. Freilich." gibt Otto zur Antwort, .aber ick bin nich hinjcjangcn." Aber warum denn nicht?" fragt die junge Frau, die Otto mit seinem Be such beehrt hat. Im nächsten Moment bereut sie schon die Frage, denn ein 1 Blick auf die etwas start derangirte Toilette des Kleinen sagt ihr. daß man wohl nicht lange nach den Gründen zu forschen brauche, die den armen Knaben vom Schulbesuch abgehalten haben. Wie erstaunt ist sie aber, als Otto die Erklärung für die Bummelei abgibt: Ja, wissen Se, ick hatte 'keenen Schiefer: un wenn ick keenen Schiefer habe, dann kann ick nich zur Schule." Um's Himmelswillen! Also in Er mangclung eines Schieferstiftes im Werthe von einem Pfennig mußte der arme Knabe den Unterricht versäumen! Unerhört!...... Von Mitleid erfüllt, überreicht die junge Frau dem kleinen Otto ein -Zehnpfennigstück und sagt: .Hier, mein Lieder, da kaufe Dir nur schnell Schiefer, damit Du morgen wie der zur Schule gehen kannst." Morjen," entgegnet Otto, hab' ick schon welche von Mama. Heute gingS nur nicht, denn se war auf'm Ball und iS erst früh nach Haufe gekommen. Da muß se nu bis Mittag schlafen, hat se jcsagt " Otto biß gedankenvoll in da? But terbrod. das ihm überreicht worden war und murmelte mit haldvollen Backen: Und da tonnte ick nadierlich nich in die Schule, un det schadet $oif' nischt," fügte er überzeugend hinzu. Der sanfte Professor. Professor 23.. Mitglied des Thierschutz Vereins, schreibt eines Tages eine wich tige philosophische Abhandlung, und wird dabei durch daZ andauernde Sum men einer Fliege stark belästigt. ; Er klingelt und beauftragt seinen Diener, das lästige Thier zu vertreiben. Thue ihm aber nichts zu Leide." Mit Vor sicht bemächtigte sich der Dimer deS In sekts, und fragt, roaS er mit ihm an fangen soll. Oeffne das Fenster und gieb dem Thierchen seine Freiheit. Nun? was zögerst Du?" Herr Pro fessor, es regnet so stark!" .ES ist wahr, nun, dann setz' eS, in das Vor zimmer!". . . . : ;, . ; ' T r ii b e S t u n d e n. Lehrerin: ..Ja. es gibt im Leben auch trübe Stunden; selbst Ihr, liebe Kinder, habt gewiß, ein jedes in seiner Art, solche schon erlebt! Wer weiß mir ein Bei spiel zu geben?- Marie: Die Eeo graphiestunden!" ' AmtSsti l. . . .Endlich holte der Gendarm den Flüchtling in einer Kneipe ein und wollte ihn dort verhaf ten. Dieser aber schlug ihn mit einem 5?rug auf den Kopf, der voll Bier war. : Sluch ein Beruf. WaZ sür einen Beruf Haien Sle? JcZ streike sür gewöhnlich! ' " ' '
